Rainer Schmidt ist neuer theologischer Vorstand der Diakonie Michaelshoven

Die Diakonie Michaelshoven freut sich, Rainer Schmidt als neuen theologischen Vorstand begrüßen zu dürfen. Mit seiner umfassenden Erfahrung in der theologischen Arbeit und seiner vielseitigen Persönlichkeit wird Schmidt eine wertvolle Ergänzung für das Führungsteam der Diakonie Michaelshoven sein.

Rainer Schmidt wurde unweit von Köln in Gaderoth geboren und studierte Theologie. Nach seiner Arbeit als Pfarrer machte er sich auch als Moderator und Kabarettist einen Namen. Als Dozent für Seelsorge und Ethik bringt er umfassende Erfahrung in der theologischen Arbeit mit. Darüber hinaus ist Schmidt 4-facher Paralympics-Goldmedaillengewinner im Profi-Tischtennis.

Im April 2023 hat Rainer Schmidt nun die Nachfolge von Birgit Heide angetreten, die sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat. Zusammen mit dem kaufmännischen Vorstand, Prof. Uwe Ufer, wird Rainer Schmidt den Vorstand der Diakonie Michaelshoven bilden.

„Wir heißen Rainer Schmidt herzlich willkommen und wünschen ihm einen guten Start in seiner neuen Position. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit ihm und sind überzeugt davon, dass er uns dabei helfen wird, unsere Ziele zu erreichen und unsere Visionen umzusetzen“, sagt Prof. Uwe Ufer. „Gleichzeitig möchten wir Birgit Heide für ihre langjährige Tätigkeit im Vorstand der Diakonie Michaelshoven danken und ihr für den Ruhestand alles Gute wünschen“, fügt er hinzu.

Im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region ist Schmidt übrigens kein Unbekannter. Sein Vikariat hat er in Köln-Stammheim bei Pfarrer Gerold Vorländer gemacht, seinen Dienst als Pfarrer zur Anstellung hat er in Schildgen bei Pfarrer Christoph Nötzel versehen.

Stationen seines Lebens

  • * 18.02.1965 in Gaderoth, oberbergischer Kreis, östlich von Köln
  • Familie: Vater Helmut (Jg 1936), Mutter Ingrid (Jg 1939), Schwester Elke (1960), Bruder Edgar 1966)
  • 1971: Einschulung in die Sonderschule für Körperbehinderte in RösrathKleineichen
  • 1976: Realschule für Körperbehinderte in KölnMüngersdorf
  • 1983: Wechsel zum DietrichBonhoefferGymnasium in Wiehl (mit Abitur 1986)
  • 1986: Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Dienst der Gemeinde Nümbrecht (1989 Abschluss als Diplom Verwaltungswirt)
  • 198991: tätig im Bauamt der Gemeinde Nümbrecht
  • 1991: Studium der evangelischen Theologie
    5 Semester an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal
    9 Semester an der RupprechtKarlsUniversität Heidelberg
    (Abschluss mit 1. kirchlichen Examen)
  • 1998: Vikar in Köln Stammheim (mit 2. kirchlichen Examen)
  • 20002004: Pfarrer in Schildgen
  • 2005: Dozent am PädagogischTheologischen Institut in Bonn
  • 2010: ½ Dozent, ½ Freiberufler
  • 2015: Freiberufler: Referent, Kabarettist und Moderator (Freistellung durch die evangelische Kirche im Rheinland)

https://www.diakonie-michaelshoven.de/

Text: Melani Köroglu
Foto(s): Johannes Hahn

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Pfarrer Sebastian Baer-Henney: „Das alles ist Ostern!“ – ein persönlicher Blick auf die kommenden Tage

Sebastian Baer-Henney, Pfarrer bei der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim am Rhein, erklärt, was Ostern für ihn bedeutet:

„Was Ostern ist. Für Christ:innen. Und eigentlich für alle.

Manchmal ist es gut. Also so richtig. Da sind Momente, da funktioniert das Leben. Manchmal völlig überraschend. Und manchmal ist es überhaupt nicht gut. Da liege ich depressiv im Bett und komme nicht raus. Und manchmal scheitere ich an meinen eigenen Ansprüchen. Möchte dringend mehr tun, mich mehr engagieren, einen Unterschied machen. Das Klima retten oder zumindest für den Frieden demonstrieren. Und sitze am Ende wieder da und wische übers Handy. Und ärgere mich abends über mein Scheitern an den eigenen Ansprüchen. Andererseits wachse ich manchmal über mich hinaus. Dann tue ich Dinge, auf die ich hinterher – zurecht – stolz bin. Und freu mich drüber. Und all das ist Ostern.

Ostern ist für Christinnen und Christen ein Fest, das die Fallstricke im Leben in den Blick nimmt. Fünf Tage voller Fragen, die so tief in unsern Alltag zeigen, dass uns Ostern einen Schub an Auftrieb geben darf – wenn wir uns den Fragen stellen.

Das fängt Gründonnerstag an. An dem hat Jesus mit seinen Freund:innen das letzte Mal zusammen gegessen. Es war eine ereignisreiche Nacht voller Trauer, voll von Unsicherheit – und voller Verrat. Judas hat Jesus verraten müssen, damit die Sache ins Rollen kam. Die Jünger:innen waren überfordert. Traurig. Und hier wird es für uns relevant. Denn Traurigkeit und auch Verrat, das gibt es in meinem und in eurem Leben auch. Und wir als Christ:innen tauchen dort hinein. Ins Fragen: Wo das Leben uns überfordert, zu viel abverlangt, so dass wir selber vielleicht ganz ungeliebte Aufgaben übernehmen müssen. Rollen spielen, die uns zu groß erscheinen. Wo schmerzen uns Abschiede? Wo stehen sie für uns an? Wo müssen wir uns dem eigentlich mal stellen? Denn faktisch haben wir an Ostern etwas Zeit. Denn arbeiten müssen wir nicht. Und ab und an hinabzutauchen in die Tiefen unserer Seele, das kann – im Nachhinein – auch heilsam sein.

