Gottesdienst zum Abschluss des 6. Kurses der Ausbildung in Seelsorge für Ehrenamtliche

„Ich bin unendlich dankbar, dass Sie sich schicken lassen. Dass Sie sagen, ja, wir stellen uns dem, mit dem, was wir haben, mit dem, was kommt und was wir gelernt haben.“ Mit diesen und weiteren ermutigenden Worten würdigte Superintendent Torsten Krall in der Kartäuserkirche sechs Frauen und Männer, die nach ihrer rund 1,5-jährigen Fort- und Ausbildung in Seelsorge für Ehrenamtliche im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region ihre Bescheinigungen erhielten. Wertschätzend-stärkend ging ebenso Pfarrerin und Ausbildungsleiterin Dagmar Schwirschke eindrücklich auf die Freiwilligen ein. Auf deren Bereitschaft, „Menschen in unterschiedlichen, oft auch schwierigen und bedrängenden Situationen seelsorglich begleiten zu wollen“.

„Lebenswege begleiten“ heißt das Angebot des Kirchenverbandes zur zweistufigen Fort- und Ausbildung in Seelsorge. Es umfasst einen Basis- und Aufbaukurs. Mit ihren erweiterten und vertieften Kompetenzen sind die Teilnehmenden beziehungsweise Absolventen anschließend in verschiedenen Arbeitsfeldern der Seelsorge tätig.

Zum Kursabschluss steht obligatorisch neben einem internen Kolloquium ein gemeinsamer Gottesdienst auf dem Plan. So begrüßte Schwirschke im Gotteshaus in der Kölner Südstadt auch Angehörige, Freunde und Freundinnen der Ehrenamtlichen. Sie hieß deren hauptamtlichen Mentorinnen und Mentoren willkommen sowie mit Silke Schmidt und Hartmut Melenk zwei Mitglieder des Verbandsvorstandes. Der die Feier mitgestaltende Pfarrer Torsten Krall, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, ist im Kirchenverband für die Seelsorgebereiche und damit auch für die Ausbildung Ehrenamtlicher in Seelsorge zuständig.

Herzlich begrüßte die Pfarrerin auch ihren Ende Mai letzten Jahres in den Ruhestand verabschiedeten „geschätzten Kollegen Karsten Leverenz“. Mit ihm habe sie gemeinsam noch den Basiskurs durchgeführt und den Aufbaukurs alleine geleitet. Schwirschke nannte die sechs Teilnehmenden anerkennend eine „sowieso besondere Gruppe, aber ,anders‘ besonders“. Gerade deswegen, weil sich deren Mitglieder stets brillant auf neue Situationen wie diese eingestellt sowie gegenseitig begleitet und mitgetragen hätten.

In der Vorbereitung des Gottesdienstes kam Schwirschke als passender Text für den Anlass das Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“ (Lk 10, 25-37) in den Sinn. In ihrer Predigt verdeutlichte sie den Grund. „Mit Blick auf die Geschichte vom barmherzigen Samariter finde ich das ein sehr zugewandtes, einfühlsames, ja barmherziges und auch liebevolles Miteinander“, würdigte Schwirschke. Der Samariter sei ein Mensch, „der tut einfach, was ,dran‘ ist. Er kommt an dem Verletzten vorbei, er schaut genau hin, er nimmt wahr, was er sieht und er lässt sich davon anrühren.“

Der Helfende wirke „ganz und gar unaufgeregt“ und „vollkommen konzentriert in seinem Tun“. Er sei „ganz bei seinem Gegenüber und bei dem, was jetzt in diesem Moment hilfreich sein könnte oder auch getan werden muss“.

Für den Moment gehe es nur am Rand darum, wer der Verletzte sei, wo er herkomme und wo er hin wolle. „Vielmehr steht im Vordergrund, wie es diesem Menschen in diesem Moment, in dieser Situation geht“, lenkte Schwirschke den Blick auf den Einsatz der anwesenden Ehrenamtlichen. „Vieles von der Haltung des barmherzigen Samariters ist auch auf die seelsorgerische Begleitung übertragbar und auf den Umgang mit Menschen, deren Erfahrungen ihre Seele verletzt haben.“ Schon während ihrer Ausbildung hätten die Ehrenamtlichen häufiger Menschen in schwierigen seelsorgerischen Situationen erlebt und begleitet. Schwirschke nannte verschiedene, „alles nicht einfache“ Themen, darunter Flucht und Migration, Angst und Resignation, Tod und suizidale Gedanken. „Sie waren da, waren wach und präsent und sie haben aufmerksam wahrgenommen, auf welche Weise Sie ihrem Gegenüber Unterstützung sein können.“

Schwirschke hob einen weiteren wichtigen Aspekt in der Geschichte vom barmherzigen Samariter hervor. Nachdem dieser die weitere Versorgung des Verletzten sichergestellt habe, sei er zurückgekehrt in seinen Alltag. Diese Haltung nannte die auch in der Gehörlosenseelsorge des Kirchenverbandes und als Gestalttherapeutin tätige Pfarrerin einen weiteren wesentlichen Gesichtspunkt im seelsorgerischen Handeln. „Das Ende des Gesprächs vorzubereiten; zu schauen, ob noch jemand eine Information braucht; das Gegenüber wieder sich selbst zu überlassen und, wenn nötig, an andere zuständige Menschen abzugeben.“ Das Zurückgehen in sein eigenes Leben bedeute notwendige Abgrenzung und Selbstfürsorge.

„Was habt Ihr zu geben?“

Beides stehe in der Geschichte vom barmherzigen Samariter in gleicher Weise nebeneinander: „Die Fürsorge für den Nächsten.“ Zugleich die Fürsorge für sich selber aufmerksam wahr und die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen. Mit beidem brächten wir zum Ausdruck, „wie sehr wir Gott lieben und ehren“. Umgekehrt werde in beidem auch deutlich, wie sehr Gott uns liebe: „Dass er für uns da ist und spürbar wird in der Begleitung von Menschen. Und dass es für ihn genauso wesentlich ist, dass wir auch unsere eigene Seele gut versorgen.“ Schwirschke wünschte den Ehrenamtlichen, dass sie „in ihrem Dienst immer wieder beides spüren können“.

Auch Krall thematisierte ein zum Anlass passendes Bibelwort. Nachdem Jesus einmal stundenlang zu einer sehr großen Menschenmenge gesprochen habe, hätten ihn die Jünger in Sorge um die hungrigen und durstigen Zuhörenden gebeten, diese „jetzt mal gehen zu lassen“. Jesus habe zugestimmt. „Ja, es gibt ein Problem, ihr habt es erkannt, ihr habt es gesehen, ihr habt mitgefühlt“, fasste Krall dessen Reaktion zusammen. „Jetzt seid ihr dran. Was macht ihr jetzt, sorgt ihr für sie?“, habe er die überraschten Jünger gefragt. „Was habt ihr, was könnt ihr den Leuten geben?“ Schließlich seien fünf Brote und zwei Fische zusammengekommen.

