Unsere Wochentipps: Hoffnung erzählen, Abschied gestalten, Musik genießen

Unsere Wochentipps laden euch wieder dazu ein, Kirche in ihrer ganzen Vielfalt zu erleben – nachdenklich, musikalisch, bewegend und generationenübergreifend. In Weidenpesch geht es um Hoffnungserzählungen und persönliche Lebensgeschichten, in Köln-Pesch um die Arbeit von Bestatterinnen, in der Trinitatiskirche um virtuose Orgelkunst. Wer lieber draußen unterwegs ist, kann bei „Walk ’n’ Talk“ Nippes neu entdecken. Der Jugendgottesdienst re:Form bringt junge Stimmen zum Klingen, während in Lechenich nachhaltige Ideen auf dem Flohmarkt eine Bühne finden. Mozarts Requiem lässt in Brühl Raum für Trost und Tiefe, und für die Kleinsten gibt es Theater in Hürth-Gleuel. Und das Musiktheaterstück „Liri und der Blau­vogel“ wird gezeigt.

„Meine Hoffnungserzählungen“ in der Erlöserkirche

Am Donnerstag, 30. Oktober, 15 Uhr, lädt die Evangelische Begegnungsgemeinde Köln zu einem Gesprächsnachmittag mit Biografiearbeit in die Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, ein. Unter der Leitung von Pfarrerin Susanne Zimmermann geht es darum, wie krisenhafte Erfahrungen neue Kräfte freisetzen können. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Apokalypse“ von Thomas Baumgärtel statt.
www.begegnungsgemeinde.de

Gesprächsabend über den Beruf der Bestatterin in Köln-Pesch

Im Rahmen des Themenmonats „Dem Leben auf der Spur“ lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Pesch am Donnerstag, 30. Oktober, 19 Uhr, zu einem Gesprächsabend ins Gemeindezentrum, Montessoristraße 15, ein. Die Bestatterinnen Petra Arnold und Aurelia Meyer-Rodon berichten aus ihrem Berufsalltag, geben Einblicke in die Arbeit mit Trauernden und eröffnen neue Perspektiven auf das Thema Abschied.
www.dem-himmel-so-nah.de

Virtuose Orgelwerke in der Trinitatiskirche

Am Donnerstag, 30. Oktober, 19.30 Uhr, lädt die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, zu einem Orgelkonzert mit Andreas Meisner ein. Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Mendelssohn, Liszt und Reubke. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.trinitatiskirche-koeln.de

Walk ’n’ Talk in Nippes

Am Freitag, 31. Oktober, 17 Uhr, startet der monatliche Spaziertreff „Walk ’n’ Talk“ der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes im Kirchgarten, Siebachstraße 85. Ob neu in Nippes oder alteingesessen – alle sind eingeladen, das Veedel gemeinsam zu entdecken. Der Spaziergang dauert rund eine Stunde und endet an der Lutherkirche.
www.lutherkirche-nippes.de

Jugendgottesdienst re:Form zum Reformationstag

„Doch prüft alles und behaltet das Gute“ – unter diesem Bibelwort lädt das Evangelische Jugendreferat Köln und Region am Freitag, 31. Oktober, 18 Uhr, zum Jugendgottesdienst re:Form in die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7. Der Gottesdienst wird von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet, musikalisch begleitet von der Be Real-Band.
www.juref.evangelische-jugend.koeln

Nachhaltigkeitsmarkt in Lechenich

Upcycling, Selbstgemachtes und besondere Fundstücke bietet der zweite Nachhaltigkeitsmarkt der Evangelischen Kirchengemeinde Lechenich am Sonntag, 2. November, 11 Uhr, im Gemeindezentrum, An der Vogelrute 8. Fürs Bistro wird um einen kulinarischen Beitrag oder einen kleinen Beitrag gebeten.
www.kirche-lechenich.de

„Trauer und Trost“ – Mozarts Requiem in Brühl

Ein besonderes Konzert erwartet Musikliebhaber:innen am Sonntag, 2. November, 17 Uhr, in der Christuskirche Brühl, Mayersweg 10. Die vereinigten Kantoreien aus Brühl, Wesseling und Lechenich bringen Mozarts Requiem in der Fassung von Robert D. Levin zur Aufführung – begleitet vom Rhenus-Kammerorchester unter der Leitung von Ruth Dobernecker. Karten kosten 20 Euro (ermäßigt 5 Euro).
www.kirche-bruehl.de

„Liri und der Blau­vogel“ in der Reformationskirche

Eine Geschichte von Trost, Zuversicht und Heilung erzählen Kinder der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Maria Sibylla Merian, der GGS Annastraße sowie des Evangelischen Kinderchors Bayenthal am Dienstag, 4. November, 18 Uhr, in der Reformationskirche, Mehlemer Straße 29/Ecke Goethestraße. Gezeigt wird das Musiktheaterstück „Liri und der Blau­vogel“, das 2019 von Andrea Karime (Libretto) und Aljoscha Ristow (Musik) für das kirchenmusikalische Projekt „Kirche macht Schule“ entwickelt wurde. Mit Schauspielerin, interkulturellem Instrumentalensemble und großem Kinderchor gestalten die Mitwirkenden ein besonderes Konzert, dessen Grundlage neu verdichtete Psalmverse bilden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Weitere Termine: 6.11.25, 18 Uhr, Christuskirche Köln-Dellbrück; 7.11.25, 18 Uhr, Christuskirche Brühl; 12.11.25, 18 Uhr, Kartäuserkirche Köln-Südstadt; 13.11.25, 18 Uhr, Paul-Gerhardt-Kirche Köln-Lindenthal.
www.kirche-bayenthal.de

