Stadtsuperintendent Bernhard Seiger mit großer Mehrheit im Amt bestätigt – Nachrichten von der Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region

Mit großer Mehrheit hat die Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region Pfarrer Bernhard Seiger in seinem Amt als Stadtsuperintendent bestätigt. „Wir sollten frei sein, Gutes anzufangen mit Mut und Kreativität, und frei sein, manches zu lassen. Wir haben immer noch ganz viel Gestaltungsspielraum“, sagte Seiger in seiner Vorstellungsrede im Haus der Evangelischen Kirche. Es gelte, den Dialog mit der jüngeren Generation zu fördern und nah bei den Menschen zu sein. Nüchternheit bei den Finanzen sei gefragt. „Wir investieren, wo wir Zukunft gewinnen wollen. Alles, was wir tun, ist transparent. Es gibt keine verbotenen Fragen, keine Tabus. Ich möchte Kirche gestalten in einer guten Balance zwischen Stadt und Land.“ Die Fusion der Kirchenkreise Köln-Nord, -Süd und -Mitte zum Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch zum Jahreswechsel nannte Seiger einen „Mutmach-Prozess“. Die Denkweise der anderen Kirchenkreise kennenzulernen, sei eine Bereicherung.

Im Anschluss an die Wahl des Stadtsuperintendenten folgte die Wahl der Stellvertreterinnen und Stellvertreter. Die erste Stellvertreterin des Stadtsuperintendenten ist Kerstin Herrenbrück, zweiter Stellvertreter Torsten Krall. Beide leiten als Doppelspitze den Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch. Zum dritten Stellvertreter wurde Markus Zimmermann aus dem Kirchenkreis Köln-Nord gewählt. Zur vierten Stellvertreterin wählten die Delegierten Miriam Haseleu aus dem Kirchenkreis Köln-Mitte.

Bericht des Vorstandes mit fünf Schwerpunktthemen

Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region

Fünf Themen aus dem Geschäftsbericht des Verbandsvorstands vertiefte Bernhard Seiger in seinen mündlichen Erläuterungen. Die Anteile der Evangelischen Kirche am Evangelischen Krankenhaus wurden im Mai 2025 an die Josefs-Gesellschaft verkauft. „Wir sind dankbar, dass das Haus mit einem zukunftsweisenden Konzept und in der Hand eines größeren kirchlichen Trägers fortgeführt werden kann. Der Grund für uns sind Defizite gewesen und die politische Strategie von Bund und Land für den Krankenhausmarkt, die Zahl der Häuser zu verringern.“ Der Betrieb von Krankenhäusern sei nicht mehr im Kerngeschäft der evangelischen Kirche in Köln. Die diakonische Ausgangslage sei heute eine andere als zur Zeit der Gründung evangelischer Häuser vor mehr als 100 Jahren. Wichtig sei, dass die Patientinnen und Patienten weiterhin gut versorgt würden und evangelische Seelsorge im Krankenhaus in Köln-Kalk erhalten bleibe.

Zukunftsprojekte: Segensbüro und Mitgliederbindung

Ausdrücklich lobte der Stadtsuperintendent das Segensbüro Hätzjeföhl. „In kurzer Zeit ist hier sehr viel passiert. Es werden ansprechende Formate entwickelt, die Menschen auf eine frische Art erreichen und ihnen das Gefühl geben, Kirche begleitet sie in individueller Weise und findet Sprache und Formen, die einladen.“ Das mediale Interesse sei groß. Die Arbeit im Segensbüro werde wie geplant bis 2027 fortgeführt. Dann werde evaluiert, ob sie 2028 weitergeführt werden kann. „Ich hoffe sehr darauf! Es ist eine Erfolgsgeschichte.“

Fortgesetzt wird auch das Projekt Mitgliederbindung. Angesprochen werden Kirchenmitglieder zwischen 15 und 30 Jahren. Sechs Pilotgemeinden haben bereits teilgenommen, in den nächsten Jahren sollen es bis zu 20 Gemeinden sein.

Klimaschutz: CO₂-Halbierung erreicht

Erfolgreich ist der Evangelische Kirchenverband Köln und Region auch beim Klimaschutz. „Unsere CO₂-Emissionen konnten vom Jahr 2019 auf das Jahr 2024 von 617,7 auf 302,9 Tonnen CO₂, reduziert werden.“ Die Einsparungen um die Hälfte gründen sich auf viele Maßnahmen: kleinere und größere technische Anpassungen, Veränderungen im Heizungsbereich, verbesserte Beleuchtung – sowie der Ausbau von Photovoltaikanlagen bei den Gebäuden des Verbands.

Für Vielfalt und gegen Hass: Bildung als Schlüssel

Im fünften Themenfeld betonte Bernhard Seiger, dass das Eintreten für Vielfalt für die evangelische Kirche selbstverständlich sei. Doch: Wie kann verhindert werden, dass Menschen in rechtsextreme Einstellungen abrutschen? Seine Antwort lautet: „Die Hauptmaßnahme ist Bildung, Bildung, Bildung. Bildung, um Zusammenhänge zu erklären, über Politik zu sprechen, die demokratischen Parteien zu unterstützen und entschlossen für die Werte Menschenwürde und Respekt einzutreten. Dabei hilft es nicht, in Abwehr gegenüber rechten Parolen zu erstarren, sondern positiv zu reden und in klaren Worten zu beschreiben, was evangelisch ist.“ Das Papier „Evangelisch. Für Vielfalt. Gegen Hass.“ der evangelischen Bildungseinrichtungen stehe beispielhaft dafür. Vielfalt sei keine Bedrohung, sondern ein Segen.

Ökumene in der Stadt Köln

Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses in der Stadt Köln

Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, sprach in seinem Grußwort über die Ökumene und lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Wir machen uns gemeinsam auf den Weg.“ Als Beispiel nannte er den sogenannten „Scharnierkreis“. „Man braucht Scharniere, damit sich Türen öffnen.“ In dem Kreis werde beispielsweise offen besprochen, welche Kirchengebäude in Zukunft bestehen bleiben sollen. „Auch wir führen eine Stadtbilddebatte“, sagte Stiels. „Wir wollen, dass in jedem der 86 Veedel auch langfristig in unserer Stadt eine Kirche steht, die wichtig ist für Gottesdienste und für alles andere, wofür Kirche steht. Das kann nur ökumenisch gelingen. Das lässt sich nicht verordnen, das muss von unten wachsen.“ Eine digitale Karte, die alle Kirchen und kirchlichen Räume umfasst, wurde auf der Tagung vorgestellt.

Campus Kartause: Fortschritte und Förderungen

Eine Erfolgsgeschichte bleibt der Campus Kartause. Im September wurde Richtfest gefeiert. Die Bauteile 3 und 4 im westlichen Teil der Baustelle befinden sich im Innenausbau, die Fenster sind bereits eingebaut. Leicht im Rückstand ist der Generalunternehmer beim Rohbau der Gebäude 1 und 2. „Das Projekt verläuft weiterhin planmäßig und liegt im Zeitplan. Die Fertigstellung ist nach wie vor für Ende November 2026 geplant“, sagte Bernhard Seiger. Die Vermietung der Wohnungen sei gesichert, große Flächen wurden bereits an die Diakonie Michaelshoven und das Studierendenwerk vermietet. Die Suche nach Mietern für den Gastronomiebereich läuft.

Erfreulich sind auch die Förderzusagen: Die „Aktion Mensch“ unterstützt die Barrierefreiheit der Gebäude mit 287.000 Euro. Das Land fördert die Inklusivwohnungen mit 1,3 Millionen Euro und einem Tilgungsnachlass. Für das Studierendenwohnen wird ein Kredit in Höhe von fünf Millionen Euro mit Tilgungsnachlass erwartet.

Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, berichtete, dass die geplante evangelische Kommunität auf dem Campus Kartause bald ins öffentliche Gespräch gebracht werde. „Wir werden konkret Menschen suchen, die sich in diese Kommunität einbringen wollen und mit denen, die sich dazu schon entschlossen haben, in Kontakt treten möchten.“ Grundlage sei die ökumenische Iona-Kommunität, die 1938 auf der schottischen Insel Iona gegründet wurde. Sie steht für soziale Gerechtigkeit, Frieden, Spiritualität und neue Gottesdienstformen. Drei Grundregeln für die Kölner Kommunität sind schon geplant. Diese beinhalten einen gemeinsamen Abend pro Woche, regelmäßige Treffen mit dem Iona-Freundeskreis und Engagement bei den spirituellen Angeboten im „Raum der Stille“ auf dem Campus Kartause oder in der Kartäuserkirche.

Kirchliche Finanzen: Herausforderungen und Prognosen

Gabi Orbach

Dann standen die Zahlen und damit Finanzkirchmeisterin Gabi Orbach im Mittelpunkt der Verbandsvertretung. Zunächst ging es um den Jahresabschluss für 2024. Orbach berichtete in ihrer Präsentation von Kirchensteuereinnahmen, die deutlich über dem Plan lagen. Nach Abzug aller Umlagen habe sich der Anstieg der Einnahmen jedoch nicht mehr positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. Als Grund nannte sie vor allem die Finanzausgleichsumlage, die zwölf Millionen Euro höher als geplant gezahlt werden musste. Mit dieser Umlage unterstützen finanzstarke Kirchenkreise solche, die wirtschaftlich schwächer aufgestellt sind. „Es gibt immer weniger Kirchenkreise, die in diesem Umlageverfahren zahlungspflichtig sind. Somit müssen jene, die noch zahlen können, mehr schultern“, erklärte Orbach. Auf Köln würden in Zukunft noch höhere Solidar-Kosten zukommen.

Am Ende wurden 2024 bei Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 119 Millionen Euro insgesamt 44,5 Millionen Euro an die Verbandsgemeinden nach Zahl der Mitglieder überwiesen. Für das Jahr 2026 rechnet Orbach mit Kirchensteuereinnahmen von rund 115 Millionen Euro. Die Finanzausgleichsumlage wird auf 24,7 Millionen Euro geschätzt. Ein weiterer Posten, der im Haushalt immer größer wird, ist die Versorgungs- und Beihilfesicherungsumlage. Grund dafür ist, dass viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand treten. Nach Abzug aller Umlagen sollen im kommenden Jahr 43,8 Millionen Euro an die Gemeinden überwiesen werden. Das ist nur durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 3,6 Millionen Euro möglich. Auch wenn die Rücklagen noch eine ganze Weile reichen, mahnte Gabi Orbach zur Vorsicht. Sie warnte auch, dass die Sparpläne der Landeskirche Aufgaben auf Kirchenkreise und Gemeinden übertragen könnten.

Abschied von Superintendentin Susanne Beuth

Superintendentin Susanne Beuth geht Ende 2025 in den Ruhestand

Mit großem Applaus verabschiedete die Verbandsvertretung Susanne Beuth, die zum Jahresende in den Ruhestand geht. Die Pfarrerin aus Klettenberg ist seit 2019 Superintendentin im Kirchenkreis Köln-Mitte. „Du hast einen großen Beitrag zur Fusion der drei Kirchenkreise geleistet“, sagte Bernhard Seiger unter dem Beifall der Delegierten. „Ich habe die Zusammenarbeit mit dir immer als gut, einvernehmlich, kreativ und offen erlebt. Im Verband hast du dich engagiert für die Diakonie und die Beratungsstelle eingesetzt, und du warst lange Jahre Vorsitzende der Kölner ACK.“

Neuer Vorstand gewählt

Bei der Tagung der Verbandsvertretung wurde auch der Verbandsvorstand neu gewählt. Die Wahlen waren notwendig, da durch die Fusion der Kirchenkreise Köln-Mitte, -Nord und -Süd die Gremien neu zusammengesetzt werden. Im Vorstand vertreten sind künftig: Pfarrer Jan Ehlert (Hürth), Gaby Orbach (Pesch), Silke Schmidt (Lindenthal), Marcel Cossijns (Porz), Christ Hasted (Flittard/Stammheim), Joachim Ruppersberg (Rath-Ostheim), Christoph Riethmüller (Bayenthal), Burkhard von Spankeren (Brühl), Dr. Alfred Paulick (Heilig-Geist-Gemeinde Köln-Land), Diana Zulfoghari (Köln), Hartmut Melenk (Höhenhaus) und Katharina Haubold (Mülheim am Rhein). Stellvertretende Mitglieder sind: Hye-Won Chang-Herrmann, Astrid Rose, Manguela Fokuhl, Anette Ludolphy, Dr. Markus Schulz, Pfarrerin Sandra Nehring und Jörg Krautmacher.

Die nächste Sitzung der Verbandsvertretung findet am 27. Juni 2026 statt.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann / APK

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Ein „Wir der vielen“ – Altenberger Forum diskutiert über Flucht und Migration

Das 30. Altenberger Forum. Foto: Martin Bock
Das 30. Altenberger Forum. Foto: Martin Bock

Flucht, Migration und gesellschaftliches Zusammenleben prägen seit Jahren die öffentliche Debatte. Anlässlich des 30. Altenberger Forums „Kirche und Politik“ sprach Bildungsreferent Dr. Stefan Hößl von der Melanchthon-Akademie in Köln im Vorfeld der Veranstaltung über seine Perspektive auf das Thema. Für ihn beginnt die zentrale Herausforderung nicht an den Grenzen Europas, sondern darin, wie hierzulande über Migration gesprochen wird.

„Deutschsein“ neu denken: Hößls Plädoyer für ein „Wir der vielen“

Aus Stefan Hößls Sicht wird der Begriff des „Deutschseins“ immer noch zu eng gefasst. „Ich denke, dass es eine ganz zentrale Herausforderung ist, die Bedeutung von Migration auch dahingehend zu verstehen, dass die deutsche Gesellschaft seit jeher eine in verschiedener Hinsicht diverse und plurale war“, sagt er im Interview. „Ein ‚Wir der vielen‘ mit sehr unterschiedlichen Geschichten, Sprachen und religiösen Bezügen.“

Kritik an verkürzter Rhetorik und problematischen Begriffen

Genau dieses „Wir der vielen“ ist für ihn in der Diskussion um das Thema Migration entscheidend. Für den Bildungsreferenten enthält es vielfältige Perspektiven, unterschiedliche Lebensgeschichten und ein gemeinsames Nachdenken über gesellschaftliche Zukunft. Die öffentliche Debatte erlebt Hößl jedoch kritisch. Viele Diskussionen seien geprägt von verkürzten Zuschreibungen oder politischen Stimmungen. Besonders problematisch findet er Begriffe wie „Stadtbild“, die in politischen Debatten zunehmend genutzt werden. Er fragt: „Wer ist ‚Wir‘ – wer soll in unserem öffentlichen Raum präsent sein, wer gehört dazu und wer nicht?“ Diese Debatte sei aus seiner Sicht irreführend und diene letztlich nur dazu, politischen Zuspruch zu generieren – auf Kosten eines respektvollen gesellschaftlichen Miteinanders.

Kirche als Akteurin für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Für die Kirche ergibt sich nach Stefan Hößls Ansicht daraus die klare Aufgabe, Haltung zu zeigen. Als Bildungsreferent setzt er sich dafür ein, dass Kirche als starke Partnerin der Zivilgesellschaft sichtbar wird – als Akteurin, die Menschen stärkt, statt sie in Kategorien einzuordnen. Es gehe nicht um wirtschaftliche Nützlichkeit, nicht um eine Diskussion über Belastungen oder Vorteile, sondern um das Menschenbild, das dem gesellschaftlichen Miteinander zugrunde liegt. „Wir reden hier nicht mehr über Herausforderungen und Chancen, wir müssen tatsächlich über eine plurale Gesellschaft, ein gemeinsames Wir sprechen“, sagt er. „Das ist für mich viel, viel elementarer, anstatt sozusagen Menschen auf ihren Mehrwert zu reduzieren.“

Migration als Normalität – nicht als Ausnahmezustand

Dr. Stefan Hößl verweist darauf, dass Migration zur Geschichte der Gesellschaft gehört – nicht als Ausnahme, sondern als dauerhafte Realität. Daraus könne die Chance erwachsen, gemeinsame Werte wie Würde, Freiheit und Respekt immer wieder neu zu verankern. Die christliche Perspektive richte den Blick dabei auf jeden einzelnen Menschen und dessen unveräußerliche Würde. Ein „Wir der vielen“ – das sei mehr als ein Befund. Es sei eine Einladung, Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Text: APK
Foto(s): APK

