Mehr Raum für mehr Hilfe: Evangelische Beratungsstelle Frechen eröffnet neuen Standort an der Elisabethstraße

Sessel in Sonnengelb und leuchtendem Orange, helle Zimmer mit großen Fenstern, bunte Bilder an den Wänden und ganz viel Platz. Wenn Räume gute Laune machen können, dann sind die der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien in Frechen an ihrem neuen Standort, der jetzt mit einem „Meet & Greet“ offiziell eingeweiht wurde, ganz vorne mit dabei. Und genauso soll es sein. „Wer in einer schwierigen Lebenssituation zu uns kommt und mit unserer Unterstützung an bestehenden Problemen arbeiten möchte, soll das in einer freundlichen Umgebung tun können“, sagte Christian Gröger, Geschäftsführer der evangelischen Beratungsstellen in Bensberg, Köln und Frechen. „Die liebevoll gestalteten Beratungsräume bringen unsere Wertschätzung der Klienten zum Ausdruck.“

Gefeiert wurde die Einweihung des neuen Standortes Elisabethstraße 2, an dem schon seit Januar gearbeitet wird, mit zahlreichen Kooperationspartnern und Kollegen. Dabei waren auch Ulrike Grave-Herkenrath als langjährige Vorsitzende des Beirats der drei Standorte und Pfarrerin Miriam Haseleu, stellvertretende Vorsitzende des Bevollmächtigtenausschusses des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch.

Schwerpunkte der Arbeit in der Beratungsstelle sind die Unterstützung von Jugendlichen, die Familien- und Erziehungsberatung sowie die fachkundige Begleitung während und nach Trennungsprozessen. 346 „Fälle“ ratsuchender Einzelpersonen oder Familien haben die Sozialpädagoginnen, Sozialarbeitenden und Psychologinnen im vergangenen Jahr begleitet, 286 davon wurden in diesem Zeitraum abgeschlossen, wobei Beratungs- und Unterstützungsprozesse teils auch länger als ein Jahr dauern.

Doppelt so viel Platz: Ein neuer Standort, der endlich Raum für die Arbeit schafft

Das Team der Therapeutinnen und Team-Assistentinnen mit Einrichtungsleiterin Sandra Latour. (3.v.l., grüne Bluse) in der Sofaecke im Gruppenraum.

Bis Dezember 2025 hatte das Team der seit Anfang der 1990er Jahre in Frechen verwurzelten Evangelischen Beratungsstelle 150 Quadratmeter große Räumlichkeiten am Ende der Fußgängerzone in der Frechener City genutzt. „Die waren schon länger deutlich zu klein für unsere Arbeit“, so die Sozialarbeiterin und Leiterin der Einrichtung, Sandra Latour. „Es gab dort nur einen Raum, der groß genug war, um mit Familien zu arbeiten – obwohl das einer unserer Schwerpunkte ist. Das war von der Terminplanung her nicht immer einfach.“ Man sei am alten Standort schon an Grenzen gekommen, ergänzte Gröger. „Denn auch Paare in Konfliktsituationen kann man ja nicht direkt nebeneinander platzieren.“

Jetzt stehen dem Team auf der zweiten Etage des Gebäudekomplexes 300 Quadratmeter zur Verfügung, die Arbeit mit Familien ist in jedem der mit Schreibtisch, PC und individuell gestalteter Sitzecke ausgestatteten vier Beratungsräume möglich. Je nach therapeutischer Ausrichtung ist eine Ecke des Raumes mit einem Sandspielbereich, Tier- und Menschenfiguren und Spielen für Kinder gestaltet. Eine Küche, die auch als Aufenthaltsraum genutzt wird, ein Gruppenraum für Teambesprechungen und ein offener Empfangsbereich erleichtern die Arbeit ebenso wie ein großer Raum, in dem unter anderem Spieltherapie für Kinder durchgeführt wird. Ein weiterer „echter Gewinn“ am neuen Ort sei auch die Couch-Ecke im Gruppenraum, sagte Latour. „Unsere Jugendlichen haben sie für sich entdeckt. Viele Beratungsgespräche mit ihnen finden in dieser gemütlichen Ecke direkt am Fenster statt.“ Und auch viele andere Klienten seien nach dem Ortswechsel begeistert und positiv überrascht gewesen, ergänzte die Sozialarbeiterin Victoria Klassen.

Begonnen hatte die Suche nach einem größeren Standort bereits vor zwei Jahren. „Einfach war sie nicht, denn er muss in Frechen-Stadt liegen, damit er für Menschen aus dem gesamten Einzugsgebiet gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist“, schilderte Gröger. Barrierefreiheit sei eine weitere Voraussetzung gewesen. „Und weil ein Drittel unserer Klienten Jugendliche sind, kamen auch Räume in einem Gewerbegebiet nicht infrage“, sagte Ulrike Grave-Herkenrath. „Die Jugendlichen kommen oft alleine. Und dann muss der Weg so sein, dass die Eltern das Vertrauen haben, dass es funktioniert. Ein längerer Fußweg durch ein wenig belebtes Gebiet wäre nicht vertretbar gewesen.“ Der neue Standort ist mit fünf Minuten Fußweg vom Bahnhof aus erreichbar, ein Bus hält direkt vor der Einrichtung.

Steigende Nachfrage: Warum immer mehr Familien Unterstützung suchen

Vermittelt werden die Klienten oft von den Verantwortlichen in Schulen und Kindertagesstätten und teils auch vom Jugendamt der Stadt Frechen. „Manche Jugendliche kommen aber auch auf Empfehlung von Freunden, die sich bei uns gut unterstützt gefühlt haben. Das freut uns immer ganz besonders“, sagte Sandra Latour. Der Bedarf an Unterstützung steige stetig, so Grave-Herkenrath. Ein Grund seien weiterhin die Nachwirkungen der Corona-Jahre, in denen Kinder und Jugendliche ohne Kontakt zu Gleichaltrigen die altersgemäßen Entwicklungsphasen nicht durchlaufen konnten. „Ablösungsprozesse haben sich verändert, Phasen müssen nachgeholt werden, das kann Jugendliche ebenso belasten wie ihre Familien“, schilderte Grave-Herkenrath weiter.

Zugenommen habe auch die Zahl der Themen, die Eltern beschäftigen und zu Problemen führen. „Der richtige Umgang mit Medien in den verschiedenen Lebensaltern bleibt weiterhin wichtig“, so Grave-Herkenrath. Ein weiteres sei die Bandbreite an Erziehungshaltungen und der Wunsch von Eltern, immer alles perfekt machen zu wollen oder partizipativ zu agieren. „Doch damit überfordern sie ihre Kinder nicht selten“, sagte Latour. Jugendliche und auch Eltern seien durch die multiplen Krisen und die überall präsente mediale Aufbereitung dieser Themen deutlich stärker belastet als früher. Parallel dazu gebe es immer mehr Familien, in denen beide Elternteile teils auch aus wirtschaftlichen Gründen Vollzeit arbeiten müssten.

Niedrigschwellig und wirksam: Die Angebote der Beratungsstelle im Überblick

Die Einrichtung in der Elisabethstraße 2

Im Schwerpunkt Beratung in Konfliktsituationen und nach Scheidung bietet das Frechener Team mit dem Angebot „Kinder in Trennungssituationen“ (KIT) eine Unterstützung an, die noch nicht sehr weit verbreitet ist. „Jeweils vier bis sechs von Scheidung betroffene Kinder können bei uns in zehn Gruppenstunden über ihre Gefühle sprechen, oder darüber, was sich für sie gerade alles verändert. Sie merken dabei, dass sie nicht alleine sind und andere Kinder gerade das Gleiche erleben.“ Ein sehr niedrigschwelliges Angebot machen die Fachkräfte in den Familienzentren der Frechener Sozialräume. „Dort gibt es Termine vor Ort, sodass die Menschen für einen ersten Kontakt nicht in die Einrichtung kommen müssen“, schildert Grave-Herkenrath. Daraus ergäben sich nicht selten längerfristige Begleitungen in der Beratungsstelle.

