Digitale Sondersynode der Landeskirche diskutiert Zukunft der Kirchlichen Hochschule Wuppertal

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland hat eine außerordentliche Landessynode zur Zukunft der Kirchlichen Hochschule (KiHo) Wuppertal einberufen. Die Tagung findet vom 6. bis 11. Juni 2024 digital statt. „Die Frage, wo es mit der Kirchlichen Hochschule hingeht, braucht eine längerfristige Klärung“, betont Präses Dr. Thorsten Latzel. Den Mitgliedern der Landessynode, zu denen auch die Vertreterinnen und Vertreter der vier Kölner Kirchenkreise gehören, werde dazu ein Spektrum unterschiedlicher Modelle und Entscheidungsoptionen vorgelegt. Auch die Kirchliche Hochschule selbst sei eingeladen worden, ihre Perspektive in den Prozess einzutragen. Zur Diskussion stehen jetzt vier Optionen: die Fortführung und Weiterentwicklung der KiHo, die Schließung der KiHo zum nächstmöglichen Termin, die Schließung der KiHo in Verbindung mit einer neuen Form der Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal sowie der Erhalt der KiHo bei gleichzeitiger Transformation in ein Basismodell „Theologischer Bildungscampus“ mit schrittweiser Reduzierung des Zuschussbedarfs. Bei Mehrheiten für Option eins oder zwei könnte eine Entscheidung schon im Juni fallen. Bei Mehrheiten für Option drei oder vier würde eine Steuerungsgruppe den gewählten Vorschlag bis zur ordentlichen Synode 2025 noch einmal präzisieren.

Gesamtkirchliche Entwicklung, Lage der Fakultäten und künftiger Bedarf

Die Zukunft der Kirchlichen Hochschule Wuppertal beschäftigt die kirchlichen Leitungsgremien seit Langem. Zuletzt haben die rheinischen Landessynoden 2015 und 2020 Beschlüsse zu ihrer Zukunft und den finanziellen Aufwendungen gefasst. „Die Frage nach der Zukunft der Hochschule steht inhaltlich im weiteren Horizont der gesamtkirchlichen Entwicklung, der Situation an den theologischen Fakultäten und künftiger Bedarfe hinsichtlich akademischer Theologie und Nachwuchsausbildung“, so der Präses in einem Schreiben an die Landessynodalen, in dem er die außerordentliche Synodentagung angekündigt hatte. Der Kirchenleitung sei es wichtig, dass eine so weitreichende Entscheidung synodal diskutiert und getroffen werde. Derzeit trägt die Evangelische Kirche im Rheinland im Jahr 2,77 Millionen Euro der Kosten, die Evangelische Kirche von Westfalen ist mit 750.000 Euro beteiligt. Der Zuschuss der Evangelischen Kirche in Deutschland zum KiHo-Betrieb von 720.000 Euro wird bis 2030 auf 560.000 Euro abgesenkt.

Digitaler Eröffnungsgottesdienst am Donnerstag, 6. Juni, ab 18 Uhr

Die Sondersynode beginnt am Donnerstag, 6. Juni, um 18 Uhr mit einem digitalen Eröffnungsgottesdienst. Die Predigt hält Dr. Wibke Janssen, hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung und Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt. Die Synodalen nehmen ihre Beratungen eine halbe Stunde später auf. Sonntag und Montag sind den nicht öffentlichen Ausschusssitzungen vorbehalten. Die 2. Plenarsitzung findet am Dienstag, 11. Juni, ab 18.30 Uhr statt. Sitzungsunterlagen und der Livestream der öffentlichen Beratungen können unter landessynode.ekir.de abgerufen werden.

Stichwort: Kirchliche Hochschule (KiHo) Wuppertal

Die KiHo Wuppertal ist eine staatlich anerkannte Universität in Trägerschaft der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Rund 200 Menschen studieren dort derzeit evangelische Theologie in den beiden grundständigen Studiengängen „Pfarramt“ und „Magister theologiae“ sowie im Weiterbildungsstudiengang „Master of Theological Studies“ oder sie forschen, um promoviert oder habilitiert zu werden.

Text: EKiR/APK
Foto(s): Kirchliche Hochschule Wuppertal

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#einefüralle: 100 Jahre Diakonie in Köln und Region – Woche der Diakonie im Rhein-Erft-Kreis

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Diakonie in Köln und Region findet von Samstag bis Sonntag, 8. bis 16. Juni, erstmalig eine „Woche der Diakonie“ im Rhein-Erft-Kreis statt. Die Aktionswoche mit vielen Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten steht unter dem Motto #einefüralle.

Die Eröffnung wird am Samstag, 8. Juni, 8.30 Uhr, im Rahmen der Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd in der Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 5, mit einem Gottesdienst gefeiert. Sie schließt am Sonntag, 16. Juni, in der Christuskirche Bergheim-Zieverich, Aachener Straße 1, mit einem Begegnungsfest mit Gottesdienst für Jung und Alt, das um 10 Uhr beginnt.

Unterstützung und Beratung für Menschen in Krisen und Notsituationen

Die Diakonie bietet Menschen in Krisen und Notsituationen Unterstützung und Beratung an, unabhängig von Herkunft, Religion, kultureller oder sexueller Identität. So können sich Betroffene der Hochwasserkatastrophe in der Aktionswoche beraten lassen: Von Montag bis Freitag gibt es bei Sorgen und Stress Selbsthilfeberatungstermine, die per E-Mail an silke.kargl@diakonie-koeln.de vereinbart werden können.

