Heute ist es so weit: In Volberg bei Rösrath können Paare sich ganz unkompliziert kirchlich trauen oder segnen lassen. Unter dem Motto „Einfach heiraten“ sind Verliebte, Ehepaare und Jubelpaare eingeladen, ihre Liebe in einem feierlichen Rahmen unter Gottes Segen zu stellen.
Wer sich erst kurzfristig entscheidet, ist ebenfalls willkommen. Eine spontane Teilnahme ist möglich. Pfarrerinnen und Pfarrer nehmen sich Zeit für jedes Paar und gestalten eine persönliche Zeremonie – ganz ohne lange Vorbereitung.
Die Aktion findet heute in der Kirche in Volberg statt. Ob frisch verliebt, standesamtlich verheiratet oder nach vielen gemeinsamen Jahren: Alle Paare sind herzlich eingeladen, ihre Verbundenheit zu feiern und sich segnen zu lassen.
Ob frisch verliebt, seit vielen Jahren verheiratet oder irgendwo dazwischen: Morgen haben Paare die Möglichkeit, ihre Liebe in einem besonderen Rahmen unter Gottes Segen zu stellen. Das Segensbüro Hätzjeföhl lädt zur Aktion „Einfach heiraten“ in die evangelische Kirche Volberg bei Rösrath ein.
Das Angebot richtet sich an alle Paare, die sich einen persönlichen und unkomplizierten Moment wünschen – ohne lange Vorbereitungen oder aufwendige Planung. Wer sich segnen lassen möchte, kann spontan vorbeikommen oder sich vorab anmelden. Für eine kirchliche Trauung gilt: Das Paar muss standesamtlich verheiratet sein und mindestens eine Person der evangelischen Kirche angehören. Für eine Segnung gibt es keine formalen Voraussetzungen.
Mit der Kirche in Volberg wurde bewusst ein Ort gewählt, der Ruhe und eine besondere Atmosphäre ausstrahlt. Das historische Dorfkirchlein, eingebettet in die Landschaft des Rheinisch-Bergischen Kreises, bietet den passenden Rahmen für einen Tag, an dem die Liebe im Mittelpunkt steht.
Das Segensbüro Hätzjeföhl möchte mit „Einfach heiraten“ Menschen ansprechen, die ihrer Beziehung einen besonderen Moment schenken möchten – unabhängig davon, ob sie ihre Partnerschaft gerade erst beginnen, ein Ehejubiläum feiern oder sich bewusst für eine kleine, persönliche Feier entscheiden. Im Mittelpunkt stehen die Begegnung, das persönliche Gespräch und Gottes Segen für den gemeinsamen Lebensweg.
„Einfach heiraten“ findet morgen ganztägig in der evangelischen Kirche Volberg bei Rösrath statt. Weitere Informationen gibt es unter www.haetzjefoehl.de.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/12/3.jpg7201280https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-07-09 22:00:002026-07-11 15:10:04Morgen: „Einfach heiraten“ lädt Paare nach Volberg ein
Am Kölner Christopher Street Day (CSD) beteiligten sich auch die Evangelische Kirche und Diakonie Köln und Region mit einer riesigen Fußgruppe und eigenem Wagen an der Parade durch die Innenstadt. Sie setzten im Verbund mit den geschätzt insgesamt rund 1,5 Millionen Teilnehmenden sowie Menschen am Zugrand ein starkes Zeichen für Menschenrechte, Vielfalt und gelebte Nächstenliebe.
Pfarrerin Janneke Botta und Pfarrer Tim Lahr predigten.
Auf das Pride-Wochenende hatte die Queere Kirche Köln schon zwei Tage zuvor eingestimmt. Sie lud die Community, Allies (Verbündete) und weitere Interessierte in die St. Johannes-Kirche in Köln-Deutz zu einem queeren Gottesdienst ein. Überraschungen inbegriffen. Am Schluss erteilte Pfarrer Tim Lahr einem verheirateten Paar den kirchlichen Segen. „Der Segen gehört allen Menschen in allen Lebens- und Liebesformen“, so der Geistliche. Begeistern konnten die zahlreichen musikalischen Darbietungen. Die Ludi überzeugte abermals mit charismatischer Stimme und individuellem Ausdruck. Ebenso Beifallsstürme erhielt der Queere Kirchen-Chor unter Leitung von Hannah-Marie Böß.
„Happy Pride, schön, dass ihr da seid“, begrüßte Tim Lahr die vielen Besuchenden. Die große Resonanz sei für ihn wie Weihnachten und Ostern zusammen. „Die Ehrengäste sitzen alle auf ihren Plätzen“, stellte er fest. Im Verlauf wurde klar, dass sämtliche Sitzgelegenheiten als Ehrenplätze ausgewiesen waren. Selbst der mit goldener Folie geschmückte Sessel vor dem Altar. Dort sollte sich etwas später ein 16-jähriger Darsteller innerhalb einer beeindruckenden Tanzperformance kurz niederlassen. Das Thema Ehrenplatz zog sich durch den gesamten Abend, der geprägt war insbesondere von Freude, Ermutigung und Zusage. Ebenso von kritischen Blicken auf das, was noch nicht erreicht ist.
„Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, die die Vielfalt nicht nur erschafft, sondern die die Vielfalt liebt. Im Namen Jesu, der Grenzen überschreitet, der Menschen in die Mitte holt und denen Würde zuspricht, denen sie abgesprochen wird“, so Pfarrerin Janneke Botta.
In einem Gebet klagte stellvertretend Tim Lahr Gott, „dass Menschen schon bei unserer Geburt entscheiden, wer wir sein sollen. Rosa oder blau, stark oder sanft, laut oder leise, als wäre ein Mensch so einfach.“ Es wurde Gott vorgebracht, dass wir Schubladen bauten, statt Türen zu öffnen. Und „dass so viele Menschen jahrelang glauben mussten, mit ihnen stimme etwas nicht, nur weil sie nicht in die Erwartungen anderer passten, weil andere gesagt haben, wer sie sein sollen“. Selbst seine Kirche habe oft mehr auf Rollenbilder als auf Menschen geschaut, habe Normen verteidigt, wo sie Freiheit hätte verkündigen sollen.
