„Es gibt vielfältige Spannungen und Krisen, in denen Menschen leben. Durch qualifizierte Beraterinnen und Berater bestehen gute Möglichkeiten, in diesen Fällen zügig zu helfen. Deshalb ist die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Teil des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Es gibt drei Standorte: in Köln in der Tunisstraße, in Bensberg und in Frechen.
Die Begleitung geschieht im Verborgenen, weil Menschen in Not einen Schutzraum brauchen, in dem sie sicher und vertraulich reden können. Die nächste Diakoniespende wollen wir diesem Arbeitsbereich zukommen lassen. Wir wollen die Beratung junger Menschen ausbauen und zusätzliche Gruppenangebote für Kinder in belasteten Lebenssituationen schaffen. Deshalb sammeln wir mit dieser Diakoniespende konkret für Kinder und Jugendliche: Sie brauchen Menschen, die zuhören, ihre Sorgen ernst nehmen und ihnen helfen, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und neue Perspektiven zu entwickeln. Die Beratungsstelle schafft dafür einen geschützten Raum und begleitet junge Menschen und ihre Familien, wenn sie alleine nicht mehr weiterkommen.
Wir wollen also erstens weitere Möglichkeiten schaffen, damit schnell und effektiv geholfen werden kann. Und wir wollen zweitens den Blick auf die Beratungsarbeit in Krisenfällen lenken. Das betrifft Familien in Grenzsituationen mit ganz unterschiedlichen Themen – von Familienkonflikten, Paarkrisen, Trennungen und Sorgerechtsfragen über Überforderung und schulischen Druck bis hin zu Trauer, dem Umgang mit Krankheit oder einer unerwarteten Schwangerschaft.
Mit früher Beratung kann man oft viel besser helfen. Finden solche niedrigschwelligen Beratungen nicht statt, können sich Krisen verschärfen und weitergehende Maßnahmen erforderlich werden. Je früher Unterstützung einsetzt, desto besser können Menschen begleitet und passende Hilfen auf den Weg gebracht werden.
Deshalb wollen wir sagen: Niedrigschwellige Beratung ist extrem wichtig und effektiv. Niedrigschwellig heißt: kostenlos und zeitnah.
Wir unterstützen als Evangelischer Kirchenverband Köln und Region jede Spende dadurch, dass wir sie bis zu einem Betrag von 100.000 Euro verdoppeln. Die Spendenaktion läuft vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2027.“
IHRE HILFE WIRKT DOPPELT
Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region verdoppelt jeden gespendeten Cent bis zu einem Gesamtspendenaufkommen in Höhe von 100.000 Euro im Zeitraum vom 01.10.2026 bis zum 30.09.2027.
SPENDEN SIE AN
Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichwort: BERATUNGSSTELLE
Kreissparkasse Köln
IBAN DE10 3705 0299 0000 0044 04
BIC COKSDE33XXX
Was ist eigentlich im Ehrenamt möglich? Die Antwort: fast alles, auch Seelsorge. Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region bietet hier die Mitarbeit als qualifiziertes Ehrenamt an, natürlich nach einer entsprechenden Ausbildung für ein Themengebiet. Studio Eck, die Radiowerkstatt des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region, hat zu diesem Thema kürzlich einen Podcast veröffentlicht:
Pfarrerin Dorit Felsch leitet die Ausbildung ehrenamtlicher Seelsorgender. Sie sagt: „Das Ziel der Ausbildung ist, die Leute zu befähigen und zu qualifizieren, dass sie dann wiederum seelsorglich für andere da sein können in diesen verschiedenen Bereichen und einerseits natürlich wirklich gut für die anderen da sein können, für die Menschen, die Seelsorge in Anspruch nehmen, und andererseits dabei aber auch für sich selber gut sorgen können und eben auch gut können: Wo sind meine Grenzen und wie komme ich selber wieder klar mit etwas, was belastend ist.“
Dorit Felsch ist Pfarrerin im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region und ihr Auftrag in ihrer Pfarrstelle ist die Begleitung Ehrenamtlicher in Seelsorge. Es gibt keine formalen Voraussetzungen für die Ausbildung, man muss auch keine Vorkenntnisse oder eine Kirchenzugehörigkeit mitbringen. Es gibt natürlich ein paar Kriterien, die erfüllt sein sollten: Man sollte zum Beispiel die Zeit mitbringen, die man für die kostenlose Ausbildung einsetzt, und sich im Gegenzug dazu verpflichten, mindestens drei Jahre lang 15 Stunden im Monat ehrenamtlich tätig zu sein.
Darüber hinaus brauche man „ein Interesse an Menschen, Offenheit für andere Menschen, für ganz andere Lebensweisen, Lebensentwürfe, Lebenssituationen, eine Grundfähigkeit beziehungsweise auch eine Grundfreude an Kommunikation und eine gewisse Belastbarkeit oder eben die Bereitschaft, auch schwere Dinge mit auszuhalten“, erklärt Dorit Felsch.
Wie die Einsatzstunden verteilt sind, ist sehr unterschiedlich und kann individuell verabredet werden, je nach Einsatzgebiet, zum Beispiel drei Stunden in der Woche oder längere Termine alle zwei Wochen.
Neue Seelsorgefelder
Die Tätigkeitsbereiche oder Seelsorgefelder umfassen zum Beispiel gemeindliche Seelsorge. Darunter fällt Trauerbegleitung, Notfall-, Krankenhaus- und Altenheimseelsorge, aber auch Telefon- und Gefängnisseelsorge. „Es gibt auch unsere neuen Seelsorgefelder, die es erst seit kurzem gibt, wie die Pop-up-Seelsorge und auch die queere Peer-to-Peer-Seelsorge. Das sind alles die Felder, für die wir ausbilden“, sagt Dorit Felsch.
Die Ausbildung besteht aus der großen Basisausbildung mit 110 Unterrichtsstunden über acht bis neun Monate und dem Spezialisierungsmodul mit 40 Unterrichtsstunden. Der erste Teil ist gemeinsam für alle, egal in welchen Bereich der Seelsorge man geht. Der zweite kürzere ist dann speziell für das ausgesuchte Seelsorgefeld.
Im Basismodul gibt es einen kleinen theoretischen Teil zu Themen wie Tod, Krankheiten und Beziehungen. Im zweiten Teil gibt es viele Übungen zur Gesprächsführung sowie Wahrnehmungs- und Dialogübungen. Der dritte Teil besteht aus Selbsterfahrung. Dorit Felsch sagt: „Da geht es einfach viel auch darum, sich selber wahrzunehmen und wahrzunehmen, wie gehe ich selber mit Krisen um, mit wunden Punkten, mit schwierigen Themen in meinem Leben, weil das einfach auch eine große Voraussetzung dafür ist, dann für andere da sein zu können, ohne dass immer das eigene da mit reinspielt.“
Im Spezialisierungsmodul geht es dann darum, die Besonderheiten im ausgesuchten Seelsorgefeld zu vertiefen. Wenn man ins Krankenhaus geht, muss man zum Beispiel mehr über Krankheit und das System „Krankenhaus und Krankenversorgung“ wissen. Im Seniorenheim spielt das Thema Demenz eine größere Rolle und in der Telefonseelsorge ist der Einsatz der Stimme von großer Wirkung.
In der Mitte der Ausbildung geht man dann in die Praxis, um Erfahrungen zu sammeln, so Dorit Felsch: „Es gibt nach Abschluss der Ausbildung dann eine regelmäßige Supervision, ungefähr einmal im Monat in einer festen Supervisionsgruppe. Es gibt darüber hinaus natürlich auch eine Ansprechbarkeit. Falls irgendwas kurzfristig ganz belastend ist, sind wir Hauptamtlichen genau dafür auch ansprechbar und es gibt ein laufendes Fortbildungsangebot und ein Sommerfest und gemeinsame Aktivitäten, dass neben dem Dienst, den man dann tut, man auch immer noch mal was in der Gruppe bekommt.“
Zur Seelsorge können Menschen mit allen Lebensthemen kommen, egal worum es geht, egal welche Krise, welche Problematik, Trauer, Ängste, was auch immer. Zur neuen Pop-up-Seelsorge, die immer freitags von 16 bis 18 Uhr in der Severinstraße in Köln mit voll ausgebildeten, qualifizierten Ehrenamtlichen stattfindet, kann man ohne Voranmeldung einfach vorbeikommen, egal mit welchem Thema.
„Seelsorge kurz zu beschreiben, ist gar nicht so ganz einfach, aber wenn ich es kurz auf den Punkt bringen soll, dann sage ich immer: Seelsorge ist da sein, aushalten und dableiben und Raum geben“, erläutert Dorit Felsch.
