Joachim Gauck zu Gast in der Diakonie Michaelshoven: Ein Appell für Verantwortung und Zusammenhalt

Ein besonderer Tag voller Begegnung, Werte und Zuversicht: Bundespräsident a. D. Joachim Gauck hat vor kurzem die Diakonie Michaelshoven anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens gewürdigt. Im Mittelpunkt stand Gaucks Rede in der Erzengel-Michael-Kirche zum Thema „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Zuversicht auch in schwierigen Zeiten“.

Freiheit braucht Verantwortung

In seiner Rede würdigte Gauck das jahrzehntelange Engagement der Diakonie Michaelshoven für benachteiligte Menschen und rief zu gesellschaftlicher Verantwortung und demokratischer Teilhabe auf. „Die Freiheit der Erwachsenen heißt Verantwortung“, betonte er und verwies auf die Bedeutung eines Lebens in Bezogenheit auf andere. Wer Verantwortung übernehme, erfahre Glück nicht als flüchtigen Rausch, sondern als nachhaltige Lebensform.

Appell gegen Ausgrenzung und Vorurteile

Vor mehr als 200 Gästen rief Gauck dazu auf, zentrale Werte wie Freiheit, Verantwortung und demokratische Teilhabe zu verteidigen. Er warnte eindringlich vor der zerstörerischen Kraft von Vorurteilen und Ressentiments: „Was jede Gesellschaft nicht braucht, ist der Brandbeschleuniger von Ressentiments gegenüber anderen. Das zerstört Zusammenhalt.“ Kritik am demokratischen System, so Gauck, müsse in politischen und demokratischen Prozessen ausgetragen werden – nicht durch Ausgrenzung oder Abwertung.

Diakonie als Ort der gelebten Wertschätzung

Gauck würdigte das jahrzehntelange Engagement der Diakonie Michaelshoven für benachteiligte Menschen. Besonders hob er das diakonische Leitmotiv hervor: „Ich sehe dich – das ist der Satz, der hier gelebt wird.“ In Michaelshoven gehe es nicht nur um Versorgung, sondern um Begegnung auf Augenhöhe, um das Wahrnehmen des Anderen als gleichwertigen Partner. „Der andere ist nicht unter mir und nicht über mir – er ist neben mir“, so Gauck. Diese Haltung sei die Grundlage einer Arbeit, die echte Teilhabe ermögliche.

Vielfalt der Angebote beeindruckt

Er zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Angebote: von Programmen für Kinder und Jugendliche im stationären wie ambulanten Bereich über inklusive Wohngruppen bis hin zu Begegnungsformaten im Quartier. Besonders hob er Projekte hervor, die jungen Erwachsenen unter schwierigen Voraussetzungen neue Wege in Ausbildung und Arbeit eröffnen.

Begegnungen mit allen Generationen

Ebenso bedeutsam wie die Rede selbst waren die persönlichen Begegnungen an diesem Tag: Im Albert-Schweitzer-Haus traf Joachim Gauck auf Seniorinnen und Senioren, mit den Kindern der Kita MorgenLand sang er das Lied „Die Gedanken sind frei“, und im Austausch mit dem Michaelshovener Jugendparlament begegnete er Jugendlichen auf Augenhöhe. Diese Gespräche, geprägt von Respekt und Offenheit, spiegelten den gelebten diakonischen Geist wider – generationenübergreifend und nah am Menschen.

Ein Zeichen für Zusammenhalt und Werte

„Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratische Werte mehr denn je gefordert sind, ist es ein starkes Zeichen, dass wir hier geeint zusammenstehen“, sagte Prof. Uwe Ufer, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Michaelshoven. „Und deshalb erfüllt es uns mit besonderem Stolz, dass wir heute einen Mann begrüßen durften, der wie kaum ein anderer für Freiheit, Verantwortung und Zivilcourage steht.“

Raum für Begegnung und Reflexion

Auch Rainer Schmidt, theologischer Vorstand, betonte den diakonischen Anspruch des Tages: „Es ist ein Ort der Begegnung, es sind viele Menschen da, sie sollen miteinander ins Gespräch kommen, einmal kurz abschalten vom Alltag, ausruhen, hinsetzen, zuhören, nachdenken, orientieren und dann wieder in diese Gesellschaft gehen, die wir mitgestalten.“

Ein Ort der Hoffnung

Zum Abschluss seines Besuchs betonte Gauck, wie sehr ihn die Atmosphäre und Haltung in Michaelshoven beeindruckt hätten. Die Diakonie Michaelshoven sei nicht nur ein Ort der Hilfe, sondern auch ein Ort der Hoffnung und des gesellschaftlichen Aufbruchs. „Das ist einfach Zutrauen – und daraus kann Gelingen werden.“

Text: Melani Köroglu
Foto(s): Diakonie Michaelshoven

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Diakoniespende 2024/2025: Vringstreff und Housing First Köln – Wohnraum als Menschenrecht für obdachlose Menschen

Vor sechs Jahren holte das Team des Vringstreff im Severinsviertel die Idee des „Housing First“ nach Köln, 2020 startete das Projekt. Kai Hauprich ist Sozialarbeiter und von Beginn an Projektleiter bei Housing First.

Er freut sich: „Noch in diesem Sommer werden wir 30 Menschen, die zuvor obdachlos waren, langfristig zu einer eigenen Wohnung verholfen haben.“ Das Projekt Housing First ermöglicht es Menschen, die zum Teil jahrelang auf der Straße lebten, einen Mietvertrag abzuschließen und ein neues Zuhause zu finden.

Modellprojekt mit starker Vernetzung

Dazu erläutert Kai Hauprich: „Housing First wird hier bei uns als Modellprojekt von der Stadt Köln gefördert. Wir arbeiten außerdem mit der Wohnungslosenhilfe zusammen. Und 2022 haben wir den Bundesverband Housing First mitgegründet.“ Vernetzt ist Housing First Köln unter anderem mit der Antoniter Siedlungsgesellschaft im evangelischen Kirchenverband Köln und Region. Die Diakoniespende des Kirchenverbandes geht im Übrigen noch bis Ende September an den Vringstreff.

Für Menschen mit langjähriger Obdachlosigkeit

Housing First ist ein Angebot für Menschen, die in Köln dauerhaft auf der Straße leben, mindestens zwei Jahre in Einfachhotels untergebracht waren oder Notunterkünfte nutzten. Drei Wohnungen hat der Vringstreff inzwischen selbst gekauft, dazu gibt es private Vermieter und Wohnraum der Wohnungsbaugesellschaften. Kai Hauprich ist überzeugt: „Unser Angebot ist sehr wichtig. Obdachlose Menschen stehen nicht nur hinten in der Schlange für bezahlbaren Wohnraum, sondern quasi in einem anderen Zimmer.“ Aus diesem Grund kümmert sich das dreiköpfige Team mit Projektleiter Hauprich immer wieder um Öffentlichkeitsarbeit und darum, kontinuierlich Wohnungen im gesamten Stadtgebiet zu finden.

Individuelle Wohnungsvermittlung

Wer in eine Wohnung einziehen möchte, kann einen Stadtteilwunsch äußern. Auch wird bei der Besichtigung ausgelotet, ob die Wohnung, die meist 30 bis 50 Quadratmeter umfasst, zum Menschen passt. In der Regel wird die Miete zunächst durch das Jobcenter übernommen, da die meisten obdachlosen Menschen Anspruch auf Sozialleistungen haben.

