Unsere Wochentipps: Musikalische Reisen, beeindruckende Shows und kulturelle Besichtigungen

Tauchen Sie ein in eine musikalische Reise mit Werken von Scarlatti und Bach bei den Kirchentönen im AntoniterQuartier Köln, erleben Sie J.S. Bachs Himmelfahrtsoratorium im Altenberger Dom, genießen Sie die beeindruckende Show „Hopeless – Ein bisschen Hoffnung für die Menschheit?!“ des Zirkus „Aqua Santos“ in der Kirche zum Heilsbrunnen in Bergisch Gladbach, lassen Sie sich von den Zündorfer Kinderchor-Musicalaufführungen „Joseph und seine Brüder“ in der Pauluskirche Zündorf begeistern oder erkunden Sie den historischen Krebelshof in Worringen bei einer Besichtigung im Rahmen von „NaTour und KulTour“.

 

19.05.2023, 18:30
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Schildergasse 57, 50667 Köln
KirchenTöne: „… ma cantabile“
Kirchentöne: „… ma cantabile“; Werke von Scarlatti und Bach mit Tatjana Vorobjova, Cembalo

„… ma cantabile“, Werke von Scarlatti und Bach mit Tatjana Vorobjova am Cembalo, gibt es am 19. Mai um 18.30 Uhr im AntoniterQuartier, Schildergasse 57, 50667 Köln. Die Konzert-Reihe existiert seit über 20 Jahren und dient nicht nur Kölner Kantor:innen und ihren Ensembles als Podium. Hier finden auch immer wieder auswärtige Künstler:innen Raum und Gelegenheit ihr Schaffen zu präsentieren. Der stilistische Schwerpunkt liegt in der Pflege der traditionellen Kirchenmusik mit Orgel- und Chorkonzerten, aber auch die zeitgenössische Musik ist ein fester Bestandteil der Programme.

20.05.2023, 14:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Soli, Chor und Orchester
J. S. Bach: Himmelfahrtsoratorium

J. S. Bachs Himmelfahrtsoratorium BWV 11 gibt es am Samstag, 20. Mai, um 14.30 im Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg – mit J. Haydn: Nelsonmesse (Missa in Angustiis) in d für Soli, Chor und Orchester. Mit Anna Herbst, Sopran, Elvira Bill, Alt, Daniel Jeremy Tilch, Tenor, Dominic Kron, Bass, Capella nova Altenberg, Neues Rheinisches Kammerorchester Köln, und Dirigent Rolf Müller. Der Eintritt kostet 25 Euro. Vorverkauf im Altenberger Dom-Laden sowie über ticket@capella-nova.de.

www.andreaskirche-schildgen.de

20.05.2023, 18:00 und 21.05.2023, 16:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Kirche zum Heilsbrunnen, Im Kleefeld 23, 51467 Bergisch Gladbach
Zirkus „Aqua Santos“
„Hopeless – Ein bisschen Hoffnung für die Menschheit?!“

Auch in diesem Jahr präsentieren die Kinder und Jugendlichen des Zirkus „Aqua Santos“ ganz stolz ihre Show in der evangelischen Kirche Kirche zum Heilsbrunnen, Im Kleefeld 23, 51467 Bergisch Gladbach. Am Samstag, den 20.05.2023 um 18 Uhr und am Sonntag, den 21.05.2023 um 16 Uhr, kann man „Hopeless – Ein bisschen Hoffnung für die Menschheit?!“ in vollen Zügen genießen.

21.05.2023, 15:00
Evangelische Kirchengemeinde Porz
Pauluskirche Zündorf, Houdainer Straße 32, 51143 Porz
Zündorfer Kinderchor
Zwei Musicalaufführungen „Joseph und seine Brüder“

Der „Zündorfer Kinderchor“ lädt ein zu seiner diesjährigen Musicalaufführung am Sonntag, 21. Mai, in die Pauluskirche Zündorf, Houdainer Straße 32, 51143 Porz. In zwei Aufführungen – um 15 Uhr und um 16.30 Uhr – singen und spielen die Kinder das Musical „Joseph und seine Brüder“ von Christine Gschwandtner. Die spannende Geschichte aus dem alten Testament wäre heute sicherlich ein idealer Stoff für eine große Fernsehserie. Eifersucht, Liebe, Neid, Hungersnöte, aber auch Versöhnung sind zentrale Aspekte der Geschichte. Der „Zündorfer Kinderchor“, der von Kantor Thomas Wegst im Jahre 2003 gegründet und seitdem geleitet wird, umfasst aktuell 32 Kinder und hat in diesem Jahr bereits sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Seit vielen Jahren findet der Chor in Kooperation mit der Grundschule Schmittgasse statt. Der Eintritt ist frei.

www.kirche-porz.de

23.05.2023, 15:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Pesch
Krebelshof, Further Weg 1, 50769 Köln
„Natour und KulTour“
Besichtigung des Krebelshofes in Worringen

Im Rahmen von „NaTour und KulTour“ gibt es am 23. Mai eine Besichtigung des Krebelhofes in Worringen. Los geht es um 15 Uhr am Further Weg 1, 50769 Köln-Worringen. Der Krebelshof ist ein denkmalgeschützter Vierkanthof in Köln-Worringen in dem verschiedene Angebote für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien stattfinden. Seit Frühjahr 2013 findet im „neuen“ Jugend- und Kulturzentrum Krebelshof mit neuem Team und neuem Konzept wieder Jugend- und Kulturarbeit statt. Das Herzstück ist derzeit der Jugendtreff, in dem Kinder und Jugendliche chillen, spielen, quatschen und Freunde treffen können. Außerdem gibt es verschiedene offene Gruppenangebote, feste Gruppen und Kurse. In den Ferien finden unterschiedliche Ferienprogramme und Zeltlager statt, darüber hinaus gibt es verschiedene Events und Veranstaltungen.

Text: APK
Foto(s): APK/Canva

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Gottesdienst in der Kartäuserkirche zum Abschluss des 5. Kurses der Ausbildung in Seelsorge für Ehrenamtliche

Dank und Freude, Ermutigung und Stärkung prägten den Gottesdienst zum Abschluss des 5. Kurses (2022/23) „Lebenswege begleiten – Ausbildung in Seelsorge für Ehrenamtliche“ im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region. Mit dem Gottesdienst in der Kartäuserkirche werde eine Ausbildung von fast 1,5 Jahren rund, begrüßte Pfarrer Karsten Leverenz nicht allein die acht Kursteilnehmenden und etliche ihrer Angehörigen. Zugegen waren zudem die hauptamtlichen Mentorinnen und Mentoren, die die Auszubildenden in ihren Praxisfeldern begleitet haben. Zu diesen zählen die Krankenhausseelsorge, Altenheimseelsorge, Gefängnisseelsorge, Gehörlosenseelsorge und Seelsorge in verschiedenen Bereichen von Kirchengemeinden.

Mit Silke Schmidt und Hartmut Melenk hieß Leverenz auch zwei Mitglieder des Verbandsvorstandes willkommen. Beide hatten am vorausgegangenen Kolloquium teilgenommen. In dessen Verlauf sei man laut Leverenz noch einmal „miteinander im Gespräch“ gekommen. Man habe sich ausgetauscht, wie die Ausbildung erfahren worden sei und was sie ermögliche.

Gemeinsam mit Leverenz führte Pfarrerin Dagmar Schwirschke die Ausbildung durch. „Gott, wir danken Dir für diesen Gottesdienst“, sprach sie vor der Lesung (Das Salz der Erde, Mt 5,13-16). In der Ausbildungszeit habe man Bewährtes und Vertrautes neu bewertet, anderes habe Verfestigung erfahren. Schwirschke würdigte die miteinander erfahrene Offenheit, das miteinander Ringen, das gemeinsame Lachen und die geteilte Freude. „Wir schauen auf die Erfahrungen, die sie in den ganz verschiedenen Seelsorge-Feldern gemacht haben“, stellte die Pfarrerin fest und: „Wir sind gewachsen.“

Bislang habe jeder Kurs ein eigenes Gesicht gehabt, blickte Leverenz eingangs seiner Predigt auf das Ausbildungs-Angebot. Es sei immer wieder ein neues Unterfangen, um nach 15 bis 16 Monaten festzustellen, wohin die Reise gegangen sei. Den nun beendeten Kurs charakterisierte der Krankenhausseelsorger als „besonderen“. Er attestierte ihm ein „sehr starkes spirituelles Fundament“. Die Teilnehmenden hätten sich aufgeschlossen auf dieser spannenden Reise mit Gesprächen von großem Gewinn eingelassen auf Prozesse und ihre eigene Biografie.