Kindertheater in der Martin-Luther-Kirche Hürth-Gleuel

Am Mittwoch, 5. November, 16 Uhr, wird die Martin-Luther-Kirche in Hürth-Gleuel zur Theaterbühne: Die Handpuppe Boon nimmt Kinder von drei bis sieben Jahren mit auf eine Reise durch biblische Geschichten – begleitet von Veronika Metzger und Daniel Martin Nowak. Der Eintritt ist frei, Spenden willkommen.
www.evangelisch-in-huerth.de

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Diakoniespende 2025/2026: Kleine Hände, große Wirkung – Kinder helfen Wohnungslosen zu Erntedank

Wohnungslosigkeit ist ein Problem, das auch von Kindern als großes Leid wahrgenommen wird. Seit vielen Jahren erhält das Diakoniehaus Salierring regelmäßig zum Erntedankfest liebevoll gestaltete und gefüllte Taschen von der Evangelischen Kindertagesstätte Bayenthal/Marienburg, um diese an Menschen in Not weiterzugeben. Damit können die Mitarbeitenden allen Beschenkten regelmäßig eine große Freude bereiten.

Das Diakoniehaus am Salierring ist noch bis Ende September 2026 Empfänger der Diakoniespende des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Im Diakoniehaus gibt es einen Tagestreff, eine Kleiderkammer und eine Krankenwohnung für obdachlose und wohnungslose Menschen. Vornehmlich die Erweiterung der Krankenwohnung sowie die Sanierung des Badezimmers sollen durch die Spende finanziert werden.

IHRE HILFE WIRKT DOPPELT

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region verdoppelt jeden gespendeten Cent bis zu einem Gesamtspendenaufkommen in Höhe von 100.000 Euro im Zeitraum vom 01.10.2025 bis zum 30.09.2026.

SPENDEN SIE AN

Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichwort: SALIERRING
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE10 3705 0299 0000 0044 04
BIC: COKSDE33XXX

Text: APK
Foto(s): Diakoniehaus Salierring

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Kirche2go fragt: Wer war Martin Luther?

Kirche2go fragt passend zum Reformationstag am Freitag: Wer war Martin Luther? Martin Luther (1483 -1546) war für die Reformation in Deutschland verantwortlich – die Bandbreite der Bezeichnungen für diesen Mann reichen von Ketzer, Befreiungsheld, Reformator, Kirchenspalter bis zu Rebell. Schnell erzählten und schrieben die Menschen noch zu seinen Lebzeiten Legenden und Mythen über den ehemaligen Mönch aus Wittenberg. Unstrittig ist sicherlich, dass die Reformation eines der folgenreichsten Ereignisse für die Kirche und die Geschichte ist. Das Video Kirche2go „Wer war Martin Luther?“ erklärt wichtige Stationen aus Martin Luthers Leben.

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Hier der ganze Text zum Nachlesen:

Wer war Martin Luther? Kirche2go fasst wichtige Stationen aus seinem Leben zusammen.

Martin Luther stammt aus dem heutigen Sachsen-Anhalt und wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Sein Lebensweg führte ihn von dort unter anderem nach Magdeburg, Eisenach, Erfurt, Wittenberg, Rom, Köln, Heidelberg, Leipzig, Worms und Marburg. Am 18. Februar 1546, im Alter von 62 Jahren, verstarb er in Eisleben.

Luther studierte zunächst Rechtswissenschaften, geriet jedoch in dieser Zeit in eine Lebenskrise. In einem schweren Sommergewitter am 2. Juli 1505 erlebte er, der Überlieferung nach, Todesangst und entschied, Mönch zu werden. Er erwarb den Doktortitel in Theologie und erhielt eine Professur für Bibelauslegung in Wittenberg.

Am 31. Oktober 1517 kritisierte Luther den Ablasshandel der Kirche in Deutschland. Mit Ablassbriefen konnten Menschen angeblich die Sündenvergebung von der Kirche erkaufen. In 95 Thesen sprach er sich gegen die Kirchenpolitik aus, was den Beginn der Reformation markierte und zur Entstehung der evangelischen Kirche führte.

Im Jahr 1518 begann der sogenannte Römische Prozess gegen Luther, der trotz der drohenden Konsequenzen an seinen Thesen festhielt. Um Luther zu schützen, wurde er 1521 auf Anweisung des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen auf die Wartburg entführt. Dort nutzte Luther die Zeit des Wartens und übersetzte das Neue Testament in die deutsche Sprache. Die erste Ausgabe erschien 1522.

Noch während der sogenannten Bauernkriege heiratete der ehemalige Mönch Martin Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Bis zu seinem Tod im Jahr 1546 verfasste der Reformator viele Texte, dichtete Kirchenlieder und setzte sich unter anderem für die Umgestaltung des Schulwesens ein.

Text: APK
Foto(s): APK

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Bachtage 2025 in Köln: Auch im Ruhestand realisiert Christoph Spering spannende musikalische Projekte

Der Ruf Christoph Sperings als Dirigent und Fachmann für Alte Musik sowie historisch informierte Aufführungspraxis reicht weit über Köln hinaus. Dennoch ist die Domstadt immer wieder Zentrum seiner musikalischen Arbeit. „Köln ist für mich mehr als Wirkungsstätte – es ist Inspirationsort. Hier verknüpfen sich Musiktradition und Gegenwart auf besondere Weise“, sagt Spering. Ende Oktober steht das nächste von ihm konzipierte Musikfestival an: Vom 31. Oktober bis 2. November veranstaltet der Musikforum e. V. ein dreitägiges Bach-Fest unter dem Titel „Dialoge“. Es ist das fünfte Festival, das Spering in Köln verantwortet – dieses Jahr mit Aufführungen von Kantaten, Orgelmusik und Vorträgen.

