„Lange Nacht der Kirchen“ heute in Köln – „so groß wie noch nie“

Heute, am 10. März, von 19 bis 23 Uhr ist es wieder so weit: 29 Kirchen und kirchliche Institutionen im Herzen von Köln werden zu Entdeckungsräumen – mal musikalisch, mal literarisch, mal meditativ, mal interaktiv. Gerade in dieser krisenhaften Zeit sollen die verschiedenen Kirchenräume zum Innehalten und Aufatmen einladen.

Dominik Meiering, Leitender Pfarrer der katholischen Kirche in Köln-Mitte, freute sich darüber, dass die „Lange Nacht der Kirchen“ in diesem Jahr „so groß wie noch nie“ wird. Es gibt fünf Orte mehr zu entdecken als im vergangenen Jahr. In den vier Kategorien „calm + smooth“, „pop + beat“, „experience + adventure“, „listen + reflect“ sei „für alle etwas dabei“. Die große Bandbreite der Angebote zeige auch, dass Kirche viele Gesichter habe. Zu erkennen sind die teilnehmenden Orte unter anderem an einem Accessoire, das vor kurzem noch auf der Berlinale zu sehen war: dem roten Teppich.

Viele neue Orte bei der „Langen Nacht der Kirchen“ dabei

Pfarrer Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, zeigte sich vor allem erleichtert darüber, dass die „Lange Nacht der Kirchen“ wieder ganz ohne Corona-Auflagen stattfinden kann. Ein Jahr nach Kriegsbeginn in der Ukraine bilden die Kirchen nach seiner Ansicht „eine Gegenwelt“. „Was trägt uns eigentlich?“, fragte Bernhard Seiger. Kirchen seien „Orte der Resilienz“, in denen „die Weisheit der Jahrhunderte gespeichert ist“. Daher könnten sie Halt und Trost in unsicherer Zeit geben.

Außerdem sind in diesem Jahr einige neue Orte dabei. So öffnet nach einer Renovierungsphase im vergangenen Jahr die Antoniterkirche bei der „Langen Nacht der Kirchen 2023“ wieder ihre Türen. Zum ersten Mal ist auch die Bahnhofsmission vertreten. An Gleis 1 des Kölner Hauptbahnhofs teilen die Mitarbeitenden halbstündlich schöne, traurige und berührende Geschichten aus dem „Mikrokosmos Bahnhof“. Auch das KOLUMBA Kunstmuseum des Erzbistums Köln mit der Jahresausstellung „making being here enough“ ist erstmals zu ungewöhnlicher Uhrzeit zu erleben. Daran, dass Kirchen immer auch Orte des politischen und gesellschaftlichen Diskurses waren, wird in der Trinitatiskirche erinnert. Unter dem Motto „Mutanfälle“ können die Besucher und Besucherinnen in Musik und Text dem Werk der streitbaren Kölner Theologin Dorothee Sölle (1929 – 2003) begegnen.

Irmgard Conin, Leiterin der Katholischen Glaubensinformation FIDES, beschrieb das Baptisterium unter dem Dom aus dem 5. Jahrhundert als „besonderen Kraftort“. Nicht zuletzt stehe es auch für den ökumenischen Charakter der Taufe, die alle christlichen Konfessionen verbindet. Genau der richtige Ort also für einen Feierabendgottesdienst (19 Uhr), der der Frage nachgeht: „Was lässt uns wieder auftauchen?“ Anschließend gibt es nicht nur die Gelegenheit, bei Brot und Getränken ins Gespräch zu kommen, sondern um 22 Uhr für kunsthistorisch Interessierte auch Informationen zum Baptisterium.

Ausführliche Informationen sowie das gesamte Programm sind tagesaktuell unter www.langenachtderkirchen.koeln abrufbar.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Fastenaktion „Leuchten“ – Sieben Wochen ohne Verzagtheit mit Pfarrerin Ronja Voldrich

„Leuchten, sieben Wochen ohne Verzagtheit“: Pfarrerin Ronja Voldrich reflektiert über die Bedeutung der Fastenaktion. Sie betont, dass sie selbst in den letzten Jahren eine Veränderung in sich bemerkt hat und freut sich über das diesjährige Motto. Verzagt sein, Ängste haben und sich mit Sorgen auseinandersetzen – all das ist wichtig im Leben. Vor kurzem haben die Konfirmanden in ihrer Gemeinde einen Gottesdienst zu diesem Thema gefeiert und darüber nachgedacht, wovor sie Angst haben und was sie bedrückt. Ein tolles Beispiel für Mut und Offenheit!

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Der gesamte Text zum Nachlesen:

