„Wohnen ist ein Menschenrecht!“, sagt Guido Stephan, Geschäftsführer der Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH (ASG) im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (EKV). „Als kirchliches Wohnungsbauunternehmen sehen wir unseren Auftrag darin, auch die Menschen mit Wohnraum zu versorgen, die auf dem freien Wohnungsmarkt nur geringe oder keine Chancen haben. Diese Aufgabe nehmen wir in enger Verbundenheit mit der Kirche und Diakonie seit vielen Jahren wahr“.
Spenden statt Geschenke
Aus diesem Grund bat die ASG im Rahmen ihrer inzwischen zum achten Mal stattfindenden Aktion „Spenden statt Geschenke“ ihre Geschäftspartner darum, zu Weihnachten auf Werbegeschenke zu verzichten und stattdessen für das Projekt „Viadukt“ zu spenden. Rund 4.000 Euro wurden durch den Aufruf gesammelt. „Viadukt“ unterstützt Frauen und Männer, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe leben und wieder ein eigenes Zuhause suchen. Das Kooperationsprojekt des Diakonischen Werks Köln und Region gGmbH, des Sozialdiensts katholischer Frauen e.V. Köln und des Sozialdiensts Katholischer Männer e.V. Köln in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln und deren Jobcenter startete im Dezember 2017 mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Seit Ende 2019 wird es im Rahmen der NRW-Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ gefördert.
Das Team
Die Rückkehr in die eigenen vier Wände und damit in ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben ist für viele Menschen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe leben, äußerst schwierig. Dank des Projekts „Viadukt“ kann vielen Menschen geholfen werden. Ein Team von zwei Immobilienkaufleuten und einer Sozialarbeiterin knüpft dazu Kontakte zu Vermieterinnen und Vermietern. Es klärt die Wünsche und Anforderungen beider Seiten, stellt die Regelung von Miet- und Kautionszahlungen sicher, begleitet die Mieterinnen und Mieter nach dem Einzug und steht den Vermietern als Kontaktperson zur Verfügung. Die Miete zahlt das Jobcenter bei Arbeitsuchenden. Wer wieder Arbeit gefunden hat, zahlt die Miete selbst. Vermittelt werden nur Menschen, die in der Lage sind, ihren Alltag zu bewältigen und einen eigenen Haushalt zu führen. Rund 300 Mietverträge konnten seit dem Projektstart bereits abgeschlossen werden. Allein im vergangenen Jahr wurden für 74 wohnungslose Haushalte Wohnungen akquiriert. Damit konnten 157 Personen in eigenen Wohnraum zurückkehren.
Kooperation mit Viadukt
Auch die ASG hat in den vergangenen Monaten mehrere Wohnungen an „Viadukt“ vermietet. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden des Projekts sei professionell und unkompliziert, sagt Katharina Nawrocki aus dem Mietservice der ASG. Miet- und Kautionsübernahmen liefen reibungslos, und auch mit den Mietern habe es bisher keinerlei Probleme gegeben. „Im Gegenteil – wir machen als Vermieter sehr gute Erfahrungen, und wenn Fragen auftauchen, wird schnell gemeinsam nach Lösungen gesucht“, stellt Nawrocki fest.
„Wir freuen uns sehr über die Spenden und können diese bei ‚Viadukt‘ sehr sinnvoll einsetzen“, sagt Martina Schönhals, Pressesprecherin des Diakonisches Werks Köln und Region gGmbH. „Wir haben sehr gute Erfahrung gemacht mit der Begleitung durch eine Sozialarbeiterin, die sowohl den Vermietern als auch den Mietern Sicherheit gibt und zwischen beiden vermittelt. Projekte wie ‚Viadukt‘ sind notwendig, damit Menschen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe betreut werden, aber wieder selbstständig wohnen könnten, diese Plätze frei machen für die, die noch auf der Straße leben und dringend unsere Hilfe brauchen.“
Spenden
Spenden für das Projekt „Viadukt“ sind auch weiterhin willkommen.
Sparkasse KölnBonn, Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH, IBAN: DE11 3705 0198 0005 1022 23. Das Diakonische Werk Köln und Region stellt Ihnen auf Wunsch gerne eine Spendenquittung aus.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2021/01/20-01-20-Foto-Spendenaktione-Viadukt-scaled-e1611926687933.jpg14202528https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2021-01-29 23:00:002021-02-12 23:06:04Spendenaktion der Antoniter Siedlungsgesellschaft zugunsten der Projekts „Viadukt“
Die Kölner Protestanten der PROT’s Sitzung wollen sich von der Corona-Pandemie nicht kleinkriegen lassen und verlagern ihre närrischen Aktivitäten in der Session 2021 ins Internet.
6. Februar 2021, 20:21 Uhr, YouTube
Am Samstag, dem 6. Februar starten sie um 20:21 Uhr auf YouTube ihre Sitzung in Form von “PROT’s der Film 2021“. Unter diesem Motto hat das Ensemble der PROT’s Sitzung, das aus Pfarrerinnen, Pfarrern und weiteren Spaßmacherinnen und Spaßmachern aus dem Umfeld der evangelischen Kirche besteht, viele aktuelle kirchenkabarettistische Schmankerl vorbereitet und lädt die Kölner Jeckinnen und Jecken ein, es sich zu Hause bei Kölsch und einen „Halve Hahn“ gemütlich zu machen und auf dem „PROT’s-Link“ (www.prots-sitzung.de) die Sitzung der Session ganz Corona-konform zu genießen.
Programm
Ob Frau Schmitz vom Präsidium, die beiden Herren von der Papst-WG, die Ratten von der Domplatte, der Herr Kapellmeister von der Kartäuserkirche, die Krätzjesängerin aus Sechtem, Fleur aus Sülz, der Putzteufel aus der Südstadt oder der Telefonengel Gabriel – sie sind alle wieder mit dabei. Außerdem wirken neue Figuren und Gestalten aus versteckten Ecken und unbekannten Nischen auf dem Gelände des ehemaligen Kartäuserklosters mit. Eine Dreiviertelstunde protestantisch-rheinischer Frohsinn für „ne joode Zweck“ verspricht die Online-PROT’s Sitzung 2021.