Wie in den Vorjahren fügten Janneke Botta und Tim Lahr ihre jeweilige Perspektive zu einer Predigt. Im ersten Abschnitt nahm Tim Lahr die Gemeinde auf einen gedanklichen Spaziergang zu Räumen und Orten mit. „Vielleicht warst du selbst schon einmal dort, vielleicht kennst du sie. Vielleicht bist du bereit, sie mit den Augen anderer zu sehen“, lud er ein. Prägnant formulierend gelang es ihm, nicht nur bestimmte Orte, sondern auch Situationen und Gefühle rasch nachvollziehbar zu machen. So führte er zu einem Schulhof, auf dem ein Kind zwar mitlacht, aber das „längst verstanden hat, dass manche Wörter gefährlich sind: Schwuchtel, Lesbe, Transe, so ein Mädchen, so ein Junge. Vielleicht weiß das Kind noch gar nicht, wen es einmal lieben wird.“
Tanzperformance eines 16-jährigen Künstlers.
Am Esstisch einer Familie redeten alle durcheinander. „Und mittendrin sitzt ein Mensch, der einen Satz schon hundert mal im Kopf geübt hat: Ich muss euch etwas sagen. Doch der Satz bleibt wieder unausgesprochen. Weil niemand weiß, was danach passiert“, sagte Tim Lahr. In der Umkleide eines Schwimmbades stellte er die für manche „jedes Mal dieselbe Frage: Welche Tür ist heute sicher, wo werde ich angestarrt, wo muss ich mich erklären?“ Und kommentierte: „Wie anstrengend muss das sein, jeden neuen Ort erst danach zu beurteilen, ob man dort einfach existieren darf.“ Weiter ging es auf die belebten Kölner Ringe, wo sich zwei Hände voneinander lösten, um schiefen Blicken und Kommentaren beim Händchenhalten zu entgehen. „Plötzlich wird aus einer ganz normalen Geste eine Mutprobe.“
„Gott sagt, du gehörst nicht auf den Quotenplatz, dir gebührt ein Ehrenplatz“
Das alte Gemäuer, eine Kirche, müsse laut Tim Lahr eigentlich der einfachste Ort sein. „Der Ort, an dem niemand Angst haben muss. Und doch haben viele queere Menschen genau hier gelernt, sich kleiner zu machen, leiser, unsichtbarer, nicht zu ehrlich, nicht zu verliebt, nicht zu sehr sie selbst.“ Schließlich führte Tim Lahr zum CSD. „Vielleicht denken manche: endlich ein Ort, an dem niemand fragt, an dem ich mich nicht kleiner machen, an dem ich mich nicht erklären muss, warum ich hier bin.“
In ihrem Predigtabschnitt absolvierte Janneke Botta ihrerseits den zuvor von Tim Lahr beschrittenen Weg nochmal – und zwar gemeinsam mit Gott. „Und Gott schaut auf diesen Schulhof und sieht dich, und Gott hört die Worte, die dich verletzen und flüstert dir zu: Ihre Worte sind schwächer als mein Versprechen. Du darfst dich ausruhen, du darfst Kleider tragen, auf Bäume klettern, erste Küsse schmecken. Dieser Ort ist auch dein Ort. Du darfst hier deinen Platz finden. Ich habe dir hier einen Ehrenplatz gegeben.“
Janneke Botta führte aus, dass Gott uns zuspricht – ob auf dem Schulhof, in der Nacht auf den Ringen, in der Straßenbahn. Und auch auf dem Rückweg in der Kirche. „Das Haus von diesem Gott, die dir zuflüstert, dir die Hand hält, sich um deine Schultern legt, dir Menschen an die Seite stellt. Und diesem Gott, der sagt, dir gehört der Ehrenplatz.“ Gott träume davon schon lange, „dass du hier in der Kirche im Sommer nichts überziehen musst, um hereinzukommen, dass dieser Ort dir und deinem Glauben in seiner Größe Raum gibt. Dass hier deine Sorgen ernst genommen werden und du getröstet wirst.“
Und vielleicht sei es in diesen Tagen so, wie Gott es sich gedacht habe: „Dass wir Queers einen festen Platz haben in dieser Welt. Dass wir in Würde getauft sind, die uns niemand absprechen kann. Dass wir stolz auf uns sein dürfen. Auf uns und unsere Liebe, auf unsere Identität, auf unsere Körper, unsere Lust und unsere Kämpfe – und Gott sagt, du gehörst nicht auf den Quotenplatz, dir gebührt ein Ehrenplatz.“
Schließlich bat Janneke Botta, sich an den Moment der Platzsuche beim Eintreten zu erinnern. „Vielleicht habt ihr kurz gezuckt, bevor ihr euch auf den Stuhl oder die Bank gesetzt habt, weil da dieses Schild war: Ehrenplatz. Den sprechen wir uns ja selber nicht zu.“ Aber Gott sage: „Genau das ist dein Platz. Hier kannst du kurz zur Ruhe kommen.“ Und Gott verspreche, dass das nicht nur heute und hier im CSD-Gottesdienst gelte, „sondern dieses Recht steht dir überall zu“.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/07/DSC_1353.3x2.-Die-Ludi-singt-unter-Schirmen-Queerer-Gottesdienst-in-der-St.-Johannes-Kirche-zum-CSD-Koeln-2026.-c-E.-Broich-e1783501230428.jpg14082500https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-07-08 22:02:002026-07-11 15:10:04„Der Segen gehört allen Menschen“ – Queerer Gottesdienst zum CSD in der St. Johannes-Kirche
„Happy Pride!“ – dieser Gruß war am Sonntag in ganz Köln zu hören. Auch die Evangelische Kirche Köln und Region und die Diakonie Köln und Region waren wieder mit einer großen Fußgruppe und einem eigenen Wagen beim Christopher Street Day dabei. Gemeinsam mit vielen Engagierten, dem queeren Kirchenchor, einem Awareness-Team und Rikschas für mehr Teilhabe haben sie ein sichtbares Zeichen für Menschenwürde, Vielfalt und eine offene Gesellschaft gesetzt.