Sieben Wochen ohne… Denke ich an diese Aktion, habe ich sofort meine Mutter vor Augen, wie sie damals Woche für Woche zu ihrer Fastengruppe in unsere Kirchengemeinde gegangen ist und ich gebe zu, „Sieben Wochen ohne was“ habe ich doch immer für sehr alt und überhaupt nicht mehr zeitgemäß empfunden. Aber mit den Jahren habe ich immer wieder diese Aktion bemerkt und habe ja an mir auch bemerkt, dass sie etwas mit mir macht. Und deswegen freue ich mich über das diesjährige Motto: “ Sieben Wochen ohne Verzagtheit“. Verzagt halt. Verzagt sein, auch mal Angst haben, sich vor etwas fürchten, ja, und auch sich mit den Sorgen im Leben beschäftigen, das sagt mir das diesjährige Motto der Aktion. Und wie der Zufall es so will, haben wir vor einigen Tagen einen ganz tollen Gottesdienst in unserer Gemeinde gefeiert. Es war der Vorstellungsgottesdienst unserer Konfis und sie beschäftigten sich genau mit diesem Thema nämlich: Wovor habe ich Angst? Was bedrückt mich? Was liegt mir schwer auf der Seele? Und diese Sorgen, die haben sie benannt und sie haben alle im Gottesdienst eingeladen, ihre Sorgen und Ängste aufzuschreiben und sie dann wie schwere Steine vor Gott zu bringen und abzulegen. Danach haben sie dann eine Karte bekommen – jeder Gottesdienst-Teilnehmer, jede -Teilnehmerin. Und diese Karte ist ein Brief von Gott an jeden, der so eine Karte bekommen hat. Und so eine Karte habe ich Ihnen heute auch mitgebracht und darauf befindet sich ein Vers, der mir persönlich ganz viel bedeutet. Vor kurzem ist er mir noch zugesprochen worden und ich glaube, ich möchte jetzt in diesen Wochen ihn mir oft sagen und dort heißt es: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit!“ Sieben Wochen ohne Verzagtheit, das wünsche ich Ihnen und Euch von ganzem Herzen!

Text: Pfarrerin Ronja Voldrich
Foto(s): Thorsten Levin

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Unsere Wochentipps: Gospelchor „Light of Life“ und Theaterrevue „Männer sind anders, Frauen aber auch“

Schon Pläne für die kommenden Tage geschmiedet? Unsere Wochentipps inspirieren: Es gibt die „Lange Nacht der Kirchen“, ein Gospelchor-Konzert in der Immanuel-Kirche und ein Theologisches Tischgespräch zum Ukraine-Krieg. Die Fotoausstellung  „HerzensDinge“ lädt Kunstinteressierte ein, die Theaterrevue in der Kartäuserkirche „Männer sind anders, Frauen aber auch“ bietet etwas zum Schmunzeln und außerdem gibt es noch zwei Angebote zur Passionszeit: die Ökumenische Eröffnung der Geistlichen Musik 2023 zur Fasten- und Passionszeit und die Passionsandacht zu Texten des Matthäusevangeliums.

Die Tipps in der Übersicht:

10.03.2023, 19:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Verschiedene evangelische und katholische Kirchen in der Kölner Innenstadt
Die „Lange Nacht der Kirchen“ in Köln
Einladung zur Besinnung im Kirchenraum, zur Begegnung mit Kunstwerken und Musik

Die Lange Nacht der offenen Kirchen hat sich in Köln zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Am Freitag, 17. März, 19 bis 23 Uhr, ist es wieder soweit: Mehr als 20 evangelische und katholische Kirchen in der Kölner Innenstadt sind beteiligt und laden dazu ein, in dieser Nacht die geöffneten Türen nach Herzenslust zu nutzen und die Atmosphäre großartiger Räume voller Geschichte und Leben, voller Mystik und Originalität, voller Gottessuche und Antworten zu erleben. Die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, lädt ab 20 Uhr zu kleinen Bibellesungen und meditativer Orgelmusik zur vollen und zur halben Stunde ein. Es besteht die Möglichkeit, in der Kirche mit einem Geistlichen ins Gespräch zu kommen. Pfarrer Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, und Wolf-Rüdiger Spieler, Kirchenmusiker und Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche, gestalten das Programm mit Lesungen und Orgelspiel. Weitere beteiligte evangelische Kirchen sind die AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, mit Impuls und Orgelmusik (19.30 Uhr, 20.30 Uhr, 21.30 Uhr) und einem Komplet-Nachtgebet (22.30 Uhr); die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, mit Lesung und Musik sowie die Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1. Der Eintritt ist jeweils frei. Das gesamte Programm mit allen Flyern gibt es unter www.langenachtderkirchen.koeln

www.langenachtderkirchen.koeln

10.03.2023, 19:00
Evangelische Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim
Immanuel-Kirche, Bonhoefferstraße 10, 51061 Köln
Gospelchor-Konzert in der Immanuel-Kirche
„Light of Life“ singt zeitgenössische Kompositionen

Zu einem mitreißenden Konzert mit dem Gospelchor „Light of Life“ am Freitag, 10. März, 19 Uhr, lädt die Evangelische Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim ein. In der Immanuel-Kirche, Bonhoefferstraße 10, interpretiert der Chor hauptsächlich Gospelstücke zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten aus den USA und Schweden wie etwa Kirk Franklin, Fred Hammond, Darlene Zschech, Anna Weister Anderson und Kurt Carr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

www.brueckenschlag-gemeinde.de

10.03.2023, 19:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Andreaskirche Schildgen, Voiswinkler Straße 40, 51467 Bergisch Gladbach-Schildgen
„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“
Das Theologische Tischgespräch

Ein Jahr nach Kriegsbeginn in der Ukraine laden die Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen, die Melanchthon-Akademie und das Katholische Bildungswerk zu einem Streitgespräch in die Andreaskirche Schildgen, Schüllenbusch 2, ein. Am Freitag, 10. März, 19.30 Uhr, diskutieren Georg Hörnschemeyer und Dr. Matthias Engelke unter der Moderation von Antje Rinecker die Aussage „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“. Diese Feststellung machte 1948 die Gründungsversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen. Ob dieser Satz angesichts des Angriffskrieges immer noch gilt, dazu tauschen die beiden Referenten ihre theologisch begründeten Meinungen aus. Essen und Getränke stehen bereit. Zur besseren Planung wird um Anmeldung unter andreaskircheschildgen.church-events.de gebeten. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

