Dank für die Schöpfung: Ökumenisches Morgengebet zur Kreistierschau

Jagdhornklänge, ein ökumenisches Morgengebet und Landwirtschaft zum Anschauen, Anfassen und ins Gespräch kommen: Auf dem Hebborner Hof dreht sich an einem Tag alles um Tiere, Landwirtschaft und die Schöpfung. Alle vier Jahre findet, im Wechsel mit dem Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Mettmann, die Kreistierschau im Rheinisch-Bergischen statt. In diesem Jahr kamen mehr als 2000 große und kleine Besuchende auf das Gelände des Hebborner Hofs, um einen Eindruck der regionalen Landwirtschaft zu erhalten, um mit Imkern, Züchterinnen und Züchtern, Landwirtinnen und Landwirten und Vertreterinnen und Vertretern der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ins Gespräch zu kommen.

Der großen Veranstaltung voraus ging ein Ökumenisches Morgengebet in der Reithalle, musikalisch umrahmt durch das Jagdhornbläserkorps des Hegerings Bergisch Gladbach, das Auszüge der „La Grande Messe de St. Hubert“ spielte. Gestaltet wurde die Andacht durch Superintendent Thorsten Krall vom Evangelischen Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch und Kreisdechant Norbert Hörter. Zu den Teilnehmenden am Morgengebet gehörten Innenminister Herbert Reul, die Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach, der Landtagsabgeordnete Martin Lucke, Landrat und Schirmherr Arne von Boetticher sowie Peter Lautz, Gastgeber und Vorsitzender der Kreisbauernschaft, der anschließend weitere Gäste aus Politik, Verwaltung und Landwirtschaft begrüßte.

Bewusst dankbar sein

„Kein Beruf ist so eng mit der Schöpfung verbunden wie der des Landwirts. Ernährungssicherheit beginnt in Ställen, Gewächshäusern und auf Feldern. Die Zusammenarbeit der Landwirte mit den Verantwortlichen vor Ort steht auf einem guten Fundament“, betonte Peter Lautz, passend zu der mit regionalem Obst, Gemüse und üppig blühenden Sonnenblumen geschmückten Bühne und nahm damit die Gedanken aus der Predigt Thorsten Kralls auf. Der Superintendent hatte im Zuge des Morgengebets zuvor daran erinnert, dass die Schöpfung ein Geschenk Gottes ist, das er den Menschen anvertraut hat. „Es ist unsere Aufgabe, diese Schöpfung zu erhalten und uns daran zu erinnern, für diese Fülle dankbar zu sein“, betonte der Pfarrer.

In der Lesung aus dem 2. Buch Mose ging es um das Bild eines Landes, in dem Milch und Honig fließen. „Wenn man sich Israel und auch andere Länder so anschaut, fließen doch eher bei uns Milch und Honig. Doch fühlt sich das gerade auch tatsächlich so an?“, fragte Thorsten Krall die Besucherinnen und Besucher. Diese Frage habe ihn schon bei der Morgenandacht auf der Kreistierschau vor vier Jahren beschäftigt und tue es immer noch. „Wir hätten durchaus gute Gründe zur Freude, wirklich große Möglichkeiten, und Zukunftsperspektiven doch vielen Menschen fällt es aktuell schwer, diese zu benennen.“

Vielleicht, so gab der Superintendent zu bedenken, wäre es an der Zeit, bewusst dankbar zu sein. Denn darin liege die Kraft, anders auf die Dinge zu schauen. Und dann erzählte er von seinem Besuch in der Nelson-Mandela-Hauptschule in Köln-Buchheim, wo er mit der Schülerschaft einen Apfelbaum gepflanzt hat – in Kooperation mit der Stadt Köln und einem Gärtner, der unterstützt. „Das war ein wunderbarer Grund zur Freude. Solche Erlebnisse wirken in Herz und Seele hinein.“ Dieser Reichtum, den Gott schenke, sei gerade auf der Kreistierschau deutlich spürbar, schloss der Pfarrer seine Predigt, bevor mit den Fürbitten und einem gemeinsamen Segen von Kreisdechant und Superintendent die Andacht zu Ende ging.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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