Von ein paar Regentropfen ließ sich niemand aufhalten: Die Stimmung war ausgelassen, die Straßen voller Regenbogenfarben und die Botschaft klar – Vielfalt gehört in die Mitte unserer Gesellschaft. Die Teilnehmenden demonstrierten nach Angaben des veranstaltenden Vereins Cologne Pride „friedlich, aber laut für die Rechte und Anliegen der queeren Community“.
Bereits vor dem CSD konnten sich Besuchende beim Pride Blessing in der St. Johannes-Kirche persönlich segnen lassen – mit guten Worten, offenen Armen und jeder Menge Glitzer. Denn Gottes Segen kennt keine Grenzen. Er gilt allen Menschen – genauso, wie sie sind.
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Vor der bunten Parade zum Christopher-Street-Day (CSD) am ersten Juli-Sonntag feiert die queere Community und Unterstützende am Vorabend traditionell eine Evangelische Messe in der AntoniterCityKirche. Der ökumenische Gottesdienst mit Abendmahl und vielen musikalischen Beiträgen würdigte zentral die Liebe Gottes und die von ihm geschenkte Unterschiedlichkeit der Menschen. „Bitte nehmt Platz“, begrüßte Citykirchenpfarrer Markus Herzberg im dicht besetzten Gotteshaus in der Schildergasse – und erntete mit dem nachgeschobenen „wenn ihr könnt“ den ersten von zahlreichen Lachern. Er würde gerne sagen, CSD-Parade und -Gottesdienst „brauchen wir nicht mehr, weil es normal ist, dass wir als Menschen in Vielfalt miteinander leben“. Doch der Idealzustand sei noch nicht erreicht, schilderte der Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Gemeinde Köln beispielhaft eine Begebenheit vor wenigen Stunden: Eine Kirchenbesucherin hatte schreiend und unflätig auf die kleine Regenbogenfahne an der Orgelempore reagiert.
„Wir merken, dass die Luft auch in unserem toleranten Land an manchen Stellen dünner und hitziger wird“, stellte Herzberg fest. Wir bräuchten solche Tage ganz bewusst. Nicht nur um Party zu machen, sondern insbesondere um ganz bestimmt zu zeigen, „wofür wir stehen und dass wir für eine vielfältige Welt eintreten wollen“. Es sei schön, „dass ihr alle da seid und wir gemeinsam Gottesdienst feiern, um uns Kraft und Stärke zu holen, um in dieser Welt zu bestehen und für Vielfalt auch in unserer Gesellschaft zu kämpfen“.
„Liebe ist stark wie der Tod, viele Wasser mögen sie nicht auszulöschen“
In seiner Predigt ging Herzberg zunächst auf die gehörten zwei Texte aus dem Hohelied und dem Johannesevangelium ein: „Beide sprechen sehr deutlich von der Liebe.“ Der eine sei jahrtausende alte Liebespoesie aus der hebräischen Bibel, sinnlich und ungeschönt: „Liebe ist stark wie der Tod, viele Wasser mögen sie nicht auszulöschen.“ Der andere sei Jesus selbst, der zu den Seinen sage, „bleibt in meiner Liebe“. Zwischen diesen beiden Texten liege die ganze Spannweite, was Liebe sei, nannte Herzberg Leidenschaft und Treue, Begehren und Bleiben, Körper und Bündnis.
Citykirchenpfarrer Markus Herzberg und der alt-katholische Pfarrer Jürgen Wenge
Das Hohelied charakterisierte er als ein Liebesgedicht über zwei Menschen, die sich begehren und die voneinander nicht lassen: „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm.“ Das sei keine fromme Metapher, sondern ein Mensch, der einem anderen Menschen sage, „ich will zu dir gehören – und zwar sichtbar, unübersehbar und für immer“.
Für die Sichtbarkeit von jeglicher Liebe hätten schon so lange Menschen vor uns gekämpft – und dafür kämpften wir ebenso heute. „Auch für die Sichtbarkeit von Liebe, die vielleicht anders ist, als das, was der Mainstream in Formen pressen will.“ Die Kirche habe sich mit dem Hohelied lange schwer getan und es als Bild erklärt nur für die Liebe Christi zu seiner Kirche. Damit habe man die unbequeme Erotik aus der Bibel weg interpretiert. „Genau diese Kirche, die ihrem eigenen heiligen Text die Leidenschaft austreiben wollte, hat über Jahrhunderte zugleich erklärt, welche Liebe zwischen welchen Menschen erlaubt sei und welche nicht. Dabei steht es längst in der Bibel selbst: ,Liebe ist stark wie der Tod.’“, so der Prediger.
Jesus habe die Hierarchie zwischen ihm und den Seinen aufgehoben, sie nicht mehr Knechte, sondern Freundinnen und Freunde genannt und an dieser Stelle ein Wort gesetzt: „Bleibt in meiner Liebe.“ Er habe also nicht von Gehorsam gesprochen, sondern gebeten, bei ihm zu bleiben, „beieinander in der Liebe, die ich euch vorgelebt habe“, erklärte Herzberg.
