Drei Jahrzehnte voller Musik, Gemeinschaft und gelebtem Glauben: Die „Unlimited Voice Company“ feiert großes Jubiläum.

Seit 30 Jahren begeistert die Unlimited Voice Company (UVC) mit Gospelmusik und Gemeinschaft. 80 bis 100 junge Menschen sind seitdem durch die Company „gegangen“, schätzt Chorleiter Gerd Maier. Dabei ist die UVC mehr als nur ein musikalischer Klangkörper, der an die Evangelische Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden angebunden ist. Die Company ist auch ein Freundeskreis, dem die Sängerinnen und Sänger über viele Jahre treu bleiben – manche nehmen dafür große Belastungen in Kauf: Denn alle sind berufstätig, haben Kinder und wohnen im weiten Umkreis um den Kölner Norden.

Anspruch und Ausstrahlung

Die UVC begeistert mit choreografierten Auftritten, anspruchsvollen Arrangements und großer Bühnenpräsenz.

Hinzu kommt ein hoher musikalischer Anspruch: Gospels bringen es mit sich, dass Einzelne aus dem Chor heraustreten und solistische Einlagen darbieten. Das erfordert ein hohes Maß an stimmlicher Sicherheit. Ein Stimmtraining mit Tijen Canli-Hensel, einem Urgestein der UVC, gehört daher zu den Proben dazu. Mehr noch: „Die Körperlichkeit auf der Bühne ist uns wichtig“, sagt Gerald Meier. „Gospels kann ich nicht mit finsterer Miene und hängenden Schultern singen.“ Die Company will ihrem Publikum Gottes frohe Botschaft musikalisch und auch mit Choreografie, also durch Haltung und Bewegung, vermitteln. Nur so gelingt es ihr regelmäßig, dass der Funke der Freude auf die Menschen in Sälen und Kirchen überspringt.

Lampenfieber bleibt

Auch nach vielen Jahren bleibt die Aufregung vor Auftritten bestehen. „Lampenfieber ist eine Anspannung, die Energien freisetzt – auch fürs Publikum“, sagt Meier. Der pensionierte Musiklehrer, die aktuell 20 Sängerinnen und Sänger sowie ihre Band hatten sich intensiv auf das Jubiläumskonzert in der „Kantine“ vorbereitet. Die Veranstaltung war schnell ausverkauft. Der Popsong „Listen to the Music“ eröffnete das gut zweistündige Programm. Zahlreiche ruhige bis rockige, balladeske bis hymnische Stücke folgten – von einer ausgeklügelten Lichtregie in Szene gesetzt. Auf der Setlist stand auch eine auf die UVC getextete Version des Fööss-Klassikers „Unser Stammbaum“; die familiären Wurzeln der Sängerinnen und Sänger liegen in vielen Ländern der Welt.

Von „Sister Act“ bis Weltjugendtag

Die Unlimited Voice Company bei ihrem Jubiläumskonzert in der „Kantine“ – mitreißender Gospel und starke Gemeinschaft.

Kurzweilig, aber großzügig lang war die Zugabe – darunter auch der Titel „Oh Happy Day“. Genau dieser Song markiert den Wendepunkt, der aus dem einstigen Kinder- und Jugendchor der Kirchengemeinde den heutigen Gospelchor UVC formte. Inspirierend wirkte damals auch der Kinofilm „Sister Act“ mit Whoopi Goldberg. „Er machte den Schwung und die Schönheit der Gospels in Deutschland so richtig bekannt. Wir haben ihn uns zusammen angesehen, und danach stand für die Jugendlichen fest: Das wollen wir auch“, erinnert sich Gerald Maier. In unzähligen Konzerten und Gottesdiensten hat sich der beliebte Chor seither musikalisch engagiert – für den Dialog zwischen Konfessionen und Religionen, für Völkerverständigung und Solidarität. Dies stets unüberhörbar mit der Botschaft von der Liebe Gottes. So sang die UVC 1998 für den Dalai Lama in der Halle Münsterland, und 2005 standen die Mitglieder des Chores, deren Familien aus vielen Ländern der Welt stammen, mit der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai aus Kenia beim Kirchentag in Hannover auf der Bühne.

Musik mit Botschaft

Ihren wohl größten Auftritt in Köln erlebte die Company beim katholischen Weltjugendtag 2005 im Rheinenergie-Stadion – 40.000 Menschen waren begeistert. Mit den Harlem Gospel Singers und Queen Esther Marrow sang der Chor 2006 in einem Finale in der Kölner Philharmonie. Und mitten in der Corona-Zeit war die UVC 2021 in einer vom Domradio weltweit gestreamten Festmesse von Kolping International zu hören und zu sehen. Daneben hat die UVC bisher vier CDs veröffentlicht.

Text: Guido Steffen
Foto(s): Guido Steffen

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Ökumenischer Gottesdienst für die Unbedachten – Gedenkbuch wurde von der Antoniterkirche nach St. Aposteln überführt

Zahlreiche verstorbene Christen, auch in Köln, werden aus unterschiedlichen Gründen ohne Trauerfeier bestattet. Ihrer wird seit über zwanzig Jahren im monatlichen ökumenischen Gottesdienst für die Unbedachten gedacht. Das geschieht abwechselnd jeweils ein Kirchenjahr lang in der katholischen Basilika St. Aposteln am Neumarkt und in der evangelischen Antoniterkirche in der Schildergasse Organisiert wird das Gedenken von einem Initiativkreis aus Pfarrern und weiteren Mitarbeitenden der Evangelischen und Katholischen Kirche in Kooperation mit der Stadt Köln und dem Bestatterverband. Stets wirkt die an der Antoniterkirche beheimatete Ökumenische Choralschola Köln unter Leitung von Manfred Loevenich mit gregorianischem Gesang mit.

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Das Gedenkbuch auf dem Weg von der Antoniterkirche zur Basilika St. Aposteln – begleitet von einer stillen Prozession durch die Kölner Innenstadt.

Zum Ende eines Kirchenjahres wird das Gedenkbuch, in dem Monat für Monat die Namen der Verstorbenen verzeichnet werden, von der einen zur anderen Kirche überführt. In diesem November startete der Gottesdienst mit vielen Besuchenden in der Antoniterkirche. Zum Ende des Kirchenjahres, in der Woche zwischen Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag / Totensonntag, spürten wir Vergänglichkeit, sagte der Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. „Wir spüren, dass uns vertraute Menschen fehlen. Wir spüren, dass unsere Lebenswege Licht und Freude, Einsamkeit und Traurigkeit kennen.“ Wir spürten, dass wir über unser Leben im Letzten nicht verfügten. Und „dass wir im Angesicht des Todes alle mit leeren Händen dastehen“. Seiger erinnerte an die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit des Lebens eines jeden von uns.

Würdevolle Translatio durch die Stadt

Gemeinsam für die Würde Verstorbener ohne Trauerfeier: Stadtdechant Robert Kleine und Stadtsuperintendent Bernhard Seiger während des ökumenischen Gottesdienstes in Köln.

„Wir vertrauen darauf, dass das Buch, in dem die Namen verzeichnet sind, die gleich verlesen werden, und die Namen der letzten Monate und Jahre, vor dir ein Buch des Lebens ist“, sprach der Kölner Stadtdechant Monsignore Robert Kleine zu Gott. Man vertraue darauf, dass er diejenigen, deren Namen wir vortragen, in seinen großen Frieden schon geführt habe: „Dass du ihnen das Land aufgeschlossen hast, das keine Grenzen kennt.“ Gemeinsam verlasen der Stadtdechant und der Stadtsuperintendent im Wechsel die Namen der zuletzt Verstorbenen aus dem Gedenkbuch. Sie schlossen „alle Ungenannten, die uns heute bewegen“, in das Gedenken ein. Beim Verlassen der Antoniterkirche reihte sich das Bonner Bläser-Ensemble in die startende Prozession ein. Louisa Noack, Trauerbegleiterin sowie Leiterin der Kircheneintritts- und Informationsstelle an der Antoniterkirche, hielt das Gedenkbuch in ihren Händen. Und so ging es unter getragenen Klängen über die Schildergasse und am Rande des vom Lichterglanz des Weihnachtsmarktes erhellten Neumarkts entlang nach St. Aposteln.