Abschied vom Kantorenamt – mit bleibenden Spuren

Dirigent Christoph Spering bereitet in der Trinitatiskirche Köln das Abschlusskonzert der Bach-Tage 2025 vor.
Foto: Wolf-Rüdiger Spieler

Die Bach-Tage 2025 sind zugleich das erste Festival, das Spering im Ruhestand durchführt. Anfang September wurde er in der Mülheimer Friedenskirche von seinem aktiven Kantorendienst entpflichtet. Zahlreiche Gemeindemitglieder, Freunde, Kolleginnen und Kollegen verabschiedeten ihn in einem festlichen Gottesdienst. Rund vier Jahrzehnte war Spering als Kantor und Organist in seiner Gemeinde Mülheim am Rhein tätig. Die Mülheimer Kantorei, ein großes Barockorchester, Superintendent Torsten Krall und Pfarrer i. R. Klaus Müller gestalteten die Feier musikalisch und liturgisch. Es war ein Tag, der eine Ära hochkarätiger Kirchenmusik in der Gemeinde beschloss – mit Werken von Bach und Mendelssohn. Erhalten bleibt unter anderem die 2017 erbaute große Woehl-Orgel, deren Bau Spering initiiert und begleitet hat.

Ein neues Kapitel: Musikfestival im Ruhestand

Für das diesjährige Festival wurden drei Spielorte ausgewählt: die Friedenskirche Köln-Mülheim, das Museum für Angewandte Kunst Köln und die Trinitatiskirche am Filzengraben. Den thematischen Schwerpunkt bildet das musikalische Prinzip des Dialogs – sowohl als strukturelles Mittel in Bachs Werken als auch im Konzertformat selbst. Ein besonderer Akzent liegt auf der Arbeit von Christoph Bossert, Organist, Musikwissenschaftler und Bachforscher. Spering betont: „Bossert hat sich insbesondere mit der Analyse der großen Instrumentalzyklen Bachs und deren Zusammenhängen mit der sogenannten Zahlensymbolik einen Namen gemacht.“

Finale mit Cembalo, Kantaten und Podcast

Das Programm verbindet Vorträge, musikalische Portraits, Orgelwerke, Cembalomusik und dialogisch angelegte Kantaten von Johann Sebastian Bach. Es singen unter anderem Marie Luise Werneburg (Sopran) und Thomas E. Bauer (Bariton), begleitet vom Neuen Orchester. Das Moderatorenduo Michael Maul und Bernhard Schrammek (MDR) wird mit gewohntem Gespür für musiktheologische und interpretatorische Fragen durch den Konzertabend führen.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen in der Friedenskirche ist frei, für die Konzerte im Museum für Angewandte Kunst und in der Trinitatiskirche wird ein Unkostenbeitrag erhoben. Karten: www.bach-koeln.info und über KölnTicket.

 Eine detaillierte Programmvorschau erschien bereits am 19. Oktober 2025 auf www.kirche-koeln.de unter dem Titel: „Bach-Dialoge in Köln – Ein Wochenende im Zeichen des musikalischen Gesprächs an drei Spielorten“.

Text: Wolf-Rüdiger Spieler
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler

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Unsere Archivale für Oktober: Benjamin Wadenpohl gibt Einblicke in seine Tätigkeit als studentische Hilfskraft im Archiv des EKV

Benjamin Wadenpohl schätzt die vielseitigen Aufgaben: Von der Sichtung historischer Nachlässe bis zur Digitalisierung aktueller Bestände liegt alles in seiner Hand.

Archive bewahren Zeugnisse der Vergangenheit und machen Geschichte erfahrbar. Doch was bedeutet das konkret? Ein studentischer Mitarbeiter nimmt uns mit in seinen Arbeitsalltag und zeigt: Archive sind mehr als nur Orte der Aufbewahrung. Sie sind Fenster in die Vergangenheit und wichtige Gedächtnisspeicher für Kirche und Gesellschaft.

„Du arbeitest jetzt im Archiv?“

„Was machst du da eigentlich? Ist das nicht langweilig?“ Diese Fragen wurden mir oft gestellt, seit ich als studentische Hilfskraft im Archiv des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region (EKV) angefangen habe. Wenige haben eine genaue Vorstellung vom Archivwesen, und manche denken sogar, ich arbeite in einer Bibliothek. Das plakative Bild des Archivars, der in irgendeinem dunklen Keller sitzt, in staubigen Akten stöbert und keinen Kontakt zur Außenwelt hat, ist wohl auch in meinem Umfeld gut verbreitet. Zugegebenermaßen wusste ich selbst auch nicht so recht, was mich erwartet, bevor ich anfing, mich mehr mit dem Archivwesen auseinanderzusetzen.

Archivarbeit ist mehr als Staub und Aktenordner

Den Entschluss, mich beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region als studentische Hilfskraft im Archiv zu bewerben, fasste ich in einer Zeit, in der ich den Drang verspürte, Berufsfelder kennenzulernen, die mehr mit meinem Studienfach Geschichte zu tun haben. Theoretisch hätte ich auch weiterhin im pädagogischen Bereich arbeiten können, wie in den vergangenen Jahren, was mir als angehender Lehrer sehr viel gebracht hätte. Aber ich wollte die Zeit des Studiums nutzen, um im Umgang mit historischen Inhalten praktische Erfahrungen in anderen Berufsfeldern zu sammeln. Das Interesse und die Neugier an Berufen, die sich aktiv mit historischen Inhalten beschäftigen, waren ausschlaggebend für meine Bewerbung beim EKV.