Bundesweite Perspektiven und individuelle Unterstützung

50 solcher Projekte gibt es bundesweit. Daher, so erläutert Kai Hauprich, sei auch auf Wunsch eine Vernetzung mit anderen Städten möglich. „Wenn jemand zum Beispiel in seine Heimatstadt Berlin zurück möchte, unterstützen wir ihn über unsere Kontakte.“ Ist der Mietvertrag unterschrieben, unterliegen die Mietenden allen üblichen Rechten und Pflichten. Wer möchte, erhält passgenaue Unterstützung, nachdem besprochen wurde, welche Ziele es gibt. Zum ersten Mal seit Langem wieder postalisch erreichbar zu sein, kann zur großen Herausforderung werden. Auch hier hilft das multiprofessionelle Team von Housing First, einen Überblick zu schaffen, Ängste zu nehmen, Sozialleistungen abzurufen. „Wenn die Euphorie über den Einzug sich legt, beginnt unser eigentlicher Job. Der Notfallmodus aus dem Straßenleben fällt in sich zusammen, der echte Mensch kommt zurück. Das zu begleiten und dabei zu helfen, die Menschen wieder zum Strahlen zu bringen, macht große Freude.“

Wohnen als Menschenrecht

Vringstreff-Geschäftsführer Thorsten Wacker hebt hervor: „Wir verstehen Wohnen als ein Menschenrecht. Das muss man sich nicht verdienen. Gemeinsam finden wir nach Unterzeichnung des Mietvertrags Wege, um das Wohlbefinden der Mietenden und deren Gesundheit zu fördern, entwickeln Perspektiven für ein hoffnungsvolleres Leben, das sich an den Zielen der Projektteilnehmenden ausrichtet.“ Und Kai Hauprich ergänzt mit Nachdruck: „Wir haben uns erprobt, Strukturen aufgebaut und uns schließlich etabliert – wir sind gekommen, um zu bleiben!“

SPENDEN SIE AN

Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichwort: VRINGSTREFF
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE10 3705 0299 0000 0044 04
BIC: COKSDE33XXX

Hier gehts zur Online-Spende.

Vringstreff: Spendenscheck in Höhe von 308 381 Euro übergeben

Bis zu einer Spendensumme von 100 000 Euro, das verspricht der Kirchenverband, wird die Diakoniespende traditionell verdoppelt. Zur Halbzeit wurde daher ein erster Scheck überreicht, der eine sehr beeindruckende Summe zeigte: Seit dem Start am 1. Oktober waren bereits im März 208 381 Euro zusammengekommen, plus die 100 000 Euro, die der Kirchenverband dazugibt. Klicken Sie hier für mehr Infos:

 

Text: Katja Pohl
Foto(s): APK-Archiv

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Sommerferien in Köln: Kreativ- und Kochkurse für Kinder und Eltern der fbs

Die Sommerferien stehen vor der Tür – aber noch keine Idee, wie die freien Tage sinnvoll, kreativ und lecker gefüllt werden können? Die Evangelische Familienbildungsstätte Köln (fbs) hat für Kinder und ihre Eltern ein buntes und abwechslungsreiches Ferienprogramm auf die Beine gestellt: Kreativ- und Kochwerkstätten, bei denen gemeinsam geschnippelt, gebrutzelt, gebacken oder gebastelt wird.

Ob Thailandreise auf dem Teller, fantasievolle Pizzagesichter oder farbenfrohe Kreativaktionen – hier ist für jede Altersgruppe etwas dabei. Und das Beste: Die gemeinsame Zeit steht im Mittelpunkt. Anmeldung und Infos direkt über die verlinkten Kurse.

FerienKochWerkstatt – Eltern-Kind-Kochen

Reise nach Thailand
Für Eltern und Kinder ab 10 Jahren
Start: Dienstag, 9. Juli 2024
Ein kulinarisches Abenteuer: Gemeinsam zaubern Eltern und Kinder thailändische Spezialitäten – aromatisch, bunt und mit viel Teamgeist.
Zur Anmeldung: www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/Q2265/

Kleine Meisterbäcker: Backspaß für Eltern und Kinder
Ab 8 Jahren
Start: Donnerstag, 11. Juli 2024
Kneten, formen, naschen – hier wird gemeinsam gebacken, was das Zeug hält.
Zur Anmeldung: www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/Q2266/

Ich packe meine Koffer
Für Eltern und Kinder ab 8 Jahren
Start: Dienstag, 16. Juli 2024
Ein Kochtag rund ums Thema Reisen und Lieblingsgerichte aus aller Welt.
Zur Anmeldung: www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/Q2267/

Sommerpicknick: Coole Drinks und fancy Snacks
Ab 8 Jahren
Start: Donnerstag, 18. Juli 2024
Erfrischend kreativ: Smoothies, Limonaden und liebevoll angerichtete Snacks – alles für das perfekte Sommerpicknick.
Zur Anmeldung: www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/Q2268/

Bunte Pizzagesichter
Für Eltern mit Kindern ab 3 Jahren
Start: Dienstag, 23. Juli 2024
Pizza mal anders: Hier wird mit Gemüse, Käse und viel Fantasie gebastelt, was der Ofen hergibt.
Zur Anmeldung: www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/Q2271/

FerienKreativWerkstatt – Eltern-Kind-Kreativ

Sommer, Sonne, Spaß und Farben
Für Eltern mit Kindern ab 4 Jahren
Start: Montag, 8. Juli 2024
Gemeinsam malen, basteln, kleben und gestalten – mit Farben, die gute Laune machen.
Zur Anmeldung: www.fbs-koeln.org/programm/kinder/kw/bereich/kursdetails/kurs/Q2214/

Warum mitmachen?

Die Ferienwerkstätten der fbs sind mehr als nur Beschäftigung: Sie sind Orte für Begegnung, Lernen, Kreativität und gemeinsames Erleben. In kleinen Gruppen und unter fachkundiger Anleitung entsteht Raum für das, was im Alltag oft zu kurz kommt – echte Qualitätszeit miteinander.

Veranstalter

Evangelische Familienbildungsstätte Köln
Kartäusergasse 9–11, 50678 Köln
www.fbs-koeln.org

Jetzt anmelden – die Plätze sind begrenzt. Ob Kochlöffel oder Farbpinsel: Die Sommerferien werden bunt, lecker und gemeinschaftlich.

Text: APK/AI
Foto(s): APK/AI

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In einer Woche ist es soweit: evangelisch.läuft – Kirche & Diakonie!

Laufschuhe geschnürt? In einer Woche startet wieder der große Stadionlauf am RheinEnergieStadion – unter dem Motto evangelisch.läuft – Kirche & Diakonie! Der Termin in diesem Jahr für kirche.läuft ist am 29. Juni 2025. Seien Sie und Ihre Gemeinde mit dabei! Kommen Sie vorbei und genießen Sie das Lauf- und Familie.Spiele.Fest. Ob als Team oder über eine Einzeldistanz – alles ist möglich.

Ob 5 km, 10 km, Halbmarathon oder der fröhlichen Family-and-Friends-Lauf – für jede und jeden ist die passende Strecke dabei. Marco Beumers, Sportbeauftragter für den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, spricht über die Verbindung von Sport und Kirche: „Für mich ist das eine himmlische Dreifach-Kombi: Laufen, stark im Team unter kirchlicher Flagge (lacht). Es ist doch schön, dass auch der kirchliche Arbeitgeber sportliche Events für alle, die Lust haben, unterstützt“, so Beumers. Für ihn ist das gemeinsame Laufen nicht nur sportliche Herausforderung, sondern auch ein spirituelles Erlebnis: „Während die Beine laufen, läuft auch die Stimmung und wenn’s etwas bergauf oder bergab geht, hilft manchmal nur noch sich selbst innerlich anzufeuern… Aber genau das macht es aus: Wir schwitzen und lachen miteinander, motivieren uns gegenseitig und spüren dabei, das Glaube und Gemeinschaft nicht im stillen Kämmerlein stattfindet, sondern aktiv als auch sichtbar gelebt wird – sinnbildlich mitten drin, auf der Laufstrecke, die jede(r) bezwingen möchte, mit dem eisernen Willen, das Ziel bestmöglich zu erreichen.“