Er zitierte aus einem Buch der englischen Schriftstellerin Dorothy Leigh Sayers (1893-1957) über die Menschwerdung Jesu und seine Rolle gegenüber Frauen. Gemäß Sayers habe er weder an Frauen herumnörgelt, noch ihnen geschmeichelt. Er habe Frauen ohne Herablassung gelobt, ihre Fragen und Argumente ernst genommen, ihnen niemals ihren Bereich vorgeschrieben, sie niemals gedrängt, fraulich zu sein und sie niemals wegen ihrer Weiblichkeit verspottet.
Die Mitwirkenden (v.l.): Olaf Sion (alt-katholischer Priester im Ehrenamt), römisch-katholischer Pfarrer Bernd Mönkebüscher, Pfarrer Jürgen Wenge (Alt-Katholische Pfarrgemeinde Köln und deren Diaspora), Citykirchenpfarrer Markus Herzberg (Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Gemeinde Köln), Louisa Noack (Leitung Evangelische Kircheneintritts- und Informationsstelle Köln & Region), Antje Zupp (Prädikantin, Presbyterin der Evangelischen Gemeinde Köln), Ekki, Thomas Gruner (theologischer Referent des Kölner Stadtdechanten), Birgit Bungarten und Martin Heinze von rubicon Köln.
Sayers schreibe über den bemerkenswerten Umgang von Jesus mit Menschen, sprach Herzberg. „Er drängte sie nicht in ein Schema von dem, was eine Frau damals vermeintlich zu sein hatte. Sondern er behandelt sie als das, was sie sind, Menschen, mit denen er in Kontakt tritt.“ Daran merkten wir sehr schön, dass Jesus Menschen nicht in Muster hineinzwinge. „Er packt Menschen nicht in die Schubladen, die die jeweilige Zeit für sie vorgesehen hatte. Er sieht einen Menschen, bevor er eine Kategorie sieht, weil er jeden Menschen in Liebe betrachtet.“ Genau darin erkennt Herzberg „die Brücke zu uns heute“.
„Eine Kirche, die jahrhundertelang ,genau‘ wusste, wer in welche Schublade gehört und welche Liebe gesegnet werden darf und welche nicht, beruft sich dabei groteskerweise nicht selten auf einen Jesus, der aber genau das Gegenteil getan hat“, blickte der Pfarrer in die Gegenwart. Da Jesus Menschen nicht nach Kategorien behandelt habe, dürften wir das auch nicht, betonte er. „Jesus hat Menschen angesehen, er hat sie gefragt, er hat sie ernst genommen und er hat eins als Allererstes getan: er hat sie geliebt.“
„Wenn wir also heute hier sitzen als Menschen, die lieben wie sie lieben, und als Kirche, die das feiert, statt zu verurteilen, dann stehen wir nicht gegen diesen Jesus“, sagte Herzberg. „Sondern dann sind wir näher dran, als jemals zuvor. Auch wenn die Kirche das nicht immer zugeben wird.“ Herzberg glaubt ganz fest daran, dass Gott am Ende unseres irdischen Daseins nicht danach frage, welchen Beruf man ausgeübt, welches Geschlecht man geliebt oder in welche Schublade man als Mensch gehört habe. „Gott wird eine Frage stellen, die Frage unseres Lebens: Hast du geliebt?“ Das hofft Herzberg zumindest. „Mehr braucht man sich eigentlich nicht fragen: Wenn du liebst, wirst du ein Leben führen, was richtig ist.“ Dazu passend zitierte der Pfarrer den Kirchenvater Augustinus: „Liebe und dann tu, was du willst.“ Das sage alles, was christliche Religion meine. Wenn alle Religionen dieser Erde diesen Satz für wahr nähmen, sei diese Welt eine andere.
Mitreißend und emotional gerieten die musikalische Beiträge vom Eingangslied „Pilger sind wir Menschen“ über „Do bes der Här“ zur Melodie von „Do bes die Stadt“ bis zum Schlusslied „Er gehört zu mir“. Verantwortlich zeichneten dafür die von Michael Lauscher geleiteten „FlashMöpse“, der Shanty-Chor der StattGarde Colonia Ahoj e.V. unter Leitung von Michael Busch und Alexander Schumacher sowie Roland Steinfeld an der Orgel – und nicht zuletzt die zahlreich einstimmenden Besuchenden.
Die Kollekte floss dem rubicon e.V. in Köln zu für sein ehrenamtliches Besuchsangebot „Begegnung unterm Regenbogen“ für LSBT*I*Q-Personen ab 50+. Insgesamt bietet der Verein „Beratung, Gesundheitsförderung und Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queer lebende Menschen und Gruppen“ an.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/07/DSC_1177.Antoniterkirche.-Pfarrer-Markus-Herzberg-predigt-im-CSD-Gottesdienst-.4.Juli-2026.-c-E.-Broich-scaled-e1783499036947.jpg14422560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-07-08 22:00:002026-07-11 15:10:04Klare Botschaft vor der CSD-Parade in der AntoniterCityKirche: Liebe kennt keine Schubladen
Unsere Wochentipps spiegeln wieder einmal, wie vielfältig evangelisches Leben im Sommer sein kann. Kölner Klostergärten und Kirchen werden zu Orten des Aufbruchs – für Musik, Erinnerung, Gemeinschaft und Feier. Eine historische Ausstellung in Deutz erzählt von queeren Lebensgeschichten im Nationalsozialismus, während im Grünen vor Rösrath Paare jeden Hintergrunds ihren Segen empfangen können. Der Kölner Sommer zeigt sich von seiner geselligen Seite: beim Kochen und Chillen im After-Office-Format, beim Sommerfest mit Graffiti und Livemusik in Wesseling und beim Soundgarden-Festival, das jungen Musikerinnen eine besondere Bühne unter freiem Himmel gibt. Wer die Woche ausklingen lassen möchte, findet im Martin-Luther-Haus ein Benefizkonzert der Extraklasse – mit einem Pianisten, dessen Biografie so außergewöhnlich ist wie sein Programm.