Ein Kaffeetreff für Betroffene findet am Dienstag, 11. Juni, 10 bis 12 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus Lechenich, An der Vogelrute 8, statt. Einen Austausch für Betroffene am Freitag, 14. Juni, 15 Uhr, organisiert Daniel Pfeiffer von der mobilen Hochwasserhilfe der Diakonie im Bliesheimer Dorfgemeinschaftshaus, Frankenstraße 63. Die Schuldnerberatung beteiligt sich mit zwei Veranstaltungen: Am Montag, 10. Juni, 15 Uhr, im Evangelischen Gemeindezentrum Arche Bergheim, Hauptstraße 87, und am Mittwoch, 12. Juni, 10 bis 16 Uhr, mit einem Aktionsstand zum Thema „Buy now. Inkasso später.“ auf dem Marktplatz in Brühl.

Ein sommerlicher Second-Hand-Markt am Dienstag, 11. Juni, 16 bis 19 Uhr, im Garten der Evangelischen Kirche Frechen, Hauptstraße 209, und ein Kinonachmittag am Samstag, 15. Juni, 15 Uhr, richtet sich besonders auch an Familien. Schließlich sind alle am Freitag, 14. Juni, 14 bis 20 Uhr, zu einem Sommerfest mit Ausstellung „100 Jahre Diakonie“ in das Johanniter-Stift Brauweiler, Erfurter Straße 2, eingeladen.

Alle Veranstaltungen und aktuelle Informationen gibt es im Internet unter www.einefueralle.diakonie-koeln.de.

Das vollständige Programm zur Woche der Diakonie können Sie hier herunterladen.

Text: APK
Foto(s): APK

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„Friede, Freude, Frauentag!“: Kirchenkreis Rechtsrheinisch lädt zum Frauentag ein

Der Evangelische Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch lädt am Samstag, 15. Juni, zum 5. Evangelischen Frauentag mit dem Titel „Friede, Freude, Frauentag!“ ein. Im Evangelischen Gemeindezentrum Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, sind Frauen aus dem Kirchenkreis und darüber hinaus sowie in ökumenischer Weite willkommen. In ganz unterschiedlichen Workshops können sie sich mit dem Thema Frieden auseinandersetzen.

Es geht um Pazifistinnen und das genaue Lesen von biblischen Geschichten und deren Übertragung auf die heutige Zeit. Aber auch viele kreative Workshops werden angeboten: Es wird gesungen, getanzt, gedichtet und gemalt. Ein Frauengottesdienst und Zeit für Aussprache und Begegnung runden das Programm ebenso ab wie der Auftritt von Brigitte Fulgraff und Lutz Langheinecken mit ihrem Musikkabarett „Aus Spaß an der Freud“.

„Die Workshop-Phasen sind eingerahmt von gemeinsamen Zeiten mit Ihren Freundinnen und denen, die Sie neu kennenlernen oder wiedertreffen. Dazu erwartet Sie eine leckere Mahlzeit, sowie ein fröhliches Live-Konzert am Mittag“, so Ute Verch aus dem Vorbereitungsteam.

Durch den Tag und beim Abschlussgottesdienst begleiten wird ein Bibelwort aus dem Römerbrief: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.“ (Römer 14, 17).

Die Teilnahme kostet 15 Euro. Darin enthalten sind Verpflegung und Programm.

Eine Anmeldung per E-Mail an ute.verch@ekir.de bis Montag, 3. Juni, ist erforderlich.

Den Flyer mit der Anmeldung und den detaillierten Infos können Sie hier herunterladen.

www.kirche-rechtsrheinisch.de

Text: APK
Foto(s): Flyerausschnitt/APK

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„Jeder Name zählt“: Vorstellung der Arbeit der „Arolsen Archives“ – das internationale Zentrum über NS-Verfolgung

„Jeder Name zählt“: Am Mittwoch, 5. Juni, 19 Uhr, wird Henning Borggräfe, neuer Leiter des NS-Dokumentationszentrums in der Melanchthon-Akademie, Sachsenring 6, in die Arbeit der „Arolsen Archives“ einführen – das internationale Zentrum über NS-Verfolgung. Schicksale klären und Vermisste suchen: Das war über Jahrzehnte die zentrale Aufgabe der Arolsen Archives. Bis heute beantworten sie jährlich rund 20.000 Anfragen zu NS-Verfolgten. Durch Forschung und Bildung bringen sie das Wissen über die Nazi-Verbrechen in die heutige Gesellschaft. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist ihr umfangreiches Online-Archiv. Als internationales Zentrum für NS-Verfolgung ist es ihnen ein Anliegen, zur Debatte über Erinnerungskultur, Aufarbeitung der NS-Zeit, politische Verfolgung und Rassismus beizutragen.

Fast alle der 30 Millionen Original-Dokumente in den Arolsen Archives sind bereits online verfügbar. Fotocredit: Arolsen Archives
Fast alle der 30 Millionen Original-Dokumente in den Arolsen Archives sind bereits online verfügbar. Fotocredit: Arolsen Archives

Pfarrer Markus Zimmermann, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord, berichtet am 5. Juni über die durch die „Arolsen Archives“ unterstützte Recherche seiner Familie: Aufgrund seines christlichen Glaubens und seiner daraus resultierenden politischen Haltung war sein Großvater Heinrich Eduard Miesen Häftling im Konzentrationslager Dachau und starb 1947 an den Folgen der schrecklichen Haft.

Die „Arolsen Archives“ in Nordhessen sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes, zur Zwangsarbeit sowie zu Displaced Persons und Migration nach 1945.

Der Eintritt zu der Veranstaltung am 5. Juni ist frei.

Eine Anmeldung ist bei der Melanchthon-Akademie erforderlich.

