Trauerfeier für den Altpräses Manfred Kock in der Trinitatiskirche
Sehr bewegende und persönliche Worte fand Ulrich Kock-Blunk bei der Trauerfeier für seinen Vater Manfred Kock in der Trinitatiskirche. „Ich habe einen Vater erlebt, der sich interessiert hat für uns. Der alles stehen und liegen ließ, wenn wir ihn brauchten. Er hat die Ausübung seines Berufes nicht selten mit unserem Familienleben vermischt. Das allerdings war nicht immer einfach.“ Der Vater habe viele Rollen in seinem beruflichen Leben gespielt, sei aber immer er selbst geblieben. „Wir haben Hammelkeulen gebraten, wir sind gesegelt, haben über Bücher gesprochen, gestritten, Musik gemacht und gehört und auch herumgealbert.“
Man habe gemeinsam mit Trauer und Wut auf die Schattenseiten der Welt geblickt und geschimpft auf die Borniertheit der Mächtigen. Nach einem Sturz im Mai sei Manfred Kock auf Unterstützung angewiesen. Damit habe er gehadert. Das Herannahen des „dunklen Gesellen“ habe ihm keine Angst gemacht. „Wir wissen ihn in guten Händen. Wir hätten ihn gern noch behalten.“
Berufliche Stationen von Kock
Dr. Torsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), hielt die Trauerrede im Gottesdienst. Er erinnerte an die beruflichen Stationen von Kock: Wissenschaftlicher Assistent in Bethel, Vikar und Pfarrer in Recklinghausen, Jugendpfarrer in Köln, Gemeindepfarrer in Bickendorf, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord, Stadtsuperintendent in Köln, Präses der EKiR und schließlich Ratsvorsitzender der EKD. Tätig sei der Verstorbene auch in unzähligen Ehrenämtern gewesen. „Manfred war ein Sturmtrotzer, Kümmerer und Seelsorger. Leidenschaftlicher Pfarrer und Ökumeniker des Herzens. Ein Mensch des Dialogs, der gut zuhören konnte. Ethisch klar und unbeirrbar konstruktiv. Einer, der sich auch in kritischen Zeiten nicht aus der Ruhe bringen ließ. Manfred war ein Fels. Felsenmann und Brückenbauer in einem. Nur dass sich seine Festigkeit nicht aus einer Philosophie der emotionalen Unberührbarkeit speiste, sondern aus dem tiefen Glauben, dass Gott sein Fels ist, und gerade aus seiner Haltung unbedingter Mitmenschlichkeit, in der ihn das Leid anderer immer berührt hat.“
Manfred Kock, so der Präses, sei Sprecher und Gesicht der evangelischen Kirche, ja des Protestantismus gewesen: bei den friedensethischen Diskussionen um den Balkankrieg, bei den ökumenischen Disputen um die Rechtfertigungslehre oder die Erklärung Dominus Iesus, beim bioethischen Streit um Gentechnik oder Paragraph 218, bei medienethischen Fragen um die damals neuen Formen des Privatfernsehens, beim Trauergottesdienst nach dem Absturz der Concorde und beim Anschlag von 9/11 unmittelbar vor seinem 65. Geburtstag. „Er hat aufmerksam, auch kritisch alle unsere kirchenleitenden Prozesse begleitet. Nach der Landessynode im Januar dieses Jahres kam er nach meinem Präsesbericht zu mir: ,Torsten, das hast du gemacht. Aber folgende Punkte hätte ich mir noch gewünscht.‘“
„Er hat die Ehre Gottes und das Heil der Menschen gesucht“
Für einen selbstbestimmten, freiheitsliebenden Menschen wie Manfred Kock sei es eine Zumutung gewesen, als sein Körper nicht mehr gewollt habe. „Die Rechtfertigung des Gottlosen allein aus Gnade, die uns alle gleichermaßen zu Bettlern macht, ganz gleich wie reich, ehrbar oder angesehen wir sind, sie hat Manfred bestimmt. Manfred ist immer geerdet geblieben. Er hat die Ehre Gottes und das Heil der Menschen gesucht. Nun kehrt er heim. Danke, Gott, für diesen besonderen einzigartigen Menschen, für all die Liebe, die Hoffnung, den Segen, die wir durch ihn erfahren durften.“
