Ja-Wort auf dem Rhein: Wie die Fähre „Krokodil“ in Porz-Zündorf zur Kirche wurde

Pfarrerin i.R. Ingrid Kibilka führte mit Fabienne und Niklas ein kurzes Gespräch im Schatten, bevor es auch für die beiden zum Segen auf die Krokodil-Fähre ging. Foto: Mielke

Daten, die man sich leicht merken kann, sind als Hochzeitstermine sehr beliebt. Deshalb war der 26.06.2026 auch ein gutes Datum für die Aktion „Einfach heiraten“ der Evangelischen Kirche. An rund 350 Orten bundesweit konnten sich Paare Ende Juni unkompliziert kirchlich trauen oder segnen lassen. Einer davon war – dank der Unterstützung durch die KS Personenschifffahrt GmbH – die Anlegestelle der Personenfähre „Krokodil“ in Porz-Zündorf. Paare, die bereits standesamtlich verheiratet waren, konnten sich von 18 bis 22 Uhr auf einer kurzen Fahrt über den Rhein ganz spontan und unkompliziert trauen lassen. Paare, die (noch) nicht standesamtlich getraut waren, konnten die Gelegenheit nutzen, um ihre Beziehung in einem ganz besonderen Setting unter Gottes Segen zu stellen.

Eine Idee, die überzeugt – und ins Wasser führt

Um an der Aktion teilzunehmen, konnten sich die Gemeinden im Vorfeld anmelden. Pfarrer Peter Grafe überzeugte die Idee, und er beschloss: „Das möchte ich jetzt einfach mal selber erleben, indem ich es tue!“ Das Bild der Ehe als „Hafen“ gefällt dem Seelsorger gut. „Schließlich sind die Boote nicht zum Anlegen gemacht, sondern zum Loslegen“, meinte er. Außerdem passe diese spontane Aktion weniger in eine Kirche. Im Nachhinein lässt sich hinzufügen: Sicher war es bei mehr als 38 Grad auch keine schlechte Idee, einen Ort am Wasser zu wählen. Einige Paare wurden tatsächlich zufällig durch eines der kleinen Plakate rund um die Anlegestelle auf die Aktion aufmerksam und beschlossen spontan, sich segnen zu lassen.

Tanzen, Strahlen, Segen – Susanne und Robert auf der „Krokodil“

Susanne und Robert gingen mit einem Strahlen im Gesicht von der „Krokodil“ – gesegnet für ihren weiteren gemeinsamen Weg. Foto: P. Mielke

Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn waren Susanne und Robert vor Ort. Das ältere, gemischtkonfessionelle Paar hat über die gemeinsame Liebe zum Tanzen zueinander gefunden. Nach der Begrüßung durch das Seelsorger-Team und Aufnahme der Personalien – um später eine Urkunde ausstellen zu können – durften sich die beiden einen Bibelspruch auswählen, und nach einem kurzen persönlichen Gespräch ging es gemeinsam mit Prädikant Reinhard Voppel mit der extra für diesen Anlass dekorierten Fähre „Krokodil“ über den Rhein. Dass nebenan im Wasser einige Kinder und Jugendliche Abkühlung suchten, machte die kleine Zeremonie, während der sich die beiden tatsächlich wie Frischverliebte ansahen, nicht weniger feierlich, sondern hatte einen ganz eigenen sommerlichen Charme – in der Abendsonne glitzerndes Rheinwasser inklusive. Zurück an Land gab es nicht nur etwas zu trinken, sondern auch eine liebevoll gestaltete Tüte mit kleinen Aufmerksamkeiten als Erinnerung an den besonderen Moment. Susanne und Robert jedenfalls gingen mit einem Strahlen im Gesicht ihrer Wege – gesegnet für ihren weiteren gemeinsamen Weg.

Spontan und unverheiratet – Fabienne und Niklas wagen den Schritt

Auch das junge, noch unverheiratete Paar Fabienne und Niklas nutzte spontan die Gelegenheit, seine Beziehung segnen zu lassen. Die beiden wurden von Pfarrerin i.R. Ingrid Kibilka in Empfang genommen. Auch für sie ging es nach einem Kennenlerngespräch mit der Seelsorgerin auf die Personenfähre „Krokodil“ – die in ihrer mehr als 35-jährigen Dienstzeit wohl noch nie so viele glückliche Paare an einem Abend befördert hat.

Text: Priska Mielke
Foto(s): p

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