Hoffnung – Vertrauen – Zuversicht: Frauentag des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch im Berufsförderungswerk Köln der Diakonie Michaelshoven
Eine Stirnlampe hängt im kahlen Hoffnungsbaum auf der Bühne – ein leuchtendes Symbol für das, was rund achtzig Frauen an diesem Tag suchen: Hoffnung, Vertrauen, Zuversicht. Diese drei Begriffe prägten den ersten Frauentag im Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch, der zum Jahresbeginn aus den drei linksrheinischen Kirchenkreisen Köln-Nord, Köln-Mitte und Köln-Süd entstanden ist. Im Berufsförderungswerk Köln der Diakonie Michaelshoven im südlichen Kölner Stadtteil Rodenkirchen begrüßte die Hürther Pfarrerin Franziska Boury für das Organisationsteam die Teilnehmerinnen. „Es ist zwar der erste Frauentag im fusionierten Kirchenkreis, aber noch das alte Team von Köln-Süd und damit der 31. Frauentag, den wir für sie vorbereitet haben“, informierte Boury. Im Austausch mit den Kolleginnen aus den beiden weiteren ehemaligen Kirchenkreisen schaue man, was sich aus dieser Verschmelzung für die Frauenarbeit entwickeln könne.
Musikalische Premiere und gemeinsamer Feiertag
Am Beginn „der Auszeit vom Alltag und Stärkung für den Alltag“ stand eine Premiere: Das Organisationsteam hatte sich erstmals zu einem musikalischen Ensemble geformt, das die Lieder zum Auftakt der Andacht auf verschiedenen Instrumenten begleitete. Boury charakterisierte die knapp achtstündige Veranstaltung als gemeinsam begangenen Feiertag. „Wir feiern und denken daran: Gott ist die Fülle unseres Lebens“, betete sie. „Wir wissen nicht, was die Zukunft uns bringt. Lass uns niemals die Hoffnung aufgeben und darauf vertrauen, dass du uns für die Zuversicht stärkst.“
Stirnlampe als Symbol für Handeln, Ziele, Wünsche – und das Hoffen
Pfarrerin Simone Semmelmann-Werner und die Konzertsängerin Christa Menke hatten die Stirnlampe in den kahlen Hoffnungsbaum gehängt. „Sie ist ein Symbol für zukunftsgerichtetes Handeln, für Ziele und Wünsche. Dafür, dass wir wachsam sein wollen für das Wesentliche in unserem Leben und in der Welt“, erläuterte die Pfarrerin. Das habe viel mit Hoffnung zu tun. Eine Art der Hoffnung sei, für andere zu hoffen, wobei „in meinem Hoffen bleibe ich bei mir“. Eine zweite Form sei, für andere und ihrer statt zu hoffen, weil ihnen gerade die Hoffnung fehle. Was man sich wünsche, „gilt es auch in den Blick zu nehmen“, legte Menke ermutigend „Fußspuren“ hin zum Baum. Es gehe darum, „dass wir erste Schritte wagen dorthin, wo wir das Glück ahnen“, sprach sie mit Psalm 139 „Hoffnung für alle“ aus.
Experiment zum Thema Vertrauen
Was hat es mit dem Vertrauen auf sich? Die Tanz- und Religionspädagogin Marlene Preuß lud mittels eines Experiments ein, dies zu überprüfen. Pärchen wurden gebildet, wobei eine Person ihre Augen schloss, um von der zweiten wortlos eine Minute sicher durch den belebten Saal geführt zu werden. „Als sie die Augen geschlossen hatten, konnten sie den Weg nicht mehr sehen und mussten vertrauen“, beschrieb die Kirchenmusikerin Veronika Metzger. „Vertrauen, dass jemand da ist, der hält, der es gut mit uns meint. Im Leben ist es oft ähnlich.“ Vertrauen bedeute, trotzdem weiterzugehen – nicht immer alles selbst in der Hand zu haben, sondern sich führen zu lassen.
Kindernothilfe: Stärkung und Schutz von Kindern weltweit
Die Kirchenmusikerin Barbara Banasch und die Religionspädagogin Magdalene Otto brachten das Logo der Kindernothilfe e.V. am Hoffnungsbaum an. Beide berichteten von ihrer langjährigen Unterstützung der christlichen Kinderrechtsorganisation, von Patenschaften und ihrer Förderung von Heimen und Projekten. „Wir unterstützen die Kinder in ihrer Hoffnung auf eine gute Zukunft durch Bildung, Friedensarbeit und zum Wachsen zur Selbstbestimmung“, fasste Banasch zusammen. Vor zwei Jahren wurde das Ehepaar Otto auf das Projekt „Stoppt Genitalverstümmelung bei Mädchen“ aufmerksam. Speziell in Somalia seien damals neunzig Prozent der Mädchen Opfer eines solchen Eingriffs geworden, mit zumeist lebenslangen Wunden an Körper und Seele. Es wecke Zuversicht, mit unserem Geld das Leid von Mädchen und Frauen verringern zu können, griff Otto eines der zentralen Worte des Tages auf. „Zuversicht für die Betroffenen, Zuversicht aber auch bei uns, dass wir die Welt zum Guten ändern können.“ Die Kollekte erzielte die stattliche Summe von gut 800 Euro.
Acht Workshops für individuelle Vertiefung
In acht Workshops, von denen jede Teilnehmerin zwei besuchte, wurde in unterschiedlicher Weise auf „die sich gegenseitig bestärkenden, miteinander verwobenen“ drei Worte des Tagesthemas eingegangen. In der Beschäftigung mit Bibel- und anderen Texten, im Umgang mit Instrumenten und Stimme, mittels Tanz und weiteren kreativen Methoden beleuchteten die Frauen individuell und gemeinsam die Bedeutung der Begriffe für das eigene (Er-)Leben. Am Ende des Tages leuchtete die Stirnlampe noch immer im Hoffnungsbaum – als Ermutigung, erste Schritte zu wagen.
Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich
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