„Was habt Ihr zu geben?“, sprach Krall die Ehrenamtlichen direkt an. Und beantwortete seine rhetorische Frage selbst: „Ihr habt die Not erkannt, sonst wärt Ihr nicht hier. Ihr erkennt, wie es den Leuten geht. Womit geht ihr raus? Die Geschichte endet ja damit, dass am Ende alle satt werden. Man kann es sich nicht richtig erklären. Es ist ein Wunder.“ Krall glaubt, dass es diese Dimension auch im seelsorgerischen Gespräch gibt. „Womit komme ich eigentlich dahin, womit kann ich anderen in schlimmen Lagen wirklich helfen?“ Wenn man Menschen unterstützen wolle, wenn trotz Schwierigkeiten ein Gespräch zustande komme und man in Kontakt bleibe, „was geschieht dann eigentlich“, fragte der Pfarrer: „In seelsorgerischen Gesprächen geschieht ein Wunder und Menschen werden satt.“

Die Ehrenamtlichen kämen mit dem, was sie hätten. „Sie bringen Engagement mit. Sie wissen genau, wo ihre Grenzen sind.“ Sie vertrauten auf die Anwesenheit Jesu. Und darauf, dass im Gespräch mit dem Gegenüber etwas geschehe. „Es kann und wird Gutes geschehen, auf die eine oder andere Weise“, ermutigte der Stadtsuperintendent. „Das ist ein großes Versprechen. Wir haben erlebt, dass es wahr wird.“ Nach einem persönlichen Dank betonte der Seelsorger, dass es viele Menschen gebe und geben werde, „die sehr dankbar sind, dass Sie das machen“. Bevor man zu einer kleinen Feier in das Nachbargebäude wechselte, überreichte Krall als „kleines äußerliches Zeichen“ den sichtlich erfreuten Ehrenamtlichen „eine Bescheinigung darüber, dass Sie mehr haben als fünf Brote und zwei Fische“.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Synode beschließt „Doppelspitze“ – Nachrichten von der Frühjahrssynode 2024 des Ev. Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch

Mit einem Kreativ-Gottesdienst eröffneten Pfarrerin Jennifer Scheier aus Lindlar, Pfarrerin Janneke Botta und Katharina Haubold von den beymeistern, einem Erprobungsraum des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, die Frühjahrssynode des Kirchenkreises. Die Kirche am Vürfels war in Bereiche eingeteilt: dort wurde zum Beispiel gesungen oder gesegnet oder gebetet.  An einem Tisch konnte man sich mit Lego seine Kirche bauen. An einem Kleiderhaken hing ein Talar, mit dem, wer wollte, auf Tuchfühlung gehen konnte, und auch über kreative Zugänge zum Bibeltext aus Epheser 2 sollte Gottesbegegnung möglich gemacht werden. Im Bürgerzentrum Steinbreche in Refrath wurden im Anschluss mit den Beratungen die Synode fortgesetzt. Superintendent Torsten Krall erinnerte in seiner Begrüßung an die Barmer Bekenntnissynode, die vor fast auf den Tag genau vor 90 Jahren getagt hat. „Sie hat den Boden bereitet, auf dem wir heute stehen.“ Man solle immer daran denken, dass Synoden eine starke Kraft hätten. „Sie ist da, auch wenn sie manchmal unter Tagesordnungspunkten verborgen ist.“

Wahlen

Wahlen für die Abgeordneten zur Landessynode stand zuerst im Mittelpunkt der Beratungen. Eva Rath stellte als Vorsitzende des Nominierungsausschusses die Kandidatinnen und Kandidaten vor. Die Delegierten wählten Pfarrer Thomas Fresia, Pfarrer in der Brückenschlag-Gemeinde Stammheim/Flittard und in Dünnwald, zum theologischen Abgeordneten des Kirchenkreises bei der Landessynode, Pfarrer Sebastian Baer-Henney, Pfarrer in Mülheim und in der Kasualagentur, vertritt ihn. Als nicht-theologische Abgeordnete werden Manguela Fokuhl aus Porz und Katharina Haubold aus Mülheim entsandt. Sie werden vertreten von Martina Schönhals aus Dellbrück/Holweide und Claudia Heidkamp aus Bensberg.

Doppelspitze

Mit großer Mehrheit sprach sich die Synode dafür aus, dass der Kirchenkreis in Zukunft von einer „Doppelspitze“ geleitet wird. Der Kreissynodalvorstand hatte vorab darüber beraten und der Synode die Doppelspitze empfohlen. Beide Personen sollen das Superintendentinnen- und Superintendentenamt gleichberechtigt innehaben. Die Kirchenleitung hat hierzu eine sogenannte Erprobungsverordnung erarbeitet. Das musste geschehen, weil eine Doppelspitze in der Kirchenordnung nicht vorgesehen ist. So können, vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung durch die Leitung der Landeskirche, im Ev. Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch in Zukunft zwei Superintendenten oder Superintendentinnen gewählt werden. Das Amt des Assessors oder der Assessorin fällt weg. Beide Superintendentinnen beziehungsweise Superintendenten sind stimmberechtigte Mitglieder des Kreissynodalvorstandes und der Kreissynode. Die Vertretungsberechtigung für den Kirchenkreis besteht für beide in gleicher Weise. An der Landessynode nimmt nur eine Superintendentin oder ein Superintendent als stimmberechtigtes Mitglied teil. „Letztlich arbeiten wir ja seit unserer Wahl als Doppelspitze. Kerstin Herrenbrück und ich haben aufgeteilt, wer für welche Gemeinden zuständig ist“, erklärte Superintendent Torsten Krall. Auch seine Kollegin, die noch als Assessorin amtiert, lobte die Zusammenarbeit: „Das geht alles Hand in Hand“ und bedankt sich bei der Synode für das so eindeutige Votum für eine neue Form von Kirchenkreisleitung.  Die Doppelspitze kann nach dem Beschluss voraussichtlich auf der Herbstsynode des Kirchenkreises gewählt werden.

Innovationszentrum

Aufgegeben hat die Synode das Vorhaben, ein Zentrum Innovation im Kirchenkreis einzurichten. Es scheiterte an den Finanzen. Außerdem zeigt die Landeskirche neuerdings viel Initiative im Bereich Innovation. Im Mai 2023 hatte die Synode intensiv über Chancen und finanzielle Risiken diskutiert. Sebastian Baer-Henney begründete den Schlussstrich unter dem Projekt: „Wir haben nicht mehr die Mittel, die wir vor einem Jahr zu haben glaubten. Und andere haben uns links überholt.“ Er hofft, dass die Gemeinden, auch ohne das Innovationszentrum neue Ideen entwickeln und miteinander austauschen werden.

Regionen im Kirchkreis

Synodalassessorin Kerstin Herrenbrück

Ein weiteres wichtiges Thema auf der Synode war die Bildung von Regionen im Kirchkreis. Vertreterinnen und Vertreter aus den Gemeinden berichteten von ihren Erfahrungen auf dem Weg zu mehr Gemeinsamkeit. In Workshops habe man sich kennengelernt und die Themenfelder Gottesdienst, Kirchenmusik und Jugendarbeit als solche identifiziert, die sich als erste für eine Zusammenarbeit eignen. Pfarrer Andres Daniels hat in seiner Region mit den Gemeinden Porz, Porz-Wahnheide und Rath-Ostheim bei den Workshops eine „große Aufbruchstimmung erlebt“. So wird ein gemeinsamer Gottesdienst auf Gut Leidenhausen mit der Segnung von Menschen und Tieren gefeiert. Ein Öffentlichkeitsausschuss wurde gegründet, der über einen gemeinsamen Internetauftritt berät. In Dellbrück waren in einem großen Workshop die Mitglieder der Presbyterien aus neun Gemeinden zugegen. Auch hier wurden erste Schritte zu mehr Vernetzung verabredet: vernetzte Öffentlichkeitsarbeit, Treffen der Kirchmeister und eine Erkundungstour der Gemeinden in der Region mit dem Rad sind hierfür Beispiele. Man war sich einig, dass es Bewegung brauche und dass es nicht zielführend sei, zu Hause zu sitzen und darauf zu warten, was passiert.