An Karfreitag geht das weiter. Am Kreuz stirbt einer, der Hoffnung bringen sollte. Auch hier wieder die Frage: Was müssen wir eigentlich begraben? Was schmerzt? Was tut so weh, dass wir es am liebsten an uns vorübergehen lassen würden? Symbolisch durchleben wir die Fragen. Durch inszenierte Trauer im Gottesdienst. Ja, Karfreitag kann ein Tag sein, sich dem zu stellen. Sich klarzumachen: Auch Gott kannte diesen Schmerz. Drum sind wir nicht allein, wenn wir darauf schauen. Und das macht es erträglich. Irgendwie.

Ostersonntag ist dann alles anders. Damals war das so. Als Jesus wieder auferstand. Als er den Menschen zeigen konnte: Nicht der Tod, nicht die Trauer, nicht das Schwarz des Freitags hat das letzte Wort. Sondern das Leben. Drum feiern wir heute das Leben. Ganz körperlich. Mit gutem Essen. Festmahl. Ostereiersuchen. Mit Freude für die Kinder, kleinen Geschenken. Und für uns: Indem wir Blumen aufstellen, indem wir dekomäßig alles aufbieten – und uns ganz sichtbar machen: Dass es gut wird. Uns das Leben schmecken lassen. Manchmal schon mit Sekt zum Frühstück. Und das wirkt. Nicht der Sekt. Die Freude. Gerade durch den Freitag. Gerade dadurch, dass wir uns der Finsternis des Lebens zwei Tage lang gestellt haben.

Und dieses Fest ist dann so groß, dass Montag einfach weitergefeiert wird. Wie damals, als Jesus seinen Jünger:innen erschien. So heute. Wenn wir einfach freimachen, es uns ganz schönmachen können. Denn das ist Ostern: Genießen, dass das Leben gut wird. Weil Gott es gut gemacht hat. Bewusstmachen, dass einer für uns sorgt. Damals schon. Und heute. Und dass der Tod und all seine Geschwüre, die Finsternisse, die uns so oft beherrschen, den letzten Stachel nicht mehr haben. Zum Schweigen gebracht werden. Das ist ein Grund zum Feiern.

Das ist Ostern. Nicht bloß Erinnerung. Nicht bloß Folklore. So viel mehr. Mitten im Leben.“

Text: Sebastian Baer-Henney
Foto(s): Archiv

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Unsere Wochentipps: Orchesterkonzert – und Ostern

Endlich ist es soweit – es ist nicht mehr lange bis Ostern! Deswegen geht es in unseren Wochentipps selbstverständlich um Ostergottesdienste, Osterfeuer, Kinderaktionen, besondere Abendmahlsgottesdienste und natürlich auch Karfreitagsgottesdienste. Außerdem gibt es noch das Orchesterkonzert „Antonio Vivaldi: Die vier Jahreszeiten“.

Die Tipps in der Übersicht:

10.04.2023, 18:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Orchesterkonzert
Antonio Vivaldi: Die vier Jahreszeiten

In der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln, werden Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten und Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms aufgeführt. Mit Vladik Otaryan an der Solo-Violine.

Alles zu Ostern finden Sie hier:

Text: APK
Foto(s): APK

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Papst Franziskus – ein ökumenisches Resümee

„Buona sera“ lauteten die ersten Worte des am 13. März 2013 gewählten Papstes Franziskus an die Öffentlichkeit. Nun begrüßte Norbert Bauer mit „buona sera” in der katholischen Karl Rahner Akademie Köln zu einer ökumenischen Gesprächsrunde über die zehnjährige Amtszeit des Bischofs von Rom. Es gebe gute Gründe, erklärte der Akademieleiter und Theologe, ein Resümee zu ziehen in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der von Dr. Martin Bock geleiteten evangelischen Melanchthon-Akademie. Dabei wurde neben der Ökumene ebenfalls der politische Papst in den Blick genommen.

Die anfängliche Begeisterung über den zum römisch-katholischen Oberhaupt gewählten argentinischen Kardinal Jorge Mario Bergoglio sei nicht mehr so zu spüren, meinte Bauer. Unter anderem entdeckten viele Menschen zu viele Kontinuitäten. Bestätigt wurde Bauers Zuversicht, dass die Podiumsteilnehmenden Dr. Verena Hammes, Prof. Dr. Julia Knop und Altpräses Dr. h. c. Nikolaus Schneider wohlwollend wie kritisch auf Wort und Werk von Papst Franziskus blicken würden. Nicht zuletzt war es auch der Mensch Franziskus, der aus persönlicher Perspektive beschrieben wurde.

Der Papst schaue auf Lebensrealitäten

Als Franziskus begonnen habe, sei er als ein Reformpapst eingeschätzt worden, eröffnete Julia Knop. „Das sagt heute fast keiner mehr. Ich glaube, dass Franziskus ein Übergangspapst ist”, so die Professorin für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Erfurt. Zudem ist sie gewähltes Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. „Franziskus läuft sozusagen in den Schuhen der Kirche des 20. Jahrhunderts in das 21. Jahrhundert”, veranschaulichte sie. Knop attestierte ihm mit Blick auch auf seinen direkten Vorgänger einen anderen Umgang mit Lehre und Kirchenrecht. Beispielsweise nannte sie Franziskus´ synodales Schreiben „Amoris Laetitia“(2016) über Familie und Liebe. Dieses verdeutliche, dass ihm die Pastoral wichtiger sei als die Lehre. Das Ideal dürfe man nicht als Regelfall erwarten, vielmehr schaue der Papst auf Lebensrealitäten.

„Franziskus ist der erste Papst, der die Kurie in den Senkel stellt“, betonte Knop. Tatsächlich neu sei die päpstliche Kritik am Klerikalismus. Seine Kirchenentwicklung sei vor allem spirituell geprägt. Damit stehe Franziskus für einen Haltungswechsel. Er erde, relativiere die Lehre, aber er ändere die Lehre nicht, so Knop. Er stehe für eine Pastoral der Fürsorge, nicht der Ermächtigung. Dabei sieht Knop Praxis und Theorie nicht zusammenhängend. Sie beschrieb die Kirchenentwicklung unter Franziskus als innere Reform des Leitungspersonals. Am Ende sollten Bischöfe mit ihrer Macht darauf reagieren. Franziskus habe nichts gegen Klerikalismus von Klerikern, sondern von Laien, insbesondere weiblichen. Und: „Er will nicht, dass irgendjemand meint, es besser zu wissen“, sagte Knop.

