Un-Sicherheiten – Eine Radioandacht von Pfarrerin Miriam Haseleu

In der gestrigen Radioandacht im WDR entführte uns die Autorin auf eine faszinierende Reise in die judäische Wüste Israels. Durch ihre beeindruckenden Beschreibungen der unendlichen Hügel und Berge entsteht eine Atmosphäre von zeitloser Schönheit und grenzenloser Weite. Doch der Text geht weit über eine Landschaftsbeschreibung hinaus und regt uns dazu an, über unsere eigenen grundlegenden Überzeugungen und Sicherheiten im Leben nachzudenken.

Pfarrerin Haseleu stellt die Frage, was bleibt, wenn das, was einst als sicher galt, plötzlich ins Wanken gerät. Mittels Jesajas Reflexionen über die vermeintlich unveränderlichen Berge, nimmt die Andacht eine Wendung und wird zu einer Suche nach dem, was wirklich von Bestand ist und uns Halt gibt. Mit einfühlsamen Worten ermutigt die Pfarrerin uns dazu, beweglich zu sein und dennoch dem Liebeslied Gottes zu lauschen.

 

Den Radiobeitrag können Sie hier hören:

Radioandacht von Pfarrerin Miriam Haseleu vom 18. Juni 2023 auf WDR 4

 

Den kompletten Beitrag können Sie auch hier nachlesen:

Guten Morgen.

Im März habe ich eine Reise durch Israel gemacht. Unter anderem war ich in der judäischen Wüste. Ich stehe dort auf einem Berg und lasse meinen Blick schweifen: So fühlt sich Unendlichkeit an, denke ich. Soweit der Blick reicht, Hügel und Berge. Überwiegend beige-weißer Kalkstein. Manchmal mischen sich andere Farben in die Felsschichten. Sie sind durchzogen von roten oder dunkelbraunen Gesteinsarten. Zwischen den Bergen verlaufen Wadis – ausgetrocknete Flussbetten, die davon zeugen, dass vor sehr langer Zeit hier einmal viel Wasser geflossen ist. Bewundernd sehe ich die Bergformationen, schroff und karg einerseits, und wunderschön und beeindruckend gleichzeitig. Über tausende von Jahren hinweg sind sie entstanden. Durch Sonne, Wind und Wasser, durch Klima und Erosion. Wie unendlich weit ist diese Landschaft, und was könnte beständiger und sicherer sein als diese Berge? Kein Wunder, dass sie immer wieder auch in der Bibel vorkommen.

Zum Beispiel beim Propheten Jesaja. Der schreibt: „Denn Berge mögen wohl weichen und Hügel wanken, aber meine Treue wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht Gott voll tiefer Liebe.“ (Die Bibel, Jesaja 54,10, die Bibel in gerechter Sprache)

Die Berge stehen seit Jahrtausenden. Und doch verändern selbst sie sich. Langsam und unaufhörlich durch die Winde, das Wasser, die Zeit. Und manchmal gibt es eine Gesteinslawine, die von jetzt auf gleich alles verändert. Ich lasse das auf mich wirken und vergleiche die Landschaft mit meinem Leben: Was bleibt, wenn meine Grundüberzeugungen über das Leben nicht mehr tragen? Was ist noch sicher, wenn das, was immer sicher schien, nicht mehr gilt? Manche Sicherheiten, die für viele aus früheren Generationen gegolten haben, sind für die jungen Generationen ins Wanken gekommen: ein fester dauerhafter Arbeitsplatz. Ein friedliches Europa. Die Möglichkeit, durch Ansparen Wohneigentum zu kaufen: Ist das überhaupt noch möglich? Da kann es sich schon einstellen, das Gefühl, dass alles wankt. Selbst die scheinbar so gefestigten und beständigen Berge verändern sich. Und so verändern sich auch die Bilder von Sicherheit und Beständigkeit, die in unserem Land überliefert sind und die viele von uns in sich tragen.

Wie kann es gelingen, beweglich zu sein und beweglich zu werden? Und gleichzeitig zu schauen, was in allem Veränderlichen bleibt und mich trägt? Der Text, den der Prophet Jesaja Gott in den Mund legt, ist eigentlich ein Liebeslied. Es erzählt von einer lebendigen Beziehung Gottes zu den Menschen. Eine Beziehung, die in aller Veränderung sicher ist. Liebe bleibt. Sie wird sich anders zeigen, als ich sie erwartet habe und mir ausmale. Sie wird anders sein als früher und vielleicht auch anders als erträumt. So ist das mit der Liebe, wenn man mit ihr unterwegs ist. Das Liebeslied Gottes klingt leise über die Bergspitzen und durch die Täler, es ist im Wind, im Wasser, in der Sonne und in der Erde. Das Liebeslied Gottes – es klingt immer anders und neu und bleibt doch gleich: „Denn Berge mögen wohl weichen und Hügel wanken, aber meine Treue wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht Gott voll tiefer Liebe.“

Text: Miriam Haseleu/APK
Foto(s): Miriam Haseleu/APK

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Große Mehrheit für Gründung einer Kasualagentur – Nachrichten von der Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region im Sommer 2023

Das Thema Familie und die Evangelische Familienbildungsstätte standen im Mittelpunkt des Gottesdienstes, mit dem die Frühjahrstagung der Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region am Samstagmorgen in der Kartäuserkirche begonnen hatte. Die Liturgie des Gottesdienstes leiteten Christina Schlarp, Sybille Noack-Mündermann und Torsten Krall. Darüber hinaus waren Mitarbeitende der Familienbildungsstätte beteiligt. Sie berichteten aus dem Alltag der Bildungseinrichtung und schilderten Lebensläufe von Menschen, die teils seit Jahrzehnten mit der Institution am Kartäuserwall verbunden sind.

Superintendent Torsten Krall

Der Dünnwalder Pfarrer Torsten Krall, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, predigte zum Thema Familie. „Wenn man Konfis fragt, was wichtig ist in ihrem Leben, steht die Familie immer ganz oben. Ich habe eine Familie mit zwei Kindern“, erzählte Krall und benannte die Sehnsüchte, die eine Familie erfüllen solle. Sicherheit in unruhigen Zeiten, Verlässlichkeit, Aufmerksamkeit und bedingungslose Liebe. „Bisschen viel, oder?“, stellte er fest. In der Bibel finde man keine uneingeschränkte Unterstützung der Familie durch Jesus. „Wer kann mir Sicherheit geben? Wem kann ich Sicherheit geben?“ Gottes Wille sei, dass die Menschen Verbindungen schaffen, die tragen. Und die, die verbunden sind, seien dann selbstverständlich auch Familie.

Nach dem Gottesdienst, der von Südstadt-Kantor Thomas Frerichs mit mitreißendem Elan am Klavier begleitet wurde, begrüßte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger die Vertreterinnen und Vertreter der Verbandsvertretung im Haus der Evangelischen Kirche. Er kommentierte zunächst das vorläufige Ergebnis der Diakoniespende, die 2022/2023 der Überlebensstation Gulliver am Hauptbahnhof zugedacht ist. 150.000 Euro seien an Spenden eingegangen, mit der Aufstockung des Betrages durch den Kirchenverband erhöhe sich die Summe auf eine Viertelmillion Euro. „Wir bewegen da eine Menge Geld. Wir unterstützen damit obdachlose lebende Menschen in unserer Stadt. Und das ist gut so“, sagte der Stadtsuperintendent.

100 Jahre Diakonisches Werk Köln und Region

1924 nahm man im damaligen CVJM-Haus an der Antoniterstraße in Köln die diakonische Arbeit auf. Damals als Durchwanderer- und Gefährdetenfürsorge. Die hundertjährige Geschichte nimmt das Diakonische Werk Köln und Region gGmbH zum Anlass für ein umfangreiches Jubiläumsprogramm. Das Geschäftsführer-Team der gGmbH, Martina Schönhals und Jörg Zeyßig, hielten einen Rückblick auf die Geschichte des „DW“ und stellten erste Ideen für das 100-jährige Jubiläum im kommenden Jahr vor.

Martina Schönhals und Jörg Zeyßig stellten den Bericht des Diakonischen Werkes Köln und Region vor

„Ich wünsche mir, dass an jedem Kirchturm eine Diakonie-Fahne hängt“, sagte Schönhals. Liegestühle mit dem Motto des Diakoniejubiläums wurden produziert und werden bei Gemeindefesten auf Wiesen und Plätzen stehen. „#einefüralle“ hat das Team des DW als Motto für das Jubiläum erkoren. „Eine Diakonie für alle, für die Kirche, für die Welt, für die Gesellschaft“, fuhr Schönhals fort.