Gebäudebedarfsplanung

Superintendent Torsten Krall

Superintendent Torsten Krall wies auf eine weitere große Aufgabe der Gemeinden hin: bis 2027 müssen die Gemeinden beschließen, welche Gebäude gehalten und welche aufgegeben werden. „Die Situation ist überfordernd.“ Aber gemeinsam und gut auch extern begleitet lasse sich hoffentlich manches abpuffern, damit die Mitarbeitenden in den Gemeinden die Belastung nicht alleine tragen müssen. Der Ev. Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch hat die Gesellschaft für Projektentwicklung und Projektsteuerung für kirchliches Bauen in Baden (pro ki ba) mit der Unterstützung bei der Gebäudebedarfsplanung beauftragt. Sie wird ergänzt von der Antoniter Siedlungsgesellschaft. „Aber es geht ja nicht nur um die „Bepunktung“ der Gebäude“, sagt der Superintendent. Die sage ja nichts über Inhalte aus. Vielmehr seien diese Fragen wichtig: „Wo wollen wir in Zukunft mit welcher Arbeit vertreten sein? Wie wollen wir 2035 Kirche sein?“ Schon heute gebe es Zielkonflikte und schwierige Entscheidungen. „Sind in einem Gebäude Fenster undicht? Die Gemeinde müsste Geld investieren. Aber bleibt die Immobilie erhalten?“ Das Thema wird den Kirchenkreis und seine Gemeinden auch in den nächsten Jahren begleiten.

Finanzen

Finanzkirchmeister Jörg Rehnitz sprach über Geld. Auf Vorschlag des Finanzausschusses stellte die Kreissynode den Jahresabschluss des Kirchenkreises zum 31. Dezember 2021 mit einer Bilanzsumme von 6.506.138,77 Euro und einem positiven Bilanzergebnis von 432.922,26 Euro unter Berücksichtigung der Entnahmen aus Rücklagen in Höhe von 11.205,88 Euro und der Einstellungen in Rücklagen in Höhe von 10.040,96 Euro sowie einem Jahresüberschuss in der Ergebnisrechnung in Höhe von 431.757,34 Euro fest. Aus dem positiven Bilanzergebnis für 2021 werden 2,50 Euro pro Gemeindeglied an die Gemeinden überwiesen. Der Rest in Höhe von 224.352 Euro wird in die Ausgleichsrücklage des Kirchenkreises eingestellt. Der Jahresabschluss für 2023 wurde festgestellt mit einer Bilanzsumme von 7.103.063,37 Euro und einem positiven Bilanzergebnis von 306.408,70 Euro unter Berücksichtigung der Entnahmen aus Rücklagen in Höhe von 14.389,96 Euro und der Einstellungen in Rücklagen in Höhe von 2.792,15 Euro sowie einem Jahresüberschuss in der Ergebnisrechnung in Höhe von 294.810,89 Euro. Mit einer deutlichen Mehrheit beschlossen die Synodalen, dass aus dem positiven Bilanzergebnis zwei Euro pro Gemeindeglied an die Gemeinden ausgeschüttet werden. Der Rest in Höhe von 151.350 Euro geht in die Ausgleichsrücklage des Kirchenkreises.

Ev. Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch

Der Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch umfasst mehr als der Name auf den ersten Blick aussagt: von dem rechtsrheinischen Teil der Millionenstadt Köln erstreckt sich der Kirchenkreis über Rösrath und Bergisch Gladbach hinaus bis nach Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis und Lindlar im Oberbergischen Kreis. Auch der Altenberger Dom gehört zum Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch. Ab dem 1.1.2026 wird auch die Ev. Kirchengemeinde Köln-Deutz/Poll zum Kirchenkreis gehören. Sie ist zurzeit noch Teil des Ev. Kirchenkreises Köln-Mitte. Dem hat die Synode ebenfalls zugestimmt. Die Grenze des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch verschiebt sich entsprechend im westlichen Bereich an den Rhein. Die nächste Synode im Kirchenkreis findet am 09. November 2024 statt.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann / APK

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Orientierung für Europawahl: Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland

„Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Stimme abzugeben, und gestalten Sie Europa in demokratischer, freier und gerechter Weise mit.“ Mit diesen Worten unterstützt Präses Dr. Thorsten Latzel den Aufruf der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)  zur Teilnahme an der Europawahl. Die Evangelische Kirche im Rheinland ist eine von 96 evangelischen Kirchen in Europa, die in diesem Jahr erstmals gemeinsam zur Wahl des Europäischen Parlaments aufrufen.

Der Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland gibt Orientierung für die Europawahl: Rund 65 Millionen Wahlberechtigte in Deutschland sind am 9. Juni 2024 zur Europawahl aufgerufen. Ihre Stimmen entscheiden mit über die Zusammensetzung des Europaparlaments – und damit über die künftige Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Zum ersten Mal dürfen auch 16- und 17-Jährige mitwählen.

Mit dem Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland können Sie Ihre Positionen zu den wichtigsten sozialen Themen der Wahl mit den Positionen der Parteien vergleichen. Dafür waren alle zur Wahl antretenden Parteien aufgefordert, zu 20 Thesen Stellung zu nehmen.

Diese Thesen sind unterteilt in fünf Themenbereiche:

  • Sozialpolitik und Armutsbekämpfung
  • Flucht und Migration
  • Demokratie
  • Klima
  • Leben im sozialen Umfeld

Zu allen 20 Thesen gibt es kurze Beispiele aus dem Alltag. Sie zeigen konkret, welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf das Leben von Menschen haben können.

Der Sozial-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot der Diakonie Deutschland und politisch neutral. Er dient der politischen Bildung und steht allen offen.

Text: APK
Foto(s): APK

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Birlikte Gedenk- und Kulturfest in Mülheim: Gedenken an die Opfer des Nagelbomben-Attentats am 9. Juni

Gedenken an die Opfer des Nagelbomben-Attentats: Am Sonntag, 9. Juni, lässt die Stadt Köln auf der Keupstraße und im Carlswerk das Gedenk- und Kulturfest „Birlikte“ zusammen mit dem Schauspiel Köln und verschiedenen Institutionen und Initiativen aus Köln wieder aufleben. 2024 markiert den 20. Jahrestag des brutalen NSU-Nagelbombenanschlags auf der Kölner Keupstraße.

Der Anschlag, bei dem mehr als 20 Menschen verletzt wurden, hat sich tief in das kollektive Bewusstsein der Kölner Stadtgesellschaft, insbesondere der Anwohnenden der Keupstraße, eingeprägt. Am Tag der Europawahl möchten die Veranstalter der Opfer gedenken und ein Zeichen setzten für ein gesellschaftliches Miteinander, Toleranz und Demokratie und gegen das Erstarken extremistischer Kräfte in Deutschland und Europa.