Kirche zeigt Gesicht – mitten in der Gesellschaft

Für Beumers ist klar: Kirche und Diakonie müssen sichtbar sein, gerade bei Veranstaltungen wie dem Stadionlauf. Denn dort, wo Menschen zusammenkommen, braucht es Werte und Haltung. „Gerade bei großen öffentlichen Veranstaltungen wie dem Stadionlauf ist es wichtig, dass Kirche und Diakonie sichtbar sind. Denn sie stehen für Werte, die unsere Gesellschaft dringend braucht: Gemeinschaft, Solidarität und Verantwortung füreinander. Wenn wir hier mitlaufen, mit anpacken und präsent sind, zeigen wir: Kirche ist kein Rückzugsort, sondern ein aktiver Teil des gesellschaftlichen Lebens. Diakonie ist nicht Theorie, sondern gelebte Nächstenliebe – konkret, mitten auf der Laufbahn, ansprechbar und engagiert. Das macht einen Unterschied, gerade in Zeiten, in denen Zusammenhalt nicht selbstverständlich ist.“

Teamgeist als Ausdruck des Glaubens

Der Teamgeist, so Beumers, spielt nicht nur sportlich eine Rolle. Er ist Ausdruck gemeinsamer Werte – und eine Form gelebten Glaubens. „Gemeinschaft ist bei diesem Laufevent nicht nur ein sportlicher Faktor, sondern ein Ausdruck für Werte – Vertrauen, Rücksichtnahme und Zusammenhalt. Gerade im kirchlichen Kontext zeigt sich, wie sehr unser Glaube vom Miteinander lebt. Wir tragen Verantwortung füreinander und miteinander– auf der Strecke genauso wie im Alltag. Dieses gemeinsame Laufen ist ein starkes Symbol, und spricht eine deutliche Sprache: Jede und jeder bringt sich ein, niemand bleibt allein zurück. Das verbindet ein Leben lang.“

Vielfalt als Stärke

Die Teilnehmenden beim Stadionlauf kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen – Gemeinde, Diakonie, Nachbarschaft. Dieses Miteinander ist für Marco Beumers besonders wertvoll: „Es zeigt, wie vielfältig und auch mal spannungsgeladen unsere gesellschaftlichen Strukturen sind. In diesem Austausch können neue Perspektiven und ein tieferes Verständnis füreinander wachsen. Menschen, die sich in ihrer Arbeit und ihrem Engagement unterschiedlich positionieren, bringen unterschiedliche Stärken und Erfahrungen ein. Genau diese Vielfalt schafft eine starke, inklusive Gemeinschaft, in der jeder Beitrag zählt. Für mich ist es ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit über Sektoren und Hintergründe hinweg nicht nur möglich, sondern absolut bereichernd sind.“

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK-Archiv

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Kantoreien im Kirchenkreis Köln-Süd führen in diesem Jahr herausragende Chorwerke auf

Chormusik auf höchstem Niveau, geistliche Tiefe und musikalische Vielfalt: Vom 29. Juni bis zum 23. November bestreiten verschiedene Chöre von Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Köln-Süd sechs aufwändige Chorkonzerte. „Damit zeigt die evangelische Kirchenmusik im Kirchenkreis Köln-Süd in diesem Jahr eindrucksvoll ihre künstlerische und geistliche Strahlkraft“, stellt Kreiskantor Samuel Dobernecker fest.

„Der Evangelische Kirchenkreis Köln-Süd hat eine starke Tradition von Gemeindechören. Diese Chöre tragen nicht nur wesentlich zur musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten bei. Sie stehen auch für ein umfangreiches Konzertleben und bringen immer wieder große Werke für Chor und Orchester zur Aufführung“, so Dobernecker, der gleichzeitig als Kantor der Evangelischen Kirchgemeinde Köln-Bayenthal wirkt.

Enger Austausch auf Kantoren-Ebene über Chorprojekte

Probe der Kantorei der Ev. Kirchengemeinde Brühl unter Leitung von Ruth Dobernecker.
Probe der Kantorei der Ev. Kirchengemeinde Brühl unter Leitung von Ruth Dobernecker.

Hauptamtlich sind fünf Kantorinnen und drei Kantoren im Evangelischen Kirchenkreis Köln-Süd tätig. „Wir befinden uns im engen Austausch über unsere Projekte.“ Deren Durchführung werde nicht nur von den jeweiligen Kirchengemeinden getragen, sondern zudem häufig vom Kirchenkreis finanziell gefördert. Letzterer unterstütze kirchenmusikalische Projekte mit einem Fond, aus dem insbesondere Kooperationsprojekte unter Chorgemeinschaften bedacht würden. Gerade solche sind innerhalb des vorgesehenen Konzertprogramms stark vertreten.

Dobernecker findet es wichtig, die qualitative Breite und Tiefe der musikalischen Arbeit im Kirchenkreis sichtbar und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Diese Dichte an qualitativ hochwertiger Musik ist auch für Köln außergewöhnlich und in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen und Kirchenschließungen ein Zeichen der Hoffnung.“

Kirchenmusik leistet starken Beitrag für den Gemeindeaufbau

Er betont insgesamt den hohen Stellenwert von Kirchenmusik. Sie leiste einen starken Beitrag zum Gemeindeaufbau, nennt er einen wichtigen Aspekt. Gerade Chöre und kirchenmusikalische Gruppen würden Einzelne und Familien in das Gemeindeleben einbinden. „Denn Singen tut einfach gut und ist Erholung für die Seele – Gott loben tut einfach gut.“ Es sei für Menschen viel wert, einmal pro Woche in der Gemeinschaft zu singen. „Das Leben ist leichter zu ertragen, wenn man einen Ort für gemeinsames Singen hat“, ist der Kreiskantor überzeugt. Ebenso erkennt er im Chorangebot von Gemeinden eine Form von Seelsorge: „Mit Chören erweitern Gemeinden ihre seelsorgerische Arbeit.“

Aufgrund der Corona-Pandemie hätten sich einige Chöre aufgelöst, andere durchgehalten, pausiert oder auf Sparflamme Projekte durchgeführt. Wiederum andere seien danach neu gegründet worden. Der für die musikalische Qualität notwendige mehrjährige Aufbau sei offenbar geglückt, schätzt Dobernecker aktuell ein. „Die Chorszene im Kirchenkreis Köln-Süd ist wieder da.“

Offen für alle am gemeinsamen Singen Interessierte

Die Christuskirche in Brühl zählt zu den Aufführungsorten.
Die Christuskirche in Brühl zählt zu den Aufführungsorten.

Die Kantoreien im Kirchenkreis Köln-Süd stünden allen Interessierten offen. „Egal ob man stimmlich erfahren ist oder einfach Spaß am gemeinsamen Singen hat, sich einem anspruchsvollen Repertoire gewachsen fühlt oder sich gesanglich erproben möchte.“ In diesen Chören sei Platz, um sich ohne Leistungsdruck persönlich, stimmlich und musikalisch zu entwickeln. „Wir schulen die Menschen, bringen sie zu ihrer eigenen Stimme“, spricht er für die Chorleitenden. „Das kostet natürlich auch Arbeit, die wir gern erbringen und für die wir brennen. Wir glauben daran, dass es nicht trivial ist, ob es weiterhin singende Gemeinschaften gibt, die Inhalte in die Öffentlichkeit tragen.“

Es braucht Menschen, die Gemeinschaft schaffen

„In unseren Gemeinden, insbesondere in unseren Chören, investieren wir in Gemeinschaft. Das ist nicht banal, denn in einer Zeit, die immer stärker nur das individuelle Glück kennt und propagiert, braucht es Menschen, die Gemeinschaft schaffen.“ Chor-Konzerte versteht der Kreiskantor als öffentliche Orte, an denen über wesentliche Aspekte unseres Lebens nachgedacht wird. „Insbesondere Chorkompositionen thematisieren etwa Trauer und Trost, Glaube und Freude. Dadurch bilden und bieten sie auch eine öffentliche Form von Kommunikation.“ Für ihn sind es emotionale Momente, wenn sich über diese und andere grundlegenden Themen und Gefühle im öffentlichen Raum ausgetauscht werden kann. „Das betrifft elementar unser Zusammenleben.“

 Qualität auch als Zeichen des Aufbruchs

Auch die Trinitatiskirche zählt zu den Aufführungsorten.
Auch die Trinitatiskirche zählt zu den Aufführungsorten.