„Auf den steigenden Unterstützungsbedarf hat die Stadt Frechen mit der Finanzierung einer weiteren halben Stelle ab November 2024 reagiert. Und uns jetzt bei der Anmietung der neuen Räume unterstützt, wofür wir sehr dankbar sind“, sagte Christian Gröger. Trotz großen Bedarfs müsse man zum Glück bislang keine langen Wartelisten führen, so Einrichtungsleiterin Sandra Latour. „Erwachsene bekommen in der Regel nach vier Wochen ihr Erstgespräch, Kinder und Jugendliche müssen allerhöchstens zwei Wochen warten.“

Text: Gabi Bossler
Foto(s): Gabi Bossler

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Sommer, Sonne, Abenteuer – die FBS Köln macht eure Sommer-Ferien 2026 unvergesslich!

Bald sind endlich Sommerferien und das heißt: Zeit für neue Abenteuer und tolle Events mit der ganzen Familie. Die FBS Köln hat das perfekte Programm für alle, die ihre großen Ferien aktiv, kreativ und gemeinsam erleben möchten! Ob kleine Kochkünstler, bewegungsfreudige Eltern mit Kleinkindern, kreative Großeltern-Enkel-Duos oder Frauen, die fit in den Sommer starten wollen – bei uns ist für jede Altersgruppe etwas dabei – schaut rein und meldet euch an!

Alle Kurse sind einzeln buchbar. Anmeldung und weitere Informationen direkt über die verlinkten Kurse. Sicher dir jetzt deinen Platz – die Sommerferien warten! ☀

 

FerienKochWerkstatt: Sommerpicknick – coole Drinks und fancy Snacks ab 5 Jahren.

Kursnr. 261F2405
Beginn Sa., 18.07.2026,
15:30 – 19:15 Uhr
Dauer 1 x 5
Gebühr 40,00 €
https://www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/261F2405/kursname/FerienKochWerkstatt%20Sommerpicknick%20-%20coole%20Drinks%20und%20fancy%20Snacks%20ab%205%20Jahren/kategorie-id/392

Sommer Sonne Spaß und Farben – (Groß-)Eltern-Kind-Kreativkurs ab 4 Jahren

Kursnr.261F2204
Beginn Mo., 20.07.2026,
15:30 – 18:30 Uhr
Dauer 5 x 4
Gebühr 183,00 €
https://www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/261F2204/kursname/Sommer%20Sonne%20Spass%20und%20Farben%20-%20Gross-Eltern-Kind-Kreativkurs%20ab%204%20Jahren/kategorie-id/392/

Fit durch’s Jahr – Bewegungsmix für Frauen ab 30 Jahre- Ferienkurs

Kursnr. 261F91534
Beginn Mo., 20.07.2026,
18:00 – 19:00 Uhr
Dauer 7 x 1 Std.
Gebühr 23,00 €
https://www.fbs-koeln.org/programm/erwachsene/kw/bereich/kursdetails/kurs/261F91534/kursname/Fit%20durchs%20Jahr%20-%20Bewegungsmix%20fuer%20Frauen%20ab%2030%20Jahre-%20Ferienkurs/kategorie-id/393/

Treff für Großeltern – Gemeinsam Großelternsein erleben mit Kindern ab 1 Jahr

Kursnr.261F2039
Beginn Mo., 10.08.2026,
10:00 – 11:30 Uhr
Dauer 4 x 2
Gebühr 31,00 €
https://www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/261F2039/kursname/Treff%20fuer%20Grosseltern%20-%20Gemeinsam%20Grosselternsein%20erleben%20mit%20Kindern%20ab%201%20Jahr/kategorie-id/392/

Sommerferien Kurs / Eltern-Kind-Turnen Floh & Co (1-2 Jährige)

Kursnr. 261F21651
Beginn Mo., 27.07.2026,
15:45 – 16:45 Uhr
Dauer 4 x 1 Std.
Gebühr 27,00 €
https://www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/261F21651/kursname/Sommerferien%20Kurs%20Eltern-Kind-Turnen%20Floh%20Co%201-2%20Jaehrige/kategorie-id/392/

Sommerferien Kurs Eltern-Kind-Turnen Floh & Co (2-3 Jahre alt)

Kursnr. 261F21652
Beginn Mo., 27.07.2026,
16:45 – 17:45 Uhr
Dauer 4 x 1 Std.
Gebühr 27,50 €
https://www.fbs-koeln.org/programm/kw/bereich/kursdetails/kurs/261F21652/kursname/Sommerferien%20Kurs%20Eltern-Kind-Turnen%20Floh%20Co%202-3%20Jahre%20alt/

Sommerferien Kurs Eltern-Kind-Qigong für Kinder von 6-8 Jahren

Kursnr. 261F21703
Beginn Mi., 26.08.2026,
10:30 – 11:30 Uhr
Dauer 3 x 1 Std.
Gebühr 24,50 €
https://www.fbs-koeln.org/programm/offeneangebote/kw/bereich/kursdetails/kurs/261F21703/kursname/Sommerferien%20Kurs%20Eltern-Kind-Qigong%20fuer%20Kinder%20von%206-8%20Jahren/kategorie-id/437/

 

Warum mitmachen?

Die Ferienwerkstätten der fbs sind mehr als nur Beschäftigung: Sie sind Orte für Begegnung, Lernen, Kreativität und gemeinsames Erleben. In kleinen Gruppen und unter fachkundiger Anleitung entsteht Raum für das, was im Alltag oft zu kurz kommt – echte Qualitätszeit miteinander.

Veranstalter:

Evangelische Familienbildungsstätte Köln
Kartäusergasse 9–11, 50678 Köln
www.fbs-koeln.org

Jetzt anmelden – die Wintermonate werden warm, kreativ und gemeinschaftlich!

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Unsere Wochentipps: Diskussion mit Herbert Prantl, Orgelvesper und Jean-Paul Sartre

Zahlreiche Wochentipps laden in Köln und Region zum Mitfeiern, Nachdenken und Begegnen ein: Am Donnerstag feiert der Evangelische Sozialdienst Frechen sein 40-jähriges Bestehen. Am Freitag wird Pfarrerin Gaby Masanek in einem Gottesdienst in ihr neues Amt eingeführt. Ebenfalls am Freitag stehen in Köln ein philosophischer Vortrag über Jean-Paul Sartres berühmten Satz „Die Hölle, das sind die Anderen“ sowie eine Diskussion zur Verteidigung der Demokratie mit dem Journalisten Heribert Prantl auf dem Programm. Am Samstag begeht die Evangelische Kirchengemeinde Lindlar das 70-jährige Jubiläum ihrer Jubilate-Kirche, während in der Trinitatiskirche eine Orgelvesper mit Werken von Johann Sebastian Bach und Flor Peeters erklingt. Den Abschluss bildet am Sonntag die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Friedenskirche in Erftstadt.