Bei den Wortbeiträgen auf der Keupstraßen-Bühne wird unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein kurzes Grußwort sprechen.

Auch die Kirchen beteiligen sich am Gedenken mit einem Gebet der Religionen. Für die evangelische und katholische Kirche in Köln spricht Pfarrer Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Das Gebet der Religionen findet ab 12.50 Uhr auf der Open-Air-Bühne Keupstraße statt.

www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/veranstaltungen/daten/35364/index.html

Text: APK
Foto(s): APK

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15. Kölner Ökumenetag „Es geht um alles“: Gute Gespräche im Citykirchenzentrum des Antoniterquartiers

Dramatisch klang die Einladung zum 15. Kölner Ökumenetag. „Es geht um alles“ stand auf dem Flyer. Beruhigender war dann der Nachsatz: „Perspektivwechsel für mutiges Christsein.“ Der Evangelisch-Katholische Arbeitskreis für Ökumene im Stadtbereich Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region und der Katholikenausschuss in der Stadt Köln hatten in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie und dem Katholischen Bildungswerk in das Citykirchenzentrum des Antoniterquartiers eingeladen.

In Workshops wurde gelebte Ökumene vorgestellt. Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, diskutierte mit einer Runde im Dachgarten des Antoniterquartiers über das Thema „Die Kirche im Dorf lassen – eine ökumenische Perspektive für einen verlässlichen kirchlichen Ort im Veedel“. Seit 15 Jahren beschäftigten sich die christlichen Kirchen mit dem Thema Mitgliederschwund und damit einhergehend schwindenden finanziellen Mitteln. „Was ist in diesen 15 Jahren passiert? Eigentlich nichts. Das ist ernüchternd“, so Stiels.

Angesichts der vollzogenen und bevorstehenden Schließungen von Kirchen müsse es in naher Zukunft darum gehen, mindestens eine christliche Kirche vor Ort zu erhalten. „86 Veedel, 86 Kirchen muss unser Motto sein.“ Kirchorte müssten erhalten bleiben. Natürlich um Gottesdienste zu feiern, aber auch, um sich zu versammeln und zu treffen. „Wir sind nicht davon abhängig, dass wir die Orte selbst bauen“, sagte Stiels. Er verwies auf die bestehenden ökumenischen Partnerschaften von Gemeinden, die zum Teil bereits in Verträge gegossen worden seien.

Staatlich verordnete Partnerschaften wie im Altenberger Dom? Freiwilligkeit vor Ort sei aus Stiels Sicht der bessere Weg. Aber: „Niemand soll seine Identität verlieren. Und es geht nicht darum, durch die Hintertür in einer anderen Gemeinde etwas einzuführen. Und um Friede, Freude, Eierkuchen geht es schon gar nicht.“ Man könne viele Fehler machen bei der Kommunikation mit der jeweiligen Gemeinde, wenn man eine Kirche schließe. Wenn man sich zu einer ökumenischen Gemeinschaft mit einer Kirche entschließe, seien nicht zuletzt rechtliche Frage zu beachten. „Wem gehört die Kirche?“

Der erste ökumenische Partnerschaftsvertrag Kölns

Dr. Hans-Georg Link, 20 Jahre evangelischer Ökumenepfarrer in Köln, erinnerte daran, dass vor 25 Jahren in Neubrück der erste ökumenische Partnerschaftsvertrag Kölns unterzeichnet wurde.

Dr. Ulrike Wehling, Presbyterin aus Bayenthal, beschrieb die Schwierigkeiten vor Ort. Ihre Gemeinde aus Bayenthal habe eine Zeitlang sehr gute Beziehungen zu den katholischen Nachbargemeinden gepflegt. Dies sei komplizierter geworden angesichts der Sendungsräume, in die die katholischen Partner aufgegangen seien. Wehling vermisst Ansprechpartner und –partnerinnen.

Rainer Will, stellvertretender Leiter des Katholischen Bildungswerkes, räumte ein, dass Partnerschaften schwieriger würden angesichts der pastoralen Einheiten, die immer größer würden. „Wir müssen uns in den Veedeln auf neuen Ebenen zusammenfinden.“ Was die größeren ökumenischen Projekte angehe, sei man gut unterwegs. Als Beispiele nannte er die ökumenischen Brückenwege und die Taufbeckenwege.

„Die Ökumene vor Ort lebt“, legte sich Stiels fest. Im Scharnierkreis, in dem er sich regelmäßig mit Stadtsuperintendent Bernhard Seiger austauscht und anderen, denen die Ökumene am Herzen liegt, habe man mal die „Entwicklungen der katholischen und evangelischen Kirche nebeneinander gelegt“. Und dabei habe man sich die Frage gestellt: „Welche Liegenschaften müssen wir aufgeben?“ Die evangelischen Gemeinden seien da weiter. Bis 2026 müssten die eine Planung vorlegen, welche Gebäude wirtschaftlich darstellbar energetisch saniert werden können. Die katholische Kirche behandele solche Fragen sehr hierarchisch. Deshalb liefen da große Strukturveränderungen häufig ins Leere.

Dagegen entschieden die evangelischen Gemeinden konkret vor Ort über ihre Belange. Um überhaupt mal einen Überblick zu bekommen, wo die katholische und die evangelische Kirche in Köln Gebäude unterhalten, habe man im Scharnierkreis eine digitale interaktive Karte erarbeitet. „Die ist in Kürze fertig“, so Stiels.

Festzuhalten sei, dass es bereits Veedel gebe, in denen es schwierig werde, einen Kirchort zu erhalten. Als Beispiel nannte Stiels Merkenich. Das evangelische Gemeindezentrum sei bereits entwidmet, die katholische Kirche St. Brictius kaum mehr zu halten. Dr. Ulrike Wehling nannte die Räume der Bayenthaler Gemeinde als Beispiel. „Die nutzen wir seit Jahren für Zwecke, die mit Kirche nichts zu tun haben. Wie gehen wir Christen raus aus unseren Räumen? Wie wollen wir uns zeigen?“ Häufig, so die Wahrnehmung von Achim Gessler aus der katholischen Gemeinde in Lövenich, wisse man nicht, welche Gruppen Gemeinderäume bespielten. „Da hat irgendwann mal jemand einen Schlüssel bekommen. Und jetzt treffen sich die Leute ziemlich eigenständig.“

Stiels verwies auf die Gemeinde von Franz Meurer in Vingst: „Da hat jeder einen Schlüssel.“ Ein Diskussionsteilnehmer berichtete aus dem Sendungsraum in Pulheim. „Da schaffen es die Pfarrgemeinderäte noch nicht einmal, einen gemeinsamen Gemeindebrief auf den Weg zu bringen.“ Da sei der Weg zur ökumenischen Partnerschaft noch sehr weit.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Woche der Diakonie: Warum Schuldnerberatung wichtiger denn je ist – Interview mit Maike Cohrs

Die bevorstehende Aktionswoche vom 8. bis 16. Juni 2024, die unter dem Motto #einefüralle steht, stellt eine tolle Gelegenheit dar, diakonischen Angebote der Region kennenzulernen. Eröffnet wird die Woche der Diakonie am 8. Juni im Rahmen der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd und findet ihren Abschluss am 16. Juni 2024. Während dieser Aktionswoche sind Sie herzlich eingeladen, an den Veranstaltungen von Diakonie und Kirche teilzunehmen.

