Zum 20. Todestag von Dorothee Sölle: Warum Dorothee Sölle auch heute noch wichtig ist

Dorothee Sölle war eine bedeutende Theologin und politische Aktivistin, die sich für eine gerechtere Welt einsetzte. Auch heute, 20 Jahre nach ihrem Todestag, ist ihre Bedeutung und ihr Einfluss spürbar. Die große Kölner Dichterin, Aktivistin und Denkerin wurde „Theopoetin“ genannt – sogar ein Platz in Köln ist nach ihr benannt worden: Am 4. Juni 2016 wurde der Platz zwischen Herwarth- und Werderstraße an der Christuskirche umbenannt, so dass die Adresse der Christuskirche Dorothee-Sölle-Platz 1 lautet. Zum heutigen 20. Todestag von Dorothee Sölle gibt es drei Veranstaltungen, die an sie erinnern: das Zeitzeug*innengespräch, den Sölle-Poetry-Walk und den Sölle-Poetry-Change.

Geboren wurde Dorothee Sölle  am 30. September 1929 in Köln, gestorben ist sie am 27. April 2003. Nach ihrer Promotion wurde sie am Genoveva-Mädchen-Gymnasium in Köln-Mülheim Deutsch- und Religionslehrerin. 1971 habilitierte sie über das Verhältnis von Theologie und Dichtung. Sölle forderte dazu auf, das Christentum nicht als reine Lehre zu verstehen, sondern als Handlungsanweisung für eine bessere Welt. Diese Haltung beeinflusste zahlreiche Menschen und Bewegungen, darunter auch die Friedensbewegung. Auch in aktuellen Debatten und Diskussionen ist Dorothee Sölle präsent.

Ihre Kritik an der herrschenden Wirtschaftsordnung und ihre Forderung nach einer solidarischen Gesellschaft sind nach wie vor aktuell. Besonders in Zeiten von Nationalismus und Rassismus ist es wichtig, sich an ihre Worte zu erinnern und für eine offene und gerechte Gesellschaft einzutreten.

Dorothee Sölles Werk hat somit auch heute noch große Bedeutung. Ihre Gedanken und Ideen sind weiterhin inspirierend und wegweisend für alle, die sich für eine bessere Welt einsetzen möchten.

Dorothee Sölle und das Politische Nachtgebet in der Antoniterkirche

Ab Oktober 1968 beherbergte die Antoniterkirche das „Politische Nachtgebet“, durchgeführt von einem ökumenischen Arbeitskreis, dem unter anderem Dorothee Sölle, Fulbert Steffensky, Marie Veit, Heinrich Böll, Klaus Schmidt und Egbert Höflich angehörten. Das Politische Nachtgebet gab Dorothee Sölle die Möglichkeit, ihre Vorstellung von Christentum in einer Kirche umzusetzen. Die Politischen Nachtgebete basierten laut Sölle auf den Grundpfeilern Information, Meditation, Diskussion und Aktion. Am 18. Mai 2002 feierte Dorothee Sölle letztmals ein Politisches Nachtgebet in der Antoniterkirche Köln.

 

Dorothee-Sölle-Tag am heutigen Donnerstag, 27. 4.2023

16.00 Uhr: Zeitzeug*innengespräch
Mit Bärbel Wartenberg-Potter und Martin Sölle, Antoniterkirche/Schildergasse

17.30 Uhr Sölle-Poetry-Walk
Gedichte auf dem Weg von der Antoniterkirche zum Dorothee-Sölle-Platz
Treffpunkt: vor der Antoniterkirche
Ziel: Dorothee-Sölle-Platz an der Christuskirche

19.00 Uhr Sölle-Poetry-Change
Gedichte, Performance, Musik, Gespräche und Nachtgebet in der Christuskirche

Weitere Infos: https://www.antonitercitykirche.de/dorothee-soelle.aspx

Text: APK
Foto(s): APK/Screenshot Flyerausschnitt Sölle-Poetry-Change

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Neubau der Kita Volberg wird vom Land mit 5,1 Millionen Euro gefördert

Endlich ist er da: Der Förderbescheid über 5,1 Millionen Euro des Landes Nordrhein-Westfalen kam in einer schlichten weißen Mappe nach Rösrath-Hoffnungsthal. Das Geld dient zur Finanzierung des Wiederaufbaus der in der Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021 vollständig zerstörten evangelischen Kindertagesstätte Volberg.

Zur Übergabe an die Vertreterinnen und Vertreter der Projektgruppe freute sich Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, sichtlich: „Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass ihr Förderbescheid nun da ist. Das ist ein Meilenstein. Bis die Kita neu steht, wird es sicherlich noch einige solcher Meilensteine geben.“ Schon im November 2021 hatte Ina Scharrenbach sich vor Ort einen Eindruck verschafft und die Unterstützung des Ministeriums zugesagt. In jeder Krise stecke eine Chance, Dinge besser zu machen, betonte sie mit Blick auf die im Gemeindezentrum Hoffnungsthal ausgehängten Pläne des Neubaus. Denn der soll von Anfang an flutsicher sein, wird großzügig und mit viel Helligkeit den Kindern Raum geben, sich zu entwickeln, zu spielen und christliche Werte kennenzulernen. „Die Flut hat unsere Häuser gefüllt, die Menschen mit ihrer Hilfsbereitschaft unsere Herzen“, schloss die Ministerin ihre Rede.

Die Kita ist seit August 2017 in der Trägerschaft der Diakonie Michaelshoven, es gibt zudem einen Förderverein der Eltern. Als im Juli 2021 die Flutkatastrophe auch die Kita traf, so berichtete Pfarrer Thomas Rusch, sei er gerade mit 60 Jugendlichen aus der Gemeinde in Norwegen im Urlaub gewesen. „Wir kamen zurück, und ich konnte das Ausmaß der Schäden kaum fassen. Es war vollkommen surreal“, erinnerte er sich, immer noch erschüttert, während der Feierstunde im Gemeindehaus. Drei Gruppen mussten möglichst schnell untergebracht werden, Aufräumarbeiten rund um das Gebäude wurden mit Hilfe vieler Eltern durchgeführt.

Für das Erzieherinnenteam, die Kinder und die Eltern war plötzlich vieles anders als gewohnt und manches alles andere als einfach. Eine Gruppe zog in die Kita Villa Hügel, ebenfalls in Trägerschaft der Diakonie Michaelshoven, um. Dafür wurden der dortige Mehrzweckraum und der Personalraum umgestaltet. Zwei weitere Gruppen kamen in bereits vorhandenen Containern der Stadt Rösrath unter, später fand sich ein Interimsstandort in Rösrath-Venauen, wo alle 65 Kinder wieder gemeinsam betreut werden konnten.

Arbeiten sollen bis 2025 beendet sein

Torsten Krall, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, lobte genau diese Initiative in seiner Begrüßung der Gäste: „Hier haben Kirche, Gemeinde, Politik und der Träger ganz wunderbar zum Wohl der Kinder zusammengearbeitet.“ Dass auch der Förderbescheid nun vorliege, sei „ein großartiges Ereignis“.