Die Ausbildung findet alle halbe Jahre aufs Neue statt. Der Kurs hat gerade im September begonnen und ist natürlich schon voll belegt und die nächste Ausbildung startet im Februar 2027.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/seelsorge-ausbildung-1.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-09 22:00:002026-10-11 05:00:08Podcast von Studio Eck: Ausbildung für ehrenamtliche Seelsorge
Einen Citroën 2CV hat Jürgen Lauff von seiner Familie geschenkt bekommen. Mit dem Schrauben an der Ente – das betont er lächelnd – wird er demnächst seine Freizeit füllen. 34 Jahre lang war der 63-jährige Berkenrother Herz und Seele von Haus Wiesengrund im oberbergischen Nümbrecht-Überdorf: zunächst 17 Jahre lang als Küchenleiter, dann ab 2009 als Leiter des gesamten Tagungsortes des Kirchenverbandes Köln und Region.
Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Jürgen Lauff blicken gemeinsam auf die Entwicklung von Haus Wiesengrund zurück. Für Jürgen Lauff ein emotionaler Moment. Foto: Matthias Pohl
Nun wurde er durch Stadtsuperintendent Bernhard Seiger im Zuge eines Sommerfestes im Kreis von Familie, Freunden und Gästen verabschiedet. Denn, so verriet Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, Jürgen Lauff habe sich eine „lockere Verabschiedung im Speisesaal und nicht in der Kapelle“ gewünscht. Umrahmt von Liedern, die der ehemalige Leiter sich gewünscht hatte, von Gesang der Solinger Künstlerin Giusi Romano und den Pianoklängen von Jannis Pasieka, wurde so der Abschied zu einer emotionalen, aber auch vergnügten Feier.
Ein Abschied mit Dankbarkeit
Jürgen Lauff nahm während seiner Verabschiedung viele gute Wünsche entgegen; bei der offiziellen Entpflichtung durch Stadtsuperintendent Bernhard Seiger flossen dann doch bei nicht wenigen Gästen Tränen. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger erinnerte an die Anfänge, als der gelernte Koch die Leitung übernahm. „Im Gespräch haben Sie erzählt, dass Sie zunächst Chaos vorgefunden haben und vieles ordnen mussten. Auch Anfängerfehler gab es“, blickte er zurück, während Jürgen Lauff nickend den eher holprigen Start bestätigte. Aus den Fehlern resultierten Lernprozesse; aus dem Chaos wurde ein Betrieb, der letztlich 5000 bis 6000 Übernachtungen pro Jahr zählte. Ausbildungen für Prädikanten, Tagungen, Klausuren von Kreissynodalvorständen und Küsterausbildungen brachten Leben in die Räume. Viele gute Bekanntschaften ergaben sich so im Laufe der Jahre, wie der ehemalige Leiter berichtet. Er betonte: „An erster Stelle stand immer der Mensch. Jeder sollte sich hier bei uns im Sinne der christlichen Gastlichkeit willkommen fühlen, denn jeder ist wertvoll.“ Ohne sein bestens funktionierendes und perfekt eingespieltes Team, ohne die Unterstützung seiner Familie sei das alles nicht zu machen gewesen, betonte er: „Auf diese Weise hat das hier wirklich Spaß gemacht. Ich bin gesegnet.“ Ehefrau Anke Lauff wird im Übrigen weiter in Haus Wiesengrund tätig sein und sich um den Belegungskalender kümmern.
Ein Mann für alle Fälle
Jürgen Lauff sprang überall ein, wo er gebraucht wurde. Er reparierte, wenn etwas zu reparieren war, holte stundenlang Kanister um Kanister Diesel von der Tankstelle, als im Winter mal das Heizöl ausgegangen war, und ging in konstruktive Kommunikation mit dem Kirchenverband, wenn Dinge zu klären waren. Und dabei strahlte er – nicht immer, aber fast immer, wie er lachend verrät – größte Gelassenheit aus. Auch das ökologische Profil beim Thema Ernährung geht auf seine Initiative zurück. Schon vor Jahren erhielt Haus Wiesengrund Preise und Auszeichnungen für nachhaltige und regionale Ernährung und ist lange Mitglied in der Solidarischen Landwirtschaft.
Jürgen Lauff und Johanna Schwalb, die künftige Inhaberin und Geschäftsführerin, vor Haus Wiesengrund. Foto: Matthias Pohl
Mit Blick auf seine vielen Aufgaben sagt der Nümbrechter: „Ich war immer gerne hier, nehme schöne Erinnerungen mit und verabschiede mich jetzt mit tiefer Dankbarkeit.“
Ein neuer Träger nach rund 74 Jahren
Es war ein doppelter Abschied, denn der Kölner Kirchenverband, der das Haus rund 74 Jahre betrieb, gibt es nun in private Hände weiter. Die Nümbrechterin Johanna Schwalb übernimmt das Haus ab Oktober als Inhaberin und Geschäftsführerin. Sie sagt, sie plane, das Gute, das Jürgen Lauff und sein Team aufgebaut haben, zu erhalten und mit einem großen Teil der Mitarbeitenden weiterzumachen: „Wir übernehmen hier ein sehr gutes Haus und wollen auch in Zukunft die gewohnte Willkommenskultur pflegen.“
Ab 1952 war das Haus zunächst als Gästehaus mit zwölf Betten in Trägerschaft des Gesamtverbandes der evangelischen Gemeinden in Köln, da ein Erholungsort für die Menschen aus der Domstadt in näherer Umgebung gewünscht worden war. Anfang der 1960er Jahre gab es die ersten Umbauten. 1964 wurde der Kirchenverband Köln und Region Träger des Hauses; ein Jahr später entstand die Kapelle. Anfang der 1990er Jahre wurde Haus Wiesengrund um die Tagungsräume erweitert und hatte zu diesem Zeitpunkt schon 42 Betten. Vor 15 Jahren gab es erste Diskussionen seitens des Kirchenverbandes, das Haus abzugeben. Damals entschied man sich dagegen. Inzwischen aber, so sagt Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, habe der Kirchenverband das Ziel, bis 2035 alle seine Gebäude klimaneutral zu gestalten. „Und das konnten wir hier einfach finanziell nicht leisten. Darum geben wir es nun schweren Herzens ab.“
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/Krieg-und-Frieden-1.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-08 23:00:002026-10-11 05:00:08Doppelter Abschied in Haus Wiesengrund: Jürgen Lauff geht, das Haus wird privat weitergeführt
Wie positionierte sich die rheinische evangelische Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus? Welche Reaktionen gab es auf den Boykott jüdischer Geschäfte, die zunehmende Ausgrenzung und Entrechtung jüdischer Menschen, die Reichspogromnacht und die späteren Deportationen? Und was erlebten die Verfolgten in Städten wie beispielsweise Köln, Düsseldorf und Essen?
Diesen Fragen geht eine neue vierteilige Sonderreihe des Podcasts „Rheinische Kirchengeschichte(n)“ nach. Die Folgen zeichnen die Haltung der evangelischen Kirche zur Verfolgung von Jüdinnen und Juden zwischen 1933 und 1945 nach.
Neben den Deutschen Christen, die Hitler ergeben waren, gab es die Bekennende Kirche, an die vielerorts heute gern erinnert wird als die „Guten“ jener Zeit. Wie allerdings auch die Bekennende Kirche in diesen Jahren versagt hat, beleuchtet Prof. Dr. Siegfried Hermle. Er macht im Podcast deutlich, dass nur einzelne Engagierte Unterstützung für Verfolgte wagten. Der emeritierte Kirchenhistoriker und renommierte Forscher zur christlich-jüdischen Geschichte ist Autor und Sprecher aller vier Folgen. Jede beendet er mit Fragen an die heutige Kirche.
Dr. Bettina Förster, Produzentin des Podcasts und Studienleiterin an der Evangelischen Akademie im Rheinland, erklärt: „Oft denken die Menschen, die rheinische Kirche habe in der NS-Zeit nur aus Helden bestanden, die gegen die Nationalsozialisten gekämpft haben. Doch dies ist leider nicht wahr.“
Über den Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“
Der Podcast startete 2025 und ist eine Produktion der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchengeschichte, zu der auch Prof. Dr. Siegfried Hermle gehört. „Die rheinische Kirchengeschichte ist in Büchern gut dokumentiert – wir möchten dieses Wissen nun auch auf anderen Wegen zugänglich machen“, sagt Prof. Dr. Thomas Martin Schneider, Vorsitzender der Kommission und tätig an der Universität Koblenz.
Die regulären Episoden des Podcasts sind jeweils etwa fünf Minuten lang. Die vier Folgen der neuen NS-Zeit-Reihe haben mit jeweils rund zehn Minuten eine Sonderlänge.