11.03.2023, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Mauenheim-Weidenpesch
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, 50737 Köln
HerzensDinge
Eine Wander-Fotoausstellung im Veedel mit Interviews und Erzählcafé

„HerzensDinge“ ist der Titel einer Wander-Fotoausstellung, die am Samstag, 11. März, 11 Uhr, in den Räumen der Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, eröffnet wird. Sie ist aus der Dokumentation eines Projekts der Herzenssprechstunde der Nachbarschaftshilfe „Kölsch Hätz“ entstanden. Dabei haben Pfarrerin Susanne Zimmermann und Diplom-Pädagogin Dorothee Agena während der Corona-Pandemie mit alten Menschen am Telefon über ihren jeweiligen Herzensgegenstand gesprochen, einem Gegenstand, der in ihrem Leben eine besondere Bedeutung hat oder hatte. Anhand des Herzensgegenstandes wurde Vergangenes erinnert, Gegenwärtiges entdeckt und Künftiges entworfen. Die Ausstellung zeigt in Collagen 40 Biografien und Geschichten zum jeweiligen Herzensgegenstand. Die Ausstellung konnte durch Unterstützung der Antoniter Siedlungsgesellschaft umgesetzt werden.

www.kirche-mauwei.de

11.03.2023, 20:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
„Männer sind anders, Frauen aber auch“
Theaterrevue in der Kartäuserkirche

Bei der Theaterrevue „Männer sind anders, Frauen aber auch“ am Samstag, 11. März, 20 Uhr, stehen im Kapitelsaal der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, Uwe Melchert und Brigitte Oessling vom Römerpark Ensemble auf der Bühne. Für Pianomusik und Gesang sorgt Kantor Thomas Frerichs. Die Regie führt Carlos G.Piedra. Im Eintrittspreis von 18 Euro, ermäßigt 14 Euro ist ein Glas Sekt enthalten. Um Anmeldung unter www.kartaeuserkirche.de wird gebeten.

www.kartaeuserkirche-koeln.de

12.03.2023, 14:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Ökumenische Eröffnung der Geistlichen Musik 2023
Musik zur Fasten- und Passionszeit

Der Reihe der Geistlichen Musik im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, wird am Sonntag, 12. März, 14.30 Uhr, fortgestzt. Zur Eröffnung spielen die Domorganisten Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner und Rolf Müller Musik zur Fasten- und Passionszeit.Zu Gehör kommen Werke von Georg Muffat (Passacaglia),
Johann Sebastian Bach (Praeludium und Fuge a-Moll, Choralbearbeitungen), Franz Liszt (Weinen, Klagen) u.a. Der Eintritt ist frei.

dommusik-aktuell.de

15.03.2023, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl
Stephanuskirche, Brehmstraße 6, 50735 Köln
Passionsandacht zu Texten des Matthäusevangeliums
Andachten zur Passionszeit

Die Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl lädt vom 22.02.-29.03. jeden Mittwoch um 18.00 Uhr in die Stephanuskirche, Brehmstr.4-6, 50735 Köln Riehl, zu Passionsandachten ein. In der Passionszeit finden Andachten mit Altpräses und dem eh. Ratsvorsitzenden der EKD, Manfred Kock, statt. Dieses Jahr geht es um die Texte zur Passion im Matthäusevangelium.

 

Text: APK
Foto(s): APK

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Unsere Archivale März: Wasser im Archiv – so verhalte ich mich im Notfall richtig

Wir alle kennen das: Jedes Jahr erhalten wir in unserem beruflichen Alltag eine Sicherheitsunterweisung und üben in regelmäßigen Abständen ein, wie wir uns beispielsweise bei einem Feueralarm verhalten sollen. Eigenschutz sowie der Schutz und die Rettung von Personen sind dabei ganz elementar. Diese Übungen sind sehr wichtig, da sie Hemmungen abbauen und eine gewisse Sicherheit und vielleicht sogar Ruhe in die Hektik bei einem Notfall bringen.

Ruhe bewahren, gilt es auch in Situationen, wie wir sie im Sommer 2021 erlebt haben. Der starke Regenfall ließ Flüsse über die Ufer treten und ganze Städte unbewohnbar zurück. Auch viele Archive waren betroffen. Das Eindringen von Wasser ist die größte Gefahr für Archive. Daher ist es wichtig zu wissen, wie man sich im Ernstfall verhalten sollte.

Beim E-Learning-Kurs gibt’s viele Tipps

Es haben sich verschiedene Notfallverbünde für Kultureinrichtungen gebildet, die für ihre Mitglieder regelmäßig Notfallübungen anbieten. Zusätzlich gibt es nun einen E-Learning-Kurs, der vom LVR und Partnern erarbeitet wurde und der die verschiedenen Schritte bei Eintritt eines Notfalls beschreibt, erläutert und durch anschauliche Beispiele visualisiert. Außerdem bietet er Tipps, wie beispielsweise einem Wassereinbruch vorgebeugt werden kann.

Der Kurs bietet außerdem die Möglichkeit, verschiedene Ablaufpläne zu downloaden und bei Bedarf an die eigenen Bedingungen anzupassen. Zugänglich ist der Kurs derzeit unter https://bestandserhaltung.eu/ und wird im Laufe des Frühjahrs auch auf der Seite der LVR-Archivberatungsstelle abrufbar sein.