Teilnehmen für den guten Zweck
Die virtuellen Karten für die Sitzung kosten zwischen 0 und 50 Euro. „Kultur ohne Geld – ist schwierig, daher freuen wir uns über einen Kostenbeitrag“, schreiben die Veranstalter dazu auf ihrer Internetseite. Die „PROT’s Jecken“ spielen auch dieses Jahr für ihren „joode Zweck“.
Der Reinerlös der Einnahmen geht an „Peri-Ergon“. Dies ist eine Nähwerkstatt für Geflohene und Einheimische in Griechenland. Das Ensemble der PROT’s Sitzung freut sich auf eine große Spendenbereitschaft der Kölner Jeckinnen und Jecken. Alle Infos und der Link zur Anmeldung auf www.prots-sitzung.de. Dort finden Fans auch schon den Trailer zu „PROT’s-Der Film“, um einen kleinen Vorgeschmack auf die protestantische Session 2021 zu bekommen.
Text: APK Foto(s): Evangelische Gemeinde Köln, PROT’s Sitzung
Initiative anlässlich des Gedenkjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Köln und in Deutschland“
„321.koeln“ ist eine gemeinsame Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche in Köln anlässlich des Gedenkjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Köln und in Deutschland“. „Die beiden Kirchen möchten hiermit einen Beitrag dazu leisten, in Kirche, Schule und Gesellschaft jüdisches Leben wahrzunehmen, kennenzulernen und sich für eine gute Nachbarschaft von nicht-jüdischen Menschen mit Menschen jüdischen Glaubens einzusetzen“, heißt es zum Auftakt.
Jahr 321
Die jüdische Geschichte in Köln geht urkundlich bis auf das Jahr 321 zurück und ist damit beinahe so alt wie die Geschichte Kölns. Die heutige Synagogen-Gemeinde Köln bezeichnet sich aufgrund dieser historischen Kontinuität selbst als „älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen“. Im Gedenkjahr werden Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens vielfältig und lebendig sichtbar.
#beziehungsweise am 31. Januar 2021
Am Sonntag, 31. Januar, treffen sich der Rabbiner Jechiel Brukner und der katholische Weihbischof Rolf Steinhäuser zu einem Gespräch, zu dem die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK) einlädt. Titel ist „#beziehungsweise: Eine jüdisch-christliche Soiree“. Brukner und Steinhäuser sprechen über die Tiefe und Weite der jüdisch-christlichen Beziehung auf der Grundlage der Heiligen Schrift Israels und der Kirche. Wegen der Pandemie wird das Gespräch nur auf YouTube zu sehen. Den Link findet man auf www.321.koeln.
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Susanne Beuth, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Mitte und Vorsitzende der ACK, kennt Steinhäuser und Brukner gut. Während eines Pressegesprächs über „321.koeln“ berichtete sie von der freundschaftlichen Beziehung, die beide miteinander pflegen. Beuth erinnerte daran, dass die hebräische Bibel und die Heilige Schrift mit der Schöpfung der Welt begännen. Thema sei aber auch, „wie wir gut miteinander leben können“.
Deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung
„Wir müssten doch eigentlich etwas gelernt haben aus der Zeit des Nationalsozialismus mit seinen Schrecken und aus dem neuen Miteinander, aber leider müssen auch heute noch Synagogen und jüdische Einrichtungen von der Polizei geschützt werden. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind immer noch das Ziel von Verschwörungstheorien – jetzt gerade wieder aktuell in der Corona-Pandemie – und Ziel tätlicher Angriffe und des rechten Terrorismus.“ Der Stadtdechant weiter: „Leider ist auch der jahrhundertealte Antijudaismus der Kirchen weiter eine Quelle rassistisch begründeter antisemitischer Ressentiments. Diese traurige Realität ist für uns als christliche Kirchen in Köln ein weiterer Anlass – neben dem grundsätzlichen Anlass – das Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ aktiv mitzugestalten, um auch ein deutliches Zeichen der Solidarität zu setzen und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung, auch und gerade in unserer Stadt.“
Angebote zur Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens
Dr. Martin Bock, Leiter der evangelischen Melanchthon Akademie, erinnerte daran, die die christlichen Kirchen in einer seltenen Einmütigkeit angesichts der Schuld gegenüber den Juden unterwegs seien im Willen zur christlich-jüdischen Zusammenarbeit. Im Gedenkjahr wolle man möglichst viele Angebote zur Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens machen. Die Melanchthon Akademie und die Karl-Rahner-Akademie, die evangelischen Synodalbeauftragten, die Schulreferate und das katholische Stadtdekanat seien dabei, das Programm auszuarbeiten.
Man habe auch alle Ortsgemeinden gefragt und Impulse zum Mitmachen gegeben. Viele Termine für das erste Halbjahr würden feststehen. „Im Moment sind hauptsächlich die beiden Akademien, das Schulreferat und das Katholische Bildungswerk vertreten“, sagte Bock. Anmeldungen seien jetzt möglich. Coronabedingt würden alle Veranstaltungen online stattfinden.
Plakataktion
Der Akademieleiter wies auf eine Plakataktion hin, die auch zu der ökumenischen Initiative gehört: „Die Juden und Christen gemeinsame Bibel hat zwei ,Ausgänge‘ – einen, der in das jüdische Festjahr führt, und einen zweiten, aus dem sich im Zusammenspiel von beiden Testamenten die christlichen Feste entwickelt haben. Verwandtschaft und jeweilige Eigenarten gehören zu dieser Beziehung hinzu.“
Hier taucht auch das #beziehungsweise wieder auf: Da heißt es etwa „Im ‚Anfang war das Wort: B’reschit beziehungsweise Anfang“ und „Frei von Sklaverei und Tod: Pessach beziehungsweise Ostern“. „Beziehungsweise möchte niedrigschwellig die Beziehungen zwischen Christen und Juden auf den Punkt bringen und nutzt die Ebene der Feste“, ergänzte Bock.
