„Schulter an Schulter“ – Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille: Zeichen für christlich-jüdischen Dialog

Judentum und Christentum „Schulter an Schulter“ – dieser Vorstellung widmete sich ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen AntoniterCityKirche mit Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. Anlass war die Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille. Im Festsaal des Gürzenichs ehrte der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pater Prof. Dr. Christian M. Rutishauser SJ. Ausgezeichnet wurde der Schweizer Jesuit und Judaistik-Professor für sein vielfältiges jahrzehntelanges Engagement für den christlich-jüdischen Dialog.

In der Antoniterkirche wurde neben Rutishauser mit Rafi Rothenberg auch ein jüdischer Gast namentlich willkommen geheißen. Der Vorsitzende der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln „Gescher LaMassoret e.V.“ rezitierte eingangs Psalm 1 auf Hebräisch und sprach vor dem Friedensgruß ein hebräisches Friedensgebet.

Diakon Freiwald mit Impuls „Juden und Christen in Köln“

Am Gottesdienst wirkten mit: Norbert Bauer (Leiter Karl Rahner-Akademie, v. l.), Pfarrer Prof. em. Dr. Hanspeter Heinz, Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, Barbara Schulz (Lektorin Antoniterkirche), Diakon Jens Freiwald, Pfarrer Dr. Martin Bock (Leiter der Melanchthon-Akademie),  Citykirchenpfarrer Markus Herzberg und Thomas Gruner (Katholisches Stadtdekanat Köln).
Am Gottesdienst wirkten mit: Norbert Bauer (Leiter Karl Rahner-Akademie, v. l.), Pfarrer Prof. em. Dr. Hanspeter Heinz, Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, Barbara Schulz (Lektorin Antoniterkirche), Diakon Jens Freiwald, Pfarrer Dr. Martin Bock (Leiter der Melanchthon-Akademie),  Citykirchenpfarrer Markus Herzberg und Thomas Gruner (Katholisches Stadtdekanat Köln).

Der katholische Diakon Jens Freiwald ging mit einem Impuls auf „1700 Jahre (und mehr) Juden und Christen in Köln“ ein. Der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sprach von der Vision, dass beide Seiten in Köln gemeinsam die Barmherzigkeit Gottes bezeugten. „Dass diese Vision Wirklichkeit werde, sichtbar und heilsam für diese Welt, dafür haben wir gerade gebetet.“ Nur sieben Jahre lägen zwischen der Erwähnung des ersten Kölner Bischofs Maternus 314 und der frühesten Nennung einer jüdischen Gemeinde in Köln in einem Dekret von Kaiser Konstantin 321.

„Diese bis heute 1700 Jahre waren weniger von einem Schulter an Schulter, als von einer mehr oder minder misstrauischen Koexistenz bis hin zu manifestem Antijudaismus und Pogromen an der jüdischen Bevölkerung geprägt“, fasste der Diakon zusammen. Im christlichen Antijudaismus habe auch der mörderische Antisemitismus der Nazis gewurzelt – und dieser seinen grausamen Höhepunkt im Menschheitsverbrechen der Shoah erreicht. Wir dürften dankbar sein, dass trotz all des Leides, das Kölnerinnen und Kölner ihren jüdischen Mitbürgern zugefügt hätten, nach der Nazidiktatur hier erneut jüdisches Leben entstanden sei und sich entwickelt habe.

Rutishauser auch in der Jury des „Internationalen Kunstwettbewerbs Kölner Dom“ engagiert

Zu Rutishausers zahlreichen Verdiensten um den christlich-jüdischen Dialog zähle sein Engagement in der Jury des „Internationalen Kunstwettbewerbs Kölner Dom zum christlich-jüdischen Verhältnis heute“, so Freiwald. Dieser Wettbewerb stelle einen Höhepunkt der seit Beginn dieses Jahrhunderts stattfindenden Auseinandersetzung mit antijüdischen Artefakten im Kölner Dom dar.

Dr. Martin Bock über Zefanja und Martin Buber

Pfarrer und MAK-Leiter Dr. Martin Bock predigt.
Pfarrer und MAK-Leiter Dr. Martin Bock predigt.

In der ersten von zwei Predigten widmete sich der evangelische Pfarrer Dr. Martin Bock einem Text aus dem Buch des Propheten Zefanja (3,9-13) in der Hebräischen Bibel. Eingangs rief der Leiter der Melanchthon-Akademie eine eindrückliche Rede des Religionsphilosophen Martin Buber in Erinnerung – gehalten in einem Religionsgespräch mit dem Bonner evangelischen Neutestamentler Karl Ludwig Schmidt Anfang 1933. Bock sprach von den Zeugnissen der Jahrhunderte langen „Vergegnung“ (eine Wortschöpfung Bubers) von Juden und Christen. Das Fehlen ihrer wirklichen Begegnung habe sich weltweit, ebenso in Worms und im Kölner Dom in Kunstwerken festgeschrieben und dann auch im rassischen Antisemitismus.

Mit ihrem Austausch hätten der Jude und der Christ dem Rassismus der Nazis etwas Biblisches entgegensetzen wollen, so Bock. Jedoch sei Schmidt wie die Kirchen der Auffassung gewesen, „dass in der Tat die Kirchen den Bund Gottes auf sich übertragen bekommen haben und Israel seine Bestimmung verloren habe“, sagte der Theologe. Von einer solchen Sicht von „Vergegnungen“ bis in die Tiefe seien Juden und Christen heute weit entfernt. „Dafür bedurfte es einer großen Anstrengung der Ökumene und eines großen, großen Schreckens, zu sehen, dass genau diese tatsächlich unbiblische Theologie und die fehlende Solidarität und der Hochmut dazu geführt haben“, dass das Judentum auch im Holocaust weitgehend alleine geblieben sei. „Dass es dem Rassismus und Antisemitismus ausgeliefert wurde und zwar deshalb, weil die Kirche ihn innerlich mitgetragen hat.“

Der Prophet Zefanja habe ungefähr im 7. Jahrhundert vor Christus in einer Zukunftsvision davon gesprochen, dass alle einmütig den Namen des Herrn anrufen und ihm „Schulter an Schulter miteinander“ – auf Hebräisch „mit einer Schulter“ – dienen würden, so Bock. Dass wir radikal anders sprechen und handeln, einander gewähren lassen und voneinander lernen würden. „Ich brauche nicht zu sagen, wie weit unsere Welt von diesem Bild entfernt ist“, sprang Bock in die Gegenwart.

