Lange Nacht der Kirchen: Musik, Begegnung und besondere Atmosphäre

Pfarrer Tim Lahr und Drag Queen Biggi Musch.
Pfarrer Tim Lahr und Drag Queen Biggi Musch.

Bei frühlingshaftem Wetter zog es am Freitagabend viele Menschen in die Kölner Innenstadt zur „Langen Nacht der Kirchen“. Mehr als 30 Kirchen öffneten zwischen 19 und 23 Uhr ihre Türen und luden zu einem abwechslungsreichen Programm ein: Konzerte, kurze Andachten, spirituelle Impulse, Gespräche und stille Momente boten zahlreiche Möglichkeiten, Kirchenräume neu zu entdecken.

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, von Kirche zu Kirche zu gehen und die besondere Atmosphäre des Abends zu erleben. Musik erfüllte die Kirchenräume, an anderen Orten wurde gebetet, gelesen oder einfach innegehalten. So entstanden viele Begegnungen – zwischen Gästen, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.

Selbst der Streik im Kölner Nahverkehr konnte die Lange Nacht der Kirchen nicht ausbremsen: Trotz der Einschränkungen fanden zahlreiche Menschen den Weg in die geöffneten Kirchen und machten den Abend zu einem lebendigen ökumenischen Zeichen in der Stadt.

Orgelimprovisationen von Wolf-Rüdiger Spieler.  
Orgelimprovisationen von Wolf-Rüdiger Spieler.

Auch St. Johannes an der Tempelstraße in Deutz war beteiligt an der „Langen Nacht der Kirchen“, zu der die Gotteshäuser der Innenstadt eingeladen hatten. In St. Johannes allerdings war alles anders. Die Kirche ist firmiert als queere Kirche Köln. Und deshalb gestaltete an diesem Abend nicht Pfarrer Tim Lahr das Programm, sondern Drag Queen Biggi Musch. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen hörte sie sich das neue Album von Harry Styles an, das just an diesem Freitag erschienen war. Biggi Musch gab launige Kommentare zu den Songs, die  Zuhörer und Zuhörerinnen waren aufgefordert, Kommentare abzugeben. „Musik, queere Ästhetik und Spiritualität treffen aufeinander und schaffen Raum für Austausch und Inspiration“, sagte Tim Lahr. Um ein Glas Sekt zu gewinnen, konkurrierten Paare beim Posieren auf einem Laufsteg.  Informieren konnte man sich an Stationen über queere Spiritualität, Sprache und Identität.

In der Trinitatiskirche ging es meditativer zu. Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, rezitierte jeweils zur vollen und halben Stunde Gedichte von Yehuda Amichai, eines der meistgelesenen und bedeutendsten modernen israelischen Poeten in Köln. Die Lyrik, die Bock vortrug, verband sich mit den Orgelimprovisationen von Wolf-Rüdiger Spieler.

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Text: APK/Stefan Rahmann
Foto(s): APK/Stefan Rahmann

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