Das vollständige Programm zur Woche der Diakonie können Sie hier herunterladen.

Neben der Flutkatastrophe ist die Schuldnerberatung eines der beiden Hauptthemen der Woche. Wir sprachen mit Maike Cohrs, Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH, über Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen auf die Menschen und wie die Schuldnerberatung helfen kann, wie steigende Preise und Schuldenfallen den Alltag vieler Menschen belasten und warum die Arbeit der Schuldnerberatung wichtiger denn je ist.

Angesichts der steigenden Preise durch die Energiekrise, Inflation und teurere Lebensmittel: Wie viele Menschen sind davon betroffen?

Maike Cohrs: Es lässt sich nicht an Zahlen festmachen, wie viele Menschen aktuell von den steigenden Kosten betroffen sind. Alle Menschen spüren sehr deutlich, dass alles teurer geworden ist, egal welches Einkommen ihnen zur Verfügung steht. Menschen mit geringem Einkommen und besonders Familien spüren die Steigerungen sehr. Wenn die finanziellen Mittel schon vor dem Angriffskrieg und seinen Folgen eingeschränkt waren und ein Haushalt wenig Spielraum für Sonderausgaben hatte, dann ist es aktuell sehr schwer, mit dem Einkommen auszukommen. Wenn wir mit den Ratsuchenden einen Haushaltsplan erstellen, um beispielsweise nicht notwendige Ausgaben zu finden, fällt auf, dass die meisten Menschen in der Beratung bereits alles Unnötige eingestellt haben und dass es keine frei verfügbaren Beträge im Haushaltsbudget gibt. Das war vor den gestiegenen Preisen anders.

Können Sie Beispiele nennen, wie Menschen in die Schuldenfalle geraten? Welche typischen Schuldenfallen gibt es?

Maike Cohrs: Die klassischen Überschuldungsursachen sind Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit und generell die Einkommensreduzierung durch nicht vorhersehbare Ereignisse. Aktuell stellen wir fest, dass auch der Verschuldungsgrund „Inflation“ an Bedeutung gewinnt. Menschen, die bisher mit ihrem Einkommen auskamen, können Raten und andere Zahlungsverpflichtungen nicht mehr einhalten und geraten in Schwierigkeiten. Eine klassische Schuldenfalle ist das Leben aus dem Dispo und das Umschulden bei gleichbleibendem Einkommen. Wenn jemand nicht mit seinem Geld auskommt und ständig den Dispo in Anspruch nehmen muss, kann er bei einer Umschuldung auch keine zusätzliche Rate für einen Kredit bedienen. Der Dispo wird wieder in Anspruch genommen, das Darlehen aufgestockt, usw. Irgendwann kann das Darlehen nicht mehr bedient werden und die Menschen geraten in Schwierigkeiten, weil die Darlehensraten bedient, aber die wichtigen Ausgaben wie Miete und Energie nicht mehr gezahlt werden können. Dann kommen wir ins Spiel.

Wie sehen weitere Schuldenfallen aus?

Maike Cohrs: Bezahldienste wie Klarna und Co. stellen eine neue Schuldenfalle dar. Das Buy-now-pay-later-Prinzip kann dazu führen, dass die Menschen den Überblick verlieren und zahlreiche Raten bedienen müssen. Es ist verlockend, etwas zu kaufen und erst in 30 Tagen oder später zahlen zu müssen. Manchmal werden aber auch dringend benötigte Gebrauchsgegenstände benötigt. In der Beratung erleben wir das besonders bei jüngeren Menschen, die 20 bis 30 Ratenzahlungen bedienen sollen, aber sehr wenig Einkommen haben. Der Überblick ist komplett verloren gegangen. Die bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatungsstellen beschäftigt sich 2024 mit diesem Thema.

Was sind die Warnsignale, die darauf hinweisen, dass man Schuldnerberatung in Anspruch nehmen sollte? Ab wann sollte man diese kontaktieren?

Maike Cohrs: Wenn man das Gefühl hat, dass das Einkommen die Ausgaben nicht deckt, sollte man genau schauen, wie viel man im Monat ausgibt und vielleicht auch das klassische Haushaltsbuch führen (das gibt es auch digital oder als App). In den meisten Fällen kann das schon helfen, bewusster mit dem zur Verfügung stehenden Geld umzugehen. Wenn sich aber zeigt, dass man seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, weil das Einkommen nicht ausreicht, sollte ein Sozialleistungsanspruch geprüft werden.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Maike Cohrs:  Kinderzuschlag, Wohngeld oder Bürgergeld sind hier nur einige Möglichkeiten. Die Schuldnerberatung kann frühzeitig in Anspruch genommen werden. Wir unterstützen auch bei der Haushaltsplanung und freuen uns, wenn eine Überschuldung vermieden werden kann. Wir prüfen auch, ob Forderungen zu Recht bestehen oder ob es Möglichkeiten gibt, sich gegen Inkassounternehmen mit überteuerten Kosten zu wehren.

Ist die Schuldnerberatung immer noch ein Tabuthema? Haben sich hier positive Veränderungen gezeigt?

Maike Cohrs: „Über Geld spricht man nicht“ ist leider nicht nur als Redewendung fest in der Gesellschaft verankert. Während und nach der Pandemie hat die Schuldnerberatung als Angebot mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung bekommen. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und sahen sich finanziellen Problemen ausgesetzt, mit denen sie nicht gerechnet haben. Leider ist das Angebot der Schuldnerberatung nicht bei allen Menschen bekannt. Die Dunkelziffer derer, die finanzielle Probleme haben und Hilfe benötigen, ist hoch. Bei ca. 6 Millionen überschuldeten Menschen in Deutschland erreichen wir mit unserem Angebot nur einen Bruchteil. Wir arbeiten aber auch so schon an unseren Kapazitätsgrenzen und können nicht allen Menschen, die einen Beratungstermin vereinbaren wollen, Hilfe anbieten. Der bedarfsgerechte Ausbau der Schuldnerberatung auf Bundesebene ist ein großes Anliegen der Wohlfahrtsverbände. Das Recht auf Schuldnerberatung sollte garantiert und gesetzlich verankert werden. Bis dahin versuchen wir mit unserem zur Verfügung stehenden Personal, Menschen wieder eine Perspektive zu bieten. Dass unsere Beratung wirkt, sehen wir an den positiven Entwicklungen der Ratsuchenden und der Dankbarkeit, weil wir Wege aus einer Situation aufzeigen, die ausweglos schien.

Text: APK
Foto(s): Maike Cohrs

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Unsere Wochentipps: #einefüralle, Nachbarschaftsfest im Erlöserquartier und Missionale

Unsere Wochentipps laden ein: Am Freitag findet der Jugendgottesdienst „Come as you are!“ im Basement der Christuskirche statt. Die Diakonie feiert ihr 100-jähriges Jubiläum mit einer Aktionswoche im Rhein-Erft-Kreis. Die Missionale bietet Inspiration und Motivation für missionarische Gemeindearbeit. In Altenberg gibt es ein Festkonzert der Domkantorei. Die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal lädt zu einem Chor- und Orchesterkonzert ein. Die Evangelische Begegnungsgemeinde Köln veranstaltet ein Nachbarschaftsfest im Erlöserquartier. In Klettenberg findet ein Sommer- und Gemeindefest statt, bei dem auch die Verabschiedung von Pfarrerin Bettina Kurbjeweit gefeiert wird. Und schließlich findet in Mülheim das Gedenk- und Kulturfest „Birlikte“ statt, bei dem an die Opfer des Nagelbomben-Attentats auf der Kölner Keupstraße erinnert wird.