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Widerspruch zur Ausbeutung: Kirchengemeinden beziehen fair gehandeltes Obst aus Kalabrien

Aktuell versüßen wieder Orangen und Mandarinen den Menschen die dunklen Herbst- und Wintermonate. Wer die vitaminreichen Früchte kauft, kann aber auch anderen etwas Gutes tun – wenn er oder sie das an der richtigen Stelle tut: Seit zwei Jahren bestellt die ökumenische Umweltgruppe „Laudatosi“, bestehend aus Menschen der katholischen Kirchengemeinde St. Franziskus und der evangelischen Kirchengemeinde Ichthys in Widdersdorf, regelmäßig bei einer Kooperative aus Kleinbauern und -bäuerinnen im italienischen Rosarno verschiedene Früchte. Dabei handelt es sich um Orangen, Mandarinen, Zitronen, Kiwis und Avocados, die ökologisch und vor allem unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wurden. Zahlreiche weitere Gemeinden in Köln und der Region haben sich angeschlossen: die evangelische Kirchengemeinde in Köln-Klettenberg, die evangelische Hoffnungsgemeinde Velbert und Tönisheide, der ökumenische Arbeitskreis „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ in Hilden, die evangelische Kirchengemeinde Büchenbeuren-Laufersweiler-Gösenroth und das Landeskirchenamt in Düsseldorf. Aber auch die Solidarische Landwirtschaft Widdersdorf (SoLaWi-Gemüsekoop) gehört zu den Bestellern – ebenso der genossenschaftlich organisierte Supermarkt Köllektiv in der Südstadt.

„Für 2,80 Euro pro Kilo zahlt die Gemeinde nicht nur für Orangen – sondern für Würde“

In diesem Jahr hat die Presbyterin der Evangelischen Gemeinde Widdersdorf, Gisela Theis, erstmals sogar zwei Sammelbestellungen aufgegeben, eine im Frühjahr und nun eine im Herbst. Knapp 1,7 Tonnen Früchte werden bald wieder zur Scheune der Solawi geliefert, sortiert und dann dort von den Gemeinden und Initiativen abgeholt. Sie kommen direkt von der Kooperative „SOS Rosarno“ in Kalabrien, die mittlerweile als Genossenschaft den Namen „Mani et Terra“ („Hände und Erde“) trägt und der Ausbeutung von Arbeitern vor Ort etwas entgegensetzen will. Theis schildert die Hintergründe: Die Supermarktketten würden den heimischen Kleinbauern und -bäuerinnen einen so geringen Preis für ihre Ernte zahlen, dass sie damit kaum die Ausgaben für ihre Produktion decken könnten. Gleichzeitig würden an der Stiefelspitze Italiens sehr viele aus afrikanischen Ländern geflüchtete Menschen stranden, dort dann auf den Obstplantagen für Hungerlöhne arbeiten und notdürftig unter Planen am Stadtrand kampieren.

„SOS Rosarno schafft Arbeitsplätze mit Tarifvertrag, Mindestlohn und Versicherung“

Die Initiative SOS Rosarno verkauft das Obst statt an die Ketten direkt an Verbraucherverbünde zu einem fairen Preis und ermöglicht so ebenso faire Arbeitsbedingungen: „Die Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten einen Tarifvertrag, den Mindestlohn und sind sozialversichert“, schildert Theis. Pro Kilo Orangen beispielsweise zahlt die Gemeinde 2,80 Euro plus Mehrwertsteuer und verkauft sie für 3,50 Euro. Der Differenzbetrag geht auf ein Spendenkonto für „Mediterranean Hope“ bei der Evangelischen Kirche von Westfalen mit dem Stichwort „Rosarno“.

„Mit jeder Frucht auch Hoffnung: Gemeinden unterstützen ‚Mediterranean Hope‘“

„Mediterranean Hope“ gehört zum Geflüchtetenprogramm des Bundes der Evangelischen Kirchen in Italien und finanziert verschiedene Projekte in Rosarno – zum Beispiel das „Haus der Würde“, ein Wohnheim, wo Wanderarbeiter in Zwei-Betten-Appartements mit Küchenzeile und Bad leben können. Es ermöglicht Traumatherapien und stattet die Fahrräder der Erntehelfer mit Lampen aus. Sie müssen meist im Dunkeln auf unbeleuchteten Straßen lange Wege zu den Obstplantagen zurücklegen und werden oft Opfer von Unfällen.

Zu der Einkaufshilfsaktion wurde Theis bei der Rheinischen Friedenskonferenz in Bonn inspiriert. Dort kam sie über den Verein zur „Förderung des fairen Handel(n)s am Niederrhein, Fair/rhein“ in Kontakt mit der stellvertretenden Leiterin des Oikos-Instituts für Mission und Ökumene bei der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Katja Breyer. Eine italienische Partnerkirche hatte an Breyer vor einiger Zeit die Bitte herangetragen, in Kalabrien fair produzierte Früchte zu kaufen. So hatte die EKvW die Orangen-Verkaufsaktion „Süß statt bitter“ gestartet. Theis folgte ihrem Beispiel mit der Einkaufsaktion in Köln und Umgebung. Auf diese Weise möchten nun viele Gemeinden gemeinsam mit dem Kauf der leuchtenden Früchte in zweierlei Hinsicht Licht ins Herbstdunkel bringen.

Text: Susanne Esch
Foto(s): Marcus Zahn/ Canva

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Erlöserkirche in Köln-Weidenpesch: Thematischer Gottesdienst zur Ausstellung „Apokalypse“

„Sie sind noch genauso aktuell wie vor 2000 Jahren“, begrüßte Pfarrerin Susanne Zimmermann zum Themengottesdienst in der Erlöserkirche. Sie, das sind die vier biblischen apokalyptischen Reiter des Sehers Johannes im letzten Buch der Bibel. Der Künstler Thomas Baumgärtel hat sie mittels vier Gemälden in die Gegenwart „übertragen“. Bis zum 22. November (Finissage, 17 Uhr) sind die Großformate in der evangelischen Kirche in Köln-Weidenpesch (Derfflingerstraße 9, 50737 Köln) ausgestellt.

Auseinandersetzung mit den Bildern und Hoffnungen

Pfarrerin Susanne Zimmermann predigt im Gottesdienst zwischen den großformatigen Werken von Thomas Baumgärtel und setzt sich dabei mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinander.

Im Gottesdienst inmitten der Kunstwerke zählte Zimmermann die von Baumgärtel behandelten Gefahren der Digitalisierung, des Internets und des Wegnehmens von Freiheitsrechten auf. Sie nannte Klimawandel, Umweltverschmutzung, die ungerechte Ressourcenverteilung und die immer wieder auch kriegerischen Auseinandersetzungen und Despotentum. „Ganz bewusst setzen wir uns in diesen Wochen mit diesen Bildern und Herausforderungen auseinander. Wo sehen wir da die Zukunft und Hoffnung, die Gott uns versprochen hat?“ In diesem Sinne wolle man heute mit der Bibel Hoffnungsperspektiven entdecken, wolle man Widerstandskraft und Aufbegehren erkennen, die Kraft zum Neuanfang.

„Alles ist möglich dem, der glaubt“, erinnerte Zimmermann eingangs ihrer Predigt an das Wort Jesu (Markus 9,17–25). Es ist gerichtet an einen Vater, der ihn um die Heilung seines Sohnes bittet. Jesus spürt, dass der Hilfesuchende zweifelt. „Wer Gott vertraut, dem ist alles möglich“, betonte die Pfarrerin. „Alles kann die- oder derjenige schaffen, die oder der vertrauen kann ins Leben, in andere Menschen, in Gott.“ Aber wie schaffe man es, trotz widrigster Umstände nicht aufzugeben – in Krankheit, die einfach nicht aufhört, in Gefangenschaft, nach Schicksalsschlägen, Verlusten oder nach Erfahrungen von Scheitern? Zimmermann sprach von Selbstheilungskräften, „die alle Menschen in sich haben“. Von seelischer Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten. „Etwas, was uns geschenkt ist, das aber immer wieder ausgegraben, an das erinnert werden muss.“ Ein besonderes Zeugnis dieser Resilienz hat Zimmermann im Tagebuch der von den Nazis ermordeten Anne Frank gefunden.

