10 Jahre „Bensberg isst was“: Wie eine Suppenküche Gemeinschaft stiftet – und wie Sie helfen können

Maryam Akhondy mit Syavash Rastani (rechts) und Iman Aghajanloo (links)

Bewegender Gesang persischer Klassik mit seinen Momenten vollkommener Stille, traditionelle Küchenlieder, mitreißende Stücke persischer Popmusik – Maryam Akhondy & Ensemble Barbad zogen die Zuhörenden in der evangelischen Kirche Bensberg auf immer neue Weise in ihren Bann. Die iranische Sängerin, die Musiker Syavash Rastani an den persischen Trommeln Tombak und Daf sowie Iman Aghajanloo, der die Langhalslauten Tar und Tanbur virtuos beherrschte, gaben Anlass zu konzentriertem Staunen, mitfühlender Trauer und schließlich zu ausgelassener Freude. Mit dem Konzert feierte die evangelische Gemeinde das zehnjährige Bestehen ihrer Suppenküche „Bensberg isst was“. Den Auftritt der vielfach ausgezeichneten Künstlerin finanzierte der Lions Club Bensberg-Königsforst. Maryam Akhondy hat unter anderem 2023 als erste Frau den WDR-Jazzpreis in der Kategorie Musikkulturen erhalten – die Jury begründete dies auch mit ihrer „Rolle als Brückenbauerin zwischen den verschiedenen Musikkulturen, persischen und europäischen, klassischen und modernen Spielweisen“. Die Bethe-Stiftung von Erich und Roswitha Bethe unterstützt die Suppenküche zum Jubiläum mit einer ganz besonderen Aktion: Bis zum 4. September verdoppelt sie drei Monate lang alle Spenden bis zu einem Gesamtbetrag von 15.000 Euro. Auftakt war die Verdopplung des Erlöses des Benefizkonzertabends in Höhe von 1.993 Euro.

Maryam Akhondy und ihr Ensemble nahmen das Publikum mit in die Welt der alten persischen Volksmusik und auch in das, was die Künstlerin, die als junge Frau nach Deutschland gekommen ist, im Hier und Jetzt bewegt. „Sie hat über die dramatische Lage im Iran und die Not der Menschen dort gesprochen“, erläuterte Diakon Rainer Beerhenke, der das Konzert initiiert hatte. Im Anschluss habe das Ensemble traditionelle Lieder gespielt, mit denen Menschen ihren Schmerz und ihre Trauer zum Ausdruck bringen. Konzentriert folgten die Gäste danach den Erläuterungen zur Tradition und zum historischen Einsatz der persischen Instrumente. Und schließlich überraschten die Musiker ihr Publikum mit persischer Popmusik. „In der letzten Phase des etwa eineinhalbstündigen Konzertes klatschte und schnipste ein Teil des Publikums den Rhythmus der Popsongs mit, die Stimmung war unglaublich schön und ausgelassen“, schilderte Beerhenke. Die muss wohl auch Akhondy und den Musikern gefallen haben: Sie gingen erst nach der dritten Zugabe endgültig von der Bühne.

Mehr als ein Mittagessen: Was „Bensberg isst was“ den Menschen gibt

Zwei Generationen, ein Herzensanliegen: Manfred Beistein (72) und Lisa von Dake (34) halten „Bensberg isst was“ seit Jahren am Laufen – mit viel Engagement und noch mehr Freude an der Begegnung.

Die Suppenküche „Bensberg isst was“ im Gemeindezentrum Bensberg öffnet seit zehn Jahren einmal in der Woche ihre Türen für Menschen, die Unterstützung, Gemeinschaft und ein warmes Essen benötigen. Sie ist ein fester Bestandteil des Gemeindelebens. Gegründet wurde sie von Diakon Rainer Beerhenke und dem ehemaligen Gemeindepfarrer Wolfgang Graf. Das Gründungsteam aus fünf Damen ist bis heute aktiv, und auch Manfred Beilstein war von Anfang an dabei. „Damals war ich der Jüngste“, sagte der 72-Jährige schmunzelnd. Seine Mitstreiterinnen seien heute alle 80 Jahre oder älter. Verstärkung hat das Team durch Lisa von Dake bekommen. Die 34-Jährige hat große Freude an der Arbeit im Team. „Und es ist unheimlich schön, wie dankbar und freundlich unsere Gäste sind, wenn sie hier ein warmes Essen bekommen und in netter Gesellschaft ein oder zwei Stunden verbringen können“, sagte sie. Das findet auch Beilstein: „Einsamkeit ist ein Thema für Viele hier.“ Vor dem Konzert feierten die Gäste und Helfer mit der Veranstaltung „Suppe & Begegnung“ das runde Jubiläum der Suppenküche „Bensberg isst was“.

