Die geplanten Nachschulungen der Ev. Beratungsstelle für Presbyterinnen und Presbyter am 24. März wurden abgesagt und verschoben. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und des generellen Veranstaltungsverbotes der Stadt Köln, findet die Schulung erst im Juni statt.
Neuer Termin im Juni
Die Schulungen für Presybterinnen und Presbyter finden
am 22. Juni 2020
im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region,
Haus der Evangelischen Kirche,
Peter-von-Fliesteden-Raum statt.
Wir danken für Ihr Verständnis!
Weitere Informationen über die Arbeit der Ev. Beratungsstelle finden Sie auf:
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/03/Beratungsstelle_www.fotografie-schulzki.de_-e1523974922198.jpg24354335https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2020-03-16 14:28:162020-03-23 04:00:44Neuer Termin für Nachschulungen von Presbyterinnen und Presbytern
Die Publizistin und Juristin Liane Bednarz warnt in ihrem Buch „Die Angstprediger“ davor, dass rechte Bewegungen sich als „konservativ“ darstellen, aber unter diesem Deckmantel rechte, rechtsextreme bis hin zu rechtsradikale Positionen verbreiten und damit auch bei Christen ankommen. Sie wirbt daher für eine klare Unterscheidung zwischen Christen, die konservativ orientiert sind und „Christen mit Rechtsdrall“. Arnd Henze, Journalist und Autor des Buches „Kann Kirche Demokratie?“, hat sich ebenfalls intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die beiden Referenten waren auf Einladung der Melanchthon-Akademie in diese gekommen, um über das Thema zu sprechen, zu diskutieren und auch zu debattieren.
Der Begriff Konservativ
Wer sich mit den „Angstpredigern“ auseinandersetzt, wird mit Dingen konfrontiert, die fast täglich geschehen und die doch oft als weit entfernt wahrgenommen werden. Die Regierungskrise in Thüringen, die Amtsniederlegung von Landesbischof Carsten Rentzig, die Ideen von Götz Kubitschek – welche Zusammenhänge stecken hinter diesen Geschehnissen? Um sich dieser Frage zu nähern, erläuterte Bednarz den Begriff „Konservativ“ und auch, warum rechtes Denken keinesfalls mit konservativem Denken gleichzusetzen ist. So versteht man als konservativ zwar einen Habitus, der das Neue mit Skepsis betrachtet. Aber wer konservativ eingestellt ist, pflegt die Erinnerungskultur und blendet beispielsweise den Krieg nicht aus.
Anfällig für rechtes Denken
Das rechte Denken, so erläuterte die Referentin, basiert auf Antipluralismus, Antiliberalismus und Ethnopluralismus. „Dabei verstehen sich ein Großteil der neuen Rechten als Christen“, betonte sie. Die Verächtlichmachung des politischen Gegners, eine Diktatursprache, abwertende Begriffe etablierter Medien, all dies gehört zu einer beängstigenden Entwicklung. Da ist die Rede von der Merkeldiktatur, von der Lügenpresse, von Volksverrätern. Bednarz zeigte viele Einblicke in ihre Rechercheergebnisse und berichtete auch von ganz persönlichen Momenten. Sie zitierte mit Blick auf die AfD aus einem Gutachten des Bundesamts für Verfassungsschutz und zeigte Filmausschnitte, sie erläuterte dabei auch sehr detailliert, warum konservative Christen anfällig sind für rechtes Denken. Denn rechte Christen sind seit Jahren auf dem Vormarsch, das zeigen zahlreiche Studien und zahlreiche tagesaktuelle Geschehnissen. Sie haben ein klares Feindbild, sie wollen das christliche Abendland schützen. Sie kämpfen gegen die angebliche Islamisierung, gegen Zuwanderung und Migration. Ihre Themen richten sich gegen die „Ehe für alle“, Homosexualität, Gender Mainstreaming, Gleichberechtigung und Abtreibung.
BU v.l. Arndt Henze, Liane Bednarz und Dr. Martin Bock
Liane Bednarz schilderte eindringlich die Seite der „Anbieter“ dieser Theorien, Arnd Henze hatte sich ausführlich vor allem auch mit der Seite, die dafür anfällig ist, beschäftigt. „Ich appelliere an uns, dass wir die blinden Flecken in uns herausholen, damit wir Antworten finden. Denn wir haben ganz große Erinnerungslücken“, so Henze. Er warnte nach dem Vortrag von Bednarz sehr eindringlich davor, dass soeben gesehene und gehörte als „Freakshow“ abzutun und wegzuschieben als „das sind ja die anderen“. Auch er hatte für sein Buch viele Studien angepackt und viele Erfahrungen gesammelt: „Mehr als 70 Prozent der regelmäßigen Gottesdienstbesucher sind der Meinung, man könne nur „richtiger“ Deutscher sein, wenn man deutsche Vorfahren hat und hier geboren ist“, betonte er. Tief im Unterbewußtsein sei eine Denkweise verwurzelt, die das deutsche Volk für überlegen erachte, führte er aus. Entweder werde Kirche ein Lernort für den Wandel oder „sie bleibt ein Rückzugsort für die, die mal endlich einfach deutsch sein wollen“, spitzte er eine Forderung zu. Es reiche nicht, die Realität zu schildern, man müsse sich der Herausforderung stellen. Mit dem Buch von Thilo Sarrazin, welches in 2010 bis 2012 über 1,5 Millionen mal verkauft worden ist, habe sich die Grenze des „Sagbaren“ verschoben. Die Zielgruppe des Bildungsbürgertums wurde erreicht und das Thema sei mitten in der Gesellschaft angekommen.