In der romanischen Basilika fand das Gedenkbuch seinen Platz in der Vitrine nahe der Skulptur des Schmerzensmannes. „Wir sind durch die Straßen gezogen und haben die Blicke der Menschen erlebt, aber auch die Wertschätzung“, führte Domkapitular Dr. Dominik Meiering, Leitender Pfarrer und Vorsitzender des Kirchengemeindeverbandes Köln-Mitte, die Feier weiter. Manche Passanten seien stehen geblieben, andere vorbeigehetzt. Manch einer habe sich gefragt, was das überhaupt sei. „Manch einer hatte vielleicht auch ein religiöses Gefühl“, dankte er den Teilnehmenden, dass wir „dieses Zeichen setzen konnten.“ Dieses werde auf Erden wie im Himmel gesehen: „Keiner ist vergessen. Alle sind in Gottes Hand eingeschrieben, so wie wir unsere Verstorbenen in dieses Buch des Lebens aufgeschrieben haben.“ Den ökumenischen Charakter der Feier betonte noch einmal der gemeinsam von Kleine und Seiger erteilte Schlusssegen.

Der nächste Gottesdienst für die Unbedachten findet statt am 16. Dezember 2025, 18 Uhr, in St. Aposteln, Neumarkt 30.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Neue Räume, neue Wege: Diakoniehaus Köln baut Hilfe für Wohnungslose aus

Das Diakoniehaus am Salierring ist mehr als ein Gebäude – es ist ein Netzwerk aus Fürsorge, Respekt und praktischer Hilfe. Seit 1997 bietet das Diakoniehaus zusätzlich zu vielen anderen Angeboten auch eine Fachberatung für wohnungslose, obdachlose oder sozial in Not geratene Menschen an. Deren Mitarbeiterinnen Patricia Preßer, Veronika Bartonischek sowie ihre Kollegin Humeira Ayubi helfen den Menschen in der Fachberatung an fünf Tagen in der Woche – ganz individuell, auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten.

Über die Fachberatung kann ein Treuhandkonto eröffnet werden. Sie bietet Menschen ohne Bleibe postalische Erreichbarkeit und hilft, sich in den Tiefen der Bürokratie zurechtzufinden. Patricia Preßer berichtet: „Unsere Räume waren bis vor einigen Jahren in der ersten Etage, dann im Erdgeschoss. Doch wir hatten bisher nur einen kleineren Wartebereich und ein Büro. Die Erweiterung jetzt ist sehr willkommen.“ Die Fachberatung ist ein enorm wichtiger Baustein im Angebot des Diakoniehauses und hat eine umfassende Renovierung und räumliche Erweiterung erfahren. Da, wo früher ein Blumengeschäft seinen Verkaufs- und einen Lagerraum hatte, stehen jetzt Schreibtische und Stühle, gibt es vertrauensvolle Gespräche.

Neue Strukturen für individuelle Begleitung

Ein Blick hinter die Kulissen konkreter Hilfe: Dr. Bernhard Seiger zu Gast im erweiterten Fachberatungsbereich des Diakoniehauses.

Zur Eröffnung der neu gestalteten, hellen Räume war Stadtsuperintendent Bernhard Seiger zu Gast im Diakoniehaus. Er rührte zu diesem Anlass noch einmal kräftig die Werbetrommel für die aktuelle Diakoniespende. Denn das Diakoniehaus am Kölner Salierring ist noch bis Ende September 2026 Empfänger der Spendenaktion des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Bis zu einem Spendenaufkommen von 100.000 Euro verdoppelt der Kirchenverband die Summe. Im Diakoniehaus gibt es neben der Fachberatung auch einen Tagestreff, eine Kleiderkammer und seit 1998 eine Krankenwohnung mit ärztlicher und pflegedienstlicher Versorgung für obdachlose und wohnungslose Menschen. Vornehmlich die Erweiterung der Krankenwohnung sowie die Sanierung des Badezimmers sollen durch die Spende finanziert werden. Der aktuelle Spendenstand liegt bei rund 45.000 Euro, sodass durch die Verdoppelung immerhin schon knapp 90.000 Euro darauf warten, gut genutzt zu werden.

„Die Arbeit im Diakoniehaus muss erhalten bleiben“

So erklärte der Stadtsuperintendent, während er das Haus besichtigte: „Wohnungslosigkeit ist ein sehr großes Thema in Köln. Und es wird mit Sicherheit noch schlimmer werden.“ Darum liege ihm die aktuelle Spende sehr am Herzen, betonte Bernhard Seiger: „Die Arbeit und die Beratung im Diakoniehaus sind wichtig und müssen erhalten bleiben.“ Das Diakoniehaus sei ein Ort der Würde, der Fürsorge und der neuen Chancen. „Wir haben dank der Verdoppelung gute Chancen auf ein sehenswertes Ergebnis“, plädierte er dafür, sich in die Aktion einzubringen.

Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region (r.), Michael Lampa und Maja Schumacher vom Diakonischen Werk Köln und Region, freuen sich über Spenden für die Diakoniespende 2025/2026..
Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region (r.), Michael Lampa und Maja Schumacher vom Diakonischen Werk Köln und Region, freuen sich über Spenden für die Diakoniespende 2025/2026..

Michael Lampa, Fachdienstleitung Wohnungsnotfallhilfe und einer der Ansprechpartner im Diakoniehaus, ist überzeugt: „Die Bürokratie wird immer umfassender und komplizierter, die Digitalisierung nimmt zu – beides ist für Menschen in Armut schwer zu bewältigen.“ 5.000 Kontakte hat das Team im Jahr 2024 gezählt. Michael Lampa sagt: „Diese Zahl ist ein ganz schönes Brett. Doch dank der Fachberatung können wir Menschen dabei helfen, gar nicht erst in die Wohnungslosigkeit zu geraten oder die Zeit ohne Wohnung zu verkürzen.“

Text: Katja Pohl
Foto(s): Katja Pohl

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„Demokratie ist das, was wir daraus machen“ Politische Themen beim Jahresempfang des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger begrüßt die Gäste mit einem klaren Impuls zur Verantwortung in der Demokratie.

„Back Home“ hieß der Titel, mit dem das Steve-Klink-Trio den Abend eröffnete. Das griff Stadtsuperintendent Bernhard Seiger auf, als er die zahlreichen Gäste beim Jahresempfang des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region in der Kartäuserkirche begrüßte. „Back Home, nach Hause kommen. Das ist doch ein schönes Thema für den Advent.“ Seiger freute sich, dass unter anderem die ehemalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Stadtdechant Robert Kleine, Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses für die Stadt Köln, und viele weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Verbänden der Einladung gefolgt waren. Die evangelische Kirche war vertreten durch die Superintendenten Markus Zimmermann und Torsten Krall, durch die Superintendentinnen Susanne Beuth und Kerstin Herrenbrück sowie Synodalassessorin Miriam Haseleu. Stellvertretend überbrachte Bürgermeisterin Brigitta von Bülow die Grüße des Oberbürgermeisters Torsten Burmester.

Demokratie als gemeinsame Aufgabe

Sie ging in ihrem Grußwort auf das Motto des Abends ein: „Der Schatz der Demokratie und die Rolle der Kirchen“. Die Demokratie stehe vor großen Herausforderungen, erklärte die Bürgermeisterin. „Die Sorge um und die Verantwortung für unsere Demokratie und die Werte unseres Grundgesetzes verbindet uns, sie ist gemeinsame Aufgabe und Verantwortung. Dass die evangelische Kirche in Köln sich dieser Aufgabe stellt, ist wichtig für ganz Köln.“ Die evangelische Kirche sei schon aufgrund ihrer synodalen Struktur demokratisch angelegt. Seit Jahrhunderten sei die evangelische Kirche in Köln Architektin und Garantin der sozialen Infrastruktur, Förderin des zivilgesellschaftlichen Engagements und immer im Einsatz für die, die keine Stimme haben.