Markus Herzberg über „Ecclesia und Synagoga“

In der zweiten Predigt sprach Citykirchenpfarrer  Markus Herzberg über einen neutestamentlichen Text aus dem Matthäus-Evangelium (5,17-20; Jesus und die Tora).Der Theologe erinnerte sich an seine Studienzeit in Bochum und die dortige Probsteikirche. Dabei habe sich ihm in einem mittelalterlichen Seitenaltar ein  abscheuliches Bild geboten – die „Begegnung“ der schönen, stolzen, bekrönten Ecclesia mit der Synagoga, dargestellt mit Augenbinde, gebrochener Lanze und verlorener Krone: „Zwei allegorische weibliche Figuren, die in der Ikonografie des Mittelalters personifiziert das Christentum und das Judentum symbolisieren.“

Dieses Altarbild zeige deutlich, welche verachtende Feindlichkeit und welchen ungeheuren Antisemitismus die Kirchen mit geschaffen hätten, konstatierte Herzberg. Der Matthäus-Text klinge geradezu wie eine Antwort des jüdischen Rabbis Jeschua von Nazareth darauf: „Denkt nicht, ich sei gekommen um die Tora oder die Propheten außer Kraft zu setzen.“ Jesu Anspruch sei es, die ganze Tora und die Propheten zu erfüllen. Gottes Wort warte darauf, die Realität zu gestalten und zu verändern. „Der Gegensatz zur Auflösung der Tora und der Propheten ist nicht die Einhaltung, sondern die Realisation und Gestaltwerdung ihrer Worte auf dieser Erde und im Leben der Menschen“, legte der Theologe aus.

Wer Jesu Worte höre, könne Synagoga und Ecclesia einzig und allein als zwei aneinander interessierte, sich auf Augenhöhe begegnende Frauen Schulter an Schulter darstellen, betonte der Pfarrer. Laut Herzberg geht es Jesus darum, dass in allen Geboten der Tora das Liebesgebot gehört und beachtet wird. Jedes der Gebote fordere über seinen Wortlaut hinausgehend zur bedingungslosen Nächstenliebe auf: „Wenn wir es so hören und leben, dann, nur dann stehen Judentum und Christentum Schulter an Schulter im Glauben, im Hoffen (…) auf das die Gerechtigkeit überfließend sei.“

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Starker Jahrgang – 14 internationale Pflegefachkräfte der Quirlsberg Akademie bestehen Examen

14 Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner der Quirlsberg Akademie haben ihre dreijährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen – und beweisen damit, wie vielfältig und stark der Pflegenachwuchs in Bergisch Gladbach ist. Die frisch examinierten Pflegefachkräfte der gemeinsamen Pflegeschule des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach (EVK) und der zugehörigen diakonischen Einrichtungen des Gesundheitscampus Quirlsberg sowie des Krankenhauses Wermelskirchen erhielten ihre Examensurkunden. Die Schulleitungen Georg Kerkhoff und Claudia Gregor sowie Kursleiter Tobias Schumacher gratulierten den Absolventinnen und Absolventen. Sebastian Haeger, Geschäftsführer des Gesundheitscampus Quirlsberg, schloss sich den Glückwünschen an und dankte außerdem dem engagierten Lehrerkollegium: „Die Schülerinnen und Schüler unserer Akademie bestehen ihre Prüfungen in großer Zahl und mit oft sehr guten Ergebnissen. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“

Gemeinsam feiern – Dank an alle Beteiligten

Thomas Stokowy, Pflegedirektor des EVK Bergisch Gladbach, Thomas Miedzinski, Geschäftsbereichsleiter des Seniorenbereichs Quirlsberg Pflege & Wohnen, sowie Ausbildungsleiter Ralf Herbert vom Krankenhaus Wermelskirchen überbrachten die Glückwünsche der Einrichtungen. Für den Abschlussjahrgang dankten Kurssprecherin Philine De la Motte und Tobias Buchholz allen Beteiligten für die Unterstützung während der Ausbildungszeit.

Antwort auf den Pflegemangel – mit Überzeugung und Prämie

Der Pflegefachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen – umso bedeutsamer sind Ausbildungsinitiativen wie die der Quirlsberg Akademie, die gezielt auch internationale Talente gewinnt und ausbildet. Um dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken, setzt der Gesundheitscampus Quirlsberg auch auf finanzielle Anreize: Wer sich für eine Weiterbeschäftigung auf dem Quirlsberg entscheidet, erhält eine Willkommensprämie von 5.000 Euro – eine klare Botschaft an den Nachwuchs. Fast alle Absolventinnen und Absolventen haben dieses Angebot angenommen.

Text: Daniel Beer/APK
Foto(s): Daniel Beer/APK

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Lesung mit deutsch-israelischer Autorin Sarah Levy am 4. Mai: „Kein anderes Land“

Die deutsch-israelische Autorin und Journalistin Sarah Levy liest am Montag, 4. Mai, 19 Uhr, in der Karl Rahner Akademie, Jabachstraße 4-8, Köln, aus ihrem Buch „Kein anderes Land, Aufzeichnungen aus Israel“. Sarah Levy schildert, wie der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 ihr Leben als junge Mutter in Tel Aviv veränderte und wie Radikalisierung und Polarisierung ein ganzes Land prägen.

Ist das noch mein Land? Diese Frage stellt sich Sarah Levy, seit sie erlebt, wie Israels rechtsnationale Regierung die israelische Gesellschaft spaltet. Dann attackiert die Hamas das Land am 7. Oktober 2023. Auf brutale Weise ändert der Krieg das Leben, das die junge Mutter in Tel Aviv führt. Sie flieht mit Partner und Kind in ihre Heimat Frankfurt und muss dort erkennen, dass Deutschland nicht mehr ihr Land ist. Doch das Israel, in das sie zurückkehrt, kämpft um seine Seele. Freunde tragen plötzlich Waffen, Verwandte wünschen Palästinensern die Auslöschung, Nachbarn unterstellen ihr, die Soldaten zu verraten. Der Kriegsalltag zwischen Schutzbunker und allgegenwärtigem Verlust führt Levy an ihre Grenzen – als Mutter und als Partnerin, aber auch als Deutsche, die jetzt verstehen muss, dass das Land, das sie zum Leben gewählt hat, die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft mit den Palästinensern schon lange verloren hat. Wer wird mein Sohn, fragt sie sich, wenn er hier aufwächst? Sarah Levy beschreibt mit kritischem Mitgefühl, wie Radikalisierung und Polarisierung ein Land verändern – und letztlich auch sie selbst.