Projektsteuerer Volker Langenbach und Architekt Bernd Oxen haben mit verschiedenen Planungsbüros und Experten aus den Bereichen Landschaftsbau, Tragwerk, Gebäudetechnik, Bauphysik, Brandschutz und Bodengutachten das neue Gebäude geplant. Bestaunt werden konnten die Pläne nicht nur auf großen Papierbögen, sondern auch im Modell, das fleißig fotografiert und diskutiert wurde. Eltern mit ihren Kindern waren zahlreich zur Übergabe gekommen und konnten sich ein Bild davon machen, wie die neue Kita aussehen wird. Architekt Volker Langenbach kündigte an, dass die Arbeiten voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres beginnen und bis 2025 beendet sein sollen. Sein Planungsteam umfasst unter anderem den Träger, die Kitaleitung, den ehrenamtlichen Bauausschuss, der sich aus Mitgliedern des Presbyteriums zusammensetzt und erhält fachliche Unterstützung durch den Landschaftsverband Rheinland.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Unsere Wochentipps: Von Geschichte bis zur Kultur – für jeden etwas dabei!

Entdecken Sie jetzt unsere Wochentipps! Die wöchentlichen Highlights stehen wieder an und wir haben für Sie eine bunte Mischung aus Veranstaltungen zusammengestellt, die Ihnen sicherlich gefallen werden. Feiern Sie gemeinsam mit uns den „Dorothee-Sölle-Tag“ und nehmen Sie an einem Zeitzeugengespräch und Gedichten an der Antoniterkirche und an der Christuskirche teil. Oder besuchen Sie das Storyteller-Konzert in Elsdorf und lassen Sie sich von mitreißenden Geschichten und Musik verzaubern.

Wenn Sie sich eher für Geschichte interessieren, dann ist eine historische Stadtführung von der Römerzeit bis in die Neuzeit genau das Richtige für Sie. Hier erfahren Sie spannende Fakten und Anekdoten über die Entwicklung der Stadt und ihre Bewohner. Oder besuchen Sie den Weingarten an der Kartause und genießen Sie eine Auszeit in der kleinen Oase inmitten der Südstadt.

Und wer sich für interreligiöse Themen interessiert, der sollte unbedingt am Dialog über Frauenrechte im Islam teilnehmen. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Interessierten auszutauschen und von Experten zu lernen.

Also, worauf warten Sie noch? Entdecken Sie jetzt unsere Wochentipps und erleben Sie unvergessliche Highlights!

Die Tipps in der Übersicht:

27.04.2023, 16:00
Melanchthon-Akademie
Antoniterkirche, Schildergasse und Christuskirche, Dorothee Sölle-Platz
Dorothee-Sölle-Tag
Sölle-Poetry-Change

Das Schulreferat des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region, die Melanchthon-Akademie und die Evangelische Gemeinde Köln laden am Donnerstag, 27. April, zu einem Dorothe-Sölle-Tag ein. An diesem Tag jährt sich der Todestag von Dorothee Sölle zum 20. Mal und es soll mit verschiedenen Veranstaltungen auf vielfältige Weise das Lebenswerk dieser besonderen Kölner Theologin gewürdigt und in die heutige Zeit übersetzt werden. Um 16.00 Uhr gibt es ein Zeitzeug*innengeschpräch mit Bärbel-Wartenberg-Potter und Martin Sölle in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln. Um 17:30 Uhr gibt es einen Sölle-Poetry-Walk mti Gedichten auf dem Weg von der Antoniterkirche zum Dorothee-Sölle-Platz an der Christuskirche. Der Abend endet in der Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, mit „Sölleaktualisierungen“ der verschiedenen Generationen: Um 19.00 Uhr werden dort im Zuge der Sölle-Poetry-Change Gedichte, Performance, Musik, Gespräche und Nachtgebet vorgetragen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel: 0221 931 803 0 oder unter anmeldung@melanchthon-akademie.de.

Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

28.04.2023, 19:00
Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft
Lutherkirche Elsdorf, Aachener Straße 174, 50189 Elsdorf
Country-Musik mit Jolina Carl
Storyteller-Konzert

Am Freitag, den 28. April 2023, um 19:00 Uhr, gibt es in der Lutherkirche Elsdorf, Aachener Str. 172, 50189 Elsdorf, ein ganz besonderes Highlight: Jolina Carl, ein Garant für akustische Livemusik und Gänsehautmomente gibt dort ein Storytellers Konzert. Jolina Carl meint: “Country Music erzählt Geschichten.” Und genau das ist es, was sie an diesem Musikgenre liebt. Damit das Publikum auch versteht, was sie singt, wird sie bei besonderen Songs die Übersetzungen per Beamer gleich mitliefern. Der Eintritt ist frei, und es wird um Spenden gebeten. Im Gottesdienst am 16. April um 11 Uhr, in der Lutherkirche Elsdorf wird Jolina Carl bereits eine kleine musikalische Kostprobe geben, und Pfarrer Martin Trautner wird in seiner Predigt näher auf ein ganz besonderes Lied aus der Country Musik eingehen.

www.trinitatis-kirchengemeinde.de

29.04.2023, 14:00
AntoniterCityTours
Café Reichard, Unter Fettenhennen 11, 50667 Köln
Historisches Köln – Von der Römerzeit bis in die Neuzeit
Stadtführung durch Teile der Kölner Altstadt

Am 29. April, um 16.00 Uhr, führt der Stadtführer Manfred Höffken durch Teile der Kölner Altstadt, die im Mittelalter vom Rhein bis an die heutigen Ringe reichte. Es werden die markanten Stellen aus der Zeit der Römer bis zu der Zeit des Mittelalters und Neuzeit genauer betrachtet. Treffpunkt ist das Café Reichard, Unter Fettenhennen 11, 50667 Köln. Die Führung kostet 10,- Euro, erm. 8,- Euro.

www.antonitercitytours.de

29.04.2023, 14:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Mauenheim-Weidenpesch
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, 50737 Köln
MiteinanderFüreinander
„25 Jahre Kölsch Hätz“ – Nachbarschaftsfest rund um die Erlöserkirche

MiteinanderFüreinander: Willkommen zum Nachbarschaftsfest „25 Jahre Kölsch Hätz“ rund um die Erlöserkirche an der Derfflingerstraße 9 in Weidenpesch! Am 29. April startet das Fest bereits um 14 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst, bei dem jeder willkommen ist. Anschließend findet die offizielle Eröffnung des Festes statt, bei der unter anderem auch der Posaunenchor spielt und das Nachbarschaftsbrot angeschnitten wird. Ab 15 Uhr öffnet der „Marktplatz der guten Nachbarschaft“ seine Pforten. Gegen 16 Uhr geht es dann für Jung und Alt weiter mit Line-Dance mit Georg Stallnig. Um 17:30 Uhr gibt es dann noch ein weiteres Highlight: Beim Lagerfeuersingen können die Besucher und Besucherinnen gemeinsam bekannte Lieder anstimmen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

www.kirche-mauwei.de

29.04.2023, 17:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
Weingarten – Wein, Kulinarisches und mehr an der Kartause
Weingarten vom 29. April bis 13. Mai 2023