Die Tätigkeit im Archiv ist tatsächlich vielseitiger, als ich gedacht hatte. Es ist eine gesunde Mischung aus Schreibtisch- und körperlicher Arbeit. Es gibt so gut wie keinen Tag, an dem ich acht Stunden am Stück vor dem Bildschirm sitze und in die Tastatur tippe. So ergibt sich meist eher ein abwechslungsreicher Tag, an dem ich viele unterschiedliche Aufgaben erledige. Zum einen dokumentiere ich den Inhalt, die Laufzeit und den Zustand verschiedener Bestände. Zum anderen bereite ich die Kassation, also Entsorgung, von Dokumenten vor, denn nicht alles kann und soll dauerhaft im Archiv untergebracht werden. Außerdem arbeite ich mit einer speziellen Software und unterstütze das Archiv im Prozess der Digitalisierung. Gelegentlich kommen zudem kleinere Rechercheaufgaben sowie interessante Außentermine und Botengänge dazu. Mein Arbeitsplatz ist hell und im Erdgeschoss. Ich arbeite nicht allein, sondern habe viele nette Kolleginnen und Kollegen, und in regelmäßigen Abständen kommen Besucherinnen und Besucher, die das offene Angebot des Archivs für Recherchen nutzen wollen.

Ein ganz wichtiges Element im Archivwesen ist Ordnung: Alles muss seinen Platz haben, muss nachvollziehbar, gut zu finden und erreichbar sein. Die Ordnung in den drei Magazinen unseres vergleichsweise kleinen Archivs beizubehalten, erfordert ein wenig Anstrengung, aber das Tragen, Verräumen und Transportieren der Kartons ist nach zwei Stunden am Computer eine erfrischende Abwechslung. Außerdem befriedigt es den „inneren Monk“, zu sehen, dass alles in nachvollziehbarer Reihenfolge an Ort und Stelle ist.

Geschichte begreifen – vom Nachlass bis zur Digitalisierung

Eine meiner ersten Aufgaben war die Sichtung und Dokumentation eines Nachlasses. Dieser Nachlass beinhaltete das gesamte Lebenswerk einer Person: die Arbeit, die Forschungen und teilweise auch das Privatleben waren in diesen nicht wenigen Kartons gesammelt und gaben mir einen einzigartigen Einblick in das Leben eines Menschen, den ich nie kennengelernt habe, durch die ich aber sehr viel kennenlernen konnte. Insbesondere die Sammlungen an Artikeln, Aufsätzen, Bildern und Notizen zu den Themenbereichen Geschichte, Genealogie, Kartographie oder Heraldik waren für einen Geschichtsstudenten extrem interessant, und so hielt ich mich häufig länger auf einer Seite auf, als zwingend notwendig. Auch andere Bestände, die ich verzeichnet habe, boten einen Einblick in die Vergangenheit, der einem in dieser Form woanders nicht möglich wäre. So stolperte ich gelegentlich über ganz alltägliche Spuren des Nationalsozialismus, wie beispielsweise Zeugnisse oder Urkunden, die mit einem Hakenkreuz versehen waren, was in dieser dunklen Episode der deutschen Geschichte leider absolute Normalität war. Dadurch bekommt man ein ganz anderes, feineres Gefühl für historische Zusammenhänge und die Lebensrealitäten der Menschen in dieser Zeit, die zum Beispiel im Studium nur relativ oberflächlich thematisiert werden können.

Zeugnisse bewahren heißt Erinnerung lebendig halten

Am Archivwesen fasziniert mich am meisten, dazu beizutragen, dass Zeugnisse der Geschichte die Zeit überdauern und immer wieder als Fenster in die Vergangenheit genutzt werden können. Vieles von dem, was wir über unsere Geschichte wissen, verdanken wir den Menschen, welche die Überlieferung der Zeugnisse ermöglicht haben. Je weiter man in der Geschichte zurückblickt, umso unklarer werden die Spuren, also ist es schon heute wichtig, das Bild der Vergangenheit und Gegenwart in Archiven festzuhalten und der Forschung sowie interessierten Personen zugänglich zu machen. Was nicht archiviert wurde, wird im Laufe der Zeit verloren gehen.

Noch mehr Archivalien finden Sie hier:

Text: Benjamin Wadenpohl
Foto(s): Stefanie Sternemann

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Spontan oder mit Anmeldung: Heiraten am 11.11. – mit Gottes Segen

Krapfen, Kölsch & Ja, ich will!: Am Dienstag, den 11. November, öffnet die Christuskirche am Stadtgarten, Dorothee-Sölle-Platz 1, ihre Türen für alle, die ihre Liebe kirchlich feiern möchten – spontan oder mit Anmeldung. Zwischen 10 und 16 Uhr können Paare sich dort segnen lassen oder kirchlich heiraten – unabhängig von ihrer sexuellen Identität oder einem vorherigen Standesamtstermin. Mit viel Herz und rheinischer Lebensfreude beginnt das kirchliche Hochzeitsfest von „Hätzjeföhl – Segensbüro Köln und Region“ pünktlich zum Sessionsauftakt: Inmitten von Krapfen, Kölsch und kölscher Musik feiern Pfarrerinnen und Prädikantinnen der Evangelischen Kirche Köln und Region bunte und zugleich feierliche Trauungen. Ob im Karnevalskostüm, im Brautkleid oder im Alltagsschick – erlaubt ist, was gefällt. Eine Anmeldung ist möglich unter kontakt@haetzjefoehl.de, aber auch spontane Besuche sind willkommen.