Eine Übersicht der vergangenen Artikel finden Sie hier:

Text: Stefanie Sternemann
Foto(s): Stefanie Sternemann

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Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2023“: Noch bis 1. April Vorschläge einreichen

Mehr als nur ein Preis: Auch in diesem Jahr lobt Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Ehrenamtspreis „KölnEngagiert“ aus. Mit dem Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2023″ soll das Bewusstsein und Interesse für bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden und auf die Arbeit der vielen ehrenamtlich tätigen Menschen aufmerksam gemacht werden, die einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des Lebens in Köln leisten. Zu gewinnen gibt es Geldpreise in Höhe von insgesamt 13.000 Euro.

Kirchengemeinden können noch bis 1. April 2023 online Vorschläge einreichen. Teilnehmen können alle, die sich in Köln engagieren. Es werden Preise an Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Projekte und Initiativen aus sämtlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens verliehen. Einzelpersonen sollten dabei durch Dritte vorgeschlagen werden. Die Preise werden von einer unabhängigen Jury vergeben.

Wolf-Rüdiger Spieler hat den Preis im Jahr 2020 erhalten

Der Kölner Ehrenamtspreis wird seit 2001 jährlich vergeben. Die bisherigen Preisträger sind auf der Seite der Stadt Köln zu finden – aus den unterschiedlichsten Bereichen. Wolf-Rüdiger Spieler, Organist mit einer Ausbildung für evangelische Kirchenmusik, Hochschullehrer und als Musiker und Dirigent vielfältig aktiv, hatte für sein gesellschaftliches Engagement den Kölner Ehrenamtspreis im Jahr 2020 erhalten.

Bei den nachfolgenden Schwerpunkten handelt es sich um Anregungen, mit welchen Aktivitäten man sich bewerben oder jemanden vorschlagen kann: Digitales Engagement, Innovatives Ehrenamt, Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Lebendige Stadt, Lebenswerk, Soziales Leben, Kultur, Sport und Musik sowie Umwelt und nachhaltige Entwicklung.

Die Preisverleihung findet am 3. September 2023 im Rahmen eines feierlichen Empfangs im Rathaus statt. Darüber hinaus werden alle Preisträger und -innen für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen.

 

Text: APK
Foto(s): Archiv

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„Rückenwind“ für eine anspruchsvolle Aufgabe: Elf ehrenamtliche Krankenhausseelsorgerinnen ins Amt eingeführt

„Heute feiern wir, dass Sie nicht auf eigene Karte unterwegs sind“, wandte sich Torsten Krall, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, an die Absolventinnen der Ehrenamtsausbildung Seelsorge. Etwa anderthalb Jahre haben die elf Frauen investiert, in einzelnen Modulen kommunikative, ethische, personale, geistliche Kompetenzen erworben und sich intensiv mit der eigenen Motivation befasst. Nun wurden sie in einem Gottesdienst in der Kartäuserkirche in ihr Amt eingeführt.

In seiner Predigt über Matthäus 9, 9-13 (Die Berufung des Matthäus und das Mahl mit den Zöllnern) ging Torsten Krall auf das Wagnis ein, das jede menschliche Begegnung bedeutet, indem sie die Beteiligten vor die Frage stellt: „Wird das gut gehen?“„Das ist eine Frage, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ich die Tür aufmache zu einem Krankenzimmer“, bekannte Krall, „und wenn es gut geht, ist es nicht mein Verdienst.“ Manchmal sei es auch gar nicht so eindeutig, wer der Tröstende und wer der Getröstete sei. Er berichtete von einem eindrücklichen Erlebnis mit einer jungen Mutter von zwei Kindern, die kurz vor ihrem Tod sagen konnte: „Das ist in Ordnung. Du kannst jetzt gehen. Ich kann auch gehen.“

„Ihr seid das Licht der Welt“

Anschließend wurden Renate Döker, Sybilla Graeber, Ute Norman, Hanne Döhler, Andrea Hallermeier, Andrea Schumm, Andrea Lehleiter, Angelika Wolf, Marie-Luise von Arnim, Anne Brockmann und Christina Winterhoff von Kreissuperintendent Torsten Krall und Pfarrer Volkher Preis  (Sprecher des Amtes für Krankenhausseelsorge Köln und Region) in ihr Ehrenamt eingeführt.

„Ihr seid das Licht der Welt“, sprach Krall den Absolventinnen zu und ergänzte: „Wir als evangelische Kirche trauen Ihnen zu, solch ein Licht zu sein!“ Zusätzlichen „geistlichen Rückenwind“ bekamen die ehrenamtlichen Krankenhausseelsorgerinnen in Form eines Segens von ihren Mentorinnen und Mentoren. Ein Dank ging an Pfarrer Karsten Leverenz und die wegen des laufenden fünften Kurses verhinderte Pfarrerin Dagmar Schwirschke. In ihren Händen liegt die Leitung der Seelsorgeausbildung für Ehrenamtliche in Köln und Region.

Statt des üblichen Orgelnachspiels gab Kirchenmusiker Thomas Frerichs, der den Gottesdienst musikalisch gestaltete, nicht nur den ehrenamtlichen Krankenhausseelsorgerinnen das Lied „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ mit auf den Weg.