Mit Johannes 9,1-7 (Heilung eines Blindgeborenen) hatte Leverenz nach eigener Aussage eine „besondere Geschichte mitgebracht“. Jesus sei dem Blinden nicht zufällig begegnet, sondern weil er offen gewesen sei, sich eingelassen habe auf das, wen und was er antreffe. „Das ist nah an ihrer Praxis“, zog Leverenz eine Parallele zur Arbeit der Ehrenamtlichen. Diese sei ein großes Einlassen „auf das, was ihnen begegnet, auf das, was da ist“. „Sie können vor dem Besuch etwas planen, wovon der andere vielleicht nichts versteht. Oder sie können offen sein für das, was sich gerade im Moment aktualisiert.“

Jedoch sei es nicht ganz so einfach, offenzubleiben, gab der Pfarrer zu bedenken. „Wir haben den Impuls, etwas wie Leid irgendwie verstehen zu wollen, weil es fassbarer wird.“ Deshalb fragten wir, vergleichbar mit den Jüngern, nach der Ursache. Aber Jesus blocke ab. Denn das Wesentliche sei nicht die Ursache, sondern das Einlassen auf den Menschen. Und so habe man auch im Kurs vermittelt: „Bleibt bei Eurem Gespür, bleibt bei dem, was da ist.“

In der Ausbildung habe man viel gelernt, so Leverenz. Auch gelernt, durch aktives Zuhören Menschen stützend zu dienen. Lösungsorientierung sei dabei nicht gefragt. „Ich muss nichts bewirken, nichts schaffen“, ging Leverenz auf das Geheimnis der Seelsorge ein. „Ich darf mich öffnen, da sein, sehen, lernen.“ Wir sähen und ließen uns ein auf eine Lebensgeschichte, eine Krankheitsgeschichte. Die Begegnung auf einer tieferen Ebene bezeichnete der Pfarrer als das Herzstück der Seelsorge. Im Anderen vom Geheimnis des Lebens zu entdecken. Im Anderen ein Ebenbild Gottes zu spüren. Wir tauchten mit den anderen in eine uns tief verbindende Wirklichkeit. Dabei gehe es weniger um Deutung. „Es geht darum, dass ich mich einlasse. Um Erfahrung und tiefe Verbundenheit mit den anderen zu spüren und zu schmecken.“ Der andere sei ebenso einzigartig wie wir selbst.

Begegnung mit all ihren Grenzen und mit all ihrer Fülle – „sie werden sie leben und verkörpern“ und reich beschenkt aus ihnen herausgehen können, versicherte Leverenz den Teilnehmenden. Einander so zu begegnen, habe Wirkung, stellte der Seelsorger fest. „Es ist ein Sehen und angesehen werden. Sowohl bei den anderen als auch bei sich selbst“, nannte er es ein gegenseitiges Geschehen in der Gegenwart Gottes und des Leidens. Es sei ein Risiko, dass wir immer wieder eingingen. „Wir wissen nicht, was uns erwartet. Aber mit dieser Haltung dürfen wir in Begegnungen hineingehen“, um die Wirklichkeit zu spüren, um zu erleben, zu entdecken, wer wir wirklich seien. Das wünschte Leverenz den Ausgebildeten über ihre Tätigkeit in der Seelsorge hinaus für ihr gesamtes Leben.

Bevor Torsten Krall, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, den Kursteilnehmenden ihre Urkunden überreichte, richtete auch er Worte der Ermutigung und des Dankes an sie. Dank und Lob durften ebenso die Ausbildenden Leverenz und Schwirschke sowie die Mentorinnen und Mentoren entgegennehmen. Krall ist im Kirchenverband für die Seelsorgebereiche und damit auch für die Ausbildung Ehrenamtlicher in Seelsorge zuständig.

Die Tageslosung „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, Euer Gott“ (3 Mose 19, Vers 2) passe zur Ausbildung, stellte Krall fest. Da die Losung bei ihm zunächst Druck ausgelöst habe, habe er sich erinnert, im Studium mal etwas Befreiendes gelernt zu haben. „Es geht nicht darum, was ich richtig mache und sage, sondern in Kontakt zu sein mit Gott. Ich bin in Kontakt – dann warte ich ab, was passiert. Das passt wunderbar zu dem, was Seelsorge ist.“

Das Gefühl, man müsse die richtigen Worte finden, führe zum gleiche Druck-Empfinden. Aber es komme auf den Kontakt an. „Und darauf, zu warten, was passiert.“ Hier säßen ein paar Heilige, die es ausprobiert hätten, sagte Krall. „Wie geht das, heilig zu sein? Wenn du es wagst, dann passiert es.“ Es gehe darum, das Warten auszuhalten und zu schauen, was daraus entstehe. „Ich freue mich, dass sie sich als Heilige auf den Weg machen“, sagte der Superintendent. Wir bräuchten Heilige, die den selbstlosen Kontakt wagten, den Glauben und das Vertrauen weitertrügen. Heilige, die Begegnung versuchten im Vertrauen, es werde schon etwas passieren. „Dann hat das Wirkung. Die Welt, auch die Kirche, braucht solche Menschen, die auf andere zugehen – und Gott braucht sie auch.“

„Die Ausbildung möchte Ehrenamtliche, die andere Menschen in unterschiedlichen, oft auch schwierigen und bedrängenden Situationen seelsorglich begleiten wollen, auf diese Aufgabe gut vorbereiten“, fasste Schwirschke nach dem Gottesdienst zusammen. „Mit Hilfe theoretischer Einheiten, durch die Arbeit an der eigenen Person und in vielen verschiedenen Übungen gewinnen die Ehrenamtlichen Sicherheit, Ruhe und das Vertrauen, ein Gespräch gut führen zu können, ohne jemals im Voraus wissen zu können, was ihnen im Gespräch und im Kontakt mit dem Gegenüber begegnen wird.“ Die auch in der Gehörlosenseelsorge des Kirchenverbandes und als Gestalttherapeutin tätige Pfarrerin informierte, dass nach den unterschiedlichen Modulen beinhaltenden Ausbildung allen Ehrenamtlichen Supervisionsgruppen angeboten würden, „um in ihrem Dienst weiter für sie da zu sein und sie möglichst gut zu versorgen“.

Eine der aktuellen Absolventinnen ist Beate Wegener: „Zu Beginn meines Ruhestandes hatte ich den Wunsch, mich ehrenamtlich in der evangelischen Kirche zu engagieren, indem ich Menschen in einer Senioreneinrichtung besuche und begleite. Dieses wollte ich aber nicht tun, ohne gut darauf vorbereitet zu sein“, nannte sie nach dem Gottesdienst ihre Motivation. In der Ausbildung habe sie gelernt, „wie wichtig es ist, dem Gegenüber gut zuzuhören, sich Zeit zu nehmen, um ihn/sie kennenzulernen und dadurch ins Gespräch zu kommen“. Wegener erinnerte an Rollenspiele in Kleingruppen zur Einübung von Gesprächssituationen, „die uns in unserem Dienst begegnen können“. Ebenso intensiv und hilfreich habe sie die anschließende Besprechung, die Reflexion durch die Dozierenden empfunden. „Gerade auch Rollengespräche, die nicht so verlaufen sind, wie es sich die ´Seelsorgerin´ in der Übungssituation gewünscht hätte, wurden professionell analysiert und waren kostbar für die eigene Tätigkeit.“ Da man parallel zur theoretischen Ausbildung bereits den Dienst im jeweiligen Seelsorgefeld habe aufnehmen können, „war es möglich, das in den Rollenspielen Erlernte in der Praxis anzuwenden“. Wegener schätzt den Kurs nicht nur im Hinblick auf die Begleitung der von ihr besuchten Menschen. Auch für die eigene Person bedeute dieser eine Bereicherung und Weiterentwicklung. Denn man habe sich ebenso „intensiv mit Themen wie Glaube und Tod und Sterben auseinandergesetzt.“

 

 

Weitere Informationen zum Angebot

Das zweistufige Angebot „Lebenswege begleiten – Fortbildung und Ausbildung in Seelsorge für Ehrenamtliche“ als Basis- und Aufbaukurs richtet sich an Ehrenamtliche, die andere Menschen seelsorglich schon begleiten beziehungsweise zukünftig begleiten möchten und Interesse an einer Erweiterung und Vertiefung ihrer Kompetenzen haben: Lebenswege begleiten – Ausbildung in Seelsorge für Ehrenamtliche – Evangelischer Kirchenverband Köln und Region (kirche-koeln.de)

 

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Katharina Haubold: „Freue mich auf die Menschen im Veedel“

Die 2015 in Köln Mülheim gegründete Initiative beymeister versteht sich als Lernstätte für die Entwicklung von Spiritualität mit Menschen, die am Rande von Kirche stehen. Die beymeister interessieren die Menschen in Mülheim mit ihren Geschichten. Was bewegt die Leute? Wohin treibt es sie? Und was wünschen sie sich? Seit Juni 2020 ist die Initiative beymeister ein Erprobungsraum in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Katharina Haubold ist neue beymeisterin – und freut sich auf Begegnungen und Erfahrungen mit Menschen im Veedel.