Akzeptanz und Zuversicht

Die Pfarrerin betonte die besondere Bedeutung („Was macht Menschen stark für das Leben?“) des Begriffs Resilienz in der Pädagogik und Psychologie. Akzeptanz und Zuversicht in bedrängenden Zeiten bezeichnete sie als wesentliche Faktoren der Widerstandskraft. Diese Stichworte „ziehen sich durch die Bibel“. Und sie „helfen, dass Menschen stark werden oder zumindest sich immer mal wieder aufrichten können“. Es gehe darum, bereit zu sein, für das eigene Leben Verantwortung zu übernehmen und es zu gestalten. Eine wichtige Säule der Resilienz bildeten in der Regel auch die Religion und religiöse Gemeinschaft. „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen“, zitierte sie Dietrich Bonhoeffer. Zimmermann findet großartig an dieser Aussage, dass es ein Anliegen Gottes sei, „dass wir diese Widerstandskraft haben“. Gott selbst sei es auch, der uns schon in der Taufe zuspreche: „Ich glaube an dich.“

Bilder vom schönen Ende

Der Weiße Reiter (links ) und der Blasse Reiter von Thomas Baumgärtel.

Die biblische Offenbarung sei ein Trost- und Hoffnungsbuch, sagte Zimmermann. In den vom Seher Johannes beschriebenen Bildern gehe es um die Zukunft. Er habe Bilder vom schönen Ende entwickelt. „Er sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde. Gott wird alle Tränen abwischen, und es wird kein Geschrei mehr sein, kein Leid.“

Sich dem Schweren aussetzen – neu hinschauen auf die Botschaft der vier Reiter

Das Überwinden von Leiden sei nicht immer einfach, stellte Zimmermann fest. Aber es könne gut sein, all das Schwere nicht zu ignorieren, sondern sich ihm auszusetzen. Das könne helfen, wieder neu hinzuschauen auf die Botschaft dieser vier Reiter. Schließlich, sich in die Verantwortung führen zu lassen und dadurch ins Handeln zu kommen – so wie Jesus dem zweifelnden Vater sage: „Vertraue, denn alles ist möglich dem, der glaubt.“

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Von Porz nach Tel Aviv: Orna Porat – Schauspielerin, Kulturikone, Ehrenbürgerin – dreifaches posthumes Comeback nach Köln

In Israel ist Orna Porat eine Legende. In Köln erinnern sich nur wenige an Irene Klein, die 1924 als Tochter eines katholischen Vaters und einer evangelischen Mutter in Porz zur Welt kam, später in der dortigen Lukaskirche konfirmiert und noch später in Israel eine gefeierte Schauspielerin wurde. Die Lebensgeschichte einer faszinierenden Frau stand im Mittelpunkt eines Abends der Melanchthon-Akademie mit der Überschrift „Orna Porat: Berühmt in Israel! – Vergessen in Köln?“ Arnd Henze hatte die Moderation übernommen und begrüßte Lital Porat, Tochter von Orna Porat, Dr. Rolf Theobold, Pfarrer an der Lukaskirche, Angelika Golub, die die Anmerkungen von Lital Porat übersetzte, und Monika Möller, Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Köln-Tel Aviv.

Von der NS-Jugendbewegung zur Bühne: Irene Kleins frühe Jahre

Dass Orna Porat einmal den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes für Leistungen in Wissenschaft und Kultur, bekommen würde, wurde ihr nicht an der Wiege gesungen. In ihrer Jugend war sie sogar von der nationalsozialistischen Jugendorganisation „Bund Deutscher Mädel“ (BDM) derart fasziniert, dass sie dieser gegen den Willen ihrer Eltern beitrat. Aber schnell wurde klar, dass ihre eigentliche Leidenschaft dem Theater galt, erzählte ihre Tochter im Haus der Evangelischen Kirche. Zunächst stimmte ihr Vater zu, dass sie das Gymnasium besuchen konnte. 1941 wurde Orna Porat, damals noch Irene Klein, als Kindermädchen zu einem hohen NS-Offizier nach Schleswig beordert. Am dortigen Theater erhielt sie ein erstes Engagement, nachdem sie ein Jahr lang Schauspielunterricht genommen hatte. Einer der Schauspielschüler sei vorher Wächter im KZ Treblinka gewesen und hätte ihr von den Greueltaten erzählt, berichtete Lital Porat. 1943 sei das Theater in Schleswig geschlossen worden und alle Mitarbeitenden in Straflager geschickt worden, um kriegswichtige Güter zu produzieren. Bei der Auflösung des Lagers nach Kriegsende lernte Orna ihren späteren Mann kennen. Josef Proter stammte ebenfalls aus Köln, war Jude und vor den Nazis nach Palästina geflüchtet. Seine Mutter war in Auschwitz umgebracht worden. Proter arbeitete für den englischen Geheimdienst in Deutschland. Ihm fiel eine Liste in die Hände mit polnischen und russischen Namen derer, die in ihre Heimatländer zurückkehren wollten. Ein deutscher Name stach heraus: Irene Klein. Die war mittlerweile Sozialistin und wollte eigentlich nach Russland auswandern. „Bei dem Verhör hat sich meine Mutter sofort in meinen Vater verliebt. Bei ihm hat es drei Wochen gedauert. Sie hat ihm nie verziehen, dass es bei ihm so lange gedauert hat“, erzählte Lital Porat mit einem Lächeln. Orna und Josef heirateten und zogen nach Palästina.

Theater, Sprache, Kinder: Ein Leben für die Kultur Israels

Während Josef Hebräisch sprach, lernte Orna die Sprache abends nach Feierabend. Das Ehepaar schlug sich zunächst mit Gelegenheitsjobs durch. „Meine Mutter hatte keine Angst, sich in einem neuen Land zurechtzufinden“, sagte Lital Porat. Nach Absagen wurde sie schließlich doch beim Cameri-Theater angenommen und spielte schon bald große Rollen in Stücken von Bertolt Brecht und Arthur Miller – natürlich auf Hebräisch. Und da schon als Orna Porat. Jüdin wurde sie erst später. Zahlreiche Preise nahm sie während ihrer Karriere entgegen. Unter anderem wurde sie Ehrenbürgerin von Tel Aviv. Besonders am Herzen lag Orna Porat das Theater für Kinder und Jugendliche. 1970 gründete sie das Orna-Porat-Kinder-und-Jugendtheater, das bis heute fortbesteht. 2015 starb Orna Porat im Alter von 91 Jahren. „Sie war ein kultureller Gigant und diejenige, die das Theater in Israel gesellschaftsfähig gemacht hat“, hat Shimon Peres, ehemaliger Staatspräsident Israels, über sie gesagt. „Meine Mutter hat sich selbst nicht so ernst genommen. Ernst genommen hat sie das, was sie tat“, erinnerte sich ihre Tochter. „Ich bin vier Tage nach Ornas Tod an die Lukaskirche gekommen“, erzählte Pfarrer Theobold. Er hat sich intensiv mit ihr beschäftigt und eine besondere Beziehung aufgebaut: „Irgendwie hat sie mich adoptiert.“ Monika Möller vom Partnerschaftsverein hat Orna kennengelernt. 1998 war Möller zu Besuch in Tel Aviv und erfuhr von einer gebürtigen Kölnerin, die dort zu Ruhm und Ehren gekommen war. „Da bin ich sofort hellhörig geworden. Von Orna Porat hatte ich nie gehört. Ich habe sie besucht. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Eine faszinierende und bodenständige Frau, die mir sofort einen Zitronenlikör anbot.“ 2005, 40 Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland, war Orna Porat eine Woche in Köln. „Wir sind am Porzer Rheinufer spazieren gegangen, waren auf dem jüdischen Friedhof in Porz und haben auch die Lukaskirche besucht“, erinnerte sich Monika Möller. „Eine sehr schöne Woche.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Diakoniespende 2025/2026: Männerchor Grüngürtelrosen sammeln Spenden für das Diakoniehaus

Der Kölner Männerchor „Grüngürtelrosen“ sagt von sich selbst, er sei „Kölns schrägster Männerchor“. Mittlerweile mehr als 120 Männer treffen dabei seit 2018 nicht unbedingt immer den richtigen Ton, haben aber enorm viel Spaß beim gemeinschaftlichen Singen. Die Besitzer der Kölschbar, Malte Böttges und Dennis Busch, sowie Sebastian Mortan aka Bleibtreuboy kamen damals auf die Idee, einen Männerchor zu gründen – und los ging’s. Dirigent und musikalischer Leiter ist Constantin Gold, der bei den Jadebuben singt, dem Nerdchor aus Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale.