Vom 29. April bis zum 13. Mai ist in den Innenhöfen des ehemaligen Kartäuserklosters, Kartäusergasse 7, 50678 Köln, in der Kölner Südstadt – eine der schönsten Locations in Köln – im dritten Jahr der malerische „Weingarten“ aufgebaut. An über 300 lauschigen Plätzen wird eine kleine Auswahl an Weinen und auch Kölsch oder Alkoholfreies aus der Flasche angeboten. Auch die Kulinarik kommt nicht zu kurz. An die 250 ehrenamtliche Menschen stemmen dieses Projekt, organisiert von der KG Ponyhof. Die Einnahmen werden nach Abzug der Kosten an verschiedene karitative Projekte gespendet.

03.05.2023, 18:00
Evangelische Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden
Ev. Friedenskirche Worringen, Hackenbroicher Straße 59-61, 50769 Köln-Worringen
Interreligiöser Dialog
Frauenrechte im Islam: Der Unterschied zwischen Glaube und Politik

Interreligiöser Dialog im Bezirk Chorweiler – mit „Frauenrechten im Islam. Der Unterschied zwischen Glaube und Politik“. Los geht es in der Evangelischen Friedenskirche Worringen, Hackenbroicher Straße 59-61, 50769 Köln-Worringen, am 3. Mai um 18 Uhr. Referent Sharif Abu-Jabir spricht darüber, was der große Unterschied zwischen Glaube und Politik ist. Den Einstieg macht er mit einem Input-Vortrag. Im Anschluss findet eine Austauschrunde statt. Bis 2. Mai anmelden unter cornelia.abels@skf-koeln.de oder 01590 4310 915.

www.hoffnungsgemeinde-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK / Canva

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Trompete und Orgel – Festkonzert in Trinitatiskirche

Nach der Einweihung und Inbetriebnahme des mobilen Orgelspieltisches findet am Donnerstag, 27. April, 19.30 Uhr ein erstes Konzert am neuen Spieltisch der Orgel in der Trinitatiskirche statt. Erstmals hat das Kölner Publikum dann die Gelegenheit, die neuen Musiziermöglichkeiten in Kölns ältester und größter evangelischer Kulturkirche am Filzengraben im Konzert zu erleben. Dadurch, dass die Klais-Orgel nun aus dem Kirchenschiff aus angespielt werden kann, haben die Zuhörerinnen und Zuhörer ab sofort die Möglichkeit, das Spiel der Organisten und Organistinnen aus unmittelbarer Nähe zu beobachten. Auch das Zusammenspiel zwischen Solisten, Chören und Orchestern wird dadurch deutlich erleichtert.

Für dieses erste Konzert am neuen Spieltisch hat Wolf-Rüdiger Spieler, Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche, einen hochkarätigen Trompeter eingeladen, mit dem er zusammen konzertieren wird. Es ist der brasilianische Musiker Pedro Henrique de Souza Rosa, der bereits im Alter von zehn Jahren an der Musikschule in São Paulo seinen ersten Trompetenunterricht erhielt. De Souza Rosa studierte zunächst klassische Trompete an der Musikhochschule Aachen und absolvierte 2018 zusätzlich den Masterstudiengang Barocktrompete an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit Bestnote. Seitdem geht er einer umfangreichen Konzerttätigkeit im In- und Ausland nach.

Wolf-Rüdiger Spieler leitet die Trinitatiskirche seit 2010 und ist Kirchenmusiker, Chorleiter, Dirigent und Dozent. Unter anderem lehrt er an der Kölner Musikhochschule die Fächer Orgelimprovisation und liturgisches Orgelspiel. Er leitet den reger chor köln, er konzertiert international und gibt gemeinsam mit seinem Duo-Partner Pedro Henrique de Souza Rosa regelmäßig Konzerte.

Musik aus dem Barock und anderen Epochen

Auf dem Programm steht am 27. April ein klangschöner Mix aus Werken des Barock und anderer Stilepochen. Unter anderem sind Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Jeremiah Clarke, Henry Purcell zu hören.

Der Eintritt ist frei. Auf Ausgang kann freiwillig eine Spende zur Unterstützung der Konzertreihe an der Trinitatiskirche gegeben werden.

Das nächste Konzert der Trinitatis-Reihe findet dann am Donnerstag, 25. Mai, statt. Erneut ist Musik für Blasinstrument und Orgel zu hören, dann in der Besetzung Posaune und Orgel. Die Solisten sind Janning Trumann und Johannes Quack.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.trinitatiskirche-koeln.de.

Text: APK
Foto(s): APK

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Die Highlights der Gamesnight: Spiele, Spaß und Spiritualität

Die zweite Gamesnight im Gemeindezentrum Bensberg war ein voller Erfolg: Rund 65 Jugendliche und 10 Mitarbeiter – darunter viele ehrenamtliche Helfer – waren Ende März dabei und haben die zehn verschiedenen Spielstationen ausprobiert. Actionreiche Spiele, Geschicklichkeitsspiele und kooperative Spiele: Von „Mario Cart“ über „Rocket League“ bis hin zu „Lovers in a dangerous spacetime“ war für jeden Geschmack etwas dabei. Diese konnten alleine und im Team miteinander und gegeneinander – im Tuniermodus – gespielt werden. Die jeweiligen Finals wurden dann auf der großen Leinwand ausgefochten.

Doch nicht nur das Spielen stand im Vordergrund. Auch ein kurzer geistlicher Impuls wurde gehalten, der sich auf das Spiel „Super Smash Bros“ bezog. So konnten die Teilnehmer nicht nur gemeinsam Spaß haben, sondern auch spirituelle Impulse mitnehmen. Es gab Turniere, eine „Schlag den Pfarrer“-Challenge und Preise zu gewinnen: T-Shirts und Cappys mit dem Gamesnight-Logo.

Es herrschte eine ausgelassene Stimmung beim Spielen – mit Snacks, Getränken und Musik. Die Jugendlichen feuerten sich gegenseitig an und motivierten sich, besser zu spielen. Zwischendurch machten sie Pausen, um miteinander zu reden oder einfach nur in der Gruppe abzuhängen.

Computerspiele fördern die Kreativität und das strategische Denken

Computerspiele sind heutzutage nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Sie bieten eine Möglichkeit, sich zu entspannen und abzuschalten. Aber sie können auch viel mehr sein als das. Denn Computerspiele fördern die Kreativität und das strategische Denken. Außerdem können sie helfen, soziale Kompetenzen zu entwickeln und Freundschaften zu knüpfen.