Immer legt das Podcast-Team besonderen Wert auf wissenschaftliche Qualität. „Alle Beiträge von dem Podcast sind keine spontanen Gespräche, sondern wissenschaftlich geprüfte, sorgfältig formulierte Inhalte, die von Experten und Expertinnen vorgetragen werden“, betont Schneider.
Der Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“ erzählt die Begebenheiten und Entwicklungen aus der rheinischen Kirchengeschichte verständlich, kompakt und mit Blick auf die Menschen dahinter. Die Episoden folgen dabei keiner chronologischen Reihenfolge. Zu den bisherigen Themen gehören neben Persönlichkeiten, die in der NS-Zeit wirkten, auch der Pietist Gerhard Tersteegen, die Frage, warum der Kölner Dom beinahe evangelisch geworden wäre, sowie Caspar Olevian und die Reformation in Trier im 16. Jahrhundert.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/Prof.-Dr.-Siegfried-Hermle-bei-der-Podcastaufnahme-1-e1790581743167.jpg11532048https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-08 22:00:002026-10-11 05:00:08Podcast-Reihe beleuchtet das Versagen der rheinischen evangelischen Kirche in der NS-Zeit
Sascha Kruse ist Künstler und gestaltet handgeformte Urnen aus Lehm. Dabei begleitet er Menschen in Workshops und individuellen Projekten bei der Auseinandersetzung mit Tod, Vergänglichkeit und Erinnerung. Im Kurs „Erde zu Erde“ an der Melanchthon-Akademie entstehen persönliche Urnen und Erinnerungsminiaturen – intuitiv, gemeinschaftlich und ohne den Anspruch, künstlerisch besonders geübt sein zu müssen. Im Interview erzählt Sascha Kruse, warum die Arbeit mit Lehm intensiv, herausfordernd und manchmal sogar heiter sein kann, wie sie helfen kann, dem eigenen Abschied eine Form zu geben, und weshalb die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit den Blick auf das Leben verändert.
Kursteilnehmende gestalten gemeinsam mit Sascha Kruse ihre eigenen Urnen aus Lehm. Im kreativen Prozess finden Gedanken, Gefühle und persönliche Vorstellungen vom Abschied eine sichtbare Form. Foto: Božica Babić
Der Kurs an der Melanchthon-Akademie ist ein Teil Ihrer Arbeit. Was gehört noch dazu?
Ich verstehe mich nicht als jemanden, der einfach Urnen herstellt. Ich begleite Menschen durch einen der intensivsten Momente ihres Lebens: davor, mittendrin und danach. Dafür gibt es vier Wege, die zusammengehören. Da sind zunächst die Urnenunikate: Jede Urne entsteht in Handarbeit, ist bewusst nicht reproduzierbar und biologisch abbaubar – so einzigartig wie der Mensch selbst. Aus demselben Lehm entstehen auf Wunsch Erinnerungsminiaturen. Die Urne geht mit dem verstorbenen Menschen, die Miniaturen bleiben bei den Lebenden. Ein Teil geht, ein Teil bleibt.
Der zweite Weg sind gemeinsame Projekte. Am Anfang steht nicht die Urne, sondern der Mensch, um den es geht. Daraus entwickelt sich Schritt für Schritt eine Idee und aus der Idee eine Form. So entsteht eine ganz persönliche Urne, zu der auch Erinnerungsobjekte bis hin zu Grabobjekten gehören können. Beginnt das Projekt zu Lebzeiten, hat die Arbeit eine sterbebegleitende Qualität. Entsteht es mit den Angehörigen nach einem Todesfall, kann sie trauerbegleitend wirken. Alle gestalten so viel mit, wie sie möchten und können. Den Rest übernehme ich gern.
Der dritte Bereich sind Workshops. Hier gestalten Menschen ihre eigene Urne – zur Vorsorge oder aus persönlichem Interesse. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit kann die Beziehung zum Leben stärken. Für Hospize, Kliniken und Bildungseinrichtungen entwickle ich eigene Formate. Dort kann die Beschäftigung mit dem Tod außerdem die Empathie im Umgang mit Klientinnen und Klienten sowie Angehörigen fördern.
Der vierte Weg ist Kunst und Trauer. Mit der Bestattung ist ein Abschied nicht abgeschlossen. In Gruppen und einem geschützten Rahmen entsteht Raum für Trauer, Kunst und Gespräch. Was dabei entsteht, geht als Erinnerung mit nach Hause.
Warum kann es hilfreich sein, sich dem Thema Tod und der eigenen Vergänglichkeit nicht erst dann zu nähern, wenn ein konkreter Abschied unmittelbar bevorsteht?
Die handgeformten Gefäße entstehen als persönliche Begleiter für einen würdevollen Abschied. Foto: Božica Babić
Wenn ein Abschied akut wird, bleibt kaum Raum. Dann geht es um Organisation, um Schmerz und um Entscheidungen unter Zeitdruck. Viele Menschen geben den Tod deshalb aus der Hand, obwohl er so persönlich ist. Wer sich früher annähert, kann in Ruhe herausfinden, was ihm wichtig ist, und den eigenen Abschied selbst gestalten und Selbstwirksamkeit erfahren. Das entlastet später auch die Angehörigen.
Auch im beruflichen Alltag spielt das eine wichtige Rolle. Wer Sterbende und Trauernde begleitet, gewinnt durch die eigene Auseinandersetzung mit dem Tod Sicherheit und Empathie. Vor allem aber verändert diese Auseinandersetzung den Blick auf das Leben. Ich erlebe diese Arbeit als dem Leben zugewandt, obwohl es um Endlichkeit geht. Wir brauchen neue Rituale im Umgang mit dem Tod, die das Leben stärken.
Tod und Sterben sind zwar allgegenwärtig, gleichzeitig fällt es vielen Menschen schwer, darüber zu sprechen. Welche Rolle kann künstlerisches Gestalten dabei spielen, Berührungsängste abzubauen und einen eigenen Umgang mit diesen Themen zu finden?
Kunst und Tod sind gute kommunikative Partner, denn beide haben etwas Transzendentes. Kunst beginnt dort, wo Erklärungen aufhören. Ich möchte den Tod nicht schönreden und nicht erklären, sondern ihm eine Form geben, mit der wir uns auseinandersetzen können.
Viele Menschen reagieren auf den Tod mit Hilflosigkeit, Starre oder Angst. Nachdenken über den Tod bewegt etwas. Darüber zu sprechen bewegt mehr. Im künstlerischen Tun öffnet sich darüber hinaus ein ganz eigener Erfahrungsraum. Hier kommen Denken, Fühlen und Tun zusammen. Man muss nicht erst die richtigen Worte finden. Man entscheidet, probiert aus und beginnt noch einmal von vorn. Aus einem Gedanken wird eine Handlung, und aus der Handlung etwas, das vor einem steht. So findet Begreifen statt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie beschreiben die Arbeit mit Lehm als einen Prozess, der intensiv, aber auch locker und sogar lustig sein kann. Wie erleben Sie die Teilnehmenden, und was kann es mit einem Menschen machen, eine Urne mit den eigenen Händen zu gestalten?
Eine fertige Lehmurne in den Händen: Für Sascha Kruse verbindet sich darin das Gehen mit dem Bleiben. Die Urne geht mit dem verstorbenen Menschen, Erinnerungsobjekte bleiben bei den Angehörigen. Foto: Božica Babić
Wer hat als Kind nicht gerne mit Matsch gespielt? Dieses Gefühl ist sofort wieder da, wenn die Hände in den Lehm gehen. Ich arbeite mit Erde, weil sie nichts vorgibt zu sein, was sie nicht ist. Was aus der Erde kommt, darf auch wieder zu Erde werden. Gerade bei einer Urne empfinden viele es als sinnstiftend, genau dieses Material in die Hand zu nehmen. Das Material verbindet, mit sich selbst und mit der Natur.
Das Modellieren ist eine körperliche Arbeit. In meinen Workshops und auch im eigenen künstlerischen Tun habe ich oft das Gefühl, dass die Menschen über das Drücken und Verdichten, gerade mit diesem Material, an etwas Unterbewusstes herankommen. Der Kopf tritt zurück, und die Hände übernehmen. Was dabei in Bewegung kommt, wirkt oft lange nach.
Dabei muss nicht alles ernst und still sein. Es darf gesprochen, konzentriert gearbeitet und auch gelacht werden. Niemand muss besonders „gut“ gestalten können, denn das Material lässt sich intuitiv verarbeiten.
Am Ende steht eine Urne, die vorher nur eine Vorstellung war, und die Erfahrung, den eigenen Abschied selbst in die Hand genommen zu haben. Eine Urne, so einzigartig wie der Mensch, der sie geformt hat.