Wenn es allerdings darum geht, Menschen in Notlagen zu unterstützen, treffen die Jungs ganz klar den richtigen Ton. 2019 gaben die Grüngürtelrosen ihr erstes Konzert in der Live Music Hall und spendeten einen Teil des Erlöses an den Förderverein für krebskranke Kinder in Köln. Seitdem hat der Chor immer wieder Spenden gesammelt, möchte mit seinem Publikum die Welt ein bisschen besser machen. Und nun bringen die Sänger sich auch als Unterstützer in die diesjährige Diakoniespende des Kirchenverbandes Köln und Region ein. Die Spende, die der Kirchenverband bis zu einem Spendenaufkommen von 100.000 Euro verdoppelt, geht an das Diakoniehaus Salierring, das wohnungslosen und obdachlosen Menschen eine Anlaufstelle ist. Dort sollen notwendige Renovierungs- und Umbaumaßnahmen durchgeführt werden. Mit Heiko Falk von den Grüngürtelrosen sprach Katja Pohl.

Warum liegt euch das Engagement für andere Menschen so am Herzen? Woher kommt die Motivation, regelmäßig Charity-Konzerte zu geben?

Heiko Falk: Wir sehen uns als große Gemeinschaft an, die gemeinsam der Gesellschaft etwas zurückgeben kann und möchte. Zusammen erleben wir Sachen, die jeder Einzelne von uns niemals erleben würde. Dass das bei vielen Menschen so gut ankommt und wir deshalb die Möglichkeit haben, durch Gagen und Ticketverkäufe Spendengelder zu generieren, motiviert uns, unser gemeinsames Hobby weiter mit Spaß und Freude fortzuführen. Gleichzeitig transportieren wir natürlich Spaß und Lebensfreude, was – neben der monetären Unterstützung von wohltätigen Zwecken – auch eine Form ist, Menschen, denen es vielleicht aktuell mal nicht so gut geht, eine gute Zeit zu schenken.

Wie findet ihr die Projekte oder Vereine, die ihr unterstützt?

Heiko Falk: Da gibt es unterschiedliche Wege: Einmal können unsere Mitglieder Spendenprojekte vorschlagen, welche dann durch unser Spendenkomitee geprüft werden. Zweitens greifen wir teilweise auf das Spendenportal der Sparkasse Köln zurück, auf dem bereits verifizierte Spendenprojekte gelistet sind. Und es kommt auch vor, dass Organisationen auf uns zukommen.

Obdachlosigkeit ist nicht nur in Köln ein großes Problem. Gibt es innerhalb des Chores persönliche Bezüge zu dem Thema, sei es durch verwandtschaftliche oder freundschaftliche Beziehungen?

Heiko Falk: Da kann ich natürlich nicht für jeden Einzelnen von uns sprechen, aber ich würde es so einschätzen, dass bei uns erstmal glücklicherweise niemand persönliche Bezüge zum Thema Obdachlosigkeit hat. Wobei das Thema natürlich grundsätzlich allgegenwärtig ist und gerade zur Winterzeit medial auch noch mal mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass wir als Grüngürtelrosen auch in diesem Themenkontext hinsichtlich Spenden gerne weiter aktiv werden könnten.

Wenn jemand fragt, warum er die Diakoniespende unterstützen soll, was würdet ihr ihm sagen?

Heiko Falk: Allein der Umstand, dass die Spenden verdoppelt werden, macht es ja schon sehr attraktiv, sich zu beteiligen. Wir Grüngürtelrosen sind schon sehr stark mit der Stadt Köln verbunden, sodass uns gerade lokale Projekte sehr am Herzen liegen, bei denen man die Unterstützung auch unmittelbar sehen kann.

Woher stammt eigentlich der Name „Grüngürtelrosen“?

Heiko Falk: Auf jeden Fall inspiriert dadurch, dass wir den Grüngürtel als ein Element in der Stadt Köln sehen, das viele Veedel und somit auch die Menschen verbindet. Deshalb ist der Colonius in unserem Logo wiederzufinden, weil er ja auch im Grüngürtel steht. Wie das florale Anhängsel dazu kam, ist nicht genau überliefert. Man kann es schon als singende und klingende Rosen deuten. Auch als Wortspiel ist die Nähe zu der unangenehmen Krankheit „Gürtelrose“ nicht von der Hand zu weisen, und das gab in der Vergangenheit auch schon mal die ein oder andere kritische Anmerkung diesbezüglich. Aber der Name war und ist ausdrücklich nicht despektierlich gemeint. Wer uns kennt, weiß aber auch, dass bei uns im Allgemeinen immer eine gute Portion Spaß und Ironie mit dabei ist.

Was macht euren Chor so besonders und vor allem so besonders mitgliederstark?

Heiko Falk: Dadurch, dass wir das mittlerweile seit nunmehr fast sieben Jahren machen, gibt es natürlich einen harten Kern, der über eine lange Zeit sukzessive sehr eng zusammengewachsen ist. All die vielen Proben, Auftritte und sonstige schönen Aktionen drumherum schweißen auf Dauer natürlich zusammen. Abgesehen davon, dass es eh anfangs im Prinzip mehrere größere Freundeskreise waren, die da zusammengekommen sind. Also die Schnittmenge war von Anfang an sehr groß. Mit der Zeit wurde das Interesse, auch Teil dieses Chores zu werden, auch von anderen Männern außerhalb dieser Bubble immer größer, sodass wir im Verlauf immer mal wieder einen neuen Schwung an Leuten aufgenommen haben. Was sehr gut für die Dynamik ist und um die Motivation für alle Beteiligten permanent aufrechtzuerhalten.

Warum ist Singen in Gemeinschaft so etwas Tolles?

Heiko Falk: Besonders bei den Proben ist es sehr schön zu merken, wenn man etwas Neues einstudiert, dass man zusammen das Gefühl hat, etwas zu erschaffen. Bei dem Prozess dahin ist jeder Sänger ein kleines Steinchen, und am Ende entsteht bestenfalls ein wunderschönes Mosaik. Für den Einzelnen ist das regelmäßige Singen auf jeden Fall eine wunderbare Ablenkung vom Alltag, und man kann während so einer Probe einfach mal für zwei Stunden den Kopf ausschalten. Bei Auftritten geht es dann vor allem um das Momentum und die Energie, die sich da auf der Bühne entlädt. Wenn man diese Energie anschließend vom Publikum zurückbekommt, dann multipliziert sich dieses Gefühl, und man schwebt als Gruppe anschließend erst mal für eine Zeit auf Wolke sieben. Dieses Gefühl lässt sich nicht leugnen – man weiß, dass sich die ganze Mühe und Arbeit für alle gelohnt hat.

https://www.diegruenguertelrosen.de/termine-tickets

SPENDEN SIE AN

Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichwort: Diakoniehaus Salierring
Kreissparkasse Köln
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Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region verdoppelt jeden gespendeten Cent bis zu einem Gesamtspendenaufkommen in Höhe von 100.000 Euro im Zeitraum vom 01.10.2025 bis zum 30.09.2026.