Im Interview erzählt Pfarrer Sebastian Baer-Henney, warum der 11.11. als jeckes Hochzeitsdatum zugleich tief ernsthaft ist – und wie Paare, ob klassisch oder ungewöhnlich, inmitten von Karnevalstrubel einen besonderen, inklusiven Segen erleben.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, am 11.11., dem Beginn des Fastelovend, Hochzeiten zu feiern und Paare zu segnen?

Sebastian Baer-Henney: Der 11.11. ist in Köln ja ein klassisches Hochzeitsdatum – so klassisch, dass die Standesämter überlaufen und schnell ausgebucht sind. Wir sind oft segnend aktiv, wo Menschen nicht klassisch heiraten können – sei es, weil es rechtlich nicht geht, weil sie noch nicht geoutet sind oder weil, schlicht und einfach, das Standesamt voll ist. Viele verbinden den 11.11. mit Kölsch, Krapfen und Karneval – wie schafft ihr es, gleichzeitig jeck und doch respektvoll sowie ernsthaft eine Segensfeier zu gestalten? Das haben wir uns auch gefragt und sind dann aber schnell zu der Antwort gekommen: Bei aller Jeckheit ist Karneval ja etwas sehr ernstes. Die Liebe, die die Menschen reinstecken, um Kostüme zu basteln, sich zu schminken, die vielen Blicke fürs Detail. Die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihr Feiern, teilweise generalstabsmäßig vorbereiten. Überhaupt: Wie wichtig es ihnen ist, Karneval zu feiern. Als Brauchtum und Teil ihrer Identität. All das zeigt: Karneval hat beides. Die lustige und ausgelassene und die ernste und lebensrelevante Seite. Wir bringen das zusammen – nicht als Event sondern als heiliger Moment im Trubel.

Ihr sagt, dass auch Paare kommen können, die nicht standesamtlich heiraten können oder wollen – was bedeutet euch dieser inklusive Gedanke?

Sebastian Baer-Henney: Gott ist kein Staatsbeamter. Will sagen: Gott ist es mit ziemlicher Sicherheit nicht wichtig, welches Formular man vorlegen kann. Den Menschen ist es aber wichtig, entscheidende Schritte in ihrem Leben mit Gottes Begleitung zu gehen. Ob das nun der Schritt vor den Tisch auf dem Standesamt ist oder der Schritt des gegenseitigen Treueschwurs an ganz anderen Orten, das ist nicht so wichtig. Die Absicht ist doch dieselbe: Zwei Menschen sagen „ja“ zueinander, bitten Gott um Begleitung für die Zeit, die kommt. Das ist der Kern – und das tun wir mit ihnen.

Wie haben die Paare und Gäste im letzten Jahr auf das besondere Hochzeitsformat reagiert – gab es eine Stimmung oder ein Erlebnis, das euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

Sebastian Baer-Henney: Die Paare, die letztes Jahr da waren, waren tief berührt. Weil sie dieser Segen mitten in ihrem Leben abholt. Und weil wir vorurteilsfrei herangehen. Wo sonst hätten die Teletubbies mit Hunden auf dem Arm Segen bekommen – in einer ernsthaften Form, ohne Klamauk? Das war schon besonders. Und das hat Kreise gezogen. Das Fernsehen hat drüber berichtet, und ruckzuck kamen Anfragen fürs nächste Mal. Die Menschen spüren das Besondere, und für uns ist es toll, das mitzumachen.

Was wünscht ihr euch für dieses Jahr – für die Paare, die ihr segnet?

Sebastian Baer-Henney: Dass der Segen für sie trägt. Dass sie es schön haben. Dass es guttut. Und dass sie davon erzählen. Denn das bedeutet, dass wir einen guten Job gemacht haben.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.haetzjefoehl.de.www.haetzjefoehl.de

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Haetzjeföhl

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Frischer Wind im Glaubenshaus – Suyin Scheid-Hennig wurde zur Prädikantin ordiniert

In ihrer persönlichen Predigt blickte Suyin Scheid-Hennig auf ihren geistlichen Weg zurück – von der nicht getauften Schülerin zur engagierten Ehrenamtlichen im gottesdienstlichen Dienst.

„Du fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“ (Jesaja 43,1) – Diesen Zuspruch gab Superintendentin Kerstin Herrenbrück Suyin Scheid-Hennig mit auf den Weg. „Aus diesem Versprechen fällt niemand heraus“, erklärte sie. Suyin Scheid-Hennig habe „Ja“ gesagt zum Dienst an Gott und Gemeinde. Prädikant*in zu sein bedeute, „weiterzugeben, womit man von Gott beschenkt ist.“ Man stelle sich damit in eine „Bekenntnisgeschichte“, die bis zur Barmer Theologischen Erklärung von 1934 reicht.

Es war ein weiter Weg, der Suyin Scheid-Hennig in die zweijährige Ausbildung zur Prädikantin führte. Die Künstlerin, Kunsthistorikerin und Dozentin hatte für ihren Ordinationsgottesdienst keine klassische Predigt vorbereitet, sondern gab persönliche Einblicke in ihren Prozess – vom neugierigen Kind zur Frau, die ihre Gaben in den Dienst Gottes stellen möchte. Sie berichtete, dass sie nicht getauft wurde, da ihre konfessionslosen Eltern ihr die Möglichkeit geben wollten, „sich selbst ein Bild zu machen“. Und das tat sie: Im Religionsunterricht (ohne Benotung) war sie eifrig, begeistert, als sie das Vaterunser mitsprechen konnte. Die Lieder in der Adventszeit bedeuteten ihr viel. Sie erinnerte sich an einen Spaziergang mit ihrem Vater zum Klosterhof in Dünnwald. Der Geruch nach Weihrauch, die Kerzen, die Krippe – all das hatte etwas Heiliges. „Gott ist in meinem Leben“, wusste sie – doch ihr fehlte eine geistliche Heimat.