Der Kurs „Erde zu Erde – Den Tod mitgestalten: Urnen aus Lehm“ findet am 7. und 14. November 2026 an der Melanchthon-Akademie statt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Kursseite der Melanchthon-Akademie.
Weitere Informationen über Sascha Kruse sowie Fotos und Videos seiner Arbeit finden sich auf der Seite http://www.saschakruse.de/.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/Gestalte-deine-Urne.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-07 22:00:002026-10-11 05:00:08Wenn die Hände begreifen: Wie Sascha Kruse Menschen beim Gestalten ihrer eigenen Urne aus Lehm begleitet
Das Zusammenwachsen der drei Bezirke der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach liegt Pfarrer Tim Herzog sehr am Herzen. Ebenso wichtig ist es ihm, auf die Ideen der Menschen zu hören und Konzepte für junge Familien zu erarbeiten. Auch die fröhlichen Kita-Gottesdienste, die schon während seiner Probezeit für Begeisterung bei den Kindern sorgten, liegen ihm am Herzen.
Superintendentin Kerstin Herrenbrück ermutigte bei der Einführung dazu, mit Zuversicht Neues zu wagen. Foto: Matthias Pohl
Der 35-Jährige wurde im Zuge eines Festgottesdienstes im Bezirk 1 der Evangelischen Kirchengemeinde, zu dem die Gnadenkirche und die Kirche zum Frieden Gottes gehören, von Superintendentin Kerstin Herrenbrück aus dem Probedienst in die Pfarrstelle berufen. Tim Herzog war in den vergangenen zwei Jahren im Probedienst in der Gnadenkirche und in der Kirche zum Frieden Gottes tätig. Das Presbyterium wählte ihn einstimmig zum Pfarrer auf die Pfarrstelle Stadtmitte/Heidkamp.
Vom Glaubenswechsel zum Pfarramt
Geboren wurde der Pfarrer in Leverkusen, aufgewachsen ist er in Köln. Mit 14 Jahren konvertierte er vom katholischen zum evangelischen Glauben und engagierte sich in der Kirchengemeinde Flittard/Stammheim in der Jugendarbeit. 2010 machte er Abitur und studierte anschließend zunächst Theologie und Philosophie auf Lehramt. Nach dem Bachelor war schnell klar, dass er mit diesem Weg noch nicht vollständig glücklich war. „Ich habe dann Theologie in Wuppertal an der Kirchlichen Hochschule und an der Ruhr-Universität studiert, um Pfarrer zu werden“, blickt er zurück. Sein Vikariat absolvierte Tim Herzog in Moers-Hochstraß am Niederrhein. Dort wurde er im Oktober 2024 ordiniert.
Drei Bezirke, ein gemeinsamer Weg
Im November 2024 zog es ihn für seinen Probedienst zurück in Richtung Heimat. Er wechselte nach Bergisch Gladbach und setzte einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf das Brückenbauen zwischen den Bezirken und innerhalb der Region. „Das wird mir auch zukünftig wichtig sein, denn wir als Kirche müssen mit immer weniger Ressourcen auch weiterhin effektiv für die Menschen da sein. Da ist es doch gut, wenn wir im Hinblick auf diese Herausforderung unsere Kräfte und Ideen zusammenbringen“, beschreibt er seine Ziele.
Mit seiner Berufung auf die Pfarrstelle Stadtmitte/Heidkamp beginnt für Tim Herzog ein neuer Abschnitt in Bergisch Gladbach. Foto: Matthias Pohl
Mit Gottes Segen und Café-Gutscheinen in den neuen Abschnitt
Im Festgottesdienst sagte Carsten Bierei, Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche in Hand, in der gut besetzten Gnadenkirche: „Wir haben einen neuen Pfarrer!“ Darauf gab es erst einmal begeisterten Applaus. „Die Erleichterung ist groß, dass Tim Herzog nun hier als Pfarrer tätig sein wird“, betonte Carsten Bierei. Auch er ist überzeugt, dass in der Evangelischen Kirche im Rheinland alle Gemeinden vor Umstrukturierungen stehen. Sie seien auf die Zusammenarbeit mit anderen Kirchengemeinden angewiesen, weil die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer zurückgehe. Zudem stünden strukturelle Neuausrichtungen durch Fusionen oder Kooperationen an.
Superintendentin Kerstin Herrenbrück zitierte bei der Einführung die Jahreslosung für 2026 aus der Offenbarung des Johannes: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Menschen dürften Mut haben, betonte die Pfarrerin, denn die Zukunft stehe weit offen. „Gott hat einen Plan von Leben, Liebe und Frieden. Davon ist etwas in uns allen. Wir schaffen Neues, haben Ideen und Visionen“, betonte die Superintendentin. Auch wenn das Leben dazwischenkomme und Zweifel zu stark würden, sei klar: „Haben wir Gott im Herzen, sind wir dennoch von Segen umgeben. Und wir sind dabei nicht allein. Je bunter unser Miteinander ist, desto robuster ist es auch.“
Bevor sie Tim Herzog segnete, wünschte sie ihm, er solle mit dem Herzen sehen und seinen Kaffee genießen. Das war ein augenzwinkernder Verweis auf Herzogs Vorliebe, gemütliche Stunden in Cafés zu verbringen. Der Pfarrer selbst musste lachen, als er das hörte: Zu seiner Einführung hatte er einen kleinen Stapel Café-Gutscheine bekommen. „Offensichtlich kennt man mich hier“, gab er lächelnd zu. Auch das Geschenk der Kita-Kinder, die für ihn sangen, habe ihn sehr berührt, gab er zu.
Auch in seiner Predigt ging es darum, Neues zu schaffen. „Neu sein und doch schon dazugehören – das passt gut zusammen. Trotzdem verbinden sich bei Neuanfängen immer auch Hoffnung und Furcht.“ Eine so große Gemeinde sei herausfordernd, berge aber auch unzählige Schätze. Das Vertrauen zueinander sei in den vergangenen Jahren gewachsen und werde nun gehegt und gepflegt, um gemeinsam Neues auf den Weg zu bringen.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/Tim-Herzog.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-07 22:00:002026-10-11 05:00:08Brücken bauen und Neues wagen: Tim Herzog ist neuer Pfarrer in Bergisch Gladbach
Musik für die Jüngsten, besondere Gottesdienste, interreligiöser Austausch und Gespräche über Heimat: Die Wochentipps laden in den kommenden Tagen zu vielfältigen Veranstaltungen in Köln und Region ein. Zu den Wochentipps gehören „Peter und der Wolf“ beim Kinder-Orgeltag, mehrere Ordinationen und Einführungen sowie Begegnungs- und Dialogformate, die Menschen miteinander ins Gespräch bringen.