 

Text: Katja Pohl
Foto(s): Grüngürtelrosen/ Canva

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Musik gegen das Vergessen: Das Projekt „Veedelstrommler“ im Clarenbachwerk

So laut wie heute ist es selten. Rund fünfzig ältere Menschen trommeln im Veranstaltungsraum des Clarenbachwerks am Neuen Grünen Weg in Müngersdorf im Takt: „Eins, zwei, drei“, zählt Musiktherapeut Nikolas Geschwill und schlägt dazu selbst auf eine Art Glocke. Die Senioren und Seniorinnen klopfen auf Hand- oder Standtrommeln mit. Geschwill wechselt in einen Vierertakt. Die alten Damen und Herren folgen problemlos. Dabei haben sie alle eines gemeinsam: ein Problem mit dem Gedächtnis. Das hindert sie nicht daran, „Veedelstrommler“ zu sein. So nennt sich die Veranstaltung, die der Musiktherapeut Jochen Ten Hoevel alle zwei Wochen an Demenz erkrankten Bewohnern und Bewohnerinnen des Clarenbachwerks sowie den Besuchern und Besucherinnen der dortigen Tagespflege anbietet. Dieses Mal sind sogar alle betroffenen Kölner und Kölnerinnen eingeladen, zu einem offenen „Drum Circle Event für Menschen mit Demenz“.

Trommeln verbindet – auch bei Demenz

Ein Mitarbeiter des Clarenbachwerks unterstützt eine ältere Trommlerin.

Der Saal im Haus Andreas ist rappelvoll. Viele Gäste sind aber im benachbarten Heinrich-Püschel-Haus zu Hause. Es ist nach dem Gründungsvater des Clarenbachwerks und seiner Pflegeheime benannt, dem ehemaligen Gemeindepfarrer von Köln-Braunsfeld, der sie 1949 ins Leben rief. Heute hat das Heinrich-Püschel-Haus einen Schwerpunkt auf die Pflege von demenzkranken Menschen gelegt. Dort ist auch eine Tagespflege ansässig, die an Demenz erkrankte Senioren und Seniorinnen tagsüber besuchen können. Zum offenen „Drum Circle“ trudeln allerdings immer Menschen aus der ganzen Stadt ein, wie Frans De Becker, der in Begleitung seiner Tochter unterwegs ist. Normalerweise wird er ebenfalls in einer Tagespflege betreut und freut sich nun auf eine Abwechslung: das Trommel-Event. Er sei immer musikbegeistert gewesen, habe leidenschaftlich Gitarre gespielt. So viel weiß der Mann noch. Das Gitarrenspielen will nicht mehr so richtig klappen, aber Trommeln geht. „Je lauter, desto besser“, sagt De Becker und strahlt.

Franziska Heidemann vom Förderprogramm „Lange fit durch Musik“ des Bundesverbandes Chor und Orchester, der das Projekt „Veedelstrommler“ unterstützt, kann das erklären: „Rhythmische Fähigkeiten bleiben noch sehr lange erhalten“, sagt sie. „Musik gilt als Königsweg für Menschen mit Demenz. Sie spricht sehr unterschiedliche Regionen im Gehirn an, abgesehen von den kognitiven vor allem die emotionalen.“ Die würden zunehmend zur zentralen Wahrnehmungsebene.

Ein Kreis, der öffnet – und stärkt

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind konzentriert bei der Sache.

So trommeln alle mit, egal wie schlecht es um das Gedächtnis bestellt ist. Projektleiter Jochen Ten Hoevel macht diese Erfahrung immer wieder: „Wir haben beim Trommeln keinen Liederkanon, auf den wir zurückgreifen müssen, keine Texte, an die man sich erinnern muss.“ Die Moderation im Kreis funktioniere zumeist über Körpersprache. Der Rhythmus würde oft spontan entstehen, im Moment. Selbst ängstliche und schüchterne Menschen, die aufgrund ihrer Demenz sehr in sich zurückgezogen seien, würden im Trommelkreis aufblühen. „Das Trommeln weckt eine kindliche Freude.“ Andrea Wehlert, Leiterin des Heinrich-Püschel-Hauses, teilt die positive Erfahrung: „Die Menschen sind mit Begeisterung dabei“, schildert sie. „Zum Teil werden sie dadurch mobiler, wacher, orientiert, wirken zugewandter und sind viel kommunikativer.“

Das Clarenbachwerk möchte daher die „Veedelstrommler“ langfristig fest in seinem Programm etablieren und möglichst viele Menschen teilhaben lassen. In der Tagespflege Heinrich-Püschel-Haus des Clarenbachwerks, Neuer Grüner Weg 25, findet einmal monatlich der Gesprächskreis „Leben mit Demenz“ für Angehörige, Freunde von Betroffenen und alle Interessierten statt. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Der nächste Termin ist Freitag, 21. November, 15 bis 16.30 Uhr.

Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 0221-4985-8070 oder per Mail an tagespflege.hph@clarenbachwerk.de

Text: Susanne Esch
Foto(s): Susanne Esch

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„Den Abschied vom Leben verstehen“: Hospiztag im DOMFORUM Köln.

Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Ralf T. Vogel

Den Abschied vom Leben verstehen – eine tiefenpsychologische Perspektive“ war der 26. Hospiztag im Domforum Köln überschrieben. Unter diesem Titel schaute im zentralen 45-minütigen Vortrag der Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Ralf T. Vogel kenntnisreich, inspirierend und zugewandt auf den Umgang mit Sterben und Tod. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Hospiz- und Palliativ-Arbeitsgemeinschaft Köln e. V. (HAK), dem Palliativ- und Hospiz-Netzwerk Köln e. V. und dem Katholischen Bildungswerk Köln mit Unterstützung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Eine große Zahl von Interessierten verfolgte Vogels aufschlussreiche Ausführungen und beteiligte sich an der Diskussion. Ebenso rege wurde die Möglichkeit genutzt, sich über Hospiz- und Palliativangebote in Köln zu informieren.

„Ein offener Mensch mit einer großen Freundlichkeit“

„Wir haben in diesem Jahr einen besonderen Hospiztag“, begrüßte Isolde Roth viele Besuchende auch aus dem Kölner Umland. Die pädagogische Mitarbeiterin des Katholischen Bildungswerks Köln wirkte sichtlich berührt, als sie über den tragischen Unfalltod von Rainer Tüschenbönner eine Woche zuvor sprach. Als Leiter des Domforums Köln und des Katholischen Bildungswerks habe er dieses Haus in seiner Konzeption und auch in dem, was hier an Geist sei, maßgeblich geprägt: „Ein offener Mensch mit einer großen Freundlichkeit.“
Als eines seiner Herzensprojekte bezeichnete Roth die Lichtinstallation „Himmelsleiter“ der Künstlerin Billi Thanner im und am Domforum. „Hier berühren sich Himmel und Erde“, laute das Motto des Werkes. Dieses Motto trage auch die Menschen in ihrer Arbeit im Hospizdienst.

„Der Sterbende hat die Aufgabe, loszulassen – und zuzulassen.“

Ebenso würdigten die Sprecher der drei Grußworte den verstorbenen Rainer Tüschenbönner. Referent Thomas Gruner übermittelte herzliche Grüße des katholischen Stadtdechanten Msgr. Robert Kleine. Der Abschied vom Leben betreffe uns alle und werde doch oft aus unserem Alltag ausgeklammert. Vogel werde uns dabei helfen, Abschied nicht nur als Verlust, sondern auch als seelischen Prozess zu begreifen, so Gruner.  Stadtsuperintendent Bernhard Seiger nannte es einen Schatz, dass der HAK e. V. mit anderen diesen Tag ausrichte. In Vogels Vortrag gehe es um das Loslassen, so Seiger. „Und zwar von beiden Seiten. Der Sterbende hat die Aufgabe, loszulassen und zuzulassen. Die Weggefährten und die Familie haben die Aufgabe, einen Menschen, der zu ihnen gehört, loszulassen.“ Das sei ein komplizierter Vorgang: „Bei Trennungen, bei Veränderungen im Beruf und auch am Lebensende. Wir stehen dann vor der Frage: Was können wir machen, und wo können wir uns nur noch verhalten?“