Können Sie etwas über sich sagen, aus welchem Bereich/welchen Bereichen Sie kommen?

Katharina Haubold: Ich habe die letzten sieben Jahre im Bereich Fresh X an der CVJM Hochschule und beim Fresh X Netzwerk e.V. gearbeitet. Insbesondere habe ich dort die Weiterbildung von Menschen, die in Pionierbereichen Kirche gestalten, verantwortet. Es begeistert mich, wenn Menschen miteinander Gott in der Welt und ihrem Leben entdecken und daraus ergänzende Formen von Kirche entstehen.

Wie sind Sie zu den beymeistern gekommen?

Katharina Haubold: Ich kenne die beymeister seit ihrer Gründung und habe schon immer gedacht: Eine solche Form von Kirche wäre auch etwas für mich. Da wäre ich gerne dabei. Als ich dann die Stellenausschreibung sah, hat sie mich sofort fasziniert, aber aufgrund meiner beruflichen und privaten Situation passte eigentlich weder ein Umzug noch ein Stellenwechsel. Das hat dann noch einige Zeit gebraucht, bis ich es gewagt habe, den Entschluss zu fassen, neu aufzubrechen. Glücklicherweise passte das auch für den Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch und die beymeister.

Was sind die beymeister – wofür stehen sie?

Katharina Haubold: Die beymeister sind eine kirchliche Initiative in Köln-Mülheim, die fragt: Was braucht Mülheim ergänzend zu den Formen von Kirche, die es hier schon gibt. Wer kann sich hier in den bestehenden Formen von Kirche nicht beheimaten und was brauchen diese Menschen von und mit Kirche?

Womit beschäftigen Sie sich gerne privat?

Katharina Haubold: Ich bin sehr gerne draußen unterwegs – ob Städtetour oder Natur. Gerne mit dem Fahrrad oder auf dem Stand Up Paddel Bord. Und ich mag es, Menschen neu und tiefer kennenzulernen. Außerdem kann ich stundenlang Podcasts und Hörbücher hören.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Katharina Haubold: Ich wünsche mir eine Kirche in vielfältiger Gestalt, in der unterschiedlichste Menschen reale Hoffnung erleben und aus dieser Hoffnung diese Welt gestalten.

Worauf freuen Sie sich?

Katharina Haubold: Auf Begegnungen und Erfahrungen mit Menschen im Veedel.

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Jason Liesendahl (Offenbach)

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Regionalisierung, Segensbüro und Zentrum für Innovationen – Die Frühjahrssynode des Ev. Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch beschäftigte sich mit konkreten Zukunftsvisionen

Der Evangelische Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch hat sich das Thema Zukunft auf die Fahnen geschrieben. Das wurde mehr als deutlich bei der Frühjahrssynode 2023 im Bürgerzentrum Steinbreche in Refrath, die von der Doppelspitze Superintendent Torsten Krall und Assessorin Kerstin Herrenbrück geleitet wurde.

Pfarrerin Anja Fresia begrüßte die Synodalen in der Kirche in Refrath

Die Synode begann mit einem Gottesdienst, den die Pfarrerinnen Anja Fresia und Astrid Krall-Packbier leiteten. Andreas Meisner zeichnete für die Musik verantwortlich. Der Gottesdienst in der Kirche am Vürfels stand unter dem Motto „Ein Gruß aus der Familienkirche“. Beide Pfarrerinnen wirken im Arbeitskreis „Kirche mit Kindern“ des Kirchenkreises mit. „Es heißt oft, die Kinder seien die Zukunft der Kirche. Ich halte das für falsch. Wenn die Kinder nicht die Gegenwart der Kirche sind, wird das mit der Zukunft schwierig“, sagte Anja Fresia. Astrid Krall-Packbier erzählte eine Geschichte aus der Bibel, die in den Tagen nach Ostern spielte. Dazu malte sie eindrucksvolle Sandbilder, die auf eine Leinwand projiziert wurden.

Superintendent Torsten Krall stellte die Pläne für die Zukunft des Kirchenkreises vor

Bei den Beratungen im Bürgerzentrum stand als Erstes die Bildung von Regionen auf der Tagesordnung. Ziel soll sein, dass in den Regionen, die für in der Zukunft gebildet werden sollen, die Gemeinden als stabile und tragfähige Größen zusammenwachsen. „Kerstin Herrenbrück und ich haben alle Presbyterien besucht und mit ihnen über die Regionen gesprochen. Wir haben Widerstand erlebt, Ängste, aber auch die große Lust auf was Neues“, erklärte Superintendent Torsten Krall. Die Rückmeldungen reichten von „Ich muss mich verändern – ich darf mich verändern“ bis hin zu „ich kann mich verändern“. Jetzt gehe es darum, in den Meinungsaustausch zu kommen, um sich zu einigen, was man wolle. „Wir haben eine ermutigende Offenheit in den Presbyterien erlebt.“

Assessorin Kerstin Herrenbrück erläuterte den Austausch der Synodalen in Kleingruppen

Synodalassessorin Kerstin Herrenbrück berichtete aus der Steuerungsgruppe, die über die Bildung der Regionen berät. „Wir haben eine Beraterin dazu geholt, die sich mit solchen Prozessen auskennt. Sie hat uns empfohlen, das Thema heute auf die Tagesordnung zu setzen. Wir wollen heute ins Gespräch kommen. Wir wollen unverbindlich klären, was verloren gehen könnte und was auf keinen Fall verloren gehen darf. Was uns Mut macht und was wir an Ressourcen einbringen können. Wir erwarten heute keine verbindlichen Ideen. Wir sind sehr offen. Alles ist dynamisch.“ In Kleingruppen diskutierten die Synodalen über die Regionalisierung. In jeder Arbeitsgruppe wurden Ideen und Impulse gesammelt, die in der Steuerungsgruppe weiter beraten werden. So soll eine möglichst große Partizipation erreicht werden.

Um die Zukunft des Kirchenkreises geht es auch im „Zentrum Innovation“. Die Herbstsynode des Kirchenkreises hatte 2021 beschlossen, die Implementierung neuer Gemeindeformen und Innovationen anzugehen. Dazu hatte sich ein „Thinktank“ aus Mitgliedern des Kreissynodalvorstands, Pfarrpersonen und Jugendreferentinnen und -referenten gebildet. Skriba Sebastian Baer-Henney gab auf der Synode einen Überblick über den aktuellen Planungsstand. „Die Pfarrpersonen leisten allesamt sehr gute Arbeit. Die ist unfassbar wertvoll. Wir haben spannende Aufbrüche in der Coronazeit erlebt. Gleichzeitig schrumpfen die Gemeinden, wenn man auf die Mitglieder und die Zahl der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher schaut. Das sorgt für Frustration.“

Skriba Sebastian Baer-Henney stellte das Konzept „Zentrum Innovation“ vor

Baer-Henney schlug vor, zu versuchen, neue Menschen zu erreichen und gleichzeitig die Kerngemeinde nicht zu vernachlässigen. Neue Menschen sollen als „Frischzellenkur“ betrachtet werden. Konkret möchte der Kirchenkreis mit den Gemeinden ein „virtuelles Zentrum für Innovation“ aufbauen. Die Gemeinden zahlen pro Gemeindeglied einen Euro pro Jahr, der Kirchenkreis verdoppelt diese Summe. Mit dem Geld sollen Innovationsberaterinnen und -berater bezahlt werde, die die Kirchengemeinden zeitlich begrenzt begleiten und innovative Initiativen stärken.