Mitmachausstellungen
Weitere Mitmachmöglichkeit für Gemeinden und Schulen würde das Schulreferat zusammenstellen. Gedacht sei an Mitmachausstellungen, Besuche von Lern- und Gedenkorten. Aber auch das gegenseitige Kennenlernen der Kirchenmusik und der Kultur. „Das alles ist noch ausbaufähig“, richtete Bock den Blick in die zweite Jahreshälfte. Das Jubiläumsjahr beginnt im Februar offiziell. Von jüdischer Seite seien die Synagogengemeinde an der Roonstraße und die liberale Gemeinde in Riehl beteiligt. Auch die Christliche-Jüdische Gesellschaft und die Judaica arbeiten mit.
Jens Freiwald, Referent des Stadtdechanten, wies darauf hin, dass Schulen auf der Seite www.321.koeln viele Materialien zur Verfügung gestellt bekommen. Mitmachausstellungen seien Formate aus dem katholischen Schulpastoral. „Fast jedes Jahr haben eine Ausstellung zu einem bestimmten Thema.“ 2017 zu ersten Mal ökumenisch. „In der zweiten Jahreshälfte sind zu dem Vorbereitungsteam drei junge Leute aus dem Jugendzentrum der Synagoge gestoßen. Die haben viele Ideen und sind sehr engagiert.
Auch dieses Team plant alles digital und hofft, auch analog ausstellen zu können. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Domkapitels, des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und der Gesellschaft für Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit wird sich mit antijüdischen Artefakten am Dom auseinandersetzen.
Wie sich das Programm entwickelt, welche Termine feststehen und alles Weitere erfahren Sie auf www.321.koeln.
„Macht die Augen und Ohren auf, zeigt Zivilcourage und bekennt euch zur Menschlichkeit“, ist die eindringliche Bitte Yechiel Brukners, Rabbiner der Synagogen Gemeinde Köln, in der virtuellen Gedenkstunde für die mehr als 1100 deportierten und ermordeten Kinder aus Köln, aber auch für all die anderen Menschen, die durch den Nationalsozialismus unsägliches Leid erfuhren.
Seit 1996 ist der 27. Januar gesetzlich verankert als „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Er erinnert an die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im Jahr 1945 und mahnt, diese Gräuel niemals zu vergessen und niemals wieder zuzulassen.
Der Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz
Und so findet auch an der Kölner Kindergedenkstätte Löwenbrunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz jeweils am 27. Januar eine Gedenkstunde statt. In diesem Jahr konnte diese Mahnung, hinzusehen und den Holocaust nicht zu vergessen, aufgrund der Pandemie nicht als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Stattdessen luden die Veranstalter, die Synagogen-Gemeinde Köln, das Katholische Stadtdekanat Köln, der Evangelischer Kirchenverband Köln und Region sowie das Evangelische Schulreferat Köln in Verbindung mit dem Arbeitskreis „Lern- und Gedenkort Jawne“, nicht nur Schülerinnen und Schüler des Kölner Schiller-Gymnasiums, des Gymnasiums Thusneldastraße und des Collegium Josephinum Bonn dazu ein, Audio- und Videobeiträge zu erstellen.
Stadtsuperintendent Bernhard Seiger
Stadtsuperintendent Bernhard Seiger erinnert in diesem digitalen Gedenken an die jüdische Kultur, die auf eine 1700-jährige Geschichte zurückblickt: „Welch ein Reichtum und welch eine Tragödie, dass all das zerstört wurde.“ Es sei ein bewegender Moment gewesen, als der Sockel des Toraschreins im vergangenen Dezember wieder am ursprünglichen Ort platziert werden konnte – dem heutigen jüdischen Museum, am ehemaligen Standort der Kölner Synagoge.
Wir dürfen den Holocaust nie vergessen
Oberbürgermeisterin Henriette Reker betont, Gedenken und Erinnern seien Zeichen des Friedens. Worte, die tief betroffen machen, findet eine Schülerin der achten Klasse des Deutzer Gymnasiums Thusneldastraße. Sie verfasste ein fiktives Tagebuch eines jüdischen Mädchens und liest daraus vor. Darin der Satz: „Ich bin unnötig und hätte vernichtet werden sollen.“ Auszüge aus dem realen Tagebuch Anne Franks ergänzen die Auseinandersetzung der Gymnasiasten mit dem Thema Nationalsozialismus. Den Begriff des Gedenkens erweitern die Schülerinnen und Schüler des Collegium Josephinum in Bonn um hochaktuelle Gedanken: „Wir dürfen den Holocaust nie vergessen, Erinnern heißt aber auch, sich gegen Rassismus, Extremismus, Terror, Gewalt und Diskriminierung zu stellen.“
Lore Robinson und Rabbiner Yechiel Brukner
Lore Robinson hat den Krieg in Großbritannien überlebt. Die 1924 geborene Jüdin aus Köln wurde durch den Kindertransport des Hilfsvereins der Juden in Deutschland, durch das Engagement von Erich Klibansky, Leiter der Jawne, des jüdischen Gymnasiums in Köln, gerettet. Ihre Geschichte zeichnen Schülerinnen des Schiller-Gymnasiums nach und finden für Lore Robinson, die den Menschen in England unermüdlich von ihrer Vergangenheit erzählte, vier Adjektive: Optimistisch, entschlossen, dankbar und mutig.