„Der Name ließ aufhorchen”, erinnerte Nikolaus Schneider. „Franziskus hatte sich noch kein Papst genannt“, sagte der frühere Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (2003 bis 2013) und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland/EKD (2010 bis 2014). Da sei jemand, der sich von der Mitte an den Rand des Vatikans bewege, lautete Schneiders früher Eindruck. Absolutistisches Gebaren sei nicht sein Anspruch. Eine Bewegung von der Mitte zum Rand, so Schneiders damalige Hoffnung, könne zu so etwas wie einer im Grundsatz Respekt-Ökumene führen. Und eben nicht zu einer Rückkehr-Ökumene, die sein Vorgänger Benedikt XVI. habe schmackhaft machen wollen.

Franziskus arbeite sehr stark mit Zeichen

Schneider sagte, dass ihn Franziskus´ Gesten sehr für ihn einnehmen würden. Etwa die „Gesundheitslatschen” statt der roten Schuhe, die „Verweigerung des Palastes“. Franziskus arbeite sehr stark mit Zeichen und Signalen. Er setze sehr stark auf Atmosphäre. Das hat Schneider bei einer Audienz 2013 selbst erfahren. Die Einladung war ursprünglich von Papst Benedikt XVI. bei seiner Deutschlandreise im ehemaligen Augustinerkloster von Erfurt 2011 ausgesprochen worden. Es war dann dessen Nachfolger, der den EKD-Ratsvorsitzenden empfing. Im Vatikan sei alles darauf angelegt, „dir zu vermitteln, was für ein kleines Würstchen du bist”, erinnerte er seinen Besuch. Diesen habe er noch heute in den Knochen, verriet Schneider. Zuletzt sei man im Vorzimmer von Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, „eingenordet” worden.

Doch mit der Begrüßung durch den Papst sei von einer bedrückenden Stimmung nichts mehr zu spüren gewesen. Im Gegenteil. Schneider sprach von einem atmosphärisch sehr guten Gespräch auf Augenhöhe und einer sehr, sehr brüderlichen Begegnung. „Lasst uns das gemeinsam machen”, habe Franziskus etwa zum Thema Flüchtlingskrise Kooperation auf der praktischen Ebene angeboten. „Ich hatte den Eindruck, man könnte meinen, er ist ein offener Papst. Er hat vielleicht die Hand an der Verriegelung des Fensters, aber geöffnet ist es noch nicht.”

Eine gemischte Bilanz

Damals habe seine Delegation eine große Verunsicherung im Vatikan wahrgenommen, so Schneider. Er sprach von einem spürbaren Maß an Illoyalität. So habe ein hochrangiger Vatikan-Mitarbeiter festgestellt: „Ein Jesuit kann nicht Papst sein. Der weiß gar nicht, wie das geht.“ Schneider merkte positiv an, dass Franziskus häufiger ermutigt habe zum Ausprobieren: „Vor Ort einfach mal zu machen.“ Imponiert habe seine klare Kante zum Kapitalismus. „Das System tötet.” Schneider wies auf dem Podium auf das scheinbare Problem hin, dass es zu großen Enttäuschungen führen könne, „wenn man erwartet, dass sich Kirche verändert”. So könne er die Ökumene-Politik von Kardinal Walter Kasper nicht als Fortschritt begreifen. Und es sei in der heutigen Zeit ein „Argument von großer Schlichtheit”, Frauen vom Weihesakrament auszuschließen, weil Jesus nur Männer als Apostel berufen habe. Schneider fände es „schön, wenn die Wirklichkeit die Lehre verändert”. Aktuell falle seine Bilanz sehr gemischt aus.

Die Wahl bzw. Vorstellung des neuen Papstes verfolgte die damalige Studentin Verena Hammes als Teilnehmerin einer Ökumene-Tagung in Paderborn. Seit 2019 ist die römisch-katholische Referentin Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen/ACK in Deutschland. Bereits als Schülerin gründete sie die ACK in Koblenz mit. Franziskus sei Argentinier mit einem völlig anderen Kontext, betonte Hammes. So habe er als Kardinal Bergoglio schon vorher zu vielen großen evangelikalen Gruppen und Kirchen in Südamerika persönliche Beziehungen geknüpft. Die gemeinsame Liturgie von Franziskus mit der Leitung des Lutherischen Weltbundes im schwedischen Lund 2016 anlässlich 500 Jahre Reformation bezeichnete Hammes als bedeutsames ökumenisches Zeichen und historischen Moment.

„Das ist eine Ökumene des Vertrauens“

Die Bewahrung der Schöpfung sieht Hammes als eines der wichtigen Anliegen des Papstes. So betrachte er den von der Orthodoxie gefeierten „Tag der Schöpfung“ bzw. die „Schöpfungszeit“ als ein Geschenk: „Das können wir von der Orthodoxie sehr wohl lernen.“ Es gehe Franziskus darum zu fragen, was der Geist Gottes in anderen gesät habe und dass das ein Geschenk für uns sein könne. Hammes brachte ebenso eine Ökumene der Reliquien zur Sprache. In dieser seien ganz viele Geschenke unterwegs. Reliquien als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung. „Das ist nicht für alle so einfach“, gab die ACK-Geschäftsführerin zu bedenken. In den Vordergrund aber stelle der Papst eine Ökumene des Herzens und der Freundschaft. Gemeinsames Gebet, gemeinsame Spiritualität, gemeinsames Christusbekenntnis – dort setze der Pontifex starke Akzente. „Das ist eine Ökumene des Vertrauens.“ Hammes wies hin auf seine zahlreichen Reisen, auf denen er auch ökumenisch wirke. So habe er sich vielfach mit Menschen anderer Konfessionen getroffen oder ganze Reisen mit ihnen bestritten. Sein Verständnis: Man sei gemeinsam unterwegs, habe einen gemeinsamen christlichen Auftrag.

„Fast bis ans Ende der Welt sind die Kardinäle gegangen, um einen neuen Papst zu finden“, zitierte Bauer eine schnelle Reaktion auf die Wahl 2013. Habe aufgrund seiner Herkunft für Franziskus das Thema Ökumene keine so große Aufmerksamkeit? „Es ist ein anderer Kontext“, wiederholte Hammes. Franziskus habe einen pastoralen Ansatz und andere Beziehungspunkte, wies sie etwa nochmals auf seine Kontakte zur in Südamerika und weltweit sehr großen Pentecostal-Gemeinschaft (Pfingstbewegung) hin.