40 Jahre Evangelischer Sozialdienst Frechen

Mit einem Empfang feiert der Evangelische Sozialdienst der Kirchengemeinde Frechen am Donnerstag, 18. Juni, 15 Uhr, an der Hauptstraße 209 sein 40-jähriges Bestehen. Gegründet 1986 auf Initiative von Pfarrer Harald Steindorf, hat sich der Sozialdienst seither zu einer festen Institution im Netzwerk der Anlaufstellen in Frechen entwickelt. Ziel war von Anfang an, Menschen in sozialen Notlagen mitmenschlich zu unterstützen – unabhängig von Nationalität, Religion oder Hautfarbe. Aus diesem Ansatz entstanden im Laufe der Jahre ein Begegnungscafé, eine Kleiderstube und eine Lebensmittelausgabe. Seit Anfang 2026 konzentriert sich der Sozialdienst wieder verstärkt auf grundlegende Hilfeangebote für Menschen in schwierigen Lebensphasen. Gefeiert wird das Jubiläum auch beim Gemeindefest am Sonntag, 21. Juni, an der Evangelischen Kirche, Hauptstraße 209.
www.kirche-frechen.de

Sundowner im Kartäuserhof – Genießen und Gutes tun

Das Team von Hier & Weiter in Zusammenarbeit mit der Diakonie Köln und Region sowie der Evangelischen Gemeinde Köln läd zum Sundowner im Innenhof der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, ein: am Donnerstag und Freitag, 18. und 19. Juni, jeweils 17 bis 23 Uhr. Bei Cocktails, Kölsch, internationalen Snacks und Reibekuchen, dem Kaffee-Mobil „Himmel & Bohne“ und besonderen Musik-Acts lässt sich der Feierabend in sommerlicher Atmosphäre genießen. An beiden Abenden gibt es zudem eine Verlosung mit attraktiven Preisen. Wer den Abend beim Sundowner verbringt, unterstützt gleichzeitig Menschen in Not: Alle Erlöse kommen der Arbeit mit und für Menschen im Kirchenasyl in Köln zugute.
http://www.hierundweiter.de

Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Gaby Masanek

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region lädt im Namen des Schulreferates am Freitag, 19. Juni, 8.10 Uhr, zum Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Gaby Masanek in die Kirche Christi Auferstehung, Brucknerstraße, ein. Superintendent Markus Zimmermann führt Gaby Masanek in ihren Dienst in die 33. Verbandspfarrstelle an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule ein. Im Anschluss laden die Schule und das Evangelische Schulreferat zu Kaffee und Gebäck ein. Eine Anmeldung unter schulreferat.kirche-koeln@ekir.de oder Telefon 0221/3382-278 ist erwünscht.

„Sind die Anderen die Hölle?“ – Sartre und die Philosophie der Geschlossenen Gesellschaft

Was Sartre mit dem berühmten Satz „Die Hölle, das sind die Anderen“ wirklich meinte, erläutert Christina Münk am Freitag, 19. Juni, 18 Uhr, in der Melanchthon-Akademie, Sachsenring 6. Das Zitat stammt aus Jean-Paul Sartres Drama „Geschlossene Gesellschaft“, das 1944 uraufgeführt wurde und von drei Menschen handelt, die nach ihrem Tod die Ewigkeit gemeinsam in einem vornehmen Salon verbringen – und einander ohne körperliche Gewalt zur Hölle werden. Der Vortrag ordnet Sartres Philosophie ein und zeigt auf, was sie heute noch zu einem authentischen und engagierten Leben beitragen kann. Die Teilnahme kostet 10 Euro.
www.melanchthon-akademie.de

Demokratie verteidigen – Verantwortung leben mit Herbert Prantl

Der Journalist, Publizist und Autor Professor Heribert Prantl spricht am Freitag, 19. Juni, 19.30 Uhr bis 21 Uhr, in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2–4, über die Verteidigung der Demokratie. Unter dem Leitgedanken „Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, die Demokratie umzubringen“ thematisiert Prantl die Frage eines AfD-Verbotsverfahrens und die gesellschaftliche Verantwortung, demokratische Grundwerte aktiv zu schützen. Die Moderation übernimmt Nicole Schweiß. Die Veranstaltung der Melanchthon-Akademie entsteht in Kooperation mit dem NRW Appell, der Lutherkirche und der Initiative „AfD-Verbot jetzt“. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erwünscht.
www.melanchthon-akademie.de

70 Jahre Jubilate-Kirche Lindlar

Mit einem Festgottesdienst und anschließendem Gemeindefest feiert die Evangelische Kirchengemeinde Lindlar am Samstag, 20. Juni, 15 Uhr, das 70-jährige Bestehen der Jubilate-Kirche, Auf dem Korb 21. Im Anschluss an den Gottesdienst erwartet die Gäste ein buntes Programm mit Kaffee und Kuchen, Musik, Essen und Getränken bis in den Abend.
www.ev-kirche-lindlar.de

Orgelvesper mit Pfarrer Bernhard Seiger

Werke von Johann Sebastian Bach und dem belgischen Komponisten Flor Peeters stehen im Mittelpunkt einer Orgelvesper am Samstag, 20. Juni, 18 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4. Organist Bertold Seitzer, seit September 2024 Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Lindenthal, spielt unter anderem Bachs Präludium a-Moll BWV 569 und das Konzert g-Moll BWV 985 nach Georg Philipp Telemann sowie aus Peeters‘ „Lied-Symphonie“ op. 66 die Sätze „Lied to the Desert“ und „Lied to the Sun“. Die Vesper wird liturgisch begleitet von Pfarrer Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region.
www.trinitatiskirche-koeln.de

100 Jahre Friedenskirche Erftstadt

Mit einem Festgottesdienst und anschließendem Gemeindefest feiert die Evangelische Friedenskirchengemeinde in Erftstadt am Sonntag, 21. Juni, 10 Uhr, in der Friedenskirche, Schlunkweg 50, das 100-jährige Bestehen ihrer Kirche. Pfarrerin Andrea Döhrer gestaltet den Gottesdienst. Die Friedenskirche wurde am 20. Juni 1926 eingeweiht – der Grundstein war bereits am 20. September 1925 gelegt worden. Entstanden ist sie aus dem Wunsch der evangelischen Bevölkerung im damaligen Liblar, einen eigenen Kirchenbau zu erhalten: 1911 hatte sich zu diesem Zweck der Kirchbauverein Liblar gegründet. Seither ist die Friedenskirche vielen Menschen Heimat und verbindet die Gemeinde durch Gottesdienste und Kasualien.
www.kirche-erftstadt.de

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Pop-up-Hochzeit in Rösrath: Segensbüro „Hätzjeföhl“ lädt Paare zum spontanen „Ja“ zueinander ein

Paare, die ihre Beziehung segnen lassen möchten, sind am Samstag, 11. Juli, ab 10 Uhr an der Volberger Kirche, Volberg 1, in Rösrath willkommen. Das Segensbüro „Hätzjeföhl“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region richtet dort eine Pop-up-Hochzeit aus. Paare können spontan vorbeikommen oder vorab eine feste Uhrzeit vereinbaren.

Rund ein Dutzend segnende Personen gestalten an diesem Tag persönliche kleine Rituale für Paare. Die Segnungen können in der Kirche, draußen im Grünen, an stillen Orten oder mitten im Dorf stattfinden. Auch die musikalische Begleitung ist frei wählbar – etwa mit Stehgeiger, Gitarre oder Orgel. Vor der Segnung gibt es ein Kennenlerngespräch, anschließend ein Glas Sekt und ein Erinnerungsfoto.

Die Volberger Kirche wurde bewusst als Veranstaltungsort ausgewählt. Die kleine Dorfkirche liegt inmitten einer idyllischen Landschaft und bietet einen besonderen Rahmen für die Pop-up-Hochzeit. Die Umgebung soll dabei aktiv einbezogen werden: Paare können sich nicht nur in der Kirche, sondern auch unter freiem Himmel segnen lassen.

Das Angebot richtet sich an alle Menschen, die sich als Paar verstehen – unabhängig davon, ob sie heterosexuell oder queer sind, standesamtlich verheiratet oder nicht. Das Segensbüro möchte insbesondere Menschen ansprechen, die sich Begleitung, Zuspruch und einen besonderen Moment für ihre Beziehung wünschen, auch wenn sie keinen klassischen kirchlichen Weg gehen möchten.

Mehrere Segnende stehen an diesem Tag zur Verfügung, sodass die Paare selbst entscheiden können, wer sie begleitet. Die Zeremonien werden individuell gestaltet und finden an unterschiedlichen Orten rund um die Kirche statt.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Kirchenmitgliedschaft ist nicht erforderlich. Auch Menschen ohne Bindung an die Kirche können sich segnen lassen. Wer evangelisch ist und bereits standesamtlich geheiratet hat, kann die Segnung auf Wunsch anschließend als offizielle kirchliche Trauung eintragen lassen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.haetzjefoehl.de.

Text: APK
Foto(s): Haetzjeföhl

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„Die Wahrheit wird euch frei machen“ – Regionalisierung, Schutzkonzept und Queere Kirche: Nachrichten von der Kreissynode des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch

Gottesdienst mit queerem Predigtimpuls

Pfarrer Tim Lahr.
Pfarrer Tim Lahr.