Vom Zweifel zur Berufung: Ein persönlicher Weg zum Prädikantinnenamt

Superintendentin Kerstin Herrenbrück ordinierte Suyin Scheid-Hennig mit dem biblischen Zuspruch aus Jesaja 43,1: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“

Umso intensiver widmete sie sich Bildwerken, Kunst und Musik. Ihre erste Ausstellung hatte sie in der heutigen Kulturkirche Ost in Buchforst, später gestaltete sie den Abschiedsraum im Krankenhaus Porz am Rhein. Über einen Flötenkreis erlebte sie viele Gottesdienste mit und fand Anschluss in der Gemeinde. Besonders prägten sie die Predigten von Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning.

Mehr und mehr reifte in ihr der Wunsch, Teil einer gottesdienstlichen Gemeinschaft zu sein. Mit 37 Jahren ließ sie sich taufen. Ihre Mentorin Ingrid Kibilka riet: „Stell dir den Glauben vor wie ein Haus, in dem man sich langsam einrichtet.“ In diesem Haus gebe es dunkle Keller, ein Esszimmer, ein Studierzimmer, einen Wintergarten, einen Salon – und einen neuen Raum, den sie nun mit ihrer Ordination betrete.

Zwei Erlebnisse stärkten ihren Entschluss zur Prädikantinnen-Ausbildung: die acht Fastenandachten während der Corona-Zeit, die sie gestalten durfte und die vielen Menschen Halt boten, sowie der Tod ihrer Mutter 2021. Da keine kirchliche Trauerfeier möglich war, übernahm sie diese selbst – und fühlte sich getragen durch „unerwartete Unterstützung von oben“. Das sei der „Grundstock für ihre Bewerbung“ gewesen. Doch Zweifel blieben. „Ohne dich tue ich das nicht!“, betete sie damals – und hörte die Aufforderung Jesu an den geheilten Gelähmten: „Steh auf und geh!“

Zwischen Ankommen und Aufbruch: Eine neue Rolle mit offenem Fenster

Suyin Scheid-Hennig schwärmte von dem engagierten Team in der Gemeinde und der freundlichen Aufnahme. Für sie sei nun die „Zeit der Ernte“ gekommen. Der Gottesdienstraum in ihrem neuen „Glaubenshaus“ sei noch nicht fertig, aber dort wehe bei weit geöffneten Fenstern ein frischer Wind. Neben Altar und Kanzel stehe dort auch ihr Talar. Der sei keine Verkleidung, sondern ihr „liturgisches Ich“. Angekommen und doch unterwegs – für Suyin Scheid-Hennig passte an diesem Tag alles zusammen: „Das fühlt sich gerade so an, als müsse es genauso sein!“

Die Ordination zur Prädikantin fand in einem feierlichen Gottesdienst in der Johanneskirche Köln-Porz statt

Eigentlich hatte sie sich gewünscht, dass die Johanneskirche auch an ihrem Ordinationstag mit der Erntedank-Dekoration geschmückt wäre – diese hatte sich jedoch inzwischen in Kürbissuppe verwandelt und wurde beim anschließenden Empfang gemeinsam gegessen.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Schweigegang am 6. November in Köln zum Gedenken an die Pogromnacht vor 87 Jahren

Im Schweigen gemeinsam erinnern – am Donnerstag, 6. November, 18 Uhr bis 19.30 Uhr, laden der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, das Katholische Stadtdekanat Köln sowie der Katholikenausschuss in der Stadt Köln zum ökumenischen Schweigegang zum Gedenken an den 9. November 1938 ein.

Treffpunkt ist der Vorplatz des Jüdischen Museums, Obenmarspforten/Ecke Unter Goldschmied. Von dort gehen die Teilnehmenden zur Synagoge, Roonstraße 50. Bei diesem Gang im Gedenken an die Pogromnacht vor 87 Jahren wird schweigend der Opfer von Krieg und Terror gedacht. Auf Reden wird verzichtet und es wird darum gebeten, keine Transparente und Fahnen mitzuführen.

Die Teilnehmenden setzen in stiller Präsenz ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den Jüdinnen und Juden in Köln und erinnern an die Verbrechen der Novemberpogrome.

Organisationen und Gemeinden, die den Schweigegang unterstützen möchten, melden sich bitte per E-Mail an:  schweigegang@kirchekoeln.de

www.oekumenischer-schweigegang.de

Text: APK
Foto(s): APK/Archiv

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Unsere Wochentipps: Multireligiöses Gebet „RoomOfOne“, Ausstellung „Apokalypse“ und BluesRockBuddies

Unsere Wochentipps laden euch herzlich ein, Kirche, Kunst und Gemeinschaft in Köln und Region zu erleben! Den Auftakt macht ein Kammerkonzert mit Christine Albert und Thomas Pehlken im Martin-Luther-Haus Bayenthal, gefolgt von den BluesRockBuddies & Friends, die in der Pauluskirche Zündorf mit Blues, Rock und kölschen Tönen begeistern. In der Erlöserkirche Weidenpesch eröffnet die Ausstellung „Apokalypse“ von Thomas Baumgärtel – mit Kunst, Musik und Gesprächen über Hoffnung in krisenhaften Zeiten. Die Melanchthon-Akademie lädt zu einer Spurensuche über die Schauspielerin Orna Porat ein und bietet zudem das multireligiöse Gebet „RoomOfOne“ für Frieden und Schöpfung an. Zum Abschluss wird es im Tersteegenhaus Klettenberg beim Abend „Freundschaft feiern – Freund*innensegen“ herzlich, musikalisch und verbindend. Kommt vorbei und erlebt, wie vielfältig, lebendig und inspirierend Kirche in Köln sein kann!