Auch Bednarz ergänzte: „Empörung bringt nichts, wir müssen Verantwortung in mühevoller Kleinarbeit übernehmen“. Viele Mechanismen ähnelten Sekten, führte sie weiter aus. Draußen die Welt sei böse, im eigenen Kreis sei alles in Ordnung. Die Betroffenen bewegten sich nur noch in eigenen Umfeldern, „und man bekommt diese Menschen nur aus dem herausgelöst, wenn man ganz viel mit ihnen spricht“, so die Autorin. Es sei eine Aufgabe, die auch auf pastoraler Ebene anstehe – auch wenn dies anstrengend und schwierig sei.
Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, hatte zu Beginn des Abends die Frage aufgeworfen, warum es so wenig schwer geworden sei, rechtes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Dieser Abend gab viele konkrete Antworten auf diese Frage, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Bock hatte auch gesagt, dass „wir es unseren Mitbürgern, auch den jüdischen und muslimischen, schuldig sind, laut zu werden“ und auch dies zeigte der bewegende Diskussionsabend deutlich. Deutlich wurde dabei auch, wie wichtig es ist, „als Kirche sprechfähig zu werden“ (Henze). Inhaltlich und rhetorisch gekonnte Antworten sind gefragter denn je.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/03/20200309_Angstprediger_MAK-Tausendfreund-e1582626914664.jpg22033911https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2020-03-16 04:00:582020-03-21 22:01:15Seid sehr wachsam – Liane Bednarz und Arnd Henze über rechtes Gedankengut in der Kirche
Die Bildungseinrichtungen im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region lassen bis auf weiteres ihre Bildungsangebote pausieren. Dies betrifft die Angebote der Melanchthon-Akademie, der Evangelischen Familienbildungsstätte, des Evangelischen Jugendpfarramtes, des Schulreferates und des Pfarramtes für Berufskollegs.
Das Sekretariat der Melanchthon-Akademie ist wie gewohnt ab dem 16.3. unter der Telefonnummer 0221-931803-0 oder per Mail anmelanmeldung@melanchthon-akademie.de zu erreichen. Aktuelle Informationen aus der Akademie finden Sie auf der Internetseite www.melanchthon-akademie.de .
Wie kann man auf einer Baustelle alt werden? Ist das nicht unerträglich? – Die Antwort ist einfach – es geht und es ist nicht unerträglich. Der Beweis hierfür ist das Clarenbachwerk in Köln-Braunsfeld. Mehr als 600 alte und betreuungsbedürftige Menschen leben in dieser diakonischen Einrichtung. Und die Verantwortlichen dieses Werkes haben in den vergangenen Jahren Großartiges geleistet. Manuela Duchon und Hans-Peter Nebelin leiten das Clarenbachwerk und freuten sich besonders über den Besuch von Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, der sich auf den Weg in den Kölner Norden gemacht hatte.
Jeder Bewohner und jede Bewohnerin werde als Persönlichkeit mit individuellem Lebensweg und mit eigenem kulturellem und religiösem Hintergrund verstanden und respektiert, erläuterten die beiden Geschäftsführer das Leitbild der Einrichtung. Für sie gehören Krankheit, Alter und Behinderungen zu den integralen Bestandteilen des Lebens. Doch sie gehen als christliche Einrichtung noch einen Schritt weiter. Auch Menschen aus anderen Religionen wie Muslime oder Buddhisten sind im Clarenbachwerk willkommen. „Es ist wichtig in der Mitarbeiterschaft, dass hier in diesem diakonischen Werk auch die Nationen- Vielfalt breit ist. Hier arbeiten Menschen aus 38 Nationen. Es ist gut zu sehen, dass dies von der Leitung des Clarenbachwerkes so gefördert wird“, sagte Bernhard Seiger nach seinem Besuch.
Hinter der Geschäftsleitung des Clarenbachwerkes steht ein Verein, der diese diakonische Arbeit trägt. Stadtsuperintendent i. R. Ernst Fey ist Vorstandsvorsitzender dieses Trägers. Auch im Ruhestand nimmt der pensionierte Pfarrer so noch Leitungsverantwortung für diakonische Arbeit wahr. Seit den 50er Jahren gibt es das Clarenbachwerk und so sind inzwischen viele der Gebäude in die Jahre gekommen und würden heute nicht mehr den aktuellen Pflegestandards entsprechen. Daher begleitet Fey in den letzten Jahren auch intensiv die Neubau- und Umbaumaßnahmen. Insgesamt mehr als 40 Millionen Euro hat das Werk investiert, um die diakonische Arbeit an diesem Ort gut für die Zukunft aufzustellen.
Die Baumaßnahmen laufen parallel zum normalen Pflegealltag hier im Clarenbachwerk. Da befindet sich zum Beispiel in einem Haus im Eingangsbereich eine Wand, die vorher noch nicht da war. Vorne ist alles sauber und aufgeräumt, dahinter werkeln die Handwerker, reißen ab, bauen neu oder renovieren. Die Professionalität in der Planung, Umsetzung und Fertigstellung im laufenden Betrieb sind schon faszinierend. Natürlich sind das Belastungen, räumt Hans-Peter Nebelin ein und Manuela Duchon ergänzt, dass dies aber bislang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern fast immer reibungslos geklappt hat. Denn nach dem Umbau ziehen diese dann in die schönen und neu gestalteten Wohnungen und Zimmer.
