Publikumspreis und Stummfilm: Beim 4. internationalen Orgelwettbewerb in der Trinitatiskirche gibt es einige Neuerungen

Schon der Volksmund weiß bekanntlich, dass alles, was in Köln dreimal stattgefunden hat, „Tradition“ ist. So gesehen ist der Kölner Wettbewerb für Orgelimprovisation, der in diesem Jahr zum vierten Mal durchgeführt wird, „gute Tradition“.  Er findet vom Dienstag, 26. September, bis Donnerstag, 28. September, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, statt. Veranstaltet wird er vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, der damit seit langem in deutliches Zeichen für die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler und zugleich der konzertanten und liturgischen Orgelmusik setzen will.

Bereits in den letzten Jahren hat der Wettbewerb viele junge Organistinnen und Organisten aus dem In- und Ausland geführt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen kamen nicht nur aus zahlreichen europäischen Ländern, sondern auch aus Übersee. Diese Nachfrage wurde auch dadurch beflügelt, dass es weltweit nur wenige Wettbewerbe für Orgelimprovisation gibt. Üblicherweise werden Wettbewerbe mit komponierter Musik ausgelobt. Damit füllt der Wettbewerb in der Kölner Trinitatiskirche eine Nische und verbindet sich gut mit der Altenberger Orgelakademie, in der seit rund drei Jahrzehnten die Kunst der Orgelimprovisation gelehrt wird. Das Rheinland ist mit der Altenberger Akademie und dem Kölner Wettbewerb damit ein echter Hotspot für die Kunst des spontanen Orgelspiels geworden.

Der Wettbewerb findet an drei Tagen in drei Runden statt. Aus den eingegangenen Anmeldungen hat die Jury in einem aufwändigen Verfahren elf Kandidatinnen und Kandidaten – neun Männer und zwei Frauen – ausgewählt und zur Teilnahme eingeladen. Am ersten Tag spielen alle elf, am zweiten noch fünf bis sechs und im Finale drei. In der Jury wieder mit dabei sind Melanie Jäger-Waldau aus Überlingen, Otto Maria Krämer aus Straelen, Professor Thierry Mechler aus dem Elsass und Wolf-Rüdiger Spieler, der als Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche den Wettbewerb auch leiten wird.

Eine der Aufgaben des Finales wird die Vertonung eines kurzen Stummfilms sein

In diesem Jahr wird es beim Wettbewerb in der Trinitatiskirche auch einige Neuerungen geben. Erstmals wurde Professorin Mareile Krumbholz in die Jury berufen. Die Kölner Orgelprofessorin übernimmt damit den Platz Ihres Vorgängers Professor Johannes Geffert, der altersbedingt und auf eigenen Wunsch im letzten Jahr ausgeschieden war.

Auch das Wettbewerbsprogramm wurde weiterentwickelt: Eine der Aufgaben des Finales wird die Vertonung eines kurzen Stummfilms sein. Diese vor Jahrzehnten allerorten übliche Tradition, Stummfilme auf Kinoorgeln zu vertonen, soll in diesem Jahr das Finale zu einem neuen Erlebnis machen. Möglich wird dies durch den mobilen Spieltisch der Klais-Orgel, der vor dem Altarraum im Angesicht des Publikums stehen wird. Die freie Sicht auf die Filmproduktion wie auch zahlreiche neue Klangmöglichkeiten der Orgel bieten dafür gute Voraussetzungen.

Schließlich ist auch das Publikum erstmals zur aktiven Mitwirkung eingeladen. Der Evangelische Kirchenverband hat zusätzlich zu den Preisgeldern von 2.000, 1.500 und 1.000 Euro für die drei Erstplatzierten einen Publikumspreis ausgelobt. Alle Zuhörerinnen und Zuhörer können im Finaldurchgang mit abstimmen, wer diesen Zusatzpreis, der mit 500 Euro dotiert ist, erhalten soll. Und damit das Ganze auch die Möglichkeit der Begegnung und des Gedankenaustauschs mit den Musikern und der Jury bietet, sind alle Zuhörerinnen und Zuhörer in der Beratungspause der Jury und nach der Preisverleihung zu Getränken eingeladen.

Die beiden ersten Wettbewerbsrunden am 26. und 27. September beginnen jeweils gegen 10 Uhr. Der Beginn des Finales am 28. September ist auf 18 Uhr festgelegt. Die drei Finalvorspiele dauern rund 95 Minuten, sodass gegen 20.30 Uhr die Preisverleihung stattfinden wird.

Eventuelle Änderungen oder Ergänzungen finden sich tagesaktuell auf der Internetseite www.trinitatiskirche-koeln.de.

Text: Wolf-Rüdiger Spieler
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler

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Stephan Neugebauer feiert sein 25-jähriges Dienstjubiläum

Stephan Neugebauer, kommissarischer Verwaltungsleiter beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, feiert sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Im Interview gibt er Einblicke in seine berufliche Laufbahn und spricht über Veränderungen in der Arbeitswelt, besondere Projekte und seine Ziele:

Wie fühlen Sie sich anlässlich Ihres 25-jährigen Dienstjubiläums?

Stephan Neugebauer: Die beiden vorherrschenden Gefühle, wenn ich mir mein 25-jähriges Dienstjubiläum vor Augen führe, sind Dankbarkeit und Stolz. Als Mensch Mitte 40 sind 25 Jahre ein durchaus ansehnlicher Zeitraum und ich bin dankbar, dass ich diese Zeit von meiner Arbeit begleitet wurde, die mir nicht nur Sinn und finanzielle Grundlage gesichert hat, sondern auch Halt, Gemeinschaft und soziales Netz. Ich empfinde tiefe Dankbarkeit dafür, dass diese Gemeinschaft für mich da war und die Menschen, die sie bildeten und bilden, meine Begleitung waren und sind. Und dementsprechend bin ich auch etwas stolz darauf, weil diese Gemeinschaft, mein Arbeitgeber, mich offensichtlich so lange auch behalten wollte.

Können Sie uns einen Rückblick auf Ihre berufliche Laufbahn geben und die Meilensteine Ihrer Tätigkeit beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region teilen?

Stephan Neugebauer: Meine berufliche Laufbahn beim EKV begann tatsächlich ganz klassisch mit einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zum Verwaltungsfachangestellten, Fachrichtung kirchliche und kommunale Verwaltung. Hierbei habe ich diverse Stationen im Hause durchlaufen, bis ich schließlich in die Gehaltsabrechnungsstelle gekommen bin. Dort durfte ich die beiden kirchlichen Verwaltungslehrgänge besuchen, die mich für den gehobenen Dienst qualifiziert haben. Diesen durfte ich zunächst als stellvertretende Sachgebietsleitung im Bereich Finanzen aufnehmen und später dann als Sachgebietsleiter und schließlich Abteilungsleiter Finanzen mit stellvertretender Verwaltungsleitung ausüben. Dass ich gerade jetzt im Jahr meines Dienstjubiläums auch noch die Tätigkeit als kommissarische Verwaltungsleitung selbst innehaben darf, hatte ich mir so natürlich nicht ausgemalt, sollte aber als echter Meilenstein nicht fehlen.

Wie hat sich die Arbeit beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region im Laufe der Jahre verändert?