Vor allem mit den Gemeinden will sich das Diakonische Werk noch besser vernetzen. Deshalb wurde eine Projektstelle für „Gemeindenahe Diakonie“ eingerichtet. Die Feierlichkeiten werden ihren Höhepunkt mit einem großen Empfang am 6. September kommenden Jahres im Haus der Evangelischen Kirche erreichen. „Wir sind für neue Idee offen“, schloss Schönhals. Jörg Zeyßig warf einen Blick auf die Zahlen. Als die gGmbH 2020 gegründet wurde, habe man 290 Mitarbeitende beschäftigt.

Die Zahl steige bis Mitte 2023 auf 700 an. Grund sei unter anderem die Gründung der Tochtergesellschaft Diakonie Kitas Köln und Region. Sie werde die Verwaltung der zehn Kitas der Diakonie und 13 Kitas im Kirchenkreis Köln-Nord übernehmen. Das Diakonische Werk Köln und Region werde weiter wachsen. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger lobte die Entwicklung. „Es war damals ein großer Sprung vom Diakonischen Werk zur gGmbH. Wir hatten die Hoffnung, die gGmbH würde dynamischer werden, stärker unternehmerisch und weniger vom kirchlichen Zuschussgeber abhängig sein. Die gGmbH ist einen guten Weg gegangen.“

Lothar Ebert, Vorsitzender des Finanzausschusses des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region

Jahresabschluss 2022

Lothar Ebert, Vorsitzender des Finanzausschusses des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, stellte des Jahresabschluss für 2022 vor. Der Abschluss zum 31.12. 2022 wird mit einer Bilanzsummer von 118.265.706 Euro und einem Bilanzergebnis in der Ergebnisrechnung in Höhe von 7.501.129 Euro aufgestellt. Dem schlossen sich die Delegierten an. Der Abschluss wird nun im landeskirchlichen Rechnungsprüfungsamt unter die Lupe genommen und soll auf der Herbsttagung der Verbandsvertretung rechtsgültig beschlossen werden. Der Verband hat im vergangenen Jahr ein Netto-Kirchensteueraufkommen in Höhe von 93.213.486 Euro erzielt. Nach Abzug der landeskirchlichen Umlagen und dem 20-Prozent-Verbandsblock verblieb eine Zuweisungssumme an die Gemeinden in Höhe von 42.071.897 Euro. Das entspricht einer pro-Kopf-Zuweisung von 160 Euro.

Campus Kartause

Der Campus Kartause, das Bildungs-Bauprojekt des Kirchenverbandes, nimmt immer mehr Fahrt auf. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger stellte den aktuellen Stand vor. „Der Rat hat dem Satzungsbeschluss für die Veränderung des Bebauungsplans am 9. Februar einstimmig zugestimmt. Damit ist das städteplanerische Verfahren abgeschlossen.“ Politik und Verwaltung hätten mit großem Wohlwollen registriert, dass bei diesem Bauprojekt nicht der Profit-Maximierung Priorität eingeräumt worden sei. Bernhard Seiger rechnet mit einer Baugenehmigung der Stadt im Herbst, denn der geänderte Bebauungsplan, den das Büro Kaspar Kraemer gemeinsam mit dem Büro Dewey Muller erarbeitet habe, sei bereits so präzise gewesen, dass er fast einem Bauantrag gleichkomme.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger erläutert die Entwicklungen des Campus Kartause

Wenn die Verbandsvertretung in der November-Sitzung einen Baubeschluss fasse, könnten Anfang 2024 die Arbeiten beginnen, so der Stadtsuperintendent weiter. Im Moment sei man auf der Suche nach einem Generalunternehmer, der die Verantwortung für alle Gewerke in einer Hand bündele. Es gibt bereits ein sogenanntes Raumbuch, das für die einzelnen Räume zum Beispiel präzise vorschreibe, wo wie viele Steckdosen einzurichten sind. „Die interessierten Generalunternehmer brauchen mehr Zeit, als wir gedacht haben“, erklärte Bernhard Seiger. Das liege daran, dass der Neubau in zwei Bauabschnitten in vier Jahren errichtet werden solle: „Das heißt, alle Gewerke müssen für jeden Abschnitt einzeln kalkuliert werden. Und wer kann jetzt sagen, wie teuer ein Handwerker im Jahr 2027 ist?“ Im Bausektor hätten derzeit viele Unternehmen Kapazitäten, weil Bauherren Projekte wegen der hohen Bauzinsen verschöben.

Fabian Kieven, Mitarbeiter im Büro Kaspar Kraemer, das für den Entwurf des Campus Kartause verantwortlich zeichnet, stellte die Begrünung des Neubauprojekts in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Die Dachflächen werden intensiv und extensiv begrünt.“ Was die Begrünung des Hofes angehe, müssen man Vorschriften einhalten, wie zum Beispiel Flächen für Feuerwehrfahrzeuge. Bemerkenswert ist aus Kievens Sicht, dass 30 Bäume neu gepflanzt werden. „Viel mehr, als gefällt werden. Und die Neuanpflanzung wird hochwertiger sein als der Bestand, weil die Bäume mit dem Klimawand zurechtkommen.

Auf den Dächern wird es Photovoltaik geben. Die „sehr abgespeckte Gebäudetechnik“ mit Kühlung und Belüftung wird im Keller untergebracht. Der Clou: Durch die Rohre der Fußbodenheizung wird im Sommer kaltes Wasser gepumpt, um die Räume abzukühlen. „Den Schwung von heute nehmen wir mit in die Novembersitzung“, sagte Superintendent Markus Zimmermann, der den Punkt der Tagesordnung leitete: „Dann geht’s ans Eingemachte.“ Dann sollen nämlich belastbare Zahlen der Generalunternehmer vorliegen, was die Baukosten angeht.

Kasualagentur für Köln und Region

Mit großer Mehrheit stimmte die Delegierten der Gemeinden der Einrichtung einer so genannten Kasualagentur zu. Damit möchten die Verbandsvertretung den rückläufigen Zahlen von Taufen, Trauungen und Bestattungen unter dem Dach der evangelischen Kirche entgegentreten. „Wir machen das gut. Aber diese Kasualien werden immer weniger nachgefragt. Wir müssen was tun“, sagte Superintendent Torsten Krall. Der Verbandsvorstand hatte im Herbst 2022 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ein Konzept erarbeitet hat. Dieses war Grundlage der Beschlussvorlage für die Kasualagentur, die den Arbeitstitel ‚Segensbüro‘ trägt.

Pfarrer Gerd Maeggi und Pfarrerin Caroline Schnabel

Pfarrer Gerd Maeggi und Pfarrerin Caroline Schnabel waren Mitglieder der Gruppe und stellten die Idee vor. „Wir stehen als Evangelische Kirche vor der Herausforderung, uns in unseren Ausdrucksformen und in unserer Ansprechbarkeit zu wandeln. Es ist unsere Aufgabe, uns als ecclesia semper reformanda auf diesen Weg zu machen. Eine auf diesem Weg entstehende neue Facette von Kirche könnte das ,Segensbüro‘ sein“, erklärte Maeggi zu Beginn. „Das Tauffest bildete den Anfang“, erinnerte Schnabel an die Großveranstaltung im vergangenen Sommer im Rheinpark. „Da haben wir viele Menschen erreicht, die wir sonst nie erreicht hätten. Auch Menschen, die mit uns nichts zu tun haben, obwohl sie Mitglied unserer Kirche sind. Die Zahl der Menschen, die unsere Kasualien nicht in Anspruch nehmen, sinkt stärker als die Zahl der Kirchenmitglieder.“

Die Mitarbeitenden in dem Büro sollen beispielsweise große Veranstaltungen wie Tauffeste oder auch Auftritte auf Hochzeitsmessen organisieren. Daneben sollen sie neue Formate rund um die Kasualien entwickeln und als Servicestelle für interessierte Menschen erreichbar sein. Im Rahmen ihrer Servicetätigkeit sollen sie zum Beispiel Brautpaare an die richtige Gemeinde weiterleiten, Kontakte zu Pfarrerinnen und Pfarrern vermitteln oder bei Personalknappheit in Gemeinden auch Verbandspfarrerinnen und Verbandspfarrer für Kasualien vermitteln. Daneben soll u.a. mit digitaler Werbung auf die Angebote im Bereich der Evangelischen Kirche in Köln und Region aufmerksam gemacht werden. Nach einer ausführlichen Aussprache über das Konzept stimmte die Verbandsvertretung gegen eine Vertagung der Entscheidung und für die Errichtung. Die Kosten für diese Servicestelle werden die Gemeinden tragen. Diese werden in den Haushalt des Kirchenverbandes aufgenommen.

Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Die Verbandsvertretung ist das Leitungsorgan des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region mit seinen 54 Gemeinden und rund 250.000 Gemeindegliedern im Rhein-Erft-Kreis, in Köln, im Rheinisch-Bergischen Kreis und im Oberbergischen Kreis in den vier Kölner Kirchenkreisen. Zu den Aufgaben der Delegierten gehören beispielsweise der Beschluss des Haushalts und die Wahl des Stadtsuperintendenten. Die Verbandsvertretung tagt zweimal im Jahr und wird von Stadtsuperintendent Bernhard Seiger geleitet.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann / APK

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Neues Semesterprogramm der Melanchthon-Akademie ist online

„Ich werde noch einen Schritt weitergehen, bis an den äußersten Rand, … wo unsere Freiheit beginnt“, zitiert das Programm-Magazin für das zweite Halbjahr die afrodeutsche Poetin und Rassismuskritikerin May Amim aus ihrem Gedicht „grenzenlos und unverschämt“. Und Eli Abeke, afrodeutscher Dozent und Mitträger verschiedener Veranstaltungen, wird bei der Ausgabe des Semesterprogrammes auf der Titelseite sichtbar. „Der Kolonialismus hat die Europäer gelehrt, Menschen afrikanischer Herkunft als minderwertig zu betrachten. Dieses über Jahrhunderte Erlernte muss heute wieder verlernt werden, um dem Rassismus wirksam zu begegnen.“ Die Melanchthon-Akademie stellt in ihrem neuen Programmmagazin – es erscheint das zweite Mal in der neuen Form – dieses und viele andere Themen „zwischen Himmel und Erde“ vor.

Wir präsentieren einige Highlights:

Vom 11. bis 12. August findet ein „Open-Hands“-Einführungskurs statt, bei dem das Handauflegen als eine der ältesten Formen ganzheitlicher Zuwendung im Mittelpunkt steht. Der Weg des Handauflegens ist Stille, berührendes Gebet und Segen. Er erinnert an das, was in uns heil und unveränderlich ist.

Am 31. August setzt sich Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach in einem Vortrag mit der Frage auseinander, wie es gelingen kann, trotz des Krieges friedenslogisch zu denken und zu handeln. Die Friedenslogik beschreibt hierbei ein alternatives Konzept zur Sicherheitslogik.

Am  28. Oktober fragt eine interreligiöse Tagung: Angesichts apokalyptischer Befürchtungen und Ängste, ausgelöst durch die multiplen Krisen, in denen wir leben: Worauf können wir hoffen? Es werden negativ gefärbte, apokalyptische Bilder in den Blick genommen und mögliche Zukunfts- und Hoffnungserwartungen im Spektrum der Religionen betrachtet.

Am 25. November wird der Fokus auf das Zuhören als kreativem Akt gelegt: Zuhören heißt, einen gemeinsamen Raum zu öffnen und zu halten, in dem die/der Andere sich gesehen und gemeint fühlt. Die Teilnehmenden experimentieren mit unterschiedlichen Ebenen des Zuhörens und erkunden ihre Auswirkungen auf die Sprechenden.

An drei Terminen (24.10./03.11./20.11) wird sich dem Thema „Projekt Postkolonial – Köln global-lokal“ angenähert. Die erste Veranstaltung findet als Führung durch das Rautenstrauch-Joest-Museum statt und thematisiert die postkoloniale Provenienz. Hiernach findet die Filmvorführung „Vermessener Mensch“ mit anschließender Diskussion statt. Die dritte Veranstaltung konzentriert sich auf das lokalhistorische Projekt Köln (post)kolonial der Erinnerungsarbeit.

Das Programm ist ab sofort online und in gedruckter Version an der Melanchthon Akademie erhältlich.

www.melanchthon-akademie.de.

Die Anmeldung ist telefonisch, schriftlich per Mail, Fax, Post oder online möglich.

Melanchthon-Akademie

Die Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region ist eine anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung im Sinne des WBG-NRW und hält ein umfangreiches und vielseitiges Programm vor. In der Kölner Südstadt gelegen hat die Melanchthon-Akademie im Sinne ihres Namensgebers den Auftrag, Bildungsangebote zwischen Himmel und Erde zu ermöglichen. In der Akademie arbeiten 13 hauptamtliche Mitarbeitende und rund 150 Dozierende, in jedem Semester finden rund 300 Angebote statt.

Kontakt

Akademieleiter Dr. Martin Bock, bock@melanchthon-akademie.de, 0221.931803-0

Text: Lea Braun
Foto(s): Programm-Auszüge/Collage APK

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Viel „kölsches Jeföhl“ auf dem Kirchentag in Nürnberg

„Et wor der Zick“ – könnte das Motto des Kirchentages „Jetzt ist die Zeit“ nach dem großen Wochenende in Nürnberg jetzt sicherlich auf Kölsch umgewandelt werden. Brings, Kölner Treff, kölsche Bläser und vieles mehr – auf dem Kirchentag 2023 in Nürnberg waren viele Menschen aus Köln und Region aktiv mit dabei und haben neben Inhalten auch die Stimmung stark mitgeprägt. Besonders eine Gruppe hat dabei direkt zu Beginn für rheinische Fröhlichkeit und kölsche Töne gesorgt – Brings.

Die fünf Mitglieder der Kölner Band Brings spielten sich sofort in die Herzen der Zuschauenden auf dem Hauptmarkt. Mit ihrem Klassiker „Superjeile Zick“ brachten sie auch die vielen Nicht-Rheinländer und -innen in Nürnberg zum Tanzen. Und so war der Abend für die mehr als 8.000 Besuchenden auf dem Platz wirklich eine super schöne Zeit. Für viele wurde der Song „Halleluja“ zu einem ganz besonderen Gänsehautmoment auf dem Kirchentag.

Die größte Kölner Community trafen die Kirchentagsbesuchenden auf dem Kölner Treff im Rahmen der Rheinischen Dörfer der Evangelischen Jugend. Am Ende des Geländes, das sich über mehrere Straßen zog, standen die Kölner Pavillons. Auch wenn der Weg weit war, der Andrang war groß. Neben einem kulinarischen Angebot unter anderem mit Falafel und Eistee konnten Jugendliche hier beispielsweise Taschen gestalten, ihre Vision für die Zukunft mit Logo-Steinen bauen, chillen oder aus alten Schallplatten Schalen oder Buchständer basteln. Über die Grenzen zwischen den vier Kölner Kirchenkreisen und Gemeinden hinweg arbeiteten die Referierenden des JuRef und der teilnehmenden Kirchengemeinden zusammen. Ein Höhepunkt war am Freitagmittag der Besuch von Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Begeistert schaute er sich die Angebote aus dem Rheinland und der Kölner Region an.

„Der Kirchentag lebt. Wir sind wieder da“

Einen musikalischen Leckerbissen bot ein Bläserensemble, das Jakob Valder aus Köln und Region zusammengestellt hatte. Mit Chorälen und anderen Blechbläser-Kompositionen begeisterten sie die Besuchenden am Freitagmittag auf der Nürnberger Burg. Doch das Projektensemble war auch beim Eröffnungs- und beim Abschlussgottesdienst mit dabei.

Viele Menschen aus Köln und Region waren nicht nur als Besuchende, sondern auch als aktive Mitarbeitende auf dem Kirchentag aktiv. So moderierte der Kölner Arnd Henze unter anderem ein Podium zum Thema „Wie hältst du es mit der Nachhaltigkeit?“ Mit dabei waren unter anderem Klimaaktivistin Clara Mayer und der ehemalige Bundesminister Prof. Dr. Klaus Töpfer. Am Ende der Veranstaltung wartete auf die Besuchenden noch ein Highlight. Vertreterinnen von United4Rescue stellten den Antrag, dass der Kirchentag Mitglied des breiten Bündnisses zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung wird. Mit großer Mehrheit stimmten die Besuchenden des Podiums für diesen Antrag an die Leitung des Kirchentages.

Auch Gottesdienste wurden von Kölnerinnen und Kölnern mitgestaltet. So feierte Pfarrerin Ulrike Graupner eine Thomasmesse in Nürnberg, Pfarrer Oliver Mahn war beim Pfadfinder-Gottesdienst aktiv.

Insgesamt fünf Tage lang haben in der vergangenen Woche in Nürnberg und der Nachbarstadt Fürth im Rahmen des Kirchentages rund 2.000 Veranstaltungen stattgefunden. „Der Kirchentag lebt. Wir sind wieder da“, erklärte Kirchentagspräsident Thomas de Maizière nach dem Großereignis mit rund 70.000 Menschen mit einem Ticket. Nach Angaben der Veranstalter war die Besuchendenzahl bei den öffentlichen Veranstaltungen in der Innenstadt, den Großkonzerten und Abendsegen nochmal deutlich höher. Beim Abend der Begegnung am Mittwochabend waren nach ihren Angaben rund 130.000 Menschen in der Nürnberger Innenstadt unterwegs.