Es gehe darum, Fragen zu stellen, die im Gemeindealltag niemand mehr stelle, sagte Baer-Henney weiter. Dabei sollen Ideen erarbeitet werden, mit denen Dinge erprobt werden können. Für die diesjährige Herbstsynode erarbeitet der Thinktank eine Beschlussvorlage, über die die Synodalen befinden können. „Wir würden gerne Rückmeldungen aus den Gemeinden erhalten und die in die Vorlage einarbeiten“, schloss Baer-Henney seinen Vortrag.

Der Synodalälteste Jörg Rehnitz erläuterte den Stand der Dinge in Sachen Freizeitheim Stolzenberg. Ein Arbeitskreis, in dem er mitgearbeitet hat, empfiehlt den Weiterbetrieb des Freizeitheimes in der aktuellen Form. Die finanziellen Verluste des Hauses würden geringer und sollen mit Kirchenkreismitteln ausgeglichen werden. Der Arbeitskreis rät darüber hinaus zu einer Verbesserung des Angebotes. Kooperationen mit einem Cateringbetrieb und mit Erlebnispädagoginnen und -pädagogen konnten schon angegangen werden. Das alles stehe unter dem Vorbehalt, dass erhebliche Investitionen nötig seien, um das Haus bis 2035 klimaneutral umzurüsten, wie es ein Beschluss der Landessynode vorgebe. Darüber solle in den Gemeinden diskutiert werden.

In die Zukunft gerichtet ist auch die Idee des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, ein sogenanntes Segensbüro einzurichten. „Das Tauffest im Rheinpark war ein Riesenerfolg. So etwas kann nicht aus den Gemeinden heraus organisiert werden. Zuständig für den Beschluss wäre allerdings nicht die Synode, sondern die Verbandsvertretung“, berichtete Superintendent Krall. Er ist Mitglied des Arbeitskreises, der das Konzept für diese Servicestelle für Kasualien vorbereitet hat. „Ich kriege es nicht zusammen – wir bekommen fast ausnahmslos positive Rückmeldungen nach Taufen, Beerdigungen und Hochzeiten“, sagte der Superintendent, doch gleichzeitig würde die Zahl der evangelischen Menschen, die diese Angebote wahrnehmen, sinken.

„Die Leute, die bei einer schönen Hochzeit waren, sagen, dass sie das auch erleben möchten. Unser Problem ist nicht die Qualität, sondern die Werbung“, zog er sein Fazit. Und da komme das Segensbüro ins Spiel. Die Mitarbeitenden dieses Serviceteams sollen die interessierten Menschen mit den Gemeinden zusammenbringen und so helfen, vor allem die Zahl der Taufen und Hochzeiten zu erhöhen. „Wir denken an ein multiprofessionelles Team. Sie machen ein paar Sachen, die man „ins Schaufenster“ stellen kann, wie beispielsweise das Tauffest.“ Aber auch Außergewöhnliches kann hier umgesetzt werden, wie zum Beispiel eine Heavy-Metal-Hochzeit, beschrieb der Superintendent die Zukunft. Das Büro soll eng begleitet und die Arbeit evaluiert werden.

Personalia:

Für Stephan Romot, Pfarrer aus Lindlar, Erika Juckel, Pfarrerin aus Rösrath und Dr. Harald Januschewski, unter anderem Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhäuser im Weyertal in Köln und in Bergisch Gladbach, war dieser Abend die letzte Synode. Sie wurden von Superintendent Torsten Krall und Assessorin Kerstin Herrenbrück gemeinsam verabschiedet.

Zur stellvertretenden Synodenältesten wählte die Synode Katja Gärtner aus der Gemeinde Bergisch Gladbach. Rainer Gutmann aus Mülheim und Claudia Heidkamp aus Bensberg werden den Kirchenkreis in Zukunft auf der Landessynode vertreten. Die Synode wählte Pfarrer Volkher Preis, Seelsorger in der LVR-Klinik Merheim, zum Synodalbeauftragten für Seelsorgeaus- und -fortbildung und Supervision. Ewald Stephan aus der Gemeinde Bensberg ist neues Mitglied im Finanzausschuss des Kirchenkreises.

 

Ev. Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch

Der Evangelische Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch umfasst mehr als der Name auf den ersten Blick aussagt: von dem rechtsrheinischen Teil der Millionenstadt Köln erstreckt sich der Kirchenkreis über Rösrath und Bergisch Gladbach hinaus bis nach Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis und Lindlar im Oberbergischen Kreis und schließt auch den Altenberger Dom mit ein.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann / APK

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Evangelisch.läuft am 4. Juni – Jetzt anmelden!

Evangelisch.läuft ist die Beteiligung der evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen in Köln und Region an kirche.läuft.de. Jeder ist willkommen, egal ob Kind oder Erwachsener, ob mit oder ohne Behinderung. Auch die Evangelische Kirche in Köln und Region lädt zu dem inklusiven Sportfest ein. Seien Sie und Ihre Gemeinde mit dabei – jetzt anmelden! Sportbeauftragter Marco Beumers läuft mit – und wartet schon sehnsüchtig auf seine neuen Laufschuhe:

Was ist das Besondere an Evangelisch.läuft?

Marco Beumers: Der Stadionlauf war in den letzten Jahren katholisch geprägt. Mit evangelisch.läuft haben wir ein eigenes Angebot geschaffen. Uns sind alle herzlich willkommen, unabhängig von ihrer Glaubensrichtung, um aktiv am Lauf oder als Zuschauende an dem Familien.Spiele.Fest teilzunehmen.

Wo und wann findet es statt?

Marco Beumers: In diesem Jahr findet es am Sonntag, 4. Juni 2023, am RheinEnergieSTADION in Köln statt. Die Ausgabe der Startunterlagen beginnt um 12:00 Uhr und schon um 13:00 Uhr beginnt das erste Highlight, der Bambini-Lauf!

Wer kann mitmachen?

Marco Beumers: Der Lauf ist so aufgebaut, dass dieser auch für Untrainierte zu schaffen ist. Wir freuen uns auf alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, ob jung oder etwas älter, mit oder ohne Sprachbarrieren, mit einer Behinderung oder ohne. Wer teilnehmen möchte, aber die Sorge hat, es nicht zu schaffen, kann sich jederzeit an uns wenden: Wir sind gerne bereit, als Unterstützung und zur Motivation nebenher zu laufen. Zusammen bekommen wir das auf jeden Fall hin, nur Mut!

Wo kann man sich anmelden?

Marco Beumers: Die Anmeldung findet online über die Seite www.stadionlauf-koeln.de statt. Nach dem 28. Mai fallen Nachmeldegebühren an. Diese fallen unterschiedlich an – von zwei bis fünf Euro -, je nach avisierter Laufstrecke.

Laufen Sie mit und trainieren schon?

Marco Beumers: Angemeldet bin ich und beabsichtige auch mitzulaufen. Leider sind meine neuen Laufschuhe noch nicht da (lacht).

www.stadionlauf-koeln.de

Alle Läufe in der Übersicht:

Bambinilauf

Laufspaß für die ganz Kleinen. Jeder, der Jahrgang 2016 oder jünger ist, kann an den Start der 660 m-Runde gehen. Im Ziel bekommt man natürlich eine Medaille, die man zuhause stolz allen zeigen kann.

Freies Kurzstrecken-Rennen

Der Lauf für Menschen mit und ohne Behinderung über eine Distanz von 1,3 km – natürlich mit Zeitmessung: Für alle, die sich einmal alleine oder gemeinsam am Laufsport probieren wollen.

2 km Schülerlauf

Für alle Kinder und Jugendlichen des Jahrgangs 2008 und jünger. Hier kann man erste Wettkampferfahrung sammeln – oder einfach nur die Strecke genießen und sich von seinen Freunden und der Familie anfeuern lassen.

5 km-Lauf

Für alle Laufanfänger oder Kurzstreckenliebhaber ist der 5 km Lauf genau das Richtige – einmal geht es hier durch den Kölner Stadtwald mit Start- und Ziel am RheinEnergieStadion.