Stephan Neugebauer: Die Arbeit im EKV hat sich vermutlich analog der Arbeitswelt allgemein im Laufe der Jahre vor allem durch den technischen Fortschritt gewandelt. Als ich anfing, habe ich tatsächlich noch vereinzelt Schreibmaschinen wahrgenommen und die Kommunikation erfolgte viel häufiger noch per Briefpost. Die EDV war zwar vorhanden, aber gerade erst im Aufbau, wobei jeder Schritt hierbei dann auch gleichzeitig die Arbeitsabläufe insgesamt stark beeinflusst hat. Durch die mittlerweile intensive Nutzung von Mails statt Post und integrierte Verarbeitungssysteme für die Sachbearbeitung, werden die Vorgänge schneller und quantitativ mehr – kurz, es hat eine deutliche Arbeitsverdichtung stattgefunden. Das Verhältnis von bearbeiteten Fallzahlen zu bearbeitenden Menschen macht dies deutlich – dazu haben gerade die rechtlichen Anforderungen erheblich zugenommen, die zusätzlich beachtet und bewältigt werden müssen.

Gibt es bestimmte Projekte oder Initiativen, die Sie besonders stolz machen und die Sie gerne hervorheben möchten?

Stephan Neugebauer: Ich habe ja meist in einem Bereich gearbeitet, wo man möglichst wenig Aufsehen erregen sollte, weil dies dann meist negativ ist. Gehälter oder vor allem auch Lohnersatzleistungen müssen einfach funktionieren. Aber ein besonderes Projekt in der rheinischen Kirche war sicherlich die Einführung von NKF und ich hatte, nachdem mein damaliger Vorgesetzter (darüber) erkrankt ist, die Ehre den Prozess für den EKV umzusetzen. Das war eine echte Herausforderung, die durchaus dreistellige Überstunden erfordert hat, aber auch mehr als angemessen gewürdigt wurde. Das letztliche Produkt in Form des Haushaltes einschließlich der späteren Revisionen hat mich schon stolz gemacht. Darüber hinaus war der Umbau der Brandenburger Straße zu Wohnungen für geflüchtete Menschen zusammen mit der Stadt Köln auch ein Herzensprojekt von mir. Der betriebswirtschaftlich sinnvolle und auftragsgemäße Erhalt der Liegenschaft für den Verband war eine spannende Herausforderung und im Ergebnis ein toller Erfolg für alle Beteiligten. Und aktuell ist es natürlich die Arbeit am Neubauprojekt „Campus Kartause“. Es ist einfach inspirierend, wie viel Energie alle Beteiligten in dieses Projekt investieren und welchen Weg wir gegangen sind, um es diesen Herbst endlich zur Beschlussfassung vorlegen zu können.

Wie haben Sie sich persönlich und beruflich während Ihrer Zeit beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region weiterentwickelt?

Stephan Neugebauer: Zur Weiterentwicklung hat der EKV neben den vielfältigen Arbeitsbereichen wirklich viel Möglichkeiten geboten. Personalentwicklung ist ja auch immer Persönlichkeitsentwicklung und neben etlichen Fachfortbildungen waren es vor allem die Ausbildungsreihe „Fortbildung für Führungskräfte“ mit den Kollegen aus Wuppertal, die mich weitergebracht hat und letztlich auch dazu veranlasste, eine Ausbildung zum systemischen Coach und Change Manager beim INeKO Institut an der Universität zu Köln zu absolvieren. All dies kam mir jetzt in der mittlerweile über einjährigen Vertretungszeit als kommissarischer Verwaltungsleiter sehr entgegen. Die Position bietet nicht nur viele Möglichkeiten für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung, sondern erfordert diese geradezu.

Was sind Ihre Pläne und Ziele?

Stephan Neugebauer: Die 25 Jahre sind ja quasi wie im Flug vergangen, sodass ich noch gar keine Zeit hatte, Pläne zu machen (lacht). Tatsächlich belasse ich es aber wirklich lieber bei Ideen und Vorstellungen, wie ich mir die Zukunft denken könnte. Gerade in einer kleiner werdenden Kirche ist es wichtig, auch als öffentlich-rechtliche Verwaltung flexibel auf die Gegebenheiten zu reagieren. Das wird von unseren Einrichtungen verlangt und da müssen wir begleiten. Das macht die Verwaltung zurzeit aus meiner Sicht und nach letzten Rückmeldungen ganz passable und mein Ziel ist es, daran weiterzuarbeiten und zu unterstützen. Persönlich habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, einen Sportbootführerschein zu machen – nicht, weil ich wegen des vielen Regens ein schlechtes Gefühl habe, sondern weil ich denke, dass das ein schönes und ausgleichendes Hobby sein kann und man mal wieder ans Lernen kommt. Und dann schauen wir mal, was einem nächstes Jahr zufällt…

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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„Doc Esser macht Rentner fit“ – Fitness-Abend für Senioren in der Kirche Bensberg

Bei der Veranstaltung „Doc Esser macht die Rentner fit – Impulse für Körper, Geist und Seele“ gibt es Tipps zu Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit für Menschen ab 60 Jahren: „Doc Esser“ kommt am 19. Oktober um 19 Uhr in die Evangelische Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9, 51249 Bergisch Gladbach. Zusammen mit Diakon Rainer Beerhenke gestaltet der aus dem WDR bekannte Mediziner einen Fitness-Abend für Senioren – mit Denkanstößen, kulinarischen Kostproben und Musik.

Rainer Beerhenke hat den Arzt bewusst in die Kirche am Friedhofsweg eingeladen. Er erklärt: „Wer mit seinem Körper achtsam umgeht, bleibt nicht nur länger fit, sondern geht auch mit seinen Mitmenschen respektvoll um und hat eine positive Einstellung zum Leben.“ Das sei schon in der Bibel zu lesen: Wer Gott und die Menschen liebe, der gleiche einer kraftvollen Palme, die noch im hohen Alter Frucht trage und frisch bleibe. Und Rainer Beerhenke verspricht: „Bei dem Fitness-Abend wird auch der Humor nicht zu kurz kommen.“

Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit sind für Menschen ab 60 Jahren von großer Bedeutung, da sie einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden im Alter haben. Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen, stärkt das Immunsystem und reduziert das Risiko von Krankheiten. Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, Muskeln und Knochen zu stärken, das Herz-Kreislauf-System zu verbessern und das Risiko von chronischen Krankheiten zu verringern. Achtsamkeit fördert eine positive Einstellung zum Leben, hilft Stress abzubauen und steigert das Wohlbefinden. Durch das Zusammenspiel dieser Elemente können ältere Menschen ihre Gesundheit bewahren, ihre Unabhängigkeit fördern und ein aktiveres Leben führen.

Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser – genannt Heiwi – ist Oberarzt für Innere Medizin und Leiter der Pneumologie am Klinikum Remscheid. Doc „Heiwi“ Esser mag die Rheinische Küche, kommt pro Nacht mit nur vier bis fünf Stunden Schlaf aus und treibt fast täglich Sport. Seine Philosophie: „Ich bin auch kein Heiliger. Jeder darf auch mal sündigen. Aber am nächsten Tag muss er die Sünde wieder gut machen.“

Ticketverkauf

Tickets kosten 19,50 Euro inklusive kulinarische Kostproben. Der Ticketvorverkauf ist immer dienstags von 10 bis 14 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Bensberg, Im Bungert 3, 51429 Bergisch Galdbach, oder donnerstags von 10 bis 13 Uhr im Gemeindebüro Herkenrath, Straßen 54, 51429 Bergisch Galdbach.

