Brücken bauen und Neues wagen: Tim Herzog ist neuer Pfarrer in Bergisch Gladbach
Das Zusammenwachsen der drei Bezirke der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach liegt Pfarrer Tim Herzog sehr am Herzen. Ebenso wichtig ist es ihm, auf die Ideen der Menschen zu hören und Konzepte für junge Familien zu erarbeiten. Auch die fröhlichen Kita-Gottesdienste, die schon während seiner Probezeit für Begeisterung bei den Kindern sorgten, liegen ihm am Herzen.

Der 35-Jährige wurde im Zuge eines Festgottesdienstes im Bezirk 1 der Evangelischen Kirchengemeinde, zu dem die Gnadenkirche und die Kirche zum Frieden Gottes gehören, von Superintendentin Kerstin Herrenbrück aus dem Probedienst in die Pfarrstelle berufen. Tim Herzog war in den vergangenen zwei Jahren im Probedienst in der Gnadenkirche und in der Kirche zum Frieden Gottes tätig. Das Presbyterium wählte ihn einstimmig zum Pfarrer auf die Pfarrstelle Stadtmitte/Heidkamp.
Vom Glaubenswechsel zum Pfarramt
Geboren wurde der Pfarrer in Leverkusen, aufgewachsen ist er in Köln. Mit 14 Jahren konvertierte er vom katholischen zum evangelischen Glauben und engagierte sich in der Kirchengemeinde Flittard/Stammheim in der Jugendarbeit. 2010 machte er Abitur und studierte anschließend zunächst Theologie und Philosophie auf Lehramt. Nach dem Bachelor war schnell klar, dass er mit diesem Weg noch nicht vollständig glücklich war. „Ich habe dann Theologie in Wuppertal an der Kirchlichen Hochschule und an der Ruhr-Universität studiert, um Pfarrer zu werden“, blickt er zurück. Sein Vikariat absolvierte Tim Herzog in Moers-Hochstraß am Niederrhein. Dort wurde er im Oktober 2024 ordiniert.
Drei Bezirke, ein gemeinsamer Weg
Im November 2024 zog es ihn für seinen Probedienst zurück in Richtung Heimat. Er wechselte nach Bergisch Gladbach und setzte einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf das Brückenbauen zwischen den Bezirken und innerhalb der Region. „Das wird mir auch zukünftig wichtig sein, denn wir als Kirche müssen mit immer weniger Ressourcen auch weiterhin effektiv für die Menschen da sein. Da ist es doch gut, wenn wir im Hinblick auf diese Herausforderung unsere Kräfte und Ideen zusammenbringen“, beschreibt er seine Ziele.

Mit Gottes Segen und Café-Gutscheinen in den neuen Abschnitt
Im Festgottesdienst sagte Carsten Bierei, Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche in Hand, in der gut besetzten Gnadenkirche: „Wir haben einen neuen Pfarrer!“ Darauf gab es erst einmal begeisterten Applaus. „Die Erleichterung ist groß, dass Tim Herzog nun hier als Pfarrer tätig sein wird“, betonte Carsten Bierei. Auch er ist überzeugt, dass in der Evangelischen Kirche im Rheinland alle Gemeinden vor Umstrukturierungen stehen. Sie seien auf die Zusammenarbeit mit anderen Kirchengemeinden angewiesen, weil die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer zurückgehe. Zudem stünden strukturelle Neuausrichtungen durch Fusionen oder Kooperationen an.
Superintendentin Kerstin Herrenbrück zitierte bei der Einführung die Jahreslosung für 2026 aus der Offenbarung des Johannes: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Menschen dürften Mut haben, betonte die Pfarrerin, denn die Zukunft stehe weit offen. „Gott hat einen Plan von Leben, Liebe und Frieden. Davon ist etwas in uns allen. Wir schaffen Neues, haben Ideen und Visionen“, betonte die Superintendentin. Auch wenn das Leben dazwischenkomme und Zweifel zu stark würden, sei klar: „Haben wir Gott im Herzen, sind wir dennoch von Segen umgeben. Und wir sind dabei nicht allein. Je bunter unser Miteinander ist, desto robuster ist es auch.“
Bevor sie Tim Herzog segnete, wünschte sie ihm, er solle mit dem Herzen sehen und seinen Kaffee genießen. Das war ein augenzwinkernder Verweis auf Herzogs Vorliebe, gemütliche Stunden in Cafés zu verbringen. Der Pfarrer selbst musste lachen, als er das hörte: Zu seiner Einführung hatte er einen kleinen Stapel Café-Gutscheine bekommen. „Offensichtlich kennt man mich hier“, gab er lächelnd zu. Auch das Geschenk der Kita-Kinder, die für ihn sangen, habe ihn sehr berührt, gab er zu.
Auch in seiner Predigt ging es darum, Neues zu schaffen. „Neu sein und doch schon dazugehören – das passt gut zusammen. Trotzdem verbinden sich bei Neuanfängen immer auch Hoffnung und Furcht.“ Eine so große Gemeinde sei herausfordernd, berge aber auch unzählige Schätze. Das Vertrauen zueinander sei in den vergangenen Jahren gewachsen und werde nun gehegt und gepflegt, um gemeinsam Neues auf den Weg zu bringen.
Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl
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