Kammerkonzert im Martin-Luther-Haus

Ein kammermusikalisches Konzert mit abwechslungsreicher Besetzung erklingt am Samstag, 25. Oktober, 18 Uhr, im Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 7. In der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Bayenthal sind Christine Albert (Blockflöte, Gesang, Chorleitung) und ihr Mann Thomas Pehlken (Klavier, Orgel, Komposition), Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord, zu Gast. Das eingespielte Duo präsentiert Werke in kleinen Besetzungen, die während der Corona-Zeit entstanden sind, sowie ein vielfältiges Programm mit Gesang, Flöte, Violine mit Klavierbegleitung, Klavier solo und Klavier vierhändig. Alle Werke werden kurz vorgestellt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.kirche-bayenthal.de

BluesRockBuddies & Friends in der Pauluskirche

Die BluesRockBuddies, eine vierköpfige Band aus Köln und dem Bergischen, bringen am Samstag, 25. Oktober, 19.30 Uhr, geben in die Pauluskirche Zündorf, Houdainer Straße 32, eine Kostprobe von ihrem vielseitigen Repertoire. Seit über acht Jahren interpretieren sie Songs aus Blues, Rock, Soul und Pop der letzten siebzig Jahre als akustische Coverversionen, darunter auch kölsch-synchronisierte Fassungen. Unterstützt werden sie von befreundeten Gastmusikerinnen und -musikern. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.kirche-porz.de

„Apokalypse“ – Ausstellung von Thomas Baumgärtel

Die Ausstellung „Apokalypse“ des Kölner Künstlers Thomas Baumgärtel eröffnet in der Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, am Sonntag, 26. Oktober, 16 Uhr, mit Vernissage, Musik und Einführung; anschließend Begegnung und Empfang. Gezeigt werden die „apokalyptischen Reiter“ als Spiegel der Zeit – neu interpretiert zwischen Gegenwartsdiagnose und Hoffnungsperspektive. Das Rahmenprogramm reicht von einem Mitsing-Konzert am Freitag, 31. Oktober, 19.30 Uhr, über Workshops, Meditationen, Gottesdiensten, SoulCollage-Atelier und Gesprächsrunden bis zu einer Finissage am Samstag, 22. November, 17 Uhr. „Stationen der Resonanz“ laden während der Ausstellung zum Mitmachen ein – vom Büchertisch mit Hoffnungstiteln über eine gemeinsame Playlist und eine Hoffnungsleine bis zu einem Ort für Klage und Zuspruch. Zu sehen ist die Ausstellung sonntags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 16 bis 19 Uhr, donnerstags von 16 bis 19 Uhr, freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 14 bis 18 Uhr, sowie zu den Veranstaltungen. Für das offene SoulCollage-Atelier am Donnerstag, 13. November, 19 bis 22 Uhr, ist eine Anmeldung bei Pfarrerin Susanne Zimmermann per E-Mail an Susanne.Zimmermann@ekir.de, erbeten. „Apokalypse“ ist ein Projekt der Evangelischen Begegnungsgemeinde Köln, des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord sowie der Stiftung Apfelbaum.
www.begegnungsgemeinde.de

Orna Porat: Berühmt in Israel! – Vergessen in Köln?

Die Melanchthon-Akademie lädt am Montag, 27. Oktober, 18 Uhr, ins Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, zu einer besonderen Veranstaltung über die Schauspielerin Orna Porat ein. 2015 verstorben, gilt sie in Israel als nationale Berühmtheit und Ehrenbürgerin der Stadt Tel Aviv. Kaum bekannt ist dagegen, dass sie als Irene Klein in Köln-Porz aufwuchs und 1938 in der Lukaskirche konfirmiert wurde. Die Lebensgeschichte von Irene alias Orna, die als Jugendliche Kontakte zum antifaschistischen Widerstand hatte, nach dem Krieg einen Ausreiseantrag stellte und in Israel das Kinder- und Jugendtheater begründete, steht im Mittelpunkt des Abends. Aus Israel reist ihre Tochter Lital an, weitere Gäste sind Monika Möller, Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Köln/Tel Aviv-Yafo, sowie Pfarrer Dr. Rolf Theobold von der Lukaskirche. Die Moderation übernimmt Journalist und Publizist Arnd Henze, die Übersetzungen Angelika Golub. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung per Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

Multireligiöses Gebet „RoomOfOne“

Durch Klimawandel, Artensterben und zahlreiche Umweltprobleme steht die Menschheit vor großen Herausforderungen. Mit dem neuen Gebetsraum „RoomOfOne“ entsteht in Köln ab Oktober 2025 ein Ort, an dem Angehörige verschiedener Religionen gemeinsam beten und in ihren eigenen Traditionen heilige Texte rezitieren. Die Treffen finden einmal im Monat dienstags von 16 bis 16.30 Uhr im Refektorium des Hauses der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, statt. Nächste Termine sind der 28. Oktober, 11. November (10 Uhr) und 16. Dezember. „RoomOfOne Köln“ ist ein Projekt der Melanchthon-Akademie in Kooperation mit „Hier und Weiter“ und in Zusammenarbeit mit dem Forum für Komparative Theologie und der Universität Bonn. Ziel ist es, das Verbindende der Religionen zu suchen, Fanatismus zu überwinden und Impulse für ein solidarisches und friedliches Miteinander sowie den Erhalt der Schöpfung zu setzen.
www.melanchthon-akademie.de