„Es wäre schön, wenn sich noch mehr Leute zu dieser Ausbildung entschließen könnten“

So unterschiedlich wie die Absolventinnen sind auch die Motive, sich der Herausforderung einer so langwierigen und anspruchsvollen Fortbildung zu stellen. Die Prädikantin Christine Winterhoff war auf der Suche nach einer zusätzlichen Beschäftigung für das Rentenalter und wird im Evangelischen Krankenhaus Kalk tätig sein. „Ich wollte gerne etwas zurückgeben“, begründete sie ihre Entscheidung. Der Bedarf an ehrenamtlichen Mitarbeitenden ist nicht nur im Bereich Krankenhausseelsorge groß. Daher appellierte Christine Winterhoff an alle, die auf der Suche nach einer erfüllenden und sinnstiftenden Aufgabe sind: „Wir brauchen noch ganz viele. Es wäre schön, wenn sich noch mehr Leute zu dieser Ausbildung entschließen könnten.“

Ein Highlight während der Ausbildung war für sie das gemeinsame Wochenende in Haus Wiesengrund. Besonders gut gefallen haben ihr auch die vielen praktischen Übungen zur Gesprächsführung in Zweier- oder Dreiergruppen. Am schönsten ist es für sie, wenn sich trotzdem noch ein gutes Gespräch entwickelt, auch wenn es zunächst gar nicht danach aussah. „Ich freue mich darauf, die Patienten wieder zu besuchen, die ich schon kenne, und neue kennenzulernen. Hinter jedem Patienten steckt eine eigene Geschichte“, blickte sie voller Tatendrang in die Zukunft.

Während des anschließenden Empfangs im Refektorium betonte Volkher Preis, wie wichtig es sei, auch nach dem offiziellen Ende der Ausbildung „in Verbindung zu bleiben“. „Wir haben uns überlegt, wie wir Sie für Fortbildungen begeistern können“, erklärte er. Außerdem wies Preis auf den ökumenischen Aspekt der Krankenhausseelsorge hin und trug „Die Schale der Liebe“, einen Text von Bernhard von Clairvaux, vor, den Pfarrerin Dagmar Schwirschke statt eines Grußwortes ausgesucht hatte. Dessen Botschaft lautete: „Zuerst auffüllen, dann ausgießen!“ – und dem Auffüllen der eigenen Ressourcen diente dann auch das gemeinsame Feiern.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Fastenaktion „Leuchten“ – Sieben Wochen ohne Verzagtheit mit Pfarrer Tim Lahr

Pfarrer Tim Lahr hat einen besonderen thematischen Ansatz zum Thema „Sieben Wochen ohne Verzagheit“ gewählt. In seinen bunten und außergewöhnlichen Beiträgen präsentiert er sich immer positiv und offen. Lahr glaubt fest daran, dass Verzagtheit kein unvermeidbares Schicksal ist und zeigt deshalb seine fünf einfachen Schritte, um weniger Verzagtheit zu erfahren. Schritte, die jeder im Prinzip direkt und einfach umsetzen kann – und sie können dabei helfen, den eigenen Geist zu stärken und mehr Zuversicht zu gewinnen. Seht selbst, was Tim Lahr gegen Verzagtheit unternimmt und wie er anderen dabei hilft, ihre eigene innere Stärke zu entdecken:

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Text: APK
Foto(s): Tim Lahr

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Solidaritätsversammlung für die Erdbebenopfer auf dem Ebertplatz

Mehr als 50 000 Todesopfer haben die Erdbeben in der Türkei und Syrien gefordert, unzählige Menschen sind verletzt worden, Hunderttausende haben alles verloren. Angesichts der Gewalt der Naturkatastrophe sprach Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region, am Samstag bei einer Solidaritätsversammlung für die Erdbebenopfer von Gefühlen der Ohnmacht, Schwäche und Hilflosigkeit. Was bleibt, wenn die Erde unter den Füßen wankt, wenn Menschen in den Tod gerissen werden? Gläubige Christen und Muslime, die sich jeden Tag um die Nähe Gottes bemühen, wüssten: „Wir können Gott unser Not klagen“, ihn um Hilfe und Trost bitten, sagte Seiger.

Trotz der Ohnmacht biete Gott Halt. In diesem Sinne trug er ein Gebet vor, das eine Klage um die vielen Opfer in der Türkei und Syrien ebenso enthielt wie Bitten für diejenigen, die an Leib und Seele verletzt wurden, kein Dach über dem Kopf mehr haben, im Katastrophengebiet Hilfe leisten oder den Wiederaufbau planen. Neben den Gebeten wirkt auch tatkräftige Unterstützung der Notleidenden gegen die Ohnmacht. Seiger lobte die internationale Hilfe und erwähnte in dem Zusammenhang, dass die Diakonie Katastrophenhilfe als Ausdruck der Solidarität und Nächstenliebe über drei Millionen Euro für Hilfsgüter zur Verfügung gestellt hat.

„Wenn die Erde bebt, sind alle betroffen“

Zur Versammlung  auf dem Ebertplatz hatte ein Bündnis islamischer Religionsgemeinschaften aufgerufen, darunter die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), der Verein Atib, der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und der Islamrat. Murat Şahinarslan, Leiter der Forums der Ditib-Zentralmoschee in Ehrenfeld, dankte Deutschland für die Solidarität und betonte, die überlebenden Opfer brauchten „nicht nur finanzielle, sondern auch psychologische und seelsorgerische Unterstützung“. Dazu passte, dass die Kundgebung stark religiös geprägt war, vom traditionellen „Sela“-Ruf zum Gedenken an die Toten über Koranrezitationen bis hin zu Gebeten. Seiger war nicht der einzige Vertreter einer nicht-muslimischen Religion, der vor den mehr als 300 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sprach.