Altpräses Nikolaus Schneider predigte in dem Trauergottesdienst über Psalm 31. „Gott, du bist mein Fels und meine Burg. Um deines Namen willen wolltest du mich leiten und führen. Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, zitierte Schneider. „Geborgenheit in Gott, Wegweisung und Stärkung durch Gottes Wort im ,Tun des Gerechten‘ und dabei einen weiten Raum für sein Denken, Reden und Handeln eröffnet sehen – davon gibt uns Manfred Kocks Lebensweg und Lebenszeit ein nachhaltiges Zeugnis. In diesem Raum wurden für ihn etwa manche der Grenzen zwischen den Konfessionen zweitrangig.“ Kock habe, wie viele der biblischen Texte, eine realistische Weltsicht verbunden mit einem widerständigen Gottvertrauen. Zusammen mit Friedhelm Mennekes habe er 1999 geschrieben: „Unsere Weltzeit hat apokalyptische Strukturen. Die aufgeklärte Vernunft hat ihren alten Optimismus verloren. Düstere Prognosen vorauszusagen, ist normales Geschäft des Verstandes. Ozonloch und Verschmutzung, Sterben von Ländern und Meeren, die Welt vor ihrer Selbstvernichtung: Tschernobyl und alle Scheußlichkeiten aus den Schreckensküchen der A-, B- und C-Waffen-Produzenten. Das sind Kennzeichen einer menschlich machbaren Weltkatastrophe.“ Diese schonungslose Weltsicht habe Kock verbunden mit seiner Glaubensgewissheit, dass Gott selbst sich auf diese Welt und die Menschen eingelassen habe und einlasse. „Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott. Meine Zeit steht in deinen Händen.“
Kock habe eine freundliche Gelassenheit ausgestrahlt
Diese Hoffnung und dieses Bekenntnis hätten über Manfred Kocks irdischem Leben gestanden. Und dieses hoffnungsvolle Bekenntnis gelte über seinen Tod hinaus, für Manfred Kock und alle anderen. „Die eigene Zeit in Gottes Händen zu wissen, das ist kein Freibrief für menschliche Verantwortungslosigkeit und Untätigkeit. Seine Zeit in Gottes Händen zu wissen, das war für Manfred Kock Kraftquelle und Ermutigung, die eigene Zeit und die eigenen Hände in den Dienst für andere Menschen und für seine Kirche zu stellen.“ Er habe eine freundliche Gelassenheit ausgestrahlt. „Manfred Kock sind in seinem Leben und mit seinem Wirken viele Ansätze gelungen, die Zeichen der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit erkennbar und sogar erfahrbar machen.“ Manfred Kock werde schon jetzt vermisst, so der Altpräses: „Aber das ist nicht das Einzige, was wir sagen können. Wir leben in und mit der begründeten Hoffnung: Manfreds Leben und Wirken ist jetzt beendet. Manfred gehört jetzt zu den ,unverlierbaren Toten‘, die in Gott zu uns gehören und wir zu ihnen. Im vollendeten Gottesreich werden wir mit Manfred in Gottes direkter Gegenwart feiern. Jesus Christus war Manfred Bürge dieser Gewissheit. Und das gilt auch für uns. Mit Manfred bezeugen wir diese Gewissheit, jetzt ,immer versehrter‘ unter Trauer und Tränen, aber zugleich auch ,immer heiler‘ getröstet und getragen.“
Text: Stefan Rahmann
Foto(s): epd-bild/Guido Schiefer
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Der Tagestreff ist dabei oft der erste Kontaktpunkt. Von Montag bis Freitag öffnet er seine Türen für rund 30 wohnungslose Männer und Frauen täglich. Sie kommen, um ein günstiges Frühstück oder eine warme Mahlzeit zu erhalten, zu duschen, ihre Wäsche zu waschen oder neue Kleidung aus der Kleiderkammer zu bekommen. Pro Jahr werden fast 1.000 Säcke Wäsche zum Waschen abgegeben. Auch ein einfaches Gespräch oder das Gefühl, an einem sicheren Ort willkommen zu sein, kann hier der erste Schritt aus Isolation und Perspektivlosigkeit sein.