10 km-Lauf

Doppelte Länge = doppelter Spaß. Hier durchläuft man zweimal den 5 km Rundkurs. Am Ende erwartet einen ein großartiger Zieleinlauf und eine 1A-Zielverpflegung.

10 Meilen-Lauf

Die 10 Meilen findet man als Wettkampfangebot im Kölner Raum nur sehr selten. 16,093 km. Eine Auftaktrunde vor dem Stadion und dreimal durch den Stadtwald. Hier kann man sich so richtig austoben und eine seltene Laufdistanz als erledigt abhaken.

Family & Friends-Lauf

Der Volkslauf für Familien-, Vereins- und Freundeskreise: Ein Team besteht aus mindestens 3 bis maximal 5 Läufern. Alle Teammitglieder müssen gleichzeitig ins Ziel kommen. Die Streckenlänge beträgt 5 km. Der Mannschaftsführer erhält einen Transponder zur Zeitmessung für das ganze Team. Eine Siegerehrung erfolgt nicht, aber alle Teams erhalten ihre Laufzeit und natürlich die Urkunden. Bitte beachten, dass nachträglich keine Läufer zu bestehenden Teams hinzugefügt werden können.

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Thorsten Levin/APK

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Aktionswoche „Verbrannt und verbannt“: EL-DE-Haus setzt Zeichen gegen Bücherverbrennungen

„verbrannt & verbannt“ – unter diesem Motto erinnert der Verein EL-DE-Haus, Förderverein des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, an die Bücherverbrennungen durch die Nazis vor 90 Jahren. Er bittet Institutionen, Vereine, Schulen, Buchhandlungen und Geschichtswerkstätten im Rahmen einer Aktionswoche von heute, 10. Mai, bis Mittwoch, 17. Mai, aktiv zu werden. Es geht dabei nicht nur um die in der Vergangenheit verbrannten und verfemten Autorinnen und Autoren. Auch heute werden in vielen Ländern Autorinnen und Autoren verfolgt und ihre Bücher verbannt.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, hat die Schirmherrschaft über diese Aktionswochen übernommen. Sie wird heute um 19 Uhr die Aktionswoche in der Zentralbibliothek am Neumarkt eröffnen. Dort treten auf: Lale Akgün, Navid Kermani, Günter Wallraff und Eva Weissweiler – moderiert von Fatih Çevikkollu. Einen musikalischen Beitrag leistet die Sängerin Maryam Akhondy, die von Mostafa Akhondy mit der akustischen Gitarre begleitet wird. Inzwischen konnten mehr als 100 Kooperationspartnerinnen und -partner gewonnen werden. Sie werden mit eigenen Veranstaltungen die Aktionswoche vielfältig gestalten. Die Übersicht finden Sie hier: https://verbranntundverbannt.info/veranstaltungstermine/

Zwischen dem 10. und 17. Mai 1933 fanden in Deutschland zahlreiche Bücherverbrennungen statt, initiiert durch die nationalsozialistische Deutsche Studentenschaft im Rahmen der Aktion “Wider den undeutschen Geist”. Am 10. Mai begann es in Berlin und anderen Städten, in Köln geschah dies am 17. Mai an der Kölner Universität, zu der Zeit in der Claudiusstraße.

Literaturgottesdienst von Keun bis Klepper

14.05.2023, 11:30
Evangelische Gemeinde Köln
Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln
„Als es Nacht wurde“

In der Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln, gibt es am 14. Mai um 11.30 Uhr einen Gedenkgottesdienst zur Bücherverbrennung – den Literaturgottesdienst von Keun bis Klepper: „Als es Nacht wurde“. In diesem Gottesdienst wird an eine dunkle Zeit in Deutschland und Europa erinnert, und wie es damals in Köln war. Am 17. Mai vor 90 Jahren wurden in Köln in der Claudiusstraße vor der alten Universität – heute TH – zur „Säuberung der Bibliotheken von zersetzendem Schrifttum“ die Bücher verbrannt – von jüdischen, kommunistischen, pazifistischen oder schlicht: unliebsamen Autoren und Autorinnen. Eine davon ist die Bestseller-Autorin Irmgard Keun. Und es wird das Wirken von Jochen Klepper vorgestellt, den wir heute vor allem als Texter von Kirchenliedern kennen. Mit Pfarrer Mathias Bonhoeffer, Dörte Münch und Diana Zulfoghari, und musikalisch begleitet durch das Cello von Lilian Mann.

www.christuskirche-mitten-im-leben.de

​Literaturgottesdienst zum Gedenken an die Bücherverbrennung

14.05.2023, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
Literaturgottesdienst zum Gedenken an die Bücherverbrennung

Im Rahmen der Aktionswoche „verbrannt & verbannt“ wird in Köln vom 10. bis 17. Mai 2023 an die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen erinnert, die vor 90 Jahren ihren Anfang nahmen. Der Gottesdienst thematisiert das Gedenken an die Künstler, deren Werk auf diese Weise vernichtet werden sollte. Markus Herzberg rezitiert Texte von verfemten Dichtern, KMD Johannes Quack spielt am Flügel Werke von Paul Hindemith, Béla Bartók, Kurt Eissler und Kurt Weill. Die Veranstaltung findet im Antonius Saal, Citykirchenzentrum, Antoniterstraße 14-16, 50667 Köln, statt.

Lesung in der Melanchthon-Akademie

16.05.2023, 19:00
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Maria Leitner im Sturm der Zeit
Reisespuren einer rasenden Reporterin

Kennen Sie sie? Maria Leitner (1892-1942)  berichtete kritisch über die ungerechten Strukturen und Arbeits- und Lebensbedingungen von geringverdienenden Frauen in Deutschland und in den USA, sie schaute genau hin, hat mutig und risikofreudig Partei ergriffen, Ungerechtigkeit benannt und Geschichte(n) von unten geschrieben –  bis sie selbst davon betroffen wurde und ihre Schriften auf der ‚schwarzen Liste‘ auftauchten. Sie gehört erinnert und gewürdigt. Deshalb lesen Dorothee Schaper und Almuth Voss am 16. Mai von 19 bis 21 Uhr in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln aus ihren Werken und ihrem Leben. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe und Aktionswoche „Verbrannt und verbannt: Bücher und ihre Autorinnen“ des Vereins EL-DE-Haus mit Partner:innen in Erinnerung an die Verbrennungen von Büchern im Jahr 1933 statt. Die Kosten betragen 5 Euro.

Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): Sammy Wintersohl

Der Beitrag Aktionswoche „Verbrannt und verbannt“: EL-DE-Haus setzt Zeichen gegen Bücherverbrennungen erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Unsere Wochentipps: Was geht in der Woche vom 11. bis 17.5.?

Was geht in dieser Woche? Unsere Wochentipps verraten’s: Musikinteressierte können die Lange Orgelnacht für Max Reger, das Improvisationskonzert „ima, koko, watshi – watashi-tachi“ oder das Benefizkonzert des reger chor köln besuchen. Ein Vortrag der Melanchthon-Akademie informiert über das Thema „Perfekt unperfekt! Den eigenen Körper akzeptieren lernen“ und Martin Sommerhoff lädt mit „Manchmal wär’ ich gerne meiner Meinung“ in die Kulturkirche Hürth. Außerdem gibt es einen ​Literaturgottesdienst sowie eine Lesung über „Maria Leitner im Sturm der Zeit“ zum Gedenken an nationalsozialistische Bücherverbrennungen.

12.05.2023, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
Lange Orgelnacht für Max Reger
Lange Orgelnacht für Max Reger – Orgel-, Chor-, Klaviermusik, (nicht nur von Reger), Jazz und kulinarisches

Die insgesamt 8. Orgelnacht in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln, ist die zweite zu Ehren von Max Reger (1873-1916), dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr zu feiern ist. Natürlich gibt es Orgelmusik des großen Meisters zu hören, aber auch Chorwerke, Lieder und – das war bei der letzten Reger-Orgelnacht noch nicht möglich – Klaviermusik im Antoniussaal. Und natürlich ist Reger nicht der einzige, der an diesem Abend mit seiner Musik zu hören ist: Namhafte Zeitgenossen wie Rheinberger, Brahms und Rachmaninow setzen Kontrapunkte zu Regers sehr eigenen Klangsprache. Den Abschluss des Abends bildet das Pepe Joma Quartett mit verjazzten Versionen von Reger-Stücken. Es gibt bayerische Spezialitäten zu essen und zu trinken, u.a. Obatzda und Reger-Bier!