Der andere Kontext, aus dem der Papst komme, sei wichtig zu beachten, betonte auch Schneider. Andererseits sei aber auch der Zölibat in Südamerika und Afrika ein Thema. Ebenso die Rolle der Frau und welche Aufgaben sie übernehmen könne/dürfe. Knop bekräftigte ihre Einschätzung eines in sich widersprüchlichen Verhaltens des Papstes. Er lasse Leute reden und Vorschläge machen, aber am Ende „holt er den General raus”. Zudem bezweifelte sie, dass ein 86-Jähriger der Mann der Gender-Fragen sein könne. Er sitze diese Themen aus. „Aus Angst vor Spaltung?”, fragte Knop. Und wie stehe es um die Einheit, wie ehrlich werde sie gelebt? Sie teile vieles von dem, was Knop gesagt habe, so Hammes. Franziskus sei sehr schnell in seinen Äußerungen, die am Ende relativiert werden müssten. So habe er einer Frau, die nach den Möglichkeiten in ihrer konfessionsverbindenden Ehe gefragt habe, mit Hinweis auf die individuelle Glaubensentscheidung geantwortet: „Sprich mit dem Herrn.“

„In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche“, zitierte Bock eine Kritik des Papstes 2022 zum Reformprojekt „Synodaler Weg“ in der deutschen katholischen Kirche. „Haben Sie das als unfair erlebt?“, fragte er Schneider. „Er hat ja recht“, so der Altpräses. „Die evangelische Kirche ist die durch die Reformation durchgegangene allgemeine apostolische Kirche von den Anfängen an.“ In der Sache habe ihn die Aussage von Franziskus nicht gestört, jedoch von der Funktion her. Schneider empfand diese Formulierung als missbräuchlich. Diese zeige keinen respektvollen Umgang mit den in diesem Prozess engagierten Menschen. Daher bezeichnete er seinen ersten Impuls auch als „trotzig“.

Der „politische“ Papst Franziskus

Vor der abschließenden Publikumsrunde leitete Bauer zum „politischen“ Papst Franziskus über. Dieser habe Flüchtlingslager beispielsweise auf Lampedusa und Lesbos besucht. Er habe in der vielbeachteten Enzyklika „Laudato si’“ deutlich Stellung etwa zur Achtsamkeit, zu ökologischen und sozialen Themen bezogen. Dagegen weniger eindeutig habe Franziskus auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine reagiert. Weshalb laviere er dort so merkwürdig, fragte Bauer in die Runde.

Dies sei nur dadurch zu erklären, dass Franziskus die Möglichkeiten für Gespräche mit der russisch-orthodoxen Kirche in Moskau nicht zuschütten wolle, schilderte Schneider seine Sicht. Er behandle diese Beziehung wie ein rohes Ei, wolle in dieser Frage gerne viel weiterkommen. „Hier laviert er, wo er sonst zur klaren Kante neigt!“ Hammes dagegen nimmt „klar wahr, wie sehr er zum Waffenstillstand aufruft“. Der Papst leide an diesem Krieg, attestierte ihm Hammes „eine sehr starke Solidarität“. Und ja, es stimme, er versuche in der engen Verquickung von Russland und Orthodoxie die Türen offen zu halten.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Der Frühling kommt: ASG-Wohnanlagen erhalten Naturflächen für Bäume und Insekten

Der Frühling kommt auf leisen Sohlen: Pünktlich zum Frühlingsbeginn war das Baum- und Gartenpflegeteam der Grube & Räther GmbH (G&R) – ein Tochterunternehmen der Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (ASG) – im März in Wohnanlagen der Gesellschaft unterwegs, um dort weitere sogenannte „Renaturierungsflächen“ anzulegen. Das Projekt startete bereits im Frühling 2021 mit der Bepflanzung in ASG-Wohnanlagen in Humboldt-Gremberg, Köln-Vogelsang und in Holweide. Vier weitere organisch geformte 80 bis 100 Quadratmeter große Flächen in den Außenanlagen im Volmeweg und Leimbachweg in Köln-Höhenhaus, in der Rochusstraße in Köln-Bickendorf und in der Solingerstraße in Köln-Buchforst wurden nun mit Bäumen bepflanzt, die mit einer Wiese umgeben sind, auf der insektenfreundliche Blumen und Sträucher gesät wurden.

Rückzugsmöglichkeit für Insekten und heimische Vögel

„Eine künstlich angelegte Wassermulde, die sich mit Niederschlagswasser füllt, bietet Insekten und anderen Tieren genügend Flüssigkeit. Totholzpolter bieten ebenfalls Räume für Insekten“, erklärt der Teamleiter des Baum- und Gartenpflegeteams, Sven Berkowicz. Umzäunt wurden die Flächen mit einem etwa 70 cm hohen naturbelassenen Staketenzaun. Das Projekt befinde sich in einem laufenden Prozess, erklärt er. Nach der Fertigstellung der ersten Flächen habe man für die Fortführung weitere Ideen entwickelt. So finden jetzt beispielsweise neben Bienen und Insekten durch die Gehölzwahl auch heimischen Vogelarten eine Rückzugsmöglichkeit.

Treffpunkt für Mieterinnen und Mieter

Die Pflege der Flächen und die Baumkontrolle übernimmt, wie auch bei den bereits bestehenden Naturflächen, die G&R. Die Kosten für das Projekt trägt die ASG. „Es ist ein Vorteil, dass sich die Flächen innerhalb unserer Anlagen befinden. So haben die Hausmeister einen Blick darauf und die Bewohnerinnen und Bewohner der Anlagen fühlen sich ebenfalls verantwortlich“, hofft Berkowicz. Die bisherige Erfahrung zeige, dass die mit Sitzbänken umgebenen Flächen von den Mieterinnen und Mietern als Treffpunkt und Platz zum Verweilen genutzt werden. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv“, freut sich der gelernte Gärtner und Fachagrarwirt für Baumpflege & Baumsanierung. Bald wird hier alles wild und bunt blühen, weiß er. „Und falls das bis zum Osterfest noch nicht klappt, fühlen sich alle hoffentlich eingeladen, vorerst mit bunten Eiern Farbe in die Naturoasen zu bringen“, lacht er.