Auch in der Jugendarbeit der Kirche werden Computerspiele immer wichtiger. Sie bieten eine Möglichkeit, junge Menschen anzusprechen und ihnen einen Raum zu geben, in dem sie sich wohl fühlen und ihre Interessen ausleben können. Dabei geht es nicht nur um das Spielen an sich, sondern auch um den Austausch mit anderen Jugendlichen und die gemeinsame Freude am Spiel.

Es wurden Spiele mit USK 12 gespielt, weswegen sich die Gamesnight an Jugendliche ab 12 Jahren richtete. Es gab diese zehn Stationen, an denen man verschiedene Spiele miteinander und gegeneinander spielen konnte:

  • Mario Cart
  • Super Smash Bros
  • Rocket League
  • Just Dance
  • Mario Party
  • Gang Beasts
  • Stickfight
  • Bomberman
  • Lovers in a dangerous spacetime
  • Save Jesus

„Bereits die erste Gamesnight im letzten Oktober war ein großer Erfolg mit etwa 60 Jugendlichen“, sagt Samuel Dörr, Pfarrer in der Kirchengemeinde Bensberg, und Initiator der Veranstaltung. Die nächste Gamesnight wird im Herbst stattfinden. Denn: „Wir möchten die Gamesnight in einem regelmäßigen Rhythmus zwei Mal im Jahr anbieten.“

Text: Samuel Dörr/APK
Foto(s): Logo-Ausschnitt

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Menschen wollen wieder dazugehören – Diakon Tobias Knöller über Eintritte und die Zukunft der Kirche

Weniger Mitglieder und höhere Austrittszahlen: das vermeldete die Evangelische Kirche in Deutschland vor kurzem für das Jahr 2022. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 gehörten insgesamt 19,15 Millionen Menschen einer der 20 Gliedkirchen der EKD an. Das sind rund 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Jahr zuvor betrug der Rückgang 2,6 Prozent. Die Zahl der Ausgetretenen liegt mit 380.000 rund ein Drittel höher als 2021. Aber es gibt immer wieder auch Menschen, die in die Evangelische Kirche neu eintreten oder nach einem Austritt zurückkehren. Darüber hat kirche-koeln.de mit Diakon Tobias Knöller gesprochen. Er leitet die Evangelische Kircheneintritts- und Informationsstelle Köln.

Herr Diakon Knöller, mit welchen Fragen oder Gründen kommen die Menschen zu Ihnen? Was bewegt sie zum Wiedereintritt?

Tobias Knöller: Wir hatten im letzten Jahr 81 Eintritte. Und 81 verschiedene Gründe. Was oft genannt wurde, war das Patenamt, also viele wollten Patentante oder Patenonkel werden. Manche wollten auch in einer evangelischen Einrichtung anfangen zu arbeiten, in einer Kita, im Krankenhaus, im Altenheim. Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Einige Gespräche sind auch sehr seelsorgerlich. Weil manche Menschen wirklich auch negative Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben. Homosexuelle Menschen zum Beispiel, die in der Vergangenheit noch Ausgrenzung erleben mussten. Was heute, Gott sei Dank, anders ist.

Gibt es denn so etwas wie Trends? Sind die Menschen heute stärker auf der Suche und wenden sich im Zuge dessen auch wieder mehr den Kirchen als traditionellen Sinnanbietern zu?

Tobias Knöller: Was ich beobachte ist: ein großer Vorteil unserer evangelischen Kirche ist ihre Pluralität. Nicht jede Gemeinde muss gleich sein. Es gibt zum Beispiel das politische Spektrum. Da engagiert man sich viel für Klimaschutz, für Gleichberechtigung und da können die Menschen andocken. Es gibt das spirituelle Spektrum. Die Leute kommen durch einen Meditationskreis oder einen Pilgerweg wieder zur Kirche. Es ist ganz vielfältig.

Heißt das, man müsste stärker Schwerpunkte setzen? Dass zum Beispiel Menschen, die sich besonders für das Klima engagieren, in Gemeinde A zugehörig fühlen und Menschen, die sich etwa für das gesellschaftliche Miteinander in der Stadt engagieren, in Gemeinde B etc.?

Tobias Knöller: Genau! Und dass man sich auch zugesteht, unterschiedlich zu sein. Und diese Diversität dann auch aushält im Miteinander. Das hat ja auch etwas mit Toleranz zu tun. Ich fände es gut, wenn es noch weiter in diese Richtung gehen würde. Lassen Sie es uns mal ganz konkret machen: die Kölner Innenstadt ist eine große Gemeinde. Und jeder Gottesdienststandort hat ein eigenes Profil. Die einen sind ganz politisch unterwegs, die anderen eher spirituell und geistlich. In der einen Kirche können sie einen queere Partynacht erleben, in der anderen eine evangelische Messe mit Weihrauch. Diversität als Reichtum verstehen – darum geht es. Wir brauchen keine Uniformität.

Wenn jemand zu Ihnen kommt, was passiert dann? Steht der bei Ihnen in der Tür, meldet der sich vorher an? Gibt es typische Abläufe?

Tobias Knöller: Es müssen gewisse Unterlagen mitgebracht werden: das ist die Austrittsbescheinigung vom Amt, die Taufbescheinigung und dann können wir den Wiedereintritt gestalten – sofort. Wir führen dann noch ein Gespräch zusammen, in einem geschützten Rahmen und dann wird der Eintritt vollzogen. Ich mag das Wort niederschwellig gar nicht so gerne und suche immer ein Synonym dafür, aber es ist tatsächlich niederschwellig. Es ist nicht kompliziert, wieder in die Kirche einzutreten, ganz im Gegenteil.

Trifft derjenige, der in die Kirche neu oder wiedereintritt, eine sehr bewusste Entscheidung? Steht Ihrer Erfahrung nach ein Weg mit viel Reflexion dahinter: warum will ich das jetzt, warum tut mir das gerade gut oder anderes?

Tobias Knöller: Was mich berührt, sind wirklich Lebensgeschichten, Biografien. Da merke ich immer wieder, dass Gott in deren Leben gewirkt hat und dass er sie nie ganz losgelassen hat. Dass es einen Punkt in ihrem Leben gab, vielleicht auch eine Krise oder eine existenzielle Erfahrung, andere Menschen, die etwas in ihnen bewegt haben. Das führt sie dann nochmal zum Glauben zurück. Viele sagen auch, sie haben den Glauben wiederentdeckt für sich, haben den lange alleine gelebt, haben ein gutes Buch gelesen, sind im Wald spazieren gegangen, haben da gebetet. Letztendlich sind sie dann aber doch darauf gekommen, dass der Glaube allein nicht so funktioniert, dass man auch den Austausch braucht, die Gemeinschaft – vielleicht auch mal den nötigen Gegenwind.

Gibt es jemanden, an den Sie sich besonders erinnern?