Kirche in Veränderung und Verantwortung

Bürgermeisterin Brigitta von Bülow:
„Kirche und Politik teilen die Verantwortung für unsere Stadtgesellschaft.“

Brigitta von Bülow verwies auf die aktuellen Umbrüche, die es zu bewältigen gelte: „Dieser Wandel betrifft die Stadtgesellschaft und die evangelische Kirche in Köln: Nach der Kommunalwahl hat sich ein neuer Rat zusammengefunden. Neue Gesichter, neue Konstellationen und die gemeinsame Herausforderung, unsere wachsende, vielfältige Stadt zukunftsfest zu gestalten in Zeiten sehr knapper kommunaler Kassen – das beschäftigt Rat und Verwaltung aktuell sehr. Es geht darum, der Verantwortung für Köln gerecht zu werden. Es braucht Zeit, neue Wege zu finden im gemeinsamen Ringen um die besten Lösungen für Köln. Den neuen Rat erwarten große Aufgaben: Es geht um sozialen Zusammenhalt, mehr und günstigen Wohnraum, Klimawandelfolgenanpassung, Mobilität, Digitalisierung und Bildung, es geht um eine zukunftsfähige und enkeltaugliche Stadt – und das alles unter hohem finanziellen Druck. Aktuell steht auch die evangelische Kirche in Köln vor großen Veränderungen, wenn ab dem 1. Januar 2026 aus vier Kirchenkreisen nur noch zwei werden. Ich stelle mir vor, dass das ein großer, auch schmerzhafter Schritt für viele ist – strukturell, organisatorisch und kulturell.“ Aber eine solche Neuerung sei auch ein Signal der Konzentration, der Effizienz und der Anpassung an eine sich wandelnde Welt. Rat und evangelische Kirche handelten nach dem gleichen demokratischen Prinzip: gemeinsam entscheiden und Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen. „Kölns Stärke ist, dass es zusammensteht, dass sehr unterschiedliche Menschen, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen, Initiativen, Vereine immer wieder gemeinsam eintreten für eine offene Stadtgesellschaft: gegen Hass und Hetze, gegen Rassismus, für Vielfalt, Menschenwürde und die Demokratie, dass sie das Verbindende suchen und gemeinsam für das Wohl aller Menschen in Köln eintreten. Die evangelische Kirche spielt dabei eine zentrale Rolle.“

Freiheit, Bildung und demokratische Kultur

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger fügte dem Motto des Abends einen Leitgedanken für seinen Vortrag hinzu: „Demokratie ist das, was wir daraus machen. Das soll der Leitgedanke für mein Impulsreferat sein.“ Und stellte gleich zu Beginn unmissverständlich fest: „Was haben wir für eine wunderbare Demokratie in unserer Bundesrepublik Deutschland.“ Seiger attestierte der Republik ein Höchstmaß an Freiheit und erinnerte daran, dass im Grundgesetz die Würde des Menschen als unantastbar und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit festgelegt seien. Und vor dem Gesetz seien alle Menschen gleich. Für autoritäre Regierungen stelle sich die Frage, wie viel Freiheit den Menschen zugebilligt werden könne. Wenn man aber so nicht denken wolle, müsse man nach den Voraussetzungen fragen für eine gelingende demokratische Kultur der Freiheit. Stärke und Verteidigungsfähigkeit seien solche Voraussetzungen gegen Bedrohungen von außen. Eine Bedrohung von Freiheit sei jede Gefährdung der Pressefreiheit. Gewaltenteilung sei Voraussetzung für Freiheit, sagte der Stadtsuperintendent. Es liege an jedem Einzelnen, wie er mit Freiheit umgehe. „Man kann kaum zum verantwortlichen Gebrauch von Freiheit ,verpflichten‘. Das wäre absurd.“ Seiger zitierte den Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Es brauche also Menschen, die einen demokratischen Staat mit Leben füllen und gesund erhalten. „Man kann bezogen auf das Jahr 2025 und angesichts populistischer Tendenzen sagen: Demokratien sterben nicht an Gegnern, sondern daran, dass sie nicht genug Freundinnen und Freunde haben. Mir ist es deshalb wichtig, denen Respekt auszusprechen, die sich ehrenamtlich für unsere Stadt Köln und andere Kommunen als Politikerinnen und Politiker engagieren.“ Bildung ist für Seiger der Schlüssel für das Gelingen von Demokratien. Dazu gehöre viel Wissen über Geschichte und die Entstehung von Fehlentwicklungen. Auch der Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus gehe daher vorwiegend über Bildung.

Engagement als Ausdruck gelebter Freiheit

Allerdings müsse man in Betracht ziehen, dass Kants kategorischer Imperativ mit seiner Pflichtethik für junge Leute wohl zu „verkopft“ sei. Seiger schlug einen anderen Ansatz vor. „Ich glaube, das Mitwirken in demokratischen Prozessen fördert die Persönlichkeitsentwicklung wie kaum etwas anderes. Positiv ist dabei das Gefühl: Ich habe teil an etwas, das größer ist als man selber. Das unterscheidet gesellschaftliches Engagement von einer individuellen Karriere oder dem Leben in einem Kreis, in dem ich immer in einer uniform denkenden Gruppe bleibe, die mich nicht weiterbringt. Wir bekommen immer etwas zurück: nämlich Sinn. Erfüllung. Resonanz. Ich glaube an den Zusammenhang von Persönlichkeitsentwicklung und Demokratieförderung.“ Kirchen mit ihren offenen demokratischen Strukturen seien Lernorte für demokratisches Engagement. Bei der Abwehr gegenüber rechten Parolen dürfe man nicht erstarren, sondern in klaren Worten beschreiben, was evangelisch sei. Der Stadtsuperintendent verwies auf das Papier der Bildungseinrichtungen des Kirchenverbandes „Evangelisch. Für Vielfalt. Gegen Hass.“ „Ich sehe, dass wir in der katholischen und evangelischen Kirche in dieser Haltung und Aufgabe ganz einig sind und dass deshalb unsere Kirchen gute Lernorte der Demokratie sind. Weil wir den Gedanken der Freiheit hochhalten und durchbuchstabieren, wie er eine Haltung prägen kann.“ Seiger verwies auf Luthers Schrift von der Freiheit des Christenmenschen mit der „wunderbaren Dialektik“ von Freiheit und Verantwortung: „Der Christenmensch ist niemandes Herr und niemandem untertan. Und der Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan.“ Und weiter: „Wir sind frei, weil wir geliebte Kinder Gottes sind und uns nicht im Letzten beweisen müssen. Wir sind befreit vom Druck der Rechtfertigung unseres Daseins durch Leistung. Und zugleich drängt es den freien Menschen dazu, zu gestalten und den Gedanken der Freiheit so zu leben, dass andere ihn spüren. Freiheit führt zur Bereitschaft, Ja zu sagen zu den vorfindlichen Möglichkeiten der Gestaltung. Wir haben die Fähigkeiten, das eigene Leben und die Lebensgemeinschaft mit anderen lebenswert zu gestalten. Das ist dann die Wahrnehmung von Verantwortung. Man kann auch schlicht sagen: Wer sich geliebt weiß, kann andere lieben und sich ihnen zuwenden. Das meint Jesus, wenn er sagt: ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.‘“ Die Freiheit der Erwachsenen sei das Wahrnehmen von Verantwortung. „Ich habe gelernt, dass es eine tiefe Kraft gibt, die uns zur Verantwortung treibt. Nämlich die Freude zu gestalten. Und wenn wir verstehen, welch ein wunderbares Geschenk die Freiheit unseres Landes ist, dann kann ich auch alles einsetzen, was da ist, um andere mit dieser Dankbarkeit anzustecken.“ Die Demokratie lade zum Mitmachen ein. Autoritäre Systeme würden Menschen, Menschengruppen und ganze Völker ausladen. „Also: Demokratie ist das, was wir daraus machen.“

Kunst, Humor und Haltung zum Abschluss

Poetry-Slammerin Luca Swieter setzt einen starken Schlusspunkt: Humor als demokratischer Akt.