Text: APK
Foto(s): APK

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Zeichen setzen gegen diskriminierende Politik – Positionspapier des Runden Tisches für Flüchtlingsfragen vorgestellt

Ein Zeichen gegen die „restriktive und diskriminierende Flüchtlingspolitik auf Bundesebene“ hat der Runde Tisch für Flüchtlingsfragen jetzt mit seinem Positionspapier „Für eine humane Aufnahme- und Integrationspolitik“ gesetzt. „Wir erleben derzeit eine bis dahin nicht gekannte unsägliche Kampagne von Teilen der Medien und befeuert aus den Reihen politischer Parteien, um den individuellen Rechtsanspruch auf Asyl für politisch Verfolgte abzuschaffen. Die Probleme vieler Kommunen mit der Unterbringung und Integration von Geflüchteten werden dazu missbraucht, Stimmung zu machen und Ängste zu schüren“, sagte Peter Krücker, Kölner Caritas-Chef und Sprecher des Runden Tisches. Er, Miriam Haseleu, Pfarrerin in Nippes und stellvertretende Sprecherin, sowie Bettina Baum, Leiterin des städtischen Amtes für Integration und Vielfalt, stellten das Papier vor.

Krücker verwies auf das europaweite Erstarken nationalistischer Parteien. „Die kritische Haltung gegenüber einer humanitären Flüchtlingspolitik wurde auch von Parteien im Bundestag übernommen.“ Der Runde Tisch für Flüchtlingsfragen sei seit 20 Jahren ein Erfolgsmodell. Es gebe ein sehr gutes Miteinander der Beteiligten aus Verwaltung, Ratsfraktionen, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen. Dem stimmte Miriam Haseleu uneingeschränkt zu. „Ich bin begeistert, dass Köln solch ein Gremium vorhält. Wir ringen frei und konstruktiv um beste Lösungen.“ Bettina Baum erinnerte daran, dass der Runde Tisch in der Vergangenheit viele Konzepte und Leitlinien für den Umgang mit Geflüchteten auf lokaler Kölner Ebene entwickelt habe.

Das Positionspapier hat acht Punkte. Als erstes gehe es, so Krücker, darum, die Fluchtursachen wieder stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Miriam Haseleu machte darauf aufmerksam, dass es auch darum gehe, eine gerechte Verteilung der Geflüchteten einzufordern. Bettina Baum ist es wichtig, der Öffentlichkeit das Recht auf Asyl zu erklären. Das Asylrecht sei kein ungesteuertes Recht. „Jeder Fall wird geprüft.“ Dass Asylbewerber einreisten wegen einer Zahnbehandlung sei populistischer Quatsch. Die Mitarbeitenden ihres Amtes wollen stärker in der Öffentlichkeit präsent sein und mit den Bürgerinnen und Bürgern Antworten suchen auf die Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen bei der Aufnahme von Geflüchteten.

Peter Krücker erinnerte an die Erfolgsgeschichte der sogenannten Gastarbeiter. Da habe man sehr positive Erfahrungen in Sachen Integration gesammelt. Auch bei den Geflüchteten gebe es viele Potenziale, die man aktivieren könne und müsse. „Geflüchtete sind keine Belastung, sondern eine Chance.“ Nicht zuletzt auf dem Arbeitsmarkt, den man für Geflüchtete öffnen müsse. Miriam Haseleu erinnerte daran, dass es in diesem Land eine große Empathie für Geflüchtete gebe. Das habe sich 2015 gezeigt. „Wir haben eine sehr große Hilfsbereitschaft erlebt. Eine schnelle Eröffnung von Teilhabechancen in allen gesellschaftlichen Bereichen ist der Schlüssel zu einer integrativen Stadtgesellschaft.“

Bettina Baum nannte die Integrationsarbeit „komplex“. Geld sei wichtig. Die Kommunen seien von Bund und Land nicht auskömmlich finanziert, um Integration leisten zu können. Peter Krücker verwies auf die Probleme auf dem Wohnungsmarkt. „In Köln fehlen 80.000 Wohnungen. Geflüchtete leben länger als nötig in Unterkünften mit 500 Personen. Ideal wären Unterbringungen mit 80 Menschen und abgeschlossenen Wohneinheiten.“ Miriam Haseleu betonte noch einmal, wie wichtig Bildung, Ausbildung und Arbeit seien. „Arbeitsverbote hemmen Integration. Wir brauchen eine schnellere Anerkennung von Abschlüssen aus anderen Ländern. Wir brauchen das Recht auf einen Kita-Platz vom ersten Tag an. Dort lernen Kinder am schnellsten die deutsche Sprache.“ Wichtig sei, dass die Menschen miteinander in Kontakt kämen, um menschliche Biographien zugänglich zu machen. „Wenn ich Menschen begegne, kann sich was verändern.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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„Da ging uns das Herz auf“: Mitglieder der Kirchengemeinde Bensberg sind „Unterwegs – gemeinsam im Glauben“

Wenn Ende Mai Pfarrer Jörg Schmidt in Herkenrath im Gottesdienst aus seinem Dienst verabschiedet wird, kann die Pfarrstelle nicht wieder besetzt werden. Es ist ein sehr nüchterner Satz, der am Anfang eines umfassenden Konzeptpapiers steht, das jetzt die beiden Pfarrerinnen Birgit Dwornicki und Marion Rauber, Claudia Heidkamp als bisherige Presbyterin und Prädikantin, neue Presbyterin Sabine Blißenbach und Kristina Scharnke zuständig für Öffentlichkeitsarbeit vorstellten.