Stadtdechant Monsignore Robert Kleine setzte der Angst, den Fragen und Zweifeln der Menschen den treuen, liebenden Gott entgegen und sagte, in kleinen wie in großen Gesten der Hilfsbereitschaft zeige sich die Hoffnung. Brian Michaels drückte Trauer und Mitgefühl im Namen der Jüdischen Liberalen Gemeinde „Gescher LaMassoret“ aus, deren Vorstand der angehört. Neben Birsen Ürek vom Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen sprach Dorothee Schaper, Pfarrerin und Studienleiterin an der Melanchthon-Akademie, für den Kölner Rat der Religionen. „Wenn die Erde bebt, sind alle betroffen“, sagte sie. Was in einer solchen Situation entscheidend helfe, sei, mitfühlend und tätig in Verbindung miteinander zu bleiben.

Zu den politischen Rednern zählten Kalks Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer, die SPD-Landtagsabgeordnete Tülay Durdu und der türkische Generalkonsul Turhan Kaya. „Es tut gut zu sehen, dass so viele Menschen mit uns fühlen und dass wir uns auf unser deutschen Freunde uneingeschränkt verlassen können“, sagte er. „In der Stunde der Not zeigt sich wahre Freundschaft.“

Text: Clemens Schminke
Foto(s): Clemens Schminke

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Unsere Wochentipps: „Orchester der Liebe“ und Ausstellung „Alter hat viele Gesichter“

Neuer Mittwoch, neue Wochentipps: Unsere Wochentipps sind eine tolle Möglichkeit, sich über aktuelle Veranstaltungen zu informieren und sich den einen oder anderen interessanten Termin vormerken zu können. Ob man am Abend den Digitalen Öko-Stammtisch besuchen möchte, sich Ebasa und das „Orchester der Liebe“ anschauen möchte, sich bei einem Benefizkonzert für die Ukraine engagieren will oder doch lieber die Ausstellung „Alter hat viele Gesichter“ besuchen möchte – es gibt für jeden etwas. Auch der Vortrag über die Proteste im Zuge von Migrationsbewegungen, Corona und Energiekrise sowie die Lesung zum Internationalen Frauentag sind interessante Termine, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Passionsandacht zu Texten des Matthäusevangeliums rundet das Angebot ab.

Die Tipps in der Übersicht:

02.03.2023, 19:30
Melanchthon-Akademie
ONLINE
Digitaler Öko-Stammtisch am Abend ONLINE
Reduzierter Gebäudebestand in der Kirchengemeinde

Was können Kirchengemeinden bei sinkenden Einnahmen, steigenden Betriebskosten und Anforderungen zur Treibhausgasneutralität konkret tun, um wirtschaftlich nachhaltig aufgestellt zu sein? Die Kirchengemeinde Essen-Rellinghausen fand für sich eine Lösung, trennte sich von Gebäuden und strukturierte ihren Gebäudebestand neu. Hans Protsch, Diplom-Ingenieur, Architekt und Baukirchmeister, stellt am Donnerstag, 2. März, 19.30 Uhr bis 21 Uhr, seine Erfahrungen beim „Öko-Stammtisch am Abend“ vor. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Zugangsdaten werden bei Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de zugeschickt.

Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

03.03.2023, 20:00
Evangelische Gemeinde Köln
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt
Ebasa und das „Orchester der Liebe“
Konzert in der Lutherkirche

Ebasa Pallada (Trompete, Alphorn, Blockflöte, Gesang), Hans Fücker (Keyboard), Alexander Boerner (E-Bass) sowie Dirk Ferdinand (Schlagzeug) sind „Ebasa und das Orchester der Liebe“. Gemeinsam geben sie am Freitag, 3. März, 20 Uhr, in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, ein Konzert. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erwartet ein ebenso kurioses und komisches wie auch virtuos und geschmackssicheres Konzert. Der Eintritt kostet 18 Euro im Vorverkauf bei der „Der andere Buchladen“, Ubierring 42, und an der Theaterkasse Neumarkt. An der Abendkasse kosten die Karten, 23 Euro, ermäßigt 15 Euro.

www.lutherkirche-suedstadt.de

04.03.2023, 19:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
Benefizkonzert für die Ukraine: „Was kann ich für Sie tun?“
Eine literarisch-musikalische Komposition mit Paul Kruk

Der Konzertpianist Paul Kruk aus Bergisch Gladbach hat in den letzten Monaten bereits eine Reihe von Benefizkonzerten zugunsten ukrainischer Flüchtlinge gegeben. Am Samstag, 4. März, 19 Uhr, spielt er in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Fréderik Chopin und erzählt über persönliche Begegnungen mit Menschen in den Notunterkünften und darüber, was die aktuelle Situation für sie bedeutet. Das Konzert wird durch eine Tanzdarbietung einer 17-jährigen Tänzerin aus der Ukraine bereichert. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

www.kartaeuserkirche-koeln.de

05.03.2023, 00:00
Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Köln-Raderthal
Ev. Philippuskirche, Albert-Schweitzer-Straße 3, 50968 Köln
Ausstellung: „Alter hat viele Gesichter“
Vernissage in der Evangelischen Philippus-Gemeinde Köln-Raderthal