Die Qualität der Kirchenmusik im Kirchenkreis Köln-Süd bilde nicht zuletzt ein positives Zeichen für den Aufbruch, blickt Dobernecker auf die Anfang 2026 erfolgende Fusion der drei linksrheinischen Kirchenkreise. „Schließlich ist sie ein gewichtiges Pfund, das wir in den neuen, gemeinsamen Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch einbringen werden.“

Am letzten Karfreitag bereits fand in der Reformationskirche in Köln-Marienburg die Uraufführung eines zeitgenössischen Chor- und Instrumentalkonzertes statt. Dobernecker bezeichnete es als ein „weiteres Beispiel für das hohe Niveau und die Innovationsfreude der Kirchenmusik vor Ort“. Nachfolgend sind aufgeführt die bis zum 23. November folgenden Konzerte:

Konzerttermine

29. Juni in Köln
Georg Friedrich Händel (1685–1759): Messiah (HWV 56)

Sonntag, 29. Juni, 18 Uhr
Trinitaskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Ausführende:
Elisa Rabanus (Sopran), Eva Nesselrath (Alt), Ulrich Cordes (Tenor), Thomas Bonni (Bass), Consortium Musica Sacra Köln, Johanneskantorei Köln-Klettenberg unter Leitung von Eva-Maria Förster sowie Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen unter Leitung von Yuko Nishimura-Kopp
Eintritt: 22 / 15 Euro

5. Oktober in Erftstadt-Lechenich
Chorkonzert mit Solisten, Klavier und Harmonium
Gioacchino Rossini (1792–1868 ): Petite Messe solennelle (1863)

Sonntag, 5. Oktober, 18 Uhr
Kirche der Versöhnung, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt-Lechenich
Ausführende:
Ökumenischer Kammerchor Lechenich und Solisten. Leitung: Stephanie Aragione-Krey, Marc Gornetzki
Eintritt: 15€, nähere Informationen: www.kirche-lechenich.de

2. November in Brühl
TRAUER und TROST
Arvo Pärt (*1935): An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, Da pacem Domine
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Requiem KV 626, ergänzt von Robert D. Levin (*1947)

Sonntag, 2. November, 17 Uhr
Christuskirche, Mayersweg 2-4, 50321 Brühl
Ausführende:
Evangelische Kantoreien Brühl, Erftstadt-Lechenich und Wesseling, Projekt-Vokalensemble, ein Orchester, Solisten. Leitung: Ruth Dobernecker
Eintritt: 20 / 5 Euro (Sozialhilfeempfänger und Studierende/Auszubildende), bis 18 Jahre Eintritt frei

15. November in Wesseling
Wandlung und Abschied – Chorkonzert zum Kirchenjahresende
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Ave Verum corpus KV 618Requiem KV 626, ergänzt von Robert D. Levin (*1947)

Samstag, 15. November, 18 Uhr
Evangelische Kreuzkirche, Kronenweg 67, 50389 Wesseling
Ausführende:
Evangelische Kantoreien Wesseling, Brühl und Erftstadt-Lechenich, ein Orchester, Solisten. Leitung: Thomas Jung
Eintritt: noch unklar

16. November in Erftstadt-Lechenich
Mozart-Requiem
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Ave Verum corpus KV 618 Requiem KV 626, ergänzt von Robert D. Levin (*1947)

Sonntag, 16. November, 18 Uhr
Kirche der Versöhnung, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt (-Lechenich)
Ausführende:
Evangelische Kantoreien Erftstadt-Lechenich, Brühl und Wesseling, ein Orchester, Solisten. Leitung: Marc Gornetzki
Eintritt: 20 Euro, nähere Informationen: www.kirche-lechenich.de

23. November in Köln-Marienburg
SELIG, DIE DA LEID TRAGEN
Arvo Pärt (*1935): Fratres
Johannes Brahms (1833–1897): Ein deutsches Requiem nach Worten der Heiligen Schrift op. 45

Ewigkeitssonntag, 23. November, 18 Uhr
Reformationskirche Köln, Mehlemer Straße / Goethestraße, 50968 Köln (-Marienburg)
Ausführende:
Elisabeth Menke (Sopran), Thomas Bonni (Bariton), Neues Rheinisches Kammerorchester,
Vokalensemble an der Reformationskirche. Leitung: Samuel Dobernecker
Eintritt: 20 / 10 Euro (Köln-Pass, Studierende, Auszubildende), bis 16 Jahre freier Eintritt

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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50 Jahre Gemeindezentrum Herkenrath: Gelebter Glaube, ökumenische Gemeinschaft und buntes Jubiläumsfest

Warmherzig und einladend, offen für Neues, Traditionen bewahrend und engagiert – es ist immer eine besondere Atmosphäre im Gemeindezentrum Herkenrath. Vor 50 Jahren wurde das Gemeindezentrum eingeweiht, nun kamen viele Gäste, um dieses goldene Jubiläum mit einem musikalischen Gottesdienst und anschließendem Gemeindefest zu begehen.

Dabei fing die Geschichte dieses Begegnungsortes, Teil der evangelischen Kirche in Bensberg, laut der Festschrift zunächst mit einem deutlich geäußerten Zweifel an. „Das glaubt ihr doch selbst nicht, dass hier ein evangelisches Zentrum entsteht!“ meinte eine Herkenratherin, nachdem der damalige Stadtkirchenverband Köln von Bauer Heidkamp 1960 das Grundstück gekauft hatte. Immerhin ist die Gegend rund um die Domstadt und Bergisch Gladbach deutlich katholisch geprägt. Hilde Heidkamp, der das Zitat zugeschrieben wird, wurde jedoch eines Besseren belehrt. Am 9. Juli 1974 erfolgte die Grundsteinlegung, schon Ende Januar 1975 konnte das Gemeindezentrum durch Superintendent Heinz Aubel eingeweiht werden.

Pastorin Gisela Schüler prägte bis 1981 das Gemeindeleben, das schnell einen Altenklub umfasste, dazu Kindergruppen, Bibelstunden, den Monatsgruß, Jugendfahrten und Sommerfeste. Von Beginn an bis heute ist einer der Schwerpunkte, eine lebendige Ökumene mit der katholischen Gemeinde St. Joseph und St. Antonius zu gestalten. So wird unter anderem der Weltgebetstag der Frauen durch ein Team beider Konfessionen organisiert, es gibt einen ökumenischen Basar, das Ökumenische Rehessen der Senioren sowie die Herbstgespräche, die aus dem evangelisch-katholischen Gesprächskreis hervorgingen.

Engagement der Menschen

An- und Umbauten veränderten immer wieder das Gesicht des Gemeindezentrums. Was aber stets konstant blieb, war das Engagement der Menschen, die in den hellen Räumen aus Holz, Glas und Steinen eine Heimat fanden – für sich und andere. 1995 kam Pfarrer Jörg Schmidt nach Herkenrath. Er blieb bis zum Ruhestand 2024 – mit seiner Entpflichtung gingen nicht wenige Umstrukturierungen in den vier Bezirken der Bensberger evangelischen Gemeinde einher, denen die Herkenrather Gemeindeglieder mit Kreativität und Zuversicht begegneten.

2025, zum Jubiläum, gab es mit dem Bechstein Flügel ein besonderes Geschenk der evangelischen Gemeinde Bensberg. Auch das 30-jährige Orgeljubiläum wurde mit Konzerten gefeiert. Und nun also Festgottesdienst und anschließendes kunterbuntes Programm.

Blick nach vorne richten

Gestaltet wurde der Gottesdienst von Pfarrerin Ulrike Ritgen, Diakonin Britta Gramstat sowie dem Chor „Himmel und Erde“ unter der Leitung von Dr. Martina Gaß und dem Posaunenchor Herkenrath, den Ulla Pillmann dirigiert. Ums Feiern ging es auch im Gottesdienst, Thema war das Wasser zu Wein-Wunder Jesu auf der Hochzeit zu Kana, das der Evangelist Johannes festgehalten hat. Fazit der Predigt: „Das Leben darf gefeiert werden, niemand darf dabei ausgegrenzt sein.“ Dank Christus wird ein Mangel behoben – Wasser wird zu köstlichem Wein. Laut Pfarrerin Ritgen ein Bild dafür, mit Herz und Auge das Beste erwarten zu dürfen, den Blick nach vorne zu richten, in festem Glauben zu bleiben.