Ein Satz, in dem die Chance auf Veränderung, Kreativität im Umgang mit dieser veränderten Situation und die Möglichkeit, sich innerhalb der vier Bezirke der Kirchengemeinde stärker zu vernetzen mitschwingt. Und so gibt es bei diesem Treffen mit den Vertreterinnen der Kirchengemeinde viel zu berichten, viel zu fragen und vor allem viel positive Energie. Denn, so berichtet Pfarrerin Marion Rauber, die Mitglieder der Gemeinde seien von Anfang, unter anderem in zwei Workshops, an in die Diskussionen und in die Ideenfindung des eigens gebildeten Strukturausschusses eingebunden gewesen: „Als wir sahen, wie sehr selbst die Jugendlichen sich in diesen Prozess einbrachten, ging uns das Herz auf.“

Das Motto der Gemeinde „Unterwegs – gemeinsam im Glauben“ passe ganz wunderbar zu den zurückliegenden zwölf Monaten, aber auch zum kommenden Jahr, in dem die geplanten Veränderungen erprobt und eventuell nachjustiert werden sollen, findet auch Pfarrerin Birgit Dwornicki. Im Zuge einer Evaluation im Sommer 2025 würden die Beteiligten ausloten, was besser gemacht werden kann, wo es hakt, ob den Menschen in Bensberg, Herkenrath mit Dürscheid und Immekeppel, Kippekausen sowie Refrath etwas fehle.

Gesamtgemeindlicher Predigtplan

Um das Ausscheiden von Jörg Schmidt aus dem Pfarrdienst zu kompensieren, aber auch, um perspektivisch schon jetzt für 2030 aufgestellt zu sein, wenn der Pfarrstellenrahmenplan nach dem heutigen Stand für Bensberg nur noch 2,5 Stellen vorsieht, hat die Gemeinde also nun ein Konzept erarbeitet, das sich nicht mehr an den Bezirksgrenzen orientiert. Vielmehr gibt es für die Pfarrpersonen und Ansprechpartner und -innen demnächst bezirksübergreifende spezielle Aufgabenfelder. So liegt zum Beispiel Pfarrer Samuel Dörrs Schwerpunkt nun in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Pfarrer Robert Dwornicki betreut die Altenheime, Bildungsarbeit koordiniert Pfarrerin Birgit Dwornicki, Musikprojekte begleitet Pfarrerin Marion Rauber.

Bereits umgesetzt ist ein gesamtgemeindlicher Predigtplan, der vorsieht, dass alle Pfarrpersonen und Prädikanten und Prädikantinnen an allen Gottesdienstorten tätig sind. „Wir wollten so wenig wie möglich am Gottesdienstangebot verändern. Ein paar kleine Abstriche muss es geben, einige Uhrzeiten werden sich ändern“, kündigt Pfarrerin Dwornicki an und versichert zudem, das Herkenrather Gemeindezentrum werde nicht geschlossen. Außerdem soll eine weitere Pfarrperson für ein Jahr den Veränderungsprozess unterstützen.

Anfragen zu Taufen oder Trauungen werden künftig zunächst in den Pfarrbüros geklärt und dann an die Pfarrpersonen weitergeleitet. Bei den Beerdigungen bleibt es übergangsweise bei der bezirklichen Zuständigkeit – Herkenrath, Dürscheid und Immekeppel werden dabei durch das Pfarrerehepaar Dwornicki, Pfarrerin Marion Rauber und Pfarrer Samuel Dörr mitbetreut. „Um hier eine dauerhafte Lösung zu finden, wird es weitere Gespräche geben“, verspricht Pfarrerin Birgit Dwornicki.

Familiengottesdienste und Lagerfeuergottesdienste

Presbyterin Sabine Blißenbach sieht diese Umstrukturierungen als große Chance in den vier Bensberger Bezirken stärker zusammenzuwachsen. „Wir werden deutlich mehr wahrnehmen, was in den anderen Bezirken stattfindet, werden uns besser vernetzen und können passgenau auf die Bedürfnisse der Menschen reagieren.“

Die sollen übrigens auch weiterhin als Ideengeber mitgenommen werden. Denn geplant sind für jeden zweiten, vierten und gegebenenfalls fünften Sonntag im Monat besondere Gottesdienste, die immer im Wechsel um 11 Uhr in Herkenrath und Bensberg stattfinden. Ob es nun Familiengottesdienste sind, Lagerfeuergottesdienste, ob es besondere Musik oder spezielle Schwerpunkte geben soll – die Mitglieder der Gemeinde können Vorschläge machen. Die klassischen Gottesdienste am ersten und dritten Sonntag finden um 9.30 Uhr in Herkenrath und um 11 Uhr in Bensberg statt. So ist es möglich, dass eine Pfarrperson beide Gottesdienste hält.

Am Ende des Gesprächs steht dann wieder ein Satz, der aber nicht so nüchtern ist. So erklärt Pfarrerin Birgit Dwornicki nachdrücklich: „Die Stimmung in unserer Kirche in Bensberg sagt ein klares ,Ja, wir wollen das, wir tragen das mit‘. Und darüber freuen wir uns!“

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Unsere Wochentipps: Come-Together-Cup Köln an Fronleichnam und Demo der KSSQ

Unsere Wochentipps stehen ganz im Zeichen des Fußballs: Morgen findet der Come-Together-Cup Köln statt, bei dem die Evangelische Kirche in Köln und Region erstmals mit einem eigenen Fußballteam antritt – das „Fußballfest der Vielfalt“. Am Samstag veranstalten die Frechener Kirchen einen Aktionstag, bei dem sie ihr vielfältiges Angebot präsentieren. An diesem Tag findet im Vorfeld der Europawahl auch eine Demo gegen Rechtsextremismus an der Deutzer Werft statt. Am Sonntag wird in der Versöhnungskirche Ehrenfeld ein Konzert der Ehrenfelder Abendmusik-Reihe stattfinden, bei dem das Quartett „Le Quatuor Romantique“ ein spanisches Programm präsentiert. Im Altenberger Dom gibt es geistliche Musik mit Guilia Biagetti. Am 5. Juni wird in der Melanchthon-Akademie die Arbeit der „Arolsen Archives“ vorgestellt, die das umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus weltweit beinhaltet.