Das SeniorenNetzwerk Raderthal, AWO Köln e.V., zeigt von Sonntag, 5. März, bis Dienstag, 4. April, unter dem Titel „Alter hat viele Gesichter“ eine großformatige Porträtserie der Künstlerin Steffi Sonntag, die Menschen im Alter zeigt. Die Porträts hängen im Gemeindesaal der Evangelischen Philippus-Gemeinde Köln-Raderthal, Albert-Schweitzer-Straße 3. Die ausgestellten Fotografien entstanden in Gesprächen mit Frauen, die vor über 50 Jahren als Krankenschwestern aus Korea nach Köln zuwanderten, in einem Pflegeheim und auf den Straßen Kölns. Sie machen die Vielfalt und das Lebensgefühl im Alter sichtbar und regen damit die Auseinandersetzung mit der eigenen Sicht auf das Alter an. Die Vernissage des städtisch geförderten Projekts beginnt am Sonntag, 5. März, 11 Uhr, und wird vom koreanischen Frauenchor Köln musikalisch begleitet. Im gemeinsamen Gespräch berichten Beteiligte über die Entstehung der Bilder, reflektieren kulturell und gesellschaftlich geprägte Altersbilder und regen zum Hinterfragen dieser Altersbilder an. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und samstags von 15 bis 18 Uhr (außer am 25.03.) geöffnet.

www.kirche-raderthal.de

05.03.2023, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Rodenkirchen
Erlöserkirche, Sürther Straße 34, 50996 Köln
Musik der Romantik für Violoncello und Orgel
Konzert in der Erlöserkirche

Werke von Robert Schumann, Max Bruch, Louis Spohr, Felix Mendelssohn, Max Gulbins und Ferdinand Thierat kommen bei einem Konzert mit Musik der Romantik am Sonntag, 5. März, 17 Uhr, in der Erlöserkirche Rodenkirchen, Sürther Straße 34, zu Gehör. Solisten des Abends sind Dietmar Berger (Violoncello) und Christoph Kullmann (Orgel). Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

www.erloeserkirche-rodenkirchen.de

06.03.2023, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Gegen „die da oben“
Proteste im Zuge von Migrationsbewegungen, Corona und Energiekrise

Corona, der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise waren Themen, die seit dem Herbst 2022 tausende Menschen auf die Straße gebracht haben. Viele Bürgerinnen und Bürger weisen zu Recht auf die sozialen Nöte hin. Andererseits verknüpfen sich mancherorts die Sorgen über die Auswirkungen explodierender Preise mit einfachen Schuldzuweisungen an „die da oben“ mit Verschwörungsdenken sowie rassistischen und antisemitischen Ressentiments. Hans-Peter Killguss, Leiter der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, versucht am Montag, 6. März, 19 Uhr bis 20.30 Uhr, in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, die Proteste, die sowohl online als auch offline stattfinden einzuschätzen und mögliche Handlungsstrategien für eine demokratische und solidarische Gesellschaft aufzuzeigen. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erwünscht, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

07.03.2023, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Pazifistinnen und andere Powerfrauen
Lesung zum Internationalen Frauentag

Aus Anlass des internationalen Frauentags am 8. März werden am Vorabend, Dienstag, 7. März, 19 Uhr bis 20.30 Uhr, in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, Pazifistinnen aus der ersten Frauenbewegung und mutige Frauen, die sich heute für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, vorgestellt. Ob jüdisch, christlich, muslimisch oder säkular, ob zu Kaiserzeiten, in diktatorischen oder demokratischen Zeiten, sie alle haben aus ihrer eigenen Perspektive Haltung gezeigt für eine gerechte Gesellschaft ohne Gewalt. Der Mut der Wegbereiterinnen und Zeitgenossinnen kann Frauen heute inspirieren. Der Eintritt ist frei. Weiteres finden Sie hier: Weltfrauentag

Anmeldung erwünscht, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

08.03.2023, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl
Stephanuskirche, Brehmstraße 6, 50735 Köln
Passionsandacht zu Texten des Matthäusevangeliums
Andachten in der Passionszeit

Die Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl lädt vom 22.02.-29.03. jeden Mittwoch um 18.00 Uhr in die Stephanuskirche, Brehmstr.4-6, 50735 Köln Riehl, zu Passionsandachten ein. In der Passionszeit finden Andachten mit Altpräses und dem eh. Ratsvorsitzenden der EKD, Manfred Kock, statt. Dieses Jahr geht es um die Texte zur Passion im Matthäusevangelium.

Text: APK
Foto(s): APK

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„Alles Wissen ist in der Welt, aber nicht in der Schule“: Margret Rasfeld beim Schulpolitischen Aschermittwoch im Haus der Evangelischen Kirche

„Endlich treffen wir uns beim Schulpolitischen Aschermittwoch mal wieder präsentisch“, begrüßte Pfarrer Markus Zimmermann, stellvertretender Stadtsuperintendent, die zahlreichen Lehrerinnen und Lehrer, die der Einladung zu der traditionellen Veranstaltung ins Haus der Evangelischen Kirche gefolgt waren. Und warf sofort einen Blick auf die Situation der Schulen. „Erst heute morgen wurde ein Schulgottesdienst an der Grundschule in Mauenheim abgesagt. Es gab nicht genügend Lehrkräfte, die Aufsicht hätten führen können.“ Und weiter: „Wir wissen, was bei Ihnen an den Schulen los ist.“ Es stelle sich die Frage, ob der Mangel behoben werden könne, wenn mehr Lehrkräfte in Voll- statt in Teilzeit arbeiteten. Auch der Kirche fehle Nachwuchs. In Sachen Schule gelte es, die Bildungseinrichtungen anders zu denken. Und zwar von den Schülerinnen und Schülern her.