Tobias Knöller: Ich hatte mal einen jungen Mann, der ist in der Corona-Zeit nach Köln gezogen, um hier zu studieren und kannte keinen. Dann kam der Lockdown und man konnte keine neuen sozialen Kontakte knüpfen. Er ist aus der Kirche sehr früh ausgetreten und hat dann von seiner Mutter über YouTube immer die Links zugeschickt bekommen zu den Gottesdiensten seiner Heimatgemeinde. Und dann sah er seinen alten Pfarrer wieder, jeden Sonntag auf YouTube. Auch die Kirche, in der er getauft und konfirmiert wurde. Das hat ihn so berührt und das hat ihm so gut getan und war ihm ein Halt in dieser Zeit, in der Fremde und in der Einsamkeit, dass er zu uns gekommen ist und gesagt hat, er will das wieder rückgängig machen: „Ich will wieder dazugehören.“

Gibt es umgekehrt Menschen, die durch Schicksalsschläge lange gezweifelt und geglaubt haben, dass Gott ihre Familie verlassen hat, und die dann gemerkt haben, da war doch immer irgendwie eine Verbindung?

Tobias Knöller: Das kommt gar nicht so selten vor, dass Menschen durch eine Krise gehen oder gerade in einer sind, und deswegen nochmal den Kontakt zur Kirche suchen. Es gibt auch Menschen, die zu mir kommen, weil sie wissen, dass es nicht mehr gut ausgeht. Die aber den Wunsch haben, christlich bestattet zu werden und deswegen in die Kirche eintreten wollen. Das berührt mich oft sehr. Ich frage dann immer, ob ich den zuständigen Pfarrer oder die Pfarrerin informieren soll, ob derjenige nochmal ein Seelsorgegespräch haben will. Dann sagte mir mal jemand: „Ja, sagen Sie der verlorene Sohn ist wieder da – aber er ist alt und krank geworden.“ Es ist nicht nur ein Job, es ist eine Berufung, das hier zu machen. Und es ist schön, Menschen –wieder – zu begleiten und auch mit offenen Armen zu empfangen. Diese seelsorgerliche Komponente ist etwas, das mich oft sehr berührt und beschenkt und dankbar macht.

Was ist für Sie an dieser Stelle das Wichtigste?

Tobias Knöller: Meine Stelle steht ja auch für eine Kirche, die an ihre Zukunft glaubt und daran, dass es wichtig ist, in ihr Mitglied zu sein. Das ist mir auch persönlich wichtig. Ich will nicht Mitglied einer Kirche sein, die ihren eigenen Untergang organisiert. Es ist auch eine spirituelle Aufgabe im Moment, weil diese vielen und hohen Austrittszahlen natürlich auch etwas mit unseren Gemeinden machen. Ich bin hier an einer Stelle, an der ich manchmal denke, kämpfst du hier eigentlich gegen Windmühlen – kannst du etwas gegen diese hohen Austrittszahlen machen? Da muss ich manchmal aufpassen, dass ich mir das nicht zu sehr zu Herzen nehme, weil ich so mitleide und mich so sehr mit meiner Kirche identifiziere. Ich wäre heute nicht der, der ich bin, würde es diese Kirche nicht geben und die Diakonie. Die Kirche hat mich an entscheidenden Stellen in meinem Leben geprägt und gefördert. Das will ich zurückgeben.

Das ist ja letztlich auch das, was Menschen wieder oder neu anzieht. Wenn man Menschen begegnet, die ihren eigenen Weg haben, ihre Erfahrungen, eine positive Ausstrahlung und auch den Glauben, dass es nicht nur einen Gott gibt, sondern dass es sich auch lohnt, mit dieser Kirche unterwegs zu sein. Und dass auch diese Kirche eine Zukunft hat.

Tobias Knöller: Die Kirche durchläuft im Moment eine Umbruchszeit. Ich mag das Wort Krise nicht so gerne, das wird oft so inflationär benutzt. Aber das hat sie schon immer, die Kirche war noch nie in stabilem Fahrwasser. Wie die Kirche von morgen aussieht, das wissen wir nicht, das können wir gar nicht wissen. Und ich denke auch, wir sollten uns nicht immer nur mit uns selber beschäftigen. Wir beschäftigen uns immer nur mit den Fragen nach morgen und mit unseren Strukturen. Wir sollten lieber die Zeit nutzen, um das Evangelium mit den Menschen zu leben. Und auch wenn die Kirche von morgen eine ganz andere sein wird und wir sie institutionell gar nicht mehr wiedererkennen, wird es trotzdem Kirche sein. Es wird immer Menschen geben, die sich nach Jesus Christus ausstrecken und ihm nachfolgen. Und die werden dann Kirche sein. Davon gehe ich ganz fest aus.

Das Team hat aktuell 12 Ehrenamtliche. Wer Interesse an diesem Dienst hat, kann sich in der Eintrittsstelle melden. Die Evangelische Kircheneintritts- und Informationsstelle ist an der Antoniterkirche, Schildergasse, angesiedelt. Regelmäßig stehen Mitarbeitende für das „Offene Ohr“, ein offenes Gesprächsangebot, zur Verfügung.

www.eki-koeln.de

Text: Hildegard Mathies
Foto(s): Evangelische Kircheneintritts- und Informationsstelle Köln

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Unendliche Klangvielfalt – Mobiler Orgelspieltisch für Trinitatiskirche

Am Samstag, 22. April, ab 17 Uhr lädt Stadtsuperintendent Bernhard Seiger gemeinsam mit Wolf-Rüdiger Spieler, Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche, zu einer besonderen musikalischen Feierstunde in die Trinitatiskirche am Filzengraben ein. In großem Rahmen und mit viel Musik soll dann der neue mobile Orgelspieltisch in Betrieb genommen werden. Damit ist das wertvolle Instrument um einen entscheidenden Baustein erweitert: Die Orgel lässt sich nun nicht nur von der Empore, sondern von allen Stellen des Kirchenschiffs aus anspielen.

Hierdurch wird nicht nur das Zusammenspiel zwischen Orgel, Chören, Orchestern und Solisten deutlich vereinfacht, weil alle Musizierenden dicht beieinander sind, guten Sichtkontakt und eine ausgewogene Hörkontrolle über den Klang haben. Auch bei Gottesdiensten wird es künftig einfacher sein, gemeinsam mit der singenden Gemeinde zu musizieren. Nicht zuletzt wird auch das Konzertpublikum einen großen Mehrwert haben, wenn es den Solistinnen und Solisten direkt auf Hände und Füße schauen kann.

Seit dem Einbau der Klais-Orgel hat es 14 Jahre gedauert, den mobilen Spieltisch anschaffen und installieren zu können. Das Projekt war eigentlich schon 2009 mitkonzipiert worden, die Umsetzung wurde damals aus Kostengründen aber zunächst zurückgestellt. Da bei vielen Konzerten des WDR, der Musikhochschule, der Kölner Chöre und Orchester sowie beim Internationalen Orgelwettbewerb immer wieder deutlich wurde, wie wichtig ein optischer und akustischer Kontakt für ein gutes Musizieren ist, wurde die Idee im Jahr 2021 neu aufgegriffen. Die konkreten Planungen begannen, verschiedene Kostenvoranschläge wurden eingeholt und der Vorstand des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region traf den Beschluss, die Hälfte der Gesamtkosten von rund 120.000 Euro zu übernehmen, wenn es gelänge, die andere Hälfte durch Spenden über den „Förderverein Kultur an der Trinitatiskirche“ einzuwerben.