Veggie-Burger kochen, Beats genießen – After-Office im Kölner Sommer
Brutzeln, Schnippeln und Austauschen bei chilligen Klängen steht am Donnerstag, 9. Juli, 18 bis 21 Uhr, im Casino des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Kartäusergasse 9–11, auf dem Programm. Im Rahmen der Sommernächte in der Reihe „Junger Campus“ und in Kooperation mit dem Ernährungsrat der Stadt Köln veranstaltet die Evangelische Familienbildungsstätte Köln eine Veggie-Burger-Kochsession. Anschließend wird auf der begrünten Terrasse gemeinsam gegessen und das After-Office-Event entspannt ausklingen gelassen. Die Teilnahme kostet 15 Euro, inklusive aller Lebensmittel und Getränke. Eine Anmeldung unter www.fbs-koeln.org ist erforderlich. www.fbs-koeln.org
„gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945″
Ausstellung in der St. Johannes-Kirche Köln-Deutz
Die Ausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945″ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist ab Samstag, 4. Juli, bis Sonntag, 16. August, in der St. Johannes-Kirche, Tempelstraße 31, in Köln-Deutz zu sehen. Eröffnet wird sie mit einer Vernissage am Donnerstag, 9. Juli, 18.30 Uhr, zu der Pfarrer Tim Lahr, Leiter der Queeren Kirche Köln, einlädt. Die historisch-dokumentarische Wanderausstellung, die bereits im Deutschen Bundestag gezeigt wurde, zeichnet anhand von Dokumenten, Fotografien und persönlichen Biografien die Lebensgeschichten queerer Menschen im Nationalsozialismus nach – darunter auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung gliedert sich in fünf Themeninseln: Sie thematisiert die Zerstörung queerer Infrastrukturen, die Ausgrenzung aus der sogenannten Volksgemeinschaft und die Praktiken der Verfolgung, aber auch Wege der Selbstbehauptung und des Eigensinns. Weitere Schwerpunkte sind Haftgründe und Haftorte sowie die Situation queerer Menschen nach 1945 – zwischen Weiterverfolgung und emanzipatorischen Handlungsräumen. Die Ausstellung erzählt damit keineswegs nur Verfolgungsgeschichten, sondern gibt auch Einblick in widerständige Lebenswege in einer widrigen Lebensrealität. Der Eintritt ist frei. www.evangelisch-deutzpoll.de
Hochzeit im Grünen – Pop-up-Hochzeit in Rösrath
Das Hätzjeföhl-Segensbüro segnet Paare in der Kirche und im Freien
Paare, die ihre Beziehung segnen lassen möchten, sind am Samstag, 11. Juli, ab 10 Uhr, an der Volberger Kirche, Volberg 1, willkommen. Das Segensbüro „Hätzjeföhl“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region richtet dort eine Pop-up-Hochzeit aus: Rund ein Dutzend segnende Personen stehen bereit, um Paaren in persönlichen kleinen Ritualen den Segen zuzusprechen – ob in der Kirche, draußen im Grünen, an einem stillen Ort oder mitten im Dorf. Auch die Musik ist frei wählbar: Stehgeiger, Gitarre oder Orgel. Ob heterosexuell oder queer, ob standesamtlich verheiratet oder nicht – alle Paare sind willkommen, denn niemand soll aus formalen Gründen auf einen Segen verzichten müssen. Vor der Segnung gibt es ein Kennenlerngespräch, danach ein Glas Sekt und ein Hochzeitsfoto. Wer spontan vorbeikommen möchte, ist herzlich willkommen; wer eine feste Uhrzeit bevorzugt, kann sich vorab anmelden. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.haetzjefoehl.de www.haetzjefoehl.de
Sommerfest und Sommerserenade an der Kreuzkirche
Ein buntes Fest für Jung und Alt – mit Graffiti-Workshop
Mit einem bunten Programm für Jung und Alt feiert die Evangelische Kirchengemeinde Wesseling am Samstag, 11. Juli, 15 Uhr, ihr Sommerfest an der Kreuzkirche, Kronenweg 67. Neben Essen und Trinken gibt es ab 13 Uhr einen Graffiti-Workshop. Ab 18 Uhr schließt sich die Sommerserenade an, die ein abwechslungsreiches musikalisches Programm bietet. www.evangelisch-wesseling.de
„Soundgarden Festival – Young Women on Stage im Klostergarten
Mini-Festival im Freien an der Kartäuserkirche
Zum ersten Mal findet im Klostergarten der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, am Samstag, 11. Juli, 19 Uhr bis 22.30 Uhr, das Mini-Festival „Soundgarden – Young Women on Stage“ statt. Das Projekt „Blaupause“ präsentiert vier junge Musikerinnen: Cara, das Alias der Kölner Singer-Songwriterin Cara Luisa Bäumer, erzählt in ihren Liedern schonungslos und poetisch von Selbstfindung, Liebe, Verlust und Familie. Das Indie-Folk-Trio Animat aus Paderborn mit Anna Meier, Tabea Niewerth und Milena Wagner ergänzt das Festival mit mehrstimmigem Gesang und Geschichten über Erwachsenwerden und neue Hoffnung. Tickets sind erhältlich unter www.rausgegangen.de. Der Eintritt kostet zwischen 16,50 und 27,10 Euro. Mit dem Kauf eines Tickets wird das gemeinnützige Projekt „Blaupause“ unterstützt, das Kulturschaffende und Menschen mit Unterstützungsbedarf fördert. www.kartaeuserkirche-koeln.de
Klavierkonzert mit Michael Yanovitsky – Benefizveranstaltung im Martin-Luther-Haus
Mikhail Yanovitsky, Pianist und Klavierprofessor an der Temple University in Philadelphia, gibt am Sonntag, 12. Juli, 18 Uhr, ein Benefizkonzert im Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 27. Am August-Förster-Flügel präsentiert der in Sankt Petersburg geborene und am Tschaikovski Konservatorium in Moskau ausgebildete Ausnahmepianist ein virtuoses und vielfältiges Programm: Es erklingen die Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach, die Sonate Nr. 22 von Ludwig van Beethoven sowie Werke von Alexander Skrjabin und Maurice Ravels „La Valse“. Nach der ersten Konzerthälfte gibt es eine Pause mit Getränken und Snacks. Das Konzert dauert etwa zwei Stunden. Ermöglicht wird die Benefizveranstaltung durch die Unterstützung der Volksbank Köln/Bonn. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten. Die Spenden kommen dem Deutschen Kinder- und Jugendhospizverein zugute, der Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihre Familien durch Ehrenamtliche begleitet. Eine Mitarbeiterin des Vereins stellt die Arbeit zu Beginn des Konzerts vor.