Text: APK
Foto(s): Screenshot Flyer/APK

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Einsatz für den Klimaschutz: „Ökumenischer Schöpfungstag“ gegen den Klimawandel

Die Aktivisten der Bewegung „Fridays for Future“ rufen heute zum globalen Streiktag auf. Trockenheit, Borkenkäferbefall, Buchen- und Lärchensterben: Auch Thorsten Wemmers erlebt die Bedrohung der Schöpfung täglich. Er ist Landwirt in Velbert und Vater von drei Kindern. Wemmers war einer der Beteiligten beim Gottesdienst zum ersten  „Ökumenischen Schöpfungstag“ in St. Maria im Kapitol. Die liturgische Leitung hatten Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland, und der katholische Weihbischof in Köln, Rolf Steinhäuser.

Der Tag sei Teil einer „Schöpfungs­zeit“, die vom ersten Frei­tag im Sep­tember bis zum 4. Ok­to­ber, dem Pa­tronats­tag des hei­ligen Franzis­kus, an­dauere, sagte Stein­häuser zur Be­grüßung im Innenhof von St. Maria im Kapitol. Die Initiative „Schöpfungszeit“ geht auf den Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. zurück. Dieser hatte 1989 zu einem Tag des Gebets für die Schöpfung am 1. September aufgerufen. Später wurde diese Zeit ausgeweitet und offiziell von der dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung der Kirchen 2007 als Schöpfungszeit ausgerufen.

Naturschutz und Schöpfungsverantwortung

Seitdem initiieren Gemeinden weltweit jedes Jahr vom 1. September bis zum 4. Oktober rund um das Thema Naturschutz und Schöpfungsverantwortung. Eingeladen zu dem „Schöpfungstag“ hatten das Erzbistum Köln und die Evangelische Kirche im Rheinland sowie weitere Partner im ökumenischen und interreligiösen Dialog.

Aus dem Innenhof von St. Maria im Kapitol zogen die Teilnehmenden in einem Prozessionszug in die Kirche. Landwirt Wemmers hielt dort ein leidenschaftliches Plädoyer für den verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung. „Wir Landwirte müssen mit den exponentiellen Folgen des Klimawandels klarkommen. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren extreme Trockenheit erlebt und mussten ständig die Felder wässern. Wir haben einen Tiefenbrunnen, dessen Wassersäule um sieben Meter gesunken ist, weil der Druck des Grundwassers gefehlt hat, der das Wasser im Brunnen nach oben hebt.“

Bei der Trockenheit hätten die Borkenkäfer bei den Fichten leichtes Spiel gehabt. „Die sind längst tot. Jetzt beginnt das Buchensterben.“ Auch die Lärchen seien akut bedroht. „Die verspeisen die Borkenkäfer jetzt als Nachtisch.“ Das Jahr 2023 sei aus Sicht der Landwirte geprägt von einem nassen Winter und einem kühlen und nassen Frühjahr. Dann sei es sehr heiß geworden und die frühe Ernte sei der einsetzenden Nässe zum Opfer gefallen. „Das Getreide hatte in vielen Fällen höchstens Futterqualität, ging in Biogas-Anlagen oder blieb einfach auf dem Feld stehen und wurde nur gedroschen, um die Fläche abzuräumen.“ In diesen Jahren werde über den Wandel der Zukunft entschieden. Wemmers zitierte Sartre: „Vielleicht gibt es schlimme Zeiten. Aber diese sind unsere Zeiten.“

„Jeder kann etwas beitragen zur Rettung der Schöpfung“

Als Bauer sei er eingebunden in die Schöpfung, fuhr Wemmers fort. Und fasziniert von den Wundern des Lebens. „Wenn eine Buchecker zu Boden fällt, explodiert das Leben. Bei der Geburt meiner Kinder habe ich konkret die Liebe Gottes erfahren.“ Alle Menschen seien untrennbar miteinander verbunden. „Jeder kann etwas beitragen zur Rettung der Schöpfung. In der ist nämlich noch alles vorhanden, was seit ihrem Ursprung da ist.“

Lea Kröll von der Evangelischen Studierendengemeinde Köln bekannte, dass sie oft hadere. „Ich schalte mein Handy aus, weil mich die schlechten Nachrichten überfordern. Immer öfter höre ich von Problemen, für die es keine Lösung gibt oder zu wenig Zeit zur Verfügung steht, um sie zu lösen. Die Weltbevölkerung wächst, und ich fühle mich zunehmend einsam.“ Es gelte zusammenzuhalten, um etwas zu ändern. Als Physik-Studentin möchte sie die Welt verstehen, sagte die 18-jährige Lea Kröll. Aber sie sei eben nur ein winziger Punkt auf dem Planeten, der wiederum nur ein winziger Punkt im Universum sei. „Was kann ich bewirken? Das Vertrauen, richtig zu sein, gibt mir der Glaube. Wir dürfen nicht stehen bleiben. Wir müssen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden. Dies ist unsere Zeit. Und ich glaube daran, dass am Ende alles gut wird.“

Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen bezog sich auch auf das Wunder der Schöpfung: „Hammerhaie, Seeotter, Lupinen, Dill, Hafer und Brombeeren: Schöpfung ist Fülle. Und noch immer entdecken wir neue Spezien. Die Schöpfung ist Fülle.“ Aber unendlich sei sie nicht. Vor kurzem habe sie in einer Mail aus Tansania gelesen, dass die Kaffee-Ernte dort ausfalle. Ein Viertel aller Tierarten sei in ihrer Existenz bedroht. Fülle sei nicht gleichbedeutend mit Überfluss. Fülle bedeute, sich aus der Schöpfung zu ernähren, sich zu kleiden und zu schützen. In Hülle und Fülle. „Gott die Unendliche hat die Hülle erschaffen, in der sich die Schöpfung entfaltet. Die Fülle müssen wir im Sinne von versorgt sein verstehen. Die Schöpfung steht in Gottes hüllenden Händen.“ Leben in Fülle sei das Gespräch mit Gott, um die wirklich wichtigen Themen zu erspüren.

Nach einigen weiteren Impulsen von Vertreterinnen und Vertretern anderer Religionen traf man sich zum Austausch wiederum im Innenhof. Unter anderem diskutierten Superintendentin Susanne Beuth und die Superintendenten Bernhard Seiger und Torsten Krall an etlichen Informationsständen.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Kirche2go fragt: Glauben wir alle an den gleichen Gott?

Kirche2go fragt: Glauben wir alle an den gleichen Gott? „Christen, Muslime, Juden, wir glauben doch eigentlich alle an denselben Gott“ – über diese Aussage spricht diesmal bei Kirche2go Pfarrer Nico Buschmann. Er bezieht sich auf Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Und er weist darauf hin, dass selbst innerhalb der Christenheit verschiedene Vorstellungen von Gott existieren. Jeder Mensch projiziert seine eigenen Wünsche und Erfahrungen auf sein Gottesbild. Doch trotz unserer unterschiedlichen Vorstellungen von Gott verbindet uns die gemeinsame Erfahrung, dass es im Leben mehr gibt, als das, was wir sehen und berühren können. In dieser Vielfalt des Glaubens liegt eine schöne Gemeinsamkeit.