Dies gelang in einem großen Kraftakt: Viele Institutionen, Banken, Chöre und Privatleute taten sich zusammen, sodass noch im Dezember 2021 der Auftrag an die Orgelbaufirma Klais erteilt werden konnte. Seitdem wurde im intensiven Austausch zwischen dem Verantwortlichen an der Trinitatiskirche, dem Orgelbausachverständigen der Landeskirche und den Orgelbauern geplant und schließlich auch gebaut.

Besondere Effekte und Klangfacetten

Entstanden ist nun ein handgefertigter und maßgeschneiderter Spieltisch, der fahrbar ist und an verschiedenen Stellen in der Kirche mit der Orgel verbunden werden kann. Er enthält nicht nur die kompletten Bedienelemente des vorhandenen Emporenspieltisches, sondern viele weitere Bedienmöglichkeiten. So lassen sich die drei Manuale frei zuordnen, es gibt besondere Effekte wie das Sforzato, das Sostenuto, das Pizzicato und eine sogenannte Registerfessel, die eine bestimmte Klangkombination konserviert, während man parallel schon neue Register wählen kann. Durch Oktavkoppeln wird die Möglichkeit bestehen, die vorhandenen Klangfarben der Orgel nicht nur in der üblichen Tonhöhe, sondern in der Tiefe und Höhe verschoben nutzen zu können. Dies wird zusammen mit einem Midi-Anschluss die Klangvielfalt des Instrumentes ins Unendliche steigern.

Viele dieser Möglichkeiten werden auch in der musikalischen Feierstunde am 22. April zu erleben sein. Der reger chor köln wird unter Leitung von Wolf-Rüdiger Spieler singen, der Saxophonist Heiner Wiberny wird solistisch spielen und Marc Jaquet wird Chor und Solisten von der Orgel aus begleiten sowie das Instrument mit seinen vielen Klangfacetten vorstellen. Dazu gibt es Grußworte des Stadtsuperintendenten, der Orgelbauer und der Kölner Stadtgesellschaft.

Im Anschluss sind alle Gäste eingeladen, zum Gespräch bei Getränken und Gesalzenem zu verweilen. Der Eintritt ist frei; Spenden zugunsten des Fördervereins der Trinitatiskirche sind willkommen.

www.trinitatiskirche-koeln.de

Text: Wolf-Rüdiger Spieler
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler

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Unsere Wochentipps: Von Tanz-Party bis Schlummer-Konzert

Die wöchentlichen Highlights sind da! Entdecken Sie jetzt unsere Wochentipps: Eine Tanz-Party lädt ins Café Lamerdi, intuitive Musik wird in der Friedenskirche gespielt und Ex-Wiseguy Eddi Hüneke kommt zu einem Konzertabend in die Kulturkirche Hürth. Beim Schlummer-Konzert mit Stefanie Wüst ist „Schlafen erwünscht“, Pilgerfreunde können an der Wanderung rund um den Altenberger Dom teilnehmen und last but not least berichtet Marianne Arndt über die Bewegung Maria 2.0.

Die Tipps in der Übersicht:

20.04.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Café Lamerdin, Einhardtstraße 5/Ecke Wittekindstraße, 50937 Köln
Tanz-Party im Café Lamerdin
Partystimmung für Paar- und Einzeltänzer*innen

Die Evangelische Kirchengemeinde Köln Klettenberg lädt alle Paar- und Einzeltänzer*innen und alle, die gerne mal wieder zwanglos tanzen wollen, in das Café Lamerdin, Einhardtstraße 5/Ecke Wittekindstraße, 50937 Köln, ein. DJ´ane Catrin sorgt für Partystimmung mit Musik aus den Charts der letzten 40 Jahren und bunten Lichtern. Der Kostenbeitrag beträgt 8,00 Euro, eine Anmeldung ist über das Seniorennetzwerk Klettenberg, Tel. 94 40 13 88, möglich.

www.kirche-klettenberg.de

20.04.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Friedenskirche, Rothehausstraße 54a, 50823 Köln
Intuitive Musik – Muskialische Abenteuer im Hier und Jetzt
Konzert in der Friedenskirche mit Ulrich Kisters und Friends

Die Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld lädt am 20. April, 19.00 Uhr, zu einem Konzert in die Friedenskirche Ehrenfeld, Rothehausstraße 54a, 50823 Köln, ein. An diesem Abend macht sich mit Ulrich Kisters und Friends eine kleine illustre Schar von Musiker*innen sich auf den Weg, mit Stimme, Gesang, Schlagwerk, Blas- und Tasteninstrumenten und Elektronik den gegenwärtigen Moment zu erforschen und in ungewöhnliche Klänge und Musik umzusetzen. So entstehen facettenreiche, tief empfundene Klangbilder, gespeist von der Atmosphäre des Kirchenraums, den instrumentalen Klangfarben und der Fantasie der Musiker*nnen und Zuhörer*innen! Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

www.evangelisch-ehrenfeld.de

22.04.2023, 17:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Musikalische Feierstunde zur Einweihung des mobilen Orgelspieltisches
Grußworte und Musik vom reger Chor, Marc Jaquet (Orgel) und Heiner Wiberny (Saxophon)

Am Samstag, 22. April 2023, 17.00 Uhr, lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zur Einweihung des neuen mobilen Spieltisches zu einer Feierstunde mit viel Musik und diversen Grußworten in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, ein. Mit dabei sind Vertreterinnen und Vertreter der Kölner Stadtgesellschaft, Vertreter der Orgelbaufirma Klais und Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger. Vierzehn Jahre nach dem Einbau der Klais-Orgel konnte nun auch die Installation des mobilen Spieltisches realisiert werden. Mit diesem Projekt, das durch großzügige Spenderinnen und Spender sowie durch den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region ermöglicht wurde, steigen die musikalischen Möglichkeiten der Trinitatiskirche nochmals erheblich. Die musikalische Gestaltung liegt beim reger Chor Köln, bei Marc Jaquet (Orgel), und bei Heiner Wiberny (Saxophon) unter der Leitung von Wolf-Rüdiger Spieler. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss sind alle Gäste herzlich eingeladen, zum Gespräch bei Getränken und Gesalzenem zu verweilen.

www.trinitatiskirche-koeln.de

22.04.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Hürth
Martin-Luther-Kirche in Hürth-Gleuel, Am Hofacker 41, 50354 Hürth
Eddie Hüneke solo
Ex-Wiseguy und Pop-Liedermacher Eddi Hüneke kommt zu einem Konzertabend in die Kulturkirche Hürth