www.kirche-bayenthal.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/07/Wochentipps-7.7-Praesentation-1.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-07-07 22:00:002026-07-11 15:10:04Unsere Wochentipps: Segensfeste, Sommerklänge, Veggie-Burger und queere Geschichte – 7 Tage voller Begegnungen
„Das war laut genug“, stellte Markus Zimmermann in der katholischen Kirche Christi Auferstehung in Köln-Lindenthal lächelnd fest. Damit reagierte der stellvertretende Stadtsuperintendent auf die deutliche Zusage – „Ja, mit Gottes Hilfe“ – von Pfarrerin Gaby Masanek. Mit ihrer Antwort bezeugte sie „vor Gott und dieser Gemeinde“ ihre Bereitschaft, unter anderem die ihr in ihrem Dienst als neue Schulpfarrerin an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule (LFS) Köln anvertrauten Menschen zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern.
2018 wurde Masanek als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Klettenberg verabschiedet. Anschließend arbeitete sie bis Januar 2026 als Religionslehrerin an der Freien Waldorfschule Köln. Seit Februar versieht sie ihren Dienst als Schulpfarrerin an der LFS in Köln-Lindenthal. Nun wurde sie von Zimmermann, dem stellvertretenden Stadtsuperintendent, in einem Schulgottesdienst offiziell in die 33. Pfarrstelle des Kirchenverbandes Köln und Region für den evangelischen Religionsunterricht an Höheren Schulen und Gesamtschulen eingeführt. Übertragen wurde ihr diese Stelle im Rahmen eines 50%-Dienstes.
Der von Schülerinnen und Schülern des 5. Jahrgangs inhaltlich vorbereitete und mit eigenen Text- und Musikbeiträgen wunderbar mitgestaltete Gottesdienst stand unter dem Motto „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Ps 31,9). Ebenso wirkten mit: Burkhard Hofer, katholischer Schulseelsorger am Gymnasium für Mädchen und Jungen, Pfarrer Thomas vom Scheidt als Vertretender des Schulreferates sowie Pfarrer Gerd Maeggi aus der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Lindenthal.
Zimmermann an die Gemeinde: „Wir alle sind freie Menschen“
Markus Zimmermann segnet Gaby Masanek
Geprägt war der Gottesdienst nicht nur vom intensiven Zuspruch für Masanek. Gleichzeitig wandte sich Zimmermann immer wieder mit Erläuterungen und Ermutigungen an die jüngeren Teilnehmenden. Unter anderem las er die 2. These der Theologischen Erklärung der Bekenntnissynode in Barmen 1934. Diese kläre, welchen Auftrag wir auch als Christinnen und Christen hätten. Sie sei heute noch wichtig, wenn wir Kolleginnen und Kollegen einführten. Denn sie bringe etwas ganz Tolles zum Ausdruck: „Wir alle sind freie Menschen. Das ist doch schon mal ein Grund zum Jubeln. Und wir haben eine Verantwortung. Nämlich die, dass auch andere Menschen frei leben können. Dass wir niemanden ablehnen. Dass wir wissen, alle sind Gottes geliebte Kinder.“
Mit „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ aus Psalm 31 hätten die Schülerinnen und Schüler für diesen Anlass ein wunderbares Bibelwort ausgesucht, würdigte Zimmermann in seiner Ansprache zur Einführung. „Sie stellen ihre Füße hier an der Liebfrauenschule auf weiten Raum“, wandte er sich ebenso an Masanek. „Wir beauftragen sie als Kirche, hier Religionsunterricht zu geben, Schulgottesdienste vorzubereiten und zu gestalten und als Schulseelsorgerin tätig zu sein für euch“, sagte Zimmermann. „Wenn euch etwas bedrückt, könnt ihr immer zu ihr gehen“, ermutigte er die Jüngeren. Der Verband und das Schulreferat seien dankbar, dass unser Religionsunterricht an einer Schule stattfinden könne, die noch viel Wert auf die Gegenwärtigkeit des christlichen Glaubens lege. „Und dass wir alle immer wieder erinnert werden, wo wir herkommen und was unser Auftrag ist.“
„Das Wichtige bei der Einführung ist, der Kollegin den Segen zuzusprechen“, erläuterte Zimmermann weiter. „Das heißt, zu wissen, du bist nicht allein, du bist gesegnet. Wir vertrauen als Kirche ihr diesen Dienst an.“ Der stellvertretende Stadtsuperintendent nannte Masanek eine sehr erfahrene Pfarrerin, die in ihrem Beruf alles kenne, was dazugehöre. Er sprach ihr auch die Kraft zu, die von Gott kommt. „Das ist etwas ganz Wunderbares. Von Herzen wünschen wir ihr, dass sie hier in ihrem Dienst einen weiten Raum eröffnet. Dass es ihr gelingt, mit ihrem Wissen, ihrem Humor, ihrer Freundlichkeit Gottes Liebe und Freundlichkeit den jungen Schülerinnen und Schülern zuzusagen.“
Ansprache Masaneks: Bildung als Menschwerdung
Schulpfarrerin Gaby Masanek sprach über Bonhoeffers Begriff der Dummheit – und was Schule dagegen tun kann.