Als Überraschungsgast kündigte Seiger die Poetry-Slammerin Luca Swieter aus Köln an. Diese las ihren Text mit dem programmatischen Titel „Lustig bleiben in Zeiten von Rechtsruck und zwischenmenschlicher Kälte. Kein Leitfaden.“ Sie nannte es einen demokratischen Akt, „mit Humor Wehrhaftigkeit zu erzeugen“. Sie kritisierte, dass nach Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“, der für Verantwortung stehe, eine Politik gemacht worden sei, die die Abschiebung von Migranten forciere.

Nach der Veranstaltung in der Kartäuserkirche trafen sich die Gäste zu Gesprächen im Haus der Evangelischen Kirche.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Wohnprojekt im „Campus Kartause“: Warum Antje Gensichen Teil der neuen christlichen Wohngemeinschaft werden möchte

Auf dem Gelände des Campus Kartause, des ehemaligen Kartäuserklosters, ist eine christliche Wohngemeinschaft geplant. Bereits Anfang des kommenden Jahres können die ersten Mietverträge unterschrieben werden. Antje Gensichen möchte dort einziehen. Sie hat viele Jahre das Café Lichtblick in Köln Stammheim geleitet, war dreieinhalb Jahre in Wuppertal in der Stadtmission und hat dort das Café Prio eröffnet. Nun hatte sie ein halbes Jahr Auszeit und ist den Camino gegangen, von Wuppertal bis nach Santiago.

Warum haben Sie den Wunsch, Teil der neuen christlichen Wohngemeinschaft zu werden?

Antje Gensichen: Die Idee in einer christlichen Gemeinschaft zu leben, ist schon länger irgendwo in meinem Hinterkopf und ploppte immer mal auf. Ich habe deshalb die Chance genutzt und 2018 mal einen Monat im Rahmen eines „Kloster-auf-Zeit“- Angebots zu verbringen. Die Tagesstruktur aus Arbeit und klaren Gebetsritualen, in dem Fall das tägliche Beten der Psalmen, sehe ich als große Chance an: Der Arbeitstag wird immer wieder unterbrochen durch gemeinsames Gebet. Und wenn es ein festgelegter Gebetsablauf ist, wie z.B. mit den Psalmen oder auch die Gebetszeiten in Taizé, muss mir auch nicht immer innerlich nach beten sein – und ich kann dennoch gut daran teilnehmen. Grundsätzlich: Ich möchte gerne Glauben unkompliziert miteinander im Alltag teilen – im Miteinander leben. Dabei geht es nicht darum, ständig über Glaubensfragen reden zu müssen. Aber der Glaube sollte für mich in einer christlichen Kommunität ein bewusster Teil des Alltags sein.

Sie haben sich bewusst eine Auszeit genommen und sind den Camino von Wuppertal bis nach Santiago gelaufen. Welche Einsichten haben Sie gewinnen können?

Antje Gensichen: Ich bin gerade einmal sechs Wochen zurück. Aus einer anderen Auslandserfahrung weiß ich: Die wichtigsten Veränderung nach solch einer Geschichte werden innerhalb des ersten halben Jahres klar. Deshalb kann ich noch nicht so viel sagen. Vielleicht lebe etwas mehr in den Tag, gehe ihn entspannter an. Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht plane, keine Termine überschlage, etc.. Es ist ja auch nicht so, als würde man auf einer solch langen Wanderung gar nicht planen. Man muss unterwegs ja auch die nächsten Übernachtungen planen, schauen, wann man wo einkaufen kann, etc. Es geht um den längerfristigen Plan: „Dann werde ich dies oder jenes machen“. Ich habe es genossen, auf jede Frage nach dem „Wann bist du wohl da?“ oder „Wann kommst du zurück?“ entspannt sagen zu können: „Das weiß ich noch nicht“ oder „Darum kümmere ich mich erst, wenn ich Santiago erreicht habe“. Ich wusste ganz klar, was gerade die erste Priorität ist. Wenn ich das mit in den Alltag nehmen kann, habe ich viel gelernt.

Welche Begegnungen von diesem Weg begleiten Sie?

Antje Gensichen: Man begegnet auf dem Weg sehr vielen Menschen. Es gibt daher nicht die eine, einzelne herausragende Begegnung. Wichtig geworden ist mir immer wieder: Jede/r hat seinen eigenen Weg – sowohl wie er oder sie den Camino geht, als auch im täglichen Leben. Dem möchte ich immer wieder mit Offenheit begegnen.

Gemeinschaftliches Leben bringt Nähe, Tiefe – aber auch Herausforderungen. Was erhoffen Sie sich persönlich vom Leben in der Kommunität?

Antje Gensichen: Ich erhoffe mir, ein Miteinander im Alltag, bei dem wir uns gegenseitig akzeptieren mit unseren Stärken und Macken, so wie wir sind. Und ich hoffe auf ein Miteinander, dass uns hilft Glauben miteinander zu teilen. Es wäre cool, wenn wir klare Absprachen oder Rituale finden, wie wir das möglich machen können.

Was möchten Sie selbst in diese Gemeinschaft einbringen?

Antje Gensichen: Mich!  – Noch kann ich nicht sagen, was ich dort konkret einbringen möchte oder welche Gabe gerade die ist, die wir in dieser Kommunität brauchen. Das wird sich im Zusammenleben entwickeln. Erst einmal bringe ich einfach mich ein mit meinen Stärken, aber auch mit meinen Ecken und Kanten.

Wenn Sie an die Zukunft des Projekts denken: Welche Art von Miteinander, Spiritualität oder Alltag wünschen Sie sich für die Menschen, die dort zusammenleben werden?

Antje Gensichen: Ich wünsche mir Austausch und Offenheit gerade auch in spirituellen Fragen. Das wird für uns alle wieder eine große Herausforderung sein, wirklich offen für den andern zu sein, auch was den Glauben des anderen angeht. Dabei geht es ja um etwas, was wir ganz tief drin für uns als richtig erachten. Da fällt es manchmal schwer, den anderen so stehen zu lassen, wie er das sieht. Für mich gehört dazu, diesen spirituellen Austausch zu einer festen Verabredung für alle unter der Woche zu machen. Wenn wir nichts konkret ausmachen und es immer wieder verschieben auf ein: „Ach ja, mal beim Frühstück“, wird daraus nichts. Sich regelmäßig zum Glauben auszutauschen, gehört für mich zu „Glauben miteinander leben“, also nicht nur schweigend miteinander leben, sondern eben auch durch Worte. Ich habe die Chance von Ritualen kennen gelernt. Deshalb hoffe ich auf feste Rituale. Besonders während des Monats auf dem Schwanberg im Rahmen von „Kloster-auf-Zeit“ habe ich die Chance der sich wiederholenden Rituale kennen und schätzen gelernt. Mal sehen, wie das die möglichen Mitbewohner*innen sehen. Auch wünsche ich mir, dass wir ein Stück weit an einem Strang ziehen. Das kann heißen, dass wir eine gemeinsame Aufgabe entdecken, mit der wir auch Verantwortung nach draußen übernehmen, beispielsweise eine regelmäßige Andacht oder ein diakonisches Projekt. Das sind meine Wünsche und Ideen. Wir werden uns gemeinsam auf den Weg machen. Es ist ein Prozess mit offenem Ende.