Und auch die Belegschaft des Clarenbachwerkes trägt die Umbauarbeiten mit Fassung mit. Auf der einen Seite freuen sich die Mitarbeitenden natürlich, wenn endlich die Bauwagen weg sind und sie wieder an einer Stelle parken können, erklärt Nebelin. Die beiden Geschäftsführer sind stolz darauf, dass sie trotz der vielen Um- und Neubauten wenig Wechsel in der Belegschaft haben. Manche Angestellte haben sogar schon in der Pflegeschule des Clarenbachwerkes ihre Ausbildung gemacht und sind dann hier geblieben. „Die Menschen, die hier ausgebildet werden, bleiben oft hier, weil es hier viele Arbeitsmöglichkeiten gibt und schon Bindungen zu den Einrichtungen und Stationen entstanden sind“, fasst Stadtsuperintendent Seiger diese Strategie zusammen, die gerade in Zeiten von Personalmangel im Pflegebereich einen eigenen Lösungsansatz beschreibt.
Und so zieht Bernhard Seiger eine positive Bilanz nach seinem Besuch im Clarenbachwerk: „Es ist schön zu sehen, dass die Menschen hier die Erfahrung machen, dass sie willkommen sind, dass sie gut betreut werden, dass sie so leben können, wie es in ihrem Lebensalter mit ihren Möglichkeiten möglich ist. Das Werk unterstützt das mit allen Kräften. Wie gut, dass hier Diakonie praktisch vor Ort gelebt wird.“
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Den ganzen Beitrag zum Nachlesen:
Kirche und Diakonie haben einen gemeinsamen Auftrag: Die Diakonie ist tätig in der Nachfolge Jesu im Dienst am Nächsten.
Das war auch ein wichtiges Thema der Landessynode 2020 in der Rheinischen Landeskirche – die enge Verbindung von Kirche und Diakonie und den gemeinsamen Auftrag herauszustellen.
Wie konkret diakonische Arbeit aussieht, das ist von Ort zu Ort und von Aufgabe zu Aufgabe unterschiedlich. Ich bin hier im Clarenbachwerk in Köln-Müngersdorf, einer großen diakonischen Einrichtung, die sich um Menschen im Seniorenalter kümmert. Etwa 600 Menschen wohnen hier, werden hier begleitet und betreut.
Hier bin ich im Heinrich-Püschel-Haus. Menschen, die alt geworden sind, brauchen verschiedene Formen von Betreuung.
Zunächst genügt es oft, wenn man sich in einem eigenen Wohnumfeld befinden kann und Unterstützung bekommt durch ambulante Betreuung. Später kann es erforderlich sein, Pflegebereitschaft zu bekommen. Dieses wird hier im Haus angeboten.
Die Menschen, die hier wohnen, die brauchen Räumlichkeiten, die für sie leicht zugänglich und barrierefrei sind.
Und weil sich die Anforderungen auch an das Leben im Alter immer weiter verändern, wird hier in der Region und hier im Clarenbachwerk viel neu gebaut, so dass ansprechende moderne
Räumlichkeiten entstehen. Eine weitere Besonderheit des Clarenbachwerks ist es, dass hier eine Pflegeschule für Pflegekräfte betrieben wird.
Es sind 90 Mitarbeitende, die hier ausgebildet werden, um eben den vielen Anforderungen, die es im Pflegebereich gibt, entsprechen zu können.
Die Menschen, die hier ausgebildet werden, bleiben oft hier im Werk, weil hier viele Arbeitsmöglichkeiten bestehen und Bindungen schon entstanden sind zu den Einrichtungen, zu den Stationen.
Es ist wichtig in der Mitarbeiterschaft hier im Werk, dass die Nationenvielfalt breit ist. Es arbeiten hier Menschen aus 38 Nationen, das wird gefördert von der Betriebsführung. So sind auch Menschen des christlichen, muslimischen und anderen Glaubens in dieser Einrichtung tätig.