Einen Abend mit Tiefgang und Lebensfreude bietet der Pop-Liedermacher und Entertainer Eddie Hüneke am 22. April in der Kulturkirche Hürth, Am Hofacker 41, in Hürth-Gleuel. Seit dem Ende der A-cappella-Band WISE GUYS im Jahre 2017, die er 27 Jahre zuvor mit gründete und mit denen er u. a. fünf Goldene Schallplatten und einen Echo gewann, hat sich Eddi Hüneke als Künstler neu erfunden. Nun vergnügt und berührt er solo: mit seiner Stimme, seinem Gitarrenspiel und seinen Texten. „Träum weiter“ ermutigt zum Festhalten an Visionen, beim „Lebkuchensamba“ verbinden sich Partylaune und Glühweinseligkeit mit einer tragi-komischen Liebesgeschichte und mit „Weißt du noch“ wagt Hüneke einen melancholisch-positiven Blick zurück in die Jugend.  In der Kulturkirche Hürth sind sich Publikum und Künstler besonders nah. Auf den rund 120 Plätzen der kleinen Kirche erleben die Besucherinnen und Besucher seit Herbst vergangenen Jahres jeden Monat Highlights und Neuentdeckungen aus Kunst, Musik und Literatur. Einlass ist ab 19 Uhr. Tickets gibt es online: www.tickets.eddihueneke.de

www.evangelisch-in-huerth.de

22.04.2023, 20:00
Evangelische Gemeinde Weiden/Lövenich
Ev. Kirche Weiden/Lövenich, Aachener Straße 1208, 50858 Köln
„Schlafen erwünscht“
Schlummer-Konzert mit Stefanie Wüst

Am Samstag, 12. November, 20 Uhr, lädt die Evangelische Gemeinde Weiden/Lövenich zu einem Schlummerkonzert ein. In der Evangelischen Kirche, Aachener Straße 1208, gibt Stefanie Wüst ein Konzert mit ruhiger Musik sowie Einschlaflieder aus aller Welt. Am 23.4. kann ein Workshop besucht werden, in dem die Lieder erlernt werden können. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

www.ev-kirche-weiden.de

23.04.2023, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Pilgern – Gemeinsam unterwegs sein
Wanderung rund um den Altenberger Dom

Die Evangelische Kirchengemeinde Alterberg/ Schildgen und das Evangelische Frauenreferat des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch laden zu einer Wanderung rund um den Altenberger Dom ein. Während der kleinen Wanderung von ca. 8 km wird an verschiedenen Stationen Halt gemacht und es werden spirituelle Impulse gegeben. Ein fröhlicher, entspannter und lohnender Tag mit und für Frauen jeglichen Alters. Treffpunkt ist der Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg, um 10:45 Uhr. Die Wanderung (inklusive Kaffe und Kuchen zum Abschluss) kostet 10,00 Euro. Anmeldung unter www.altenberg-dom.de oder beim Ev. Frauenreferat per Telefon unter 0221-278561-93 oder unter ute.verch@ekir.de.

www.altenberg-dom.de

24.04.2023, 09:45
Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Kirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach-Kippekausen
Forum am Montag
Marianne Arndt berichtet über die Bewegung Maria 2.0

Am 24.4. 2023 um 9:45 Uhr lädt die Evangelische Gemeinde Bensberg,ein in das Gemeindehaus, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach: Dort berichtet die Aktivistin Marianne Arndt über die Graswurzelbewegung Maria 2.0 und informiert über Ideen und Ziele der Bewegung. Das Forum am Montag ist ein Angebot der ev. Kirchengemeinde Bensberg, Bezirk Kippekausen. In lockerer Atmosphäre und ggf. Frühstück können Vorträge über aktuelle Themen gehört und diskutiert werden.

www.kirche-bensberg.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Günter Leitner eröffnen drei Stationen der VIA REFORMATA

Günter Leitner warnte vor Missverständnissen. „Mit den ,Kölner Wirren‘ ist nicht das gemeint, was wir gerade im Erzbistum erleben“, erklärte der Stadtführer im Schatten des Reiterstandbildes von zu Ehren des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Bei den „Kölner Wirren“ handelt es sich um den Streit über konfessionsverschiedene Ehen zwischen Katholiken und Protestanten. In dem Streit, der 1837 in die Regierungszeit von Friedrich Wilhelm III. fiel, ging es im Wesentlichen um die Kindererziehung in sogenannten Mischehen. Friedrich Wilhelm III. hatte bestimmt, das die Kinder nach der Konfession des Vaters erzogen werden sollten. Dem widersetzte sich der Kölner Erzbischof Clemens August Droste zu Vischering vehement, da sich in jener Zeit Ehen zwischen Rheinländerinnen und preußischen Verwaltungsbeamten und Militärs häuften. Man fürchtete die Protestantisierung des Erzbistums. Droste zu Vischering wurde von den Preußen verhaftet und in Minden festgesetzt. Er wurde 1893 entlassen, blieb danach jedoch im „Exil“. Das Domkapitel stellte sich nicht hinter Droste zu Vischering und machte ihm seine kompromisslosen Verhandlungen mit den Preußen zum Vorwurf. Für Friedrich Wilhelm IV. spielte der Streit um die christliche Kindeserziehung keine Rolle. Er verzichtete in diesem Bereich auf den staatlichen Einfluss.

Die bewegte Geschichte der Protestanten darstellen

Günter Leitner führte gemeinsam mit Stadtsuperintendent Bernhard Seiger einen Osterspaziergang durch die Kölner Innenstadt an. Zusammen mit 80 Teilnehmenden eröffneten sie drei Stationen der VIA REFORMATA. Zunächst am Reiterstandbild auf dem Heumarkt, dann vor der Trinitatiskirche und schließlich an der Elendskirche in der Südstadt. „Wir möchten mit der VIA REFORMATA die bewegte Geschichte der Protestanten darstellen: Von der Verfolgung über das Leben im Untergrund bis hin zur Glaubensfreiheit in der Franzosenzeit. In der Preußenzeit – dazu hier heute die Stationen Heumarkt und Trinitatiskirche – über die Zeit des Nationalsozialismus und die politische Theologie der Sechziger Jahre bis heute“, sagte Seiger zur Begrüßung. Die Preußen und die kölschen Katholiken hätten es sich gegenseitig häufig nicht leicht gemacht. Auf beiden Seiten habe es „Irrungen und Wirrungen“ gegeben. Aber die VIA REFORMATA sei auch ein Beitrag zur Ökumene in der Stadt. „Die katholischen Geschwister haben alle Texte in dem Flyer gegengelesen“, sagte der Stadtsuperintendent. Seiger begrüßte Lea Heimsoeth, Daniela Held, Philipp Eick-Kerssenbrock und Jakob Valder, die als Hornquartett den Spaziergang musikalisch begleiteten. Und er bedankte sich für die Unterstützung des Projektes VIA REFORMATA durch Politik und Verwaltung. „Mit dem heutigen Tag sind acht der zwölf Stationen fertiggestellt.“