„Mutig, stark, beherzt“

In den Grußworten von Superintendent Torsten Krall, Pfarrvikar Guido Dalhaus, Pfarrer Jörg Schmidt, Pfarrerin Birgit Dwornicki und dem stellvertretenden Bürgermeister Bergisch Gladbachs, Josef Willnecker, klang schließlich noch einmal das Besondere, das Einladende, der Gemeinde an. So erklärte Torsten Krall: „In unserem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch gibt es 16 andere Gemeinden, wir alle gehören zusammen. Danke, dass hier so viele Menschen den Glauben aktiv gestalten, Verantwortung übernehmen.“ Gemeinsam könne so sicherlich die Ewigkeit gestaltet werden, ist der Pfarrer sicher. Pfarrvikar Guido Dalhaus betonte: „Es ist wunderbar, dass wir hier gemeinsam Zeugnis ablegen, denn gerade jetzt ist die christliche Stimme enorm wichtig.“ Pfarrer Jörg Schmidt hatte den Kirchentagsschal mit dem Motto „Mutig, stark, beherzt“ dabei und sagte: „Wir dürfen mutig unseren Glauben bekennen, stark unsere Stimme erheben und beherzt der Liebe Jesu Raum geben.“

Im Anschluss an Gottesdienst und Grußworte wurde drinnen und draußen, den Regenschauern trotzend, gefeiert. Es gab Tanz, Musik von Chören und der Big Band der Rheinisch Bergischen Bläserphilharmonie sowie Basketball, Bastelangebote, Aktionen der Malteser, Gelegenheit zum Austausch und die Möglichkeit in der Festschrift zu schmökern, die Kristina Scharnke und Dr. Martina Gaß mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt haben.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Gemeinsam für Vielfalt: Vorbereitungstreffen zum CSD-Mitmarsch der Queeren Kirche Köln am 22. Juni

Auch in diesem Jahr setzt die Queere Kirche Köln ein starkes Zeichen für Akzeptanz, Vielfalt und Sichtbarkeit – bei der Teilnahme an der großen CSD-Parade am Sonntag, 6. Juli. Zur Vorbereitung lädt sie herzlich zu einem offenen Treffen am Sonntag, 22. Juni, ab 12 Uhr in die St. Johannes-Kirche in Köln-Deutz, Tempelstraße 29, ein.

Kennenlernen, Basteln, Gemeinschaft – für einen starken gemeinsamen Auftritt

Das Treffen richtet sich an alle Interessierten, die gemeinsam mit der Queeren Kirche Köln und der Diakonie Köln und Region an der diesjährigen Pride-Demonstration teilnehmen möchten. Ob allein, mit Freund*innen oder als Gemeindegruppe – willkommen sind alle, die sich dem vielfältigen und respektvollen Miteinander anschließen möchten.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stehen das Kennenlernen, kreatives Gestalten und das gemeinsame Entwickeln einer sichtbaren, klaren und positiven Botschaft für die Parade. Es wird gebastelt, diskutiert, geplant – mit Raum für persönliche Gespräche, neue Kontakte und jede Menge Vorfreude.

Snacks, Getränke & ein geistlicher Abschluss

Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Getränke und Snacks werden gegen eine kleine Spende angeboten. Den Abschluss des Tages bildet ein Gottesdienst um 18 Uhr, der die Gemeinschaft spirituell stärkt und auf die bevorstehenden Pride-Tage einstimmt.

www.queere-kirche-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK

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„Mit Pömps und Talar“: 100 Jahre Theologinnenkonvent in Deutschland und 50 Jahre Gleichberechtigung im Pfarramt in der EKiR

Gruppenbild „ohne Talar“ jedoch mit vielfältigen Amtserfahrungen.
Gruppenbild „ohne Talar“ jedoch mit vielfältigen Amtserfahrungen.

Von Köln nach Marburg: „Mit Pömps und Talar“ werden an diesem Wochenende (22. bis 25. Juni) hundert Theologinnen aus ganz Deutschland und darüber hinaus in Marburg „100 Jahre Konvent evangelischer Theologinnen in der Bundesrepublik Deutschland e.V.“  feiern. Geplant sind unter anderem ein Frauenmahl, ein Tag mit open-space-Angeboten, ein ökumenischer Abend, Stadtführungen, die Mitgliederversammlung sowie ein großer Festgottesdienst in der Universitätskirche. Auch aus dem Bereich des Evangelischen Kirchenverbandes Köln (EKV) werden mehrere Theologinnen an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilnehmen.

Rückblick im Haus der Kirche: Pionierinnen und Perspektiven

Im Vorfeld des bundesweiten Jubiläums hatte die Frauenbeauftragte des Kirchenverbandes Köln, Pfarrerin Dorothee Schaper, gemeinsam mit den Kolleginnen Bettina Kurbjeweit und Almuth Voss bereits im April interessierte Theologinnen, Pfarrerinnen, Prädikantinnen und Vikarinnen ins Haus der Kirche eingeladen. Mit Impulsen zu den Kölner Vorgängerinnen Annemarie Rübens, Ina Gschlössl, Sigrid Volkmann und Ursula Köhler begann der Austausch über gestern, heute und morgen „im Amt“.

Auf einer Kölner Kirchenkreis-Karte wurden viele Pionierinnen des Frauenpfarramtes in der evangelischen Kirche Köln und Region mit Namen oder Foto sichtbar. Eingefügt in das Netz der Theologinnen und Engagierten für „Frauen im Amt“ war auch ein Verweis auf die Aktivistinnen von Maria 2.0, die jüdischen Rabbinerinnen Regina Jonas und Nathalia Verzhbovska sowie auf die erste Kölner Imamin Rabeya Müller. 
Auf einer Kölner Kirchenkreis-Karte wurden viele Pionierinnen des Frauenpfarramtes in der evangelischen Kirche Köln und Region mit Namen oder Foto sichtbar. Eingefügt in das Netz der Theologinnen und Engagierten für „Frauen im Amt“ war auch ein Verweis auf die Aktivistinnen von Maria 2.0, die jüdischen Rabbinerinnen Regina Jonas und Nathalia Verzhbovska sowie auf die erste Kölner Imamin Rabeya Müller.

Erinnern, feiern, vernetzen

Es war ein Abend zum Feiern & Vernetzen und zum Erinnern & Diskutieren. 2025 erinnern wir im Rheinland nicht nur 100 Jahre Theologinnenkonvent in Deutschland, sondern auch 50 Jahre Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt. Erst 1975 wird mit dem Kirchengesetz zur rechtlichen Gleichstellung auch die Zölibatsklausel für Pfarrerinnen der Ev. Kirche im Rheinland aufgehoben.

Persönliche Rückblicke: Worte von Susanne Beuth

Susanne Beuth, Superintendentin des Kirchenkreises K-Mitte und stellvertretende Stadtsuperintendentin, hält in ihrem Grußwort fest: „Es ist für mich als geborene Kölnerin und Theologin kurz vor dem Ruhestand ein Stück meiner Lebensgeschichte: Als Ursula Köhler als eine der ersten Gemeindepfarrerin in Nippes wurde, ging ich dort in den Kindergarten. Als ich 1974 in der Gemeinde Köln-Weiden konfirmiert wurde, hat niemand darüber gesprochen, dass unsere Pfarrerin von Waechter (noch) andere Regeln zu beachten hatte als die Pfarrer der Gemeinde.“

Zwischen den Blicken auf Vergangenheit und Zukunft gab es bei Sekt, Torte und mehr köstlichen Kalorien viel informellen Austausch und Vernetzung zwischen Vikarinnen, Prädikantinnen und Pfarrerinnen aus verschiedenen Generationen und aus den vier Kirchenkreisen.
Zwischen den Blicken auf Vergangenheit und Zukunft gab es bei Sekt, Torte und mehr köstlichen Kalorien viel informellen Austausch und Vernetzung zwischen Vikarinnen, Prädikantinnen und Pfarrerinnen aus verschiedenen Generationen und aus den vier Kirchenkreisen.