Wichtig ist, dass die Menschen, die hier wohnen und leben, die Erfahrung machen, dass sie willkommen sind, dass sie gut betreut werden, dass sie so selbstständig leben können wie es in ihrem Lebensalter mit ihren Möglichkeiten möglich ist. Das Werk unterstützt das nach allen Kräften. Wie gut, dass hier die Diakonie praktisch vor Ort gelebt wird.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/03/IMG_0145-e1584077865801.jpg29165184https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2020-03-13 04:00:172020-03-20 04:00:51Clarenbachwerk – in Würde alt werden
„Der Frieden als Weg der Hoffnung“ – Ökumenischer Friedensgottesdienst 2020
Köln (epk). Die Evangelische und Katholische Kirche laden zu einem Ökumenischen Friedensgottesdienst am Freitag, 13. März, 18 Uhr, in die Minoritenkirche, Kolpingplatz 5, ein. Der Friedensgottesdienst wird die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag 2020 aufgreifen: „Frieden als Weg der Hoffnung – Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr“. Die Predigt hält Kirchenrätin Pfarrerin Anja Vollendorf, Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der ökumenische Musikkreis „Musica Vita“ aus Pulheim-Sinnersdorf wird den Gottesdienst musikalisch gestalten. Die Liturgie wird von Mitgliedern verschiedener christlicher Kirchen sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Kölns gestaltet. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle zur Begegnung im Pfarrsaal von St. Kolumba, gegenüber der Minoritenkirche eingeladen. Kontakt: www.kirche-koeln.de
Lange Nacht der Kirchen in der Kölner Innenstadt – Einladung zu Begegnung und Besinnung in evangelischen und katholischen Kirchen
Köln-Innenstadt (epk). Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region lädt am Freitag, 13. März, 20 Uhr, zur Langen Nacht der Kirchen in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, ein. Immer zur vollen und zur halben Stunde wechseln sich kleine Lesungen mit Texten von Dietrich Bonhoeffer, vorgetragen von Pfarrer Dr. Martin Bock und meditative Orgelmusik von Wolf-Rüdiger Spieler ab. In der AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, lädt Pfarrer Markus Herzberg zu einer Komplet, einem gesungenen Nachtgebet, das um 22 Uhr beginnt, ein. Jeweils um 20, 21 und 22 Uhr, wird die Stille in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, von Musik und Gebet unterbrochen. Die Lange Nacht der offenen Kirchen hat sich in Köln zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Über 20 evangelische und katholische Kirchen in der Kölner Innenstadt beteiligen sich. Sie öffnen von 20 bis 24 Uhr ihre Türen und laden zur Besinnung im Kirchraum und zum Erleben von Nacht, Raum und Stille auf einzigartige Weise ein. Der Eintritt ist frei. Kontakt: www.nachtraumstille.de, www.trinitatiskirche-koeln.de
Orgelvesper mit Pfarrer Bernhard Seiger – Musik von Bach, Kropfreiter und Buxtehude
Köln (epk). Zu einer Orgelvesper in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region am Samstag, 14. März, 18 Uhr, ein. Sigrun Terletzki-Büttner, Organistin und Chorleiterin der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes bringt Werke von Johann Sebastian Bach, Augustinus Franz Kropfreiter und Dietrich Buxtehude zu Gehör. Für die liturgische Gestaltung mit biblischer Lesung und Gebet zeichnet Superintendent Dr. Bernhard Seiger verantwortlich. Kontakt: www.trinitatiskirche-koeln.de
Eröffnung der Geistlichen Musik 2020 im Altenberger Dom – Domorganisten spielen Passionsmusik von Bach
Altenberg (epk). Zur Eröffnung der kirchenmusikalischen Reihe „Geistliche Musik 2020“ am Sonntag, 15. März, 14.30 Uhr, präsentieren im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz, Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner, evangelischer Domorganist, sowie Kantor Rolf Müller gemeinsam Passionsmusik von Johann Sebastian Bach. Für die liturgische Gestaltung zeichnen Pfarrerin Claudia Posche und Pfarrer Thomas Taxacher verantwortlich. Kontakt: www.altenberg-dom.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/03/20200305_Wochenendtipp.jpg21923905https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2020-03-11 04:00:262020-03-19 14:01:27Wochenendtipps: Ökumenischer Friedensgottesdienst, Lange Nacht der Kirchen, Orgelvester und Geistliche Musik im Altenberger Dom
Das Attentat in Hanau, die Regierungskrise in Thüringen und weitere aktuelle Geschehnisse beunruhigen viele Menschen – sicherlich ganz zu Recht. Anlass genug, sich einmal über das Grundgesetz zu unterhalten, denn dieses hat Deutschland über 70 Jahre lang ein festes Fundament gegeben.
Das Grundgesetz
Hält dieses Fundament weiter oder muss etwas geändert werden – über diese Fragestellung sprach Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, in einer Veranstaltung in der Melanchthon-Akademie. Der Abend fand in Kooperation mit dem Friedensbildungswerk Köln und Kölner Runder Tisch für Integration statt.
Abraham Lehrer schilderte eindringlich seinen Glauben an das Grundgesetz und sein Vertrauen in den Staat und dessen Einrichtungen. Er schilderte jedoch auch, dass schon in seiner Kindheit jüdische Einrichtungen von der Polizei geschützt werden mussten. „Inzwischen habe ich den Glauben daran verloren, dass dies eines Tages nicht mehr notwendig sein wird“, stellte er fest. Dennoch, so Lehrer, habe das Grundgesetz ihm und auch der gesamten jüdischen Gemeinschaft es ermöglicht, die eigene Religion frei auszuüben.
„Das ist mein Land”
„Ich bin sehr gläubig aufgewachsen und habe auch versucht, meinen Kindern den Glauben und das Vertrauen auf den Staat weiter zu geben – und ich denke, das ist gelungen, denn sie haben beschlossen, hier in Deutschland zu bleiben“, führte er aus. Dieser Wunsch, in Deutschland zu bleiben, sei keineswegs selbstverständlich. „Ich sage heute aus Überzeugung: Das ist mein Land“, betonte er. Andere Juden seien ausgewandert und hätten dabei auch rückblickend schon mal festgestellt, dass Deutschland eben nicht „ihr Land“ sei – dies aber ging ihm eben nicht so.