30.05.2024, 08:30
Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
Rhein-Energie-Stadion, Jahnwiese, 50933 Köln
Come-Together-Cup Köln an Fronleichnam
„Fußballfest der Vielfalt“ findet auf den Jahnwiese vor dem Stadion statt
Beim 30. Come-Together-Cup in Köln am Donnerstag, 30. Mai, 8.30 Uhr bis 20 Uhr, wird die Evangelische Kirche in Köln und Region zum ersten Mal mit einem Fußballteam „Ev. Kirche Köln“ antreten. Die Mannschaft besteht aus Mitarbeitenden des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, des Diakonischen Werks Köln und Region sowie Freunden. Das „Fußballfest der Vielfalt“ für Jung und Alt wird mit 90 Teams, bestehend aus 30 Frauen-, 36 Männer-, 18 Mixed- und sechs Inklusion-Freizeitfußballteams, in 250 Turnierspielen, geleitet von rund 40 Schiris, auf 15 Rasen-Kleinfeldern, ausgetragen. Die Endspiele beginnen um 18.45 Uhr und werden von der Siegerehrung gekrönt, die um 19.30 Uhr stattfindet. Zum Begleitprogramm des großen Familienfestes auf den Vorwiesen des Rhein-Energie-Stadions gehören Auftritte von Cat Ballou (20.30 Uhr), Kinder-Rockband Pelemele (15.30 Uhr), den Pink Poms (17.30 Uhr), der Stattgarde Colonia Ahoj (18.15 Uhr), DJ Blues (14 Uhr) und vielen anderen. Viele Einrichtungen und Vereine präsentieren sich mit einem Informationsstand auf dem Boulevard der Vielfalt (12 bis 20 Uhr). Die Live-Kommentierung des Promi-Spaß-Kicks, der um 16 Uhr beginnt, übernimmt Robby Hunke. Im Anschluss an die Spiele wird gemeinsam eine Party gefeiert.
www.come-together-cup.de

01.06.2024, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Frechen
Evangelische Kirche, Hauptstraße 209, 50226 Frechen
Ökumenischer Aktionstag der Frechener Kirchen
Drei Kirchen präsentieren ihr Angebot und laden zum Mitmachen ein
Im Rahmen des Aktionstags Frechener Kirchen mit dem Untertitel „vielfältiger als Du denkst“ möchten die katholische Gemeinde, die neuapostolische Gemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Frechen am Samstag, 1. Juni, 10 bis 16 Uhr, ihre vielfältigen Angebote bekannter machen und Menschen zum Mitmachen gewinnen. Im Evangelischen Kinder- und Jugendzentrum „JoJo“, Alte Straße 214-216, werden alle 30 Minuten Graffiti-Workshops (11 bis 13 Uhr) für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 17 Jahren sowie Afrikanisches Trommeln (12.30 Uhr bis 13.30 Uhr) angeboten. Das Gartencafé des Evangelischen Sozialdienstes, Garten der Evangelischen Kirche Frechen, Hauptstraße 209, hält ab 11 Uhr Waffeln und Getränke bereit. Ebenfalls um 11 Uhr startet dort eine Pflanzentauschbörse. In der Kirche finden eine Orgelführung (12 Uhr), eine Andacht des Bibelkreises (13 Uhr) sowie ein Konzert des Flötenkreises mit Schnupperprobe (14 Uhr) statt. Alle Veranstaltungen können unter www.aktionstag-frechener-kirchen.de nachgelesen werden. Die Schirmherrschaft für den Aktionstag hat Bürgermeisterin Susanne Stupp übernommen.
www.aktionstag-frechener-kirchen.de

01.06.2024, 15:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Deutzer Werft, 50679 Köln
„Keine Stimme den Rechtsextremisten“
Große Demonstration und Konzert an der Deutzer Werft
Unter dem Motto „Keine Stimme den Rechtsextremisten“ laden Arsch Huh e. V. und „Köln stellt sich quer“ (KSSQ) am Samstag, 1. Juni, 15 Uhr, zu einer Demonstration an der Deutzer Werft ein. Im Vorfeld der Europawahl am 9. Juni wollen die Veranstalter ein Zeichen der Vielfalt und des Lautwerdens gegen Rechtsextremismus setzen. Neben Reden wird es viel Musik von lokalen Künstlerinnen und Künstlern aus Köln geben. Im Bündnis KSSQ haben sich seit 2008 Vertreterinnen und Vertreter aller großen Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, demokratischer Parteien im Kölner Rat, Vereinen, Verbänden und Bürgerinitiativen zusammengefunden. Das gemeinsame Ziel ist es, das demokratische, gleichberechtigte und friedliche Zusammenleben in Köln zu fördern – für Menschenwürde, Vielfalt und Freiheit.
www.kssq.de

02.06.2024, 14:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal
Geistliche Musik mit Guilia Biagetti
Es erklingen Orgelwerke verschiedener Komponisten
Geistliche Musik mit Werken von Johann Peter Kellner, Gordon Balch Nevin, Paul Richter, William M. Runyan, Hans-André Stamm präsentiert Giulia Biagetti (Orgel) am Sonntag, 2. Juni, 14.30 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2. Der Eintritt ist frei, es werden Spenden für die evangelische Kirchenmusik gesammelt.
www.altenberg-dommusik.de