Die tiefe Freundschaft zwischen David und Jonatan, von der im ersten Buch Samuel erzählt wird, war das Predigtthema des Deutzer Pfarrers Tim Lahr beim Eröffnungsgottesdienst mit Abendmahl der Kreissynode des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch. „Wunderbarer war deine Liebe für mich als die Liebe der Frauen“, zitierte Tim Lahr den Text. „Queere Menschen hat es immer gegeben. Heute benutzen wir andere Worte als in alten Zeiten. Waren David und Jonatan ein Liebespaar? Wir wissen es nicht.“ Queer zu sein, habe sehr lange bedeutet, das verbergen zu müssen. Jesus Christus habe gesagt: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Und für die Wahrheit müsse sich niemand schämen. Vom Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Refrath gingen die Synodalen im Anschluss ins Bürgerzentrum Steinbreche.

Grußworte und Hoffnungsperspektiven

Superintendentin Kerstin Herrenbrück und Superintendent Torsten Krall begrüßten die 87 anwesenden Synodalen und die vielen Gäste. Dr. Volker Haarmann, Leiter des Dezernats Theologie im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland, begleitet den Kirchenkreis im Auftrag der Landeskirche und erinnerte in seinem Grußwort an die Tageslosung: „Denn der Herr, dein Gott, führt dich in ein gutes Land.“ Wenn Enttäuschungen zum Dauerzustand würden, verlören viele die Hoffnung auf Besserung. „Unsere Stärke ist die Vision von Gottes Erneuerung unserer Welt.“

Markus Zimmermann, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch, war ebenfalls gekommen und sprach ein Grußwort. Er hat als Kind mehrere Jahre im Rechtsrheinischen in der Stegerwaldsiedlung gelebt. Zimmermann verwies auf die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Kirchenkreisen in Köln und Umgebung. „Wir sind verbunden durch den Kirchenverband, durch die Queere Kirche, durch das Schutzkonzept und durch noch so viele Themen mehr.“

Von katholischer Seite waren aus Köln vom Katholikenausschuss Elisabeth Grumfeld und aus dem Rheinisch Bergischen Kreis Julia Sabine Linke gekommen und brachten ökumenische Grüße mit.

Rufbereitschaft in der Krankenhausseelsorge

Krankenhausseelsorger und Pfarrer Volkher Preis warb für die Rufbereitschaft in der Krankenhausseelsorge, mit der die evangelische Kirche in Köln und der Region ein Alleinstellungsmerkmal besitze. „Wir sind 24/7 das ganze Jahr für die Patienten da. Können Sie sich vorstellen, so eine sinnstiftende Arbeit zu leisten?“, sprach er die Pfarrpersonen auf der Synode direkt an. Aber auch entsprechend ausgebildete Ehrenamtliche seien willkommen. Eine fundierte Ausbildung werde garantiert, neue Mitwirkende seien für den Dienst herzlich willkommen.

Regionalisierung: Fortschritte und Spannungen

Superintendent Torsten Krall und Superintendentin Kerstin Herrenbrück.
Superintendent Torsten Krall und Superintendentin Kerstin Herrenbrück.

Eines der Hauptthemen der Synode war der Prozess der Regionalisierung im Kirchenkreis. Dieser schreitet in vier Regionen voran und hat das Ziel, über Gemeindegrenzen hinweg evangelisches Leben im Kirchenkreis zu denken und zu gestalten und damit größere, zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Es gebe aber Probleme mit der Geschwindigkeit, räumten einige Gemeindevertreter*innen ein. Der einen Gruppe dauere der Prozess zu lange, den anderen gehe es nicht schnell genug. Manche Gemeinden denken über Fusionen nach und haben bereits gemeinsame Ausschüsse und Arbeitskreise gebildet. Gemeinsame Sitzungen der Presbyterien wurden anberaumt. Es gibt aber auch Gemeinden, die Kooperationen noch eher reserviert gegenüberstehen. Unter Leitung von Andrea Rwanschad, die gemeinsam mit Christian Rommer extern die Prozessteuerung begleitet, diskutierten die Synodalen in Dreiergruppen über ihre Erfahrungen im Prozess der Regionalisierung. Der Fokus lag hierbei auf den bestehenden und gewünschten Entscheidungswegen.  Abschließend bot Superintendentin Kerstin Herrenbrück noch einmal allen Gemeinden bei Problemen Unterstützung durch den Kirchenkreis an.

Partnerschaft mit Brasilien neu belebt

Pfarrerin Janneke Botta und Jugendreferentin Vera Schraml sind in diesem Jahr mit zwölf Teilnehmenden nach Brasilien gereist. Der Kirchenkreis unterhält seit 38 Jahren eine Partnerschaft mit der Sinodo Noroeste Riograndense. Nach einer achtjährigen Besuchspause wurde durch diese Begegnung die Partnerschaft neu belebt. Superintendentin Kerstin Herrenbrück sprach Vera Schraml, Janneke Botta und den mitgereisten jungen Menschen, die zu diesem TOP zur Kreissynode gekommen waren, großen Dank dafür aus: Wie schön, dass ihr das gewagt habt – für euch und auch für uns!“  Die vier Vertreter*innen der deutschen Partnerschaftsgruppe teilten mit der Synode einige ihrer Eindrücke und Themen aus den 14 Tagen in Brasilien, wo sie sehr herzlich empfangen worden sind. Für 2028 ist der Besuch einer brasilianischen Gruppe in Köln geplant.

Schutzkonzept soll verbindlich umgesetzt werden

Interessiert nahm die Synode das neue Schutzkonzept gegen sexualisierte und andere Formen von Gewalt zur Kenntnis. Das Konzept wurde vom Kreissynodalvorstand Köln-Rechtsrheinisch, vom linksrheinischen Bevollmächtigtenausschuss sowie vom Vorstand des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region verabschiedet und geht nun zur Beschlussfassung in die Gemeinden. „In diesem Thema steckt eine große Dynamik. Wir bleiben Lernende und werden sicher immer wieder noch etwas nachbessern.“ betonte Superintendentin Kerstin Herrenbrück. So setzt der Arbeitskreis, der das neue Schutzkonzept unter Berücksichtigung aller neuer Vorgaben und Standards entwickelt hat, vor allem auf ein digitales Format, das den Gemeinden, das auf der Homepage des Kirchenkreises bereits abrufbar ist und den Gemeinden in den nächsten Wochen zugesandt wird. Mit Nachdruck betont Superintendentin Kerstin Herrenbrück die Wichtigkeit, dass sich jede Kirchengemeinde und Einrichtung ihrer Verantwortung bewusst ist, sich das Schutzkonzept mit großer Ernsthaftigkeit zu eigen zu machen.

Prävention war auch Thema von Pfarrerin Dr. Dorothea Ugi und Vikarin Rebekka Rüger bei ihrem „Wort aus dem Jungen Konvent“. Dieser besteht aus Pfarrpersonen unter 40 Jahren oder mit weniger als 15 Dienstjahren und trifft sich regelmäßig digital, um Themen zu besprechen, die dieser Altersgruppe wichtig sind. Derzeit wird unter anderem ein Papier erarbeitet, das sich mit dem Pfarrbild 2040 beschäftigt. Ugi und Rüger machten deutlich, wie wichtig den jungen Theolog*innen Prävention ist, und dass mit dem Schutzkonzept allein noch nichts erledigt sei: Entscheidend ist nun die Umsetzung in den Gemeinden. Mit Fragen, die jede*r Synodale für sich beantworten sollte, lenkten sie den Blick auf den Stand der Umsetzung vor Ort.

Kirchenasyl im Kirchenkreis nimmt Gestalt an

Superintendent Torsten Krall bedankte sich ausdrücklich bei den Gemeinden für ihre Unterstützung des Projektes Kirchenasyl im Kirchenkreis. Eine Etage in einem Haus in Buchforst wird derzeit für die Aufnahme von Geflüchteten hergerichtet. „Wir haben ausreichend finanzielle Mittel für die Aufnahme und arbeiten eng zusammen mit der Diakonie und dem Ökumenischen Netzwerk Asyl“, berichtete er. Es werde auch eine Stelle mit geringem Stundenumfang geschaffen. Diese Person soll die ehrenamtliche Arbeit koordinieren.