Kinder-Orgeltag: Peter und der Wolf
Die Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl lädt am Freitag, 9. Oktober, 16 Uhr, in die Stephanuskirche, Brehmstraße 4–6, zu einem Kinder-Orgeltag mit dem Musikmärchen „Peter und der Wolf“ ein. Organistin Yeyoung Jo spielt Sergei Prokofjews für Orchester komponiertes Werk in einer Fassung für Orgel. Kirchenmusiker und Erzähler Leo Wildauer erzählt dazu die Geschichte von Peter und dem Wolf. Die Orgel zeigt dabei ihre vielfältigen Klänge, von leise und fröhlich bis laut und geheimnisvoll. Das Konzert richtet sich an Kinder und ihre Familie. Im Anschluss stellt Leo Wildauer die Orgel vor und beantwortet Fragen. Dabei lässt sich das Instrument auch von innen bestaunen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. www.ev-kirche-niehl-riehl.de
Gottesdienst zur Entpflichtung von Pfarrerin Eva Manderla
Mit einem Festgottesdienst wird Pfarrerin Eva Manderla am Samstag, 10. Oktober, 15 Uhr, in der Andreaskirche Schildgen, Voiswinkler Straße 40, offiziell von ihrem Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen entpflichtet. Die Entpflichtung nimmt Pfarrerin Kerstin Herrenbrück, Superintendentin des Kirchenkreises Köln Rechtsrheinisch vor. www.andreaskirche-schildgen.de
Religionen begegnen sich – die dritte interreligiöse Begegnungsfeier
Vertreter der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln, der Ahmadiyya Muslim Gemeinde Köln und der Evangelischen Gemeinde Köln gestalten am Sonntag, 11. Oktober, 10 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, die dritte interreligiöse Begegnungsfeier der Reihe „Religionen begegnen sich“. Mitwirkende sind Rafi Rothenberg, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln, Imam Shakeel Ahmad Umar von der Ahmadiyya Muslim Gemeinde Köln, Pfarrer Mathias Bonhoeffer von der Evangelischen Gemeinde Köln sowie Prädikant Ulrich Höver, Synodalbeauftragter im Evangelischen Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Austausch bei Kaffee. Ein gemeinsames koscheres Mittagessen ist für 13 Uhr im Restaurant „Mazal Tov“, Roonstraße 50, vorgesehen. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt zehn Personen. Das Mittagessen ist selbst zu zahlen. Eine Anmeldung ist aufgrund der Sicherheitsbestimmungen erforderlich per E-Mail an rosemarie.zewe@gmx.de. www.kartaeuserkirche-koeln.de
Ordination von Pfarrerin Rebekka Rüger
In einem Festgottesdienst feiert die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Höhenhaus am Sonntag, 11. Oktober, 11 Uhr, in der Pauluskirche, Dreisamweg 9, die Ordination von Pfarrerin Rebekka Rüger. Rüger wird die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde mit 75 Prozent Dienstumfang übernehmen. Die Ordination erfolgt durch Pfarrer Torsten Krall, Superintendent des Kirchenkreises Köln Rechtsrheinisch. Im Anschluss an den Gottesdienst wird gemeinsam gefeiert. www.kirche-hoehenhaus.de
Pfarrer Ingmar Wienen:Neuer Pfarrer wird eingeführt
Die Evangelische Kirchengemeinde Vingst-Neubrück-Höhenberg führt am Sonntag, 11. Oktober, 11 Uhr, in der Erlöserkirche Höhenberg-Vingst, Burgstraße 75, ihren neuen Pfarrer Ingmar Wienen in einem Willkommensgottesdienst in sein Amt ein. Pfarrer Wienen feiert dabei seinen ersten Gottesdienst in der Gemeinde. Im Anschluss findet die jährliche Gemeindeversammlung statt, bei der über aktuelle Entwicklungen berichtet wird und der neue Pfarrer seine Ideen für die Gemeindearbeit vorstellt. Alle Gemeindemitglieder sind dazu eingeladen. www.vingstneubrueckhoehenberg.de
Ordination von Eli Abeke
Die Evangelische Nathanael-Kirchengemeinde Köln-Bilderstöckchen feiert am Sonntag, 11. Oktober, 12 Uhr, in der Nathanaelkirche, Escher Straße 160, einen Festgottesdienst zur Ordination des Diplom-Ingenieurs und Architekten Eli Abeke. Im Anschluss findet ein Empfang statt. www.nathanaelgemeinde-koeln.de
Ordination von Lisa Kluge
Die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg feiert am Sonntag, 11. Oktober, 15 Uhr, im Tersteegenhaus, Emmastraße 6, die Ordination von Lisa Kluge zur Pfarrerin durch Pfarrerin Miriam Haseleu, stellvertretende Vorsitzende des Bevollmächtigten Ausschusses des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch. Zweieinhalb Jahre absolvierte sie den praktischen Teil ihrer Ausbildung in der Gemeinde und im Predigerseminar in Wuppertal. Dabei brachte sie sich mit Fragen und Ideen, Reels, pointierten Predigten und einem besonderen Gespür für die Bedürfnisse jüngerer Menschen in das Gemeindeleben ein. Das Pfarrteam der Gemeinde gestaltet die Feier mit. Die Ordination bedeutet zugleich den Abschied von Lisa Kluge, die der Gemeinde nur noch im Oktober erhalten bleibt und Pfarrerin Mareike Maeggi während des Mentorinnenmonats in allen dienstlichen Belangen vertritt. www.kirche-klettenberg.de
„Das Große Gespräch: Reden über Heimat“
„Mehr Demokratie e. V.“, die „Initiative Offene Gesellschaft e. V.“ und das „Pocket Project“ veranstalten am Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr, in der Paul-Gerhardt-Kirche, Gleueler Straße 106, eine Dialogveranstaltung der bundesweiten Reihe „Das Große Gespräch: Reden über Heimat“. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: „Was bedeutet Heimat?“, „Was gibt Geborgenheit?“ und „Wodurch gerät dieses Gefühl in Gefahr?“. Beim Dialogformat „Sprechen & Zuhören“ teilen die Teilnehmenden persönliche Erfahrungen und hören einander zu, statt sich gegenseitig überzeugen zu wollen. Die überparteiliche und ergebnisoffene Reihe richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und politischen Haltungen, darunter auch Personen, die selten an Beteiligungsformaten teilnehmen oder sich in öffentlichen Debatten kaum wiederfinden. Die Kölner Veranstaltung gehört zu einer bundesweiten Reihe mit mehr als 100 Terminen. Mit Zustimmung der Teilnehmenden werden die Gespräche anonymisiert ausgewertet. Die Ergebnisse sollen zum Abschluss der Kampagne veröffentlicht werden. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei. Im Anschluss gibt es einen kleinen Imbiss. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.evangelisch-in-lindenthal.de
„Was ist reparierbar und was nicht?“ Diese Frage hat die Eröffnung des 2. Halbjahres der Melanchthon-Akademie (MAK) in der Kölner Südstadt dominiert. Gleichwohl ging es an diesem spätsommerlichen Abend im zentralen Innenhof des Hauses der Evangelischen Kirche auch um Ermutigung, Inspiration und Trost. Wie gewohnt machten MAK-Leiter Dr. Martin Bock, die Studienleitenden sowie weitere MAK-Mitarbeitende mit individuell gestalteten Buchvorstellungen neugierig auf Veranstaltungen der Bildungseinrichtung in den nächsten Monaten.
Annika Kruger-Bremicker: „Lieber Max,“
Zunächst tauschte sich Studienleiterin Lena Marie Felde mit Annika Kruger-Bremicker über deren Dachbodenfund, dessen Geschichte und die Folgen aus. Kruger-Bremicker waren die im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges begonnenen Tagebücher ihrer Großmutter Gisela in die Hände gefallen: „Ich konnte nicht aufhören, darin zu lesen“. Aus ihnen stellte die Enkelin schließlich ein Buch zusammen. Am 8. Oktober wird es in der MAK vorgestellt. Eigentlicher Adressat der Tagebücher war Giselas 1944 in sowjetische Kriegsgefangenschaft geratener Mann Max. Bis zu seiner Heimkehr habe seine Frau für ihn sechs Jahre lang Seite um Seite gefüllt, so Kruger-Bremicker. „Meine Oma wollte ihm berichten, wie das Leben im Krieg und danach war, wie es ihr ergangen ist in seiner Abwesenheit.“ Die Autorin empfindet diese stille Arbeit ihrer Oma als einen Brückenschlag zu ihrem Mann, als Versuch, deren Beziehung und Liebe aufrecht zu erhalten. Quasi „diese verlorene Zeit für ihn zu reparieren und wiederzubringen“.
„Politische Theologie der Modernen Welt“
Studienleiterin Lena Marie Felde und Autorin Annika Kruger-Bremicker tauschten sich aus.
Antje Rinecker widmete sich mit „Politische Theologie der Modernen Welt“ dem 2021 vorgelegten, letzten Buch von Jürgen Moltmann. Darin habe er seinen wachsenden Glauben und sein theologisches Denken zusammengebracht. Sie nannte den 2024 hochbetagt Verstorbenen einen der großen Theologen des 20./21. Jahrhunderts. Atheistisch aufgewachsen, habe er in britischer Kriegsgefangenschaft eine Bibel in die Hand bekommen. „Und dann ist das passiert, was ihn sein ganzes Leben beschäftigt hat.“
„Ist denn schon alles gesagt?“
Bock hatte neben Büchern eine Erfahrung im Gepäck, „die alle etwas mit Kommunikation, Erzählen, Zuhören zu tun haben“. Er blickte kurz zurück auf eine Reise im Juli mit einer fast dreißigköpfigen Gruppe auf den Spuren der Familie Bonhoeffer in Polen sowie Sachsen-Anhalt. Kurz vor der dortigen Landtagswahl habe man in einer Kleinstadt erst nach längerem Suchen kleine Plakate demokratischer Parteien gefunden, aber keines von der AfD. „Was für eine gespenstige Atmosphäre. Der Gedanke kam auf: Ist hier schon alles klar und geredet worden?“ Nach ihrem Wahlkampf 2024 in Thüringen, in dem die Bundestagsabgeordnete Kathrin Göring-Eckhardt (Grüne) auf fast jeder Veranstaltung nicht zu Wort gekommen und aggressiv beschimpft worden sei, habe sie die Tür hinter sich nicht zugeschlagen, sondern ein Buch geschrieben: „Deutschland, lass uns reden, Eine Reise durch die Seele der Republik“. Dafür habe sie sich mit vielen Menschen getroffen, sich Zeit genommen, auf Wut, Verwundungen, Haltlosigkeit, Überforderung, Sorgen und Lasten zu hören, sagte Bock. Und die Politikerin habe das, „was gesagt werden musste“, erst mal wirken lassen. Dabei habe sie gemerkt, dass die Wut der Gesprächspartner deutlich abgenommen habe – und ihre eigene Wut auf die Wütenden immer kleiner geworden sei.
