„Sie sind mitten im Getümmel“: Einführungsgottesdienst für die Berufskollegspfarrpersonen Nena Raab und Radomir Nosek

Unter dem Motto „Siehe, ich mache alles neu“ stand der Gottesdienst in der Kartäuserkirche, in dem gleich zwei Amtseinführungen gefeiert wurden: Pfarrerin Nena Raab wurde in die 54. Verbandspfarrstelle am Berufskolleg Ehrenfeld eingeführt und Radomir Nosek in die Stelle als Bezirksbeauftragter im Referat für Berufskollegs. Markus Zimmermann, ehemals Superintendent im Kirchenkreis Köln-Nord und im neuen Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch weiterhin zuständig für die Berufskollegs, sprach von der täglichen Arbeit der beiden: „So hat es Jesus Christus uns vorgemacht. Es geht darum, dass wir uns nicht abkapseln. Wir müssen raus zu den Menschen.“

Es gebe in manchen Gemeinden die Tendenz, dass die Menschen schon kommen würden. Das sei aber alles andere als selbstverständlich. Viele stünden skeptisch zuhörend bis vielleicht sogar ablehnend der Kirche gegenüber. „Sie sind mitten im Getümmel“, sprach er Raab und Nosek noch einmal direkt an. „Sie sprechen mit jungen Menschen, die schon offen sind für Fragen, die über die Realität hinausgehen. Und neugierig. Sie beide sind glaubwürdig bei den Antworten, die Sie geben.“ Die beiden seien aber nicht nur Lehrer, sondern auch Ansprechpartner für die Jugendlichen über die Schule hinaus.

„Denn bei dir, Gott ist die Quelle des Lebens“

„Das ist eine große Chance für uns als Kirche. Aber auch eine unglaubliche Chance für die Schulen. Wir können die Schüler auf eine andere Weise begleiten als nur mit Noten.“ Radomir Nosek betonte „die Wichtigkeit unseres Tuns“. „Denn bei dir, Gott ist die Quelle des Lebens“, zitierte er aus Psalm 36. In deinem Lichte sehen wir das Licht.“ An Berufskollegs erlebe man, dass junge Menschen auf die Suche nach Orientierung gingen. Für manche Schulleiter und Kollegien sei Religionsunterricht nicht mehr besonders wichtig. „Wir müssen deutlich machen, dass man auf das, was wir tun, nicht einfach verzichten kann.“

Nena Raab leitete ihre Predigt mit ein paar praktischen Beispielen ein: „Das Motto lautet ,Ich mache alles neu‘, und so war das ja auch bei mir. Ich machte alles zum ersten Mal. Pfarrerin sein, Lehrerin sein, zum ersten Mal vor einer Klasse stehen, frei sprechen im Unterricht vor erwartungsvollen Augen, einen Schlüssel für die Schule entgegennehmen, sich die Namen der Schüler merken.“

„Ich gehe offen und ehrlich mit den Schülern um“

Aber alles neu? Da müsse doch noch was anderes kommen als Trostlosigkeit und Ungerechtigkeit. Auch angesichts des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zerbreche das Bild der strahlenden Ewigkeit. „Ich gehe offen und ehrlich mit den Schülern um. Ich ermutige sie, sich für die Demokratie und die Zukunft einzusetzen. Veränderungen sind auch im Kleinen möglich.“ Raab erinnerte an die Unantastbarkeit der Würde des Menschen, die im Grundgesetz verankert sei. Und wichtig sei auch: Es müsse Spaß machen, sich mit Religion zu beschäftigen. „Und dann sehe ich: Es wird alles neu. Das was kommt, das müssen wir nicht machen. Das macht Gott. Und das macht Hoffnung.“

Raab schloss die Predigt mit einem Dank und einem Rückblick auf das Neue: „Ich danke allen Menschen, die mir die Fenster geöffnet haben und mich in den Himmel blicken ließen. Ich kenne jetzt viele Namen und weiß, zu welchen Räumen welcher Schlüssel passt.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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