Text: APK
Foto(s): Privat

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30. Kölner Krippenweg: „Folget dem Stern“ Evangelische Kirchen laden zur Entdeckungsreise ein

Zum 30. Mal lädt der Kölner Krippenweg dazu ein, die Weihnachtsbotschaft mitten im Alltag neu zu entdecken. Vom 24. November bis zum 6. Januar sind an über 100 Orten in der Stadt außergewöhnliche Krippendarstellungen zu sehen – viele davon in evangelischen Kirchen und Einrichtungen. Sie verbinden Tradition mit zeitgenössischer Handschrift, bringen weltweite Perspektiven und lokale Bezüge zusammen. So entstehen vielfältige Zugänge zu einer Geschichte, die Hoffnung stiftet, Frieden verheißt und Menschen verbindet – über Grenzen, Sprachen und Konfessionen hinweg.

Evangelische Krippenstationen im Überblick

30.11.2025, 09:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Reformationskirche, Mehlemer Straße 29/Ecke Goethestraße, 50968 Köln
Panoramakrippe in der Reformationskirche – Eine Station des Kölner Krippenwegs
Handgefertigte Figurenlandschaft von Hermann Nick
In der Reformationskirche, Mehlemer Straße 29, wird von Sonntag, 30. November, bis Donnerstag, 30. Januar, eine Panoramakrippe gezeigt. Die großräumige Landschaftskrippe ist der Südtiroler Seiser Alm nachempfunden und wurde vom Kölner Modellbauer Hermann Nick über viele Jahre gestaltet. Figuren aus Oberammergau und ein kunstvoll gemalter Hintergrund vervollständigen die beeindruckende Szenerie. Die Krippe der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Bayenthal ist täglich (außer montags) von 9 bis 17 Uhr zu sehen. Die Reformationskirche (Station 91) ist Teil des offiziellen 30. Kölner Krippenweges (24.11.2025 bis 06.01.2026).
www.kirche-bayenthal.de

ab dem 30.11.2025, 11:00
Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Krippe in der Antoniterkirche
Beteiligung am 30. Kölner Krippenweg
Die Evangelische Gemeinde Köln beteiligt sich am offiziellen 30. Kölner Krippenweg von Sonntag, 30. November, bis Dienstag, 6. Januar. In der Antoniterkirche, Schildergasse 57, stehen die einzelnen Figuren der bayerischen Johannes-Krippe im Chorraum unmittelbar vor dem Altar. Die aus Lindenholz geschnitzten Figuren passen in ihrer Schlichtheit wunderbar zu den berühmten Kunstwerken von Ernst Barlach, die in der Antoniterkirche beheimatet sind. Bei der Johannes-Krippe wird auf Verzierungen oder Ausschmückungen der Figuren weitestgehend verzichtet. Betrachtet man Josef und Maria, wird klar, warum. Denn sowohl Maria als auch Josef weisen mit ihren ausgestreckten Armen und Händen auf den hin, um den es beim Weihnachtsgeschehen wirklich geht: Jesus Christus. Zu sehen ist die Krippe dienstags bis freitags, 11 bis 18 Uhr, samstags, 11 bis 17 Uhr, und sonntags, 11 bis 17.30 Uhr.
www.koelner-krippenweg.de

ab dem 30.11.2025, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Ichthys
Gemeindehaus Unter Gottes Gnaden, Zum Dammfelde 37, 50859 Köln-Widdersdorf
Erlebniskrippe im Gemeindehaus Widdersdorf
„Menschen aus aller Welt kommen und beten an!“
Im Gemeindehaus „Unter Gottes Gnaden“, Zum Dammfelde 37, der Evangelischen Kirchengemeinde Ichthys, ist eine Erlebniskrippe aufgebaut, die unter dem Motto steht: „Menschen aus aller Welt kommen und beten an!“ Die „Menschen“, das sind Trachtenfiguren aus verschiedenen Ländern, von Gemeindemitgliedern aus ihren Urlaubsländern mitgebracht. Das zentrale Motiv der Krippe ist ein Weg, der sich quer durch alle in der Krippe dargestellten Länder und Kontinente zieht. Auf ihm sind alle Figuren unterwegs in Richtung Bethlehem, wobei das Bild wöchentlich wechselt: Der eine kommt rasch voran, der andere wird aufgehalten, nicht jeder kommt an. Ständig sind neue kleine Begebenheiten zu entdecken und regen auch zum Nachdenken über den eigenen Weg an. Die Krippe ist von Sonntag, 30. November, bis Sonntag, 18. Januar, dienstags, donnerstags und samstags von 9 bis 12 Uhr und mittwochs von 11 bis 13 Uhr sowie in Zusammenhang mit Gemeindeveranstaltungen und nach Absprache mit Sabine Blume unter Telefon 0221/50 88 71 oder mit Liane Scholz unter Telefon 0221/50 46 28 zu sehen.
www.koelner-krippenweg.de

01.12.2025, 08:00
Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, 50678 Köln
Krippengestaltung aus Saporischschja – Hoffnung inmitten des Krieges
Ein Beitrag junger Menschen aus der Ukraine zum Kölner Krippenweg
Eine Krippe, gefertigt von Kindern und Jugendlichen aus Saporischschja in der Ukraine, ist in diesem Jahr im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, im Rahmen des 30. Kölner Krippenwegs (24.11.–06.01.2026) zu sehen. Die jungen Gestalterinnen und Gestalter der außerschulischen Bildungseinrichtung „City Palace of Children’s and Youth Creativity“ haben Figuren und Stall selbst entworfen, ausgeplottet und farbenfroh bemalt. Eine Foto-AG dokumentierte zerstörte Häuser ihrer Heimatstadt; diese eindrücklichen Aufnahmen bilden den Hintergrund der Krippe mit den Maßen 80 mal 48 mal 40 Zentimeter, die als leuchtendes Symbol der Hoffnung auf Frieden gestaltet wurde und neben dem Stall auch sichtbare Spuren des Kriegsalltags zeigt. Dank des Blau-Gelben Kreuz e. V. gelangte die Krippe nach Köln. Zu sehen ist die Krippe von Montag bis Montag, 1. bis 22. Dezember, montags bis donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr.
www.koelner-krippenweg.de

01.12.2025, 12:00
Evangelische Kirchengemeinde Porz
Hoffnungskirche, Finkenberg, Theodor-Heuss-Straße 1, 51149 Köln
Vielvölkerkrippe in der Hoffnungskirche
Station 107 beim Kölner Krippenweg
Die Vielvölkerkrippe in der Hoffnungskirche Finkenberg, Theodor-Heuss-Straße 1, erzählt die Weihnachtsgeschichte als weltumspannende Begegnung: Menschen aus vielen Ländern ziehen zum Stall, um das Kind zu begrüßen – dargestellt durch Figuren, die Gemeindemitglieder über Jahrzehnte aus aller Welt mitgebracht haben. Neben der klassischen Stallszene zeigt die Krippe auch Motive aus dem Stadtteil selbst, darunter ein detailreiches Modell der Finkenberger Hochhaussiedlung samt Fußgängerbrücke. Jedes Jahr steht die Darstellung unter einem eigenen Thema und interpretiert die biblische Erzählung neu, um ihre Bedeutung für die Gegenwart sichtbar zu machen. Ein engagiertes Team Ehrenamtlicher pflegt und erweitert diese besondere Krippe bis heute. Besichtigt werden kann die Krippe nach Vereinbarung mit Pfarrer Peter Grafe per E-Mail an peter.grafe@ekir.de und per Telefon 02203/1830348 sowie montags, 1. und 15. Dezember, und Donnerstag, 25.12., jeweils ab 12 Uhr, am 7. Dezember, 17 Uhr, am 24.12., 18.30 Uhr, und am Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr (Krippengottesdienst). Die Vielvölkerkrippe ist eine Station auf dem offiziellen Kölner Krippenweg.
www.koelner-krippenweg.de