„Jenseits der Brandmauer. Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz“
Mitglieder des Pädagogischen Teams und Verwaltungsteams der Melanchthon-Akademie sowie Gäste sprachen und musizierten zum Thema „Was ist reparierbar und was nicht?“
„Feine Sahne Fischfilet – was fällt Ihnen dazu ein?“, fragte Dorothee Schaper in die Runde. Einige wussten Bescheid. Die Studienleiterin wollte nicht auf eine Speisevariante hinaus, sondern auf die Polit-Punk-Band aus Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern. Noch genauer: auf deren Frontsänger Jan Gorkow. Unter seinem Spitznamen Monchi erschien jüngst das Buch „Jenseits der Brandmauer. Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz“. Sein „Plädoyer gegen Schwarz-Weiß-Denken und für den Versuch eines Miteinanders“ ist Pfarrerin Schaper im Urlaub „über den Weg gelaufen“. Es handele von Monchis Rückumzug nach Jarmen. In seinem Geburtsort, „wo er fast jeden kennt“, erreichte die AfD bei der letzten Bundestagswahl 54 Prozent der Stimmen. Er habe es kaum fassen können, so Schaper. „Und dann schreibt er seine Erfahrung auf aus seinem Dorf.“
Maximaler Gewinn und die Flucht von der Erde als Ziele der Tech-Elite
„Die Welt reparieren mag das Ziel einer demokratischen Öffentlichkeit sein. Aber nicht alle wollen das“, stellte Matthias Frank fest. „Eine Tech-Elite hat ganz andere Ziele: maximalen Gewinn und letztlich die Flucht von der Erde.“ Genau das arbeite Douglas Rushkoff in seinem Buch „Survival of the Richest. Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind“ heraus. Der US-amerikanische Professor für Medientheorie und digitale Ökonomie betrachte die Welt des digitalen Kapitalismus aus einer kapitalismuskritischen und humanistischen Perspektive, sagte Frank.
„Vieles, was nicht mehr gerettet, repariert oder aufgehalten werden kann.“
Oft würden Hoffnungen auf ein erfolgreiches Reparieren am Ende nur enttäuscht, gab Dr. Stefan Hößl zu bedenken. Er verstehe das Bedürfnis, etwas heilen, richten zu wollen. Darin aber spiegelten sich mit Blick auf die Welt doch oft Sehnsüchte und Projektionen – viel mehr als reale Möglichkeiten bestünden. Denn auf absehbare Zeit gebe es vieles, was nicht mehr gerettet, repariert oder, wie der Klimawandel, aufgehalten werden könne, meinte der Studienleiter. Der unbedingte Wunsch nach Instandsetzung verstellt laut Hößl den Blick auf ganz andere Notwendigkeiten. Auch angesichts gegenwärtiger Erscheinungsformen des Antisemitismus fragte der auf diesen Bereich spezialisierte Erziehungswissenschaftler, wo wir denn anfangen sollten mit dem Heilen. So nehme er wahr, dass Menschen in seinem nahen Umfeld „auch fast 82 Jahre nach Auschwitz keinen Begriff von Antisemitismus haben“.
Nachhaltigkeitsideen voranbringen
Dr. Martin Horstmann empfahl die Publikation „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten. Wie uns die Natur helfen kann, den Wassernotstand zu beenden. Alles über regenerative Landwirtschaft, Schwammstädte, Klimalandschaften & Co.“ von Ute Scheub und Stefan Schwarzer. Der Studienleiter zeigte sich „sehr geflasht“ von diesem „sehr konstruktiv-positiv“ verfassten Buch. Es nehme einen mit, mache Lust aufs Tüfteln. Lust darauf, sich mit „low tech“ und „einfachen Lösungen“ auf den Weg zu machen und kleine Nachhaltigkeitsideen voranzubringen – auch innerhalb von MAK-Angeboten.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_2059.-MAK-Eroeffnung-des-2.-Halbjahres-im-Innenhof-des-Hauses-der-Ev.-Kirche-c-E.-Broich-1-scaled-e1790926367298.jpg14412560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-06 06:00:002026-10-11 05:00:08„Brot & Buch & Innenhof“: Semestereröffnung der Melanchthon-Akademie
„Welt in Unordnung“ – so titelt die EKD-Denkschrift von 2025. Fragen bleiben: Welche Aufgabe hat die Militärseelsorge? Was bedeutet die Wehrpflicht für junge Menschen? Welche Stimmen hören wir? Bei TheoLogisch in der Antoniter Citykirche ging es darum, Raum für Ängste und Zerrissenheiten zu öffnen. Thema: „Krieg und Frieden – Zwischen Kriegstüchtigkeit und Friedensfähigkeit“.
Militärseelsorge zwischen Begleitung und Gewissensfrage
Respektvoller Umgang und einander zuhören: Hanna Lehnert (r.) und Ramona Wilke zeigten, wie man auch über kontroverse Themen konstruktiv ins Gespräch kommen kann. Foto: Mielke
Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, nannte die Denkschrift und einen Pfarrkonvent als „Auslöser“. Dort war ein „geistlicher Operationsplan Deutschland“ Thema – in einer Welt, in der militärische Konflikte zum geopolitischen „Grundrauschen“ geworden sind. Im Antonius Saal diskutierten Militärpfarrerin Hanna Lehnert (gelernte Augenoptikerin) und Ramona Wilke, stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Jugend Köln und Region. Dr. Bock und Citykirchenpfarrer Markus Herzberg moderierten. Aufgewachsen im Pfarrhaus, ging Lehnert nach dem Afghanistaneinsatz und dem Umgang mit traumatisierten Soldatenfamilien in die Militärseelsorge. Eine Kommilitonin sprach Soldaten das Recht auf Seelsorge ab – für Lehnert unvereinbar mit dem Neuen Testament. Heute begleitet die 45-Jährige Soldatenfamilien; Todesnachrichten und Trauerbegleitung gehören zu ihrem Alltag. „Die Soldaten haben dieselben Probleme wie zivile Menschen.“
Junge Menschen in der Wehrpflichtdebatte nicht vergessen
Zwei Fragen leiten Ramona Wilke (22, gelernte Bestatterin) in ihrem kirchlichen Engagement: „Was kann Kirche leisten?“ und „Wie könnte die Kirche der Zukunft aussehen?“ Der Wehrdienst belaste junge Menschen; die Beratung zur Kriegsdienstverweigerung nehme zu: „Das System wurde massiv hochgefahren.“ Wilke mahnte, „die Jugend nicht zu vergessen, die das am Ende alles ausbaden muss.“ Im Streitgespräch mit einer radikal pazifistischen Dame im Bibelkreis fragte Herzberg: „Was wäre, wenn die Alliierten Deutschland damals nicht befreit hätten?“ Lehnert sagte: „Es gibt keinen Soldaten, mit dem ich gesprochen habe, der gesagt hat: Ich möchte Krieg!“ Oft höre sie: „Ich tue meinen Dienst, weil ich diesem Land etwas zurückgeben möchte.“ Die Beratung sei ergebnisoffen; wichtig sei die Intention. Wilke bezweifelte, dass die Denkschrift jungen Menschen bei der Gewissensbildung helfe: „Diese Schrift ist nicht für Leute, die jetzt ihr Gewissen bilden. Sie ist so weit weg von der Realität junger Menschen!“ Die Kirchen müssten sich angesichts der „aggressiven Werbung“ der Bundeswehr positionieren, die junge Menschen zunehmend als Zielgruppe begreife. „Die Wahrscheinlichkeit, dass man nicht nur probt, ist sehr groß“, sagte sie. „Kriege auf der Welt gehören zu meiner Lebensrealität.“
Wehrdienst und gesellschaftliche Spaltung
Auf Herzbergs Frage nach einem möglichen Einsatz antwortete Wilke: „Ich mache das jetzt, damit es kein anderer machen muss!“ Sie kritisierte, dass es keinen gleichwertigen zivilen Ersatzdienst gebe und die Krise auf dem Rücken junger Menschen ausgetragen werde. Lehnert erinnerte daran, dass der Wehrdienst ausgesetzt, nicht abgeschafft sei: „Ich hoffe, dass auch der Zivildienst wieder aufgebaut wird.“ Beide Dienste böten Orientierung; Kirche und Militärseelsorge kooperierten, persönliche Kontakte seien wichtig: „Kennen die Gemeinden vor Ort die Soldatenfamilien, die bei ihnen wohnen?“, fragte Lehnert. Dr. Martin Bock betonte, die Idee vom „Staatsbürger/der Staatsbürgerin in Uniform“ gelte weiterhin. Herzberg verwies auf die gesellschaftliche Spaltung. Wilke beklagte, junge Menschen hätten keine Lobby und seien von Möglichkeiten oft überfordert. Lange Schultage ließen wenig Zeit für Hobbys; auch mangele es an Medienkompetenz. Bock verwies auf Eva von Redeckers Analyse einer neuen Form des Faschismus in „Dieser Drang nach Härte“. Lehnert fragte: „Was bedeutet der Bürger in Uniform?“ und hob Zivilcourage und Kameradschaft hervor. Viele Soldatinnen und Soldaten hätten Angst vor Pöbeleien. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir uns in der Vielfalt verlieren“, sagte sie; zugleich werde es schwieriger, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen.