Ein Interview mit Sarah Levy:

Frau Levy, Sie beschreiben in Ihrem Buch, wie Sie zwischen zwei Ländern – Israel und Deutschland – das Gefühl der Heimat verloren haben. Was braucht ein Mensch, um irgendwo wirklich anzukommen?

Sarah Levy: Heimat ist für mich kein Ort, an dem ich ankomme, sondern wo ich herkomme – das wird immer Deutschland sein. Dort bin ich aufgewachsen, dort bin ich groß geworden. Heute lebe ich in Israel, aber Zuhause wird immer der Ort sein, wo mein Kind ist, wo mein Partner ist – und wo wir gemeinsam entscheiden zu leben. Momentan ist das Israel, aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

Sie stellen sich die Frage, wer Ihr Sohn wird, wenn er in diesem von Krieg und Radikalisierung geprägten Israel aufwächst. Was wünschen Sie sich für die nächste Generation – sowohl in Israel als auch in Deutschland – und welche Rolle kann Bildung dabei spielen, Polarisierung entgegenzuwirken?

Sarah Levy: Ich wünsche mir für meinen Sohn, dass er sich nicht von der Angst leiten lässt. Dass er stets den Menschen sieht, und kein Volk, keine Gruppe als Ganzes für schlecht oder böse hält, oder ausschließlich gut. Wie weit ich das in der Hand habe, daran zweifle und verzweifle ich jeden Tag ein bisschen mehr. Die israelische Gesellschaft in diesen Tagen ist durchdrungen von Trauma und Gewalt: Ultraorthodoxe gehen auf Soldatinnen los, gewalttätige Siedler auf arabisch-israelische Schülerinnen und Schüler, rechte Aktivisten bedrohen Holocaustüberlebende, Demonstrierende und Journalisten, zum Teil an deren Haustür. Die Politik befeuert die gesellschaftliche Spaltung. Das einzige, was dagegen anhilft, sind Begegnungen mit Menschen, die nicht so sind wie ich, nicht so aussehen, nicht so leben, nicht so beten, oder nicht so sprechen wie ich. Wir müssen Unterschiede aushalten, solange wir gemeinsame Werte teilen. So etwas kann Bildung fördern, ein Stück weit. Aber gerade Eltern müssen ihre eigenen Vorurteile, rassistische Gedanken und eigene Traumata hinterfragen und erkennen, um sie nicht an ihre Kinder weiterzugeben.

Sie beschreiben in Ihrem Buch sehr offen Ihre Zerrissenheit zwischen Deutschland und Israel. Gab es einen Moment, in dem Sie gemerkt haben: Diese innere Frage „Ist das noch mein Land?“ verändert nicht nur meinen Blick auf Politik, sondern auch mein Selbstverständnis als Mutter und als Deutsche?

Sarah Levy: Mutter eines Sohnes zu sein in Israel bedeutet höchstwahrscheinlich, einen zukünftigen Soldaten großzuziehen. Bleiben wir in Israel, wird er zur Armee gehen müssen. Diese Gewissheit allein wiegt schwer. Ich selbst stelle mir jeden Tag die Frage, was für ein Israeli will ich sein? Mein israelischer Schwager hat mich als „Verräterin“ bezeichnet, weil ich ein Video geteilt habe, in dem Demonstrierende in Tel Aviv Poster von getöteten Kindern in Gaza hochgehalten haben. Er meinte: „Dies ist nicht mal dein Land, du bist hergekommen um zu stören.“ Mein Schwager glaubt, wie so viele hier, sein Land zu lieben, bedeute unrechte Taten der Armee, der Politik nicht anzuprangern. Ich glaube, als Deutsche mit einer jüdischen und einer nicht-jüdischen Familie ist es für mich leichter, Komplexität auszuhalten. Zu akzeptieren, dass eine Armee mich schützen kann und gleichzeitig Kriegsverbrechen begehen. Wird mein Sohn diese Komplexität aushalten können, wenn er hier aufwächst, mit all dem Militarismus, dem Trauma, der Angst und dem Rassismus, die uns als Gesellschaft hier derzeit durchdringen? Mein Partner und ich haben entschieden, dass wir im Oktober, wenn die nächsten Knessetwahlen anstehen, noch einmal wählen gehen müssen – und uns nach dem Wahlergebnis entscheiden: Ist das noch das Land, in dem wir leben wollen? Lautet die Antwort nein, müssen wir uns leider eine weitere Frage stellen: Ist Deutschland noch das Land, in dem Juden frei leben können?

Eine Kooperationsveranstaltung der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. mit der Melanchthon-Akademie Köln und der Karl Rahner Akademie Köln.

ÜBER DIE AUTORIN

Sarah Levy, geboren 1985, besuchte die Henri-Nannen-Journalistenschule und schreibt als freie Journalistin u.a. für DIE ZEIT. Seit 2018 koordiniert sie das Projekt stopantisemitismus.de, das über Antisemitismus im Alltag aufklärt und Hilfestellung bietet, und arbeitet für diverse Stiftungen.

Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Eine Anmeldung unter anmeldung@koelnische-gesellschaft.de ist erforderlich.

www.melanchthon-akademie.de

Text: APK/MAK
Foto(s): Privat

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Die Kirche im Dorf lassen – Wie sieht die Zukunft unserer Gemeinde aus? – Ein Vortrag

Viele Gemeinden in der Rheinischen Landeskirche und insbesondere in unserem Kirchenkreis beschäftigen sich angesichts demographischer Entwicklung und Säkularisierung mit veränderten Gemeindestrukturen, angepassten Nutzungskonzepten von Kirchen und Gemeinderäumen und auch mit Fragen der energetischen Gebäudesanierung. Das tun wir als Friedenskirchengemeinde auch in Liblar. Parallel zu diesen Projekten steht die Frage im Raum, wie Gemeinden sich in einer zunehmend säkularen Umgebung künftig positionieren wollen. Wie viel Gebäude brauchen wir? Was geschieht mit Kirchen? Wie finanzieren wir Gemeindeprojekte? Welche Position nehmen wir als Kirche künftig in der Gesellschaft ein?