09.12.2025, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Epiphaniaskirche Bickendorf, Erlenweg 39, 50827 Köln
Krippenszene im Foyer der Epiphaniaskirche
Alltagsszenen in einer Dorflandschaft werden gezeigt
Wie in jedem Jahr baut die Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld im Foyer der Epiphaniaskirche, Erlenweg 39, eine Krippenszene auf. Grundlage ist eine Dorflandschaft, die der biblischen Zeit nachempfunden ist. Egli-Puppen stellen Alltagsszenen nach, die sich im Laufe der Adventszeit verändern. Entsprechend der Tage sind Maria und Josef unterwegs, die Hirten mit den Schafen bewegen sich zur Krippe hin, das Jesusbaby wird geboren und die Könige wandern durch die Szene, bis sie am 6. Januar an der Krippe ankommen. Es lohnt sich also, mehrmals vorbeizuschauen. Die Krippe ist durch das Fenster des Foyers sichtbar. Öffnungszeiten: Dienstag, 9. Dezember, bis Mittwoch, 7. Januar, immer dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Die Krippe ist Station 80 auf dem offiziellen 30. Kölner Krippenweg.
www.koelner-krippenweg.de

16.12.2025, 10:00
Evangelische Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden
Ev. Friedenskirche Worringen, Hackenbroicher Straße 59–61, 50769 Köln-Worringen
Keramik-Krippe von Renate Löhr
Friedenskirche beteiligt sich am Krippenweg
Die Evangelische Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden zeigt in der Friedenskirche Worringen, Hackenbroicher Straße 59–61, eine vollplastische Keramik-Krippe von Renate Löhr. Zahlreiche Figuren suchen die Geburtsszene auf. Sie wollen den Betrachter zum Nachdenken über seine Mitmenschen und seine Einstellung zu ihnen anregen, ihn mit den Problemen der eigenen Existenz konfrontieren. Die Krippe ist Station 72 des offiziellen 30. Kölner Krippenweges und von Dienstag, 16. Dezember, bis Dienstag, 6. Januar, zu sehen. Die Kirche ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
www.koelner-krippenweg.de

Weitere Informationen zu allen Stationen finden sich unter: http://www.koelner-krippenweg.de.

Text: APK
Foto(s): APK/ Kölner Krippenweg

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Unsere Wochentipps: Kölsche Adventsgeschichten, vegane Märkte und festliche Musik im Dezember

Die zweite Adventswoche lädt ein zu herzlichen Begegnungen und besinnlichen Momenten im Stadtgebiet: Mit kölschem Verzäll im Café, Begegnungstreffen in Nippes, einem stimmungsvollen Weihnachtsmarkt an der Jesus-Christus-Kirche, musikalischen Highlights in Worringen und der Trinitatiskirche sowie einem Bücherflohmarkt und einem feierlichen Abschied in Klettenberg ist für viele Interessen etwas dabei. Wer sich im Advent nach Gemeinschaft, Kultur und neuen Impulsen sehnt, wird in dieser Woche fündig.

Kölle im Advent
Mer waade op et Chresskind
Mit kölschem Witz und nachdenklichen Tönen lädt das Seniorennetzwerk Klettenberg am Donnerstag, 4. Dezember, 15 Uhr, zu einer Adventsveranstaltung in das Café Lamerdin, Einhardtstraße 5/Ecke Wittekindstraße, ein. In „Kölsche Verzällcher“ geht es mal humorvoll, mal besinnlich, um den Stress der Vorweihnachtszeit, um Bräuche und gesellschaftliche Fragen und um die Frage, was den Menschen an Weihnachten wirklich wichtig ist. Texte liest Hermann Hertling, Schauspieler und Texter der „Kölsche Bredder“. Die Moderation übernimmt Dr. Karolin Küpper-Popp von der Akademie för uns Kölsche Sproch. Die Teilnahme kostet 9 Euro. Darin enthalten sind Kaffee, Tee und Weihnachtsgebäck. Eine Anmeldung ist erforderlich bei Bettina Wollram im Gemeindebüro (Mittwoch und Freitag, 9 bis 12 Uhr) unter Telefon 0221/94401313.
Anmeldung Bettina Wollram, Gemeindebüro, Tel. 94 40 13 13, Mittwoch & Freitag 9:00 bis 12:00 Uhr Anmeldung erforderlich, da Teilnehmerzahl begrenzt!
www.kirche-klettenberg.de

Eat ’n‘ Greet: Feierabendtreff in Nippes
Zusammen kochen und neue Leute treffen
Am Donnerstag, 4. Dezember, lädt das Netzwerk „hier+weiter – Evangelisch leben in Köln“ von 19 bis 22 Uhr zum Feierabendtreff „Eat ’n‘ Greet“ in den DiakoniePunkt Nippes, Yorckstraße 10, ein. Gemeinsam kochen, neue Leute aus dem Veedel kennenlernen und entspannt den Abend genießen – darum geht es bei diesem offenen Angebot für alle zwischen 25 und 40 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail an marina.vonameln@diakonie-koeln.de oder unter www.lutherkirche-nippes.de ist erforderlich.
marina.vonameln@diakonie-koeln.de
https://www.lutherkirche-nippes.de/termin/eatngreet-2512/

„Veganer Adventsmarkt“
Kunsthandwerk und Genuss an der Jesus-Christus-Kirche
Der „Veganer Veihnachtsmarkt“ an der Jesus-Christus-Kirche, Buchforststraße 2, lädt an den Wochenenden, 5. bis 7., 12. bis 14. sowie 19. bis 21. Dezember, zu einem besonderen und vielfältigen Markterlebnis ein. Besucherinnen und Besucher finden an den drei Adventswochenenden eine breite Auswahl an Kunsthandwerk, Schmuck, veganen Speisen und handgefertigten Produkten, die vom Verein RosaRot e. V. organisiert werden. Der Markt öffnet seine Stände freitags von 16 bis 21 Uhr, samstags von 12 bis 21 Uhr sowie sonntags von 12 bis 20 Uhr.
www.evangelisch-kalk-humboldt.de

Bücherflohmarkt in der Philippuskirche
Stöbern für den guten Zweck
In der Philippuskirche, Albert-Schweitzer-Straße 3–5, lädt die Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Köln-Raderthal am Sonntag, 7. Dezember, 11 bis 16 Uhr, zum großen Bücherflohmarkt ein: Im Gemeindesaal kann im umfangreichen Fundus gestöbert werden, die Auswahl ist gegen eine Spende zu erwerben, der Erlös unterstützt die Gemeindearbeit. Buchspenden werden am Freitag, 5. Dezember, 17 bis 18 Uhr, im Gemeindesaal entgegengenommen (bitte keine Lexika, Reader’s Digest, alten Schul- und Computerbücher sowie veralteten Reiseführer) abgeben. Ansprechpartnerinnen sind Inge Herrig (0221/344783) und Susanne Gries (0221/3685403).
www.kirche-raderthal.de

Verabschiedung von Superintendentin Susanne Beuth
Gottesdienst, Grußworte und Empfang in der Johanneskirche
Am Sonntag, 7. Dezember, wird Pfarrerin Susanne Beuth nach als Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte und zugleich als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Klettenberg in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr in der Johanneskirche, Nonnenwerthstraße 78. Gegen 16.20 Uhr schließen sich in der Kirche die Grußworte an, die in diesem Jahr eine besondere Form haben: Da Susanne Beuth in zahlreichen kirchlichen Bereichen gewirkt hat, werden die verschiedenen Wortbeiträge als Videobotschaften zusammengestellt und als Film im Anschluss an den Gottesdienst gezeigt. Ab etwa 16.50 Uhr lädt die Gemeinde zum Empfang in die Gemeinderäume ein.
www.kirche-klettenberg.de