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Text: Sammy Wintersohl
Foto(s): Sammy Wintersohl

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Resilienz – das zentrale Thema beim Frühjahrsgespräch des Stadtsuperintendenten

Premiere beim Frühjahrsgespräch des Stadtsuperintendenten: Zum ersten Mal hatte Bernhard Seiger die Pressevertreter und -vertreterinnen auf die Freifläche neben dem Refektorium eingeladen. Mit den Worten „Man spürt ein bisschen die klösterliche Atmosphäre, die hier mal geherrscht hat“, begrüßte er die Gäste. Thema des Abends war Resilienz, die Widerstandskraft, die jedem innewohnt. Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, die jüngst stark gestiegene Inflationsrate, der Klimawandel: Jeder und jede habe mit Krisen zu tun gehabt.

„Viele Menschen sind erschöpft. Viele fragen sich angesichts des Klimawandels, welches Wirtschaften wir uns noch leisten können. Und viele sind unsicher, ob sie noch in der richtigen, zukunftssicheren Branche arbeiten. Der Krieg in der Ukraine hat uns vor Augen geführt, dass wir keineswegs in einem sicheren Europa leben“, warf der Stadtsuperintendent einen Blick auf aktuelle Probleme und stellte eine Plastikflasche auf den Tisch, die er eindrückte: „Nach kurzer Zeit präsentiert sie sich wieder im Urzustand. Sie hat wie wir eine Kraft, die sie wieder in Form bringt.“ Resilienz sei aber auch eine religiöse Haltung. Es gebe Schmerzen und extreme Belastungen. Aber die Bibel tröste. Etwa in Psalm 23, 1 + 4: „Der Herr ist mein Hirte. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

„Seelsorge, Beratung und Supervision sind kirchliche Kernkompetenz“

80 Prozent der Kinder und Jugendlichen hätten angegeben, unter der Corona-Pandemie arg gelitten zu haben. Es habe Abbrüche von Beziehungen gegeben. Die Suizidneigung habe sich in Einzelfällen verstärkt. Nun sei auch die kirchliche Jugendarbeit gefragt. Ein zentraler Faktor sei die Gemeinschaft, stabile Erwachsene könnten Anker sein. Der Glaube biete für alle eine feste Grundlage und eine Sprachfähigkeit, wenn sich alles bewege: „Seelsorge, Beratung und Supervision sind kirchliche Kernkompetenz. Das Kirchenjahr ist eine ständige Resilienzübung. Alle Erfahrungen des Lebens haben ihren Ort. Freude, Trauer, Zweifel, Krise, Dankbarkeit.“

Der Stadtsuperintendent freute sich ausdrücklich, dass in fast allen Gemeinden in Köln wieder Abendmahlsgottesdienste gefeiert werden. Musik und gemeinsames Singen sind dem Stadtsuperintendenten wichtig: „Jeder geht anders aus einer Chorprobe heraus, als er hineingegangen ist.“ Und Kirchenräume, die der Seele „Gegenwelten der Ruhe“ bieten. Seiger räumte ein Versagen der Kirche während der Corona-Pandemie ein: „Wir hätten die Menschen nicht allein lassen dürfen, wie es leider in vielen Fällen geschehen ist.“ Unter Corona sei bei einigen die Kirchenbindung verloren gegangen. „Corona hat die Tendenz zur Entfremdung beschleunigt.“ Der Austritt sei ein Schritt, der Respekt verdiene. „Das ist eine ehrliche Entscheidung. Traurig für uns. Wir müssen uns dem entgegenstemmen.“ Die Taufzahlen stiegen wieder, aber mancher Chor sei nicht mehr „ans Laufen gekommen“. Neben dem Berufsleben habe Corona auch das kirchliche Leben verändert. Dem müsse man Rechnung tragen.

Schlüsselqualifikationen, die es erleichtern, Krisen zu meistern

Christian Gröger ist der neue Leiter der Evangelischen Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Köln, Frechen und Bensberg. Er ist als Sozialpädagoge und Familientherapeut ausgewiesener Fachmann in Sachen Resilienz. Gröger benannte Schlüsselqualifikationen, die es erleichtern, Krisen zu meistern: „Akzeptanz dessen, was ist. Optimismus, dass es besser werden kann. Selbstwirksamkeit, weil man sicher ist, dass man etwas verändern kann. Die Einsicht, dass man selbst für sich in der Verantwortung steht. Und zum Optimismus gehört die Zukunftsorientierung.“ Diese Qualifikationen erwerbe man im besten Fall in der Kindheit durch emotionale Bindungen zu einer oder mehreren Bezugspersonen.

Die Beratungsstelle unterstützt Eltern, Familien und Einzelpersonen. „Wenn jemand unsere Beratungsstellen aufsucht, haben er oder sie ihre Resilienz bereits unter Beweis gestellt. Sie sind bereit, sich Hilfe zu holen“, sagte Gröger. Sie hätten also die Hemmschwelle überwunden, sich mit ihrem Problem an einen Außenstehenden zu wenden. Gröger nannte als Beispiele Schülerinnen und Schüler. Gerade in Frechen habe die Beratungsstelle einen sehr guten Ruf. Oft seien es Lehrerinnen und Lehrer, die Veränderungen bei Jugendlichen bemerkten und sich an die Beratungsstelle wendeten. In der Regel gelinge es, über ein verlässliches Beziehungsangebot und Einbindung der Eltern einen Weg zu finden, auf dem Optimismus und Zukunftsorientierung wieder möglich seien. Geflüchtete sind für den Beratungsstellenleiter äußerst resiliente Menschen. „Sie haben sich auf einen oft Jahre dauernden Weg gemacht, um vor Krieg, Unterdrückung und Folter zu fliehen.“ Die meisten von ihnen hätten „wahnsinnige Hürden“ überwunden, um in Deutschland zu leben und seien hoch motiviert, sich dort ein Leben aufzubauen. „Das sind Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten und Durchhaltevermögen.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Die Queere Kirche Köln nimmt erstmals mit Gruppe am CSD in Köln teil – jetzt anmelden!

Die Queere Kirche Köln will dieses Jahr zum ersten Mal mit einer Gruppe beim CSD in Köln mitgehen. Die Cologne Pride (www.colognepride.de) ist eine der größten CSD-Paraden in Deutschland und durch die Teilnahme und Präsenz soll gezeigt werden, dass die Evangelische Kirche eine offene Kirche ist, die sich für Gerechtigkeit und Akzeptanz einsetzt. „Deshalb wollen wir insbesondere alle queeren Menschen in unserer Kirche einladen, mit Stolz und Freude unter dem Banner der Evangelischen Kirche mitzugehen“, sagt Pfarrer Tim Lahr. Aber auch Mitstreiter*innen sind herzlich willkommen.

Vorbereitungstreffen

Es gibt eine Vorbereitungsgruppe vom Erprobungsraum Queere Kirche, die daran arbeitet, dass möglichst „einheitlich vielfältig“ mit einer klaren Botschaft in die Öffentlichkeit gegangen werden kann. Es wird aber auch ein Vorbereitungstreffen am 25. Juni je um 13 Uhr geben, an denen es die Möglichkeit gibt sich kennenzulernen, sich auf das Bevorstehende einzustimmen und kreativ zu werden. Weitere Informationen hierzu gibt es nach der Anmeldung per Mail. Aber auch wenn man nicht an den Vorbereitungstreffen dabei sein kann, kann man gerne mitgehen. Die Treffen dienen nur der Einstimmung und Vorfreude.

Anmeldung

Wer gerne beim CSD mitgehen möchte, der kann sich hier anmelden: Hier klicken. Anmeldeschluss ist der 8. Juli. Jeder Mensch, der unter dem Banner der Evangelischen Kirche im Rheinland mitgehen will, kann sich unabhängig von seiner religiösen Zugehörigkeit anmelden.

CSD Köln

In Köln gibt es den CSD bereits seit 1991, und seitdem hat sich die Veranstaltung zu einem der größten Stadtfeste Europas entwickelt. Jedes Jahr pilgern tausende Menschen aus aller Welt in die Stadt am Rhein, um ein Zeichen für Vielfalt und gegen Ausgrenzung zu setzen. Es ist eine bunte Parade, bei der man mitmachen kann oder einfach nur zusieht und sich von der positiven Stimmung mitreißen lässt. Neben der Parade gibt es auch zahlreiche andere Veranstaltungen, darunter Konzerte, Partys und Podiumsdiskussionen. Es geht immer darum, die Stimme der LGBTQIA+ Community zu erheben und auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Denn auch im 21. Jahrhundert sind noch lange nicht alle Menschen in der Gesellschaft tolerant und respektvoll.