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Der ganzen Text zum Nachlesen:

Glauben wir eigentlich alle an denselben Gott? Ich weiß nicht, ob du das schon einmal gehört hast, diese Aussage: „Christen, Muslime, Juden, wir glauben doch eigentlich alle an denselben Gott.“ Was stellen die sich denn eigentlich so an? Diese Aussage ist an sich erst einmal sehr schön, denn sie verbindet uns. Aber ich würde sogar behaupten, dass nicht einmal alle Christen untereinander an denselben Gott glauben. Denn Gott ist etwas viel Größeres, als wir uns jemals vorstellen können oder als wir jemals beschreiben könnten. Dementsprechend projizieren wir zum einen natürlich unsere eigenen Wünsche, aber auch unsere eigenen Erfahrungen mit Gott in dieses Gottesbild hinein. Dein Gott, an den du glaubst, könnte also etwas anderes sein als mein Gott. Man könnte sich fragen, wer eigentlich die Wahrheit kennt, aber ganz ehrlich, wir wissen es nicht. Wir können nur darauf hoffen, dass wir es mit einem liebevollen Gott zu tun haben. Dennoch ist die Aussage, dass wir alle an denselben Gott glauben, eigentlich sehr schön. Denn sie sagt aus, dass wir trotz unserer unterschiedlichen Vorstellungen von Gott, meiner Meinung dazu und deiner Meinung dazu, ein verbindendes Element haben: nämlich die Erfahrung, dass es im Leben mehr gibt, als man sehen kann, und mehr, als man vielleicht fühlen und berühren kann.

Text: APK
Foto(s): APK

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Brückenbauer des Widerstands: Jutta Koslowski stellt die erste Monografie über Klaus Bonhoeffer vor

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) hat spätestens sein Gedicht „Von guten Mächten“ unsterblich gemacht, das er 1944 aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamts schrieb. Kurz nach Kriegsende, in den Jahren 1945 bis 1948, war allerdings noch gar nicht klar, ob Dietrich oder sein älterer Bruder Klaus (1901-1945) der berühmtere evangelische Widerstandskämpfer werden würde. Jutta Koslowski hat dem unbekannteren, aber nicht weniger faszinierenden Bonhoeffer-Bruder eine 640 Seiten starke Monografie gewidmet, die sie, in Anwesenheit des Großneffen Mathias Bonhoeffer, Pfarrer an der evangelischen Kartäuserkirche in Köln, in der Melanchthon-Akademie vorstellte: „Wer war Klaus Bonhoeffer? Annäherungen an einen unbekannten Widerstandskämpfer“ (ISBN 978-3-579-07178-7).

Klaus Bonhoeffer wurde schon bald nach dem Abschluss seines Jura-Studiums 1935 Chefsyndikus der Deutschen Lufthansa. Verheiratet war er mit Emilie Delbrück, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hatte. Er kämpfte aktiv gegen das Regime der Nationalsozialisten: Bereits Anfang der 1930er Jahre hatte er sich in Widerstandsgruppen vernetzt und schaffte systematisch wichtige Verbindungen zwischen den einzelnen Gruppen. Klaus Bonhoeffer wurde am 23. April 1945 in Berlin durch Genickschuss hingerichtet. Entsprechend seiner Persönlichkeit war er im Kampf gegen die Diktatur sehr entschieden.

„Die Familie hat sich als ungeheuer vertrauensvoll und hilfreich erwiesen“

Jutta Koslowski zeigte sich froh, dieses anspruchsvolle Projekt erfolgreich abgeschlossen zu haben. Es sei „ein befriedigendes Gefühl“, das quasi in „Punktlandung“ rechtzeitig zur Veranstaltung fertiggestellte Buch nun druckfrisch vor sich liegen zu haben. In ihren Recherchen werden erstmals die bisher nur verstreut publizierten Informationen über Klaus Bonhoeffer zusammengetragen und systematisch geordnet. Dafür hat sie in Archiven gestöbert und ausführliche Interviews mit den drei noch lebenden Kindern geführt. „Die Familie hat sich als ungeheuer vertrauensvoll und hilfreich erwiesen“, erinnerte sich Jutta Koslowski an diese Begegnungen.

Zunächst las Jutta Koslowski einen Ausschnitt aus der Einleitung ihres Buches und widmete sich der sich beinahe aufdrängenden Frage nach dem Verhältnis der beiden Bonhoeffer-Brüder. Koslowski betonte, es habe keinen offenen Konflikt gegeben, was wohl auch auf den großen Familienzusammenhalt zurückzuführen sei. Abgesehen von der charakterlichen Verschiedenheit des extrovertierten und charismatischen Theologen Dietrich und des eher introvertierten, mit einem starken Gerechtigkeitssinn ausgestatteten Juristen Klaus deute auch die Tatsache, dass kein einziger Brief von Klaus an Dietrich überliefert ist, auf eine gewisse Distanz hin. Negative Aussagen von Klaus über seinen Bruder seien allerdings nicht bekannt. „Klaus war in gewissem Maße der Entschlossenere von beiden“, stellte Jutta Koslowski fest. Als ausgebildeter Jurist verzichtete er auf das Plädoyer seines Pflichtverteidigers und sagte seinen Peinigern seine Ablehnung des NS-Staates ins Gesicht.

Das Buch zeichnet sich durch eine klare Gliederung und in sich abgeschlossene Kapitel aus, die sich auch einzeln oder in beliebiger Reihenfolge lesen lassen. Auf die Einleitung folgt zunächst auf etwa 340 Seiten eine Biografie Klaus Bonhoeffers. Das zweite Kapitel widmet sich seiner Persönlichkeit, die Jutta Koslowski anhand von vier Texten ausleuchtet, verfasst von seinem Bruder Karl-Friedrich Bonhoeffer, seinen Schwestern Sabine Leibholz und Susanne Dreß sowie seiner Ehefrau Emmi.

Das dritte Kapitel („Reflexion“) dokumentiert drei ausführliche Interviews mit den noch lebenden Bonhoeffer-Kindern. Im vierten Kapitel wird Klaus Bonhoeffer in seinen Schriften „sichtbar gemacht“. Es enthält unter anderem Klaus Bonhoeffers juristische Dissertation und einen von ihm verfassten Zeitungsartikel aus dem Jahr 1944. Im fünften Kapitel zieht Jutta Koslowski ein abschließendes Fazit und stellt noch einmal die Frage: Wer war Klaus Bonhoeffer?

Der etwa 150 Seiten starke Anhang versammelt neben Dokumenten (auch über Klaus Bonhoeffers Berufstätigkeit bei der Lufthansa) die Anklageschrift, ein Gnadengesuch, einen Augenzeugenbericht über die Erschießung am 23. April 1945, die am 11. Juni 1945 gehaltene Traueransprache sowie die Abschiedsbriefe, die Klaus Bonhoeffer an seine Kinder und seine Frau Emmi verfasste. Wer sich noch intensiver in das Leben Klaus Bonhoeffers hineinarbeiten möchte, findet in diesem Annex zudem Dokumente von Emmi und aus dem weiteren Kreis der Familie, eine Zeittafel, zwei Stammbäume sowie ein Abkürzungsverzeichnis.