Die virtuelle Gedenkstunde endet mit der Bitte von Rabbiner Yechiel Brukner, sich dem gerade wieder etablierenden Antisemitismus mit wachen Sinnen entgegenzustellen und dem Gebet, in dem Stadtdechant Monsignore Robert Kleine daran erinnert, dass Gottes Name „Leben und Frieden für alle Menschen“ bedeutet.
Haben Sie Interesse an weiteren Videos? Dann schauen Sie doch mal rein und abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal: www.youtube.com/kirchekoeln
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2021/01/Bildschirmfoto-2021-01-26-um-10.40.29-e1611654122915.png8831571https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2021-01-27 11:30:002021-02-09 23:05:57„Macht die Augen und Ohren auf, zeigt Zivilcourage und bekennt euch zur Menschlichkeit“
DANKE-Show für Mitarbeitende in Kinder- und Jugendarbeit am 29.01.2021
Das Evangelische Jugendpfarramt (Jupf) bedankt sich bei allen Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen in der Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Jugend in Köln und Umgebung. Dazu das Jupf eine große DANKE-Show vorbereitet.
Live-Show
Die DANKE-Show wird live aus der „Zoom-Arena“ in Ehrenfeld übertragen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich auf ein buntes Programm von 18 bis ca. 21 Uhr freuen. Mit interaktiven Spielen, ein buntes „Goodiebag“ und den ein oder anderen Überraschungsauftritten wird der Abend keineswegs langweilig.
Aktionen für Jugendgruppen und Gemeinden
Für Jugendgruppen und Gemeinden gibt es immer wieder Gemeindeaktionen in verschiedenen Sessions. Es lohnt sich also gemeinsam dabei zu sein! Um teilzunehmen, müssen sich Interessierte bis zum 25. Januar 2021 online anmelden. Die „Goodiebags“ werden ab dem 26. Januar in die Gemeinden gebracht und können dort von den Ehrenamtlichen abgeholt werden. Alternativ bietet das Jupf an, Goodiebags auf dem Postweg zu versenden.
Je mehr, desto besser!
Das Jupf freut sich, wenn so viele wie möglich dabei sind! Alle Informationen zum Ablauf folgen in einer separaten E-Mail unmittelbar im Vorfeld der Veranstaltung.
Weitere Informationen über die Arbeit des Evangelischen Jugendpfarramtes erhalten Sie hier: www.jupf.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2021/01/Bildschirmfoto-2021-01-22-um-14.21.21-e1611321741297.png13922477https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2021-01-23 23:00:002021-02-08 23:06:10Ehrenamtler-Danke-Event – DIE SHOW
Evangelische Kirchengemeinden laden zur Teilnahme an Gottesdiensten an diesem Sonntag, dem 24. Januar, ein. Zwar ist es noch nicht möglich, dass wir uns alle persönlich treffen können, doch können wir uns auf diese Weise zumindest sehen. Kommen Sie doch auf mal auf einen Besuch bei Ihrer Nachbargemeinde oder bei ferneren Kirchengemeinde Ihrer Wahl vorbei! Hier erfahren Sie, welche Evangelische Kirchengemeinden in Köln und Region ihren Sonntagsgottesdienst online feiern:
Der Evangelische Kirchenverband zeigt seit Anfang der Woche, was „evangelisch leben in Köln und Region“ für ihn bedeutet. Für die evangelische Kirche in Köln bedeutet dies: „Horizonte öffnen – ein Leben lang“, „Zuhören – ohne Vorbehalte“ und „Da sein – Nächstenliebe leben“.
Seit Anfang dieser Woche sind drei Plakatmotive auf Litfaßsäulen in der Stadt zu sehen. Die Plakate stellen das Selbstverständnis der evangelischen Kirche in Köln dar und zeigen exemplarische auch drei Arbeitsbereiche, die häufig nicht unmittelbar mit kirchlicher Arbeit in Verbindung gebracht werden.
Haben Sie unsere Plakate schon entdeckt? Wir freuen uns, wenn Sie uns zeigen, wo sie Ihnen begegnet sind. Schicken Sie uns gerne Ihr Foto an pressestelle@kirche-koeln.de oder teilen Sie es bei Facebook, Instagram und Twitter mit uns! #KircheKoeln
„Horizonte öffnen – ein Leben lang“
Melanchthon Akademie
Die Melanchthon-Akademie ist die Stadtakademie des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Zugleich erfüllt sie die Aufgaben eines Erwachsenen-Bildungswerks nach den Richtlinien des Weiterbildungsgesetzes NRW durch ihr umfangreiches Bildungsprogramm. Brückenschläge zur Arbeitswelt, Hilfestellungen für bildungsbenachteiligte Menschen, Genderorientierung, Sprachenbildung, ökumenische Orientierung, das interreligiöse und jüdisch-christliche Gespräch, die christlich-muslimische Begegnung, Medienbildung und gesellschaftspolitische Urteilsbildung – so lauten einige Begriffe der Programmatik der Akademie.
Mit Vortrags- und Seminarräumen, einem Tanz- und einem Multimediaraum und einer Gartenanlage bietet die Akademie in der Kölner Südstadt eine moderne Ausstattung. Die Veranstaltungen sind offen für alle – hier wird nicht nach Religionszugehörigkeit oder Kirchenmitgliedschaft gefragt. Das halbjährliche Programmheft ist kostenlos und kann per E-Mail oder telefonisch angefragt werden.
„Zuhören – ohne Vorbehalte“
Evangelische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Ratsuchende treffen in der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf ausgebildete Fachkräfte, die neben ihrem Grundberuf als diplomierte PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, HeilpädagogInnen, PfarrerInnen und JuristInnen über eine oder mehrere therapeutische Zusatzqualifikationen und langjährige Berufserfahrung verfügen. Die Beratungsstelle ist Trägerin von drei Einrichtungen: in der Kölner Innenstadt, in Frechen und in Bensberg. Sie steht allen Ratsuchenden offen – unabhängig von Nationalität, sexueller Identität und Weltanschauung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht. Alle Beratungen und therapeutischen Angebote sind kostenfrei.