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

Es gehe um das spannungsreiche Leben zwischen „machen und gestalten“ auf der einen Seite und „an sich geschehen lassen, empfangend leben“ auf der anderen Seite. In dieser Dialektik und Spannung stecke im Übrigen viel Weisheit des biblischen Glaubens, stellte Seiger fest. „Also vom Machen und Lieben und Geschehenlassen.“ Wie das gehe, könne mit dem Loslassen verdeutlicht werden – beispielhaft mit dem Poem „to let go“ des US-amerikanischen Lyrikers Robert Paul Gilles. Darin formuliert Gilles unter anderem: „Loslassen bedeutet nicht, sich nicht mehr um andere zu kümmern, sondern zu erkennen, dass ich es nicht mehr für andere tun kann.“ Und: „Loslassen bedeutet nicht, zu urteilen, sondern anderen erlauben, Mensch zu sein.“ Vielleicht, so Seiger, „trifft das eine oder andere davon auch zu auf uns, die wir Sterbende begleiten, auf uns, die wir auch um die eigene Endlichkeit wissen.“

„Ihr Wirken ist leise, aber unverzichtbar.“

„Trauer ist kein Zustand, sondern ein Weg“, wies Bürgermeister Dr. Ralf Heinen auf das Tagesthema hin. Sie zeige, „dass Liebe und Verbundenheit über den Tod hinaus wirken können“. Er dankte den Initiatoren und Unterstützenden für das gemeinschaftliche Ermöglichen dieser Veranstaltung. Insbesondere würdigte Heinen die zahlreichen haupt- und ehrenamtlich Engagierten, die schwerkranke und sterbende Menschen begleiteten. Sie stützten deren Angehörige und schenkten Trost, „wo Worte manchmal nicht mehr reichen“. Ihr Wirken sei leise, aber unverzichtbar. Heinen zufolge tragen sie dazu bei, dass Köln menschlich bleibe. „Für uns als Stadt ist klar: Hospiz- und Palliativarbeit sind Ausdruck gelebter Solidarität und Verantwortung füreinander. Sie sind Teil dessen, was eine Stadtgesellschaft stark macht.“

Im Umgang mit Sterben und Tod ist für Vogel von großer Bedeutung, wie wir auf unser Leben blicken. „Der Mensch ist das Produkt seiner Lebensgeschichte. Wir sind eigentlich Gewordene“, stellte der Psychotherapeut fest. Aber um uns zu verstehen, müssten wir auch schauen: „Wo zieht es uns denn hin?“ Vogel ging ein unter anderem auf unsere insgesamt „abschiedliche Existenz“, wie es der Philosoph Wilhelm Weischedel formuliert hat. „Der letzte Abschied bringt uns in Kontakt mit den ´zeitlosen Schichten´ des Unbewussten“, sagte der Referent. „Zwei bis drei Sachen in uns bleiben. Sie ändern sich nie. Sie sind zeitlos“, empfindet er darin etwas Tröstliches.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Unsere Wochentipps: „Inside Karneval“, Dunkelkonzert und „Die Botschaft vom Frieden“

In dieser Woche öffnen unsere Wochentipps wieder an vielen Orten die Türen für inspirierende, heitere und berührende Momente: Von der satirischen Benefizlesung „Feine Ablese“ mit Ismael Fischmord und Stefan Reusch in Bergisch Gladbach über einen Abend zur keltischen Spiritualität in der Melanchthon-Akademie bis hin zur Konzertmeditation „Die Botschaft vom Frieden“ im Altenberger Dom. Die GameNight in Köln Niehl-Riehl lädt zum gemeinsamen Zocken ein, während in der Antoniterkirche festliche Orgelmusik die Reihe „KirchenTöne“ fortsetzt. In Hürth verbindet das „Literarische Geburtstagsständchen“ Musik und Worte, und in Weidenpesch findet die Finissage der Ausstellung „Apokalypse“ mit Impulsen von Frank Vogelsang und Markus Zimmermann statt. Der WDR Rundfunkchor bringt mit „Lux Aeterna“ ein Dunkelkonzert voller Tiefgang in die Trinitatiskirche, und in Dellbrück erlebt das Oratorium „Psalmen und Licht“ seine Uraufführung. In Bayenthal erklingen am Ewigkeitssonntag Brahms’ „Deutsches Requiem“ und Arvo Pärts „Fratres“. Und schließlich öffnet das AntoniterQuartier seine Türen für einen Blick hinter die Kulissen des kölschen Fastelovends bei „Inside Karneval“.

Feine Ablese für einen guten Zweck

Mit spitzer Feder und feinem Humor treten die Kölner Kabarettisten und Autoren Ismael Fischmord und Stefan Reusch im Engel am Dom in Bergisch Gladbach, Hauptstraße 256, auf. Am Donnerstag, 20. November, 19 Uhr, lesen sie zugunsten des Hospizes am Quirlsberg aus ihrem Buch „Feine Ablese“. Die Veranstaltung ist eine kurzweilige Mischung aus Satire, Lesung und Comedy. Während Fischmord mit seinen Erzählbänden tiefsinnig und skurril zugleich erzählt, ist Reusch als Radiostimme und Kabarettist für seine bissigen Rückblicke auf das Weltgeschehen bekannt. Der Eintritt ist frei, um Spenden für das Hospiz wird gebeten.
www.evk.de

„Was hat die keltische Spiritualität unserer Zeit zu sagen?“

In der Melanchthon-Akademie, Sachsenring 6, geht es am Donnerstag, 20. November, 19.30 Uhr, um die Frage, wie die Glaubenspraxis der irischen und schottischen Mönche neu entdeckt werden kann. Unter dem Titel „Herzensweite und klare Kante“ laden Gerold Vorländer und Antje Rinecker dazu ein, die besondere Spiritualität dieser Bewegung in ihrer Bedeutung für heute kennenzulernen. Die Teilnahme kostet 9 Euro. Eine Anmeldung per Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

Die Botschaft vom Frieden

Worte und Klänge voller Hoffnung stehen im Mittelpunkt der Konzertmeditation „Die Botschaft vom Frieden“, die am Freitag, 21. November, 18 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, stattfindet. Die Theologin Margot Käßmann und der Komponist und Blockflötist Hans-Jürgen Hufeisen laden dazu ein, der Weihnachtsbotschaft vom Frieden auf neue Weise zu begegnen. Käßmanns Texte verbinden biblische Gedanken mit Impulsen für die Gegenwart, während Hufeisens Musik diese mit warmen, klaren Flötentönen zum Klingen bringt. Begleitet werden sie dabei von Thomas Strauß am Klavier. Der Eintritt kostet 28 Euro bei freier Platzwahl. Karten sind im Altenberger Domladen unter Telefon 02174/419903 oder per E-Mail an info@domladen.de sowie über CTS-Eventim und ADTicket erhältlich. Veranstalter ist die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Paderborn-Abdinghof in Partnerschaft mit der Kulturdirektion Dr. Löher, Oelde.
www.altenberg-dom.de

Jugendabend | GameNight digital:analog

Bei der Game Night am Freitag, 21. November, 18 Uhr, im Jugendraum der Evangelischen Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl, Brehmstraße 4-6, gezockt, was das Zeug hält und es werden Gesellschaftsspiele gespielt. Ob analog oder digital – Eine Playstation und verschiedene Gesellschaftsspiele stehen bereit. Wer möchte, kann ein Handy mit PS Remote Play-App oder auch analoge Lieblingsspiele mitbringen.
www.ev-kirche-niehl-riehl.de

KirchenTöne: Orgelmusik zum Ende des Kirchenjahres

Mit festlicher und nachdenklicher Orgelmusik beschließt Kirchenmusikdirektor Johannes Quack am Freitag, 21. November, 18.15 Uhr, in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, das Kirchenjahr. Im Rahmen der Reihe „KirchenTöne“ erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, Sigfrid Karg-Elert, Jean Langlais und weiteren Komponisten, die den Übergang zwischen Ewigkeitssonntag und Advent musikalisch gestalten. Die traditionsreiche Konzertreihe „KirchenTöne“ der Evangelischen Gemeinde Köln bietet seit über 20 Jahren ein Podium für anspruchsvolle Kirchenmusik und öffnet zugleich Raum für neue Klangwelten. Der Eintritt ist frei.
www.antonitercitykirche.de