„Brückenbauer“ zwischen kirchlichem, militärischem und sozialdemokratischen Widerstand

Großneffe Mathias Bonhoeffer äußerte sich zunächst zu der Differenzierung zwischen „kirchlich motivierten“ und militärischem Widerstand. „Ich sehe Dietrich im militärischen Widerstand“, erklärte er und stellte Klaus Bonhoeffers Rolle als „Brückenbauer“ zwischen kirchlichem, militärischem und sozialdemokratischen Widerstand heraus: „Klaus ist die Spinne im Netz.“ Mathias Bonhoeffer bestätigte, dass es Beziehungen zum Kreisauer Kreis gab und sogar Treffen stattgefunden hätten. Dietrich Bonhoeffer und Helmuth James Graf von Moltke kannten einander und reisten im April 1942 gemeinsam nach Schweden.

Über die Frage, wie es um den persönlichen Glauben Klaus Bonhoeffers bestellt war, gibt ein Brief seiner Frau Emmi Aufschluss. „Es verstand sich fast alles von selbst“, heißt es dort und es fallen die zentralen Begriffe „Gottgebundenheit“ und „Schamhaftigkeit der Seele“. Schließlich bringt Emmi Bonhoeffer die familienspezifische Mischung aus protestantischem Pflichtbewusstsein, selbstbewusster Geradlinigkeit und Sturheit mit einem Goethe-Zitat auf den Punkt: „Es kommt nicht darauf an, dass der Weg, den wir gehen zum Ziel führt, es kommt nur darauf an, dass es der Richtige ist.“

Zum Abschluss las Jutta Koslowski den Brief vor, den Klaus Bonhoeffer aus dem Gefängnis an seine Kinder schrieb und der bei seiner Erstveröffentlichung in einer Münchener Tageszeitung als „Dokument menschlicher Größe“ gewürdigt wurde. In diesem Schreiben begegnet den Lesenden ein liebevoller, zugewandter Vater, der die Verschiedenheit seiner Kinder als Reichtum beschreibt, den hohen Wert von „echter“ (nicht als Selbstzweck verstandener) Bildung herausstreicht und für ein „Leben im Bewusstsein der Vergänglichkeit“ plädiert. Klaus Bonhoeffer ruft seine Kinder aber auch zu „ritterlicher“ Fürsorge für die Mutter auf und ermahnt sie, nicht zu streiten. Dieser Brief, der im Hause Bonhoeffer an jedem Silvesterabend „quasi liturgisch“ verlesen wurde, war – das ließ auch die Reaktion von Mathias Bonhoeffer erkennen – wertvolles Vermächtnis und Bürde zugleich.

Dass Jutta Koslowski mit ihrem Buch eine bedeutende Lücke in der Bonhoeffer-Forschung geschlossen hat, steht außer Frage. Dass es ihr zudem gelungen ist, Klaus Bonhoeffer aus dem Schatten seines jüngeren Bruders zu befreien und bei einer breiteren Öffentlichkeit Interesse für sein Leben und Wirken zu wecken, zeigten nicht zuletzt die angeregten Diskussionen, die noch lange nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung weitergingen.

Die Autorin

Dr. Jutta Koslowski ist evangelische Pfarrerin und Lehrbeauftragte für Ökumene und interreligiösen Dialog. Sie hat zahlreiche Publikationen zur Bonhoeffer-Forschung – insbesondere zum biografischen und familiären Hintergrund – veröffentlicht. Jutta Koslowski ist Mitglied der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft und war zuletzt als Dietrich Bonhoeffer Visiting Professor am Union Theological Seminary in New York tätig. Im Gütersloher Verlagshaus hat sie die Titel veröffentlicht „Aus dem Leben der Familie Bonhoeffer. Die Aufzeichnungen von Dietrich Bonhoeffers jüngster Schwester Susanne Dreß“ (2018) und „Das Bonhoeffer Weihnachtsbuch“ (2019); außerdem die Monografie „Erinnerungen an Dietrich Bonhoeffer“ sowie „Von guten Mächten umgeben“ (beide 2020).

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Unsere Wochentipps: Drei Autorenlesungen und viel Musik

Unsere Wochentipps: In den kommenden Tagen finden viele spannende Veranstaltungen statt. Unter anderem wird der Autor Rafik Schami sein neues Buch „Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“ vorstellen, es gibt ein Konzert mit keltischer Musik aus der Bretagne und eine Orgelvesper. Zudem wird der Schauspieler André Eisermann eine Autorenlesung abhalten und in der Lutherkirche findet eine Veranstaltung zum Anti-Rassismus-Buch „People of Deutschland“ statt. Außerdem gibt es ein Jubiläumskonzert des ökumenischen Gospelchors „Mind the Gap“.

14.09.2023, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Tersteegenhaus, Emmastraße 6, 50937 Köln
„Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“
Rafik Schami stellt sein neues Buch vor
In seinem neuen Roman „Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“ verknüpft Rafik Schami arabische Erzählkunst mit persönlichen Elementen zu einer zugleich spannenden und rührenden Geschichte. Am Donnerstag, 14. September, 20 Uhr, ist der Autor zu Gast in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Klettenberg und liest im Tersteegenhaus, Emmastraße 6, aus seinem Roman vor. Es geht um die Tochter des weisen und gerechten Königs Salih, die nach dem Tod der Mutter in tiefer Melancholie sinkt. Ein Kaffeehauserzähler versucht die Thronfolgerin mit den schönsten Geschichten ins Leben zurückzuholen. Der Eintritt kostet 15 Euro an der Abendkasse.
www.kirche-klettenberg.de

15.09.2023, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln
Keltische Musik aus der Bretagne
Konzert auf Jokis Bühne in Klettenberg
„An Erminig“ – das sind Barbara Gerdes, Andreas Derow und Hans Martin Derow. Am Freitag, 15. September, 20 Uhr, laden sie zu einem Konzert in die Johanneskirche Klettenberg (Jokis Bühne), Nonnenwerthstraße 78, ein. „An Erminig“ bedeutet Hermelin, ein heraldisches Symbol der Flagge der Bretagne. Das Programm „Plomadeg“ greift die Tradition der fahrenden Sänger und Musikanten in der Bretagne und Galicien auf, die von Dorf zu Dorf zogen und in ihren Liedern über besondere Begebenheiten aus dem Alltag der Menschen berichteten. Die im ständigen Austausch mit Musikern aus der Bretagne und der internationalen Folkszene sowie auf zahlreichen Konzertreisen gesammelten musikalischen Eindrücke verarbeitet die Gruppe zu der ihr eigenen Mischung aus traditionellen Elementen und Eigenkompositionen. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 17 Euro. Tickets gibt es im Vorverkauf unter www.jokis-buehne.tickettoaster.de
www.an-erminig.de

16.09.2023, 18:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Orgelvesper in der Trinitatiskirche
Musik und Liturgie mit Valérie Schippers und Superintendent Torsten Krall
Regelmäßig lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zu Orgelvespern in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, ein. Am Samstag, 16. September, 18 Uhr, ist Valérie Schippers, Studentin für katholische Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, zu Besuch. Auf ihrem Programm an der Orgel stehen Werke von Marcel Dupré (1886-1971), Nicolas de Grigny (1672-1703), Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Otto Valdemar Malling (1848-1915). Pfarrer Torsten Krall, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, gestaltet die Liturgie. Der Eintritt ist frei.
www.trinitatiskirche-koeln.de