Kämpferinnen der 1930er-Jahre und erste Pfarrerinnen in Köln

Die „vier Kölner Vikarinnen“ kämpften Anfang der 1930ziger Jahre für das „volle Pfarramt der Frau“, eine Einsegnung in „ein Amt eigener Art“ genügte ihnen nicht. Zu ihnen gehörten Annemarie Rübens und Ina Gschlössl, beide waren Vikarinnen an der Kartäuserkirche und wurden auch in ihrem parteilichen Kampf gegen den Faschismus und für soziale Gerechtigkeit gewürdigt. 30 Jahre später wurden in Köln die ersten Gemeindepfarrerinnen in ihr Amt eingeführt. Bettina Kurbjeweit berichtete von ihren Archiv-Recherchen zu den ersten in Köln, zu Ursula Köhler, Sigrid Volkmann, Ilse von Wächter, Ilse Heinemann, Johanna Brüggelmann und Renate Graffmann.

Podiumsgespräch: Zukunft von Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche

Während es im ersten Teil um die Geschichte(n) der Pionierinnen im Pfarramt ging, wurden auf dem Podium die Frage nach der Zukunft von Geschlechtergerechtigkeit und Diversität in kirchlichen Strukturen gestellt. Die drei Gesprächspartnerinnen brachten jeweils aus ihrer Generation und mit ihrem jeweiligen Hintergrund ihre Perspektive ein. Es wurden verschiedene Diskriminierungserfahrungen gehört und zusammengedacht und Verbundenheit zwischen Menschen mit aktuellen oder historischen Diskriminierungserfahrungen eingeübt: Eine schöne Aussicht mit diesen Kolleginnen eine noch diskriminierungsärmere, eine noch rassismuskritischere, eine noch queerfreundlichere Kirche zu werden.

Text: Dorothee Schaper und Almuth Voss
Foto(s): Dorothee Schaper und Almuth Voss

Der Beitrag „Mit Pömps und Talar“: 100 Jahre Theologinnenkonvent in Deutschland und 50 Jahre Gleichberechtigung im Pfarramt in der EKiR erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Unser Wochentipps: Orgelklänge zu Fronleichnam, Vernissage „Querbeet“ und Sommerkonzert

Auch in dieser Woche laden die Gemeinden und Einrichtungen im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region zu besonderen Wochentipps ein: Ob festliche Orgelklänge zum Fronleichnamsfest, spannende Einblicke in die gewaltfreie Täuferbewegung, Kunstgenuss bei einer Vernissage oder bewegende musikalische Lesungen – das vielfältige Programm bietet Raum für Begegnung, Besinnung und Austausch. Lassen Sie sich inspirieren von der Lebendigkeit kirchlichen Lebens in Köln und Umgebung!

Festliche Orgelklänge zu Fronleichnam

19.06.2025, 14:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal-Altenberg
„Two be Joyful – Lauda Sion Jerusalem“ im Altenberger Dom
An Fronleichnam, Donnerstag, 19. Juni, 14.30 Uhr, erklingt im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, festliche und jubelnde Orgelmusik unter dem Titel „Two be Joyful – Lauda Sion Jerusalem“. Das Konzert umfasst Werke von Johann Sebastian Bach, Ad Wammes de Jong, Théodore Dubois und Stephen Macchia. An der Orgel musiziert Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk. Der Eintritt ist frei.
www.altenberger-dommusik.de

Ökumenisches Sommerseminar: Schafe unter Wölfen?!

20.06.2025, 18:00
Melanchthon-Akademie
Haus der Ev. Kirche, Kartäusergasse 9-11, 50678 Köln
Eine gewaltfreie Bewegung in der frühen Reformation
500 Jahre nach der ersten Erwachsenentaufe in Zürich lädt die Melanchthon-Akademie zum ökumenischen Sommerseminar „Schafe unter Wölfen?!“ ein. Von Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. Juni, geht es im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, um die Anfänge der Täuferbewegung als gewaltfreie Strömung innerhalb der Reformation. Im Mittelpunkt stehen die theologischen Überzeugungen und die Praxis der frühen Täufer, die trotz erbitterter Verfolgung auf Gewaltlosigkeit setzten. Anhand historischer Quellen und aktueller Fragestellungen wird die bleibende Bedeutung dieser Bewegung diskutiert. Veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Institut für Friedenstheologie und dem Katholischen Bildungswerk Köln. Die Teilnehmenden treffen sich am Freitag von 18 bis 21 Uhr, am Samstag von 8.30 Uhr bis 21 Uhr und am Sonntag von 8 bis 12 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

Vernissage „Querbeet“ in der Kulturkirche

20.06.2025, 19:30
Evangelische Kirchengemeinde Hürth
Martin-Luther-Kirche Gleuel, Am Hofacker 41, 50354 Hürth-Gleuel
Acrylgemälde von Birgit Deventer werden gezeigt
Mit einer Vernissage eröffnet die Evangelische Kirchengemeinde Hürth am Freitag, 20. Juni, 19.30 Uhr, in der Kulturkirche Hürth, Am Hofacker 41, die Kunstausstellung „Querbeet“ mit Werken der Künstlerin Birgit Deventer. Die Künstlerin, die zuvor Kunst und Textilgestaltung unterrichtete, zeigt Werke aus verschiedenen Stilrichtungen – inspiriert von Workshops mit anderen Künstlerinnen und Künstlern sowie von den Eindrücken ihrer Reisen und ihres Alltags. Bereits um 18.30 Uhr stehen die Werke von Birgit Deventer im Mittelpunkt des besonderen Gottesdienstes „Gottesdienst trifft Kunst“ mit Pfarrer Jan Ehlert, Initiator der Kulturkirche in der Martin-Luther-Kirche. Am selben Tag öffnet um 17 Uhr im Gemeindezentrum ein Basar mit handgemachten Artikeln für den guten Zweck, zu dem die ökumenische Frauengruppe Gleuel einlädt. Die Ausstellung kann wochentags von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr sowie im Anschluss an die Gottesdienste und nach Absprache besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Ein Teil der Verkaufserlöse kommt der ökumenischen Frauengruppe Gleuel und ihren karitativen Projekten zugute.
www.evangelisch-in-huerth/kulturkirche

Sommerkonzert des Jugendsinfonieorchesters Köln

21.06.2025, 19:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Das Jugendsinfonieorchester Köln der Rheinischen Musikschule Köln unter der Leitung von Hamed Garschi präsentiert in seinem Sommerkonzert am Samstag, 21. Juni, 18 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, Werke verschiedener Komponisten. Unter anderem erklingen zwei Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart (Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C-Dur KV 299 und Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183) sowie „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate, „Konzert für Oboe Nr. 1“ von Ludwig August Lebrun sowie „Concertino für Klarinette in Es-Dur“ von Carl Maria von Weber. Von Jakob Hefer kommt „Sinfonietta“ zur Uraufführung. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
www.trinitatiskirche-koeln.de