Eingangs ihrer Ansprache dankte Masanek für die gerade empfangenen und „bis zu meiner Seele“ gegangenen Segensworte. Die Schulpfarrerin verdeutlichte, welche Aufgabe Religion im Bildungssystem zufällt: „Für mich spielt Religion eine zentrale Rolle bei der Menschwerdung.“ Die Bildung gehöre zum schöpferischen Akt der Menschwerdung, der menschlichen Entwicklung. „Und das betrifft für mich alle Fächer. Bildung ist mehr als die Vermittlung von Wissen. Bildung ist Menschwerdung.“
Aber was hindere Menschen daran, sich auf Bildung als schöpferischen Akt einzulassen, fragte sie. „Meine Antwort darauf lautet: Dummheit.“ Sie meine damit nicht „die flotte Lippe, über die schnell der Spruch kommt: du bist ja dumm“. Vielmehr ging sie auf den Begriff Dummheit im Sinne von Dietrich Bonhoeffer ein. Der Theologe und NS-Widerstandskämpfer habe in seinem Buch „Widerstand und Vergebung“ der Dummheit ein ganzes Kapitel gewidmet. Masanek sprach von der Vermutung des Theologen, dass Menschen nicht dumm geboren, sondern dumm gemacht würden. Dummheit sei also ein soziologisches Problem. Sie entstehe in Gruppen durch starke politische und religiöse Macht. „Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen“, zitierte sie Bonhoeffer.
„Dummheit ist also nicht die Abwesenheit von Wissen“, stellte Masanek fest. Wissen könne sich im Zeitalter von KI jeder schnell beschaffen und trotzdem im Sinne von Bonhoeffer die Dummheit nicht loswerden. „Dummheit ist der Verlust der inneren Selbständigkeit durch äußere Machteinflüsse“, fasste Masanek zusammen.
Gegen Dummheit: Schülerinnen und Schüler in ihrer Individualität stärken
Laut Masanek kann Bildung zur Menschwerdung beitragen, indem sie zur inneren Selbstständigkeit und Klarheit von Kindern, Jugendlichen, jungen Menschen und Erwachsenen beiträgt. Sie verwies auf diverse vorbeugende Möglichkeiten, damit Dummheit erst gar nicht aufkomme. Es gelte, Schülerinnen und Schüler im Unterricht in ihrer Individualität wahrzunehmen und ihre Fähigkeiten zu stärken. Wir müssten ihnen Erprobungsfelder ermöglichen, zählte die Schulpfarrerin etwa den Sanitätsdienst, Sozialpraktika, Projektwochen, Theateraufführungen und Exkursionen auf. „Hier kann ausprobiert und erkundet werden, was zu einem passt, und Selbstsicherheit gewonnen werden.“ Weiter forderte sie, wertschätzende, konstruktive Einzelgespräche mit Schülern zu führen, damit sie lernten, sich selbst wahrzunehmen, an ihrem Selbst und an sich zu arbeiten.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/07/Masanek.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-07-06 22:00:002026-07-11 15:10:04Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Gaby Masanek als Schulpfarrerin an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule Köln
„Einfach heiraten“: Am Samstag lädt das Segensbüro Haetzjeföhl Paare nach Volberg bei Rösrath ein. Ob spontan oder nach vorheriger Anmeldung – wer sich als Paar versteht und seine Liebe unter Gottes Segen stellen möchte, ist herzlich willkommen.
Pfarrer Sebastian Baer-Henney vom Segensbüro hat das Fest mit vorbereitet: „Wir planen ein Hochzeitsfest, eine Hochzeit im Grünen. Wir haben das vor ein paar Jahren schon mal in der Stadt gemacht. Und wir wollen es diesmal im Grünen machen. Da, wo die Menschen sonst zur Erholung hinfahren, haben wir gedacht, da lassen wir die Leute ihr Glück finden. Und sie heiraten und werden von uns gesegnet als Paare“
Mit der historischen evangelischen Kirche in Volberg wurde dafür ein besonderer Ort ausgewählt. Die Kirche und die umliegende Landschaft bilden den Rahmen für einen Tag, an dem die Liebe im Mittelpunkt steht.
