Berufen, um Verantwortung zu übernehmen. Hans Pfau in Kreissynodalvorstand eingeführt – ein Zeichen für gelebtes Ehrenamt
Am ersten Sonntag nach Epiphanias stand der Gottesdienst in der Porzer Friedenskirche im Zeichen der „Epiphanie“, der Offenbarung Gottes in der Person Jesus Christus. Pfarrer Bernd Flamming eröffnete ihn mit dem Wochenspruch aus dem Römerbrief: „Welche der Geist Gottes zeigt, das sind Gottes Kinder“, und widmete sich in seiner Predigt dem Taufritual. Wichtigster Teil des Gottesdienstes war jedoch eine andere Art der Initiation: Hans Pfau wurde feierlich als stellvertretendes Mitglied im Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch eingeführt.

Superintendentin Kerstin Herrenbrück erklärte: „Wir setzen unsere Kreissynodalvorstände aus haupt- und ehrenamtlichen Leitungspersonen zusammen, die unterschiedliche berufliche und persönliche Kompetenzen haben.“ Gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Superintendent Torsten Krall stand sie zur Einführung im Altarraum. „Wir sind gemeinsam hier, um zu zeigen, dass wir in Gemeinschaft unterwegs sind, im Auftrag Jesu Christi, um seine Kirche zu bauen, zu verändern und weiterzubringen“, so Herrenbrück. „Wir haben uns gefreut, dass du, Hans, von der Kreissynode als neues Vorstandsmitglied gewählt worden bist.“ Pfau sei in der Gemeinde verwurzelt, wisse, wie es laufe, packe an und sei daran interessiert, dass es mit den Partnergemeinden funktioniere.
Superintendentin Herrenbrück: Kirche gestalten im Auftrag Christi
Der 65-jährige ehemalige Sparkassenbetriebswirt und geborene Porzer ist langjähriges Gemeindemitglied, verheiratet und Vater von drei Kindern. Seit 2020 ist er Presbyter in der Kirchengemeinde Porz-Wahn-Heide, seit 2021 Finanzkirchmeister. Seine Wurzeln liegen in der katholischen Kirche. „Ich bin Anfang 2000 konvertiert“, erzählte Pfau, „weil der Rest der Familie evangelisch war. Ich habe mich aber in der evangelischen Kirche auch immer sehr wohl gefühlt.“ Nun wolle er in der Kreissynode an Veränderungsprozessen mitwirken. „Es gibt eine immer engere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden bei weniger Ressourcen. Das ist ein fließender Prozess.“ Pfau legte im Gottesdienst das Versprechen ab, sein Amt sorgfältig und treu auszuüben, durch Wort und Tat im Glauben an Jesus Christus.
Superintendent Krall betonte, dass er dabei auch Rückhalt vor Ort brauche. „Die Kirche soll und kann nicht von oben regiert werden“, sagte er. „Dazu braucht es Leitende, die sich dessen bewusst sind, und eine Gemeinde, die das lebt und selbst Verantwortung übernimmt.“
Tauferinnerung und Gemeinschaft – Pfarrer Flamming spricht über Berufung und Gnade

Pfarrer Flamming vermittelte in seiner Predigt anschaulich die Bedeutung der Taufe als Aufnahme in die christliche Gemeinschaft. Auch er sei als Baby getauft worden. „Getauft werden müsse man, so habe ich später erfahren, wegen der Sünden. Die müssten abgewaschen werden. Sonst komme man nicht in den Himmel.“ Damals habe er nicht verstanden, warum man Babys taufe. Später im Kindergottesdienst habe er vom Sündenfall gehört: „Niemand hat mir erklärt, warum der liebe Gott allen Menschen böse ist, nur weil Eva einen Apfel von einem Baum gemobst hat.“ Daher habe er beschlossen, die Taufe könne nicht so wichtig sein. Erst später habe er ihre Bedeutung erkannt: Man müsse sich Palästina zur Zeit Jesu vorstellen – unruhige Zeiten, in denen Prediger das Ende der Welt verkündeten. Viele Menschen wollten ihrem Leben eine neue Richtung geben. Johannes taufte sie zur Buße. Als Jesus sich taufen lassen wollte, habe Johannes gezögert: „Eigentlich müsstest du mich taufen, nicht ich dich.“ Doch Jesus bestand darauf – es sei Gottes Wille. Es gehe darum, die Gerechtigkeit zu erfüllen. Das sei wie eine Proklamation gewesen, so Flamming: Der verschlossene Himmel öffnet sich, Gott greift ein, errichtet eine Brücke und wohnt als Christus unter den Menschen.
„Unsere Taufe ist wichtig, weil sich durch uns der schwebende Himmel zeigt, weil wir mit unserem Namen gerufen werden und uns versichert wird, dass wir Gottes geliebte Kinder sind, mit Christus an unserer Seite“, sagte Flamming. Jede Taufe sei unlösbar mit der Jesu verbunden.
Text: Susanne Esch
Foto(s): Susanne Esch
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