12.05.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dünnwald
Tersteegenkirche, Amselstraße 22, 51069 Köln
Improvisationskonzert
ima, koko, watshi – watashi-tachi

Am 12. Mai um 19 Uhr gibt es in der Tersteegenkirche Köln-Dünnwald, Amselstraße 22, 51069 Köln ein besonderes Konzert: ima, koko, watshi – diese drei japanischen Wörter lassen sich übersetzen mit „jetzt, hier, ich“ – eine gute Beschreibung des Ausgangszustandes beim Improvisieren. Die Tänzer und Tänzerinnen Chikako Kaido, Yoann Jouneau, Kristin Schuster, Antonio Stella und Jascha Viehstädt sowie die Musiker und Musikerinnen Le Quan Ninh, Rie Watanabe (Perkussion), Gunda Gottschalk (Geige) und Simon Rummel (Orgel) setzen sich diesem Zustand aus und machen sich auf den Weg zu einem „Wir“ – im Japanischen interessanterweise durch das Anhängen einer Pluralsilbe an das „Ich“ gebildet: watashi-tachi.

http://evangelisch-in-duennwald.de

13.05.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Hürth
Martin-Luther-Kirche in Hürth-Gleuel, Am Hofacker 41, 50354 Hürth
Kulturkirche Hürth // Martin Sommerhoff: Manchmal wär’ ich gerne meiner Meinung
Kulturkabarett

Martin Sommerhoff macht seit 33 Jahren musikalisches Kulturkabarett. Da könne eine analoge Orientierungshilfe in Form eines Rückblicks auf 33 Jahre musikalisches ‚Kultur-Kabarett’ nicht schaden, meint Sommerhoff selbst. In der Kulturkirche Hürth, Martin-Luther-Kirche, Am Hofacker 41, 50354 Hürth-Gleuel, bekommt er dazu die Gelegenheit. Der Titel seines aktuellen Programms „Manchmal wär‘ ich gerne meiner Meinung ist Grundlage für skurrile Geschichten, schräge Gedanken, gewagte Thesen, absurde Geistesblitze und einfühlsame Lieder, sprich: Eine zeitlos-aktuelle, veredelte Essenz aus über drei Jahrzehnten musikalischer Kleinkunst.

14.05.2023, 11:30
Evangelische Gemeinde Köln
Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln
„Als es Nacht wurde“
Ein Literaturgottesdienst von Keun bis Klepper

In der Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln, gibt es am 14. Mai um 11.30 Uhr einen Gedenkgottesdienst zur Bücherverbrennung – den Literaturgottesdienst von Keun bis Klepper: „Als es Nacht wurde“. In diesem Gottesdienst wird an eine dunkle Zeit in Deutschland und Europa erinnert, und wie es damals in Köln war. Am 17. Mai vor 90 Jahren wurden in Köln in der Claudiusstraße vor der alten Universität – heute TH – zur „Säuberung der Bibliotheken von zersetzendem Schrifttum“ die Bücher verbrannt – von jüdischen, kommunistischen, pazifistischen oder schlicht: unliebsamen Autoren und Autorinnen. Eine davon ist die Bestseller-Autorin Irmgard Keun. Und es wird das Wirken von Jochen Klepper vorgestellt, den wir heute vor allem als Texter von Kirchenliedern kennen. Mit Pfarrer Mathias Bonhoeffer, Dörte Münch und Diana Zulfoghari, und musikalisch begleitet durch das Cello von Lilian Mann.

www.christuskirche-mitten-im-leben.de

14.05.2023, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
​Literaturgottesdienst zum Gedenken an die Bücherverbrennung
Literaturgottesdienst zum Gedenken an die Bücherverbrennung

Im Rahmen der Aktionswoche „verbrannt & verbannt“ wird in Köln vom 10. bis 17. Mai 2023 an die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen erinnert, die vor 90 Jahren ihren Anfang nahmen. Der Gottesdienst thematisiert das Gedenken an die Künstler, deren Werk auf diese Weise vernichtet werden sollte. Markus Herzberg rezitiert Texte von verfemten Dichtern, KMD Johannes Quack spielt am Flügel Werke von Paul Hindemith, Béla Bartók, Kurt Eissler und Kurt Weill. Im Antonius Saal, Citykirchenzentrum, Antoniterstraße 14-16, 50667 Köln.

14.05.2023, 17:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Benefizkonzert des reger chor köln
Musik für Chor und Orgel

Seit vielen Jahren engagiert sich der reger chor köln in Form von Benefizkonzerten gemeinsam mit der Kölner Universitätsklinik für die Initiative „Kinder krebskranker Eltern“ des Vereins LebensWert. Im diesjährigen Konzert in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln, erklingen Werke für Chor und Orgel aus verschiedenen Jahrhunderten. Vorverkauf: kinder-krebskranker-eltern@uk-koeln.de, 0221-478-97188

16.05.2023, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Maria Leitner im Sturm der Zeit
Reisespuren einer rasenden Reporterin

Kennen Sie sie? Maria Leitner (1892-1942)  berichtete kritisch über die ungerechten Strukturen und Arbeits- und Lebensbedingungen von geringverdienenden Frauen in Deutschland und in den USA, sie schaute genau hin, hat mutig und risikofreudig Partei ergriffen, Ungerechtigkeit benannt und Geschichte(n) von unten geschrieben –  bis sie selbst davon betroffen wurde und ihre Schriften auf der ‚schwarzen Liste‘ auftauchten. Sie gehört erinnert und gewürdigt. Deshalb lesen Dorothee Schaper und Almuth Voss am 16. Mai von 19 bis 21 Uhr in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln aus ihren Werken und ihrem Leben. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe und Aktionswoche „Verbrannt und verbannt: Bücher und ihre Autorinnen“ des Vereins EL-DE-Haus mit Partner:innen in Erinnerung an die Verbrennungen von Büchern im Jahr 1933 statt. Die Kosten betragen 5 Euro.

Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): APK

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„Wenn es um die Menschenrechte geht, sind wir alle zuständig“: Kundgebung gegen Konzert von Roger Waters

Es gibt eine Menge Leute, die Roger Waters und mehr noch seinen Ansichten die Gastfreundschaft in Köln verweigern. Ein breites Bündnis aus Kirchen, Parteien, anderen Organisationen und Initiativen hat gegen den Auftritt am heutigen Dienstag von Roger Waters in der Kölner Lanxess-Arena protestiert, für das am Vorabend in fast allen Kategorien noch Karten zu haben waren. Das Bündnis hatte am Tag vor dem Konzert zu einer Kundgebung auf den Roncalliplatz aufgerufen. „Zur Demokratie gehört, dass wir Konzerte nicht einfach verbieten können“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Rekers: „Zur Demokratie gehört aber auch, dass sich Widerstand organisiert.“

Waters, 79 Jahre alt und ehemaliger Sänger der legendären Rockband „Pink Floyd“, ist immer wieder durch israelfeindliche und antisemitische Äußerungen aufgefallen. Jüngst ließ er während seiner Konzerte ein Luftballon-Schwein mit einem David-Stern fliegen und in der Luft zerplatzen. Bei einem Konzert in Hamburg vor ein paar Tagen trug das Schwein statt des Sterns das Logo eines israelischen Unternehmens. Waters ist Unterstützer der Organisation Boycott, Divestment and Sanctions (BDS), die einen Israel-Boykott umsetzen möchte.