Kirche als Ort für Frieden und Zuhören
Zum Schluss kamen die Teilnehmenden mit ihren Fragen und Anmerkungen zu Wort. Foto: Mielke
„Kirche muss relevant bleiben!“, forderte Wilke. Die Denkschrift solle eigene Fragen anregen: Was macht einen gerechten Frieden aus? Als einen von vier Aspekten nennt sie den Schutz vor Gewalt; die Aufzählung bricht in der Vorlage hier ab. Auf die Frage aus dem Publikum, was die Kirchen außer Beten für den Frieden tun, nannte Lehnert das „Hinausgehen zu den Menschen“ und niederschwellige Angebote. So könne sie „Friedensspuren sichtbar werden lassen“. Wilke sagte, die Bundeswehr sei noch immer sehr männlich und wenig divers: „Als queere Frau war da kein Platz für mich.“ Mittlerweile nehme sie mehr Offenheit wahr und die Frauenquote steige.
Zum Schluss ging es um Generationengerechtigkeit und einen Pflichtdienst für alle. „Warum muss alles an der Bezahlung hängen?“, fragte Lehnert. Wilke verwies darauf, dass 20 Prozent der jungen Menschen in Armut lebten: „Da sind die Angebote der Bundeswehr attraktiv!“ „Ich freue mich, dass Sie einander so gut zugehört haben“, sagte Dr. Bock. Ziel sei es gewesen, „Gesprächsräume zu schaffen“, denn: „Wenn wir die Dinge herunterschlucken, ergreifen die Falschen das Wort!“ Im Publikum ging es um Pazifismus. Deutlich wurde: Die Kirchen werden im Ringen um den Frieden gebraucht – auch als Orte des Zuhörens.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/Krieg-und-Frieden.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-05 22:00:002026-10-11 05:00:08Frieden im Gespräch: Kirche zwischen Kriegstüchtigkeit und Friedensfähigkeit
Vom 29. Oktober bis 24. November 2026 ist die Wanderausstellung #StolenMemory der Arolsen Archives in Köln zu sehen – mitten in der Innenstadt, direkt vor der Antoniterkirche auf der Schildergasse.
Die AntoniterCityKirche, die Melanchthon Akademie und die Arolsen Archives bringen die Ausstellung gemeinsam nach Köln. Im Mittelpunkt stehen persönliche Gegenstände von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Die Arolsen Archives bewahren diese sogenannten „Effekten“ auf und suchen nach den Familien der Menschen, denen sie einst gehörten. Ziel der Kampagne #StolenMemory ist es, die Gegenstände an ihre Angehörigen zurückzugeben.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Begleitprogramm flankiert. Es verbindet historische Aufarbeitung mit Fragen der Erinnerungskultur und Gegenwart und reicht von Film, Lesung und Gespräch über Gedenkveranstaltungen und Stolpersteinverlegung bis zu Workshops, Rundgängen und Angeboten für die Bildungsarbeit:
29.10.2026, 18:30 Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln Eröffnung der Ausstellung mit Vortrag und Gespräch
Die Evangelische Gemeinde Köln eröffnet am Donnerstag, 29. Oktober, 18.30 Uhr, im AntoniterQuartiers, Antonius Saal, Antoniterstraße 14–16, die Ausstellung #StolenMemory mit einem Vortrag und Gespräch. Mit dabei sind Citykirchenpfarrer Markus Herzberg von der Antoniterkirche, Dr. Stefan Hößl von der Melanchthon-Akademie, Dr. Anke Münster, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Arolsen Archives, und eine Vertretung der Stadt Köln. Fotografien, Uhren und Brieftaschen mussten Häftlinge bei ihrer Verhaftung und Einlieferung in Konzentrationslager abgeben. Einen Teil dieser Gegenstände bewahren die Arolsen Archives auf. Ziel der vor zehn Jahren gestarteten Initiative #StolenMemory ist es, diese persönlichen Besitztümer an die Familien der Opfer zurückzugeben. In einem Jahrzehnt konnten mehr als 1.100 Gegenstände übergeben werden. Der Vortrag zeichnet anhand ausgewählter Objekte die Entwicklung des Projekts nach und ordnet es in die Gegenwart ein. Dabei geht es auch um die Bedeutung der Rückgaben für die Familien sowie um das Zusammenspiel von historischer Aufarbeitung und bürgerschaftlichem Engagement. Im Anschluss an den Vortrag wird die Ausstellung zwischen der Antoniterkirche, Schildergasse 57, und dem Gebäude von Peek und Cloppenburg eröffnet. Anschließend besteht Gelegenheit zum Besuch und zum Austausch. www.antonitercitykirche.de
02.11.2026, 18:30 Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln AntoniterAbend: „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“
Seine größte Angst war das Vergessen: Der Dokumentarfilm „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ wird am Montag, 2. November, 18.30 Uhr, im AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14–16, gezeigt. Albrecht Weinberg überlebte den Holocaust und kehrte nach 60 Jahren im amerikanischen Exil nach Ostfriesland zurück. In Leer fand er an der Seite von Gerda Dänekas einen Neuanfang. Die einstige Pflegerin wurde seine Freundin, Mitbewohnerin und Wegbegleiterin. Gemeinsam besuchten sie Schulen und Bildungseinrichtungen, um von Weinbergs Erfahrungen zu erzählen. Der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2026 von Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel zeigt einen Menschen, der das Grauen in sich trägt und sich dennoch Vertrauen, Offenheit und Neugier bewahrt. Gerda Dänekas, die Weinberg bis zu seinem Tod im Mai dieses Jahres begleitete, spricht anschließend mit Pfarrer Markus Herzberg über den Film. Der AntoniterAbend findet im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung „#stolen memory“ statt. www.antonitercitykirche.de
04.11.2026, 18:30 Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln TheoLogisch: „Warum habt ihr geschwiegen? – Kirche und Judenfrage im Nationalsozialismus“
Pfarrerin Nicola Thomas-Landgrebe, Doktor Richard Janus und Pfarrer Mathias Bonhoeffer lesen am Mittwoch, 4. November, 18.30 Uhr, im AntoniterQuartier, Antonius Saal, Antoniterstraße 14–16, in der Reihe TheoLogisch aus historischen Texten und sprechen über die Kirche und die Judenfrage zurzeit des Nationalsozialismus. Pfarrer Markus Herzberg moderiert die Veranstaltung. Im Mittelpunkt steht die Berliner Lehrerin Elisabeth Schmitz, die sich vergeblich dafür einsetzte, dass die Bekennende Kirche jüdische Menschen unterstützt. Die Lesung lässt Originalstimmen aus der Zeit zu Wort kommen und gibt Einblick in den Umgang kirchlicher Gruppen mit jüdischen Einflüssen und Verfolgung. Der Abend gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung #StolenMemory. www.antonitercitykirche.de
09.11.2026, 11:00 Melanchthon-Akademie
Löwenbrunnen am Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstraße 26, 50667 Köln Gedenken an die Novemberpogrome 1938
Die Melanchthon-Akademie und das Evangelische Schulreferat Köln laden am Montag, 9. November, 11 Uhr, zu einer Gedenkstunde für die deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen aus Köln am Löwenbrunnen des Lern- und Gedenkorts Jawne, Albertusstraße 26, ein. Auf dem Rand des Brunnens stehen rund 1.160 Namen. Der Löwenbrunnen erinnert an die Geschichte des jüdischen Lebens am heutigen Erich-Klibansky-Platz, wo sich von 1884 bis 1942 unter anderem das Jüdische Gymnasium Jawne befand. Schülerinnen- und Schülergruppen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, der Stadt Köln und der Synagogengemeinden gestalten die Gedenkstunde gemeinsam. www.melanchthon-akademie.de
09.11.2026, 18:00 Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln Gottesdienst gegen das Vergessen am Jahrestag der Pogromnacht