Kinder und Jugendliche haben Fragen und Probleme – und wissen oft nicht, an wen sie sich wenden können. Ehepartner kommen mit Schwierigkeiten und Spannungen in ihrer Partnerbeziehung nicht allein weiter. Sorgerechts-Fragen nach einer Trennung, Probleme in der Kindererziehung, Trauer um einen Verstorbenen, allgemeine Krisensituationen… Es gibt zahlreiche familiäre und persönliche Konflikte. Hier kann die Evangelische Beratungsstelle Hilfestellung leisten.
Eine unerwartete Schwangerschaft kann widersprüchliche Gefühle und Einstellungen wecken, die von der Bejahung bis zur Ablehnung der Schwangerschaft reichen können. Die Kölner Beratungsstelle bietet ergebnisoffene Gespräche an, wenn ein Schwangerschaftsabbruch in Erwägung gezogen wird. Sie unterstützt Ratsuchende bei einer verantwortlichen Entscheidungsfindung und berät in rechtlichen und finanziellen Fragen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft.
„Da sein – Nächstenliebe leben“
Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH
Die Diakonie ist der soziale Dienst der Evangelischen Kirche. Schon das Wort „Diakonie“ zeigt das Selbstverständnis der Einrichtung: Es stellt den Dienst am Nächsten in den Mittelpunkt der Arbeit und macht – wenn nötig – öffentlich auf soziale Missstände aufmerksam.
Kinder in sozialen Brennpunkten, Jugendliche und Familien, Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten, wohnungslose und straffällig gewordene Frauen und Männer, Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung – sie alle und viele andere finden in den verschiedenen Fachdiensten und Einrichtungen des Diakonischen Werks professionelle Hilfe. Das Diakonische Werk bietet als örtlicher Wohlfahrtsverband seine Hilfen in Köln, im Rheinisch-Bergischen Kreis und im Rhein-Erft-Kreis an.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2021/01/Online-Banner.jpg13502400https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2021-01-20 23:00:002021-03-11 17:06:09Kirchliche Arbeit wird sichtbar
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen startet am 18. Januar und wird bis zum 25. Januar gehen. Die Texte für die diesjährige Gebetswoche wurden von der monastischen Kommunität von Grandchamp aus der Schweiz vorbereitet. Das gewählte Thema „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ basiert auf der Bibelstelle aus dem Johannes-Evangelium Kapitel 15, 1-17 und geht zurück auf die Berufung der Gemeinschaft von Grandchamp zu Gebet, Versöhnung und Einheit in der Kirche und der Menschheitsfamilie.
In den vier Kölner Kirchenkreisen nimmt zum Beispiel die Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen mit einem Ökumenischen Gottesdienst am 24.01.2021 um 18:00 Uhr an der Gebetswoche teil. Interessierte können sich unter dem Link: https://andreaskircheschildgen.church-events.de anmelden. Auf Grund der Corona-Pandemie und den Kontaktbeschränkungen haben viele Gemeinde, die sonst Gottesdienste und Veranstaltungen im Rahmen der Gebetswoche angeboten haben, auf Präsenzveranstaltungen verzichtet. Auf der Internetseite der ACK werden acht Meditationen für diese Gebetswoche angeboten.
Das Motto der diesjährigen Gebetswoche geht von den unterschiedlichen Facetten dieses Bibelwortes von Johannes aus: ein Leben im Einklang mit sich selbst, mit der Gemeinschaft, in die jede und jeder Einzelne gestellt ist und mit Gott. In Gottes Liebe zu bleiben heißt demnach zunächst, mit sich selbst versöhnt zu werden. In Christus zu bleiben ist eine innere Haltung, die im Laufe der Zeit wächst. Sie kann vom Kampf um das Lebensnotwendige überholt werden und wird durch die Ablenkungen, den Lärm, die Hektik und die Herausforderungen des Lebens bedroht.
Das Wort von Jesus Christus und seine Liebe befähigen Menschen zur Nächstenliebe: zur Liebe derjenigen, die uns als Christinnen und Christen anvertraut sind, aber auch zur Liebe zu anderen christlichen Traditionen. Durch das Bleiben in Christus wachsen so Früchte der Solidarität und des Zeugnisses. Spiritualität und Solidarität sind untrennbar miteinander verbunden. Wer in Christus bleibt, empfängt die Kraft und die Weisheit, ungerechte und unterdrückende Strukturen zu bekämpfen, einander als Brüder und Schwestern in der einen Menschheitsfamilie zu erkennen und eine neue Lebensweise zu schaffen, die von Respekt und Gemeinschaft mit der ganzen Schöpfung geprägt ist. Einklang mit sich selbst, mit Gott und den Nächsten ist damit der bleibende Auftrag, an den die Texte der Gebetswoche 2021 erinnern.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2021/01/csm_GebWo_Logo_Web_350x250_6e38f8b071-e1610720911736.jpg450800https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2021-01-17 23:00:002021-03-11 17:06:09In meiner Liebe bleiben – Start der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2021
Manchmal dauert es ein wenig länger, als gedacht – das galt auch für die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die von Montag bis in den frühen Freitagabend zum ersten Mal in digitaler Form getagt hat. Höhepunkt war für die 193 Abgeordneten aus dem 37 Kirchenkreisen die Wahl von Dr. Thorsten Latzel zum neuen Präses der Landeskirche. „Ich freue mich, dass wir gestern als Synode eine klare Wahlentscheidung getroffen haben“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger am Freitag. „Wir hatten drei respektable Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt haben.
