„JECK AS HELL“ – Queere Karnevalsparty lädt am 14. Februar ein

Karneval zwischen Glitzer, Musik und Gemeinschaft: Die queere Karnevalsparty „JECK AS HELL“ findet am Samstag, 14. Februar, 16 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7a, statt. In besonderer Atmosphäre verbindet die Veranstaltung Karnevalsmusik, Popklassiker und ausgelassenes Feiern mit einem offenen, respektvollen Miteinander und setzt damit ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und Gemeinschaft. Neben Tanz und Musik gehört auch ein Kostümwettbewerb zum Programm. Willkommen sind queere Menschen, Freundinnen und Freunde sowie alle, die Karneval jenseits klassischer Konventionen feiern möchten. Ein Awareness-Team ist während der Veranstaltung ansprechbar und sorgt für einen achtsamen Rahmen. Der Eintritt kostet 12 Euro inklusive der Vorverkaufsgebühr bei rausgegangen.de. Tim Lahr, queerer Pfarrer in Köln, erzählt, wie „JECK AS HELL“ nicht nur Grenzen öffnet und Gemeinschaft schafft, sondern auch zeigt: Feiern und Achtsamkeit schließen sich nicht aus, sondern machen das Miteinander erst besonders.

Karneval steht für Ausgelassenheit und Gemeinschaft. Was bedeutet „JECK AS HELL“ für euch – und warum braucht Karneval heute auch explizit queere Räume?

Tim Lahr: „JECK AS HELL“ bedeutet für uns erstmal ganz simpel: feiern dürfen, wie wir sind. Und das ist leider immer noch nicht selbstverständlich. In Köln gibt es – gemessen an der Größe der queeren Community – erstaunlich wenige queere Räume, gerade im Karneval. Große, wetterunabhängige Orte fehlen fast komplett. Viele aus unserem Team lieben Karneval. Also haben wir uns gefragt: Warum eigentlich nicht selbst eine Karnevalsparty machen? Nicht als Gottesdienst, nicht mit frommem Überbau – dafür gibt es andere Tage –, sondern als Ort für Gemeinschaft, Ausgelassenheit und Zusammenkommen. Wir sind froh, dass wir als Kirche Räume haben, die genau das ermöglichen. Räume, die sonst oft verschlossen oder fremd wirken, können wir öffnen für etwas, das der Stadt an Karneval ganz konkret fehlt.

Die Kartäuserkirche als Ort für eine queere Karnevalsparty ist etwas Besonderes. Was macht die Atmosphäre dieses Raums für euch aus – und welche Botschaft wollt ihr damit senden?

Tim Lahr: Die Kartäuserkirche ist ein beeindruckender Raum – groß, offen, mitten in der Südstadt, also mitten in einer Karnevalshochburg. Allein das macht sie zu einem starken Ort für so eine Party. Aber die eigentliche Botschaft ist eine andere: Dieser Raum gehört auch queeren Menschen. Viele wissen an Karneval gar nicht, wohin – außer vielleicht auf die Schaafenstraße. Die ist wichtig, aber oft überfüllt, kalt und nicht für alle zugänglich. Wir wollten einen Ort schaffen, der Schutz bietet, Platz hat und vor allem bezahlbar ist. Das ist für viele ja auch ein Problem, dass vieles sehr teuer geworden ist.

Mit Musik, Kostümwettbewerb und Awareness-Team verbindet ihr Feiern und Achtsamkeit. Wie gelingt euch dieser Spagat – und was wünscht ihr euch, dass die Gäste mitnehmen?

Tim Lahr: Ganz ehrlich: Wir sind da noch im Prozess. Wir sind eine Gruppe mit vielen Ehrenamtlichen und sehr wenig Hauptamt – und Awareness aufzubauen braucht Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Im Moment haben wir sogar eher das Gefühl, unseren eigenen Ansprüchen noch nicht ganz gerecht zu werden. Aber wir sind auf dem Weg. Uns ist wichtig, das transparent zu sagen und nicht so zu tun, als hätten wir das perfekte Konzept. Gleichzeitig sehen wir: Viele Karnevalsorte setzen sich mit Awareness überhaupt nicht auseinander. Allein anzufangen, das mitzudenken, ist ein Schritt. Unser Wunsch ist, dass die Gäste nach Hause gehen mit dem Gefühl: Das war ein Ort, an dem ich mich sicherer gefühlt habe. Nicht perfekt, aber ehrlich bemüht. Und vielleicht auch mit der Erfahrung, dass Feiern und Achtsamkeit sich nicht ausschließen – sondern zusammengehören.

www.queere-kirche-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK-Archiv

Der Beitrag „JECK AS HELL“ – Queere Karnevalsparty lädt am 14. Februar ein erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.