Acht der zwölf Stationen fertiggestellt

Vor der Trinitatiskirche wünschte sich Leitner eine Freifläche, die in den Straßenraum integriert werden soll. Mindestens verschwinden sollen die parkenden Autos vor der Kirche. Gegenüber steht das älteste erhaltene Haus der Stadt, das Overstolzenhaus aus dem 13. Jahrhundert. Erbaut hat die Kirche Friedrich August Stüler in der Zeit von 1854 bis 1860. Sie war die erste nur für protestantische Gottesdienste erbaute Kirche in Köln. Die Antoniterkirche war zu klein geworden für mittlerweile 10.000 Protestanten in der Stadt. „Friedrich Wilhelm IV.  sah sich als oberster Kirchenherr von Gottes Gnaden. Damit ist die Trinitatiskirche weniger Kathedrale mit der ,Kathedra‘ als Ausdruck bischöflicher Lehrbefugnis als „Domus Episcopi‘, Haus des Bischofs, für die „Summus episcopus‘, den preußischen König als obersten Bischof“, warf Leitner einen Blick zurück in die preußische Geschichte, die ideengeschichtlich geprägt war von der „Einheit von Thron und Altar“. Die Spaziergängerinnen und –gänger erlebten eine Weltpremiere. Wolf-Rüdiger Spieler hatte einige Stücke von Max Bruch für die Orgel umgeschrieben und führte sie an dem neuen Spieltisch in der Trinitatiskirche auf.

„Die Reformation ist nie zu Ende“

Weiter ging es zur Elendskirche St. Gregorius An St. Katharinen. „Dort wurden die Elenden und Rechtlosen bestattet. Das waren Opfer von Hinrichtungen und Menschen, die in Köln starben ohne Gemeindezugehörigkeit, weil sie auf Reisen waren. Und Protestanten, die bis zur Franzosenzeit in Köln ja auch rechtlos waren“, sagte Leitner. Der Geusenfriedhof in Lindenthal wurde erstmals 1584 belegt.

„Die Reformation ist nie zu Ende“, begann Seiger sein Schlusswort. „Jeden Tag, an dem wir leben, schreiben wir die Geschichte weiter.“ Die VIA REFORMATA könne an vielen Stellen in Köln fortgesetzt werden. Gerade wurde ein Rundgang entwickelt, der den Einfluss der Frauen auf die protestantische Geschichte in den Mittelpunkt rückt. Und auch im Rechtsrheinischen gebe es viele Orte, die Stationen der VIA REFORMATA sein könnten. „Wir stricken diesen Gedanken weiter“, schloss der Stadtsuperintendent.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Sammy Wintersohl

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Diakoniespende 2022/2023 – Kölner Band Höhner: „Wohnungslose Menschen brauchen Rückhalt“

Noch bis September läuft die aktuelle Diakoniespende des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. In diesem Jahr geht das gesammelte Geld an die Überlebensstation GULLIVER im Trankbogen am Kölner Hauptbahnhof. Dort werden jeden Tag bis zu 200 Gäste begrüßt, die von Obdachlosigkeit betroffen sind und Hilfe brauchen, um wieder im Leben Fuß zu fassen. Unterstützt werden diese Menschen durch eine Kleiderkammer, durch warme Mahlzeiten, Beratung, Zugang zu Computern oder Möglichkeiten, zu duschen sowie sich die Haare schneiden zu lassen. Das Besondere an der Diakoniespende: Der Evangelische Kirchenverband verdoppelt bis zu einem Spendenaufkommen von 100.000 Euro jeden Cent.

Die Mitglieder der Kölner Band Höhner sind schon sehr lange an der Seite des LObby REstaurants LORE des Kölner Arbeitslosenzentrums KALZ, das auch Trägerverein des GULLIVER ist. „Eine Herzensangelegenheit“ nennen die Musiker ihre seit 1994 bestehende Verbundenheit zum Restaurant. Insofern war kein großes Nachdenken nötig, als Karl-Heinz Iffland, Vorsitzender des KALZ und dessen Geschäftsführer Bernd Mombauer anfragten, ob die Band die Diakoniespende zugunsten der Überlebensstation unterstützen würde. „Wohnungslose Menschen brauchen Rückhalt, eine Perspektive, Zuwendung und einen Ort, der ihnen Sicherheit vermittelt“, sagt Schlagzeuger Janus Fröhlich nachdrücklich. Die zentrale Lage des GULLIVER im Bahnbogen sei einzigartig und die Arbeit, die dort geleistet werde, empfindet er als „beeindruckend und absolut wichtig!“

Der Musiker bezeichnet sich selbst zwar als „emeritiertes Huhn“, weil er sich 2015 als aktives Mitglied der Band zurückzog, das heißt aber nicht, dass er sich nicht weiter mit seinen Bandkollegen für obdachlose Menschen in seiner Stadt einsetzt. So erinnert er daran, dass seit Erscheinen des Liedes „Alles verlore“ im Jahr 1996 alle Einnahmen aus dem Stück an das LObby REstaurant gehen. „Alles verlore“ tauchte später ebenso wie die Band im Kölner Tatort auf. Die Folge „Platt gemacht“ aus dem Oktober 2009 thematisierte Obdachlosigkeit in der Domstadt.

„Solche Geschichten können uns allen passieren“

„Wir haben, bis Corona uns ausbremste, jedes Jahr im Restaurant gekellnert. Wir haben mit den Menschen dort Musik gemacht und auch schon im GULLIVER, unter anderem anlässlich der Eröffnung, Konzerte gegeben“, beschreibt er die Zusammenarbeit mit dem KALZ.

Und er gibt zu, dass er mitleidet, wenn er die Geschichten der Menschen hört. Denn rund um das Musikmachen und das Kellnern kommen die Höhner natürlich mit den Gästen des GULLIVER und des LORE ins Gespräch und erfahren, wie einfach es ist abzurutschen. „Das ist näher, als man glaubt. Solche Geschichten können uns allen passieren. Niemand bringt sich doch willentlich in die Obdachlosigkeit“, ist der Musiker überzeugt und fügt hinzu: „Ein großer Teil dieser Menschen wünscht sich, ein produktiver Teil der Gesellschaft zu sein und benötigt dafür Hilfe. Hier kommt das GULLIVER ins Spiel.“

Denn die dort Mitarbeitenden unterstützen mit Beratung, mit Computern und einem großen Netzwerk an Kontakten. Überhaupt brauche es mehr solcher Hilfsangebote zur Selbsthilfe, meint der Schlagzeuger. „Die Politik müsste da viel deutlicher in die Verantwortung geholt werden. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und passgenaue Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen.“ Dass die Kölnerinnen und Kölner für ihr soziales Engagement bekannt seien, macht Janus Fröhlich sehr stolz: „Darum bin ich mir auch sicher, dass wir eine ansehnliche Diakoniespende zusammenkriegen!“

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Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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