Ein Gedenkgottesdienst gegen das Vergessen findet am Montag, 9. November, 18 Uhr, in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, mit Pfarrer Doktor Martin Bock, Prädikant Martin Weiler, Rupert Gillett am Violoncello und Kirchenmusikdirektor Johannes Quack an der Orgel statt. Der Gottesdienst erinnert an die Pogromnacht vom 9. November 1938, die in der Schoah mündete und an den zunehmenden Antisemitismus. Zugleich nimmt die Evangelische Gemeinde Köln kritisch die Rolle der Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus in den Blick. In der Antoniterkirche hatten damals die sogenannten Deutschen Christen das Sagen, die die Ausgrenzung jüdischer Menschen begrüßten. Der Gedenkgottesdienst gibt der Trauer und Bestürzung über die damaligen Geschehnisse Raum und richtet den Blick zugleich auf die Verantwortung der Gegenwart. Das Gedenken steht unter dem hebräischen Namen „Sachor“, was „Gedenke!“ bedeutet. www.antonitercitykirche.de
17.11.2026, 16:30 [ONLINE] Melanchthon-Akademie
Internet Online-Seminar zu Angeboten für Schülerinnen und Schüler
Die Arolsen Archives geben am Dienstag, 17. November, 16.30 Uhr, in einem Seminar per Zoom Einblick in ihre Bildungsmöglichkeiten. Gina Wiedemann aus der Öffentlichkeitsarbeit und Doktor Stefan Boberg aus dem Bildungsbereich stellen Angebote für Schülerinnen und Schüler vor. Dazu gehören Projekte, an denen sie aktiv mitwirken können, sowie die Auseinandersetzung mit künstlich erzeugten Bildern zur Shoah. Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei. Eine verbindliche Anmeldung bis Dienstag, 10. November, unter www.reli-koeln.de/anmeldung ist erforderlich. www.melanchthon-akademie.de
16.11.2026, 15:00 Melanchthon-Akademie
Bücherschrank auf dem Rathenauplatz Stolpersteine rund um die Synagoge Roonstraße: Rundgang mit Journalistin Petra Pluwatsch
Die Melanchthon-Akademie lädt am Montag, 16. November, 15 Uhr, zu einem Rundgang mit der Journalistin und Autorin Petra Pluwatsch zu ausgewählten Stolpersteinen rund um die Synagoge Roonstraße ein. Anhand der im Boden verlegten Gedenksteine werden Lebenswege von Menschen vorgestellt, die dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Die Schicksale reichen von der Flucht in die Vereinigten Staaten bis zur Deportation in Vernichtungslager. Der Künstler Gunter Demnig erinnert mit seiner Aktion „Stolpersteine“ an Menschen, die dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind. Sie ist ein dezentrales Mahnmal, das seit 1996 in vielen Ländern und Städten wächst, auch in Köln. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Schulreferat der Evangelischen Kirche Köln und Region statt. Die Teilnahme kostet 5 Euro. Um Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder unter Telefon 0221/9318030 wird gebeten. www.melanchthon-akademie.de
16.11.2026, 18:00 Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln Lesbisches jüdisches Leben: Lilli Wolff. Lesung und Nachfahrengespräch mit Lilli Wolffs Sohn Klaus Driessen
Klaus Driessen, Sohn von Lilli Wolff, ist am Montag, 16. November, 18 Uhr, im AntoniterQuartier, Antonius Saal, Antoniterstraße 14–16, Gesprächspartner bei einer Lesung und einem Nachfahrengespräch über die jüdische und lesbische Kölner Modedesignerin. Pfarrerin Dorothee Schaper, Studienleiterin an der Melanchthon-Akademie, liest Texte von Lilli Wolff. Lena Knops von #ZumFeindGemacht moderiert die Veranstaltung. Initiiert und organisiert hat die Veranstaltung Steph Luan Can Zeiler. Der Eintritt ist frei. www.antonitercitykirche.de
19.11.2026, 18:00 Melanchthon-Akademie
Antoniter Citykirchenzentrum, Antoniterstr. 14-16 „Antisemitismus – eine aktuelle und reale Gefahr!“
Die Melanchthon-Akademie lädt am Donnerstag, 19. November, 18 bis 21.30 Uhr, zu einem Workshop mit Stefan Hößl zum Thema „Antisemitismus – eine aktuelle und reale Gefahr!“ in das Citykirchenzentrum AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14–16, ein. Die Teilnehmenden setzen sich mit dem Phänomen Antisemitismus und seinen Auswirkungen auf Jüdinnen und Juden sowie auf die Demokratie auseinander. Anhand von Erzählungen junger Jüdinnen und Juden über eigene Erfahrungen werden solidarische Positionierungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten gegen Antisemitismus entwickelt. Der Workshop richtet sich an Erwachsene, ist für Einsteigerinnen und Einsteiger geeignet und bietet Raum für Gespräche, Fragen und Diskussionen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich. Die Teilnehmendenzahl ist auf 12 Personen beschränkt. www.melanchthon-akademie.de
23.11.2026, 19:00 Melanchthon-Akademie
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln Buchvorstellung. „Helmuth James von Moltke – oder: Wie man den Mut zum Widerstand findet“
Die Melanchthon-Akademie lädt am Montag, 23. November, 19 Uhr, zur Vorstellung des Buchs „Helmuth James von Moltke – oder: Wie man den Mut zum Widerstand findet“ und zum Gespräch mit dem Autor Dr. Volker Ullrich ins AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14–16, ein. Ullrich stellt den Kopf des Kreisauer Kreises vor, der zum kompromisslosen Gegner des Nationalsozialismus wurde. Mit dem Kreisauer Kreis entwickelte Helmuth James von Moltke Konzepte für eine Neuordnung nach dem Ende der Diktatur. Vor dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und später zum Tode verurteilt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Freya von Moltke, der AntoniterCityKirche und dem Verein EL-DE-Haus statt. Veranstaltungspartner ist der C. H. Beck Verlag. Unterstützt wird der Abend von der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau. Die Teilnahme kostet 5 Euro. Eine Anmeldung ist möglich per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder unter Telefon 0221/9318030. www.melanchthon-akademie.de
24.11.2026, 11:00 Melanchthon-Akademie
Alte Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen Spuren.Suche – Exkursion zur Ausstellung HOLO-VOICES und in die Alte Synagoge
Die Melanchthon Akademie veranstaltet am Dienstag, 24. November, 11 Uhr bis 15.30 Uhr, eine Exkursion zur Alten Synagoge und zur Ausstellung HOLO-VOICES in Essen. Treffpunkt ist die Alte Synagoge, Edmund-Körner-Platz 1. Auf dem Programm steht zunächst eine Überblicksführung durch die Alte Synagoge. Nach einer selbst gestaltbaren Mittagspause geht es um 14 Uhr zur Ausstellung auf der Zeche Zollverein. HOLO-VOICES nutzt Hologrammtechnik und künstliche Intelligenz, damit Besucherinnen und Besucher Fragen stellen und aufgezeichnete Antworten von Überlebenden hören können. Bei der Veranstaltung kooperiert die Melanchthon-Akademie mit der Germania Judaica – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e. V. An- und Abreise sind individuell zu planen. Eine gemeinsame Anreise kann nach Bekanntgabe der Abfahrtszeiten abgestimmt werden. Die Teilnahme kostet 12 Euro. Eine Anmeldung unter www.melanchthon-akademie.de/programm oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
Banner Kalender #lostmemory7
Banner Kalender #lostmemory9
Banner Kalender #lostmemory8
Banner Kalender #lostmemory2
Banner Kalender #lostmemory6
Banner Kalender #lostmemory5
Banner Kalender #lostmemory4
Banner Kalender #lostmemory3
Banner Kalender #lostmemory
Banner Kalender #lostmemory12
Banner Kalender #lostmemory11
Banner Kalender #lostmemory10
Text: APK Foto(s): ACK, Holo-Voices/TU Dortmund, C.H. Beck Verlag, Arolsen Archives, Archiv Ev. Gemeinde Köln, mindjazz pictures, Christoph Seelbach, Achim Bednorz, Dallas Holocaust and Human Rights Museum, Rimond Spekking, Anders J@aj5photos
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/10/Banner-Kalender-lostmemory5-e1790753982809.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-10-05 22:00:002026-10-06 07:00:06#StolenMemory vor der Antoniterkirche: Ausstellung und Begleitprogramm gegen das Vergessen