Solidarität mit der Queeren Kirche

Pfarrer Tim Lahr, der für die Queere Kirche in Köln verantwortlich zeichnet, berichtete von Anfeindungen gegen ihn und die queere Gemeinde. Insbesondere eine Gruppe radikaler Christ*innen habe schon mehrfach vor der Deutzer St. Johannes-Kirche und der Kartäuserkirche in der Kölner Südstadt demonstriert. Da die Demonstrationen angemeldet gewesen seien, hätten sie nicht untersagt werden können. In einem rechten Medium sei nach Angaben Lahrs seine Wohnadresse veröffentlicht worden; er wertete dies als Bedrohung. Für den nächsten queeren Gottesdienst hätten Anwohner*innen eine eigene Demonstration angemeldet, um ein Zeichen gegen rechte Einschüchterung zu setzen.

Pfarrerin Janneke Botta rief eindringlich zur Solidarität mit der Queeren Kirche auf. „Leidet ein Glied, leiden alle anderen Glieder mit. Was da in Deutz passiert, betrifft uns alle. Wenn wir uns damit abfinden, bedroht das die Freiheit unserer Kirche, die Freiheit, das Evangelium zu verkünden und die Freiheit, Gottesdienst zu feiern. Eines muss sicher sein: Wer bedroht wird, steht in dieser Kirche nicht allein.“ Mit langanhaltendem Applaus drückte die Synode ihre Solidarität mit der Queeren Kirche aus.

Wehrdienstberatung, Jahresabschluss und Personalien

Die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide hatte beantragt, eine Synodalbeauftragung für Wehrdienstberatung einzurichten. Auf Empfehlung des Kreissynodalvorstandes beschloss die Synode, darauf zu verzichten, weil gerade ein professionelles Beratungsangebot im Evangelischen Jugendreferat Köln und Region durch Jörn Ruchmann eingerichtet worden ist. Gleichzeitig betont sie mit ihrem Beschluss die Bedeutung einer entsprechenden Beratung für den kirchlichen Auftrag.

Einstimmig stellte die Kreissynode den Jahresabschluss des Kirchenkreises zum 31. Dezember 2025 mit einer Bilanzsumme von 6.823.978,87 Euro und einem positiven Bilanzergebnis von 236.624,55 Euro fest. Darin enthalten sind eine geplante Rücklagenentnahmen in Höhe von 71.317,51 Euro für Kosten der Gebäudebedarfsplanung, sodass ein Jahresüberschuss in der Ergebnisrechnung in Höhe von 165.307,04 Euro verbleibt. Das positive Bilanzergebnis soll der Ausgleichsrücklage zugeführt werden.

Superintendent Torsten Krall und die Synode gratulierten Superintendentin Kerstin Herrenbrück zu ihrem 25-jährigen Ordinationsjubiläum. Letztmalig an einer Synode des Kirchenkreises nahmen Pfarrerin Eva Manderla, Pfarrerin Claudia Posche, Pfarrer Christoph Breer teil. Tatjana Fornoff wurde als weiteres Mitglied in den Finanzausschuss berufen. Als zusätzliche Mitglieder wurden Bernd Franzen in den Nominierungsausschuss, Karl Elis in den Finanzausschuss und Uschi Erfurdt in den Kreisdiakonieausschuss berufen. Der Kirchenkreis hat zudem vier neue Mitarbeitende als Mitglieder: Mechthild Brand und Jens-Peter Enk aus dem Kreiskantorat, Manuel Ernst als Klimaschutzkoordinator und Meike Hermes aus dem Erprobungsraum Mütopia.

Ausblick

Die nächsten Kreissynoden des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch sind bereits terminiert: Die Herbstsynode findet am Samstag, 14. November 2026, im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, statt. Für das Jahr 2027 sind zwei Synoden vorgesehen: am Freitag, 11. Juni 2027, im Bürgerzentrum Steinbreche in Refrath sowie am Samstag, 13. November 2027, im Haus der Evangelischen Kirche.

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Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Diskussionsabend „Demokratie verteidigen“ am 19. Juni: Interview mit Heribert Prantl zu AfD-Verbot

Demokratie verteidigen – Verantwortung leben: Der Journalist, Publizist und Autor Professor Heribert Prantl spricht am Freitag, 19. Juni, 19.30 Uhr bis 21 Uhr, in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2–4, über die Verteidigung der Demokratie.

Unter dem Leitgedanken „Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, die Demokratie umzubringen“ thematisiert Prantl die Frage eines AfD-Verbotsverfahrens und die gesellschaftliche Verantwortung, demokratische Grundwerte aktiv zu schützen. Die Moderation übernimmt Nicole Schweiß. Die kostenfreie Veranstaltung ist eine Kooperation von NRW Appell, der Lutherkirche, der Initiative „AfD-Verbot jetzt“ und der Melanchthon-Akademie.

Warum Demokratie mehr braucht als Vertrauen und warum ihre Verteidigung alle angeht, das erklärt Heribert Prantl im Interview:

„Zu den Freiheiten der Demokratie gehört es nicht, die Demokratie umzubringen.“ Warum ist dieser Satz gerade jetzt so aktuell?

Heribert Prantl: Weil die AfD drauf und dran ist, die Demokratie zu erwürgen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dieser Haupt- und Eingangssatz des Grundgesetzes hat Auswirkungen darauf, wie der Verfassungsstaat mit denen umgehen soll, die dieses höchste aller Grundrechte verbiegen und verachten. Gewiss: Die AfD findet derzeit viel Zustimmung, ihre Prozentanteile in den Umfragen sind hoch. Aber der Schutz der Menschenwürde steht nicht unter einem Prozentvorbehalt. Im Gegenteil: Je stärker eine Partei ist, die die Menschenwürde angreift, desto wichtiger ist es, die Waffen der wehrhaften Demokratie zu entrosten. Es geht nicht einfach nur um einen abstrakten Schutz der Demokratie. Es geht um den konkreten Schutz von Menschen – von Migrantinnen und Migranten, von Jüdinnen und Juden, von Menschen mit Behinderungen. 

Was erwarten die Besucherinnen und Besucher Ihres Vortrags in Köln – welche Fragen möchten Sie gemeinsam mit dem Publikum diskutieren?

Heribert Prantl: Ist der Aufstieg der AfD ein Indiz für eine Krise der Demokratie? Hat diese Krise auch damit zu tun, dass bei den demokratischen Parteien der Grundrechtsstolz bröckelt? Es fehlt die unverdrossene und mutige Zuversicht, die die Mütter und Väter des Grundgesetzes hatten. Sie hatten, in schwierigsten Zeiten, die Kraft der Hoffnung – und mit dieser Kraft haben sie die Grundrechte geschrieben. Den demokratischen Parteien fehlen heute diese Kraft und dieser Stolz bei deren Verteidigung. Der Glaube vieler Menschen an die Potenz der Demokratie als Werte- und Zukunftsgemeinschaft ist daher kleiner geworden. Umso wichtiger ist die Kraft der Hoffnung; sie lässt die Welt nicht zum Teufel gehen.

Die Debatte um ein mögliches AfD-Verbotsverfahren wird kontrovers geführt. Was möchten Sie Menschen mitgeben?

Heribert Prantl: Ein Prüfverfahren ist nichts Unanständiges. Im Gegenteil! Wir sind doch sonst im Prüfen so stark – siehe den TÜV, siehe Stiftung Warentest! Da wollen wir doch nicht ausgerechnet bei der wichtigsten Frage der Demokratie auf eine Prüfung verzichten. So ein Prüf- und Verbotsantrag ist der sichtbare Ausdruck des rechtsstaatlichen Widerstands gegen Extremismus und grundgesetzfeindliche Kraftmeierei. Und: Ein Verbotsantrag ist nicht einfach nur ein Verbotsantrag gegen eine Partei, es ist ein Antrag für eine wehrhafte Demokratie und für den Schutz der Menschen, gegen die die AfD agitiert und die sie aus dem Land treiben will, Remigration nennt sie das. Es handelt sich um Deportation. Das muss verhindert werden – mit Kraft und Power; mit einem Parteiverbot!

Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erwünscht. Mehr Infos finden Sie hier:

www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): APK/Canva/Nina Tenhumberg

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Vielfalt und Fußball – Come Together Cup: Evangelische Kicker erreichen sensationellen dritten Platz

Es ging früh los und fing gleich sehr gut an. Um 8.30 Uhr morgens trat das Team der Evangelischen Kirche Köln zu seinem ersten Spiel beim Come Together Cup auf den Stadionvorwiesen an und zeigte den Kickern der Gold-Kraemer-Stiftung sogleich die Grenzen auf. Nach dem 3:0 kam der nächste Gegner noch deutlicher unter die Räder. 8:1 siegten die Evangelischen gegen das Team vom SAE Mediencampus. Chancenlos blieben auch die nächsten drei Gegner in der Gruppenphase, die allesamt besiegt wurden. Achtelfinale!

Der Come Together Cup zeigt, was Köln gut kann: offen sein, herzlich sein und Menschen zusammenbringen, unabhängig von Herkunft, Lebensrealität oder Fußball-Sachverstand. Neben Männer- und Frauenteams spielten Mixed-, Inklusions-, sowie Trans-, Inter- und nicht-binäre Teams. Auch in diesem Jahr begegneten sich auf der Stadionvorwiese mehr als 20.000 Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Glaubensrichtung und körperlicher Beeinträchtigung – auf und neben dem Fußballplatz. „Am wichtigsten ist es, dass wir Spaß haben“, setzte Marco Beumers, Sportbeauftragter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, die Prioritäten. Die Mannschaft habe von sich nicht allzuviel erwartet und sei selbst am meisten überrascht, wie gut sie sei, lautete das Zwischenfazit nach der Gruppenphase. „Jetzt wollen wir mal gucken, wie weit es noch geht“, sagte Beumers. Und es ging weit. Nach Siegen im Achtel- und Viertelfinale stand man völlig unerwartet im Halbfinale. Und das mit einer Mannschaft, die sich zwischen den Turnieren nicht zum gemeinsamen  Training trifft.

Gegner beim Spiel um den Einzug ins Finale waren die Bunte-Liga-Allstars, die allesamt in jüngeren Jahren in höheren Ligen im regulären Vereinsfußball aktiv waren. Beumers kann eine gewisse Enttäuschung nicht verhehlen: „Nach einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel mussten wir in den letzten beiden Minuten durch einen eigenen Fehler den entscheidenden Treffer zum 2:1 hinnehmen. Ohne diese unglückliche Szene wäre das Spiel ins Elfmeterschießen gegangen und damit wäre der Traum vom Finale weiterhin greifbar gewesen“, so Beumers. Unglück hieß, dass der eigene Torwart bei einem Rettungsversuch ausgerutscht war. Der Platz war glatt. Kein Wunder, hatte es doch kurz vor dem Spiel so heftig geschüttet, dass alle im Rhein-Energie-Stadion Schutz suchen mussten. „Trotz der knappen Niederlage überwiegt der Stolz auf das Erreichte. Vor dem Turnier hätte wohl kaum jemand erwartet, dass dieser Weg bis ins Halbfinale möglich sein würde“, bilanzierte der Sportbeauftragte. Die Mannschaft wurde aufgrund der Ergebnisse auf Platz drei des Turniers gesetzt. Ein winziger Wermutstropfen blieb. „Wir sind nicht als fairste Mannschaft des Turniers ausgezeichnet worden.“

Dabei habe man nicht eine gelbe Karte kassiert und auch nicht einmal mit dem Schiedsrichter diskutiert. Sei’s drum. Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Am 14. September wird in Duisburg der Präses-Cup ausgetragen. Natürlich ist das Kölner Team dort angemeldet. Schließlich gilt es, den Titel des Vorjahres zu verteidigen. Und dafür hat man beim Come Together Cup Grundlagen gelegt, sagt Beumers: „Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass wir nicht nur sportlich überzeugt haben, sondern auch als Mannschaft weiter zusammengewachsen sind.“

Interview mit Marco Beumers, Sportbeauftragter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region:

Mit welchen Erwartungen sind Sie in den Come Together Cup gestartet?

Marco Beumers: Wir haben gemeinsam ein Team geschaffen, das nicht nur sportlich, sondern auch menschlich hervorragend harmoniert. Schon in der Vorrunde zeigte sich, dass an diesem Tag vieles zusammenpasste. In fünf Spielen blieb unsere Mannschaft ungeschlagen und gewann alle fünf Begegnungen. Damit legten wir den Grundstein für einen beeindruckenden Turnierverlauf.

Was hat die Mannschaft aus Ihrer Sicht so stark gemacht, dass es bis ins Halbfinale gereicht hat?

Marco Beumers: Die intensive Gruppenphase verlangte allen Spielern bereits alles ab, doch Einsatzbereitschaft, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung machten den Unterschied. Auch in den anschließenden K.-o.-Runden bewies die Mannschaft ihre Qualität. Mit großem Kampfgeist und einer geschlossenen Teamleistung gelang der Einzug bis ins Halbfinale. Dort fehlte am Ende nur ein kleiner Schritt zum großen Finale. Umso bemerkenswerter ist die Leistung der gesamten Mannschaft, die sich durch Leidenschaft, Zusammenhalt und großen Einsatz ausgezeichnet hat.

Überwiegt nach dem Halbfinale eher die Enttäuschung über das verpasste Finale oder der Stolz auf die Gesamtleistung?

Marco Beumers: Neben den sportlichen Erfolgen kam auch der Spaß nicht zu kurz. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war über den gesamten Tag hinweg hervorragend. Es wurde viel gelacht, gegenseitig motiviert und gemeinsam gekämpft. Gerade diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und echter Kameradschaft machte das Turnier zu einem besonderen Erlebnis.

Ebenfalls das Wetter sorgte zwischenzeitlich für eine Herausforderung. Ein plötzlich aufziehender Hagelschauer führte kurzzeitig zu einer Unterbrechung des Turniergeschehens und beeinflusste auch den Promi-Kick. Nachdem sich die Wetterlage jedoch schnell beruhigt hatte, konnte der Spielbetrieb fortgesetzt werden und der Turniertag nahm seinen erfolgreichen Verlauf. Besonders erfreulich: Trotz der hohen Intensität und der zahlreichen Spiele blieb die Mannschaft von schwerwiegenden Verletzungen verschont. Kleinere Blessuren gehören im Fußball zwar dazu und lassen sich bei körperbetonten Duellen kaum vermeiden, doch insgesamt konnten alle Spieler den Tag gesund und mit vielen positiven Erinnerungen abschließen. Das Halbfinale erreicht und mit dem 3. Platz abgeschlossen, das ist ein Ergebnis, auf das wir mit Recht stolz sein können.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus dem Come Together Cup mit in den Präses-Cup in Duisburg am 14. September?

Marco Beumers: Beim anstehenden Präses-Cup möchten wir an diese starke Leistung gerne anknüpfen, unseren sportlichen Ehrgeiz erneut unter Beweis stellen und alles daransetzen, unseren Titel von 2025 erfolgreich zu verteidigen. Mein Fazit vom Come Together Cup: Ein Turnier voller Einsatz, Leidenschaft, Teamgeist und unvergesslicher Momente und ein weiterer Beweis dafür, was möglich ist, wenn aus Kollegen und ökumenischen Freunden eine echte Einheit wird.