Woche der Diakonie unter dem Motto #gemeinsam

22.06.2025, 09:30
Diakonisches Werk Köln und Region
Verschiedene Orte in Köln und Region
Begegnung, Vielfalt und Unterstützung in Köln und der Region
Unter dem Motto #gemeinsam startet die Woche der Diakonie in diesem Jahr mit einem abwechslungsreichen Programm in Köln, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Von Sonntag bis Sonntag, 22. bis 29. Juni, öffnen diakonische Einrichtungen ihre Türen, laden zu Begegnungen und informieren über ihre vielfältigen Angebote. Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe sind willkommen, neue Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und Einblicke in die diakonische Arbeit zu gewinnen. Zum Auftakt am Sonntag, 22. Juni, werden Gottesdienste zur Eröffnung der Woche der Diakonie in Weiden (9.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Weiden/Lövenich, Aachener Straße 1208), Dellbrück (10 Uhr in der Christuskirche, Dellbrücker Mauspfad 361) und Braunsfeld (11 Uhr in der Clarenbach-Kirche, Aachener Straße 458) gefeiert. An den folgenden Tagen steht ein vielfältiges Angebot auf dem Programm, unter anderem mit einer Ausstellung, einem Begegnungsfest, Workshops, kreativen Angeboten sowie Informationsveranstaltungen und Treffpunkten für unterschiedliche Bedürfnisse, die Raum für Gemeinschaft schaffen. Ein Highlight ist die Ausstellung „Die Stadt aus meiner Perspektive“, bei der Wohnungslose im Tersteegenhaus, Emmastraße 6, täglich von 8 bis 18 Uhr, ihre Stadt in Fotografien präsentieren. Auch die Begegnungen bei Kaffee und Kuchen in Chorweiler, ein Mädchentag in Dünnwald und der Tag der offenen Tür der sozialen Dienste in Mülheim bieten Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Mit dem Netzwerktreffen „Fundraising“ in der Diakonie Michaelshoven, Pfarrer-Te-Reh-Str. 1, am Mittwoch, 25. Juni, 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr, einem Café Miteinander in Riehl im Evangelischen Gemeindehaus, Brehmstraße 4–6, am Mittwoch, 25. Juni, 15 bis 17 Uhr, und einer musikalischen Lesung in der Kulturkirche Nippes, Siebachstraße 85, am Mittwoch, 25. Juni, 20 Uhr, setzt die Woche der Diakonie auf Vielfalt und Abwechslung. Auch für Familien ist gesorgt, mit Angeboten wie dem Pustebilder-Gestalten am Donnerstag, 26. Juni, 14.30 Uhr bis 16 Uhr, in der Johanniter Kita Hilgen in Burscheid, Rosenkranz 37, oder einem Kinonachmittag in Kerpen am Samstag, 28. Juni, 15 Uhr, im Capitol Theater, Kölner Straße 24. Den Abschluss der Woche am Sonntag, 29. Juni, bilden Gottesdienste sowie der Stadionlauf „evangelisch läuft – Kirche & Diakonie“ im RheinEnergieSTADION. Das vollständige Programm ist auf der Website der Diakonie Köln und Region unter www.diakonie-koeln.de einsehbar.
www.diakonie-koeln.de

Festlicher Gottesdienst zur Ordination von Prädikant Lothar Linz

22.06.2025, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Ev. Andreaskirche Schildgen, Voiswinkeler Str. 40, 51467 Bergisch Gladbach
Nach zweijähriger Ausbildung wird Lothar Linz am Sonntag, 22. Juni, 10.30 Uhr, in einem festlichen Gottesdienst in der Andreaskirche Schildgen, Voiswinkeler Straße 40, von Pfarrerin Kerstin Herrenbrück, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, zum Prädikanten ordiniert. Prädikantinnen und Prädikanten engagieren sich ehrenamtlich in evangelischen Kirchengemeinden und übernehmen dort verantwortungsvoll Aufgaben in der Wortverkündigung sowie der Sakramentsverwaltung. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es eine Feier.
www.andreaskirche-schildgen.de

Vorbereitungstreffen zum Mitgehen beim CSD Köln

22.06.2025, 12:00
Queere Kirche Köln
St. Johannes-Kirche, Tempelstraße 29, 50679 Köln
Ein Gottesdienst schließt das Treffen ab
In diesem Jahr läuft die Queere Kirche bereits zum dritten Mal bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Köln mit. Beim Vorbereitungstreffen am Sonntag, 22. Juni, 12 Uhr, in der St. Johannes-Kirche Deutz, Tempelstraße 29, sollen alle Interessierten, die beim CSD am Sonntag, 6. Juli, mitgehen möchten, zusammengebracht werden. Die Gruppe läuft als Queere Kirche Köln und Diakonie mit. Das Treffen dient vor allem dazu, dass die Gruppe bei der Demo mit einheitlicher, vielfältiger und klarer Botschaft auftritt. An diesem Tag gibt es genug Zeit, zum Kennenlernen und zum Basteln. Getränke und Snacks werden gegen eine kleine Spende angeboten. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Das Treffen schließt mit einem Gottesdienst, der um 18 Uhr beginnt.
www.queere-kirche-koeln.de

„Dorothea und Lilli – eine queere Geschichte zwischen Köln und Wien“

25.06.2025, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Nippes
Lutherkirche, Siebachstraße 85/ Merheimer Straße 112, 50733 Köln
Benefizabend für das Zentrum für Kirchenasyl
Im Rahmen der Woche der Diakonie in Köln und Region findet am Mittwoch, 25. Juni, 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), mit „Dorothea und Lilli – eine queere Geschichte zwischen Köln und Wien“ ein Benefizabend zur Unterstützung des Zentrums für Kirchenasyl statt. Im Mittelpunkt der musikalischen Lesung in der Kulturkirche in Köln-Nippes, Siebachstraße 85, stehen die Schauspielerin Dorothea Neff und die Kölner Designerin und Jüdin Lilli Wolf. Dorothea versteckte ab 1940 ihre Freundin Lilli in ihrer Wiener Wohnung und sicherte so deren Überleben. Der Eintritt kostet 7 Euro.
www.diakonie-koeln.de

Text: APK/AI
Foto(s): APK

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„Kirche konsequent aus der Zukunft heraus entwerfen“ – Nachrichten von der Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch

Auftakt mit einem geistlichen Impuls

Mit einem „geistkräftigen“ Gottesdienst begann die Frühjahrssynode des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch. So hatte ihn Superintendentin Kerstin Herrenbrück erlebt, wie sie, zu Beginn der Tagung im Refrather Bürgerzentrum Steinbreche, sagte. Liturgisch verantwortlich für die Feier in der Kirche am Vürfels waren die Pfarrerinnen Ingrid Kibilka aus Porz und Sybille Noack-Mündermann aus Dellbrück-Holweide, die beide in diesem Sommer in den Ruhestand verabschiedet werden.

Der Predigt lag der Satz „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus zugrunde. Kirche könne durchaus stolz sein auf das, was sie getan habe und tue. „Neben aller Selbstkritik können wir uns Freude und Begeisterung leisten“, sagte Noack-Mündermann. „Wir können erzählen von Gottes Hoffnung, die uns Mut macht. Hoffnung zu verbreiten ist Aufgabe der Kirche in Vielfalt und Freiheit.“

Kirchenasyl als sozialethisches Thema

Superintendent Torsten Krall wies gleich zu Beginn auf ein Thema hin, mit dem sich kürzlich der Pfarrkonvent des Kirchenkreises beschäftigt habe: das Kirchenasyl. Die Zustände in bulgarischen und rumänischen Einrichtungen, in denen Geflüchtete nach Dublin-Verfahren inhaftiert würden, seien oft menschenunwürdig. Kirchengemeinden im Linksrheinischen stellten in Bocklemünd Wohnungen für Kirchenasyl zur Verfügung. Das sei ein unterstützenswertes Projekt, das man im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch unterstützen und gegebenenfalls nachahmen könne.

Ehrenamt und Regionalisierung

Ein zentrales Thema der Synode war die Zusammenarbeit der Gemeinden in Regionen. Das Ehrenamt spiele dabei eine wichtige Rolle, die noch zunehmen werde. Durch die Regionalisierung entstünden neue und andere Aufgaben für Ehrenamtliche. Das Ehrenamt in der Region eröffnet neue Herausforderungen. Deshalb seien die ehrenamtliche Mitarbeit und die Ehrenamtskoordination im Prozess der Regionalisierung zentral zu berücksichtigen. Ansprechpartner bei Fragen ist im Kirchenkreis Dr. Thomas Dräger, der eine Fortbildung als Ehrenamtskoordinator absolviert hat und unter thomas.draeger@ekir.de zu erreichen ist.

