Erinnern an die Opfer der Shoa: Gedenkstunde am Löwenbrunnen und Gedenkveranstaltung in der Antoniterkirche
Wie gelingt Erinnern in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen verstummen? Zwei Gedenkveranstaltungen in Köln am 27. Januar – am Löwenbrunnen und in der Antoniterkirche – zeigen wie Erinnerung weitergetragen, gestaltet und mit aktuellen Fragen verbunden werden kann. Jugendliche, Wissenschaft, Musik und Stadtgesellschaft begegnen sich an diesem Tag im Zeichen des Gedenkens – und im Zeichen der Verantwortung.
„Gedenken am Holocaustgedenktag“ Erinnerung an deportierte und ermordete jüdische Kinder und Jugendliche aus Köln
Mit dem „Gedenken am Holocaustgedenktag“ wird am Dienstag, 27. Januar, 12.30 Uhr bis 14 Uhr, am Löwenbrunnen am Lern- und Gedenkort Jawne auf dem Erich-Klibansky-Platz an die aus Köln deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen erinnert. Der Löwenbrunnen, dessen eingravierte Namen an mehr als 1.100 Kinder und Jugendliche erinnern, befindet sich an dem Ort, an dem seit 1919 das jüdische Reform-Realgymnasium Jawne stand, das erste jüdische Gymnasium im Rheinland. Heute hält hier der Lern- und Gedenkort Jawne die Geschichte der Schule und ihrer Schülerinnen und Schüler wach. Im Mittelpunkt der Gedenkstunde stehen inhaltliche Beiträge von Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulen, die sich mit den Lebensgeschichten deportierter Kinder auseinandergesetzt und diese für die Gedenkveranstaltung aufgearbeitet haben. Organisiert wird das Gedenken vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie sowie mit Beteiligung des Katholischen Stadtdekanats, der Stadt Köln, der Synagogengemeinde Köln, Masorti Rheinland und des Arbeitskreises „Lern- und Gedenkort Jawne“.
http://www.melanchthon-akademie.de
„Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft“ Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus
Ein Bündnis aus zahlreichen Veranstalter*innen und Unterstützer*innen
Am Dienstag, 27. Januar, 18 Uhr, findet in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, eine Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus statt, die unter dem Titel „Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft“ von einem breiten Bündnis aus Veranstalterinnen, Veranstaltern und Unterstützenden getragen wird. Am Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz steht in diesem Jahr die Geschichte der Universität Köln im Nationalsozialismus im Mittelpunkt und damit die Frage, welche Folgen es hat, wenn kritisches Denken unterdrückt und Wissenschaft politischer Macht untergeordnet wird. Erinnern heißt an diesem Abend auch, an die frühe Rolle der Universität Köln bei der Gleichschaltung der Hochschulen zu erinnern sowie an die Vertreibung jüdischer und politisch unerwünschter Lehrender und Studierender. Zugleich wird das begangene Unrecht in den Blick genommen, das nach 1945 über lange Zeit nicht aufgearbeitet wurde. Grußworte und Beiträge sprechen Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend, Renate Fuhrmann, Klaus Nierhoff und Laura Suderland. Musikalisch gestaltet wird die Gedenkstunde von Akiko Ahrendt (Violine) und Leonhard Huhn (Saxofon). Im Anschluss schließt sich ein Mahngang zum Rautenstrauch-Joest-Museum an, bei dem Dr. Anna Brus spricht.
http://www.antonitercitykirche.de
Text: APK
Foto(s): APK
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