Er habe Vertrauen auch in die 75 Prozent, die nicht AfD wählen, dennoch müsse man überlegen, was falsch gelaufen ist und wie es soweit kommen konnte, dass die AfD von einer so hohen Prozentzahl Wähler angenommen wird. „Wo haben wir nicht aufgepasst?“, fragte er. Es sei schwierig, die einstigen Schrecken der Kriegszeiten der heutigen Generation zu vermitteln.
„Das Grundgesetz wird immer wichtiger”
„In meiner eigenen Lebens- und Arbeitswelt wird das Grundgesetz immer wichtiger“, stellte Roland Schüler, Geschäftsführer des Friedensbildungswerks, fest. Früher habe er sich vor allem als Kölner, als Rheinländer und als Europäer gefühlt. Wie wichtig jedoch gerade der erste Satz des Grundgesetz, „die Würde des Menschen ist unantastbar“, sei, erfahre er oft im Rahmen der Einbürgerungen, die er als stellvertretender Bezirksbürgermeister begleite.
„Aber ich habe immer mehr Probleme mit dem zweiten Absatz: „Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt““, führte er weiter aus. „Woher kommt bei Ihnen das Vertrauen in die staatlichen Organe?“, fragte er Lehrer. Dieser wiederum betonte erneut, dass er immer gute Erfahrungen gemacht habe und sich dieses Vertrauen immer wieder als richtig erwiesen habe.
Flüchtlinge
Auch andere Besucher der Veranstaltung brachten Fragen und Überlegungen in die Runde ein. So war ein Gast vor Ort, der Anfang der achtziger Jahre aus Nigeria nach Deutschland eingewandert war. „Ich habe noch immer das Gefühl, dass es nach der Wende nicht gelungen ist, die beiden Systeme, die aufeinander prallten, zu einem System zu machen“, so seine Überlegung.
Lehrer fokussierte die Überlegungen dann auf die Flüchtlingswelle, die 2015 kam. Es habe schon zu früheren Zeiten immer auch rechtslastige Politiker und Parteien gegeben, doch erst in den letzten Jahren habe sich diese Politik „etablieren“ können. „Seitdem haben wir das nicht mehr im Griff“, so sein Eindruck.
Dabei sprach er zwei verschiedene Probleme an: Zum einen die Deutschen, die sich durch die Flüchtlingswelle „bedroht“ sehen. Zum anderen gebe es auch Flüchtlinge, in ihren Ländern stark antisemitistisch geprägt worden seien. „Ich denke mit Grauen daran, was passiert, wenn das erstmal ausgepackt wird“, schilderte er eine Sorge.
Die Begegnung miteinander
Gemeinsam kamen alle Beteiligten auf einen wichtigen und zentralen Punkt: Die Begegnung miteinander. „Wir versuchen wirklich jeden Termin wahrzunehmen, um dies zu ermöglichen. Aber wir sind viel zu wenige“, beschrieb Abraham Lehrer ein weiteres Problem. Man engagiere sich als jüdische Gemeinde in Schulen und biete Führungen durch die Synagoge in der Roonstraße an.
Lehrer berichtete von dem Projekt der drei großen Religionen für friedliches Zusammenleben in Deutschland: „Weißt du, wer ich bin“ ist ein gemeinsames Vorhaben der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, des Zentralrats der Juden, des Zentralrats der Muslime, der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion, des Islamrates und des Verbandes Islamischer Kulturzentren. Es sei faszinierend zu sehen, wie aufmerksam und aufnahmebereit sich die Kinder, die in diesem Rahmen erfahren, wie die Religion der „anderen“ aussieht, beobachten.
Am Ende kam die Runde noch einmal auf das Thema Grundgesetz zu sprechen: „Wir müssen vielleicht mal eine Bestandsaufnahme machen und genau hinsehen“, schlug Lehrer vor. Es gehe dabei um den Blick auf die eigenen Werte. Und wenn man dabei merke, dass diese Werte vielleicht nicht ausreichend geschützt seien, müssen man eben noch einmal genauer überlegen, ob man wirklich alles gut genug gemacht habe.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/03/AbrahamLehrer3-e1583756680911.jpg22303965https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2020-03-10 04:00:272020-03-18 17:01:06„Bewährte Verfassung oder Verfassung in Bewährung?“ – Abraham Lehrer über das Grundgesetz in Deutschland
Es sei ja nicht so, dass man als Ehrenamtler bei der Telefonseelsorge nur den Anrufern helfe. „Man zieht auch für sich selbst einen großen Gewinn aus der Aufgabe“, sagt Annelie Bracke, Leiterin der Katholischen Telefonseelsorge Köln. „Man lernt, mit persönlichen Konflikten besser umzugehen.“ Dr. Dorit Felsch, Leiterin der Evangelischen Telefonseelsorge, weiß warum: „Es gibt kaum ein Ehrenamt, für das man so sorgfältig ausgebildet wird.“
Ausbildung
Beide Einrichtungen sind wieder auf der Suche nach Menschen, die diese Ausbildung absolvieren möchten. Sie dauert ein Jahr und umfasst unter anderem die Grundlagen der Gesprächsführung und die Reflektion über über Krisen und die eigene Spiritualität. „Man muss bereit sein, sich darauf einzulassen“, so Bracke. „Dann kann man sehr viel geben, aber sehr viel nehmen.“ Wer mit anderen Krisengespräche führe, müsse mit sich selbst im Reinen sein.