17.09.2023, 11:00
Evangelische Gemeinde Köln
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt
André Eisermann „1. Reihe Mitte – Ein Schaustellerleben“
Autorenlesung und anschließendes Gespräch mit Pfarrer Hans Mörtter
Der preisgekrönte Schauspieler André Eisermann (Kaspar Hauser, Schlafes Bruder) kommt am Sonntag, 17. September, 11 Uhr, in die Lutherkirche Südstadt, Martin-Luther-Platz 4, und liest aus seiner Autobiografie „1. Reihe Mitte – Ein Schaustellerleben“. André Eisermann hat auf ungewöhnliche, poetische und mitreißende Art die Geschichte seines Lebens aufgeschrieben, eines Lebens auf Jahrmärkten zwischen Schaubuden und Panoptiken. Er war nie länger als zwei Wochen an ein und demselben Ort. Nach der Lesung (Beginn 12 Uhr) findet ein Talk mit André Eisermann und Pfarrer Hans Mörtter unter dem Titel „Vergebung in der heutigen Zeit – die Narren Gottes“ statt. Der Eintritt kostet 12 Euro. Tickets gibt es an der Tageskasse sowie im Vorverkauf unter lutherkirche.ticket.io. Der Eintritt zum anschließenden Gespräch mit Pfarrer Hans Mörtter ist frei.
www.lutherkirche-suedstadt.de

17.09.2023, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Nippes
Lutherkirche, Siebachstraße 85/ Merheimer Straße 112, 50733 Köln
„People of Deutschland“
Lesung, Panel, Konzert und Party
Zu einer Lesung, zwei spannenden Panels und Musik lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Nippes am Sonntag, 17. September, 17 bis 19 Uhr, in die Kulturkirche Nippes, Siebachstraße 85/Ecke Merheimer Straße 112, ein. Im Mittelpunkt steht das Anti-Rassismus-Buch „People of Deutschland“ von Martina Rink und Simon Usifo. Der SPIEGEL-Bestseller vereint 45 Menschen und 45 Geschichten. Über Rassismus im Alltag und „wie wir unser Land verändern wollen“, sprechen Menschen aus Bereichen wie Kultur, Unterhaltung, Sport, Musik, Wirtschaft, Politik oder Mode. Viele der Gastautorinnen und -autoren wie etwa Eko Fresh, Thelma Buabeng, KALED, Frank Joung, Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray, Mirrianne Mahn, Patrick Mushatsi-Kareba, Dr. Martin Hyun und Jeffrey Lisk werden dabei sein. Mit der Veranstaltung soll ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art gesetzt werden. Durch den Nachmittag und frühen Abend führt die TV-Moderatorin und Emotional Health Ambassador Milka Loff-Fernandes. Im Anschluss bleibt Zeit für einen informellen, Austausch bei Musik. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter dem Link https://ticketprime.io/e/people-of-deutschland-friends wird gebeten.
www.lutherkirche-nippes.de/termin/peopleofdeutschland-2023/

17.09.2023, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dünnwald
Kirche St. Nikolaus, Prämonstratenser Straße, 51069 Köln
20 Jahre ökumenischer Gospelchor in Köln-Dünnwald
„Mind the Gap“ gibt ein großes Jubiläumskonzert
Seit 20 Jahren besteht der ökumenische Gospelchor „Mind the Gap“. Das wollen die Sängerinnnen und Sänger mit einem großen Jubiläumskonzert am Sonntag, 17. September, 17 Uhr, in der Kirche St. Nikolaus, Prämonstratenser Straße, feiern. Unterstützt von einer professionellen Band präsentiert der Chor einen Querschnitt seines aktuellen Repertoires. 2003 wurde der Chor von Birgit Pape, damals Kantorin in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dünnwald gegründet. Heute zählt „Mind the Gap“ 30 Mitglieder und wird von Norman E. Kunz geleitet. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Wer regelmäßig mitsingen möchte, ist eingeladen, mittwochs, 20 Uhr, bei den Proben in der Tersteegenkirche, Amselweg 22, vorbeizuschauen.
www.evangelisch-in-duennwald.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Preisträger der Orgel-Olympiade in der Kartäuserkirche geehrt

Das Finale der Orgel-Olympiade der Evangelischen Kirche im Rheinland ist bestritten: Bei der Veranstaltung in der Kölner Kartäuserkirche am vergangenen Sonntag hat der 19-jährige Laurin Zeissler aus Seeheim für die Interpretation von Toccata und Fuge d-Moll op. 129 von Max Reger den ersten Preis gewonnen. Der Hauptgewinn ist die Teilnahme an einer Orgelstudienfahrt nach Kopenhagen im nächsten Jahr.

Der zweite Preis wurde zweimal vergeben: an Tobias Reichert (17) aus Darmstadt und Wolfram Wirth (57) aus Bingen am Rhein. Sie haben eine Musziermöglichkeit an einer der besonderen Orgeln auf dem Gebiet der rheinischen Kirche gewonnen. Der dritte Preis ging an Jonathan Pilartz (16) aus Gießen und Sven Kurtenbach (31) aus Rösrath. Sie können sich über eine Freifahrt zur Orgelexkursion nach Maastricht im nächsten Jahr freuen.

Zur Jury gehörten Kantorin Carla Braun (Bad Kreuznach), Kantor Julian Hollung (Bonn), Kantor Thomas Pehlken (Köln), Kirchenmusikdirektor Ansgar Schlei (Wesel) und Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek. „Unsere fünfköpfige Jury ist hocherfreut über das musikalische Feuerwerk, die inspirierten Interpretationen und deren klangliche Realisation der Musik aus drei Jahrhunderten“, sagte Ulrich Cyganek. „Mit Bewunderung und Anerkennung blicken wir als studierte Kirchenmusikerinnen und -musiker auf die Ergebnisse.“

Zur Orgel-Olympiade waren im Rahmen der Nachwuchsförderung Orgel ON ohne Altersbegrenzung alle nebenamtlichen Orgelspielerinnen und Orgelspieler eingeladen – mit Ausnahme derjenigen, die Kirchenmusik oder Orgel als Hauptinstrument studieren oder studiert haben. Die Teilnehmenden mussten bei sieben Regionalveranstaltungen zwei Orgelkompositionen unterschiedlicher Stilrichtungen vortragen. Die elf Besten wurden zur Finalrunde nach Köln eingeladen.

www.orgelolympiade.de

Text: ekir.de/Marcel Kuß
Foto(s): ekir.de/Heiko Kantar

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„Man kann auch mit den Füßen beten“: FC-Andacht im Dom

Wenige Stunden vor der Begegnung zwischen den Bundesligisten 1. FC Köln und VfL Wolfsburg mochte an eine Niederlage der Mannschaft mit dem Geißbock auf der Brust kaum jemand denken. Jedenfalls nicht in Köln und nicht im Dom. Dort fand traditionell zur Heimspiel-Premiere des FC in der angelaufenen Spielzeit eine ökumenische Andacht statt. Es werde in dieser Saison nicht so häufig vorkommen, dass FC-Fans mit ihrem Club leiden müssten, hatte darin Superintendent Markus Zimmermann zuversichtlich eingeflochten. Ein pfiffiger Fürbittensprecher prognostizierte voller Überzeugung sogar einen Sieg der Rot-Weißen. Doch bekanntlich kam es anders …