Erprobungsraum Queere Kirche

In sogenannten „Erprobungsräumen“ entstehen neue Formen von Kirche mit Mut zum Experimentieren. Die Evangelische Kirche im Rheinland schafft Platz für Ideen und fördert Formen kirchlichen Lebens, die ergänzend zur traditionellen Wohnortgemeinde entstehen – mit großer Kreativität. Das oberste Leitungsgremium der rheinischen Kirche, die Landessynode, hat dafür 2019 ein Entwicklungsprogramm aufgelegt, das zunächst über ein Jahrzehnt reicht. Der queere Pfarrer Tim Lahr baut deswegen auch die Erprobungsraum-Initiative der Queeren Digitalen Kirche mit auf:: https://erprobungsraeume.de/inhalt/queere-junge-digitale-kirche-koeln/

www.queere-kirche-koeln.de

Text: APK
Foto(s): Nadine Heller-Menzel / APK Screenshot CSD-Ankündigung

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Unsere Wochentipps: evangelisch.läuft am RheinEnergieStadion und Kirchentag in Nürnberg

Unsere Wochentipps: In den kommenden Tagen gibt es wieder viel zu erleben! So lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Mauenheim-Weidenpesch zu einem Frühstück für Frauen ein, bei dem das Thema „Freundinnen – damals und heute“ beleuchtet wird. Die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg feiert ein Johannesfest rund um die Johanneskirche mit einem bunten Bühnenprogramm. Auch sportbegeisterte Menschen kommen nicht zu kurz, denn evangelisch.läuft lädt zu einem inklusiven Sportfest am Rheinenergiestadion ein. Für besondere Stimmung sorgt auch ein Kneipengottesdienst, der von der Evangelischen Gemeinde Köln veranstaltet wird. Und last but not least gibt es natürlich den 38. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Nürnberg!

Die Wochentipps in der Übersicht:

03.06.2023, 09:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Mauenheim-Weidenpesch
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, 50737 Köln
Frühstück für Frauen – Vormittage für Leib und Seele
Thema: Freundinnen – damals und heute

„Ein treuer Freund ist nicht mit Gold aufzuwiegen, und sein Wert ist nicht hoch genug zu schätzen“, das steht schon in den Schriften der Bibel (Sirach 6,15). Die meisten Frauen hierzulande haben Freundinnen, vielleicht sogar eine beste Freundin. Aber das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da waren Freundschaften den Männern vorbehalten. Das „Frühstück für Frauen – Vormittage für Leib und Seele“ befasst sich mit der Geschichte der Freundschaft. Die Teilnehmerinnen werden interessante und wenig bekannte kulturelle Eigenheiten kennenlernen, aber sich auch über ihre eigenen Erfahrungen mit Weggefährtinnen, Seelenverwandten und engsten Vertrauten austauschen. Das „Frühstück für Frauen – Vormittage für Leib und Seele“ zum Thema „Freundinnen – damals und heute“ findet am Samstag, 3. Juni 2023, von 9.30 Uhr bis 12 Uhr, in der Erlöserkirche, Derfflingerstraße 9, 50737 Köln-Weidenpesch, statt. Kosten für das Frühstück: 5 Euro. Anmeldung im Gemeindebüro unter Telefon 0221-745903-10 oder bei Christina Schlarp unter christina.schlarp@ekir.de.

www.kirche-mauwei.de

04.06.2023, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln
Johannesfest rund um die Johanneskirche
Immer bunter wird unser Veedels- und Gemeindefest

Am 04.06.2023 feiert die Evangelische Gemeinde Klettenberg rund um die Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln von 11.00 bis 18.00 Uhr ein Johannesfest. Von 11.00 bis 12.00 Uhr gibt es einen lebendigen Fest-Gottesdienst für alle Generationen mit Pfarrerin Mareike Maeggi, Pfarrer Ivo Masanek, Kindergartenkindern und der Johanneskantorei (Leitung: Eva-Maria Förster). Im Gottesdienst verabschieden wir unseren Jugendprojektleiter Christopher Braun. Um 12 bis 18 Uhr gibt es ein Bühnenprogramm und  z.B. eine Bücher-Tombola, Große Hüpfburg – Weltladen – Schminken – Buttonmaschine.

www.kirche-klettenberg.de

04.06.2023, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl
Stephanuskirche, Brehmstraße 6, 50735 Köln
Gottesdienst mit Verabschiedung von Kirchenmusiker Gerhard de Buhr

Im Gottesdienst am 4. Juni um 11 Uhr in der Stephanuskirche, Brehmstraße 4-6, 50735 Köln, wird der langjährige Kirchenmusiker Gerhard de Buhr in den Ruhestand verabschiedet. Im anschließenden Kirchencafé können sich die Besucher noch einmal mit ihm austauschen.

www.ev-kirche-niehl-riehl.de

04.06.2023, 12:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Stadionvorwiesen am RheinEnergieStadion in Köln
Inklusives Sportfest evangelisch.läuft
Stadionlauf in Köln am RheinEnergieStadion

evangelisch.läuft ist die Beteiligung der evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen in Köln und Region an kirche.läuft.de. Der Termin in diesem Jahr für kirche.läuft ist der 4. Juni 2023. Ob als Team oder über eine Einzeldistanz – alles ist möglich. Zum Pax-Bank Stadionlauf in Köln, dem inklusiven Sportfest am RheinEnergieStadion, lädt die Evangelische Kirche Köln und Region, als Mitträger der Veranstaltung, dazu ein, gemeinsam im Team mitzulaufen. Es zählt nicht der Gewinn des Einzelnen, sondern die Art und Weise, wie man sein Ziel erreicht. Losgelöst von Glaubensrichtungen ist das Einstehen für andere und das Erleben von Gemeinschaft als unser vorrangiges Ziel. Jeder ist willkommen, egal ob Kind oder Erwachsener, ob mit oder ohne Beeinträchtigung.

www.stadionlauf-koeln.de

04.06.2023, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Christuskirche – Evangelische Gemeinde Köln, Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln
„Wie bist du, wenn du verliebt bist?“
Pfarrer Christoph Rollbühler: Kneipengottesdienst in der „Umleitung“

Die Evangelische Gemeinde Köln veranstaltet am 4. Juni 2023 um 18 Uhr einen besonderen Kneipengottesdienst mit dem Thema „Wie bist du, wenn du verliebt bist?“. Pfarrer Christoph Rollbühler wird die Besucherinnen und Besucher dazu einladen, über ihre Erfahrungen und Gefühle zu reflektieren. Die Veranstaltung findet in der gemütlichen Atmosphäre der „Umleitung“ statt. Alle sind herzlich eingeladen, gemeinsam zu feiern und einen besonderen Abend zu erleben.

Text: APK
Foto(s): APK

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Countdown zu „Evangelisch.läuft“ am 4. Juni – Jetzt schnell noch anmelden!

Der Countdown läuft: Evangelisch.läuft ist die Beteiligung der evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen in Köln und Region an kirche.läuft.de. Ob als Team oder über eine Einzeldistanz – es geht am 4. Juni wieder rund am RheinEnergieStadion. Seien Sie und Ihre Gemeinde bei dem inklusiven Sportfest dabei – jetzt schnell noch anmelden! Auch der Sportbeauftragte Marco Beumers läuft mit, er sagt: „Es steckt so viel Arbeit dahinter, jede Menge Zeit und viel Liebe zum Detail.“ Das Interview:

Bald ist es soweit! Freuen Sie sich auf Evangelisch.läuft?

Marco Beumers: Ich freue mich immer, wenn wir als geschlossene Gemeinschaft antreten, zusammen feiern und lachen. Es ist schön, wenn ich die strahlenden und lachenden Gesichter sehe. Zugegeben, Anspannung oder Nervosität gibt es bei dem einen oder der anderen auch. Sportliche Feste sind endorphinreich. Die Vorfreude ist förmlich spürbar. Das ist es, was einen antreibt und noch mehr Lust macht, mit dabei zu sein.

Zum wievielten Mal findet die Veranstaltung statt?

Marco Beumers: Der Stadionlauf findet zum 14. Mal am RheinEnergieSTADION statt, und das bestimmt wieder unter strahlenden Sonnenschein.

Wie war es in der Corona-Zeit?

Marco Beumers: Die Corona-Zeit war eine schwere und traurige Zeit. Umso schöner, dass wir es nun – fast – hinter uns haben und wieder durchatmen können. Schön, dass es dahingehend keine Begrenzungen oder Regularien mehr gibt. Umso wichtiger ist es, wieder positiv und mit viel Energie nach vorn zu schauen. Sich wieder zu spüren und zu erleben. Herausforderungen anzunehmen, zu meistern und so mit positiven Erlebnissen den Tag zu beginnen.

Sie waren ja schon öfter dabei, wie fanden Sie die Veranstaltung?