07.06.2024, 18:30
Evangelisches Jugendreferat Köln und Region
Basement unter der Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln
Jugendgottesdienst „Come as you are!“
Im Basement sind alle willkommen
In einer Welt, die oft nach äußerlicher Perfektion strebt und in der sich viele gezwungen fühlen, Masken aufzusetzen, um dazuzugehören, möchte der Jugendgottesdienst „Come as you are!“ einen Ort schaffen, an dem sich jede und jeder vollkommen akzeptiert und willkommen fühlen kann – ohne Vorurteile und ohne Angst vor Ablehnung. Bei „Come as you are“ geht es darum, authentisch zu sein, Ecken und Kanten zu zeigen und echte Beziehungen aufzubauen. Jugendliche sind herzlich eingeladen, am Freitag, 7. Juni, 18.30 Uhr, im Basement der Christuskirche Stadtgarten, Dorothee-Sölle-Platz 1, vorbei zu schauen. Das Evangelische Jugendreferat Köln und Region veranstaltet ein buntes Event mit Musik, sommerlichen Vibes und einem Picknick.
www.juref.evangelische-jugend.koeln

08.06.2024, 08:30
Diakonisches Werk Köln und Region
Verschiedene Orte in Köln und im Rhein-Erft-Kreis
100 Jahre Diakonie in Köln und Region: #einefüralle
Woche der Diakonie im Rhein-Erft-Kreis
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Diakonie in Köln und Region findet von Samstag bis Sonntag, 8. bis 16. Juni, erstmalig eine „Woche der Diakonie“ im Rhein-Erft-Kreis statt. Die Aktionswoche mit vielen Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten steht unter dem Motto #einefüralle. Die Eröffnung wird am Samstag, 8. Juni, 8.30 Uhr, im Rahmen der Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd in der Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 5, mit einem Gottesdienst gefeiert. Sie schließt am Sonntag, 16. Juni, in der Christuskirche Bergheim-Zieverich, Aachener Straße 1, mit einem Begegnungsfest mit Gottesdienst für Jung und Alt, das um 10 Uhr beginnt. Die Diakonie bietet Menschen in Krisen und Notsituationen Unterstützung und Beratung an, unabhängig von Herkunft, Religion, kultureller oder sexueller Identität. So können sich Betroffene der Hochwasserkatastrophe in der Aktionswoche beraten lassen: Von Montag bis Freitag gibt es bei Sorgen und Stress Selbsthilfeberatungstermine, die per E-Mail an silke.kargl@diakonie-koeln.de vereinbart werden können. Ein Kaffeetreff für Betroffene findet am Dienstag, 11. Juni, 10 bis 12 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus Lechenich, An der Vogelrute 8, statt. Einen Austausch für Betroffene am Freitag, 14. Juni, 15 Uhr, organisiert Daniel Pfeiffer von der mobilen Hochwasserhilfe der Diakonie im Bliesheimer Dorfgemeinschaftshaus, Frankenstraße 63. Die Schuldnerberatung beteiligt sich mit zwei Veranstaltungen: Am Montag, 10. Juni, 15 Uhr, im Evangelischen Gemeindezentrum Arche Bergheim, Hauptstraße 87, und am Mittwoch, 12. Juni, 10 bis 16 Uhr, mit einem Aktionsstand zum Thema „Buy now. Inkasso später.“ auf dem Marktplatz in Brühl. Ein sommerlicher Second-Hand-Markt am Dienstag, 11. Juni, 16 bis 19 Uhr, im Garten der Evangelischen Kirche Frechen, Hauptstraße 209, und ein Kinonachmittag am Samstag, 15. Juni, 15 Uhr, richtet sich besonders auch an Familien. Schließlich sind alle am Freitag, 14. Juni, 14 bis 20 Uhr, zu einem Sommerfest mit Ausstellung „100 Jahre Diakonie“ in das Johanniter-Stift Brauweiler, Erfurter Straße 2, eingeladen. Alle Veranstaltungen und aktuelle Informationen gibt es im Internet unter www.einefueralle.diakonie-koeln.de.
www.einefueralle.diakonie-koeln.de

08.06.2024, 12:30
Evangelisch Leben in Köln und Region
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln, und andere Orte in der Kölner Innenstadt
Missionale 2024: „Auswärtsspiel“
Ermutigung zu missionarischer Gemeindearbeit
Neue Inspiration, Motivation und „geistliche Stärkung“ bietet die Missionale am Samstag, 8. Juni, 12.30 Uhr bis 21 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, und an anderen Orten in der Kölner Innenstadt. Während der Eröffnungsveranstaltung mit Predigt von Simone Enthöfer, Missionale Pastorin, werden Preise an drei innovative christliche Projekte verliehen. Absolventinnen und Absolventen der Pop-Akademie laden von 14 Uhr bis 15.30 Uhr zu einer Transkulturellen Worship-Session ein. Gemeinsam werden Songs aus Indonesien, Tansania, Amerika, Kamerun, Deutschland und anderen Ländern gesungen. Zur gleichen Zeit findet auf dem Riesenrad am Schokoladenmuseum ein Speeddating mit fünf anderen Teilnehmenden der Missionale statt. In luftiger Höhe haben hier die Teilnehmenden Gelegenheit, durch einen vorgegebenen Impuls über Gott und die Kirche ins Gespräch zu kommen. An einem der elf verschiedenen, spannenden Workshops an unterschiedlichen Orten können die Teilnehmenden der Missionale am Nachmittag, in der Zeit von 16 bis 18 Uhr, teilnehmen. Angeboten werden zum Beispiel eine Familien-Mitmachshow mit Jonglage und Ballonkunst, ein Besuch im Museum für Angewandte Kunst zum Thema „Design von Alltagsgegenständen und in welchem Zusammenhang das mit spirituellen Bedürfnissen steht“, der Besuch einer Virtual-Reality Erlebniswelt, der der Frage nach Chancen und Gefahren für den kirchlichen Kontext nachgeht. Am Abend spielen Christina Brudereck und Ben Seipel ihr Konzert „Goldzwanziger“ in der Abschlussveranstaltung (18.30 Uhr bis 21 Uhr) in der Trinitatiskirche. Die Teilnahme ist kostenlos.
www.missionale.de

08.06.2024, 14:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal-Altenberg
Festkonzert anlässlich 70 Jahre Domkantorei Altenberg
Aufführung von Antonín Dvořáks Stabat Mater
Die Altenberger Domkantorei gibt anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, am Samstag, 8. Juni, 14 Uhr, ein Festkonzert. Die Kantorei und die Neue Philharmonie Westfalen sowie die Solistinnen und Solisten Viktorijan Kaminskaite (Sopran), Rita Kapfhammer (Alt), Benjamin Bruns (Tenor) und Valentin Anikin (Bass) tragen unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner Stabat Mater von Antonín Dvořák vor. Eintrittskarten zum Preis von 35 Euro, 30 Euro, 25 Euro und 20 Euro gibt es im Vorverkauf im Altenberger Dom-Laden.
www.domladen.de

