Abschied mit Segen: Pfarrerin Eva Manderla und Küsterin Cornelia Beheng in Schildgen verabschiedet
Schön sei es, fand Pfarrerin Eva Manderla, dass sie nicht allein Abschied nehmen müsse, denn mit ihr wurde auch Küsterin Cornelia Beheng in den Ruhestand verabschiedet. Einen eher entspannten Festgottesdienst hatte Eva Manderla sich gewünscht. Und so gestaltete unter anderem das „So Anders-Team“ den Gottesdienst unter dem Titel „So wenig für so viele? So viel für alle!“ in der Andreaskirche in Schildgen.
Hoffnung trotz Umbruch

In ihrem Impuls fragten sich die Teammitglieder in einem kurzen Anspiel, wie es wohl weitergehen könnte, nachdem gerade auch schon Pfarrerin Claudia Posche aus Altenberg in den Ruhestand gegangen war. Nach einer Aufzählung der vielen Aufgaben, die eine Kirchengemeinde mit sich bringt, endete der Impuls mit Hoffnung. Pfarrer i.R. Jürgen Manderla, der sich die Pfarrstelle bis vor zwei Jahren mit seiner Frau Eva geteilt hatte, betonte: „Wir haben viele gute Leute, die sehr engagiert sind. Es werden sich Lösungen finden, wir werden in Altenberg und Schildgen zusammenrücken. Und Cornelia hat ehrenamtliche Küster angelernt.“ Zudem gibt es mit Pfarrer im Probedienst Bjarne Thorwesten eine Nachfolge für Schildgen und Altenberg.
In Impuls und Austausch, der auf die Lesung folgte, ging es um die Speisung der 5.000. Ein sehr passendes Bild, wurde doch auch hier voller Gottvertrauen aus wenigen Gerstenbroten und Fischen eine Mahlzeit, die unzählige Menschen satt machte. Die Gemeinde kam in kleinen Gruppen über das Gehörte ins Gespräch und tauschte ihre Gedanken über das von Jesus in allen vier Evangelien im Neuen Testament gewirkte Wunder aus. In ihrer Predigt ging Pfarrerin Eva Manderla auf diese Geschichte und die Gespräche der Gottesdienstbesuchenden ein: „Das liebe ich so an diesen So Anders-Gottesdiensten. Die Kirche summt wie ein Bienenstock bei dieser Art von Austausch.“ Die Protagonisten dieses Wunders, Jesus, die Jünger Andreas und Philippus sowie das Kind, das seine Brote und Fische hergab, würden mit all ihren Eigenarten in jedem von uns stecken. „Philippus schaut auf den Mangel, Andreas ist gutwillig, zweifelt aber, Jesus ist voller Vertrauen, und das Kind schenkt unerschrocken her, schaut auf das, was gerade gebraucht wird.“ Auch sie selbst kenne diese Anteile der Personen des Wunders in sich. „Aber es gilt, bei aller Skepsis und den Zweifeln, sich auf die Situation einzulassen, Kontakt zu Gott zu suchen.“ Im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen bat sie die Gemeinde, alles in die Waagschale zu werfen, sich nicht auf den Mangel zu fokussieren, sondern in vertrauensvollem Glauben zu leben. Wenn die Gemeinde Jesus im Herzen behalte, behalte sie ihre warmherzige Ausstrahlung. „Ich wünsche euch, dass ihr diesen Weg achtsam geht“, schloss sie ihre Predigt, bevor sie Cornelia Beheng verabschiedete. Die Küsterin wurde mit vielen Segenswünschen und kleinen Erinnerungsstücken beschenkt. „Gott hat viel Gutes durch dich bewegt“, war das gemeinschaftliche Fazit ihres fürsorglichen Wirkens in der Gemeinde, in der Cornelia Beheng stets auf alle Kleinigkeiten geachtet hatte, um die in der Kirche Engagierten bestmöglich zu unterstützen.
Segen zum Abschied

Im Anschluss daran entpflichtete Superintendentin Kerstin Herrenbrück, stellvertretende Stadtsuperintendentin des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, die Pfarrerin. „Eine gute Zeit braucht einen guten Abschied“, betonte sie und sagte: „Pfarrerin Manderla hatte immer ein weites Herz, einen offenen Blick. Das Zuhören war ihr wichtig, um zu erfahren, was die Menschen bewegt. Aber auch das Hören auf die Stimme Gottes in der Meditation gehörte dazu.“ Ab jetzt sei alles freiwillig, erklärte sie, bevor sie der scheidenden Pfarrerin ihren Segen zusprach. Viele Weggefährtinnen und Weggefährten hatten ebenfalls Segenswünsche mitgebracht. Die Domkantorei umrahmte den Gottesdienst musikalisch; deren Leiterin Min-Ga Chrystal Seo hatte zu Beginn der Feierstunde ein vierstimmiges Geburtstagsständchen bekommen. An der Orgel saßen die Kirchenmusikdirektoren Jens-Peter Enk und Andreas Meisner.
Zum Abschied beschenkten Pfarrerin Eva Manderla und Cornelia Beheng die Gäste mit einer Tulpenzwiebel und einer kleinen Schokolade zur Erinnerung an einen sehr entspannten Festgottesdienst.
Ein Leben im Dienst der Gemeinde
Eva Manderla wusste schon zu Beginn ihrer Studienzeit, dass die Gemeindepfarrerin ihre Berufung ist. Schon in der Jugend hatte sie sich auf die Suche nach Antworten auf spirituelle Fragen begeben und sich Gedanken zum Thema gemacht, wie man in Kontakt zu Gott kommt. Nach Studium und Examen hatte das Pfarrerehepaar, Eva und Jürgen Manderla, seine erste Gemeinde in Wißmar im Kirchenkreis Wetzlar, wo auch die Kinder Judith und Simon geboren wurden, die inzwischen ebenfalls im Pfarrberuf tätig sind. Nach 16 Jahren dort waren sie 14 Jahre in der Kirchengemeinde Quadrath-Ichendorf in Bergheim, westlich von Köln. Fast 17 Jahre lang teilten sie sich als Pfarrerehepaar eine Stelle. Das war auch in der Andreaskirche wieder so. Pfarrer Jürgen Manderla ist im November 2024 in den Ruhestand getreten, hat seine Frau aber weiter im Dienst unterstützt. Pfarrerin Eva Manderla blieb im Dienst. Gemeinsam mit Pfarrerin Claudia Posche in Altenberg war sie für Schildgen und Altenberg zuständig. Nun möchte sie sich zum Ankommen und für einen Rückblick zunächst eine Pause gönnen: „Und dann schaue ich in Ruhe, wie es weitergeht.“
Der Begrüßungsgottesdienst für Bjarne Thorwesten, Pfarrer im Probedienst und Nachfolger von Pfarrerin Eva Manderla sowie Pfarrerin Claudia Posche, die in Altenberg tätig war, findet am Sonntag, 15. November, um 9 Uhr im Altenberger Dom statt.
Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl
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