„Literarisches Geburtstagsständchen“

Ein besonderer Abend voller Klang und Literatur erwartet das Publikum am Freitag, 21. November, 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr), in der Kulturkirche Hürth, Martin-Luther-King-Kirche, Villering 38. Unter dem Titel „Literarisches Geburtstagsständchen“ gestalten die Lesefreunde Hürth e.V. gemeinsam mit einem Ensemble des Kölner Männer-Gesang-Vereins ein Programm, das Musik und Literatur zu einer heiteren wie festlichen Feier verbindet. Der Eintritt ist frei.
www.evangelisch-in-huerth.de

„Apokalypse“ – Finissage mit Impulsvortrag und Ausklang

Mit „Apokalypse – Der offene Himmel und unsere Zukunft“ beschließt die Evangelische Begegnungsgemeinde Köln am Samstag, 22. November, 17 Uhr, in der Evangelischen Erlöserkirche, Derfflingerstraße 9, Köln-Weidenpesch, die Ausstellung von Thomas Baumgärtel; es sprechen Dr. Frank Vogelsang, Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland, und Markus Zimmermann, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord, anschließend Ausklang.
www.begegnungsgemeinde.de

„Lux Aeterna“ – Dunkelkonzert in der Trinitatiskirche

Ein besonderes Hörerlebnis im Kerzenschein gestaltet der WDR Rundfunkchor am Samstag, 22. November, 18 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4. Unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Philipp Ahmann widmet sich das Ensemble dem Thema Licht und Ewigkeit mit Werken von Thomas Tallis, Anders Hillborg, Jacob Benjamin Mühlrad, Felix Mendelssohn Bartholdy, Herbert Howells und Edward Elgar. Auf dem Programm stehen unter anderem „O nata lux“ von Thomas Tallis, „Mouyayoum“ von Anders Hillborg, „Anim Zemirot“ von Jacob Benjamin Mühlrad und „Denn er hat befohlen seinen Engeln“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Höhepunkte des Abends bilden „Requiem“ von Herbert Howells mit seiner doppelten Bitte um ewige Ruhe sowie „Lux Aeterna“ von Edward Elgar in der Chorfassung der berühmten Enigma-Variationen. Der Eintritt kostet 21 Euro. Tickets sind im WDR-Ticketshop unter www.ticketshop-orchesterundchor.wdr.de erhältlich.
www.trinitatiskirche-koeln.de

„Psalmen und Licht“

Am Sonntag, 23. November, 17 Uhr, erklingt in der Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, das Oratorium „Psalmen und Licht“ von Thomas Becker in seiner Uraufführung. Unter der Leitung des Komponisten musizieren die Pauluskantorei, Anna Fischer (Mezzosopran), Jens Lauterbach (Tenor), ein Streichquartett und Sigrid Sachse am Klavier. Das Werk verbindet biblische Texte aus den Psalmen mit neu komponierter Musik und schafft so einen Klangraum zwischen Wort, Glaube und Licht. Der Eintritt ist frei.
www.evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de

„Selig, die da Leid tragen“

Mit zwei außergewöhnlichen Werken voller Trost und Tiefe begeht die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal den Ewigkeitssonntag am Sonntag, 23. November, 18 Uhr, in der Reformationskirche Köln, Mehlemer Straße/ Ecke Goethestraße. Unter der Leitung von Samuel Dobernecker, Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd, erklingt „Fratres“ von Arvo Pärt sowie das große Oratorium „Ein deutsches Requiem nach Worten der Heiligen Schrift“ (Opus 45) von Johannes Brahms. Mitwirkende sind Elisabeth Menke (Sopran), Thomas Bonni (Bariton), das Neue Rheinische Kammerorchester und das Vokalensemble an der Reformationskirche. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 10 Euro (für Inhaberinnen und Inhaber des Köln-Passes, Studierende und Auszubildende), Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahre haben freien Eintritt.
www.kirche-bayenthal.de

AntoniterAbend: Inside Karneval

Ein Blick hinter die Kulissen des kölschen Fastelovends erwartet die Gäste am Mittwoch, 26. November, 19 Uhr, im AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14–16. Unter dem Titel „Inside Karneval“ berichten René Klöver (Prinz René I.) und Hendrik Ermen (Jungfrau Marlis) von ihren Erlebnissen als Teil des Kölner Dreigestirns 2024/25. Im Gespräch mit Markus Herzberg erzählen sie von emotionalen Momenten, Begegnungen und Erfahrungen zwischen Bühne, Saal und Straßenkarneval – und lassen das Sessionsmotto „FasteLOVEnd – Wenn Dräum widder blöhe“ noch einmal lebendig werden. Der Eintritt ist frei.
www.antonitercitykirche.de

Text: APK
Foto(s): APK/Canva

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Auf Umwegen zur Berufung – Superintendentin Susanne Beuth ordinierte Elias Mögling in der Riehler Stephanuskirche

Manchmal sind es gerade die Umwege, die einen auf den Pfad der Erkenntnis führen. Das Wichtigste zuerst: Elias Mögling ist ordiniert. Er wechselt nun im Probedienst aus Riehl in die Nachbargemeinde nach Nippes. Der Riehler Pfarrer Uwe Rescheleit begrüßte Familie, Freunde und Gemeinde zum feierlichen Akt in der Stephanuskirche. „The Times They are a-Changing“ von Bob Dylan sei eines jener Lieder, „die uns Mut machen, während sich Kirche verändert“. Ecclesia semper reformanda. „Doch in der Veränderung bleibt die gute Botschaft bestehen.“ Rescheleit begrüßte auch Pfarrerin Christa Schindler, Seelsorgerin im Kinderkrankenhaus an der Amsterdamer Straße – dort hatte Mögling einen großen Teil seines Vikariats verbracht.

„Die Liebe zu Gott und den schönen Künsten war stärker als alles andere“

Superintendentin Susanne Beuth ging in ihrer Ansprache auf die für einen Pfarrer ungewöhnliche Biografie von Elias Mögling ein. Geboren am 25. Mai 1990 in Halle an der Saale – in der Nachwendezeit – stammt er aus einer katholischen Familie mit schlesischen Wurzeln. Sozialisiert in einem zunehmend atheistischen Umfeld, besuchte er dennoch das katholische Gymnasium in Halle, das er jedoch ohne Abitur verließ. Es folgten Stationen am Händelkonservatorium, eine Klavierausbildung, Schauspielerei, Fachabitur an einer Gesamtschule und Zivildienst in Dormagen – auf dem Boden der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Zwischen 2010 und 2014 lebte Mögling in einer kleinen Wohnung am Chlodwigplatz in Köln und spielte regelmäßig Klavier in der Lutherkirche. Er absolvierte eine Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten, holte anschließend das Abitur nach und begann ein Theologiestudium in Leipzig und Bonn. „Ein echter Theologe“, so Beuth, „der weiß, dass man pastorales Handeln und Theologie aufeinander beziehen muss.“ Ihre Botschaft: „Niemand kann das Evangelium allein verkünden. Wir sind aufeinander angewiesen. Alle sind wertvoll. Alle werden wertgeschätzt.“

„Ohne Gott und ohne Liebe ist alles nichts“

In seiner Predigt blickte Elias Mögling auf seinen Lebensweg zurück: Als Kind lebte er grenzenlos in einer Phantasiewelt, fühlte sich später in der Schule eingeengt. „Ich war ein Tausendsassa – aktiv im Opernchor, im Jugendtheater, auch in der Kirche.“ Die Liebe zu Gott, zu den Menschen und den schönen Künsten habe sich als stärker erwiesen als alle Zweifel. Es gehe nicht um das perfekte Leben, sondern um eines, das gelingen kann. Diese Suche führte ihn auch nach Berlin – in die Kunst, ins Theater, sogar zum Heizungsablesen. In diesem Job hörte er den Satz: „Ich glaube, die Theologie wäre was für Sie.“

Mögling sprach von der Bedeutung des Staunens, vom Zuhören und der Wärme – Fähigkeiten, die aus dem Wissen erwachsen, von Gott geliebt zu sein. Und er sagte klar: „Ohne Gott und ohne Liebe ist alles nichts.“ Berufung bedeute nicht Besitz. Gerechtigkeit, Frieden und Liebe brauchen einen Ort – und Kirchen seien kein Selbstzweck.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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