Dr. Thorsten Latzel, neu gewählter Präses der EKiR
Mit Thorsten Latzel kann nun eine neue Phase in der Entwicklung unserer Kirche beginnen. Er ist nah dran an den Dialogen unserer Zeit, er stellt die richtigen Fragen und hat klare Koordinaten zur Urteilsbildung in evangelischem Geist. Durch seine Tätigkeit im Akademiebetrieb und früher auf EKD-Ebene ist er in der Lage, den Dialog der Theologie mit anderen Disziplinen zu führen, sich gegenüber Politik und Medien sicher zu bewegen und Räume mit dem Kompass des Evangeliums auszuschreiten.“
Weiter sagte Bernhard Seiger zu dem neuen Präses, der am 20. März 2021 in sein Amt eingeführt wird: „Ich finde es spannend, wie er Glaubensfragen und ethischen Fragen theologisch bedenkt, er geht sprachlich verständliche Wege, die den Dialog mit Kirchenfernen erleichtern. Ich glaube gerade in der Pandemie brauchen wir auch ehrliche, sprachlich und theologisch stimmige Formen der Kommunikation. Er setzt auf den Dialog mit der jüngeren Generation. Wir werden als Landeskirche in seiner Amtszeit manche Veränderungen gestalten, da können uns im Rheinland sein Überblick und seine Weite helfen. Ich bin gespannt auf den neuen gemeinsamen Weg und ganz zuversichtlich, dass wir als Kirche mit ihm auch ein gutes Bild in der Öffentlichkeit abgeben.“ Latzel folgt auf Präses Manfred Rekowski, der im März in den Ruhestand gehen wird.
Miriam Haseleu, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes und Assessorin im Kirchenkreis Köln-Mitte
Doch auch viele andere Positionen in der Kirchenleitung und den Ständigen Synodalen Ausschüssen wurden besetzt. Miriam Haseleu, stellvertretende Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreis Köln-Mitte, wird neues nebenamtliches Mitglied in der Kirchenleitung. Als Ziel für ihre Arbeit nannte Haseleu, dass sie an einer Vision von Kirche mitarbeiten wolle, die sich für eine diverse und solidarische Gesellschaft einsetzte.
Die Synode wählte den Kölner Superintendenten Markus Zimmermann mit 165 Stimmen wieder zum Vorsitzenden des Finanzausschusses. „Dies war eine in mehrfacher Hinsicht außergewöhnliche Synode: Sie war rein digital und dabei standen auch noch wichtige Kirchenleitungswahlen auf dem Programm. Ein großes Lob für die, die für einen reibungslosen technischen Ablauf der Synode gesorgt haben!“, sagte Zimmermann am Freitag. „Aber trotz aller digitalen Möglichkeiten fehlten der unmittelbare Austausch zwischendurch, die wichtigen Nebengespräche und die geselligen Abende sehr! Daher hoffe ich sehr, dass die nächste Synode wieder präsentisch tagen kann.“
Zu den vielen Personalentscheidungen sagte der Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord: „Die Wahlen waren spannend. Ich freue mich darüber, dass wir Kölner mit Miriam Haseleu in der neuen Kirchenleitung vertreten sind. Die Präseswahl verlief überraschend klar. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das Ergebnis bereits nach dem ersten Wahlgang feststand. Dr. Thorsten Latzel wird nun lernen müssen, wie die rheinische Kirche tickt und funktioniert. Auf meine Zusammenarbeit als Vorsitzender des landeskirchlichen Finanzausschusses mit dem neuen Präses, dem neuen Finanzdezernenten Henning Boecker sowie der Kirchenleitung bin ich sehr positiv gespannt.“
Superintendent Markus Zimmermann auf der digitalen Landessynode 2021
Mit Blick auf die Zukunft der Kirche erklärte Zimmermann: „Angesichts der vor uns liegenden gesamtkirchlichen Herausforderungen durch den Mitgliederrückgang sowie die finanziellen Folgen der Corona-Epidemie stehen wir vor schwierigen und unbequemen Entscheidungen. Unsere Kirche muss und wird sich verändern. Sie hat aber eine gute Zukunft! Dies wurde vor allem auf der Synode auch daran deutlich, dass die junge Generation in unserer Kirche nicht nur synodale Andachten wunderbar gestalten kann, sondern auch in Gremien und Ämter auf allen Ebenen drängt und aufrückt. Es geht ein notwendiger Ruck durch unsere Kirche! Viel Aufbruch, Bewegung und Dynamik sind zu spüren, und ich hoffe, dass sie zunehmend in die Gemeinden dringt und nach außen strahlt, damit sich junge Menschen wieder von der evangelischen Kirche angesprochen fühlen. Partizipation wird bei uns gelebt. Bei uns gibt es keine erstarrten Hierarchien, sondern jeder und jede kann mitmachen und Verantwortung übernehmen. Insgesamt also eine spannende und in die Zukunft weisende Synode!“
Darüber hinaus wählte die Synode mehrere Vertreterinnen und Vertreter aus den vier Kölner Kirchenkreise in die Ständigen Synodalausschüsse. Superintendentin Andrea Vogel wird weiter im Ausschuss für Kirchenordnung und Rechtsfragen mitarbeiten. „Mich hat auf dieser Synode, die das erste Mal als digitale Synode tagte, beeindruckt, wie auch dort das Miteinander Ringen gute Lösungen generierte“, sagte Vogel mit Blick auf die Tagung des obersten Leitungsgremiums der Landeskirche. „Es gab auch auf dem digitalen Weg der Synode lebhafte, diskussionsfreudige Abgeordnete. Manche Themen kommen oft und schnell wieder auf die Tagesordnung: Nach der Presbyteriumswahl ist vor der Presbyteriumswahl.“
„Manchmal denkt man auch, warum wir uns schon wieder mit dem Thema Presbyteriumswahlen befassen; wir haben doch gerade erst im letzten Jahr die Presbyter/innen gewählt“, sagte Vogel weiter. „Es war die Frage aufgeworfen worden, wie kann und sollte man die Presbyteriumswahlen 2024 gestalten. Ein Vorschlag zielt darauf hin, die Wahlen 2024 online zu ermöglichen. Hierzu gab es generationenübergreifend ein positives Votum.“ Aber auch die Arbeit in den Ausschüssen würdigte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch: „Viele mögliche Entscheidungen werden in Tagungsausschüssen vorbereitet und anschließend in der Synode nochmals diskutiert und entschieden. Es erfreut, wenn die Vorarbeit in den Ausschüssen Früchte trägt durch eine Entscheidung im Plenum.“