Ein Blick in den Osten – Erfahrungen aus der Anhaltinischen Landeskirche

Die Kirchen in den neuen Bundesländern leben diese künftige Struktur bereits seit vielen Jahren und haben sich dementsprechend aufgestellt. Wir freuen uns daher außerordentlich, dass es gelungen ist, den ehemaligen Kirchenpräsidenten der Anhaltinischen Landeskirche, Herrn Joachim Liebig aus Dessau, für einen Vortrag in unserer Gemeinde zu gewinnen. In den etwa 15 Jahren seiner Amtszeit (2009–2024) konnte er viele wertvolle Erfahrungen sammeln, mit denen wir uns als Gemeinden in den alten Bundesländern auseinandersetzen sollten.

Zehn Thesen zur Zukunft der Kirche

Herr Liebig hat für seinen Vortrag seine Erfahrungen in zehn Thesen formuliert, die er in seinem Vortrag erläutern wird:

  1. Die mit der Weimarer Reichsverfassung eingeführte Staatskongruenz verfasster Kirche wird keine Zukunft haben.
  2. Öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse werden schrittweise durch privatrechtliche ersetzt.
  3. Die Basisfinanzierung durch „Kirchensteuern“ wird durch ein anderes System ersetzt werden müssen, da die Plausibilität in einer hochindividualisierten Gesellschaft massiv schwindet.
  4. Der systemische Dreischritt Bewegung (Leben Jesu bis Pfingsten und frühe Kirche) – Organisation (Nachwahl eines Apostels, Wahl von Diakonen) – Institution („Konstantinische Wende“) wird zugunsten von Elementen der Bewegung umgestaltet werden.
  5. Die durchweg sehr professionell (teilweise unter Übernahme von Elementen aus der Unternehmensführung) gestalteten missionarischen Impulse der jüngeren Geschichte sind weitgehend gescheitert. Versuch und Irrtum scheinen den notwendigen Prozessen angemessener zu sein.
  6. Kirchengebäude sind eine steingewordene Präsenz des Glaubens. Umnutzungen sind nach Kräften zu vermeiden. Eine Sicherung der Bausubstanz und Schließung des Gebäudes zur Nutzung durch zukünftige Generationen ist eine Alternative.
  7. Zu den Kernberufsgruppen der Verkündigung gehören neben dem Pfarrdienst die Kirchenmusik, die Gemeindepädagogik, die Gemeindediakonie (nicht zu verwechseln mit der Diakoniestation, deren Arbeit nicht überschätzt werden kann) und die Gemeindeverwaltung. Die jeweilige Rollenverteilung ist eine Aufgabe eigenen Gewichts.
  8. Die Einzelparochie mit eigener Geschichte hat ihre fortdauernde Existenzberechtigung. Die Aufgaben für die unter 7. aufgeführten Berufsgruppen müssen jedoch mehrere sinnvoll zusammenarbeitende Parochien umfassen. Das numerische Kriterium nach Gemeindegliederzahlen ist dabei nur ein Kriterium.
  9. Gemeindevorstände sind primär geistlich mitverantwortlich. Nach entsprechender Ausbildung bereichern sie die Angebote in den Parochien um kleinteilige Formen wie Hauskreise, Andachten etc. Der vermutete Rollenkonflikt mit den Mitarbeitenden unter 7. ist denkbar, aber nicht unauflöslich.
  10. Veränderungen unter fiskalischem Druck sind vermutlich zum Scheitern verurteilt. Ohne Leidensdruck jedoch bleibt das Beharrungsvermögen dominant.

Kommen Sie und diskutieren Sie mit!

Wir laden Sie herzlich ein, diesen spannenden Abend mitzuerleben und gemeinsam über die Zukunft unserer Gemeinde nachzudenken. Wir freuen uns auf Sie!

 22. April 2026  19:00 Uhr  Ev. Gemeindehaus Liblar, Schlunkweg 52

Text: APK
Foto(s): APK

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KonfiCup in Köln-Mülheim – Evangelisches Jugendreferat Köln und Umgebung feiert Fußball, Fairness und Glauben

Ein Finale, das keine Wünsche offen ließ. Mit 8:4 setzte sich das Team II der Evangelischen Kirchengemeinde Hürth gegen die „Konfi Kicker“ aus der Evangelischen Gemeinde Köln, Bezirk Nord, durch – und krönte damit einen Tag voller Spannung, Teamgeist und gelebtem Glauben. Organisiert und ausgerichtet hatte das Turnier auch dieses Jahr das Evangelische Jugendreferat Köln und Region.
Das zweitplatzierte Team „Konfi Kicker“ der Evangelischen Gemeinde Köln, Köln-Nord, mit
Jugendleiterin Edda Roederer und Pfarrer Christoph Rollbühler.

Der KonfiCup ist das bundesweite jährliche Sport-Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für aktuelle Konfirmandinnen und Konfirmanden. Im März war Lukas Podolskis „Strassenkicker.Base“ in Köln-Mülheim der Schauplatz: Acht gemischt-geschlechtliche Teams aus fünf Kirchengemeinden beiderseits des Rheins traten gegeneinander an. Unter dem Namen „Pilgerweg“ liefen gleich drei Mannschaften aus der Evangelischen Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden auf, die Hürther Kirchengemeinde schickte zwei Teams ins Rennen. Mit je einem Team dabei: die Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen, die Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach und die Gemeinde Köln. Nach der Gruppenphase setzte sich im ersten Halbfinale „Konfi Kicker“ gegen Altenberg/Schildgen durch (3:0), im zweiten gewann Hürth II gegen „Pilgerweg II“ klar mit 10:3. Den dritten Platz sicherte sich Altenberg/Schildgen mit einem 6:2 gegen „Pilgerweg II“. Den begehrten Wanderpokal überreichte Organisationsleiter Arno Kühne schließlich den Hürther Konfis – strahlend und verdient.