Gerne auch als „FC-Andacht“ bezeichnet, ging es im Fußball-Gottesdienst tatsächlich „um alle Fans, um alle Spieler, um alle Ligen“. In den von FC-Anhänger und -innen vorgetragenen Fürbitten wurde für Toleranz, Fairness, eine unfallfreie Saison und Gewaltlosigkeit gebetet. Den „Geist der Klugheit“ erbat man für Schiedsrichter, Verantwortliche in Vereinen und in der Medienberichterstattung. „Lass alle erkennen, dass den Fans der gegnerischen Mannschaft nicht mit Hass und Gewalt begegnet werden darf, denn die andere Mannschaft ist unser Konkurrent, aber kein Feind.“

Erneut nahmen weit über tausend Menschen (fast) jeden Alters teil. Was diesen Termin immer wieder besonders macht? Fast alle Besuchenden kleiden sich in den Vereinsfarben Rot-Weiß. Mehrheitlich tragen sie Trikot oder Schal. Meistens beides. Sogar größere Fahnen werden dem Anlass entsprechend in der Kathedrale geschwenkt. Erst recht zum Finale, wenn die FC-Hymne „Mer stonn zo dir“ erklingt. Auch in diesem Jahr sangen die Fans in und außerhalb der Bankreihen enthusiastisch mit und sorgten mit ihren „lebendig gewordenen“ Schals für eine großartige Szenerie.

„Rot steht für das Martyrium, Weiß für die Auferstehung“

Im Altarraum verfügten der katholische Pfarrer Dr. Wolfgang Fey und sein evangelischer Kollege Markus Zimmermann, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord, über eine außergewöhnliche Perspektive auf das Geschehen. Auch sie interpretierten zum Orgelspiel von Simon Schuttemeier den Hymnen-Text und präsentieren ihre Schals. Eingangs hatte Fey vielsagend vertraut gemacht mit der liturgischen Bedeutung der Farben des Fan-Utensils und Clubs: „Rot steht für das Martyrium, Weiß für die Auferstehung.“

„Das ist ein tolles Bild“, eröffnete Superintendent Markus Zimmermann seine Ansprache. Er schwärmte im Altarraum von dem beeindruckenden Blick auf gefühlt zehntausende FC-Fans. Dieses Bild mache diesen ohnehin beeindruckenden Raum noch viel beeindruckender. Hauptsächlich gebe es zwei Räume in Köln, die beeindruckend seien: Der Dom und das RheinEnergie-Stadion – „wenn es gleich auch wieder so gefüllt ist, wie wir das kennen“.

Alles das, was den 1. FC Köln auch sportlich ausmache, „wäre nichts ohne euch, die Fans“, verdeutlichte Zimmermann. Um diese Fans würden wir beneidet in anderen Fußballhochburgen. Um Fans, die mitfieberten und zu ihrem Verein stünden. Die manchmal auch ein bisschen mitleiden müssten. „Aber das wird in dieser Saison nicht so oft vorkommen“, verbreitete Zimmermann Hoffnung.

„Solche offenen, begeisterungsfähigen, optimistischen Menschen brauchen wir“

Das Zueinanderstehen „passt eigentlich auch zu dem, was ich euch mitgeben will“, griff der Theologe einen Satz aus einem alten Psalm auf: „Gott stellt unserer Füße auf weiten Raum.“ Genau das sei das Geheimnis der Fans. „Dass ihr bodenständig seid. Dass ihr mit beiden Füßen auf der Erde steht.“ Aber das Allerwichtigste sei, „dass wir eure Herzen haben, die Herzen der Fans“. Es seien ganz unterschiedliche, tolle Menschen hier. Bei dem, was uns alle zusammenführt, gelte auch nicht katholisch oder evangelisch. Da gelte nur Fan vom FC zu sein. Das Geheimnis sei, dass Gott unsere Herzen weit mache, „auf dass wir zusammenstehen“. Derjenige, der diesen Satz vor über 2000 Jahren im Exil gesagt habe, habe gewusst: „Gott stellt meine Füße auf weiten Raum.“ Zimmermann nannte es ein Pfund, was wir in Köln hätten. Nämlich „euch Fans, die ihr zusammensteht, die ihr euch immer wieder begeistern lasst und die eben manchmal auch leidensfähig sind“. Das alles komme in diesem Psalmwort zum Ausdruck. Die Toleranz, die Begeisterung, die wir im RheinEnergie-Stadion immer wieder erlebten, sollten uns auch in dieser Saison beflügeln. Und sie sollten ausstrahlen auf unser Leben im Alltag, hofft Zimmermann. „Nämlich sich zu begeistern, zusammenzuhalten, offen zu sein, eben auch für andere Menschen, so unterschiedlich wie ihr auch alle seid.“

Und das sei ein Pfund, das weit über das samstägliche Spiel hinausgehe. „Solche offenen, begeisterungsfähigen, optimistischen Menschen brauchen wir.“ Wir bräuchten sie ebenso außerhalb des Stadions. „Wir brauchen sie in den Kirchen und in unserem Land“, appellierte er, die Demokratie zu schützen und zu stärken. Wir sollten handeln gemäß dem kölschen Motto: „Jede Jeck is anders“. Dabei fungiere auch der Verein 1. FC Köln selbst als Vorbild mit seiner guten Arbeit, die er weit über das Sportliche hinaus leiste. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Das würden wir erfahren und wahrnehmen, auch in dieser Saison. „Und dann werden wir mit Sicherheit auch erfolgreich sein“, so der Superintendent.

Fey stellte seiner Ansprache ein Gleichnis aus dem Evangelium nach Lukas voran. Dabei geht es einerseits um einen von seiner eigenen Gerechtigkeit überzeugten und sich über andere Menschen erhebenden Pharisäer. Andererseits um einen demütigen, Gott um Gnade bittenden Zöllner.

„Ein guter Fan, ein guter Club achtet darauf, sich nicht zu überheben“

Dieser Text enthalte den auch in diesem Moment wichtigen Gedanken, „dass wir uns nicht auf falsche Weise erhöhen“ sollten, erklärte der Leitende Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Pankratius in Köln-Junkersdorf. „Die größte Gefahr ist, dass wir denken, wir sind besser als die anderen, wir können mehr, wir haben sozusagen jetzt schon gewonnen, weil wir der FC sind. Wir sind sozusagen die allerbesten.“ Mit diesem falschen Gedanken aber schließe man alles das aus, was man wirklich brauche: spielerisches Können, wirkliches Fan-Sein, ein gutes Spiel machen, Fairness. „Ein guter Fan, ein guter Club achtet darauf, sich nicht zu überheben. Sondern alle mitzunehmen, und gut zueinander zu stehen“, fasste Fey zusammen.

In den Dom hatte er zwei Gedanken mitgebracht. Quasi einen für jede der beiden Halbzeiten des Spiels. Der erste kreiste um das 60-jährige Bestehen der Fußball-Bundesliga. Fey war die große Freude anzumerken im Austausch mit den Fans, dass natürlich der 1. FC Köln als erster Bundesliga-Meister Geschichte geschrieben habe. „Wisst ihr, was das Schönste dabei war?“, fragte er schalkhaft weiter. Dabei gestand er sich ein, jetzt das Gegenteil von dem zu tun, wozu er gerade noch geraten habe. „Wisst ihr, wer nicht dabei war? Genau, der FC Bayern München.“ Man komme nicht in die Kirche allein, um etwas zu erbitten, sondern auch, um Danke zu sagen, fuhr er fort. Vielleicht sei dieser Gottesdienst auch ein Dankeschön für sechzig Jahre zueinanderstehen, gutes Spiel und Erfolge, aber auch gut ertragene Misserfolge.