John Rutters „Magnificat“ in der Trinitatiskirche
Kölner Kantorei eröffnet die Adventszeit mit festlicher Chormusik
Die Kölner Kantorei eröffnet die Adventszeit in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, am Sonntag, 7. Dezember, 17 Uhr, mit einem Konzert mit festlicher Chormusik. Unter der Leitung von Georg Hage erklingt das „Magnificat“ des britischen Komponisten John Rutter in der Fassung für Chor und Klavier – ein Werk, das lateinamerikanische Rhythmen, englische Carols, gregorianische Hymnen und filmische Klangfarben zu einem farbenreichen Lobgesang vereint. Ergänzt wird das Programm durch A-cappella-Chormusik zur Adventszeit. Mit ihrem charakteristischen Ensembleklang und innovativen Programmkonzepten sorgt die Kölner Kantorei, in Kooperation mit dem Netzwerk Kölner Chöre, für einen stimmungsvollen musikalischen Auftakt in den Advent. Im Anschluss lädt das Netzwerk zu einem Nachklang im Foyer der Kirche ein; die Getränke sind im Eintrittspreis enthalten. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 8 Euro. Tickets gibt es unter www.kvstickets.com.
www.trinitatiskirche-koeln.de

„Carol of the Bells“ – Brigosco-Weihnachtskonzert
Besinnliche Klänge und mitreißende Rhythmen in der Friedenskirche
Der Gospelchor Brigosco lädt am Sonntag, 7. Dezember, 17 Uhr, in die Friedenskirche Worringen, Hackenbroicher Straße 59, zu seinem diesjährigen Weihnachtskonzert ein. Unter der Leitung von Konstantinos Stavridis erklingen unter dem Titel „Carol of the Bells“ internationale Weihnachtslieder und schwungvolle Gospelsongs, die eine festliche und zugleich energiegeladene Atmosphäre schaffen. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Unterstützung der Chorarbeit sind willkommen.
www.hoffnungsgemeinde-koeln.de

„WeiterLeben“ zum Abschluss der Orange Days
Ein Abend unter dem Titel „WeiterLeben“ bringt am Mittwoch, 10. Dezember, 18.30 Uhr, in der Evangelischen Nathanaelkirche, Escher Straße 160, Stimmen, Erfahrungen und Hoffnungsgeschichten zusammen. Mit Impulsen von Atefa Zafari und Helene Batemona-Abeke sowie Eindrücken aus der Wanderausstellung „Zuflucht geben – gemeinsam hoffen“ schafft die Veranstaltung Raum für Austausch und setzt zum Tag der Menschenrechte sowie zum Abschluss der Orange Days ein bewusstes Zeichen der Ermutigung. Dazu wird ein einfaches Abendbrot angeboten. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie, dem Diakonischen Werk Köln und Region, der Evangelischen Nathanael-Kirchengemeinde Köln-Bilderstöckchen sowie dem Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW e. V. statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erwünscht unter anmeldung@melanchthon-akademie.de oder telefonisch unter 0221/9318030.

Text: APK
Foto(s): APK

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Mariele Millowitsch liest in der Erzengel-Michael-Kirche: Gewalt in Partnerschaften im Fokus der Orange Days

Wenn Gewalt in Partnerschaften zum Thema wird, geht es um mehr als Einzelschicksale – es geht um gesellschaftliche Verantwortung, ums Hinsehen und ums Handeln. Unter diesem Vorzeichen stand ein eindrucksvoller Abend in der Erzengel-Michael-Kirche am 26. November 2025: Im Rahmen der Orange Days kamen Betroffene, Fachleute und Engagierte zusammen, um Stimmen hörbar zu machen, Wege aus der Gewalt aufzuzeigen und die gesellschaftliche Verantwortung für dieses allgegenwärtige Thema zu betonen.

Einfühlsame Lesungen – klare Botschaften

Theater- und TV-Schauspielerin Mariele Millowitsch ist Schirmherrin der Spendenkampagne „Du bist wertvoll“ der Stiftung der Diakonie Michaelshoven, mit der betroffenen Frauen und deren Kindern geholfen wird.

Die Veranstaltung eröffnete Mariele Millowitsch, renommierte Theater- und TV-Schauspielerin sowie Schirmherrin der Spendenkampagne „Du bist wertvoll“ der Stiftung der Diakonie Michaelshoven. Mit ihrer Lesung einer autobiografischen Geschichte einer betroffenen Frau aus einer unserer Wohngruppen verlieh sie der oft unsichtbaren Gewalt ein Gesicht und sorgte für einen intensiven, emotionalen Einstieg. Die Kampagne setzt sich für Frauen und Kinder ein, die häusliche Gewalt erfahren haben – ein Anliegen, das Mariele Millowitsch mit großer Klarheit und Empathie hervorhob.

Im Anschluss las Barbara Peveling aus ihrem Buch „Gewalt im Haus. Intime Formen häuslicher Gewalt“. Die Ethnologin, Autorin und Journalistin teilte sowohl wissenschaftliche Perspektiven als auch eigene Erfahrungen. Ihre Worte machten deutlich, wie vielfältig Gewaltformen sein können und wie tief sie in Beziehungen und gesellschaftlichen Strukturen verwurzelt sind.

Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven für den Alltag

Besonders praxisnah wurde der Abend durch den Beitrag von Marina Walch, Leiterin der Frauenberatungsstelle und des Gewaltschutzzentrums „Der Wendepunkt“. Sie beantwortete zentrale Fragen: Was kann ich tun, wenn ich Gewalt vermute? Wann sollte die Polizei gerufen werden? Wie spreche ich Betroffene sensibel an? Marina Walch stellte konkrete Handlungsmöglichkeiten vor und gab Besucherinnen und Besuchern Orientierung, wie Prävention, Zivilcourage und Unterstützung im Alltag gelingen können.

FLINTA*-Band BUBS gab dem Abend Klang.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der FLINTA*-Band BUBS, die mit ihren Songs Atmosphäre schuf und den Abend klangvoll abrundete. Die Moderation übernahm Cordula von Wysocki, die sicher und einfühlsam durch das Programm führte.

Weitere Veranstaltung: „WeiterLeben“ trotz Flucht-, Asyl- und Gewalterfahrungen 

Ein Abend unter dem Titel „WeiterLeben“ bringt am Mittwoch, 10. Dezember, 18.30 Uhr, in der Evangelischen Nathanaelkirche, Escher Straße 160, Stimmen, Erfahrungen und Hoffnungsgeschichten zusammen. Mit Impulsen von Atefa Zafari und Helene Batemona-Abeke sowie Eindrücken aus der Wanderausstellung „Zuflucht geben – gemeinsam hoffen“ schafft die Veranstaltung Raum für Austausch und setzt zum Tag der Menschenrechte sowie zum Abschluss der Orange Days ein bewusstes Zeichen der Ermutigung. Dazu wird ein einfaches Abendbrot angeboten. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie, dem Diakonischen Werk Köln und Region, der Evangelischen Nathanael-Kirchengemeinde Köln-Bilderstöckchen sowie dem Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW e. V. statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erwünscht unter anmeldung@melanchthon-akademie.de oder telefonisch unter 0221/9318030.

Text: Diakonie Michaelshoven
Foto(s): Diakonie Michaelshoven

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„Selig sind, die da Leid tragen“ – „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms in der Reformationskirche

Der Bariton Thomas Bonni interessiert sich besonders für das Zusammenspiel von Wort und
Musik

Als Johannes Brahms (1833–1897) im Jahr 1866 sein deutsches Requiem fertigstellte, verarbeitete er darin auch den Tod von Robert Schumann (1856) und seiner Mutter Christine (1866) musikalisch. Das Werk in sieben Sätzen für Chor, Orchester und zwei Solisten, das thematisch einen Bogen von der Vergänglichkeit des menschlichen Lebens zum Sieg über den Tod in der Auferstehung spannt, passte somit hervorragend zu einem Konzert am Toten- bzw. Ewigkeitssonntag. In der Reformationskirche musizierten das Neue Rheinische Kammerorchester Köln sowie das Vokalensemble an der Reformationskirche unter der Leitung von Kreiskantor Samuel Dobernecker. Die Solopartien übernahmen Elisabeth Menke (Sopran) und Thomas Bonni (Bariton).