Sportanlage mit besonderem Charme

Arno Kühne weiß, was er an der „Strassenkicker.Base“ hat. Seit über zwanzig Jahren organisierte der Jugendreferent den KonfiCup in Köln und Region – und den Austragungsort möchte er nicht mehr missen. „Die Anlage hat ihren ganz besonderen Charme und die Miete ist günstig“, sagte er. Für ihn ist der KonfiCup weit mehr als ein Turnier: ein übergreifendes, bereicherndes sportliches und soziales Angebot innerhalb der Konfi-Arbeit. Sein Dank galt an diesem Tag vielen: den Aktiven, Betreuenden und Unterstützenden, den Schiedsrichtern und Sanitätern – und seinem Orga-Team um Ute Verch, Julina Klutmann und Kilian Hagemann. Ermöglicht wurde das Turnier auch durch drei wesentliche Sponsoren: die Spendenplattform „Hier mit Herz“ der Sparkasse KölnBonn, das Jump House und den Glowing Room (3D Schwarzlicht Minigolf). Die vier erstplatzierten Teams freuten sich über Gutscheine für Gruppen-Events – unter anderem im Escape Room und Bowling-Center.

„Was hat Fußball mit Kirche und Gott zu tun?“

Das Orga-Team aus dem Jugendreferat unter anderem mit Organisationsleiter Arno Kühne (hintere Reihe, 2. v.r.), den Schiedsrichtern und Sanitätern.

Bevor der erste Ball rollte, stimmte Jugendreferentin Ute Verch alle Beteiligten auf dem Spielfeld mit einem geistlichen Impuls ein. Ihre Frage: Was hat Fußball eigentlich mit Kirche und Gott zu tun? Ihre Antwort war klar: mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Auf dem Spielfeld, am Rand, im Miteinander der Teams wurde Gemeinschaft erfahrbar. Glauben wurde gelebt – im fairen Umgang, im Anfeuern, im Zusammenhalten. Den KonfiCup nannte sie „mehr als ein Turnier: Er ist ein besonderes Erlebnis in der Konfi-Zeit, an das sich Jugendliche erinnern.“ Und er ist bewusst geschlechterübergreifend angelegt: Mädchen und Jungen spielten selbstverständlich zusammen. „Vielfalt gehört dazu und wird als Stärke erlebt – ganz praktisch und ohne große Worte.“

Für ihren Impuls hatte Verch ein Bibelwort gefunden, das besser nicht hätte passen können: „Wisst ihr nicht: Die im Stadion laufen, die laufen alle, aber nur einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt“ – Paulus, 1. Korinther 9, 24. Fairness, Respekt und Teamgeist prägten den sportlichen Wettbewerb ebenso wie das gemeinsame Unterwegssein im Glauben. „Der KonfiCup schafft einen Raum, in dem genau das erfahrbar wird.“ Und das ist vielleicht das Schönste an diesem Tag: Nicht nur die Hürther Konfis gingen als Gewinner nach Hause. Wer dabei war – auf dem Platz, am Rand, hinter den Kulissen – erlebte, wie Gemeinschaft entsteht. Im Jubel, im Zweikampf, im gemeinsamen Laufen. Genau dafür ist der KonfiCup gemacht.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Tanzgala der ESG am Freitag: Standardtanz, Party und Begegnung

Ein eleganter Tanzball für junge Erwachsene steht am Freitag, 17. April, 19 bis 1 Uhr, bei der Evangelischen Studierendengemeinde Köln, Bachemer Straße 27, auf dem Programm. „Wir laden euch ganz herzlich ein, zur Tanzgala in die Evangelische Studierendengemeinde zu kommen“, weckt Lea Braun, Studienleiterin von der Melanchthon-Akademie, die Vorfreude: „Wir starten direkt rein mit einem kleinen Begrüßungsgeschenk und dann geht’s los. Erstmal wird ein bisschen klassisch Standard getanzt, aber keine Sorge, unter Anleitung.“

Nach dem Einlass mit Sektempfang um 19 Uhr und der Begrüßung um 19.30 Uhr stehen ab 19.45 Uhr Tanzrunden unter professioneller Anleitung auf dem Programm, bevor ab 22 Uhr freies Tanzen und Party den Abend ausklingen lassen. Die Tanzgala richtet sich an Anfängerinnen und Anfänger ebenso wie an Fortgeschrittene – alle Paar- und Tanzkonstellationen sind willkommen. Man kann auch ohne Begleitung kommen.

Der Dresscode lautet schick bis festlich. Der Eintritt kostet 10 Euro.

Tickets sind erhältlich unter kurzlinks.de/tanzgala2026.

www.esgkoeln.de

Text: APK
Foto(s): APK/hier+weiter

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Unsere Wochentipps: ESG-Tanzgala, Orgelmesse und Vortrag „Die Kirche im Dorf lassen“

Freuen Sie sich auf unsere Wochentipps: Am Freitag lädt die „Ma(r)tinée“ zum Abschied der EisHeiligen in Ehrenfeld um 18 Uhr ein, gefolgt von der festlichen Tanzgala der Studierendengemeinde ab 19 Uhr bis 1 Uhr. Am Samstag geht es weiter mit dem Einweihungsfest am Schnüsse-Tring-Brunnen von 16 bis 18 Uhr sowie dem Konzert der Lutherkantorei um 17 Uhr. Den Abschluss bilden die „Orgelmesse“ in Bayenthal am Sonntag um 18 Uhr und der Vortrag „Die Kirche im Dorf lassen“ in Erftstadt am kommenden Mittwoch um 19 Uhr – vielfältige Veranstaltungen, die zum Mitfeiern, Zuhören und Mitdenken einladen:

„Ma(r)tinée“ – Abschied mit Dank an die „EisHeiligen“

In einem besonderen Gottesdienst in der Reihe „Ma(r)tinée“ nimmt die Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld am Freitag, 17. April, 18 Uhr, in der Versöhnungskirche, Eisheiligenstraße 32-42, Abschied von einem besonderen Projekt. Fünf Jahre lang war der Erprobungsraum „Die EisHeiligen – ein Urbanes Familienkloster“ ein prägender Teil des Gemeindelebens. In dieser Zeit wurde in der Eisheiligenstraße gemeinsam gelebt, geglaubt, gefeiert und mit neuen Formen von Kirche im Alltag experimentiert. An diesem Abend soll mit Dank an die „EisHeiligen“ auf diesen Weg zurückgeblickt und gewürdigt werden, was in der Gemeinschaft gewachsen ist. Zugleich geht es um die Frage, was von diesem Aufbruch bleibt und wie die Erfahrungen weiterwirken können.
www.kirche-ehrenfeld.de