02.06.2024, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Versöhnungskirche, Eisheiligenstraße 32-42, 50825 Köln
„Le Quatuor Romantique“ spielt ein spanisches Programm
Konzert aus der Reihe Ehrenfelder Abendmusik
„Belle Fille de Seville“ ist der Titel der nächsten Ehrenfelder Abendmusik am Sonntag, 2. Juni, 18 Uhr, in der Versöhnungskirche, Eisheiligenstraße 32-42. Die Musiker von „Le Quatuor Romantique“ entführen mit Musik von Charles Gounod, Chabrier, Waldteufel und anderen das Publikum in die Konzerthäuser und Salons des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Vassili Voronin (Violine), Edward John Semon (Violoncello), Joachim Diessner (Harmonium) und Pascal Schweren (Klavier) tragen ein spanisches Programm – oder was man seinerzeit dafür hielt – vor. Es erklingt Musik von Charles Gounod, Emmanuel Chabrier, Émile Waldteufel und anderen vor. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.
www.evangelisch-ehrenfeld.de

05.06.2024, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Sachsenring 6, 50677 Köln
„Jeder Name zählt“
Die Arbeit der „Arolsen Archives“
Am Mittwoch, 5. Juni, 19 Uhr, wird Henning Borggräfe, neuer Leiter des NS-Dokumentationszentrums in der Melanchthon-Akademie, Sachsenring 6, in die Arbeit der „Arolsen Archives“ einführen. Pfarrer Markus Zimmermann, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord, berichtet über die durch die „Arolsen Archives“ unterstützte Recherche seiner Familie: Aufgrund seines christlichen Glaubens und seiner daraus resultierenden politischen Haltung war sein Großvater Heinrich Eduard Miesen Häftling im Konzentrationslager Dachau und starb 1947 an den Folgen der schrecklichen Haft. Die „Arolsen Archives“ in Nordhessen sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes, zur Zwangsarbeit sowie zu Displaced Persons und Migration nach 1945. Der Eintritt ist frei.
www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft: „Ihr seid alle Gottes Tempel“ – Konzert zur Fusion

Die Kirchengemeinden an der Erft haben einiges hinter sich. Zum 1. Januar 2021 wurden die Gemeinden Bergheim, Zieverich, Elsdorf einerseits und Quadrath-Ichendorf andererseits zusammengeführt und zur Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft fusioniert. Zum 1. Januar 2024 wurde noch Bedburg fusioniert. Das sollte jetzt gefeiert werden mit einem festlichen Konzert zur Fusion der Kirchengemeinden an der Erft.

Geistliches Wort von Superintendent Markus Zimmermann

Bevor die musikalischen Darbietungen starten konnten, bestieg Pfarrer Markus Zimmermann, Superintendent Kirchenkreis Köln-Nord, die Kanzel, um die Gemeinde und alle Teilnehmer zu begrüßen. „Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Veranstaltung“, rief der Superintendent aus. Dann orientierte er sich an einem Wort von Paulus: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid? Schaut euch um, wie viele Menschen hier sitzen, wie wunderbar Gottes Tempel ist.“ Paulus sagt, dass wir diese Schätze im Tempel seien, lebendige Steine. „Wir sind von Gott berufene Schätze, die alles aufrechterhalten. Das ist noch ein Grund, herzlichen Glückwunsch zu sagen. Ich freue mich auf die Musik aus vier Jahrhunderten“. Wichtig sei, dass wir aufhören zu klagen, weil wir kleiner werden. „Wir dürfen uns nicht kleiner reden, als wir sind. Ich freue mich darauf, dass Sie in den ganzen Orten weiter segensreich wirken werden. Das tun Sie zum Wohle der Menschen, die hier wohnen. Deshalb lasst uns kräftig feiern. Danke für alles, was Sie hier auf die Beine gestellt haben“. Mit einem gemeinsamen Vaterunser war der gesprochene Teil dann auch beendet, mit viel Applaus wurde der Superintendent auf seinen Platz begleitet und gleichzeitig der erste Chor empfangen.

Die Idee: Alle, die Musik machen, sind dabei

„Man muss etwas zurücklassen, aber auch Sinn für das Neue haben“, so war der allgemeine Tenor bei dieser Veranstaltung. Kreiskantor Thomas Pehlken hatte in diesem Sinne alle Chöre, Orchester und Bands aus der gesamten Gemeinde zusammengetrommelt, damit alle in der Christuskirchen ihr Können zeigen konnten. „Man findet so viele unterschiedliche Stile von Barock über Klassik bis hin zu Pop“, ist Thomas Pehlken stolz auf die musikalische Vielfalt in der gesamten Gemeinde. „Wir konnten nur leider nicht alles berücksichtigen, das hätte den Rahmen gesprengt.“ Die Botschaft war allerdings ganz klar: „Wir sind eine Familie, wir gehören zusammen.“

Insgesamt zehn Stücke aus vier Jahrhunderten konnte die Gemeinde genießen, von bekannten deutschen und englischen Chormelodien über kölsche Musik bis hin zu einer Händel-Sonate war die Vielfalt gewaltig. Nach jedem Stück wurde umgebaut, mal wechselte der Chor, mal musste ein Schlagzeug aufgebaut werden, was allerdings alles rasend schnell ging. Orgel, Geige und Trompete erklangen mit einer guten Akustik von der hinteren Empore. Als furioses Finale hatte Thomas Pehlken „Du Herr, gabst uns Dein festes Wort“ nach dem Spiritual „It’s me, oh Lord“ so arrangiert, dass alle Mitwirkenden hier zusammen auftraten. Eines hat jeder gespürt, der dabei war –hier ist ein großes Gemeinschaftsgefühl gewachsen.