08.06.2024, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 27, 50968 Köln
Chor- und Orchesterkonzert im Martin-Luther-Haus
Mendelssohn-Bartoldys „Lobgesang“ erklingt
Das Vokalensemble an der Reformationskirche sowie der Chor, Solisten und Instrumentalisten der Hanbit-Gemeinde kommen am Samstag, 8. Juni, 18 Uhr, in der Reformationskirche, Mehlemer Straße 27 zu einem Chor- und Orchesterkonzert unter der Leitung von Young-Ah Kim und Samuel Dobernecker zusammen. Es erklingen Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, einem der bedeutenden Vertreter der Romantik. Die Hanbit-Gemeinde feiert am folgenden Tag ihr 25-jähriges Bestehen. Es ist das erste Projekt, das beide Chöre gemeinsam durchführen. Das Konzert dauert etwa 120 Minuten. In der Pause werden Getränke angeboten. Darüber hinaus präsentieren an diesem Abend Jugendliche der Gemeinde eine Kunstinstallation. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 5 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung, Goltsteinstraße 78.
www.kirche-bayenthal.de

09.06.2024, 10:45
Evangelische Begegnungsgemeinde Köln
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, 50737 Köln
Nachbarschaftsfest „MiteinanderFüreinander“
Das Erlöserquartier wird zum „Bank-Viertel“
Zu einem Begegnungsfest der Nachbarschaft rund um die Erlöserkirche, Derfflinger Straße 9, am Sonntag, 9. Juni, 10.45 Uhr bis 18 Uhr, lädt die Evangelische Begegnungsgemeinde Köln ein. Unter dem Motto „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ (Martin Buber) wird das Erlöserquartier zum „Bank-Viertel“: mit Wunsch- und Überraschungsbegegnungen auf der mobilen Veedelsbank, einem Bank-Plausch mit Tiefgang, der Fotodokumentation „Ich zeige dir meinen Lieblingsplatz im Veedel“ und Singen und Tanzen auf dem Kirchvorplatz. Ein Boule-Turnier und Aktionen mit „Kölsch Hätz“ runden das Programm ab. Für das leibliche Wohl gibt es Köstlichkeiten vom Grill.
www.begegnungsgemeinde.de

09.06.2024, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln
50 Jahre Johannesfest und Verabschiedung Pfarrerin Bettina Kurbjeweit
Buntes Treiben rund um die Johanneskirche Klettenberg
Mit einem lebendigen Fest-Gottesdienst für alle Generationen startet die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg am Sonntag, 9. Juni, 11 Uhr, ihr großes Sommer- und Gemeindefest. Im Gottesdienst wird Pfarrerin Bettina Kurbjeweit in den Ruhestand verabschiedet. Außerdem wird das Jubiläum „50 Jahre Johannesfest“ gefeiert. Das Theaterprojekt „All Inclusive“, die Freizeitgruppe Club Kreuznach, Kindergartenkinder und die Johanneskantorei unter der Leitung von Eva-Maria Förster sowie alle Pfarrerinnen und Pfarrer der Gemeinde wirken an der Gestaltung mit. Von 12 bis 18 Uhr gibt es dann viele Angebote: Tombola für Kids & Erwachsene, Sandbilder, Hüpfburg, Pendelstift, Schminken, Buttonmaschine, Dosenwerfen und Torwandschießen. Auf und neben der Bühne treten das Sinfonisches Blasorchester Köln, der Jazz- und Popchor Köln, Singer/Songwriter Wolfgang Michael, das ErzählTheater, das All-Inclusive-Theater, Celtic Sense mit Irish Folk, die WinzerInnen us Kölle mit dem Gardetanz, die Johannesbläser und der tap Club mit Stepptanz auf. Zudem werden Mitmachtänze und Orgelführungen angeboten. Für das leibliche Wohl wird mit Gegrilltem, 100 Kuchen und Salaten, Crèpes und Eis, Waffeln und Popcorn, Jugend-Café im Grünen, Gourmet-Pommes, Reibekuchen, Kölsch und Softdrinks gesorgt. Der Erlös des Johannesfestes ist für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung in der Gemeinde bestimmt.
www.kirche-klettenberg.de

09.06.2024, 12:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Keupstraße und Carlswerk, 51063 Köln-Mülheim
Birlikte Gedenk- und Kulturfest in Mülheim
Gedenken an die Opfer des Nagelbomben-Attentats
Am Sonntag, 9. Juni, lässt die Stadt Köln auf der Keupstraße und im Carlswerk das Gedenk- und Kulturfest „Birlikte“ zusammen mit dem Schauspiel Köln und verschiedenen Institutionen und Initiativen aus Köln wieder aufleben. 2024 markiert den 20. Jahrestag des brutalen NSU-Nagelbombenanschlags auf der Kölner Keupstraße. Der Anschlag, bei dem mehr als 20 Menschen verletzt wurden, hat sich tief in das kollektive Bewusstsein der Kölner Stadtgesellschaft, insbesondere der Anwohnenden der Keupstraße, eingeprägt. Am Tag der Europawahl möchten die Veranstalter der Opfer gedenken und ein Zeichen setzten für ein gesellschaftliches Miteinander, Toleranz und Demokratie und gegen das Erstarken extremistischer Kräfte in Deutschland und Europa. Bei den Wortbeiträgen auf der Keupstraßen-Bühne wird unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein kurzes Grußwort sprechen. Auch die Kirchen beteiligen sich am Gedenken mit einem Gebet der Religionen. Für die evangelische und katholische Kirche in Köln spricht Pfarrer Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Das Gebet der Religionen findet im Rahmen der Eröffnung (12 Uhr bis 13.40 Uhr) auf der Open-Air-Bühne Keupstraße statt.
www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/veranstaltungen/daten/35364/index.html

Text: APK
Foto(s): APK

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„Kirche läuft“: 67 Mitarbeitende der evangelischen Kirche beim Stadionlauf

Mit einem isotonischen Getränk, das garantiert nicht auf der Dopingliste steht, bekämpfte Stephan Neugebauer schon vor dem Start einen den drohenden Verlust von Spurenelementen. Der Verwaltungsleiter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region saß vor dem Pavillon, den Mitarbeitende des Diakonischen Werks Köln und Region auf den Stadionvorwiesen aufgebaut und wartete auf den Beginn des Stadionlaufs. Gemeldet war Neugebauer für die Fünf-Kilometer-Strecke.

Marco Beumers, Sportbeauftragter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und ebenfalls an diesem Tag Fünf-Kilometer-Läufer, zeigte sich beeindruckt von der Resonanz, auf die die Aktion „Kirche läuft“ gestoßen war. „67 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diakonischen Werks Köln und Region sowie der Diakonie Michaelshoven gehen hier auf die Strecke. Viele über fünf Kilometer, einige sogar über zehn.“ Es gelte, Präsenz zu zeigen und in Kommunikation mit Läuferinnen und Läufern sowie Gästen zu treten. „Es ist gut, dass wir hier sind“, sagte Beumers.