15 Stunden pro Monat
15 Stunden einschließlich regelmäßiger Fortbildungen und Supervisionen sollten die Interessenten pro Monat einkalkulieren, wenn sie nach der Ausbildung in der Seelsorge am Telefonhörer arbeiten. „Am Telefon sind sie allein, aber sie sind eingebunden in eine tolle Gemeinschaft“, wirbt Felsch. Wenn jemand im privaten Kreis von seinem Ehrenamt erzähle, ernte er oft eine Mischung aus Bewunderung und Mitleid: „Boah, was Du Dir alles anhören musst.“ Dabei empfänden die Ehrenamtlichen in der Telefonseelsorge ihre Aufgabe als Bereicherung ihres Lebens.
77 Anrufe pro Tag
„Die meisten bleiben sehr lange“, weiß Bracke. Bei den Evangelischen sind 72 Ehrenamtliche tätig, bei den Katholischen 64. Die Jüngsten sind 25 Jahre alt. Nach oben ist die Grenze im Prinzip offen. Die Gesamtzahl der Anrufe im vergangenen Jahr betrug 28 200. Das waren im Durchschnitt 77 Anrufe pro Tag. Ein Gespräch dauert durchschnittlich 20 Minuten. „Die Zahl der rein seelsorgerlichen Gespräche hat zugenommen. Die Scherzanrufe sind immer weniger geworden“, sagt Felsch. Die „Bruttozahl“ der Anrufe ist zurückgegangen, die Zahl der „ernsthaften“ Telefonate gestiegen. Ihr Anteil beträgt mittlerweile 80 Prozent.
Themen
Die Themen sind seit langem immer gleich: Das psychische und körperliche Befinden, Probleme in Familie und Partnerschaft, Schwierigkeiten mit den Nachbarn, Kollegen, Freunden und Einsamkeit. „Wir erleben aber eine deutlich spürbare Zahl von Anrufern, die Existenzängste haben. Vor allem die Armut im Alter wird bei uns immer wieder thematisiert“, liest Felsch aus der Statistik. Seit einigen Jahren werden unter Artikeln in der Presse über Geschehnisse im Zusammenhang mit Suiziden Adressen mit Hilfsangeboten veröffentlicht. „Das merken wir bei uns“, sagt die Leiterin der Evangelischen Telefonseelsorge.
Die Arbeit der Ehrenamtlichen
Natürlich könnten die Ehrenamtler keine Schuldnerberatung leisten. Genauso wenig, wie sie bei medizinischen Problemen konkret helfen könnten. Aber sie könnten auf Hilfsangebote hinweisen. Und sie seien ausgebildet, entlastende und angstmindernde Gespräche zu führen. Felsch weiter: „Das ist für viele, die einsam sind, schon eine große Hilfe.“
Hinweis:
Für die Ausbildung kann man sich jederzeit anmelden: Katholisch: 0221/2570184. Evangelisch: 0221/317159. Bei einem Beratungswunsch ist die Evangelische Telefonseelsorge erreichbar unter 0800/1110111, die Katholische unter 0800/1110222. Beide Nummern sind kostenlos.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/03/20200309_Telefonseelsorge-Rahmann-e1583744423469.jpg17933191https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2020-03-09 09:21:082020-03-18 05:00:46Telefonseelsorge bereichert auch das Leben der Ehrenamtlichen – Einrichtung wieder auf der Suche nach Leuten, die die Ausbildung absolvieren möchten
„Die Nacht – der Raum – die Stille“: Schon die Überschrift über der „Langen Nacht der Kirchen“ in der Kölner Innenstadt zeigt, worum es bei diesem Angebot der Kirchen geht. Besucherinnen und Besucher werden am Freitag, 13. März, eingeladen, die sakralen und architektonisch interessanten Räume zwischen 20 Uhr und Mitternacht auf neue Weise zu erleben. Kerzenlicht und Klang-Installationen, Gebets- und Textimpulse sowie die Einladung, sich selbst und vielleicht seinem Verhältnis zu Gott in Stille und Besinnung neu auf die Spur zu kommen, prägen den Abend in 25 Kölner Kirchen. Mit dabei sind evangelische und katholische Gotteshäuser sowie die Altkatholiken und Griechisch-orthodoxen mit ihren Kirchen.
Erik Saties „Vexations“ erklingen als Non-Stopp-Performance mit 840 Wiederholungen in der Kunststation St. Peter, Jabachstraße 1. In der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, wird unter dem Leitwort „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ aus Anlass seines 75. Todestages (9. April 1945) an den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer erinnert. Die Herz-Jesu-Kirche am Zülpicher Platz erinnert zum Ausklang des Offenbachjahres an den in Köln geborenen Komponisten Jacques Offenbach. Dieser kam als Jude in der Nähe des Gotteshauses zur Welt und konvertierte später zum Christentum. Das Programm begleitet eine Offenbach-Ausstellung. „Lux aeterna“ ist die große abendliche Lichtfeier in St. Andreas, Komödienstraße 6, überschrieben. Meditationen, Lesungen, Orgelmusik und Gesänge gestalten den Abend. Eine Taizé-Andacht mit Orgelmeditationen und Komplet wird in St. Johannis, Pantaleonswall 4, gefeiert. Und St. Michael am Brüsseler Platz lädt zu Kurzfilmen, Tee und Gesprächen ein.