Zukunft der Kirche: Vortrag von Dr. Steffen Bauer

Andrea Grafenschäfer aus dem Kreissynodalvorstand moderierte den Tagesordnungspunkt und stellte Dr. Steffen Bauer vor, bis Juli 2024 Leiter der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und mittlerweile im Ruhestand. Bauer referierte in einem kurzweiligen Vortrag über die Kirche der Zukunft. Zum Beispiel in Bayern: Dort habe man mit dem Projekt „Einfach heiraten“ große Erfolge gefeiert. 2023 habe man Paaren angeboten, sich anzumelden und nach einer 20-minütigen Liturgie kirchlich verheiratet zu sein. „Wer will das?“, hat sich Bauer damals nach eigenen Worten gefragt. 250 Paare in zwölf Kirchen wollten das. In diesem Jahr traten 800 Paare in 60 Kirchen vor den Altar und „heirateten einfach“.

Konkrete Perspektiven auf Kirchenentwicklung

„Das ist Kirchenentwicklung“, sagte Bauer und erzählte noch eine Anekdote aus dem Westerwald. Ein Paar hatte von „Einfach heiraten“ gehört und wollte sich anmelden. „Nicht zuständig“ habe die Pfarrerin im Kopf gehabt, sich dann aber sagen hören: „Wunderschöne Idee.“ Um 21 Uhr habe sie sich mit dem Hochzeitspaar und der Organistin in der Kirche getroffen. Anschließend gab es Sekt für alle – nicht zu knapp – und der Abend ist der Pfarrerin als unvergessliche Erfahrung im Gedächtnis geblieben.

„Das ist Kirche. Aber das geht nicht, wenn wir das noch zusätzlich machen.“ Man müsse die Strukturen verändern, um die personellen Ressourcen besser zu steuern. „Jeder, der fragt: Was sollen wir noch alles machen?, hat immer recht.“ Es müssten Strukturen geschaffen werden, in denen die Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden mit bestimmten Fragen nicht mehr mit allen Themen gleichzeitig behelligt würden, sondern sich in den vielen Aufgabenfeldern von Verwaltung über Personal und Bauen bis hin zu Gemeindeentwicklung interessensorientiert einbringen könnten.

Gebäudestrategie und Emotionen

Bauer hat die Landeskirchen analysiert und vier strukturelle Handlungsmuster erkannt:
– „Tot stellen“ – Veränderungen schlicht ablehnen, finde nur noch selten statt.
– „Nur optimieren“ – bedeutet in der Praxis, die Vergangenheit der Kirche so lange wie möglich zu erhalten. Haupt- und Ehrenamtliche würden immer weiter belastet, das bestehende Netz werde immer weiter gespannt, immer neue Einsparungen und Zusammenlegungen im bestehenden System erfolgen – „eine Endlosspirale auf dem Weg in den Burnout der Menschen und Systeme“.
– „Schon transformieren“ – Der Blick ist in die Zukunft gerichtet. Man hat die Ressourcenverknappung im Blick, die Kirche wird strukturell, kulturell, vom Gemeindeverständnis und von der Leitung her neu entworfen, um vor allem geistlich vor Ort und als Regio-Lokale Kirche leben zu können.
– „Konsequent aus der Zukunft entwerfen“ – Der Königsweg. Spätestens 2040 werde sich die Zahl der Evangelischen gegenüber 2017 halbiert haben. Bauers Hypothese: Die Regio-Lokale Kirche wird sich in den 294 Landkreisen und 107 Stadtkreisen in Deutschland aufgestellt haben mit jeweils 26.000 Mitgliedern. Diese Einheiten leben weitgehend selbstbestimmt, selbstwirksam und selbstbewusst in den Sozialräumen, in denen sie Kirche sind.

„Das wird plural, kleinteilig, ehrenamtlich und hoffentlich in guter Kopplung mit weiteren Religionsgemeinschaften sein. Immer geht es um die Fragen, was Menschen geistlich-lebensdienlich vor Ort brauchen, wie sie ihre Lebens-, Glaubens- und Gotterfahrungen einbringen und zur Verfügung stellen können und wollen, damit die Rede und das Erleben von Gott in Wort und Tat befördert wird.“

Ganz konkret: Der alte Gedanke „mein Pfarrer“ wird abgelöst. Pfarrer müssen nicht mehr alles machen. Es wird Spezialisierungen geben. Presbyterien sollten sich fragen: Wie soll Kirche in zehn Jahren sein? Was können wir lassen? Haupt- und Ehrenamtliche haben die strategische Aufgabe, in die Zukunft zu blicken – nicht darüber nachzudenken, wer für eine Veranstaltung den Kuchen backt.

Bei der Gebäudebedarfsplanung ist man im Kirchenkreis auf dem Weg. Man habe eine Beratungsfirma ins Boot geholt, berichtete Hartmut Melenk. Auch die Antoniter Siedlungsgesellschaft sei beteiligt. Ein Ergebnis der Analysen werde im September kommuniziert. „Und zwar so, dass es jede und jeder versteht“, sagte Melenk. Und mit einem Anflug von Ironie: „Dann werden wir jede Menge neue Mitarbeiter mit dem Namen Emotion haben. Da bitte ich, dass wir gnädig mit den Mitchristen und -christinnen umgehen.“

Dr. Steffen Bauer verteilte das angefügte Handout.

Hier können Sie es download:

Transformation by Design – Transformation by Desaster

Neues Leben im Veedel: Projekt Mütopia

Die Gemeindepädagogin Katharina Haubold und Pfarrerin Janneke Botta berichteten von dem „Mütopia“-Projekt in Mülheim. „Wir erproben Kirche“, sagte Haubold. „Wir hören auf Menschen im Veedel. Hören auf Gott: Wo bist du schon im Veedel? Was willst du, dass ich dir tue? Lieben und dienen. Daraus entsteht Gemeinschaft. Leben teilen. Wir sind selbst oft überrascht, was passiert. Gemeinde kann neue Form annehmen. Wir fangen immer wieder neu an. Nach sieben Jahren beymeister stellen wir die Fragen nochmal neu.“

„Mütopia“ teile das Leben beim Tanzen, beim Reparieren von Fahrrädern, und dazwischen sei immer wieder Raum für die großen Fragen: Was hat Gott mit deinem Leben zu tun? Mittlerweile hat das Projekt an der Buchheimer Straße sogar das sprichwörtliche Dach über dem Kopf. „Da ist ein Ort entstanden, an dem Menschen gesehen, gewollt und geliebt werden“, ergänzte Janneke Botta. Die Synode entschied, das Projekt auch für die Jahre 2026 und 2027 zu finanzieren.

Finanzieller Rückblick und Ausblick

Die Synodalen stellten den Jahresabschluss des Kirchenkreises fest mit einer Bilanzsumme in Höhe von 7.024.721 Euro und einem positiven Bilanzergebnis von 319.110 Euro. Rücklagenentnahmen in Höhe von 221.475 Euro wurden berücksichtigt. Der Jahresüberschuss in der Ergebnisrechnung beträgt 97.634 Euro. Aus dem positiven Bilanzergebnis wird an die Kirchengemeinden ein Betrag in Höhe von 2,80 Euro je Gemeindeglied ausgeschüttet. Der Restbetrag des Bilanzergebnisses 2024 in Höhe von 110.051 Euro geht in die Ausgleichsrücklage des Kirchenkreises.

Der Kirchenkreis im Überblick

Der Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch umfasst mehr, als der Name auf den ersten Blick aussagt: Vom rechtsrheinischen Teil der Millionenstadt Köln erstreckt sich der Kirchenkreis über Rösrath und Bergisch Gladbach hinaus bis nach Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis und Lindlar im Oberbergischen Kreis. Auch der Altenberger Dom gehört zum Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch.



























Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann/APK

Der Beitrag „Kirche konsequent aus der Zukunft heraus entwerfen“ – Nachrichten von der Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.