Bevor das Requiem erklang, wurde das Publikum mit dem Stück „Fratres“, einem Werk aus dem Jahr 1977 des estnischen Komponisten Arvo Pärt, auf den Konzertabend eingestimmt. „Fratres“ ist ein frühes Beispiel für Pärts individuellen, auf Dreiklängen beruhenden Kompositionsstil, den er selbst „Tintinnabuli“ (Glöckchen) nannte. Die sphärisch-entrückte Wirkung des Stücks entsteht durch ruhig schwebende, einfache Melodielinien auf düsterem Klangfundament, verstärkt durch tiefe Perkussionsinstrumente (Klangholz und Große Trommel). Pärt sucht (und findet) in diesem Werk Trost in der Einfachheit. Der Tod erscheint hier nicht in erster Linie als Verlust, sondern als ein „Wesentlichwerden“.

Trost durch Musik und Wort: Brahms’ Requiem als geistliches Zeugnis

Johannes Brahms hat die in seinem deutschen Requiem verwendeten Bibelverse selbst ausgewählt, sodass das Werk nicht die Vertonung eines festen liturgischen Textrepertoires ist, sondern ein persönliches Glaubenszeugnis. Anders als das katholische Requiem ist Brahms’ deutsches Requiem kein Gebet für den Verstorbenen oder die Verstorbene, sondern richtet sich explizit an die Hinterbliebenen und stellt die Suche nach Trost in den Vordergrund – ja, es buchstabiert diesen Trost regelrecht aus. Der Liturgie des Requiems am nächsten steht der sechste Satz, dessen zentrale Textgrundlage das erste christliche Auferstehungszeugnis aus 1. Korinther 15 ist. Obwohl im sechsten und siebten Satz aus der Offenbarung des Johannes zitiert wird, bleibt das Werk hinsichtlich einer konkreten Jenseitsvorstellung vage. Im Vordergrund steht die Hoffnung, der Glaube an die biblischen Verheißungen, der dem Schauen vorausgeht. Mitte und Zentrum der Komposition ist der Satz „Ich hoffe auf Dich“ (Psalm 39,8). Um diese Standortbestimmung kreisen die gesungenen Trostworte, die mit dem zweiten Satz der Seligpreisungen („Selig sind, die da Leid tragen“, Matthäus 5,4) beginnen und mit dieser Zusage Jesu auch enden.

Ein protestantisches Requiem: Glaubensbekenntnis in Klang und Struktur

Die Sopran-Solopartien im Brahms-Requiem übernahm Elisabeth Menke

Das Vokalensemble der Reformationskirche meisterte die Herausforderung, den musikalischen Spannungsbogen von den ersten Tönen des einleitenden „Selig sind, die da Leid tragen“ bis zum feierlichen Ausklang in der Wiederaufnahme der zweiten Seligpreisung zu halten. Elisabeth Menke legte alle Wärme ihrer Stimme in die Sopran-Solopartien des fünften Satzes, während Thomas Bonni mit seinem raumfüllenden Bariton im dritten Satz gegenüber dem Chor als „Gemeinde“ in einer Art Wechselgesang die Rolle eines Kantors bzw. Vorbeters übernahm.

Das Publikum in der vollbesetzten Reformationskirche erlebte einen berührenden Konzertabend, der nicht die Klage, sondern Trost und Hoffnung in den Fokus rückte – Trost aus der Musik und aus Gottes Wort, dessen Verheißungen bei Brahms für sich stehen. Gott wird bei seinem Wort genommen. Luthers Forderung „sola scriptura“ ist hier in aller Konsequenz umgesetzt, was Brahms’ deutsches Requiem im besten Sinne zu einem „protestantischen“ Requiem macht.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Ein neuer Kirchenkreis entsteht – gemeinsam in die Zukunft

Am 1. Januar 2026 beginnt für die evangelischen Gemeinden im linksrheinischen Köln und in der Region ein neues Kapitel: Die drei bisherigen Kirchenkreise Köln-Nord, Köln-Mitte und Köln-Süd schließen sich zusammen zum Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch. Dieser Schritt soll die Evangelische Kirche in der Region stärken und die Arbeit im Kirchenkreis und den Gemeinden auf eine tragfähige Basis für die Zukunft stellen.

Superintendent Markus Zimmermann aus Köln-Nord, Vorsitzender im neuen Leitungsgremium, dem Bevollmächtigtenausschuss (BVA), spricht von einem historischen und zugleich hoffnungsvollen Moment: „Wir schaffen hiermit eine zukunftsfähige Grundstruktur.“ Ziel sei es, Kräfte zu bündeln und den kirchlichen Auftrag auch langfristig zu sichern. Die Fusion bedeute weniger Verwaltungsaufwand für Haupt- und Ehrenamtliche – und damit mehr Raum für das Wesentliche: das Leben in den Gemeinden, Seelsorge, Gemeinschaft und Glauben.

Auch Superintendent Bernhard Seiger aus Köln-Süd sieht in der neuen Struktur große Chancen: „Wir wollen Strukturen schaffen, die schlank sind und leichteres Gepäck bedeuten.“ Die neuen Verbindungen zwischen benachbarten Gemeinden – etwa in Frechen und Königsdorf, Hürth und Lindenthal – eröffnen Möglichkeiten für kreative Projekte und gelebte Nachbarschaft.

Ebenso wie Bernhard Seiger wird Superintendentin Miriam Haseleu stellvertretende Vorsitzende des Bevollmächtigtenausschusses. Im Kirchenkreis Köln-Mitte hat sie gemeinsam mit Theolog*innen, kirchlichen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen den kirchenentwicklerischen Prozess „hier+weiter“ auf den Weg gebracht. Dieser wird auch im neuen Kirchenkreis die „evangelische Kirche im urbanen Köln“ neu denken. „Der biblische Gott ist ein zum Sprung in die Freiheit verhelfender Gott.“, zitierte Miriam Haseleu bei der Vorstellung der Internetseite des Prozesses www.hierundweiter.de den Theologen Wolfgang Dietrich. Der Prozess ist auch für den neuen Kirchenkreis ein Sprung in viele spannende Experimente und Projekte hinein – ein Zeichen dafür, dass Kirche sich verändert und Neues wagt.

Am 28. Februar 2026 tritt zum ersten Mal die Synode des neuen Kirchenkreises zusammen. An Stelle eines Kreissynodalvorstandes übernimmt der Bevollmächtigtenausschuss die Leitungsgeschäfte. Im Jahr 2028, nach den nächsten Presbyteriumswahlen, wird dann ein neuer Kreissynodalvorstand gewählt. Für die Übergangszeit bis zur nächsten Wahl des Kreissynodalvorstandes 2028 bleiben Herr Zimmermann, Frau Haseleu und Herr Seiger zuständig für die Gemeinden und Mitarbeitenden in ihren ehemaligen Kirchenkreisgebieten.

Mit dem Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch entsteht mehr als eine neue Verwaltungseinheit – es wächst ein „gemeinsames Haus“ für Glauben, Vertrauen und Zukunft. Am 30. Mai 2026 wird ein Kinderchor- und Sängertag zur Feier des neuen Kirchenkreises stattfinden. Am 20. September 2026 ist das erste Konzert der neuen Kantorei Linksrheinisch in der Trinitatiskirche geplant. Mit neuen Strukturen und vielen Angeboten ist der Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch ein Zeichen dafür, dass Evangelische Kirche bereit ist, mutig neue Wege in die Zukunft zu gehen.

Text: BVA
Foto(s): Simon Veith

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