Kultur in der Trinitatiskirche: Sinnstiftung in schwierigen Zeiten

In der aktuellen gesellschaftlichen Unruhe wirkt die Trinitatiskirche wie ein Kontrapunkt: musikalisch, offen, spirituell – und voller Leben. Das Jahresprogramm 2026 zeigt, wie Kirche heute klingen kann. 161 Veranstaltungen, 31.000 Gäste und ein inhaltlicher Schwerpunkt, der weit über klassische Kirchenmusik hinausgeht: Mit Orgelkunst, Mitsingprojekten, geistlichen Impulsen und internationalen Kooperationen schafft die Trinitatiskirche Räume für Begegnung und Sinn. Zugleich begleitet das Programm die Fusion der drei linksrheinischen Kirchenkreise – musikalisch akzentuiert durch ein großes Mitsingkonzert im Mai.

Auf 78 Seiten bietet das neue Jahresprogramm einen Überblick über Konzerte, Gottesdienste, Lesungen, Kirchenführungen und besondere Formate wie „Orgel plus“ oder den Internationalen Orgelimprovisationswettbewerb. Es liegt unter anderem in der Trinitatiskirche, im Domforum und in der Touristinformation der Stadt Köln aus und ist online abrufbar unter www.trinitatiskirche-koeln.de.

Vielfältiges Jahresprogramm mit Orgel, Konzerten und Gottesdiensten

„Die aktuelle Konzertsaison ist seit 2010 die siebzehnte, die wir in der Trinitatiskirche veranstalten“, sagt Wolf-Rüdiger Spieler, der seit 2009 das Programm kuratiert, zusammenstellt und sich auch um alle organisatorischen Belange der Trinitatiskirche kümmert. „Diese umfangreiche Arbeit ist natürlich nicht allein zu leisten. Vielmehr werde ich von der Verwaltung des Evangelischen Kirchenverbandes, vom Arbeitskreis Trinitatiskirche, von der Evangelischen Pressestelle und nicht zuletzt vom Personal vor Ort unterstützt“, sagt Spieler. Dass sich dieses langjährige kirchliche Engagement lohnt, zeigen auch die steigenden Veranstaltungs- und Besucherzahlen in der Trinitatiskirche.

Bernhard Seiger, der sich als Stadtsuperintendent auch intensiv für die Trinitatiskirche engagiert, sagt zu den Beweggründen dafür, die Trinitatiskirche als größte Kulturkirche Kölns zu nutzen: „Unser Anliegen ist es, in einer Zeit der Umbrüche, Unwägbarkeiten, Konflikte und Unsicherheit durch die Verbindung von Kultur und Kirche Orientierung, Erbauung und Sinnstiftung zu vermitteln.“

Gleich im Januar startet das Kulturprogramm mit viel Orgelmusik. Am 10. Januar lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zunächst zu einer Orgelvesper ein. An den drei Donnerstagen danach, am 15., 22. und 29. Januar, gibt es dann jeweils um 19.30 Uhr ein Orgelkonzert. Unter dem Titel „Orgel plus“ präsentiert sich die Königin der Instrumente in Kombination mit Blechbläsern, Klavier und Gesang. „Danach wird es an jedem letzten Donnerstag eines Monats Orgelkonzerte mit interessanten Solistinnen und Solisten aus dem In- und Ausland geben. Alles bei freiem Eintritt“, sagt Spieler.

Verschiedene besondere Gottesdienste werden 2026 das Jahresprogramm bereichern: Die Feier der Osternacht mit Bach-Kantate am Karsamstag, 4. April, die zentrale Reformationsfeier am 31. Oktober und die elf Orgelvespern an Samstagabenden sind wichtige und wiederkehrende Bausteine des Jahresprogramms. Seit vielen Jahren veranstalten auch Gäste und Kooperationspartner Konzerte in der Trinitatiskirche. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger dazu: „Ein Dank geht an unsere zahlreichen Kooperationspartner, die seit Jahren unser Programm bereichern, und so freuen wir uns auf hervorragende Chöre und Orchester, den WDR, das Gürzenich-Orchester, das Forum Alte Musik, die Universität zu Köln oder die Kölner Musikhochschule.“

Kulturkirche mit wachsender Resonanz und starker Vernetzung

Auch die jüngst erfolgte Fusion der drei Kirchenkreise bildet sich im Programm der Trinitatiskirche ab: Am 30. Mai findet anlässlich der Gründung des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch ein „Feierliches Mitsingkonzert“ mit Chören, Bläsern, einer Band und Instrumentalisten statt, und am 20. September führt die Kreiskantorei Köln-Linksrheinisch das „Leid von der Glocke“ von Andreas Romberg auf. Ein weiterer Höhepunkt wird der Internationale Orgelimprovisationswettbewerb sein, den der Evangelische Kirchenverband Köln und Region seit 2019 jeweils im September veranstaltet. Hier wird besonders zum Finale am 24. September, 18 Uhr, eingeladen, wenn internationale junge Künstlerinnen und Künstler ihr Können präsentieren und das Publikum per Abstimmung einen Publikumspreis verleihen kann.

Neue Impulse durch Kirchenkreisfusion und Sonderformate

Über die gottesdienstlichen und konzertanten Formate hinaus beteiligt sich der Kirchenverband auch an der Langen Nacht der Kirchen (6. März) mit Lesungen und Orgelmusik sowie am Tag des offenen Denkmals (7. und 8. September). Abgerundet wird das Programm durch sieben kostenfreie Kirchenführungen mit Orgelmusik sonntagsmorgens um 12 Uhr. „Hier sind auch spontane Besucherinnen und Besucher willkommen – man kann einfach vorbeikommen und es braucht keine Anmeldung“, so Spieler.

Das nun veröffentlichte Programm wird im Lauf des Jahres stets weiter ergänzt und steht tagesaktuell auf der Internetseite der Trinitatiskirche. Die Trinitatiskirche wird auch 2026 ein offenes Haus für Kirchen- und Kulturinteressierte sein. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger: „Wir heißen Sie stets herzlich willkommen in der Trinitatiskirche.“

Text: WRS/APK
Foto(s): WRS

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