Das war die Überleitung zur Begrüßung der Referentin. Margret Rasfeld weist 16 Jahre Lehrtätigkeit an verschiedenen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen nach. Von 1992 bis 1997 war sie in Essen als didaktische Leiterin am Aufbau der Gesamtschule Borbeck beteiligt. Von 1997 bis 2007 baute sie die Gesamtschule in Essen-Holsterhausen auf, die für ihre Aktivitäten in der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet wurde. Ab 2007 leitete sie bis zu ihrer Pensionierung 2016 die Evangelische Schule Berlin Mitte/Zentrum. Die gilt bundesweit und international als beispielgebend für ihren Ansatz der „transformativen Bildung“. Margret Rasfeld saß mit am Tisch bei dem von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel angestoßenen Zukunftsdialog „Wie wollen wir lernen?“

Bildung für Nachhaltigkeit das zentrale Thema

Die Referentin zeichnete ein schonungsloses Bild der Situation an deutschen Schulen: „Die psycho-soziale Lage ist katastrophal. Wir müssen uns kümmern. Von den Kultusministerien kommt da ja nichts. Die sind ja sowieso nicht als Innovationsministerien bekannt. Da sitzen in erster Linie Juristen.“

Für Rasfeld ist Bildung für Nachhaltigkeit das zentrale Thema für die Schulen der Zukunft. Es gehe darum, den Schülern zu vermitteln, das nachhaltiges Wirtschaften bedeute, dass man die aktuellen Bedürfnisse decke ohne die nächsten Generation daran zu hindern, ihre Bedürfnisse zu decken. Darüber hinaus müsse Empathie weit oben auf dem Lehrplan stehen. „Die Schülerinnen und Schüler müssen Fühlen lernen, Mitgefühl für andere Menschen und die Umwelt entwickeln. Wenn alle leben würden wie wir hier in Deutschland, bräuchten wir drei Erden.“

Sinnkrise, Klimakrise und soziale Krise

Rasfeld hat drei große Krisen in dieser Zeit ausgemacht: Die Sinnkrise, die Klimakrise und die soziale Krise, weil die Schere bei der Vermögensverteilung immer weiter auseinander gehe. 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler fühlten sich von den Einschränkungen durch die Pandemie bis heute gestresst. In der Schule müsse es darum gehen, die Kinder und Jugendlichen aufzurichten statt immer nur Prinzipien zu unterrichten. Schule heute setze auf Selektion und Konkurrenz, auf Noten und Prüfungen. „Es bleibt wenig bis keine Zeit für Herzensbildung und Kreativität.“

Rasfeld erteilte dem Vorhaben eine strikte Absage, dass es eine verlorene Generation gebe, die den wegen Corona verpassten Stoff dringend nachholen müsse. Es müsse in der Schule um mehr gehen als bloßes Abarbeiten der Lehrpläne. „Die Schülerinnen und Schüler erleben Fremdbestimmung, Kontrolle und die ständige Angst vor Fehlern.“ Rasfeld sprach von einer Arbeitsblätter-Schule. „Die Kinder und Jugendlichen werden pausenlos überprüft und mit Ziffernnoten bewertet. Wir erleben Neunjährige mit Burnout.“ Dann wandte sich Rasfeld an die Lehrkräfte: „Wir würden das nicht aushalten.“ Die Schülerinnen und Schüler fühlten sich dem System hilflos ausgeliefert. Die Grundbedürfnisse Sinn, Autonomie und Verbundenheit erfülle Schule nicht.

Leben lernen statt bloßes Faktenwissen

Rasfeld forderte vehement einen Paradigmenwechsel für die Schulen. Es gehe um Leben lernen statt um bloßes Faktenwissen. Die Erwachsenen sollten Lernen nicht durch Unterrichten und dem damit verbunden Disziplinieren und Bewerten dominieren. „Sie sollen als Coach oder Prozessbegleitung unterstützen und aktivieren.“ Rasfeld verwies auf ein Projekt in Berlin, das sie initiiert hat. Dabei wurden Jugendlich aus den Klassen 8, 9 und 10 drei Wochen „in die Welt“ geschickt und mussten dabei mit 150 Euro zurecht kommen. Natürlich wurden sie von einer erwachsenen Person begleitet. „Sie wurden aus ihrer Komfortzone geschmissen, mussten um Hilfe bitten. Viele haben nicht gedacht, wie hilfsbereit die Menschen sind.“

Und dann ist da noch Margret Rasfelds aktuelles Herzensprojekt: Der FREI DAY. „Ein Zukunftstag pro Woche für Zukunftsfragen. Für das Erwerben von Wissen, Handeln und Netzwerken. Global denken – lokal handeln. Vier Stunden pro Woche könnten Leidenschaftsgruppen gebildet werden.“ Wichtig sei, dass die Jugendlichen in der Pubertät „raus kommen und erleben, dass sie zählen und wichtig sind. Etwa beim Vorlesen in Brennpunktschulen oder beim Computerkurs für ältere Menschen. Es gibt Studien, dass der Lernzuwachs in Mathematik in der neunten Klasse sowieso gegen Null geht.“

Es gebe ein großes Umsetzungsdefizit. Denn: „Alles Wissen ist in der Welt, aber nicht in der Schule.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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