Darüber hinaus gibt es im Haus Betreutes Wohnen: 23 Appartements sowie Außenwohnplätze bieten bis zu 49 Menschen die Chance, in einem geschützten Rahmen zu leben und schrittweise in die Selbstständigkeit zurückzufinden. Dabei werden Fähigkeiten gestärkt, um dauerhaft in einer eigenen Wohnung zurechtzukommen.



Das Turnier wurde im Leichtathletikstadion von Eintracht Duisburg ausgetragen und von Präses Dr. Thorsten Latzel sowie Sportreferentin Svenja Mai begleitet. Vor Spielbeginn hatte Präses Latzel des am 11. September verstorbenen Altpräses und ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Manfred Kock gedacht: „Heute ist das Turnier auch eine Erinnerung an ihn.“ Vor 26 Jahren hatte Kock den Wanderpokal gestiftet.
In der Vorrunde dominierte das Rheinteam mit einem klaren Ergebnis von 15:1 Toren und zog als Gruppenerster ins Halbfinale ein. Dort wartete mit Düsseldorf ein alter Bekannter. „Das Elfmeterschießen half den Düsseldorfern allerdings auch nicht weiter. Am Ende nach vielen Glanzparaden vom Torwart, hieß es 3:1 für Köln“, so Beumers.
Ein kleines Kuriosum sorgte am Rande für Heiterkeit: Die Versorgungskasse Dortmund hatte den Wanderpokal schlicht zu Hause vergessen. „Dass der Wanderpokal diesmal fehlte, weil die Versorgungskasse Dortmund ihn zu Hause vergessen hatte, hat uns eher zum Schmunzeln gebracht. Eine kleine Neckerei sei uns erlaubt.“





Als Prädikant möchte er zukünftig einen Schwerpunkt auf das Sakrament der Taufe legen. Er lächelt, als der Vater einer Tochter und eines Sohnes davon erzählt, dass er sich auf die oft sehr persönlichen Gespräche mit den jungen Eltern freut. In den Gottesdiensten, die er gestaltet hat und weiterhin gestalten wird, möchte der Bergisch Gladbacher sein eigenes Erleben mit Gott weitergeben, in „einer Tonalität, abseits der allzu sakralen Sprache“ weitergeben. „Gott ist für mich ein Gegenüber, das mich trägt und begleitet. Scheitern im Glauben gehört auch dazu, selbst meine Frage bleiben teilweise offen.“
Im Festgottesdienst wurde er durch Superintendentin, Pfarrerin Kerstin Herrenbrück in sein Amt eingeführt und gesegnet. Sie nahm Bezug auf den Leitspruch der Ordination aus dem zweiten Buch der Korinther 12,9: „Christus spricht: Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn meine Kraft zeigt sich gerade in deiner Schwäche.“ Es sei ein Vers, der daran erinnere, sich auf Gott als Segen zu besinnen: „Die Gnade Gottes ist ein großartiges Liebesgeschenk ohne Wenn und Aber. Sie ist dann besonders kraftvoll, wenn ich schwach bin.“ Mit dem Segen der Superintendentin verbanden sich viele liebevolle Segenswünsche von Familie und Gemeindemitgliedern. In Gedanken daran, sagt Oliver Klempel: „Ich war regelrecht überwältigt.“


Raum für Risse – Kreativer Erkundungstag in der Kartäuserkirche