„Ich glaube an die Hoffnung“ – Abschied von Pfarrerin Noack-Mündemann in der Versöhnungskirche Holweide
Pfarrerin Kerstin Herrenbrück, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, hat Pfarrerin Sybille Noack-Mündemann in einem Gottesdienst in der Versöhnungskirche Holweide offiziell von ihrem Dienst entpflichtet. Noack-Mündemann war seit 2018 in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück-Holweide tätig. Sie geht nun in den Ruhestand, und möchte sich ehrenamtlich in der Evangelischen Beratungsstelle Köln in der systemischen Beratung engagieren.
Ein Leben für die Kirche und den Frieden
Wenn die 62-Jährige zurückblickt, erinnert sie sich an eine evangelische Kirche, die sie bereits als Jugendliche in Köln durch ihre Offenheit überzeugte. Kirche war für sie ein Ort der Erprobung, der Kreativität und der Ideen – ein Raum, in dem Ende der 1970er Jahre intensive Friedensarbeit geleistet wurde. Sybille Noack-Mündemann engagierte sich in der Jugendarbeit des CVJM und wurde Teil eines Netzwerks unterschiedlicher evangelischer Gemeinden. Kurz vor dem Abitur stand eine Entscheidung zwischen einem Psychologie- und einem Theologiestudium an. Sie entschied sich für die Theologie und studierte in Göttingen, Hamburg und Bonn.
Theologische Prägung und beruflicher Weg
In ihrem Pfarrdienst setzte sie in verschiedenen Lebensphasen unterschiedliche Schwerpunkte. Als ihre Kinder klein waren, war ihr vor allem die Jugendarbeit besonders nah. Später rückte die Arbeit mit Erwachsenen stärker in den Fokus. Und immer, so berichtet sie, sei Friedenserziehung ein zentrales Anliegen gewesen: „Politik und Kirche lassen sich in meinen Augen niemals trennen. Darum war es uns in meinen Gemeinden unter anderem stets ein Anliegen, geflüchtete oder obdachlose Menschen zu unterstützen, ihnen beizustehen.“
Glaube als Hoffnungskraft
Ein Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Wirken: „Ich glaube an die Hoffnung. Wer Hoffnung hat, verändert aktiv die Welt zum Guten – und Glaube drückt sich vor allem im Tun aus. Wir Christinnen und Christen können besonders gut von der Hoffnung sprechen.“ Für sie ist klar: „Meine Zuversicht kommt aus meinem Glauben. Gott ist für mich etwas, das ich zwar nicht in seiner oder ihrer Gänze erfassen kann, das aber immer etwas Gutes ist.“
Ein politisches Glaubensverständnis
In ihrer Predigt im Entpflichtungsgottesdienst erinnerte sie daran, dass auch die Bewahrung der Schöpfung politisch sei. Es sei zutiefst christlich, für moralische Grundsätze einzustehen. Grundlage der Predigt waren Verse aus dem Buch Micha, in denen der Prophet Gottes Güte und sein Erbarmen hervorhebt. Es seien tröstliche Worte, so Noack-Mündemann, von einem Propheten, der in nur sieben Kapiteln immer wieder seinen Finger in die Wunden legte und Korruption sowie Rechtsbeugung anprangerte. „Menschen wie Micha braucht die Welt auch heute noch! So wie Bischöfin Marianne Budde, die leise und sanft, aber überzeugend für Menschlichkeit eingetreten ist.“ Jeder solle nach seinen Kräften für Frieden und Hoffnung eintreten, so die Theologin: „Damit Gottes Idee von Frieden und Gerechtigkeit eines Tages wahr wird.“
Würdigung durch Kolleg:innen und Gemeinde
Superintendentin Kerstin Herrenbrück erinnerte vor der anschließenden Entpflichtung daran, dass Pfarrerin Sybille Noack-Mündemann sich in Holweide mit „Tat- und Geistkraft eingesetzt hat“. Neugierig, lebendig und in Verbundenheit mit den Menschen habe sie ihr Amt ausgeübt. Mit einem Segen entließ Herrenbrück die Pfarrerin offiziell aus dem Dienst. Weitere Segenswünsche kamen von Pfarrer Klaus Völkl, Pfarrer Ulrich Kock-Blunk sowie von Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern.
Musik, Segen und Abschied bei Empfang
Der musikalische Gottesdienst wurde gestaltet von den Chören der Gemeinde, dem Bläserensemble „Heilix Blechle“, Mechthild Brand (Orgel und Klavier), Thomas Becker (Klavier), Ulrike Tiedemann (Cello), Christine Neufang (Flöte) und Christian Vosseler. Im Anschluss fand ein Empfang statt, bei dem sich Gemeinde und Pfarrerin in Ruhe voneinander verabschieden konnten.
Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl
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