„Du entscheidest über 1000 Euro“: Jugendpartizipationstag der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim

„Ermutigend und harmonisch“ – so beschreibt Pfarrer Dr. Gerhard Wenzel den Jugendpartizipationstag der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim „Du entscheidest über 1000 Euro“. Die zahlenmäßige Resonanz auf den Jugendpartizipationstag war zwar eher schwach. Es haben fünf Jugendliche und eine Familie teilgenommen. „Für die Beteiligten war es dennoch eine schöne, gelungene Sache. Sie hatten Spaß, haben viel gelacht und haben sich der Aufgabe, eigene Projektideen zur Verwendung der 1000  Euro zu entwickeln, gerne gestellt“, sagte Dr. Gerhard Wenzel. Er ist sich sicher, dass die Jugendlichen in Zukunft Freunde mitbringen werden und die Zahl sich erhöhen wird. Eine Jugendliche brachte es so auf den Punkt: „Mit wenigen ist es dafür nicht so anonym und man kommt viel besser ins Gespräch.“

Jugendliche fühlten sich ernst genommen

Der Jugendpartizipationstag hat Mitte August draußen stattgefunden, bei bestem Wetter – und neben der kreativen Ideenfindung wurde auch gegrillt. Ein Jugendlicher sagte: „Ich habe mich gewundert, einen Brief von der Gemeinde zu erhalten. Aber die Idee, gemeinsam ein Projekt zu überlegen, wo man 1000 Euro für die Jugendlichen ausgeben kann, fand ich klasse, weil das die Gemeinschaft fördert.“ Die Jugendlichen fühlten sich ernst genommen, was sie selbst, ihre Wünsche, ihre Lebenswelt, Ideen und Entscheidungskompetenzen betrifft. Pfarrer Dr. Gerhard Wenzel, Tanja Fröhlig, die Vorsitzende des Jugendausschusses, und Jörn Ruchmann vom Referat für Jugend, Männer und Frauen des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch hatten die Jugendlichen empfangen und beim etwa vierstündigen Jugendpartizipationstag bei ihren Überlegungen begleitet und unterstützt.

Drei Projekte in der engeren Auswahl

Jörn Ruchmann, der der Ideengeber für die Durchführung des Jugendpartizipationstags in der Gemeinde war, führte durch das Programm mit mehreren Gedankenimpulsen. Drei Projekte waren am Ende in der engeren Auswahl: Ein Hundeservice in der Gemeinde, wo Jugendliche mit Hunden älterer Menschen, die nicht mehr so mobil sind, Gassi gehen, und auch mit einem Hund ältere Menschen besuchen, die gerne Hunde mögen, aber keinen haben. „Dieses Projekt bleibt erst einmal im Hinterkopf, denn es braucht es noch genaueres Bedenken möglicher Umsetzung“, sagte Dr. Gerhard Wenzel. Die zweite Projektidee ist eine mehrtägige Jugendfreizeit in den Osterferien. Hintergrund: In der Gemeinde haben die Ex-Konfirmanden im Herbst letzten Jahres trotz Corona eine einwöchige Jugendbildungsfahrt nach Brüssel erlebt, die bei ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Von solchen Fahrten wünschen sie sich mehr – auch über die Konfirmandenzeit hinaus. Das Projekt wird nun in drei unterschiedlichen Varianten erarbeitet und den Jugendlichen im November dann zur Beratung und Abstimmung vorgelegt. Ähnliches gilt für die dritte Projektidee: eine gemeinsame Teilnahme von Jugendlichen im Januar bei einem Fußball-Bundesligaspiel in München.

Fantasievolle Ansätze bei Projekten für Jugendliche

„Bei allen Projektideen dominiert der Gedanke des gemeinschaftlichen Erlebens und Erleben von Gemeinschaft. Wir brauchen einfach fantasievolle Ansätze“, erklärte Dr. Gerhard Wenzel. „Wir möchten auf verschiedenen Ebenen die Kinder- und Jugendarbeit anschieben. Wir wünschen uns mehr Jugendpartizipation und möchten die Jugendlichen langsam dorthin führen. Gerade in der Coronazeit – und beispielsweise auch ganz extrem bei der Brüsselfahrt – gab es lauter bürokratische Hürden für Veranstaltungen. Wir haben uns überall durchgebissen und auch ganz kreative Dinge umgesetzt.“ Dadurch haben die Jugendlichen deutlich gespürt, dass sich jemand für sie einsetzt. „Wenn ich jetzt sage, wir machen ein Jugend-Bibelprojekt, weil das für mich als Pfarrer ja auch naheliegt, ist das primär vielleicht nicht unbedingt der Fokus der Jugendlichen. Wichtig für sie ist das Gemeinschaftserleben – und darauf wollten wir aufbauen.“ So konnte er beispielsweise auch direkt Interesse für das Modellbauprojekt in seiner Gemeinde bei den Jugendlichen wecken.

Er kann sich gut vorstellen, das Projekt „Du entscheidest über 1000 Euro“ jährlich umzusetzen. Das Geld aus dem Jugendetat wird verwendet.

Text: Frauke Komander
Foto(s): Jörn Ruchmann

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