Text: Dr. Klemens Surmann
Foto(s): Dr. Klemens Surmann

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Ausnahmekünstler in der Trinitatiskirche: Stefan Palm spielt einen Orgelabend an Fronleichnam

An Fronleichnam wird der renommierte Organist Stefan Palm in der Kölner Trinitatiskirche ein faszinierendes Programm mit Werken von Bach, Widor und de Grigny präsentieren.

Stefan Palm.
Stefan Palm.

Die Vita von Stefan Palm ist eindrucksvoll: Er ist heute Professor für Orgel und Rektor der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg. Palm studierte zuerst Kirchenmusik in Köln und legte dort als bislang einziger Student drei Konzertexamen ab: neben dem Konzertexamen in Orgel auch das in Cembalo und Klavier. Als Stipendiat erwarb er zusätzlich den „Master of Music“ an der Juilliard School in New York. Er wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet: Internationaler Musikwettbewerb der ARD in München, Bach-Preis Wiesbaden, ION Nürnberg, Liszt-Wettbewerb Budapest, Karl Richter Wettbewerb Berlin, Internationaler Orgelwettbewerb Speyer.

Er geht einer internationalen Konzerttätigkeit als Solist oder begleitet von renommierten Orchestern nach. So musizierte er mit dem Peking Symphony Orchestra dem Radio-Symphonieorchester Wien, dem Tallinn Chamber Orchestra, den Bochumer Symphonikern, der Nordwestdeutschen Philharmonie und weiteren bekannten Orchestern. Zahlreiche berühmte Konzertorte und Kirchen hat Palm bereits weltweit bespielt. Unter anderem den Konzertsaal der „Verbotenen Stadt“ in Peking, die Concerthall Hongkong, das Kyoto Cultural Center und das Wiener Konzerthaus. Außerdem die Kathedralen von Tokyo und Moskau, die Orgeln der Trinity Church an der Wall Street und St. Patrick’s Cathedral in New York oder auch die Kirche La Madeleine in Paris. Stefan Palm ist auch regelmäßiger Gast bei vielen deutschen und internationalen Rundfunkanstalten wie WDR, Bayerischer Rundfunk, 3SAT, Schweizer Rundfunk, Finnischer und Estnischer Rundfunk und BBC und hat zahlreiche CD-Aufnahmen eingespielt.

„Ein spannendes und klangschönes Programm“

Wie immer am letzten Donnerstag eines Monats lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zum Konzert ein, in diesem Monat findet das Konzert sogar am Feiertag statt. Wolf-Rüdiger Spieler, der als Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche diese Konzertreihe seit 2010 zusammenstellt, freut sich besonders auf diesen sommerlichen Orgelabend ab 19.30 Uhr am Filzengraben 4: „Es ist gelungen, für dieses Konzert mit Stefan Palm einen wirklichen Ausnahmekünstler zu gewinnen. Zugleich“, so Spieler weiter, „erwartet uns ein spannendes und klangschönes Programm mit Orgelmusik aus Deutschland und Frankreich von de Grigny, Bach und Widor“.

Auch das Programm ist sehr vielversprechend. Stefan Palm hat es mit „Veni creator – Komm, Heiliger Geist!“ überschrieben. „Damit nimmt der Solist direkten Bezug auf das Pfingstfest“, erläutert Wolf-Rüdiger Spieler. Das Konzert beginnt mit einer mehrsätzigen Vertonung des alten Hymnus „Veni Creator“ von Nicolas de Grigny (1672-1703). Im zweiten Teil des rund einstündigen Programms steht Johann Sebastian Bach (1685-1750) im Mittelpunkt. Drei große Choralbearbeitungen werden von Präludium und Fuge in Es-Dur (BWV 552) eingerahmt. Im dritten Teil des Konzertes erklingt wieder französische Musik von Charles-Marie Widor (1844-1937) aus dessen Symphonie Nr. 5 f-Moll.

„Seine Programmzusammenstellung hat Stefan Palm perfekt auf die Stärken und Möglichkeiten der Klais-Orgel der Trinitatiskirche abgestimmt, verfügt das Instrument doch über besonders hohe Qualitäten im barocken und französisch-romantischen Stil“, erläutert Wolf-Rüdiger Spieler. „Wir dürfen uns somit an Fronleichnam auf eine sehr authentische und virtuose Interpretation der deutsch-französischen Musik freuen.“

Der Eintritt ist wie immer frei – am Ausgang kann eine freiwillige Spende gegeben werden.

Das Programm steht zum Nachlesen auch auf der Seite www.trinitatiskirche-koeln.de.

Text: APK
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler/Stefan Palm privat

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Seelsorge-Ausbildung „Lebenswege begleiten“: Neuer Kurs für Ehrenamtliche startet im August 2024

An Menschen, die in verschiedenen Arbeitsfeldern der Seelsorge andere Menschen begleiten möchten, richtet sich der zweistufige Fort- und Ausbildungskurs „Lebenswege begleiten“, der vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region von August 2024 bis September 2025 angeboten wird. In den einzelnen Kursteilen können die Teilnehmenden ihre kommunikative, ethische, personale und geistliche Kompetenz schulen und erweitern.