„Wir machen nicht mit beim Boykottieren“, erklärte Reker unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer. „Wir machen nicht mit, wenn Vergleiche gezogen werden zwischen dem Holocaust und der aktuellen Politik in Israel. Wir wissen, was wir von diesem Konzert zu halten haben: Gar nichts. Abraham Lehrer hat mal zu einem Aufstand der Anständigen aufgerufen“, rief Reker und dann an das Publikum gewandt: „Hier sind sie!“

Lehrer sprach nach der Oberbürgermeisterin. Er ist Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er erinnerte an das Ende des Zweiten Weltkriegs und damit an die endgültige Niederschlagung der NS-Diktatur am Kundgebungstag. „Es gibt aufgrund der Geschichte eine besondere Beziehung zwischen Deutschland und Israel.“ Lehrer verwies darauf, dass die Meinungs- und die Kunstfreiheit im Grundgesetz verankert sei. „Darauf dürfen sich die Antisemiten aber nicht berufen. Denn die Würde des Menschen, die im Grundgesetz als unantastbar festgelegt wurde, steht höher.“ Die Demokratie müsse verteidigt werden: „Nach Außen gegen Russland, nach Innen gegen Leute wie Roger Waters.“ Lehrer forderte gesetzliche Regelungen, um Konzerte gegen Konzerte mit antisemitischen Inhalten zu verbieten. „Wir müssen diese Lücke schließen. Ich möchte ohne Angst vor Antisemitismus in unserem schönen Köln leben.“

„Keine Bühne für Antisemitismus“

Stadtdechant Robert Kleine warf einen Blick zurück. In der Vergangenheit habe es manche Irritationen zwischen den Konfessionen in Köln gegeben. Das habe endlich ein Ende gefunden. Der Roncalliplatz sei ein gut gewählter Kundgebungsort. Erinnere er doch an Papst Johannes XXIII. und das Zweite Vatikanische Konzil, das der Ökumene neue Wege eröffnet habe. Kleine erinnerte daran, dass während der Pogromnacht 1938 3000 jüdische Männer in die Frankfurter Festhalle getrieben worden waren und anschließend deportiert wurden. Das Frankfurter Verwaltungsgericht habe das Waters-Konzert in ebenjener Festhalle erlaubt, nachdem Stadt und Land Hessen ein Verbot hätten erwirken wollen. Waters habe auf die Menschenrechte der 3000 Deportierten verwiesen, sich mit ihnen solidarisiert und sich selbst auf eine Ebene mit Sophie Scholl gestellt. „Das ist unfassbar und geschmacklos“ erklärte der Stadtdechant im Schatten des Doms. Und schloss mit einem Aufruf: „Keine Bühne für Antisemitismus. Keine Bühne für Roger Waters.“

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger warnte eindringlich davor, dass der Antisemitismus schleichend wieder salonfähig werde. Man müsse Entwicklungen wie in den 20er Jahren entschieden entgegen treten. „Wie entsteht Gewalt gegen Menschen? Erst wird daran gedacht, dann wird darüber gesprochen, und dann wird sie ausgeübt. Wir müssen sehr wachsam sein, damit nicht schon wieder die Koordinaten verschoben werden. Wir sind ganz entschieden dagegen, dass wieder ausgesprochen wird, was in Deutschland nicht ausgesprochen werden darf.“ Angesichts der medialen Berichterstattung könne sich heute Abend beim Konzert niemand mehr darauf berufen, er habe nicht gewusst, was ihn erwarte. Man könne auf den Konzertbesuch verzichten, man könne Waters bei antisemitischen Äußerungen auspfeifen oder man könne gehen, wenn es zu antisemitischen Ausfällen während des Konzerts komme, empfahl der Stadtsuperintendent. Bei Waters sei die eigentlich starke Musik von Pink Floyd ein Vehikel, um seinen Antisemitismus zu transportieren. Das sei völlig inakzeptabel.

Brigitta von Bülow, Bürgermeisterin der Stadt Köln, Ratsmitglied der Grünen und Mitbegründerin von „Köln stellt sich quer“, stellte unmissverständlich klar: „Dieses Konzert gehört nicht in unsere Stadt. Wir können und dürfen es nicht ertragen, wenn sich die jüdische Community in unserer Stadt bedroht fühlt. Wir bekennen uns zur Meinungs- und Kunstfreiheit. Aber das ist nicht immer einfach. Der Diskurs ist anstrengend, aber wichtig und nötig.“ Die Stadt habe mit dem NS-Dokumentationszentrum einen wertvollen Schatz. „Anerkennung, Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und Haltung zeigen gegen Antisemitismus und Rassismus sind das Gebot der Stunde.“

Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG), nannte die BDS ein „Chamäleon, das sich besser zu machen versucht als die Terroristen, die sich gegen Israel wenden“. In Wirklichkeit gehe es darum, Israel vom Jordan bis zum Mittelmeer von der Landkarte zu tilgen. Roger Waters stelle die Existenzberechtigung Israels in Frage. „Er wendet sich damit gegen den Völkerfrieden.“ Man könne nicht alles mit dem Strafrecht regeln. Aber Beck stellte die Argumentation des Frankfurter Verwaltungsgerichts in Frage, das in der Urteilsbegründung gesagt habe, dass nicht zu erwarten sei, dass Waters während des Konzertes in der Festhalle Straftaten begehe. Die Lanxess-Arena sei ein wichtiger Ort für die Kölnerinnen und Kölner. „Wir müssen als Zivilgesellschaft zeigen, dass wir mehr sind als die. Es geht um den Aufstand der Anständigen. Aber es geht ebenso um den Aufstand der Zuständigen. Und wenn es um die Menschenrechte geht, sind wir alle zuständig.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Demokratie fällt nicht vom Himmel: Ehemaliger Bundespräsident Christian Wulff beim AntoniterAbend

„Es gibt Sätze, die gehen in die Geschichtsbücher ein“, sagte Pfarrer Markus Herzberg im Antonius Saal des Citykirchenzentrums – und bezog sich auf diesen denkwürdigen Satz im Jahr 2010 vom damaligen Bundespräsident Christian Wulff: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Christian Wulff widmete sich zunächst in einem etwa einstündigen Vortrag, dann im Dialog mit Markus Herzberg und dem Publikum, dem Thema „Wie viel Religion braucht die Demokratie?“. Musikalisch gestaltet wurde der Abend von KMD Johannes Quack am Flügel.

Christian Wulff würdigte zunächst die Antoniterkirche als einen „wichtigen Ort für die evangelische Kirche in Köln“ und das Citykirchenzentrum als ein „offenes Haus“, wie es für einen demokratischen Diskurs unentbehrlich sei.

„Wir brauchen den ganzen Ideenreichtum der Menschen“

Das 21. Jahrhundert fordere den Menschen enorm viel ab. Stellvertretend nannte er die fehlenden Mittel, um soziale Ungerechtigkeit auszugleichen, den um sich greifenden Populismus, das immer schwieriger werdende Regieren, die Kriegsgefahr, den Klimawandel, der auch die Gefahr gefährlicher Infektionskrankheiten wachsen lasse, den technischen Fortschritt mit seinen vielfältigen Herausforderungen sowie den Bevölkerungsrückgang in der westlichen Hemisphäre. Angesichts dessen forderte der Bundespräsident a.D. „mehr Anstrengungen für eine enkeltaugliche Zukunft“. „Wir brauchen den ganzen Ideenreichtum der Menschen“, betonte Wulff und dabei komme den Weltreligionen eine „herausragende Rolle“ zu.

Angesichts des oft sehr negativen Urteils über unsere Gegenwart blickte er zurück in das Jahr 1923 mit Hyperinflation, Pogromen und Unruhen. Wulff illustrierte diese „Zeitreise“ mit einer Anekdote aus den Tagebüchern Victor Klemperers, der davon berichtet, wie er zum Preis von 6.000 Reichsmark einen Kaffee bestellt habe, der jedoch, als er ihn zwei Stunden später bezahlen wollte, bereits 20.000 Reichsmark gekostet habe. Die mittlerweile 78-jährige Friedensperiode, die unser Land seit dem Ende des II. Weltkriegs erleben durfte, sei jedoch keine Selbstverständlichkeit und bedürfe der Wachsamkeit und des aktiven Engagements. „Nichts davon kam von allein und nichts davon ist automatisch“, betonte Wulff und mahnte: „Die größte Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ist politische Ignoranz.“ Doch nicht nur die Mitgliederzahlen der beiden großen Kirchen sinken, sondern auch diejenigen der Parteien und Gewerkschaften.

Christian Wulff gab auch Einblick in seine eigene politische Sozialisation. Mit 18 Jahren durfte er den evangelischen Theologen, Widerstandskämpfer und späteren Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier erleben, der schon damals vor schleichenden Entwicklungen warnte, die die Demokratie gefährden könnten. Als besonders prägendes Vorbild beschrieb das ehemalige Staatsoberhaupt Freya von Moltke, die Widerstandskämpferin und Ehefrau des 1945 für seine Beteiligung am Attentat des 20. Juli hingerichteten Helmuth James Graf von Moltke, die in der Antoniterkirche getauft wurde. „Es waren Christen, die das vereinigte Europa vorangetrieben haben“, rief Wulff in Erinnerung und dachte dabei an Robert Schuman und Konrad Adenauer.