Come Together Cup CTC 2026
Come Together Cup CTC 2026
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Text: Stefan Rahmann/APK
Foto(s): Stefan Rahmann/Marco Beumers

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„Wir feiern miteinander im Namen der heiligen Geistkraft, die uns begeistert und stärkt“ – erstes Tauffest am Heider Bergsee

Die liebevoll verzierten Taufkerzen auf dem Altar spiegelten sich auf dem See, die Blumen ebenso, blauer Himmel, Sommerwetter – und das beim ersten Tauffest der Evangelischen Kirchengemeinde Brühl am Heider Bergsee. Schöner konnten die Bedingungen für diese außergewöhnliche Premiere nicht sein: Zum ersten Mal taufte das Seelsorgeteam unter freiem Himmel am Ufer des Heider Bergsees, an Pfingstsamstag, auf dem DLRG-Gelände, bei strahlendem Sonnenschein. Acht Täuflinge waren beim Tauffest an Pfingstsamstag auf dem

Stella Johnson wurde gerade von Pfarrer Jansen-Haß getauft

DLRG-Gelände dabei – vom Kleinkind bis zur 49-jährigen Stella Johnson, die an diesem ungewöhnlichen Taufort ihren lange gehegten Wunsch verwirklichen konnte: „Ich möchte so getauft werden wie Jesus, ganz eintauchen in das Wasser des Sees.“ Sie habe sich schon einmal für eine Taufe in der Kirche angemeldet, aber das habe sich für sie nicht richtig angefühlt. „Jetzt ist es richtig“, sagte sie mit großer Vorfreude.

Die Idee zur Tauffeier am See hatte Pfarrerin Sandra Nehring, nachdem sie sich am Tauffest des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region am Kölner Rheinufer beteiligt hatte. „Wir haben doch jede Menge Seen in der Nähe, das können wir auch“, erinnerte sie sich. Pfarrerin Renate Gerhard und Pfarrer Stefan Jansen-Haß waren sofort begeistert, das Team setzte die Idee gemeinsam um. Pfarrer Jansen-Haß und Kantorin Marion Köhler gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

Vom Baby bis zur Erwachsenen: Jeder Täufling ist ein Segen

Weil eine Taufe ganz schön aufregend ist, hatte Meggy neben ihrer Familie die beiden Plüschtiere ihrer Grundschulklasse, Winnie und Willy, mitgebracht – zwei Waschbären, mit denen sie in der Schule von ihrem großen Tag erzählen wird. Zusammen mit ihrer Mutter Bianca Meyer wählte die Achtjährige den Taufspruch „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“. Die zehnjährige Greta Arth hat sich für „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ entschieden.

Der zweijährige Finn auf dem Arm seiner Mutter Sophie Kolberg inmitten seiner Familie nach der Taufe.

Für den zweijährigen Finn, der auf einer Picknickdecke im Schatten zwischen seinen mitgebrachten Lieblingsautos saß, hatte Mutter Sophie Kolberg den Segensspruch „Gott wird dir seine Engel schicken, um dich zu behüten, wohin du auch gehst“ ausgesucht. „Wir haben so etwas schon mal bei Freunden erlebt und waren völlig begeistert, dass wir in unserer Gemeinde jetzt am See taufen“, freute sie sich. „Jeder Täufling vom Baby bis zum Erwachsenenalter ist ein Segen. Das ist für uns als Gemeinde und für jede Familie ein besonderes Fest, das wir miteinander im Namen Gottes, seines Sohnes Jesus Christus, der mit uns gelebt und mit uns Menschen gefeiert hat, begehen. Und wir feiern miteinander im Namen der heiligen Geistkraft, die uns begeistert und stärkt“, stimmte Pfarrerin Sandra Nehring auf die bevorstehende Taufzeremonie und das Pfingstfest ein. In ihrer Predigt nahm sie die Anwesenden für einen sehr anschaulichen Vergleich gedanklich mit in ein Fußballstadion. „Das ist gut gefüllt, die Menschenmenge schaut auf den Platz in der Mitte, und dann fällt das entscheidende Tor. Der Eine steht auf und fängt an zu jubeln, und es breitet sich eine Welle aus – eine Welle, die durch das ganze Stadion wogt“, sagte sie. Wie sich eine solche Welle durch eine Menschenmenge bewege, das hätten wohl viele schon einmal erlebt – und die Energie und Begeisterung gespürt, die sich darüber mitteile.

Die Taufe als Stein, der Kreise zieht: Eine Energie, die nachhaltig wirkt

Von so einer Welle habe das Lied gehandelt, das die Gemeinde zuvor gesungen hatte, doch hier sei ein Stein, der ins Wasser geworfen wurde, der Auslöser gewesen. „Manchmal reicht ein Anlass, ein kurzer Moment in deinem Leben. So wie die Taufe“, so Nehring weiter. Die Liebe, die sich daraus ausbreite, die Energie und Begeisterung zögen weite Kreise im Leben eines Täuflings. „Ich wünsche allen Täuflingen, dass sie sich immer wieder in ihrem Leben begeistern lassen – für die Liebe Gottes, für die Liebe zum Nächsten und nicht zu vergessen auch für die Liebe zu sich selbst. Und dass die Liebe immer wieder sichtbare Kreise zieht, dass eine Energie durch die Taufe ausgelöst wird, die nachhaltig ist im Leben miteinander und im ganzen Tun“, sagte Nehring. „Denn durch die Taufe spüren wir, dass wir ein Segen sind und wir für andere zum Segen werden.“

„Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ An das mit dem Taufauftrag verbundene Versprechen Jesu erinnerte Pfarrerin Renate Gerhard. „Das ist, was Jesus versprochen hat. Menschen auf der ganzen Welt haben das gehört, und heute hören wir es bei uns. Was uns verbindet, ist das Vertrauen auf dieses Versprechen.“ Dann ging es zur Taufe direkt am Ufer. Die Kleinsten erhielten von Pfarrerin Gerhard und Pfarrer Jansen-Haß an einem mit Seewasser gefüllten kleinen Taufbecken das Sakrament, die Älteren gingen ein, zwei Schritte in den See hinein und wurden dort getauft.

„Großartig, wie neugeboren!“ – Stella Johnsons langer Weg zur Taufe im See

Sehr aufgeregt und sichtlich ergriffen schritt als Letzte Stella Johnson in einem weißen Baumwollkleid aufs Wasser zu. An den Händen von Pfarrer Jansen-Haß ging sie langsam hinein in den See. Ein Moment des Innehaltens folgte, dann die Taufe, auf die sie so lange gewartet hatte. Die 49-Jährige tauchte vollends ein in das Wasser des Sees. Als sie wieder nach oben kam, konnte sie es kurz kaum fassen. Dann jubelte sie vor Freude und wurde von ihrer großen Familie und ihrer Gemeinde gefeiert. Wie sie sich fühlt? „Großartig, wie neugeboren!“, sagte sie strahlend. Ihr Taufspruch lautet: „Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei – aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Text: Gabi Bossler
Foto(s): Gabi Bossler

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Abschied mit Allstar-Band: Wie Thomas Diederichs 36 Jahre lang Nippes geprägt hat

Die Entpflichtung geriet – nun ja – ein wenig ungewöhnlich. Und passte zu dem Pfarrer, der verabschiedet wurde. Thomas Diederichs predigte 36 Jahre in der Lutherkirche in Nippes und geht am 1. September in den Ruhestand. In Erinnerung bleiben wird er vor allem wegen der Kulturkirche, die er initiierte. Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen lockten immer wieder Publikum aus der ganzen Stadt und darüber hinaus an. Und welcher Veranstaltungsort außer der Lanxess-Arena könnte sich rühmen, Weltstars wie Sting und Ed Sheeran zu Gast gehabt zu haben?