Beitrag zur Ökologie und Nachhaltigkeit

„Wir leisten mit dieser Aktion nicht nur einen sinnvollen Beitrag zur Ökologie und Nachhaltigkeit, sondern auch zu einer guten Nachbarschaft. Beides ist uns ein wichtiges Anliegen“, erklärt ASG-Geschäftsführer Guido Stephan. „Bei unseren Bauprojekten haben wir uns in den letzten Jahren vor allem hinsichtlich des Energieverbrauchs auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und wenden diesen Grundsatz auch bei der Bewirtschaftung unserer Wohnungsbestände an“, sagt er.

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Susanne Hermanns

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Kurs für Eltern – „Pubertät Heute“: Gelassen durch eine aufregende Zeit

„Pubertät Heute“: Ein Austausch-Kurs für Eltern von pubertierenden Jugendlichen der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene beginnt Mitte April – mit zahlreichen Tipps für diese besondere Lebensphase. Die Pubertät ist mehr als neue Verkabelungen im Gehirn und vermehrte Hormonproduktion. Sie beginnt manchmal schon mit zehn Jahren und dauert, bis die jungen Erwachsenen aus dem Haus sind – manchmal noch darüber hinaus. Die Jugendlichen wollen eigene Wege gehen, sich ausprobieren, sich neu erfinden und sich am besten auch nichts mehr sagen lassen, jedenfalls nicht unbedingt von den Eltern.

Die Pubertät – eine Zeit der Veränderungen und Herausforderungen

In der Pubertät erlebt man viele Veränderungen und Herausforderungen. Der Körper verändert sich, die Emotionen spielen verrückt und man muss lernen, mit neuen Situationen umzugehen. Es ist eine aufregende Zeit, aber auch eine Zeit voller Unsicherheiten und Ängste. Eines der größten Themen in der Pubertät ist die Sexualität. Man beginnt, sich für das andere Geschlecht zu interessieren und entdeckt seine eigenen sexuellen Bedürfnisse. Dabei kann es zu Unsicherheiten und Fragen kommen, die man vielleicht nicht mit seinen Eltern oder Freunden besprechen möchte. Auch das Thema Selbstbild spielt eine große Rolle in der Pubertät. Man fragt sich, wer man eigentlich ist und was man im Leben erreichen möchte. Dabei kann es zu Konflikten mit den Eltern kommen, wenn diese andere Vorstellungen haben als man selbst. Insgesamt ist die Pubertät eine spannende Zeit voller Veränderungen und Herausforderungen. Es gilt, sich selbst besser kennenzulernen und seinen Platz in der Welt zu finden. Mit etwas Unterstützung von Familie und Freunden kann man diese Zeit jedoch erfolgreich meistern.

Treffen an zehn Abenden

Viele Eltern sorgen sich um Schulnoten, Alkoholkonsum, Freundschaften oder Computernutzung ihrer Sprösslinge. Manche verzweifeln über die häuslichen Streits oder die „verschlossenen“ Jugendlichen. Am liebsten hätten sie „Zehn goldene Regeln“, wie sie mit den neuen Herausforderungen zu Hause fertig werden können. Die gibt es leider nicht, aber dafür gibt es viele Möglichkeiten und Ideen den Kontakt mit den Jugendlichen zu gestalten und sie auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit zu begleiten.

In der Gruppe treffen sich Eltern an zehn Abenden um sich auszutauschen, mit Abstand auf die eigene Situation zu schauen und sich gegenseitig Tipps zu geben. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine telefonische oder schriftliche Anmeldung ist erforderlich.

Die Gruppenleitung hat Diplom-Psychologin Elisabeth Raffauf. Der Kurs beginnt am Mittwoch, 19. April 2023, und läuft bis Mittwoch, 21. Juni 2023. Er findet immer von 17 bis 18.30 Uhr statt.

Kontakt

Evangelische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Tunisstraße 3, 50667 Köln (Eingang von der Schwertnergasse aus)
Telefon: 0221/ 257 74 61
E-Mail: beratungsstelle.koeln@ekir.de

Text: APK
Foto(s): Peter Bongard / fundus-medien.de

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LEGO-Bautage in Köln-Rath-Ostheim

„Wir bauen eine LEGO-Stadt“: Vom 3. – 5. April können Kinder im Evangelischen Gemeindehaus in Ostheim an der Auferstehungskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim ihre eigene LEGO-Stadt bauen. Die Wünsche der Kinder stehen dabei im Mittelpunkt.

Herauskommen soll eine kindgerechte Stadt, die auf die Umwelt Rücksicht nimmt. Lego-Bautage sind eine tolle Möglichkeit, gemeinsam etwas zu erschaffen und fördern die Kreativität und die Phantasie. Die fertige Lego-Stadt wird am 5. April Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und natürlich auch den Eltern präsentiert. So können die Ideen der Kinder in zukünftige städtebauliche Projekte einfließen. Noch sind einige Plätze für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren frei. Ausgerichtet werden die LEGO-Bautage von der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim und dem Evagenlischen Jugendreferat Köln und Region. Weitere Kooperationspartner sind die Begegnungsstätte Paula-Dürre-Haus und der Familiendienst Lebensrat.

Die Gemeinde und die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer erwarten einen intensiven Austausch zwischen den Kindern und eine tolle, kreative Stadt, die ganz den Wünschen der Kinder entspricht.

Daten

LEGO-Bautage
3. bis 5. April 2023
jeweils von 9 bis 16 Uhr
Gemeindehaus an der Auferstehungskirche, Bensheimer Str. 13, 51107 Köln

Kontakt

Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning
Pfarrerin der Ev. Kirchengemeinde Köln Rath-Ostheim und Vingst-Neubrück-Höhenberg
andrea.stangenberg-wingerning@ekir.de
0178 / 67 02 355

Jörn Ruchmann
Jugendreferent
Evangelisches Jugendreferat in Köln und Region
joern.ruchmann@ekir.de
0176 / 95 26 46 63

www.kirchengemeinde-rath-ostheim.de

https://juref.evangelische-jugend.koeln/

Text: APK
Foto(s): Canva/APK

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Chag Pessach Sameach – Herzliche Glückwünsche zum Pessachfest angesichts der Diskussion um das geplante Konzert von Roger Waters

Chag Pessach Sameach – herzliche Glückwünsche zum diesjährigen  Pessachfest des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, des Katholischen  Stadtdekanats Köln und des  Katholikenausschusses in der Stadt Köln angesichts der aktuellen Diskussion um das geplante Konzert des Pink-Floyd-Mitbegründers Roger Waters am 9. Mai 2023  in der Lanxess-Arena:

Vom 6. bis 13 April feiern unsere jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen Kölns Pessach. Wir gratulieren der Synagogen-Gemeinde Köln und der Jüdischen Liberalen Gemeinde Gescher LaMassoret von Herzen zum diesjährigen Fest!