Marco Beumers: Sportliche Veranstaltungen begleiten mich mein Leben lang und bieten immer eine Vielzahl von Möglichkeiten. Es hängt nur davon ab, was man persönlich daraus macht. Ich freue mich sehr darauf, dass es so etwas überhaupt gibt, und dass sich immer wieder Menschen finden, die die Energie aufbringen, um so ein Fest auf die Beine zu stellen. Es steckt so viel Arbeit dahinter, jede Menge Zeit und viel Liebe zum Detail. In dem Zusammenhang möchte ich mich im Namen des EKV Köln und Region für die gute Zusammenarbeit mit pulsschlag und dem DJK Sportverband ganz herzlich bedanken.

Zeitplan

10:30 Uhr: Integrative Messe in St. Georg
12:00 Uhr: Beginn der Startunterlagenausgabe
13:00 Uhr: Bambinilauf (Jahrgang 2015 und jünger)
13:20 Uhr: 2 km Schülerlauf (bis einschließlich Jahrgang 2007)
13:20 Uhr: Freies Kurzstreckenrennen
13:45 Uhr: 5 km-Lauf (Zielschluss: 55 Minuten Nettolaufzeit)
13:50 Uhr: 5 km-Family & Friends-Lauf (Zielschluss: 55 Minuten Nettolaufzeit)
14:05 Uhr: Siegerehrung der Schüler
15:00 Uhr: Siegerehrung 5 km-Lauf
15:05 Uhr: 10 km-Lauf (Zielschluss: 90 Minuten Nettolaufzeit)
15:10 Uhr: 10 Meilen-Lauf (Zielschluss: 135 Minuten Nettolaufzeit)
16:50 Uhr: Siegerehrung 10 km-Lauf und 10 Meilen-Lauf

www.stadionlauf-koeln.de

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Thorsten Levin/APK

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Gemeinsam stark: Kölner zeigen Präsenz auf dem Evangelischen Kirchentag in Nürnberg

Fünf Tage, 2.000 Einzelveranstaltungen, eine deutsche Großstadt: Vom 7. bis 11. Juni findet der 38. Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg statt. Auf dem Kirchentag herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Es ist ein Ort, an dem sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion treffen, um gemeinsam zu diskutieren, zu beten und zu feiern. Viele Kölnerinnen und Kölner gestalten das Programm mit oder freuen sich einfach nur auf die Teilnahme.

Martina Schönhals, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gemeinschaftsstiftung Diakonie, hat seit dem Kirchentag in Köln 2007 an allen Kirchentagen teilgenommen und vorher, in den 1990ern, war sie auch bereits in München und Leipzig dabei. Sie sagt: „Ich liebe diese Kirchentage, weil sie eine Stadt so verändern können: Dann werden Menschen sichtbar, die fröhlich ihren evangelischen Glauben bekennen, die freundlich miteinander umgehen – bis auf wenige Ausnahmen -, friedlich Gottesdienste und Konzerte miteinander feiern und konstruktiv engagiert über alles diskutieren, was die Welt bewegt.“ Sie schätze auch die Bibelarbeiten am Morgen und habe da schon einige Politiker und Politikerinnen und andere Promis sehr persönlich und von einer ganz anderen Seite erlebt. Was sie besonders berührt: „Dass so viele junge Leute mithelfen und mitfeiern, lässt mich hoffen, dass die evangelische Kirche ihre Gemeinschaft stiftende Anziehungskraft noch nicht verloren hat. Kurz gesagt: Ich freue mich riesig auf den Kirchentag in Nürnberg, ich kann da auftanken, finde Sinn unter Gleichgesinnten. Die Tage geben mir Energie für meine beruflichen Herausforderungen in der Diakonie, aber auch ganz persönlich für mein Leben als Protestantin.“

Der Kölner Treff auf dem Kirchentag in Nürnberg – einfach zeitlos

„Jetzt ist die Zeit“, lautet die Losung für den Kirchentag. Nachdem Corona bedingt der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt 2021 nur digital stattfinden konnte, passt das diesjährige Motto aus dem Neuen Testament (Markus 1, 15) eigentlich perfekt. Für viele Kölner ist es nach wie vor Tradition, sich auf den Weg zu machen. So wird es im Zentrum Jugend  traditionell wieder einen „Kölner Treff“ – diesmal mit dem Motto „Einfach zeitlos“ – geben, den Jugendliche aus den vier Kölner Kirchenkreisen gemeinsam gestalten. Hier wird ein gesundes und vollwertiges Verpflegungsangebot mit Mitmachaktionen zum Nachdenken, Spielen, Spaß haben, Chillen, Basteln und mehr verknüpft. Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

„Der Kirchentag in Nürnberg bietet aufs Neue die Möglichkeit für Kölner Gemeinden, sich mit ihren Jugendgruppen am Geschehen zu beteiligen. Der Besuch und das Erleben des Kirchentages mit seinen vielfältigen spirituellen und kulturellen Angeboten sind für junge Menschen immer ein großes und eindrückliches Erlebnis.“, sagt Arno Kühne, Jugendreferent Evangelisches Jugendreferat. Dieses Erlebnis soll für alle Beteiligten zu einem finanziell erschwinglichen Preis angeboten werden und durch das Mitgestalten noch gesteigert werden. Der Kölner Treff trägt in diesem Jahr das Motto „einfach zeitlos“.

„Wir fahren als Mitwirkende zum Kirchentag nach Nürnberg. Wir sind mehr als 130 junge Menschen aus elf Gemeinden der Kölner Kirchenkreise und bieten im Zentrum Jugend kreative Mitmachangebote an“, erklärt Arno Kühne. Vom Wiederverwerten alter Schallplatten, dem Gestalten von Taschen, dem Ausdrücken von Lebensperspektiven mithilfe von Legobausteinen, Fotoangeboten, Spielideen bis hin zu aktiven Entspannungstechniken ist alles vertreten.

Das Jugendreferat organisiert die Anreise und klärt die Rahmenbedingungen mit den Verantwortlichen des Kirchentages.

Viele Begegnungen

Susanne Hermanns, die als frühere Jugendreferentin im Kirchenkreis Köln-Nord viele Kölner Treffs mit geplant und durchgeführt hat, arbeitete im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in der Geschäftsstelle des Kölner Kirchentags 2007 mit und plante dort unter anderem das Gottesdienstprogramm und Rheinische Projekte. Seitdem ist sie Mitglied im Vorstand des Rheinischen Landesausschusses, der bei den Kirchentagen von 2009 in Bremen bis 2019 in Dortmund Rheinische Open-Air-Bühnen organisierte und moderierte. Auch mit ihrem Kabarettduo „Hermanns & Putzler“ trat sie auf den Rheinischen Bühnen und im Zentrum Kabarett auf. Nach Nürnberg wird sie diesmal nur als Teilnehmende fahren. „Ich weiß noch nicht so recht, wie das werden wird – so ganz ohne Aufgabe“, sagt sie. Kirchentag bedeutet für Hermanns vor allem Begegnung: mit Kölnerinnen und Kölnern, Bekannten aus der EKiR, aber auch mit alten Kolleginnen und Kollegen aus der Kölner Kirchentagsvorbereitung. Eine besondere Veranstaltung ist für sie der erste Abend mit Eröffnungsgottesdiensten und anschließendem Abend der Begegnung, bei dem sich die einladende Landeskirche an vielen Ständen in der ganzen Innenstadt präsentiert. „Wenn ich die Fanfaren der Bläserinnen und Bläser zu Beginn höre, geht mir das Herz auf“, sagt sie. Diesmal hat sie sich vorgenommen, unter anderem zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Landesausschussvorstand Kultur- und Mitwirkendengruppen zu besuchen, die aus den Mitteln der Landeskirche gefördert werden.

Kirche im Wandel – das Programm

Erstmals wurden im Programm sogenannte Weiße und Graue Flecken festgelegt. Sie werden erst kurz vor der Durchführung bekannt gegeben – so können auch aktuelle Ereignisse in das sonst monatelange im Voraus geplante Programm eingehen. Das diesjährige Programm besteht aus drei Kraftzentren: spirituelle und biblische Herangehensweisen, gesellschaftspolitische Debatten und die Kraft von Musik, Gesang, Kultur. Auf den großen Hauptpodien des Kirchentages wird in Nürnberg unter anderem über die Klimakrise, Vielfalt, Demokratie, Generationengerechtigkeit, Soziales, Internationale Sicherheitspolitik und Waffenlieferungen debattiert. Das geistlich-theologische Programm umfasst unter anderem rund 60 Gottesdienste und 55 Bibelarbeiten mit unterschiedlichsten Themen und Zusammensetzungen. Im in Fürth angesiedelten Zentrum „Zukunft Glaube und Kirche“ wird ein komplett von Künstlicher Intelligenz gesteuerter Gottesdienst gefeiert. Andere Veranstaltungen beinhalten etwa die FuckUp-Night, ein Format aus der StartUp-Branche, in dem aktiv über Fehler und Misserfolge diskutiert wird. Zahlreiche interreligiöse und ökumenische Formate bieten Raum für Austausch, außerdem wird immer wieder über das Thema Vielfalt in der Kirche diskutiert werden.