Die Sitzungsleitung der Landessynode 2021
Superintendentin Susanne Beuth wird in den nächsten Jahren im Ausschuss für öffentliche Verantwortung mitarbeiten. Bereits auf der Synode war sie an den Beschlussvorlagen des Gremiums beteiligt. „Leider konnte man in den Plenumssitzungen nur ansatzweise mitbekommen, dass die Synode zwei Tage in den Ausschüssen intensiv auch inhaltlich an theologischen und gesellschaftlichen Fragen gearbeitet hat. Die Texte wurden im Plenum deshalb nur noch wenig diskutiert und rasch und oft einstimmig beschlossen. Da kann man von außen sicherlich den Eindruck bekommen, Synode sei ein sehr trockenes Geschäft“, sagte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte mit Blick auf die Synode. „Aber es wurden wichtige Weichen gestellt, worüber wir mit Lust und Energie weiter nachdenken und wie wir weiter handeln wollen. Dass in der „Weite des Rheinlandes“ Engagement in der Flüchtlingspolitik, für konkreten Klimaschutz, für Partizipation und innovatives theologisches Denken konsensfähig sind, zeigt doch, dass wir eine zukunftsfähige Kirche sind. Dazu passt auch, dass die Kirchenleitung mit zwei nebenamtlichen Mitgliedern unter 30 deutlich jünger geworden ist. Und ich freue mich, dass mit Miriam Haseleu wieder eine Kölnerin in der Kirchenleitung vertreten ist.“
So verabschiedete die Synode Beschlüsse zu der Lage von Geflüchteten aus bosnischen und griechischen Lagern und forderte Hilfe für Schutzsuchende an EU-Außengrenzen und, dass diese sofort aufzunehmen seien. Weiter beschloss die Landessynode, Kirche auf dem Weg des gerechten Friedens zu sein und so ihrem biblischen Auftrag nachzukommen, für Gerechtigkeit einzutreten und Frieden zu stiften. Dieser friedensethische Beschluss ist das Ergebnis eines breit angelegten Diskussionsprozesses, ausgehend vom Friedenswort der Landessynode 2018. Außerdem wurde das Impulspapier „Partizipativ(e) Kirche werden“ verabschiedet. Darin sind Perspektiven der kirchlichen Zukunft skizziert. Ein zentraler Punkt ist dabei die Stärkung der partizipativen Prozesse in der rheinischen Kirche.
Die Synode legte weiter fest, dass die Evangelische Kirche im Rheinland sich vom Selbstverständnis als Volkskirche verabschieden und neu definieren soll. Das ist vor dem Hintergrund der in der Freiburger Studie 2019 prognostizierten Halbierung der Zahl der Kirchenmitglieder in den nächsten 40 Jahren ein zentrales Anliegen des Impulspapiers „Lobbyistin der GOTT-Offenheit“ des Ständigen Theologischen Ausschusses. Die rheinische Kirche nimmt sich auch beim Klimaschutz stärker selbst in die Pflicht. Die Landessynode beauftragte die Kirchenleitung, eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die ein einheitliches Energiecontrolling und die Erstellung von Gebäude-Energieberichten mit bestimmten Mindesterfordernissen auf allen kirchlichen Ebenen gewährleistet.
Superintendent Bernhard Seiger stellte die Aufarbeitung der Software-Umstellung Wilken auf der Synode vor. Bei der Wahl künftiger Software sollen in der rheinischen Kirche auf allen Ebenen möglichst gemeinsame Standardlösungen zum Einsatz kommen, die sich in vergleichbaren Projekten bewährt haben. Das ist eine der Konsequenzen, die die Landessynode aus der Verteuerung und den Schwierigkeiten bei der Einführung der Finanzbuchhaltungssoftware in den zurückliegenden Jahren zieht. Am Freitagnachmittag beschloss das Leitungsgremium eine entsprechende Bitte in Richtung Kirchenleitung mit großer Mehrheit. Unerlässlich, so der Beschluss, seien genaue Zeitplanung, plausible Einführungsschritte und ausreichende Schulungszeiträume. Zudem hat die Landessynode beschlossen, dass künftig bei landeskirchenweiten Projekten und Software-Lösungen die Reihenfolge der Vorgaben für das Verwaltungshandeln geklärt werden muss. Die vorgeschlagenen Änderungen der Dienstordnung für das Landeskirchenamt sollen für agilere Arbeitsabläufe im Landeskirchenamt sorgen. Durch die Verschlankung der Dienstordnung und die Verringerung verbindlich vorgeschriebener Arbeitsabläufe sollen die anfallenden Aufgaben mit größerer Flexibilität erledigt werden können.
Weiter hat die Landessynode in den Jahren 2019 und 2020 nach intensiver Besoldungsdiskussion die Einführung der Bundesbesoldung und die Durchstufung von Pfarrerinnen und Pfarrern beschlossen. Ebenfalls wurde die gesetzesvertretende Verordnung zum Verfahrensgesetz beschlossen. Sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten gesetzesvertretenden Verordnung zur Änderung des Verfahrensgesetzes wurden damit für die Leitungsgremien in der Evangelischen Kirche im Rheinland Möglichkeiten geschaffen, auch während der Ausbreitung des Coronavirus sowie der damit verbundenen staatlichen Einschränkungen der Versammlungsfreiheit die Arbeits- und Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. In Ausnahmefällen, in denen die Umstände eine Präsenzsitzung erheblich erschweren, wird zugunsten der Kreissynoden sowie der Landessynode eine Beschlussfassung im Wege des Umlaufverfahrens sowie die Abhaltung von Tagungen als Videokonferenz bzw. Hybridsitzung ermöglicht. Zudem wurde für alle Leitungsgremien für diese Ausnahmefälle die Möglichkeit geschaffen, erforderliche Wahlen als Brief- oder Onlinewahl durchzuführen.