Pessach gehört zu den höchsten Festen des Judentums, gedenkt es doch der Befreiung des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Es ist ein Fest der Emanzipation und der Befreiung sowie des Vertrauens auf Gottes Verheißung. Die jüdischen Wurzeln des Christentums zeigen sich unter anderem daran, dass wir an Gründonnerstag an das Pessachmahl erinnern, das Jesus als Jude mit seinen Jüngern im Abendmahlssaal gefeiert hat.

Trotz dieser engen Beziehung zum Judentum ist die Geschichte der christlichen Kirchen schon früh von Hassausbrüchen und Verfolgungen gegen das Judentum geprägt. Leider hat erst das einzigartige Menschheitsverbrechen der Shoa den maßgeblichen Anstoß zu einem grundlegenden Umdenken in den Kirchen geführt. Unsere Kirchen betrachten das Judentum heute als eigenständigen Heilsweg unter Gottes treuer Bewahrung und als unverzichtbaren theologischen Gesprächspartner auf Augenhöhe. Deshalb sind wir dankbar, dass sich nach der Shoa wieder jüdische Gemeinden in unserer Stadt etabliert haben, die das religiöse und kulturelle Leben bereichern.

Unsere Gratulation zu Pessach verbinden wir mit einem Bekenntnis zu unserer besonderen Verantwortung als Christen und als Staatsbürger dafür, dass Jüdinnen und Juden in Frieden und Sicherheit leben können.

Wir sind wir darüber entsetzt, dass Antisemitismus unterschiedlichster Ausprägungen bis in die Mitte unserer Gesellschaft wieder salonfähig wird. Querdenker, Reichsbürger und andere bemühen antisemitische Stereotype zur Begründung ihrer Verschwörungsideologien.

Nun soll ein Tag nach dem Jahrestag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am 9. Mai 2023 in der größten Halle Kölns mit Roger Waters ein Musiker auftreten, dessen israelbezogener Antisemitismus hinlänglich bekannt ist und der sich verständnisvoll gegenüber dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine gezeigt hat.

Welche Argumente im Einzelnen gegen diesen Auftritt sprechen, ist in den Stellungnahmen der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Synagogen Gemeinde Köln und der demokratischen Fraktionen im Rat der Stadt Köln nachzulesen. Wir schließen uns diesen Stellungnahmen ausdrücklich an und sind dankbar für den breit getragenen Protest gegen die Geschäftsführung der Lanxess-Arena und den Veranstalter FKP Scorpio.

Es ist unfassbar genug, dass Jüdinnen und Juden auch 78 Jahre nach der Shoa in Köln und in Israel nicht sicher fühlen können. Umso unverständlicher ist es, dass man in dieser Stadt einem Musiker eine Bühne bietet, der antisemitistische Verschwörungsideologien und Israelfeindlichkeit verbreitet.

Dies widerspricht zutiefst dem Geist und dem Inhalt der Kölner Friedensverpflichtung, die bereits seit 2006 dem Engagement des Kölner Rats der Religionen unter Vorsitz von Oberbürgermeisterin Henriette Reker zugrunde liegt. Dort heißt es: „Mit unserer ganzen Kraft wollen wir dazu beitragen, dass Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Köln und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können.“

Im Jahr 2021 haben 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert, dessen erste urkundliche Erwähnung sich auf die Gemeinde in Köln im Jahr 321 bezieht. Die erste Erwähnung eines christlichen   Bischofs von Köln reicht nur acht Jahre weiter zurück.

Genauso lange wie Ostern wird also auch Pessach in Köln gefeiert – das Fest der Befreiung und der Verheißung.

Die Befreiung von Unsicherheit und Ängsten und die Verheißung einer besseren Zukunft in Sicherheit und Frieden wünschen wir auch heute allen jüdischen Bürger*innen Kölns und Israels.

Das Konzert von Roger Waters in dieser Stadt stellt auch vor diesem Hintergrund eine unerträgliche Belastung dar.

Text: APK
Foto(s): Sammy Wintersohl

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Sölle*-Poetry-Change: Wettbewerb für Kreative – jetzt Werke einreichen!

Wussten Sie, dass Dorothee Sölle eine große Kölner Dichterin, Aktivistin und Denkerin war? „Theopoetin“ wurde sie genannt – und ein Platz in Köln ist nach ihr benannt worden. Sie hat sich viel mit Gott und der Welt beschäftigt und sich für Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt. Vor 20 Jahren ist sie gestorben. Beim Sölle*-Poetry-Change können Kreative ihre Gedichte ins Leben zurückbringen. Die Teilnehmenden können aus diesem Flyer ihr Lieblingsgedicht aussuchen. Es kann neu geschrieben, gerappt oder gesungen werden, es kann ein Denkmal gebaut werden oder ein Reel für TikTok oder Instagram entstehen – alles ist erlaubt. Das Ergebnis sollte bis zum 31. März 2023 an poetry-soelle@ekir.de geschickt oder im Gemeindebüro der Christuskirche vorbeigebracht werden.

 Am 27. April 2023 um 19 Uhr werden die Werke in der Christuskirche gezeigt – und es gibt für alle einen Preis.

Kontakt bei Rückfragen:

Pfarrer Christoph Rollbühler, christoph.rollbuehler@ekir.de, Tel 0170 22 61 789

Dorothee-Sölle-Tag am Donnerstag, 27. 4.2023

16.00 Uhr: Zeitzeug*innengespräch
Mit Bärbel Wartenberg-Potter und
Martin Sölle, Antoniterkirche/Schildergasse

17.30 Uhr Sölle-Poetry-Walk
Gedichte auf dem Weg von der
Antoniterkirche zum Dorothee-Sölle-Platz
Treffpunkt: vor der Antoniterkirche

Ziel: Dorothee-Sölle-Platz an der
Christuskirche

19.00 Uhr Sölle-Poetry-Change
Gedichte, Performance, Musik, Gespräche
und Nachtgebet in der Christuskirche

Die Gedichte

ganz sein – nicht zerstückelt leben

heil sein – nicht zerstört
heil machen – nicht kaputt machen

hungern nach der Gerechtigkeit – nicht satt sein in

der Ungerechtigkeit

authentisch leben – nicht bewusstlos apathisch

in den Himmel kommen – nicht in der Hölle bleiben.