Tanzgala der Evangelischen Studierendengemeinde Köln

Ein eleganter Tanzball für junge Erwachsene steht am Freitag, 17. April, 19 bis 1 Uhr, bei der Evangelischen Studierendengemeinde Köln, Bachemer Straße 27, auf dem Programm. Nach dem Einlass mit Sektempfang um 19 Uhr und der Begrüßung um 19.30 Uhr stehen ab 19.45 Uhr Tanzrunden unter professioneller Anleitung auf dem Programm, bevor ab 22 Uhr freies Tanzen und Party den Abend ausklingen lassen. Die Tanzgala richtet sich an Anfängerinnen und Anfänger ebenso wie an Fortgeschrittene – alle Paar- und Tanzkonstellationen sind willkommen. Der Dresscode lautet schick bis festlich. Der Eintritt kostet 10 Euro. Tickets sind erhältlich unter kurzlinks.de/tanzgala2026.
www.esgkoeln.de

Queere Kirche Köln beim c/o pop nonstop mit Pop-Ritual zwischen Konzert und Gebet
Ein nächtliches Pop-Ritual zwischen Konzert, Performance und Gebet präsentiert die Queere Kirche Köln am Freitag, 17. April, 22.15 bis 23 Uhr, im Bürgerzentrum Ehrenfeld, Venloer Straße 429, als Teil des c/o pop nonstop Programms. Die Queere Kirche Köln ist ein bundesweit einzigartiges Kirchenprojekt der Evangelischen Kirche in Köln von und für queere Menschen, das Glauben, Identität und Community zusammenbringt. Für die c/o pop entsteht daraus ein kollektiver Late-Night-Moment: Ein queerer Kirchenchor, Drag-Artist Ludi und Pfarrer Tim Lahr, bekannt auf Instagram als @amen_aber_sexy, verbinden Pop-Ästhetik, Spoken Word und gemeinsame Momente der Stille zu einem intimen, kraftvollen Set – nicht als Gottesdienst im klassischen Sinn, sondern als kirchliches Format jenseits gewohnter Grenzen.
https://c-o-pop.de/artists/it-s-queer-church-a-late-night-prayer

Einweihungsfest am Schnüsse-Tring-Brunnen

Ein neu gestalteter Platz im Herzen von Ossendorf wird am Samstag, 18. April, 16 bis 18 Uhr, offiziell eingeweiht: der Platz am Schnüsse-Tring-Brunnen neben der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche, Rochusstraße 216. Ein Kreis von Engagierten aus der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrenfeld, der Aikido-Schule und der Nachbarschaft hat den lange verwilderten Platz mit Unterstützung der Stadt Köln und der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln verschönert: Sitzbänke wurden aufgestellt, vier Schaltkästen vom Künstler Sebastian Räsch neu gestaltet, ein Beet bepflanzt und eine Informationstafel zur Geschichte der Dreifaltigkeitskirche angebracht. Zum Fest gibt es Kaffee und Kuchen, Aktionen für Kinder und Musik. Ein Grußwort spricht der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Hanselmann. Die Einweihung ist Auftakt für regelmäßige Angebote auf dem Platz: Eine Erzählbank, Mitsingaktionen und „Segen to go“ sollen die Nachbarschaft beleben. Es laden ein Pfarrerin Kristina Tsoleridis (Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld), Dirk Kropp (Aikido Dojo), der Karnevalsverein Schnüsse Tring und das CariLädchen der Caritas Behindertenwerkstätte Gut Fronhof. Der Eintritt ist frei.
www.evangelisch-ehrenfeld.de

Konzert der Lutherkantorei

Die Lutherkantorei gestaltet am Samstag, 18. April, 17 Uhr, ein Konzert in der Martin-Luther-Kirche, Sportplatzstraße 63–65. Auf dem Programm stehen das Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi, „Christ ist erstanden“ von Johann Sebastian Bach und das Gloria von Antonio Vivaldi. Als Solistinnen wirken Merle Marie Bader (Sopran) und Lara Morger (Mezzosopran) mit. Sarah Proske ist an der Orgel zu hören. Das Barockorchester Capella Confluentes begleitet die Lutherkantorei. Die musikalische Leitung hat Michael Bader. Eintrittskarten sind im Gemeindebüro Wahn-Heide, Sportplatzstraße 63–65, 51147 Köln, Telefon 02203/650 72, erhältlich.
www.kirche-porz-wahnheide.de

„Orgelmesse“ von Johann Sebastian Bach

Samuel Dobernecker, Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch, spielt am Sonntag, 19. April, 18 Uhr, in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Bayenthal, in der Reformationskirche, Mehlemer Straße 29, die „Orgelmesse“ von Johann Sebastian Bach. Es ist der dritte Teil seiner „Clavierübungen“. Zur Erkennung der teils unvertrauten Choralmelodien intoniert eine Schola die Choräle jeweils vor den Orgelbearbeitungen. Der Eintritt ist frei, am Ausgang ist eine Spende für die Kirchenmusik willkommen.
www.kirche-bayenthal.de

Vortrag: „Die Kirche im Dorf lassen“

Wie Gemeinden auf demografischen Wandel, Säkularisierung und veränderte Nutzungsformen von Kirchen reagieren können, ist Thema des Vortrags „Die Kirche im Dorf lassen“, zu dem die Evangelische Friedenskirchengemeinde in Erftstadt am Mittwoch, 22. April, 19 Uhr, ins Evangelische Gemeindehaus Liblar, Schlunkweg 52, einlädt. Es spricht Joachim Liebig, ehemaliger Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach künftigen Gemeindestrukturen, der Nutzung kirchlicher Gebäude und der Rolle der Kirche in der Gesellschaft. Liebig bringt dabei Erfahrungen aus den neuen Bundesländern ein, wo Kirchen seit vielen Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen umgehen.
www.kirche-erftstadt.de

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Nie wieder volllaufen! Auf Stelzen gegen die Flut – Rösraths neue Kita als Vorzeigeprojekt

Hochwassersicher und brandgeschützt: die Rutsche auf der Gebäuderückseite hat eine Doppelfunktion.