Die Umlage für gemeinsame Aufgaben in der Evangelischen Kirche im Rheinland beträgt nach Festsetzung durch die Landessynode 2021 rund 60,32 Millionen. Das sind, wie jetzt im Finanzausgleichsgesetz geregelt, 21 Prozent des Netto-Kirchensteuer-Aufkommens. Der Pauschalbetrag zur Deckung der Pfarrbesoldungskosten für jede besetzte Pfarrstelle beträgt 127.730 Euro. Die Ausgleichsumlage zur Finanzierung des Finanzausgleichs innerhalb der Landeskirche wird insgesamt auf 84,09 Prozent festgesetzt. Die Landessynode der EKiR beschloss auch den Haushalt 2021 mit einem Gesamtvolumen von rund 532 Millionen Euro. Den Aufwendungen stehen Erträge von 524,5 Millionen Euro gegenüber. Die fehlenden Erträge in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro werden freien Rücklagen entnommen. Die Landessynode stellt den Jahresabschluss 2019 mit einem Jahresergebnis von rund 11,63 Millionen Euro fest. Die Bilanzsumme beträgt 1,774 Milliarden Euro. Es gibt einen Bilanzgewinn in Höhe von rund 9,8 Millionen Euro, der in die freie Rücklage eingestellt wird. Die Prüfung des Jahresabschlusses durch das Rechnungsprüfungsamt der Rechnungsprüfungsstelle Düsseldorf ist noch nicht abgeschlossen. Die Landessynode kann daher die formale Entlastung noch nicht erteilen.
Präses Manfred Rekowski auf der Landessynode 2021
Die 74. Landessynode der EKiR war auch die letzte Tagung dieser Art für Manfred Rekowski. So stand am Synoden-Ende auch der Dank für seinen Dienst als Präses in der Kirche. Am 20. März 2021 scheidet der Wuppertaler aus dem Präses-Amt und tritt in den Ruhestand. Mehr als drei Jahrzehnte habe Rekowski der Landessynode angehört, erinnerte Vizepräses Christoph Pistorius zum Abschied: Als Abgeordneter, als Superintendent des Kirchenkreises Barmen und des fusionierten Kirchenkreises Wuppertal, aber auch als nebenamtliches und später hauptamtliches Kirchenleitungsmitglied, als Leiter der Personalabteilung – und seit 2013 schließlich als Präses. Die Landessynode habe in Rekowski „einen engagierten und leidenschaftlichen Theologen erlebt, für den die Relevanz von Theologie ein Lebensthema ist“, betonte Pistorius. Diakonisches, anwaltschaftliches Engagement habe Rekowskis Wirken geprägt, „insbesondere für Geflüchtete, aber auch in der Wahrnehmung von Verantwortung für die Schöpfung und Frieden sowie ein friedliches Miteinander der Religionen“.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2021/01/ekir_ls2021_05-scaled-e1610729629387.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2021-01-15 17:45:002021-03-11 17:06:09Sitzungsmarathon in digitaler Form – Die Landessynode der EKiR 2021
Thorsten Latzel wird nächster Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Landessynode hat den 50-jährigen Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt an die Spitze der Evangelischen Kirche im Rheinland gewählt. Er tritt die Nachfolge von Pfarrer Manfred Rekowski an, der im März nach achtjähriger Amtszeit in den Ruhestand geht.
Der promovierte Theologe setzte sich im ersten Wahlgang mit 113 Stimmen gegen seine Mitbewerberin und seinen Mitbewerber durch. Almut van Niekerk, Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, erhielt 57 Stimmen. Auf Professor Dr. Reiner Knieling, Leiter des Gemeindekollegs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Neudietendorf, entfielen 17 Stimmen. Der neue Präses wird am 20. März in sein Amt eingeführt.
Miriam Haseleu ist Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes und Assessorin im Kirchenkreis Köln-Mitte
Mit 104 Stimmen wählte die Synode Pfarrerin Miriam Haseleu zum neuen nebenamtlichen Mitglied der Kirchenleitung. Die stellvertretende Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte ist seit 2015 Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Themenbereiche Migration und Transkultur, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien sowie Zukunfts- und Strukturprozesse.
„Ich bin gerne bereit in der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland an einer Vision von Kirche mitzuarbeiten, die sich für eine diverse und solidarische Gesellschaft einsetzt“, schreibt Haseleu in ihrer Vorstellung, die an die Synodalen geschickt wurden. „Eine Kirche, die genug Profil und Professionalität hat, um regional mit Schwerpunkten wirksam zu bleiben und die zugleich so gut interdisziplinär vernetzt ist, dass sie eine gesellschaftliche Säule bleiben und die Stimme für Entrechtete und für Nachhaltigkeit sein kann.“ Pfarrer Markus Herzberg, der ebenfalls für die Position in der Kirchenleitung kandidierte, erhielt 67 Stimmen.
Weiter wählte die Landessynode unter anderem die folgenden Personen als hauptamtliche Mitglieder in die Kirchenleitung: Oberkirchenrätin Henrike Tetz für die Abteilung Erziehung und Bildung und Henning Boecker für die Abteilung Finanzen und Diakonie. Weitere neue nebenamtliche Mitglieder sind Lukas Schrumpf aus Solingen, Ricarda Gerhardt aus Schauren, Helga Siemens-Weibring aus Essen und Lisa Marie Appel aus Bonn.
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