Der Basiskurs mit insgesamt 50 Unterrichtsstunden ist eine Fortbildung in Gesprächsführung, mit der die Ehrenamtlichen zum Beispiel im Besuchsdienst einer Kirchengemeinde mitarbeiten oder Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheimes begleiten können. Dieser Kurs ist einzeln buchbar. Zusammen mit dem Aufbaukurs (weitere 100 Unterrichtsstunden) qualifiziert die Ausbildung gemäß den Richtlinien der Evangelischen Kirche im Rheinland zur seelsorglichen Arbeit in den Bereichen Besuchsdienst, Altenheim-, Krankenhaus-, Gefängnis-, und Gehörlosenseelsorge. Ein Interview mit Pfarrerin Dagmar Schwirschke:

Welche Kursinhalte erwarten die Teilnehmenden?

Dagmar Schwirschke: Der Basiskurs kann als eigenständiger Kurs gebucht werden, von Menschen, die schon in der Gemeinde unterwegs sind – zum Beispiel im Altenheim – und die sich gerne in Gesprächsführung weiterbilden möchten. Diejenigen, die eine qualifizierte Seelsorgeausbildung machen, nehmen dann den Aufbaukurs dazu. Dieser baut auf dem Basiskurs auf, das heißt, der Basiskurs und der Aufbaukurs fließen thematisch ineinander über und die Aufbaukursmodule werden vertieft. Es gibt fünf Grundmodule. Ein Modul ist die kommunikative Kompetenz. Das bedeutet, dass die Teilnehmenden lernen, was Kommunikation ausmacht auf theoretischer Ebene, aber es gibt auch verschiedene Übungen zu dem Thema: Welche Mechanismen greifen in der Kommunikation? Beim Grundmodul ethische Kompetenz geht es um eigene Haltungen, Normen und Werte – und diese werden dann mit biblischen Grundhaltungen und Erfahrungen in Beziehung gebracht. In diesem Grundmodul werden auch psychologische Grundlagen besprochen und rechtliche Aspekte werden hier bedacht. Beim Modul „Personale Kompetenz“ richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung der eigenen Person: Wer bin ich, wo komme ich her, welche Erfahrungen bringe ich aus meinem Leben mit und welche Bedeutung hat dies im Kontext seelsorglichen Miteinanders? Die geistliche Kompetenz ist das nächstes Modul, bei dem sich die Teilnehmenden mit dem eigenen Glauben und der eigenen Spiritualität auseinander setzen – auch mit Ritualen, mit Segenshandlungen, Gebeten und weiteren liturgischen Elementen oder Themen wie Tod, Sterben, Trauer, Schuld und Vergebung. Dann schließt sich die Feldkompetenz an, in dem Feld, in dem der Teilnehmende seinen Dienst tun will – wenn ich zum Beispiel im Krankenhaus arbeiten will, sollte ich wissen, welche Menschen dort arbeiten, wie ein Krankenhaus organisiert ist, worauf zu achten ist und wo sich meine Position in diesem Gefüge befindet. Das ist wichtig, um selbst gut arbeiten und für andere da sein zu können.

Wer kann sich bei der Ausbildung anmelden?

Dagmar Schwirschke: Die Ausbildung ist gedacht für Menschen, die evangelisch sind und die sich in einer der Gemeinden des Verbandes oder in einer Funktion dessen ehrenamtlich betätigen möchten. Vom Alter her sind wir sehr offen, wir haben Menschen, die noch keine 30 Jahre alt sind, und Menschen, die über 70 Jahre alt sind. Wir führen mit jedem Interessenten ein Bewerbungsgespräch, um jeden persönlich kennen zu lernen. Es gibt keine beruflichen Voraussetzungen. Wichtig ist, Interesse und Motivation für diese Arbeit mitzubringen – und eine gewisse psychische Stabilität. Während der Ausbildung werden die Teilnehmenden durch die Ausbildungsleitung begleitet und nach der Ausbildung finden regelmäßige Supervisionsangebote statt. Es gibt immer wieder Situationen, die für jeden von uns belastend sein können, und von daher ist es wichtig, im Austausch zu sein, begleitet zu werden und einen Ansprechpartner an der Seite zu wissen, um das Gefühl haben zu können, in seinem Dienst getragen zu sein.

Haben sich schon viele Menschen fürs nächste Jahr angemeldet?

Dagmar Schwirschke: Im Moment haben sich sechs Interessierte für den Kurs angemeldet. Zwölf bis 14 Teilnehmende können wir im Kurs mitnehmen, so dass wir gut miteinander arbeiten und im Gespräch sein können. Der neue Flyer mit allen wichtigen Informationen ist gedruckt und liegt in den Kirchengemeinden aus. Ich würde mich sehr auf weitere Anmeldungen freuen. Denn wir machen die Erfahrung, dass die Ehrenamtlichen, die sich für unsere Kurse anmelden, eine große Offenheit für das mitbringen, was sie erwartet – verbunden mit einer unglaublichen Motivation. Mir macht das große Freude, mit so hochmotivierten Menschen zu arbeiten und ich fühle mich immer wieder aufs Neue beschenkt. Für mich ist es einfach etwas ganz Besonderes, dass es Menschen gibt, die sich in diese Ausbildung begeben, um dann von ihrer Zeit und Kraft ohne Gegenleistung und ohne Erwartung etwas an andere Menschen abzugeben. Ich finde das nicht selbstverständlich und einen unglaublichen Schatz in unserer Kirche.

Mehr Informationen:

Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos. Die Teilnehmenden verpflichten sich, nach der Ausbildung zwei Jahre ehrenamtlich in ihrem Seelsorgefeld mitzuarbeiten. Ort der Ausbildung ist die Melanchthon-Akademie, Sachsenring 6, in 50677 Köln. Anmeldungen oder Nachfragen zur Ausbildung können per E-Mail an Pfarrerin Dagmar Schwirschke dagmar.schwirschke@ekir.de gerichtet werden.

www.ehrenamt.kirche-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK

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