„Volberg“ hieß der kleine Ort im sumpfigen Sülztal bei Rösrath schon im Mittelalter. Genauso alt sind die Pläne, das Schwemmland trockenzulegen, Deiche zu errichten und das Flüsschen Sülz zu zähmen. Vergeblich! „Bis unter das Dach des Kindergartens stand das Wasser!“, erinnert sich Monika Mattern-Klosson, die Presbyteriums-Vorsitzende der ev. Kirchengemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath, an die große Flut im Sommer 2021. Da war nichts mehr zu retten, das Kita-Gebäude musste abgerissen werden. An derselben Stelle neu bauen? Ja, das geht! Wenn man den Bau auf Stelzen stellt und die einzige Tür nach draußen so dicht hält wie eine U-Boot-Luke.

„Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein!“

Die Kinder aus der Sterne-Gruppe haben extra für die Einweihungsfeier ein Lied geprobt, das sie nun als Bauarbeiter verkleidet vortragen. „Wer will fleißige Handwerker sehen? Der muss zu uns Kindern gehen.“ Der große, helle Raum, den die Kinder sonst als Turnhalle nutzen, ist voller fremder Erwachsener, und alle halten Ansprachen. Aus Düsseldorf ist die Bauministerin gekommen, der Bürgermeister und lokale Politiker, Vertreter der Diakonie Michaelshoven, von der Kirche Superintendent und Pfarrer, Architekten, Bausteuerer, Spendeneintreibende, Fördermittelbeantragende, großzügige Spender – mehr als zwanzig Personen!(*) So viele Gruppen, Institutionen, Planer und Praktiker müssen an einem Strang ziehen, um solch ein Projekt auf die Beine zu stellen. Jetzt strahlen sie alle um die Wette, während sie sich draußen zum Gruppenfoto aufstellen. Wer schafft es schon, einen Neubau innerhalb der vorgegebenen Zeit und des Kostenrahmens fertig zu bekommen? 7,5 Millionen Euro hatte die Landesregierung bewilligt, lässt Ministerin Ina Scharrenbach in ihre Lobesrede einfließen. Aber selbstverständlich ist die Gemeinde protestantisch-sparsam mit den Steuergeldern aus dem Fonds für Wiederaufbau umgegangen, sodass man tatsächlich 80.000 € zurücküberweisen kann.

Die Kita hat Platz für 62 Kinder in drei Gruppen. Das Gebäude ist offiziell an den Kita-Träger, die Diakonie Michaelshoven übergeben

Ein Vorzeigeprojekt

Von der Straßenseite fügt sich der schlichte Neubau gut ins historische Bild zwischen Kirchturm und Fachwerkhäusern. Genau hier stand das Gemeindehaus, das unbeschädigt geblieben war. Ja, es musste weichen, um Platz zu schaffen! Jetzt nutzt die Gemeinde abends den großen Mehrzweckraum, der tagsüber für die Kinder die Turnhalle ist. Klimaneutral und nachhaltig bauen bedeutet: Geheizt wird mit Erdwärme, die Bürgerenergiegenossenschaft hat eine Solaranlage aufs Dach gestellt, das eigentliche Haus ist in Holzbauweise errichtet. Aber der Kniff, der den Neubau resilient gegen Klimawandel, Starkregen und Flut macht, ist nur von der Hinterseite zu erkennen. Der größte Teil des Baus steht wie ein Tisch auf Beinen! 60 Pfähle wurden acht Meter tief in den Boden gebohrt, auf diesen Stützen ruht eine mehr als 500 qm große Betonplatte. Die drei Gruppenräume öffnen sich alle zur umlaufenden Veranda, und für die Kinder führt eine Rutsche nach unten. Die Stahltür ist eine Spezialanfertigung – sie hält auch große Wassermassen draußen. Bei Regen und auch bei extremer Hitze kann hier eine überdachte, schattige Außenspielfläche genutzt werden, die durch kleine Hügel und Täler interessanter wird. Die Tartanbeschichtung beugt aufgeschlagenen Knien vor. Besonders begeistert sind die Kinder von den grasgrünen, riesigen Beton-Buchstaben als Stützen. Manche können sie schon lesen: V – O – L – B – E – R – G steht da.

Die Kinder aus der Sterne-Gruppe mit Kita-Leiterin Sandra Faust vor dem „O“ von Volberg.

 

Text: Diana Zulfoghari
Foto(s): Diana Zulfoghari

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Zwischen zwei Welten – wie Dagmar und Dieter Schwirschke 30 Jahre die Gehörlosengemeinde Köln prägten

Wedelnde Hände verabschiedeten Pfarrerin Dagmar Schwirschke und Pfarrer Dieter Schwirschke in der Kartäuserkirche. Mit Gebärdensprache drückten etliche Menschen der Gehörlosengemeinde in Köln, aus Aachen und der Region ihre Anerkennung aus – für das Engagement des Paares als Pfarrer und Pfarrerin, Seelsorger und Seelsorgerin sowie als Ausbilder von anderen Seelsorgenden. Zu ihrer feierlichen Entpflichtung, die der Superintendent des Kirchenkreises Rechtsrheinisch, Torsten Krall, am Ende vornahm, waren viele gekommen, um sich noch einmal persönlich zu verabschieden, bevor sie nun in den Ruhestand gehen. Vor knapp 30 Jahren übernahm das Pfarrer-Paar die Gehörlosengemeinde in der Kölner Südstadt. Später kam die Gehörlosenseelsorge in Aachen und der Region dazu. Den Abschiedsgottesdienst hielten sie nun in der dabei bestens erlernten Gebärdensprache, während der jeweils andere für die hörenden Besucherinnen und Besucher dolmetschte.

„Er hat beides: Mut und Angst – und manchmal wechseln sich beide ab“

Zunächst erzählten sie sinnbildlich für ihr bewegtes Arbeitsleben eine ihrer Lieblings-Bibelgeschichten: von der Überfahrt der Jünger über den See Genezareth. Dabei zieht ein Sturm auf. Das Boot droht zu kentern. Als Jesus über das Wasser zu ihnen geht und sie beruhigt, möchte Petrus ihm auf dem gleichen Weg entgegenkommen. Jesus ermutigt ihn. Er traut sich – und es gelingt ihm, über das Wasser zu schreiten. Erst als er die Wellen und den Wind wahrnimmt, droht er unterzugehen und wird von Jesus gerettet. Die Geschichte erzähle vor allem von dem Mann, der beschließt, aus dem Boot auszusteigen und auf dem Wasser zu laufen, betonte Dieter Schwirschke. „Er hat beides: Mut und Angst. Ich kenne das auch in mir – und manchmal wechseln sich beide auch ab.“ Während ihres Berufslebens sei oft der Anfang schwierig gewesen. Dagmar Schwirschke erinnerte sich, wie es für sie gerade in einer ländlichen Gemeinde anfangs gar nicht so einfach war, als Pfarrerin ernst genommen zu werden. „Diese Anfangszeit hat für mich alles andere als festen Boden unter den Füßen bedeutet“, sagte sie.