Das vollständige Programm und weitere Informationen sind abrufbar unter www.nachtraumstille.de . Die „Lange Nacht der offenen Kirchen“ ist eine ökumenische Erfolgsgeschichte und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Veranstalter sind das Katholische Stadtdekanat Köln sowie der Evangelische Kirchenverband Köln und Region.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/03/DirkMailc3a4nderIMG_3218-e1583413903227.jpg9001600https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2020-03-08 04:00:062020-03-17 16:01:00Lichter, Klänge, Stille – sakrale Räume neu erleben – am 13. März „Langen Nacht der Kirchen“
Immer wieder stehen Kirchengebäude zum Verkauf, werden abgerissen oder einer anderen Bestimmung zugeführt. Oft stehen wir da und fragen uns verstört: dürfen die das? Dürfen die unsere Kirche verkaufen, entwidmen oder einfach abreißen – die sind doch heilig, diese Gebäude? Oder etwa nicht? Pfarrer Sebastian Baer-Henney hat da eine einfache Antwort: „Zuerst mal ganz einfach: wir Evangelen glauben nicht an heilige Gegenstände, „so Baer-Henney, “ oder an gesegnete Dinge. In Kirchengebäuden ist mir die Begegnung mit dem Heiligen, mit Gott, vielleicht manchmal anders möglich.“
Aber er wäre nicht Baer-Henney, wenn er es dabei beließe; denn seine Begründung, warum Kirchen nicht heilig sind , es aber doch irgendwie sein könnten, verrät er uns bei Kirche2go
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Den ganzen Beitrag zum nachlesen:
Kirchengebäude sind nicht heilig. Das einzige was heilig ist ist Gott.
Zuerst mal ganz einfach wir Evangelen glauben nicht an heilige Gegenstände oder an gesegnete Dinge. In Kirchengebäuden ist mir die Begegnung mit dem Heiligen vielleicht manchmal anders möglich mit Gott.
Früher hat man die Kirchengebäude ganz reich ausgeschmückt um den Glanz und die Pracht Gottes darzustellen. Das kostbare vielleicht auch die Verschwendung zu Gunsten von Gott. Man hat Schätze in die Kirche getragen. Gemälde malen lassen und all so was.
Und manchmal ist das auch so, wenn ich so eine Barockkirche betrete, dann staune ich davor, welche Ehrfurcht die Menschenvor Gott hatten, dass sie das so gemacht haben. Manchmal war das natürlich auch ganz wirklich motiviert, weil die Leutezeigen wollten, wie toll sie als Mäzen sind oder als Bischöfe oder was auch immer. Andere Kirchengebäude sind ganz schlicht.
Im Priesterseminar in Hildesheim da gibt es eine Kirche, die finde ich total beeindruckend, weil das ein riesiger, fast leerer Raum ist und wenn ich da rein komme, dann habe ich das Gefühl ein stück weit die Größe Gottes zu spüren.
Diese Großzügigkeit im Umgang mit Raum… Dieser Raum für mich und Gott, das ist, was ein Kirchengebäude für mich austragen kann. Das heißt aber nicht, dass ich das Kirchengebäude brauche, um Gott zu begegnen.
Das heißt auch nicht, dass ein Kirchengebäude jetzt eine besondere geschützte Sphäre hat. Wenn ich in ein Kirchengebäude gehe, dann habe ich die Möglichkeit auf Abstand zu meinem Alltag zu gehen. Es ist da leise, es ist ein bisschen zeitlos, ich kann mir Ruhe gönnen, das klappt besonders gut in den Kirchengebäuden, wo ich nicht beruflich unterwegs bin, weil wenn ich in meiner Kirche bin, dann denke ich direkt, was noch alles gemacht werden muss. Aber wenn ich woanders in eine Kirche gehen und ich mich da einfach mal hinsetzen und das auf mich wirken lasse, dann gelingt mir das ein Stück weit auf Abstand zu meinem Alltag zu geben. Im Predigerseminar hat mir ein Ausbilder mal gesagt, er hat die Leute, wenn es geregnet hat und im Gemeindehaus irgendwelche Veranstaltungen waren, in den 70er Jahren, immer zum rauchen in die Kirche geschickt, weil es da trocken war und da musste ja gerade keiner sein.
Das fand ich erstmal sehr verstörend. Aber es ist ein schönes Bild dafür, dass Kirchengebäude einfach auch nur technische Gebäude sind und die haben die Funktion, dass ich Gott begegnen kann. Aber es ist nicht so, dass ich da immer um jeden Preis Gott begegnen muss. Deswegen kann ich auch Kirchengebäude verkaufen. Wenn ich das Gefühl habe, da ist keine Begegnung mit Gott mehr möglich oder die
Funktion des Kirchengebäudes hat sich verändert, weil das in den 60ern ganz anders gedacht war als heute oder weil heute die Menschen ganz andere Bedürfnisse haben, dann ist das in Ordnung, dann kann ich mich auch von einem Gebäude trennen und ich kann andere Gebäude finden, sowie den Laden hier. Das ist ja kein klassisches Kirchengebäude und doch kommen die Menschen hierher auch um Gott zu begegnen. Insofern sind Kirchengebäude für mich Funktionsträger und es gibt ganz wunderbare Kirchengebäude in dem ich mich total wohl fühle.
Es gibt Kirchengebäude, die für mich ganz toll die Größe Gottes widerspiegeln und manche tun das eben auch nicht. Und dann ist das auch in Ordnung so, weil es vielleicht auch für andere Menschen hilft.