„Freundschaft feiern – Freund*innensegen“ im Tersteegenhaus

Freundschaft steht im Mittelpunkt, wenn Pfarrerin Mareike Maeggi und Vikarin Lisa Kluge am Mittwoch, 29. Oktober, 19 Uhr, ins Tersteegenhaus, Emmastraße 6, einladen. Unter dem Titel „Freundschaft feiern – Freund*innensegen“ bietet der Abend der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Klettenberg Raum für Begegnung, Musik und Besinnung. Mit Impulsen, Liedern der Singer-Songwriterin Hanna-Marie Böß, Zeit füreinander, Segen und einem Glas Prosecco wird Freundschaft auf besondere Weise gewürdigt. Der Eintritt ist frei.
www.kirche-klettenberg.de

Text: APK/AI
Foto(s): APK/AI

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„Apokalypse“ – Kunst und Hoffnung: Vernissage von Thomas Baumgärtel am 26. Oktober

Unsere Gegenwart ist geprägt von globalen Krisen: Kriege, Naturkatastrophen, der Klimawandel und gesellschaftliche Unsicherheiten stellen Fragen nach der Zukunft, nach Halt und Hoffnung. In diesem Spannungsfeld setzt die Evangelische Begegnungsgemeinde Köln mit der Ausstellung „Apokalypse“ ein künstlerisches Zeichen. Vom 26. Oktober bis 22. November 2025 zeigt die Erlöserkirche Weidenpesch Werke des bekannten Kölner Künstlers Thomas Baumgärtel gezeigt – begleitet von Musik, Gesprächen, Workshops und interaktiven Angeboten. Baumgärtel lebt und arbeitet in Köln.

Die Vernissage

Thomas Baumgärtel lebt und arbeitet in Köln

Die Ausstellung eröffnet am Sonntag, 26. Oktober 2025, um 16 Uhr in der Erlöserkirche Köln, Derfflingerstraße 9. Geplant sind eine Einführung durch Kurator Holger Hagedorn, musikalische Beiträge von Gerhard Blum (Orgel) und Lukrezia Krämer (Gesang & Bass) sowie Impulse von Dr. Martin Bock (Melanchthon-Akademie) und Pfarrerin Susanne Zimmermann.
Im Anschluss sind alle Gäste zum Empfang eingeladen.

Die apokalyptischen Reiter – neu gesehen

Im Zentrum der Ausstellung stehen Baumgärtels Interpretationen der „Vier apokalyptischen Reiter“, inspiriert von der biblischen Offenbarung. Anders als in der traditionellen Deutung, die sie als Boten des Weltuntergangs sieht, werden sie hier zu Symbolen unserer Zeit: für die Herausforderungen von Krieg, Klimakrise, sozialer Spaltung und Desinformation. Baumgärtels Werke sind keine Endzeitfantasien, sondern Spiegel einer Welt im Wandel – und zugleich Einladung, sich nicht von Ohnmacht lähmen zu lassen, sondern Verantwortung und Hoffnung neu zu denken.

Rahmenprogramm mit Tiefgang und Beteiligung

Begleitend zur Ausstellung lädt ein vielfältiges Programm zur Auseinandersetzung ein. Konzerte, Workshops, Gottesdienste, Gesprächsabende und eine meditative „Stille Kirche“ bieten unterschiedliche Zugänge – spirituell, künstlerisch und gesellschaftlich.

Ein besonderes Highlight ist das Mitsing-Konzert am Reformationstag (31. Oktober, 19.30 Uhr) unter dem Titel: „Ein feste Burg ist unser Gott – Singen gegen den täglichen Weltuntergang“

Ein weiteres Gesprächsangebot findet am Mittwoch, 12. November, von 19 bis 20.30 Uhr statt. Unter dem Titel „Was ist Wahrheit?“ lädt Pfarrerin Susanne Zimmermann gemeinsam mit der Evangelischen Begegnungsgemeinde zu einer Gesprächsrunde am Büchertisch ein. Dabei geht es darum, dem apokalyptischen Reiter „Fake News“ etwas entgegenzusetzen und über Wahrheit, Lüge und Verantwortung im digitalen Zeitalter ins Gespräch zu kommen. Der Büchertisch ist Teil der interaktiven „Stationen der Resonanz“, die Besucherinnen und Besucher während der gesamten Ausstellungszeit begleiten.


Ebenfalls hervorzuheben ist das offene SoulCollage-Atelier am 13. November – für dieses kreative Format ist eine Anmeldung bei Pfarrerin Susanne Zimmermann erforderlich.

Stationen der Resonanz

Ein zentrales Element bilden die „Stationen der Resonanz“, die während der gesamten Ausstellung zur Mitgestaltung einladen.
Besucher:innen können:

  • Hoffnungstitel auf einem Büchertisch teilen

  • Musikvorschläge zu einer gemeinsamen Playlist beitragen

  • Gedanken an einer Klagewand hinterlassen

  • Segen empfangen

  • Bilder der Hoffnung an eine Leine hängen

Diese interaktiven Orte machen den Kirchenraum zum Resonanzraum – persönlich und gemeinschaftlich.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist geöffnet:

  • sonntags 12–18 Uhr

  • mittwochs bis freitags 16–19 Uhr

  • samstags 14–18 Uhr

  • sowie zu allen Veranstaltungen

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Text: APK
Foto(s): Thomas Baumgärtel/Flyer

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