„Ich weiß nicht, wer die Kirche in Volberg kennt. Das ist ein kleines Dorfkirchlein mit irrsinnig langer Geschichte. Es ist eingebettet in eine wunderschöne Landschaft. Es ist eine Hochzeit, wie man sie sich eigentlich besser nicht erträumen kann. Und wer mal in diesem Kirchlein drin gewesen ist, der wird das nicht vergessen. Es ist wie in einem kleinen verwunschenen Traum.“
Das Angebot richtet sich an alle Menschen, die sich als Paar verstehen: „Segnen lassen können sich alle Menschen, die sich als Paar verstehen. Das heißt, wer für sich beschließt, wir möchten gerne dieses Leben zusammen verbringen oder die nächsten Jahre zusammen verbringen. Wir wollen einen Marker setzen. Diese Paare können sich segnen lassen.“
Ein kleines „Ja“ kann manchmal mehr brauchen als ein großes Fest: einen schönen Ort, einen Moment zu zweit – und jemanden, der Gottes Segen zuspricht. Genau darum geht es bei „Einfach heiraten“ vom Segensbüro Hätzjeföhl. Am 11. Juli ist die Pop-up Hochzeit in Volberg bei Rösrath zu Gast. Pfarrer Sebastian Baer-Henney vom Segensbüro hat das Fest mit vorbereitet: „Wir planen ein Hochzeitsfest, eine Hochzeit im Grünen. Wir haben das vor ein paar Jahren schon mal in der Stadt gemacht. Und wir wollen es diesmal im Grünen machen. Da, wo die Menschen sonst zur Erholung hinfahren, haben wir gedacht, da lassen wir die Leute ihr Glück finden. Und sie heiraten und werden von uns gesegnet als Paare“
Volberg liegt im Rheinisch-Bergischer Kreis, ein wenig verträumt mit einer alten evangelischen Kirche. Für die Aktion wird ein Ort genutzt, der nicht nach großer Eventhalle klingt, sondern nach Ruhe, Geschichte und Landschaft. Für Pfarrer Sebastian Baer-Henney passt das gut: „Ich weiß nicht, wer die Kirche in Volberg kennt. Das ist ein kleines Dorfkirchlein mit irrsinnig langer Geschichte. Es ist eingebettet in eine wunderschöne Landschaft. Es ist eine Hochzeit, wie man sie sich eigentlich besser nicht erträumen kann. Und wer mal in diesem Kirchlein drin gewesen ist, der wird das nicht vergessen. Es ist wie in einem kleinen verwunschenen Traum.“
Bei „Einfach Heirate“n geht es nicht darum, Paare in ein festes Schema zu pressen. Die evangelische Kirche will ihnen einen Raum öffnen: persönlich, unkompliziert und ohne Hürde an der Kirchentür. Wer kommen kann, erklärt Pfarrer Sebastian Baer-Henney: „Segnen lassen können sich alle Menschen, die sich als Paar verstehen. Das heißt, wer für sich beschließt, wir möchten gerne dieses Leben zusammen verbringen oder die nächsten Jahre zusammen verbringen. Wir wollen einen Marker setzen. Diese Paare können sich segnen lassen.“
„Einfach heiraten“ findet am 11. Juli den ganzen Tag über in Volberg bei Rösrath statt. Paare können spontan vorbeikommen oder sich vorher anmelden. Infos gibt es online beim Segensbüro Hätzjeföhl unter www.haetzjefoehl.de.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/07/Hochzeitsfest-Bilder-2026.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-07-04 22:00:002026-07-11 15:10:04Radiobeitrag zu „Einfach heiraten“ am 11. Juli: Segen unter freiem Himmel für Paare
Wer andere Menschen in schwierigen Lebensphasen begleiten möchte, kann sich noch für den Seelsorge-Ausbildungskurs anmelden, der im September in der Kölner Südstadt beginnt. Die Ausbildung des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region umfasst 150 Unterrichtsstunden und qualifiziert Ehrenamtliche für verschiedene Seelsorgefelder – etwa in Krankenhäusern, Altenheimen, Gefängnissen oder in der Gemeindeseelsorge.
Den Einstieg bildet eine Basisausbildung mit 110 Unterrichtsstunden, gefolgt von einem Spezialisierungsmodul. Die Gruppe trifft sich an Abenden und Wochenenden über rund ein Jahr. Vorausgesetzt werden Offenheit, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, sich mit rund 15 Stunden pro Monat zu engagieren.
„Es ist großartig, dass sich immer wieder Menschen entscheiden, ehrenamtlich in der Seelsorge tätig zu sein. Der Bedarf dafür ist da. Und wir erleben, wie gut es Menschen in schwierigen Lebenssituation tut, dass Seelsorgende da sind und empathisch das Schwere mit aushalten“, sagt Pfarrerin Dr. Dorit Felsch.
Die Ausbildung ist kostenlos; im Gegenzug verpflichten sich die Teilnehmenden, nach dem Abschluss mindestens drei Jahre in einem Kölner Seelsorgefeld mitzuarbeiten. Geleitet wird die Ausbildung von Pfarrerin Dr. Dorit Felsch (Trauerbegleiterin) sowie Pfarrerin Dr. Dorothea Ugi (Systemische Beraterin i.A.).
Tätigkeitsfelder:
Evangelische Krankenhausseelsorge
Evangelische Altenheimseelsorge
Evangelische Gefängnisseelsorge
Evangelische Gehörlosenseelsorge
Seelsorge innerhalb einer evangelischen Kirchengemeinde (z. B. Besuchsdienst)
Evangelische Pop-Up-Seelsorge
Queere Peer-to-Peer-Seelsorge
Evangelische TelefonSeelsorge Köln
Inhalte der Ausbildung
Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
Förderung von Beziehungs- und Gesprächskompetenz
Einübung seelsorglicher Gesprächsführung
Schulung eines personzentrierten, realitätsbezogenen, achtsamen Gesprächsverhaltens
Respekt vor der Person und Biografie der*des Anderen
Wahrnehmung und Respektieren der eigenen Belastungsgrenzen
Wahrnehmung und Wertschätzung der Eigenkompetenz und der Ressourcen des Gegenübers
Bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Wert- und Glaubenshaltungen
Umgang mit seelsorglichen Themen wie Beziehungskonflikte, Einsamkeit, Krisen, Suizidalität, Tod und Trauer, religiöse und spirituelle Fragen
Die Ausbildungskonzepte orientieren sich u. a. an gesprächstherapeutischen, personzentrierten und systemisch-ressourcenorientierten Ansätzen
Das sollten Sie mitbringen
Offenheit, Lebenserfahrung, Interesse an Menschen
Einfühlungsvermögen und Empathie
Psychische Belastbarkeit
Bereitschaft, sich mit sich selbst und Ihren eigenen Krisen auseinanderzusetzen
Lust, Neues zu lernen und Ihren Horizont zu erweitern
Identifikation mit den Werten der evangelischen Kirche
Zeit, verbindlich ca. 15 Stunden pro Monat in die ehrenamtliche Arbeit zu investieren
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2026/07/Ausbildung-Seelsorge.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2026-07-03 23:00:002026-07-11 15:10:04Jetzt anmelden: Ausbildung Ehrenamtlicher in Seelsorge ab September in der Kölner Südstadt