Feys zweiter Gedanke drehte sich um die Frage, was es zum Fußballspielen brauche. Beides hatte er mitgebracht, nämlich einen Ball und – der Pfarrer machte es spannend – eine Ballpumpe. Der beste Ball nutze nichts, wenn er nicht richtig mit Luft gefüllt sei, stellt der Pfarrer fest. Ihm sei aufgefallen, dass es für den Fahrradschlauch und das Innenleben eines Fußballs das alte griechische Wort Pneu gebe. Es bedeute Luft und Geist. „Ich glaube, die Fußbälle überall in der Liga sind identisch gut. Aber den Geist, den wir da reinpumpen, auf den kommt es eigentlich an.“ Diesen Geist wolle man erbitten. „Dass wir tatsächlich in einem guten Geist miteinander in die Liga gehen und dass wir spielen aus einem guten Geist heraus, alle, und dass uns dieser Geist nicht verlässt.“

„Ich wollte immer mal im Dom einen Fußball schießen“, erntete Fey Erstaunen und noch mehr ermutigenden Applaus. Schließlich verzichtete er auf die persönliche Umsetzung seiner Idee. Stattdessen fand er in Theo aus dem Nordbadischen einen Freiwilligen. Der aufgeweckte Achtjährige sorgte mit einem hohen Schuss vom Altarraum ins mittlere Kirchenschiff für ein Novum in der Geschichte des sakralen UNESCO-Weltkulturerbes in Köln. Zuvor hatte Fey dem jungen Fan versichert, die Hoffnung des FC auf seine Füße zu legen: „Man kann auch mit den Füßen beten.“

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Ökumenischer (Pop-)Gottesdienst mit Licht-Show begeistert die Massen im Kölner Dom

So voll sieht man den Kölner Dom allenfalls an Weihnachten. Draußen standen lange Schlangen von Menschen jeden Alters, die sich „One Heart“ nicht entgehen lassen wollten. Daniel Phan, evangelischer Vikar und Matthäus Hilus, katholischer Pfarrer, haben in einer Kooperation mit B.A.S.E., der „Lothar Kosse Band“ und „Koenige & Priester“ einen ökumenischen (Pop-)Gottesdienst mit Licht-Show auf die Beine gestellt, der für alle Teilnehmenden zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.

Die Menschen sangen begeistert mit.

Wer eines der begehrten Tickets ergattert hatte und schließlich im Dom stand, hatte erst einmal ein Aha-Erlebnis. Der Altarraum war zur Bühne umfunktioniert, dort stand ein komplettes Band-Equipment. Entsprechend war auch das Lichtkonzept umgesetzt, das Domschiff erstrahlte in violetten und tiefblauen Farben. Bestens gelaunte Domschweizer organisierten den Besucheransturm, sodass jeder seinen Platz bekam. Von sakraler Atmosphäre war zunächst nichts zu spüren, der Dom zeigte sich in seinem hohen Alter sehr flexibel, was die Stimmung anbelangt.

Lange Zeit haben Daniel Phan und Matthäus Hilus zusammen mit den anderen Organisatoren auf diesen Tag hingearbeitet. Alleine ein Sound- und Lichtkonzept für den Dom umzusetzen, gestaltete sich als Herkulesaufgabe, die bravourös geknackt wurde. Moderne Musik, aufwändige Lichttechnik und gelebte Gemeinschaft, das Alte achten und mit dem Modernen verbinden sowie eine kraftvolle Ökumene sichtbar machen, genau das waren die Kernanliegen des One Heart-Teams. Um eben das mitzugestalten, kamen die Besucher aus allen möglichen Ländern in den Dom. Getragen wurde das Ganze von B.A.S.E. (überkonfessioneller Jugendgottesdienst), der Lothar Kosse Band, der Band Koenige & Priester, der katholischen Stadtjugendseelsorge Köln, sowie dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region.

One Heart – Musik und Gebet

Nach einer kurzen Begrüßung ging es mit rockiger Musik von Koenige & Priester los, hinter deren Texten sich Gebete und Bibelzitate verbargen. Licht-Show und Publikumsbeteiligung erinnerten an ein Rockkonzert, die Menschen machten so begeistert mit, dass es Sängerin Florence Joy, ehemalige Gewinnerin der Castingshow Star Search auf SAT.1, die Tränen in die Augen trieb. Dazu gab es eine fetzige Tanz-Performance. „Wir haben einen Traum und leben den Traum mit euch“, ließ die Band dann auch das Publikum unter großem Beifall wissen. Florence Joy stand zusammen mit ihrem Ehemann Thomas Enns, der 2007 bei Deutschland sucht den Superstar (DSDS) den sechsten Platz belegte, und seinem Bruder Jonathan Enns auf der Bühne am Altar des Doms.

Daniel Phan im Kölner Dom

Danach betraten Daniel Phan und Matthäus Hilus die Bühne und begrüßten die Menschen im Dom. „Wir dachten nicht, dass so etwas im Dom geht – und es geht“, freute sich Matthäus Hilus. „One Heart ist aus einem gemeinsamen Traum entstanden: Nämlich mit Menschen aus verschiedenen Glaubenshintergründen etwas Besonderes zu feiern“, leitete Daniel Phan seine Predigt ein. Wichtig sei ihm die Einheit aller Menschen über die Liebe: „Wir wollen dabei groß machen, was uns im christlichen Glauben und im Leben allgemein vereint: Nämlich, dass die Liebe, uns Menschen verbindet. Und diese Liebe, die Kraft hat, alles zu verändern“. Das Fundament, das den christlichen Glauben trägt, sieht er in der Person Jesu Christi, der immer und überall an der Seite der Menschen stehe und jeder von ihm angenommen werde: „Weder meine Ängste, mein Scheitern, noch mit dem, was mir vermeintlich gut gelingt im Leben, bestimmen mich als Menschen, sondern das Wissen darum, dennoch angenommen zu sein – von Menschen, die dich lieben, von Gott“. Weiter ging es mit der Lothar Kosse Band, die Gebete und Szenen aus der Bibel mit einfühlsamer Musik präsentierte.

Kurz vor Schluss der Veranstaltung wurden Fürbitten von Vertretern verschiedener Kirchen verlesen. Alissa Höhne, theologische Referentin des Ev. Jugendreferates Köln und Region, stellte die Vielseitigkeit und Buntheit der Gemeinschaft im Kölner Dom in den Mittelpunkt ihrer Fürbitte: „Lass uns die zahlreichen Farben und Talente sehen, mit denen du uns beschenkt hast, erkennen, dass jeder hier einzigartig ist und nicht vergessen, dass du uns verbindest. Wir bitten dich, dass du unsere Farben in Harmonie zusammensetzt, dass wir unseren Platz finden in dieser Gemeinschaft, dass wir mit dir aufblühen, wie der Frühling nach dem Winter“.

Zum Schlusslied der Lothar Kosse Band „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ wurde im Dom, soweit es der Platz zuließ, getanzt und gesungen und sich umarmt, bevor sich der Dom dann langsam leerte. Viele Menschen blieben noch eine Weile sitzen und ließen das Erlebte in der Umgebung des Domes auf sich einwirken.

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Text: Dr. Klemens Surmann
Foto(s): Dr. Klemens Surmann/APK (Slider: Kay-Uwe Paulen Krake)

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