Zwei Stunden isoliert – und doch verstanden

Pfarrer Dieter Schwirschke – der Mann, der einmal zwei Stunden sprachlos war und daraus eine Berufung machte.

Dieter Schwirschke erinnerte an seine erste Erfahrung als Hörender bei einer Veranstaltung für Gehörlose. Eigentlich sollte ein Gehörlosenseelsorger für ihn dolmetschen, aber der Mann musste überraschend weg – und Schwirschke saß dort zwei Stunden fest. Während die Anwesenden sich bestens in Gebärdensprache unterhielten, verstand er nichts, gänzlich isoliert. Am Ende habe ihm diese Erfahrung aber geholfen, Gehörlose besser zu verstehen, sagte er. Sie würden sich in Gruppen hörender Menschen oft ebenso ausgeschlossen fühlen. Dagmar Schwirschke ergänzte: „Wir beide hatten als hörende Menschen in der Gehörlosenwelt immer wieder das Gefühl, einige Erfahrungen unserer Gehörlosengemeinde zu teilen.“ Dazu gehöre, dass es nicht so ganz einfach war, zwischen den Welten zu vermitteln – deutlich zu machen, was sie in der Gehörlosengemeinde tun und was die gehörlosen Menschen brauchen. Das sei kein Vorwurf, sondern die Beschreibung einer nachvollziehbaren Situation. Aber sie hätten einiges gelernt.

400 Jecken, laute Musik – und das Gefühl, im schwankenden Boot zu sitzen

Eine Gemeinde, die Gebärden spricht – und zwei Menschen, die zuhören lernten.

Als schönes Beispiel dafür erzählte Dagmar Schwirschke von dem Besuch einer Karnevalsveranstaltung für Gehörlose in der Trinitatiskirche. 400 bis 500 gehörlose Jecken hätten das Gemeindehaus gestürmt, wunderbar verkleidet. Bei lauter Musik, die sie nicht hörten, sei viel gebärdet worden – und die Stimmung bestens gewesen. Doch dem Pfarrer-Paar sei es gar nicht wohl dabei gewesen. „Wir haben die ganze Zeit gehofft, dass nichts passiert, dass niemand verletzt wird. Wir haben uns gefühlt, als hätten wir die volle Verantwortung“, erzählte sie. Dann aber hätten sie gemerkt, dass jedes Mitglied des Gehörlosenvorstands bereits im Vorfeld eine bestimmte Aufgabe übernommen hatte. „Es war super organisiert und strukturiert“, so Schwirschke. „Das Gefühl, in einem schwankenden Boot zu sitzen, hat sich dadurch aufgelöst. Und wir haben gemerkt, wie viel Verantwortung die Gehörlosen übernehmen.“ Später sei es für sie herausfordernd gewesen, auch ehrenamtliche Seelsorger auszubilden. „Ich bin zwar gerne Seelsorgerin, aber keine Pädagogin“, sagte Schwirschke. Zudem hätten ihr Einzelgespräche mehr gelegen als Gruppen. Am Ende habe sie aber in allen Kursen wunderbare Menschen kennengelernt, die keine überhöhten Erwartungen an sie hatten, sondern offen waren – für ihre Art und für das, was sie zu geben hatte. Dagmar Schwirschke zog ein Fazit: „Wir haben uns unser Arbeitsleben nicht immer leicht gemacht. Wir haben alles sehr durchlebt und manchmal auch durchlitten. Wir haben aber eine Balance gefunden zwischen Bangen und Hoffen, Sorge und Zuversicht, Angst und Vertrauen – nun auch darin, dass es für die Gemeinde gut weitergehen wird.“

Text: Susanne Esch
Foto(s): Susanne Esch

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Osterfrühstück im Haus Salierring: Begegnung, die trägt

Mehr als 60 Gäste haben im Diakoniehaus Salierring gemeinsam ein Osterfrühstück gefeiert. Unterstützt von ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierten wurde im Haus am Salierring ein Vormittag gestaltet, der vor allem eines spürbar machte: Gemeinschaft, Zuwendung und ein offenes Haus für Menschen, die Unterstützung brauchen. Bei Ostereiern, selbstgebackenem Kuchen und einem liebevoll vorbereiteten Frühstück entstand eine herzliche Atmosphäre. Das Osterfrühstück war damit weit mehr als ein saisonales Beisammensein. Es zeigte im Kleinen, wofür das Diakoniehaus Salierring im Alltag steht: für Begegnung, Verlässlichkeit und konkrete Hilfe.

Diakoniespende unterstützt konkrete Hilfen im Alltag

Gerade deshalb passt der Vormittag auch in einen größeren Zusammenhang. Das Diakoniehaus Salierring ist noch bis zum 30. September 2026 Empfänger der laufenden Diakoniespende des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Zur Halbzeit der Aktion sind bereits 216.000 Euro zusammengekommen, einschließlich der Verdopplung von Spenden bis zu 100.000 Euro durch den Kirchenverband. Mit dem Geld werden unter anderem der Tagestreff, Beratungsangebote, die Kleiderkammer und vor allem die Krankenwohnung für obdachlose und wohnungslose Menschen unterstützt. Die Krankenwohnung verfügt aktuell über sechs Plätze; geplant sind ihre Erweiterung um zwei weitere Plätze sowie die Sanierung der sanitären Anlagen.

Ein Ort, an dem Würde praktisch erfahrbar wird

Das Osterfrühstück hat auf besondere Weise sichtbar gemacht, dass dort, wo Menschen miteinander essen, reden und willkommen sind, Würde ganz praktisch entsteht. Für die Gäste war es ein fröhlicher Vormittag in österlicher Stimmung. Für das Diakoniehaus Salierring war es zugleich ein leises, aber starkes Zeichen dafür, wie wichtig solche Orte in einer Stadt wie Köln sind.

Text: APK
Foto(s): Maja Schumacher

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