Stadtsuperintendent als Vorgruppe: Ein Abschied auf seine eigene Art

So war auch der Abschiedsgottesdienst von Diederichs von Musik geprägt. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, der gekommen war, um den Pfarrer zu „entpflichten“, erkannte die Situation und passte sich an. „Ich bin ja im Prinzip heute hier die Vorgruppe“, erklärte er auf der Bühne, bevor der Gottesdienst begann. Diederichs wollte von einer Entpflichtung nichts wissen. „Ich habe meinen Job hier nie als Pflicht verstanden. Deshalb muss ich auch nicht entpflichtet werden.“ Seiger hatte zwar eine Rede vorbereitet, steckte aber die Sprechzettel in die Hosentasche. „Das willst du ja alles nicht hören“, wandte er sich an Diederichs. Ganz ohne Lob wollte der Stadtsuperintendent den zukünftigen Ruheständler aber nicht davonkommen lassen. „Du hast die Gabe, andere anzusprechen. Die Konzerte hier in der Lutherkirche ermöglichten Erlebnisse im öffentlichen Raum.“ Explizit nannte Seiger Diederichs Engagement gegen Faschismus. „Und jetzt wirst du Rentner sein. Da wartet das nächste große Abenteuer.“ Auf das der Abenteurer nicht wirklich vorbereitet war. „Ich schaue mal, was passiert“, warf Diederichs einen entspannten Blick in die fernere Zukunft.

Hannah Arendt und die leisen Töne: Haltung als Lebensthema

Für den Abend war seine Prognose eindeutig: „Es wird laut. Aber wir werden auch leise Töne hören. Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des dreifaltigen Gottes. Ich hoffe vor allem, dass ihr ihn miteinander feiern könnt. So unterschiedlich ihr auch seid.“ Laut wurde es in der Tat. Eine Allstar-Band der Gemeinde spielte in verschiedenen Besetzungen auf. Für die leisen Töne sorgte nicht zuletzt Diederichs selbst. Er erinnerte an das Jahr 1977, als er sich „halblegal“ den Zugang zu einem Fernseher verschaffte und die Wiederholung eines Interviews sah, das Günter Gaus mit der Philosophin Hannah Arendt 1964 geführt hatte. „Danach wusste ich Bescheid. Die Nazis waren immer noch da.“ Der Pfarrer zitierte Arendt: „Dass die Nazis unsere Feinde sind – mein Gott, wir brauchten doch, bitteschön, nicht Hitlers Machtergreifung, um das zu wissen! Das war doch seit mindestens vier Jahren jedem Menschen, der nicht schwachsinnig war, völlig evident. Dass ein großer Teil des deutschen Volkes dahinterstand, das wussten wir ja auch. Davon konnten wir doch nicht ’33 schockartig überrascht sein. Das Problem, das persönliche Problem war doch nicht etwa, was unsere Feinde taten, sondern was unsere Freunde taten. Was damals in der Welle von Gleichschaltung, die ja ziemlich freiwillig war, jedenfalls noch nicht unter dem Druck des Terrors, vorging: Das war, als ob sich ein leerer Raum um einen bildete.“ Auch heute gebe es Menschen mit grotesken Ansichten zu Adolf Hitler.

36 Jahre Nippes: Kulturkirche, Jugendarbeit und ein Veedel im Wandel

Diederichs, gebürtiger Ratinger, trat nach einer Station in Monheim am 1. September 1990 offiziell seinen Dienst in Nippes an. Seitdem verjüngte sich das Veedel enorm. Man kann sagen, dass Nippes über die Jahre Kult wurde. Auf dem Clouth-Gelände, wo früher im großen Stil Gummiprodukte hergestellt wurden, stehen heute Wohnhäuser, in die zahlreiche junge Familien einzogen. Das Gleiche gilt für das ehemalige Areal des Bundesbahnausbesserungswerks, das bei Diederichs Amtsantritt brach lag. 2002 begann die Geschichte der Kulturkirche, die sich zu einer echten Erfolgsstory entwickelte. Diederichs engagierte sich aber auch in der Jugendarbeit der Gemeinde. Das Jugendzentrum OT Werkstattstraße genoss im Veedel einen ausgezeichneten Ruf. Und die Plätze in der von der Gemeinde verantworteten Sommerferien-Kinderstadt „Mini Nippes“ waren seit 2014 immer in Windeseile vergeben. Für Furore im konzertanten Gottesdienst sorgte der Titel „Insomnia“ von Faithless. Die Zeile „I can’t get no sleep“ sangen in der Lutherkirche alle mit. Die schlaflosen Zeiten sollten für den zukünftigen Rentner Diederichs allerdings Geschichte sein. Aber – wer weiß, was noch kommt?

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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240 Stimmen, ein Klang – Festliches Mitsingkonzert feiert den neuen Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch

„Singt fröhlich Gott, der unsere Stärke ist. Jauchzt dem Gott Jakobs!“ war als Motto im Liederheft zu lesen. Fröhlich war es allemal, das „Festliche Mitsingkonzert“ anlässlich der Gründung des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch, der seit dem 1. Januar aus den früheren Kirchenkreisen Köln-Nord, -Mitte und -Süd besteht. „Gestern drei, heute eins – drei Kirchenkreise gehen ihren Weg zukünftig gemeinsam, sie wachsen nicht und werden doch größer, sie re-formieren und straffen sich für den Weg in eine gemeinsame Zukunft. Auch das muss gefeiert werden“, schrieb Kreiskantor Samuel Dobernecker vorab.

Aus allen drei Kirchenkreisen: Gemeinsam in der Trinitatiskirche

Gemeinsam war ein gutes Stichwort. Aus allen drei früheren Kirchenkreisen waren Musikanten, Sängerinnen und Sänger in die Trinitatiskirche gekommen. Großen Applaus erhielt die Junge Kantorei, das neue Jugendprojekt im Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch. Sie zog zu Beginn des Konzertes durch den Mittelgang in die Trinitatiskirche ein und begeisterte mit dem „Jubilate Deo“. Die Jugendlichen kommen aus sechs Chören des Kirchenkreises, in denen sie für das gemeinsame Repertoire proben. Nach zwei gemeinsamen Chorfahrten 2024 nach London und 2025 nach Dresden ist für den Herbst dieses Jahres ein Probenwochenende in Trier geplant. Die Jugendkantorei wird bei der zentralen Reformationsfeier des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region in der Trinitatiskirche singen. Auch ein Auftritt beim nächsten Deutschen Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf im kommenden Jahr ist geplant.

„Zusammen geht viel mehr als allein“

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger begrüßte die Mitwirkenden. „Heute sind hier 240 Musikerinnen und Musiker versammelt. Wir feiern in dem Wissen, dass zusammen viel mehr geht als allein.“ 60 Jahre hätten die drei Kirchenkreise bestanden. Es sei gut, „viele verschiedene Stimmen zusammenzubringen“. Dann rief der Stadtsuperintendent die Chöre einzeln auf, die jeweils lautstark auf sich aufmerksam machten. Die Junge Kantorei bestand aus Mitgliedern des Kinder- und Jugendchors Braunsfeld, des Evangelischen Kinder- und Jugendchors Brühl, des Ehrenfelder Jugendchors, der Rondorfer Kurrende, des Kinderchors An der Erft aus Bergheim und des Evangelischen Jugendchors Bayenthal.

Chöre, Posaunen und Orgel: Ein Klangkörper aus dem ganzen Kirchenkreis

Ein gemeinsames Repertoire hat in den vergangenen Monaten auch ein „Chor der Kantoreien“ einstudiert. Folgende Chöre führten dieses Repertoire beim Mitsingkonzert auf: die Johanneskantorei Köln-Klettenberg, die Evangelische Kantorei Brühl, der Lutherchor der Evangelischen Gemeinde Köln, die Kantorei Rodenkirchen, die Evangelische Kantorei Frechen, die Evangelische Kantorei Hürth, der Chor Königsdorf der Evangelischen Christusgemeinde an der Glessener Höhe, der Melanchthon-Gospelchor Köln-Zollstock und das Vokalensemble an der Reformationskirche in Bayenthal. Für die musikalische Begleitung sorgen der Evangelische Posaunenchor Hürth, der Posaunen-Projektchor Köln-Linksrheinisch, David Andres am Kontrabass, Carl Zinsius am Schlagzeug, Felix Zimmermann am Cello sowie Johannes Quack und Wolf-Rüdiger Spieler an der Orgel. Zum Schluss noch einmal Kreiskantor Samuel Dobernecker: „Wer singt, betet doppelt. Im Singen werden wir hörbar zu einer Gemeinschaft, die trägt, die Nähe schafft und einfach gut tut.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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