Das Angebot umfasst nicht nur eine warme Mahlzeit, Kaffee und ein Stückchen Kuchen, sondern auch die Möglichkeit, direkt vor Ort eine Sozialberatung oder eine seelsorgerische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Außerdem sind auch die Kleiderstube und das Gemeindebüro mittags geöffnet. Dreißig bis vierzig Menschen kommen regelmäßig jede Woche, zwei Drittel von ihnen sind Stammgäste. Die Sozialberatung nutzen vor allem Menschen, die Schwierigkeiten haben, Anträge für städtische Ämter auszufüllen oder bei anderen bürokratischen Fragen Hilfe benötigen, so Diakon Rainer Beerhenke, der jede Woche vor Ort ist. Immer wieder wird während dieser Zeit auch das Angebot eines Seelsorgegesprächs angenommen, für das ein Raum im Gemeindezentrum bereitsteht. „Oft hilft es den Menschen schon, wenn sie einfach in geschütztem Rahmen eine halbe Stunde über ihre Schwierigkeiten sprechen können“, schilderte Beerhenke. In die Suppenküche kann jeder kommen, der möchte. „Wir sind immer ein sehr bunter Kreis: Es kommen Menschen, die einfach ein bisschen Gesellschaft haben möchten, Ältere mit geringer Rente oder auch Jüngere, die gerade im Bürgergeld­bezug stecken“, erzählte der Diakon. „Einige der Gäste sind jünger als 30 Jahre, die meisten sind zwischen 40 und 60 Jahre alt, aber es gibt auch eine feste Stammgruppe von Senioren, es kommen immer wieder neue ältere Gäste und auch Menschen, die auf der Straße leben.“ Etliche Menschen nehmen auch das Angebot von Lebensmittelgutscheinen an, die ihnen meist über die letzte Woche des Monats helfen. Vor zehn Jahren habe es auch skeptische Stimmen gegeben, erinnerte sich Beerhenke: „‚In Bensberg brauchen wir keine Suppenküche‘ – aber dann wuchs der Kreis der Gäste des ökumenischen Mittagstisches schnell.“ „Wir sehen in diesem Angebot, das bedürftige Menschen unterstützt und Gemeinschaft ermöglicht, einen unserer zentralen Aufträge als Kirche“, so Beerhenke.

Jetzt spenden – und die Bethe-Stiftung verdoppelt Ihren Beitrag

Damit es die Suppenküche auch weiterhin geben kann, ist die Gemeinde auf Spenden angewiesen: Für das Essen und die Finanzierung der Sozialberatung muss sie monatlich gut 1.000 Euro aufbringen. „Wer uns unterstützen möchte, soll das unbedingt jetzt oder bis zum 4. September tun“, warb der Diakon. „Aktuell verdoppelt die Bethe-Stiftung in einer großzügigen Aktion jeden gespendeten Euro bis zur Gesamtsumme von 15.000 Euro.“ Kommt diese Spendensumme zusammen, stehen der Suppenküche insgesamt 30.000 Euro zur Verfügung – damit wäre die Finanzierung des rege genutzten Angebotes der Evangelischen Gemeinde Bensberg für zweieinhalb Jahre gesichert.

Hier sind die Bankdaten:

Ev. Kirchengemeinde Bensberg IBAN: DE49 3506 0190 1010 6100 16 BIC: GENODED1DKD Verwendungszweck: Verdopplung Bethe-Stiftung

Text: Gabi Bossler
Foto(s): Gabi Bossler

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