Der Termin ist außergewöhnlich früh: Bereits am 8. März – und damit mitten in der Passionszeit – gibt der reger chor köln in diesem Jahr sein traditionelles Benefizkonzert in der Kölner Trinitatiskirche. „Grund dafür ist eine große Baumaßnahme, für welche die Trinitatiskirche nach Ostern für rund ein halbes Jahr geschlossen werden muss“, erklärt Chorleiter Wolf-Rüdiger Spieler, der auch als Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche tätig ist, den Hintergrund für dieses Konzertdatum. „Zugleich ermöglicht die vorösterliche Zeit auch ein Programm mit besonderer Klangfarbe und nachdenklich stimmenden Kompositionen“, so Spieler weiter. Auf dem Programm stehen große Chor- und Orgelwerke aus Deutschland, Frankreich und England, die einen internationalen Querschnitt des kompositorischen Schaffens in Europa vom Barock über die Romantik bis zum Impressionismus repräsentieren.
Chorleiter Spieler erläutert das Programm wie folgt: „Zu Beginn singen wir die doppelchörige Motette ‚Komm, Jesu komm‘, die Johann Sebastian Bach wohl um das Jahr 1730, möglicherweise anlässlich der Beerdigung der Witwe von Johann Schelle, einem seiner Amtsvorgänger, komponiert hat. Ebenfalls zu den musikalischen ‚Schwergewichten‘ der Chorliteratur zählt die Motette ‚Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen‘. Johannes Brahms veröffentlichte das Werk 1879. Zwei lateinische Motetten von Maurice Duruflé aus dem französischen Impressionismus schaffen dann mit milden, klangschönen Dissonanzen eine sinnliche Atmosphäre. Einen ganz anderen Tonfall schlagen schließlich drei Werke aus England von Wesley, Stainer und Stanford an. Hier handelt es sich um hoch- und spätromantische Musik, die heute noch im liturgischen Rahmen große Kathedralen in England füllt und den Ausführenden wie dem Publikum einen opulenten Klang bietet.“
Musikalische Partner
Musikalischer Partner des reger chor köln an der Orgel ist der bekannte Konzertorganist Marc Jaquet. Er ergänzt und vertieft mit den Werken von Brahms, Franck und Howells die Wirkung der Chormusik und greift deren Tonsprache und Charakter auf. Marc Jaquet ist in Köln kein Unbekannter. Bevor er seinen Dienst als Kantor an der Lutherkirche in Bonn antrat, war er viele Jahre Kantor an der Reformationskirche in Bayenthal/Marienburg.
Benefizkonzerte
Der reger chor köln wurde 1982 von Wolf-Rüdiger Spieler gegründet und hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem renommierten Konzertchor entwickelt. Die rund 50 Sängerinnen und Sänger musizieren regelmäßig in ganz NRW und gehen auch immer mal wieder auf Konzertreisen. „In der Trinitatiskirche sind wir aber Stammgäste“, erläutert Wolf-Rüdiger Spieler mit Blick darauf, dass das diesjährige Benefizkonzert bereits das Sechzehnte ist, das in Kölns größter Kulturkirche stattfindet. Chor und Chorleiter schätzen dabei vor allem die gute Akustik für Chormusik in der Trinitatiskirche.
Die Benefizkonzerte des reger chor köln zu Gunsten der im Verein LebensWert angesiedelten Initiative „Kinder krebskranker Eltern“ werden seit 2005 veranstaltet. Gemeinsam haben Professor Dr. Michael Hallek und Chorleiter Wolf-Rüdiger Spieler dieses Projekt damals ins Leben gerufen. Was mit einer guten Idee begann, hat mittlerweile einen großen Umfang angenommen: Der international bekannte Krebsforscher der Kölner Uni-Klinik und der Chor haben seitdem viele kleine und große Spenden gesammelt. Diese werden dazu verwendet, eine Versorgungslücke zu schließen, die sich regelmäßig bei Kindern auftut, wenn deren Eltern an Krebs erkranken. „Mit den Konzert- und Spendeneinnahmen können wir vielfach schnelle und unbürokratische Hilfe leisten. Oft ist es die psychische Betreuung von Kindern und Angehörigen während der Krankheitsphase der Eltern oder auch die Trauerbegleitung nach dem Tod von Mutter oder Vater. Vielfach sind es aber auch ganz praktische Hilfen, wie zum Beispiel eine Unterstützung im Haushalt oder eine Kinderbetreuung während der Zeit, in der Eltern schwierige, oft existenzielle Gespräche mit Ärzten zu führen haben“, so Spieler. Kölns erste Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes ist dem Projekt ebenfalls von Anfang an verbunden. Selbst vor einigen Jahren an Krebs erkrankt, ist sie von Anfang an bei den jährlichen Konzerten dabei und öffnet der Initiative manche Türe.
Das Konzert am Sonntag, 8. März, beginnt um 17 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von 20 Euro, ermäßigt 10 Euro können im Vorverkauf unter kinder-krebskranker-eltern@uk-koeln.de und telefonisch unter 0221/478 97 188 bestellt werden. Da Chor und Chorleiter grundsätzlich auf ein Honorar verzichten, kommen die Erlöse aus Eintrittskarten und die zusätzlichen Spenden in voller Höhe dem Benefizzweck zugute.
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