Kindernothilfekonzert mit Brings

Neben vielen Diskussionsrunden und Workshops wird es beim Nürnberger Kirchentag auch ein vielfältiges Kulturprogramm geben. Bei den Großkonzerten sind etwa Judy Bailey, Malik Harris, Kirchentags-Urgestein Bodo Wartke oder Eckart von Hirschhausen vertreten, außerdem gibt es einen Treffpunkt Kabarett, spannende Beiträge aus den Bereichen Theater und Musiktheater, sowie ein eigenes Zentrum Spiel mit mehr als 100 Veranstaltungen. Ein ganz besonderer Höhepunkt wird der Auftritt des Kyiv Symphony Orchestra. Das ukrainische Orchester, das derzeit in Gera residiert, hat zur Kirchentagslosung „Jetzt ist die Zeit“ eigens ein neues Programm mit dem Titel „Zeitgefühle“ gestaltet. Ein besonderes Projekt stellt das Mitsingkonzert „Halleluja, Händel meets Rutter“ dar. Ein besonderes Kölner Event wird sicherlich das Großkonzert der Kölner Band Brings in Kooperation mit der Kindernothilfe am Donnerstagabend um 20 Uhr auf der Bühne am Hauptmarkt sein. Die Kölner Band engagiert sich schon seit geraumer Zeit für Mädchen und Jungen in Not und unterstützt seit Längerem die Kindernothilfe durch das Sammeln von Spenden und indem sie öffentlich auf deren Anliegen aufmerksam macht.

Digitale Neuerungen

Erstmals wird das Programm primär digital verfügbar sein – als Gesamtüberblick auf der Homepage des Kirchentages und in der Kirchentags-App, die Ende März für iOS- und Android-Geräte verfügbar sein wird. Die Funktionen der App, die bereits beim Kirchentag in Dortmund im Einsatz war, wurden für Nürnberg deutlich erweitert: Die App beinhaltet nun auch die digitalen Tickets, ist Programmheft, Stadtplan und Navigator in einem und ermöglicht beispielsweise digitale Publikumsbeteiligung. Zusätzlich gibt es bei Bedarf ein gedrucktes „Programm im Überblick“.

Blick auf den Kirchentag in Düsseldorf 2027

2027 wird die EKiR wieder Gastgeberin des Kirchentages – diesmal in Düsseldorf – sein. „Der Kirchentag steht für einen diskussionsfreudigen, offenen und fortschrittlichen Glauben“, sagt der Kölner Pfarrer Volker Meiling, Vorsitzender des Landesausschusses Rheinland. „Und damit auch für eine zukunftsfähige Gestalt von Kirche. Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Kirchentag 2027 in Düsseldorf stattfinden wird. Für die Landeskirche und Region können Vorbereitungen und Durchführung des Kirchentages zu einer gemeinschaftsstiftenden Aufgabe werden, die uns miteinander spüren lässt, was wir als Christinnen und Christen in der Gesellschaft bewirken.“

Nürnberg bietet wie alle Kirchentage davor wieder Gelegenheit, viele Inspirationen, Ideen, Anregungen und Erkenntnisse für die eigene Arbeit vor Ort und nicht zuletzt  die Planung zukünftiger Kirchentage zu sammeln.

Also: „Jetzt ist die Zeit“… sich noch ein Ticket zu kaufen und zum großen Glaubensfest nach Nürnberg zu fahren!

www.kirchentag.de

Kölner auf dem Kirchentag – Ausschnitte aus dem Programm

Café
Donnerstag 10.30 bis 18 Uhr: Kölner Treff
Vegetarische Snacks und frische Suppe
Ev. Jugend in Köln und Umgebung

Stände und Mitmachangebote
Donnerstag 10.30 bis bis 18 Uhr: Kölner Treff: Einfach zeitlos
Zeitkapseln, Foto-Aktion und Zeitreise-Parcours
Ev. Jugend in Köln und Umgebung

Donnerstag 11 bis bis 12.30 Uhr Klimakrise begrenzen. Global gerecht?
Impuls:
Dr. Kira Vinke, Leiterin Zentrum für Klima und Außenpolitik, Berlin
Weitere Podiumsteilnehmende:
James Baghwan, Reverend, Suva/Fidschi
Vanessa Nakate, Klimaaktivistin, Kampala/Uganda
Dr. Dagmar Pruin, Präsidentin Brot für die Welt und Diakonie
Katastrophenhilfe, Berlin
Frank Schwabe MdB, Bundesentwicklungsministerium, Berlin
Moderation:
Arnd Henze, Journalist, Köln, vom Rat der EKD berufenes Mitglied der 13. Synode der EKD Evangelische Kirche im Rheinland 
Anwältin und Anwalt des Publikums:
Johannes Grün, Berlin
Dr. Olivia Henke, Berlin

Donnerstag 20 bis 22 Uhr: Das große Kindernothilfe-Konzert
Jetzt ist die Zeit für Brings
Brings, Köln

Café
Freitag
10.30 bis 18 Uhr Kölner Treff
Vegetarische Snacks und frische Suppe
Ev. Jugend in Köln und Umgebung

Stände und Mitmachangebote
Freitag
10.30 bis 18 Uhr Kölner Treff: Einfach zeitlos
Zeitkapseln, Foto-Aktion und Zeitreise-Parcours
Ev. Jugend in Köln und Umgebung

Podium
Freitag 11 bis 13 Uhr: Europa – Garant für freiheit und Solidarität? Visionen für ein starkes Europa
Impuls:
Maia Sandu, Präsidentin Republik Moldau (angefragt), Kischinau/Republik Moldau
Podium:
Anne Gidion, Bevollmächtigte Rat der Ev. Kirche in Deutschland (EKD), Berlin
Dr. Sergey Lagodinsky MdEP, Europäische Grüne Partei, stellv. Vorsitzender Rechtsauschuss, Brüssel/Belgien,
Dr. Manuel Müller, Blogger und Mitarbeiter Finnish Institute of International Affairs, Helsinki/Finnland
Moderation:
Arnd Henze, Journalist, Köln, vom Rat der EKD berufenes Mitglied der 13. Synode der EKD Evangelische Kirche im Rheinland 
Anwältin und Anwalt des Publikums:
Dr. Ulrike Höppner, Berlin
Rüdiger Noll, Berlin
Musik:
Samuel Harfst, Hüttenberg

Podium
Freitag
15 bis 17 Uhr: „OK, Boomer!“ und „Respekt, Generation Z“. Der Weg in unsere gemeinsame (fucking!?) Zukunft
Impuls:
Dr. Stefanie Wiloth, Gerontologin, Heidelberg
Podium:
P. Dr. Jörg Alt SJ, Nürnberg
Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof, München
Anna-Nicole Heinrich, Präses, Synode Ev. Kirche in Deutschland (EKD),
Hannover
Eser Polat, Rechtsanwalt, stellv. Vorsitzender FDP Nürnberg
Dagmar Reemtsma, Aktivistin, Hamburg
Hannah Reemtsma, Studentin, Lüneburg
Moderation:
Arnd Henze, Journalist, Köln, vom Rat der EKD berufenes Mitglied der 13. Synode der EKD Evangelische Kirche im Rheinland 
Musik:
Judy Bailey und Band, Alpen

Café
Samstag 10.30 bis 18 Uhr Kölner Treff
Vegetarische Snacks und frische Suppe
Ev. Jugend in Köln und Umgebung

Stände und Mitmachangebote
Samstag 10.30 bis 18 Uhr: Kölner Treff: Einfach zeitlos
Zeitkapseln, Foto-Aktion und Zeitreise-Parcours
Ev. Jugend in Köln und Umgebung

Hauptpodium
Samstag 11 bis 13 Uhr: In bewegten Zeiten gemeinsam gestalten. Im Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz
Bundeskanzler Olaf Scholz, Berlin
Gesprächsleitung:
Tina Hildebrandt, Chefkorrespondentin Die Zeit, Hamburg
Anwältin und Anwalt des Publikums:
Melek Henze, Köln
Jonathan Hunger, Kirchgellersen
Musik:
Gloria Blau, Berlin

Text: Milena Vanini/Susanne Hermanns/Frauke Komander
Foto(s): Kirchentag/Tjorm Berkey

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Kölner Dom: Ökumenischer Gottesdienst zur 42. Hauptversammlung des Deutschen Städtetages

Das Nachdenken über einen Geist des Zusammenhalts und der Zuversicht, über Haltung und Kraftquellen sowie tätige Nächstenliebe hat zuletzt im Zentrum eines ökumenischen Gottesdienstes im Kölner Dom gestanden. Dieser fand statt innerhalb der 42. ordentlichen Hauptversammlung des Deutschen Städtetages. Gastgeberin der dreitägigen Veranstaltung mit dem Motto „Unsere Städte – gemeinsam neue Wege wagen“ war die Stadt Köln. Rund 800 Delegierte hatten die Mitgliedsstädte und außerordentlichen Mitglieder des Städtetages in die Rheinmetropole entsandt.