Auch an der Wiedervereinigung Deutschlands hätte die evangelische Kirche in der DDR einen entscheidenden Anteil gehabt: Sie übte hartnäckig Systemkritik, war federführend an den Montagsdemonstrationen beteiligt und gab dem gewaltlosen Protest im Wortsinne Raum. „Ohne so viele gläubige Christen hätte es den Erfolg der Montagsdemonstrationen nicht gegeben!“, erklärte Wulff.

„An Vertrauen mangelt es überall“

Wichtig sei es, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu sichern. Dazu würden christliche Gemeinden, aber auch Chöre und Gewerkschaften ihren Beitrag leisten. Zudem „outete“ sich Christian Wulff als begeisterter (analoger) Zeitungsleser und betonte die Bedeutung des Qualitätsjournalismus für eine funktionierende Demokratie. Es sei problematisch, wenn Diskussionen nicht mehr auf einer gemeinsamen Grundlage stattfänden.

Als eines der großen gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit diagnostizierte Wulff den Vertrauensverlust. „An Vertrauen mangelt es überall“, stellte er fest und zitierte eine Studie der Universität Bielefeld, die ergab, dass zwei Drittel der Befragten anderen nicht vertrauen und 50 % der Aussage zustimmen „Die meisten versuchen, andere reinzulegen“.

In der anschließenden Diskussion warf Pfarrer Markus Herzberg die Frage auf, ob wir uns an einem ähnlichen Punkt befinden wie 1923. Dieser pessimistischen Zeitdiagnose wollte Christian Wulff mit Verweis auf das Grundgesetz nicht zustimmen. Der Artikel 1 („Die Würde des Menschen ist unantastbar.“) sei „der schönste Satz in deutscher Sprache“.

Weiterentwicklung der Demokratie

Natürlich kam auch das Ende seiner Amtszeit zur Sprache, bei dem auch die Medien eine unrühmliche Rolle spielten. „Wie geht man damit um, wenn einem so etwas passiert?“, wollte Markus Herzberg wissen. „Es bleibt eine Narbe“, gab Wulff zu, „aber mich beruhigt, dass es seitdem eine Debatte gibt.“

Vom Persönlichen leitete Markus Herzberg dann wieder zum eigentlichen Thema des Abends über: „Wie kriegen wir es hin, dass sich wieder mehr Menschen an der Demokratie beteiligen?“ Der ehemalige Bundespräsident forderte eine „Weiterentwicklung der Demokratie“ mit mehr Partizipation. Er selbst habe kein Problem mit Urabstimmungen zu bestimmten Themen.

Handlungsorientiert und den Blick in die Zukunft gerichtet war auch Markus Herzbergs abschließende Frage: „Was können wir aus dieser Krise schöpfen?“ Christian Wulff mahnte Reformen in Verwaltung und Demokratie an, ging aber auch auf die Rolle der Kirchen ein, die vor allem „offene Gebäude“ sein sollten. Im wachsenden Bedürfnis, Einsamkeit zu bekämpfen und vermehrter Sinnsuche sah Wulff auch eine „riesige Chance“ für die Kirchen – sofern es diesen gelänge, mit ihren Angeboten „mittendrin“ und „niedrigschwellig“ zu sein.

Nachdem er sich noch einigen Fragen aus dem Publikum gestellt hatte, gab Christian Wulff den Gästen im Antonius Saal noch ein Zitat der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth mit auf den Heimweg: „Wir schaffen das nur im Wir!“

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Kundgebung vor dem EL-DE-Haus gegen Rechte und Putinfreunde

Der heutige „Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“ verweist auf den 8. Mai 1945 – der Tag, an dem die bedingungslose Kapitulation aller Wehrmachtsteile in Kraft trat und der 2. Weltkrieg in Europa beendet wurde. Ein wichtiger Tag, der uns immer daran erinnern sollte, wie wichtig es ist, für eine offene, freie und demokratische Gesellschaft einzustehen.

Kundgebung am NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Am Samstag hat eine Kundgebung gegen Rechte und Putinfreunde vor dem EL-DE-Haus stattgefunden – als Reaktion auf den Aufmarsch der Putin-treuen Organisation „Brücke Freundschaft zwischen Russland und Deutschland“ der in Köln lebenden Elena Kolbasnikova und ihres Partners Max Schlund. Mitarbeitende des Hauses brachten Transparente an dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln an und Vereinsmitglieder bauten Infotische mit Informationen zum Haus und zu der Aktionswoche in Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 auf. Claudia Wörmann-Adam, Co-Vorsitzende des Vereins EL-DE-Haus, begrüßte unter anderem Marianne Arndt, Martin Bock, Rolly Brings, Jörg Detjen, Ciler Firtina, Albrecht Kieser, Kerstin Klein, Vertreterin Omas für den Frieden, Markus Reinhardt und Wolfgang Uellenberg van Dawen.

„Lied der Moorsoldaten“

Die anwesenden Polizeikräfte sorgten dafür, dass die Kontrahenten nicht aufeinanderstießen und die Demonstranten in ausreichendem Abstand vom EL-DE-Haus gestoppt wurden. An der Schwalbengasse war für sie Endstation. Mit ihren Blumen, die sie im NS-DOK hatten niederlegen wollen, zogen sie dann am Samstagnachmittag wieder ab. Die EL-DE-Haus-Verteidiger beendeten ihre Aktion mit dem von Rolly Brings intonierten „Lied der Moorsoldaten“.

Claudia Wörmann–Adam erklärte in Bezug auf Markus Beisicht und „Aufbruch Leverkusen“, Elena Kolbasnikova und Max Schlund: „Nach außen gibt man sich bieder, aber wie schon früher hat man enge Kontakte ins rechtsextreme und teilweise neo-faschistische und verfassungsfeindliche Milieu an seiner Seite, nicht erst jetzt, sondern seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine. Elena Kolbasnikova und ihr Partner Max Schlund: Gemeinsam gründeten sie in der Anwaltskanzlei von Markus Beisicht die Gruppierung ,Brücke Freundschaft zwischen Russland und Deutschland‘ und verteidigen Putins Angriffskrieg. Über ihr vermeintliches Engagement gegen ,Russophobie‘ gab Kolbasnikova vor, sich gegen antislawischen Rassismus einzusetzen, die Formulierung diente allerdings vielmehr der Legitimierung und Verharmlosung russischer Kriegsverbrechen. Der Presse gegenüber behauptete Kolbasnikova, in der Ukraine sei eine Nazi-Regierung an der Macht.“

Dr. Martin Bock, Pfarrer und Akademieleiter Melanchthon-Akademie Köln, sprach als Vertreter der evangelischen Melanchthon-Akademie, um das EL-DE-Haus in Köln als Ort der demokratischen Kultur, der Toleranz und des Lernens an diesem Tag zu schützen und zu unterstützen: „Es ist erschreckend, wie häufig, wie alltäglich, wie schamlos antisemitische Parolen auch in unserer Gegenwart noch die Stadt durchziehen – wenn Stolpersteine beschmiert werden und Menschen die Kippa vom Kopf geschlagen wird. Nur wenn wir uns diese tägliche Bedrohung der Demokratie durch rechte Gewalt in Worten und Taten und in allen gesellschaftlichen Schichten vor Augen führen, wenn wir sie in Schule und Erwachsenenbildung, in der Kultur und in der politischen Gestaltung der Stadt zum Thema machen, nur dann bewahren wir den Geist, der das EL-DE-Haus ausmacht.“ Er betonte: „Demokratie muss man machen. Das ist ein täglicher Stresstest. Gerade in Krisenzeiten sollten wir um die Anfälligkeiten für autoritäres, nationalistisches und ausgrenzendes Denken wissen. Aber auch um unsere Ressourcen, die wir zur Verteidigung der Demokratie mobilisieren können. Das gilt auch für die Kirchen als Teil dieser demokratischen Stadtgesellschaft.“ Deshalb könne das EL-DE-Haus kein Ort sein, an dem rechtsextreme Positionen geäußert werden dürfen.

Text: APK
Foto(s): Heinrich Bleicher

Der Beitrag Kundgebung vor dem EL-DE-Haus gegen Rechte und Putinfreunde erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.