Zeitansage

Es kommt eine zeit,
da wird man den sommer gottes

kommen sehen:

die waffenhändler

machen bankrott,

die autos füllen die schrotthalden

und wir pflanzen jede einen baum.

Es kommt eine zeit,
da haben alle genug zu tun

und bauen die gärten

chemiefrei wieder auf;

in den arbeitsämtern

wirst du ältere leute summen

und pfeifen hören.

Es kommt eine zeit,
da werde wir viel zu lachen haben;

und gott wenig zu weinen.

die engel spielen klarinette

und die frösche quaken

die halbe nacht.

Und weil wir nicht wissen;
wann sie beginnt,

helfen wir jetzt schon

allen engeln und fröschen

beim lob gottes.

Der dritte weg

Wir sehen immer nur zwei wege
sich ducken oder zurückschlagen

sich kleinkriegen lassen oder

ganz groß herauskommen

getreten werden oder treten

Jesus du bist einen anderen weg gegangen
du hast gekämpft aber nicht mit waffen

du hast gelitten aber nicht das unrecht bestätigt

du warst gegen gewalt aber nicht mit gewalt

Wir sehen immer nur zwei möglichkeiten
selber ohne luft sein oder andern die kehle zuhalten

angst haben oder angst machen

geschlagen werden oder schlagen

Du hast eine andere möglichkeit versucht
und deine freunde haben sie weiterentwickelt

sie haben sich einsperren lassen

sie haben gehungert

sie haben spielräume des handelns vergrößert

Wir gehen immer die vorgeschriebene bahn
wir übernehmen die methoden dieser welt

verachtet werden und dann verachten

die andern und schließlich uns selber

Laßt uns die neuen wege suchen
wir brauchen mehr phantasie als ein rüstungsspezialist

und mehr gerissenheit als ein waffenhändler

und laßt uns die überraschung benutzen

und die scham die in den menschen versteckt ist

Credo

Ich glaube an gott
der die welt nicht fertig geschaffen hat

wie ein ding das immer so bleiben muss

der nicht nach ewigen gesetzen regiert

die unabänderlich gelten

nicht nach natürlichen ordnungen

von armen und reichen

sachverständigen und uninformierten

herrschenden und ausgelieferten

ich glaube an gott

der den widerspruch des lebendigen will

und die veränderung aller zustände

durch unsere arbeit

durch unsere politik

Ich glaube an jesus christus
der recht hatte, als er

„ein einzelner, der nichts machen kann“

genau wie wir

an der veränderung aller zustände arbeitete

und darüber zugrunde ging

an ihm messend erkenne ich

wie unsere intelligenz verkrüppelt

unsere Phantasie erstickt

unsere anstrengung vertan ist

weil wir nicht leben wie er lebte

jeden tag habe ich angst

dass er umsonst gestorben ist

weil er in unseren kirchen verscharrt ist

weil wir seine revolution verraten haben

in gehorsam und angst vor den behörden

Ich glaube an jesus christus
der aufersteht in unser Leben

dass wir frei werden

von vorurteilen und anmaßung

von angst und hass

und seine revolution weitertreiben

auf sein reich hin

Ich glaube an den geist
der mit jesus in die welt gekommen ist

an die gemeinschaft aller völker

und unsere verantwortung für das

was aus unserer erde wird

ein tal voll jammer hunger und gewalt

oder die stadt gottes

ich glaube an den gerechten frieden

der herstellbar ist

an die möglichkeit eines sinnvollen lebens

für alle menschen

an die zukunft dieser welt gottes

amen

Text: APK
Foto(s): Screenshot Flyer

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Unsere Wochentipps: Die Kraft der weiblichen Urbilder und Jugendtreff-Karaokeabend

Keine Langeweile mehr – mit unseren Wochentipps! In der Melanchthon-Akademie geht es um die Kraft der weiblichen Urbilder. „Das himmlische Geflecht“ vergleicht Buddhismus und Christentum. Es gibt eine Musik-Lesung, die die Verbundenheit mit den Aktivistinnen in iranischen Gefängnissen und Straßen zeigt. Der Jugendtreff-Karaokeabend lädt junge Menschen zum Tanzen und Singen ein. Die neue Muhleisen-Orgel wird vorgestellt. Außerdem werden das Passionskonzert „The Crucifixion“ von John Stainer und das Passionskonzert „Via Crucis“ von Franz Liszt angeboten.

Die Tipps in der Übersicht:

30.03.2023, 18:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Die Kraft der weiblichen Urbilder
Kind, Jungfrau, Blutsschwester

Diese drei Kräfte des Weiblichen passen gut zum Frühjahr mit den Themen: Neugieriger Aufbruch und Durchbruch ins Leben mit Staunen, Begeisterung und ganz viel Lernen (Kind); die Naivität verlieren, um Selbstschutz und Wehrhaftigkeit zu entwickeln- Kräfte, die für das erwachsene Leben gebraucht werden (Jungfrau) und ganz viel Üben in der Gemeinschaft von Gleichen, weil die beim Ausprobieren des Lebens unterstützen (Blutsschwester). Das Verbindende dieser Gruppe ist die Grundkraft der Unschuld. Fragen, die sich u.a. daraus ergeben sind: Wie sieht es mit meiner Neugier, Begeisterungs- und Spielfähigkeit aus?Achte ich gut auf mich, sodass ich keinen Schaden erleide? Kann ich mir Hilfe holen? Wie erlebe ich die Gemeinschaft und Freundschaft mit Frauen? Meditationen, Austausch im Kreis und kleine Aufstellungsformate sind die methodischen Anker des Seminars. Eine Anmeldung unter Tel: 0221 931 803 0 oder anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich. Der Kurs kostet 18,00 €.

www.melanchthon-akademie.de

30.03.2023, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
„Das himmlische Geflecht“
Ein anderer Vergleich von Buddhismus und Christentum