Mehr als ein Drittel der Delegierten folgte der Einladung zum Gottesdienst mit Weihbischof  Rolf Steinhäuser und Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. Steinhäuser, im Erzbistum Köln mit einer besonderen Zuteilung zur Stadt Köln bedacht, hieß in seiner herzlichen Begrüßung namentlich Städtetagspräsident Markus Lewe, Oberbürgermeister in Münster, und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker willkommen. „Im Lebensgefühl der Kölnerinnen und Kölner gehört der Dom allen Kölnern. Und irgendwie gehört er allen Besucherinnen und Besuchern, also heute auch Ihnen“, tat der Weihbischof allen Anwesenden kund.

„Suchet der Stadt Bestes“

Das Städtetag-Programm enthalte Sportevents, Exkursionen und einen Kölner Abend. „Dass unsere Stadtverwaltung Sie auch zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen hat, und das an prominenter Stelle, freut uns als Vertreter der großen Kirchen sehr“, sagte Steinhäuser. Gottesdienste lebten von der Beteiligung der Mitfeiernden, lud er ein zum Schauen, Hören und Mitsingen.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger orientierte sich in seiner gut strukturierten, bestärkenden Ansprache insbesondere an der zentralen Aufforderung in Jeremias Brief an die aus Jerusalem vertriebenen Weggefährten im babylonischen Exil: „Suchet der Stadt Bestes.“ (Jer 29,7) Der Prophet habe diese ermutigt, „sich einzulassen auf ihre Stadt, sich einzurichten, Familien zu gründen und sich für ihre Stadt einzusetzen, auch wenn es nicht die eigene ist“. Sie sollten für die Stadt beten, sie stärken und ihren Beitrag zum Gelingen des Gemeinwohls leisten. „Das ist das, was uns hier verbindet: Sie, die Besucherinnen und Besucher des Städtetages aus allen Regionen und uns als Kirche“, zog Seiger Linien in unsere Gegenwart.

Seiger ging ein auf die täglichen Aufgaben der Delegierten in den Kommunen hinsichtlich der Sicherstellung der Daseinsfürsorge für die Bürgerinnen und Bürger. Ebenso auf deren Bereitschaft, „sich auf alle möglichen denkbaren Krisenszenarien einzustellen“. Über die Art und Weise des Umgangs mit zahlreichen Herausforderungen gebe es Fachdiskussionen. „Aber es geht ja auch um die Haltung und die Kraftquellen.“ „Suchet der Stadt Bestes“ sei „das, was Sie alle jeden Tag tun“, sagte Seiger. „Sie wollen, dass es den Menschen gut geht, dass sie gute Rahmenbedingungen im Wandel haben, Zusammenhalt und Gemeinsinn spüren.“

Benötigt werde ein Geist des Zusammenhalts und der Zuversicht. „Das ist der Beitrag, den wir in den Kirchen mit Politikerinnen und Politikern finden können.“ Laut Seiger lebt jede Stadt „von Voraussetzungen, die sie nicht selber schaffen kann. Vor allem aber lebt sie von der Bereitschaft möglichst vieler zu dienen, sich für den Zusammenhalt, eine Menschengruppe oder ein Zukunftsanliegen einzusetzen.“ So sieht der Stadtsuperintendent in der Schöpfungstheologie eine Hilfe in der notwendigen positiven Einstellung „zur ökologischen Umgestaltung unserer Wirtschaft und der Gebäude“. Und die Haltung der Nächstenliebe sei unabdingbar für unsere Offenheit und Herzlichkeit gegenüber Geflüchteten aus Krisenregionen.

Seiger forderte ein waches Gewissen, „wenn sich in unserer Zeit wieder schleichend Antisemitismus ausbreitet und er salonfähig werden sollte“. Beispielhaft nannte er „menschenverachtende Äußerungen und Symbole“ des Musikers Roger Waters zuletzt auch auf Konzerten in deutschen Großstädten. Notwendig sei auch hier das Wächteramt seitens der Kirche und zivilgesellschaftlichen Gruppen. „In diesen Fällen dient die christliche Botschaft der Nächstenliebe dem Gemeinwohl“, sprach Seiger von der Haltung „Suchet der Stadt Bestes“.

„Dann kommt das andere“, verwies Seiger auf die notwendige Suche nach Kraftquellen und das Thema Achtsamkeit. Die sich oft in starker Hingabe bis zur Grenze der Selbstaufgabe für ihre Heimatstadt oder die Wahlheimat einsetzenden Politikerinnen und Politiker benötigten Quellen, aus denen sie schöpfen könnten. Seiger nannte die Musik. Ebenso „die Nähe Gleichgesinnter und die Stärkung bei Kraftquellen wie dem Städtetag. Und dazu gehört das Gebet der Christen“, wie Jeremia es schon damals seinen Weggefährten aufgetragen habe: „Betet für sie.“

„In diesem Dom und in vielen evangelischen und katholischen Kirchen im Land wird jede Woche für die Stadt gebetet und für Sie, die Ihr Bestes geben“, stellte der Stadtsuperintendent fest. Darauf sei Verlass. Christenmenschen und Gläubige anderer Religionen würden stellvertretend dafür eintreten,  „dass Sie für jeden Tag wieder Kraft und ein gutes Gespür für das bekommen, was dran ist“, sprach er den Delegierten Gottes Hilfe zu.

„Was steht im Gesetz, was liest du?“

In seiner Predigt legte Weihbischof Rolf Steinhäuser das im Evangelium nach Lukas (10,25-37) gehörte Gleichnis vom barmherzigen Samariter aus. Einzig ein Samariter, „für einen frommen Juden der letzte Dreck“, habe sich um einen Verletzten am Straßenrand gekümmert. Über diese einprägsame Geschichte werde oft der Rahmen vergessen, in die Jesus seine Erzählung gestellt habe, so der Weihbischof. Erneut lasse sich ein Gesetzeslehrer auf eine Auseinandersetzung mit Jesus ein. Er wolle ihn auf die Probe stellen. Doch Jesus pariere hellwach dessen Frage „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“, mit der Gegenfrage „Was steht im Gesetz, was liest du?“. Nachdem der Schriftgelehrte aus den Büchern des Moses zitiert und auch die Nächstenliebe betont habe, riet ihm Jesus: „Handle danach und du wirst leben.“

Aber sein Gegenüber habe gar nicht handeln wollen, sondern weiter theoretisieren. „Wer ist mein Nächster?”, habe er Jesus gefragt und damit „das Feld für einen breiten Disput“ geöffnet. Natürlich sei er für Nächstenliebe. Aber man müsse doch erst einmal sehr gründlich und genau klären, wer denn als sein Nächster anzusehen sei, erinnerte Steinhäuser an weitere Fragen und Bedenken des Schriftgelehrten.

„Vielleicht wird Ihnen der Schriftgelehrte allmählich sympathisch“, wandte sich der Theologe an die Zuhörenden. „Oder Sie erkennen zumindest seine Frageposition als vernünftig an.“ So fragten wir doch auch jeden Tag, meinte der Weihbischof. „Um uns nicht ständig überfordern zu müssen, müssen wir doch unsere Verantwortung begrenzen.“ Steinhäuser vermutete, dass jedem/jeder in der Kommunalpolitik Tätigen diese Denke geläufig sei: „Wir sind doch nicht für alles zuständig. Wo bleiben das Land und der Bund? Was müssen die Verbände der freien Wohlfahrtspflege tun und was die Kirchen?“ Und wo seien die berechtigten Grenzen unserer sozialen Fürsorge?

„Jesus kennt unsere sorgsam austarierte Lastenverteilung nicht“, machte Steinhäuser deutlich. Jesus habe die Perspektive gewechselt, mit den Augen des Überfallenen geschaut, und gefragt, wer diesem der Nächste gewesen sei. Der barmherzig an ihm gehandelt habe, habe der Gesetzeslehrer erwidert. „Nächstenliebe ist kein theoretisches Problem“, stellte Steinhäuser fest. „Der Nächste ist der, der deine Hilfe braucht.“ Der politische Diskurs über die Aufgabenverteilung sei nicht sinnlos. „Aber er darf uns nicht am Handeln hindern”, appellierte Steinhäuser an die Delegierten.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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