„Auch wenn sich Buddhismus und Christentum deutlich voneinander unterscheiden, so ähneln sie einander doch gerade in den Strukturmustern ihrer internen Vielfalt.“ sagt Perry Schmidt-Leukel, Referentin der Veranstaltung „Das himmlische Geflecht“ in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, am Donnerstag, 30. März, 19 bis 21 Uhr. Keine Religion ist homogen. Sie leben von wandelbaren und vielschichtigen Traditionen. Die Pluralität innerhalb der einzelnen Religionsgemeinschaften und die weltweite Vielfalt von Religionen offenbaren eine Reihe von erstaunlichen Parallelen. Perry Schmidt-Leukel nimmt mit dieser Perspektive Christentum und Buddhismus in den Blick und präsentiert einen neuartigen Vergleich. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Karl Rahner-Akademie statt. Der Eintritt kostet 10 Euro. Eine Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder unter 0221-9318020 ist erforderlich.

www.melanchthon-akademie.de

30.03.2023, 19:00
Melanchthon-Akademie
Kartäusergasse 7, Kartäuserkirche
Sale No Mubarak!
Gesegnetes neues Jahr #Frauen Leben Freiheit 2023! – DozentIn: Dorothee Schaper, Eskandar Abadi, Zinat Esmailzadeh, Effet Mahbaz, Caroline Schreiber, Om Shira, Juli Xiang

Am 21.3. feiern viele  Kölnerinnen und Kölner Nouruz. Das iranische, afghanische, kurdische neue Jahr beginnt. Der Frühling erwacht und lässt neues Leben wachsen. Besonders in diesem Jahr ist der Wunsch nach Neubeginn und Erneuerung groß. Die Verbundenheit mit den Aktivistinnen in iranischen Gefängnissen und Strassen und die Solidarität mit „Frauen Leben Freiheit“ wollen wir mit Musik, Lesung und Begegnung zum Ausdruck bringen. Es geht um Geschichten von Empowerment, um die Kraft für die kommenden Zeiten im Iran und im Exil zwischen Verhaftung, Gefängnis, Gewalt, Zwischen Freilassung und Frühlingserwachen, Solidarität und Transformation für die kommende Zeit zu finden. Es sind alle eingeladen, den Geschichten der Ermutigung zuzuhören und sich in Zeiten der Verzweiflung und der Hoffnung im Iran und weltweit ermutigen zu lassen. Mit Eskandar Abadi, Musiker; Zinat Esmailzadeh, Backstage; Effet Mahbaz, Zeitzeugin, Sprecherin; Dorothee Schaper, Sprecherin; Caroline Schreiber, Sprecherin, Schauspielerin; Om Shira, Musiker ; Juli Xiang Sprecherin; u.a. Gebühren: Eintritt frei,  Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de

www.melanchthon-akademie.de

31.03.2023, 18:15
Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Passionskonzert: „The Crucifixion“ von John Stainer
Chorkonzert in der Reihe „KirchenTöne“

1887 komponierte John Stainer das Werk „The Crucifixion“ (Die Kreuzigung). In einem Passionskonzert am Freitag, 31. März, 18.15 Uhr, kommt es in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, zur Aufführung. Ausführende sind Ulrich Cordes (Tenor), Matthias Standfest (Bass), Udo Witt (Orgel) sowie der Chor der Antoniterkirche unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Johannes Quack. Das Konzert in der Reihe „KirchenTöne“ wird durch den Förderverein Kirchenmusik an der Antoniterkirche Köln unterstützt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

www.antonitercitykirche.de

01.04.2023, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Brück-Merheim
Johanneskirche Brück, Am Schildchen 15, 51109 Köln
Karaokeabend
Jugendtreff: zuhören, tanzen, singen

Die evangelische Jugend Köln Brück-Merheimim lädt im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Jugendtreffs am Samstag, 1. April, 18.00 Uhr zu einem schwungvollen Karaokeabend in die Johanneskirche, am Schildchen 15, ein. Jugendliche ab 12 Jahren sind herzlich eingeladen ihre Lieblingssongs zu trällern.  Natürlich geht auch nur zuhören oder sich zum Beat der Musik zu bewegen. Es handelt sich nicht um einen Gesangswettbewerb,sondern im Vordergrund stehen gute Laune und eine lustige Zeit. Erfrischende Getränke und leckere Snacks sind im Angebot. Der Eintritt ist frei und es ist keine Voranmeldung: einfach vorbeischauen!

www.brueck-merheim.de

02.04.2023, 17:00
Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Junkersdorf, Birkenallee 20, 50858 Köln
Vorstellung der neuen Muhleisen-Orgel
Konzert mit dem Organisten Frank Stanzl

An Palmsonntag, 2. April, 17 Uhr, stellt der Organist Frank Stanzl detailliert die neue Muhleisen-Orgel vor. Anhand vieler Musikstücke von Bach bis Reger erkärt er die Register im Einzelnen und die zahlreichen Kombinationen an Klangfarben. Die Veranstaltung dauert ca. 50 Minuten.

https://ev-in-junkersdorf.de/

02.04.2023, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Lechenich
Kirche der Versöhnung Lechenich, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt
Passionskonzert
„Via Crucis“ von Franz Liszt

Eine liebgewordene Tradition sind unsere Passionsmusiken, die jährlich am Palmsonntag stattfinden, so auch in diesem Jahr. Am Sonntag, den 2. April 2023 findet daher um 18.00h eine Aufführung des „Via Crucis“ (Der Kreuzweg) für Soli, Chor und Orgel von Franz Liszt (1811-1896) in der evang. Kirche der Versöhnung in Erftstadt-Lechenich, An der Vogelrute 8, statt. Dieses Werk ist eine musikalische Kreuzwegdarstellung und als solche ein Unikum in der Musikliteratur. Dies gilt nicht nur für das Genre als solches, sondern auch für die musikalische Umsetzung: ihre progressive Harmonik, ihre Expressivität, ihr abwechslungsreiches Formvokabular. Die Hälfte der 14 Kreuzwegstationen sind reine Orgelsätze bzw. vorwiegend Orgelstücke, technisch zwar nur mäßig anspruchsvoll, musikalisch aber höchst raffiniert. Mitwirkende an diesem Abend sind neben der Evangelische Kantorei Lechenich Jori Schulze-Reimpell (Leitung), Kantor Marc Gornetzki (Einstudierung und Orgel), Walter Friehs (Gesang) und Pfarrerin Sabine Pankoke (Texte). Der Eintritt ist frei.

Text: APK
Foto(s): APK

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