Gebärdenchor und Reibekuchen

Sportlich ging es auch außerhalb der Strecke rund um das Stadion in Müngersdorf zu. Kinder kickten auf einem Kleinfeld, Bälle wurden in Basketballkörben versenkt und auch die Tischtennisfreunde kamen auf ihre Kosten. Neben der Diakonie Köln und Region – bei der es natürlich auch ums 100-jährige Jubiläum ging – war die Caritas mit einem Informationsstand vertreten und die Gold-Kraemer-Stiftung machte ebenfalls auf ihre Angebote aufmerksam. Ein Gebärdenchor trat auf, und auch junge Tänzerinnen der Blauen Funken zeigten ihr Können. Und während die Läufer sich mit isotonischen Getränken auf ihre Leibesübungen vorbereiteten, freuten sich die Nichtsportler über Schwenksteaks und Reibekuchen.

Neugebauer hatte während der Vorbereitung mit Knieproblemen wegen unsachgemäßem Herumwuchtens eines Sessels zu kämpfen. Die waren aber nach dem Startschuss wie weggeblasen und er lief nach 28 Minuten und 49 Sekunden über die Ziellinie. Beumers war drei Sekunden schneller. Beide unterboten damit ihre Zeiten vom vergangenen Jahr. Damals waren sie nebeneinander nach 29 Minuten und 27 Sekunden im Ziel angekommen.

Mit Robert Herten und Fabian Hartmann unterboten noch zwei Läufer vom Team „evangelisch.läuft – 100 Jahre Diakonie“ die 30-Minuten-Marke. Schnellste im evangelischen Lauf-Shirt war Moriah Wenzel. Sie absolvierte die 5000 Meter in 27 Minuten und 38 Sekunden. Unter 30 Minuten blieben auch Inga Waschke und Anna Kahlert.

Auf Bernhard Seiger hatte man beim Startschuss über die fünf Kilometer vergeblich gewartet. Später wurde klar: Der Stadtsuperintendent hatte sich für die „Königsdisziplin“ entschieden und ging über die zehn Kilometer ins Rennen. Die lief er in der respektablen Zeit von einer Stunde, elf Minuten und 29 Sekunden.

Bei den Frauen ging Heike Blei vom evangelischen Team mit 52 Minuten und 38 Sekunden über die Ziellinie. Sie wurde damit Siebte im Frauenrennen. Unter einer Stunde blieben auch Sabine Meira Fust-Lindner, Hanna Bahr und Maria Biastoch. Bei den evangelischen Männern unterboten Holger Korfmacher, Johann Breininger und Thomas König die 60-Minuten-Schallmauer.

Verwaltungschef Neugebauer war zufrieden mit seinem Rennen. Ob die deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem vergangenen Jahr auf das eingangs erwähnte isotonische Getränk zurückzuführen sei, vermochte er nicht zu sagen, wollte die Wirkung aber nicht ganz ausschließen. Es handelte sich um ein kleines Kölsch.

Pokal
Pokal – Größte Gruppe Erwachsene –
Gruppenbild
Ehrung
Bild 1 (1)
Seiger (1)

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Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann/Marco Beumers

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Woche der Diakonie: Drei Jahre nach der Flut – Fortdauernde Herausforderungen und Unterstützung – Interview mit Andrea Schnackertz

Die bevorstehende Aktionswoche vom 8. bis 16. Juni 2024, die unter dem Motto #einefüralle steht, stellt eine tolle Gelegenheit dar, diakonischen Angebote der Region kennenzulernen. Eröffnet wird die Woche der Diakonie am 8. Juni im Rahmen der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd und findet ihren Abschluss am 16. Juni 2024. Während dieser Aktionswoche sind Sie herzlich eingeladen, an den Veranstaltungen von Diakonie und Kirche teilzunehmen.

Das vollständige Programm zur Woche der Diakonie können Sie hier herunterladen.

Neben der Schuldnerberatung ist die Flutkatastrophe eines der beiden Hauptthemen der Woche. Wir sprachen mit Andrea Schnackertz, der Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung von „Mobile Beratung Hochwasserhilfe“ der Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH über den Beginn der Arbeit der Hochwasserhilfe bis heute.

Warum ist dieses Thema Ihrer Meinung nach immer noch von großer Bedeutung?

Andrea Schnackertz: Es gibt nach wie vor Flutbetroffene, die noch nicht in ihren Häusern leben können, bzw. bei denen der Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen ist. Die Menschen sind weiterhin mit den Förderanträgen des Landes NRW beschäftigt, zumal nach der aufwendigen Antragstellung der bürokratische Akt in Form von Nachweisen für die Abrechnungen viel Zeit und Nerven kostet. Darüber hinaus werden weiterhin Spendenanträge gestellt, da die Landesförderung nicht alle Kosten abdeckt. Das Trauma einiger Betroffener tritt auch knapp drei Jahre nach der Flut deutlich zutage, vielleicht auch, weil die meisten Wiederaufbauarbeiten erledigt sind und einige danach in ein Loch fallen. Weitere Starkregenereignisse verstärken die Besorgnis und triggern das Gefühl des Ausgeliefertseins.

Als Diakonie waren Sie unter den ersten, die vor Ort geholfen haben. Welche Maßnahmen haben Sie zunächst ergriffen und welche folgten später?

Andrea Schnackertz: Das Mobile Hochwasserhilfeteam des Diakonischen Werk Köln und Region ist seit Januar 2022 im Einsatz, zunächst nur mit einer vollen Stelle und seit August 2022, bzw. November 2023 mit zwei weiteren halben Stellen. Wir unterstützen die Menschen im Rahmen der notwendigen Maßnahmen zum Wiederaufbau: Antragstellungen beim Land, Spendenakquise, Erstellung von Verwendungsnachweisen und Psychosoziale Unterstützung in Form von Beratungsgesprächen bzw. Gruppenarbeit. Wir organisieren Informationsveranstaltungen zum Thema Hochwasserschutz, Versicherung, Trauma-Beratung etc.

Wie ist der aktuelle Stand der Betroffenen?

Andrea Schnackertz: Man kann nicht von einem allgemeinen Stand aller Betroffenen sprechen. Die meisten sind bei den vielen Starkregenereignissen weiterhin in Sorge vor einer erneuten Katastrophe. Einige Betroffene haben sich neben den finanziellen Unterstützungen auch Hilfe im Bereich psychosozialer Angebote gesucht. Wir gehen davon aus, dass es nach wie vor Flutbetroffene gibt, die noch keine Hilfen in Anspruch genommen haben, und bemühen uns, unser Beratungsangebot weiter zu verbreiten. Der private Hochwasserschutz hat Mitte des vergangenen Jahres deutlich an Bedeutung gewonnen, zumal es auch für einzelne Maßnahmen eine finanzielle Unterstützung des Landes NRW für die Flutbetroffenen gibt. Auch hierbei unterstützen wir immer noch zahlreich.

Was können die Besuchenden des Termins erwarten? An wen richten sich die Veranstaltungen?

Andrea Schnackertz: Unser Projekt „Wanderausstellung gegen das Vergessen“ dient zum einen Teil der persönlichen Verarbeitung des Verlusts. Die Idee dazu stammt von einer Teilnehmerin einer unserer Gesprächsgruppen. Wir möchten diese Arbeiten aber auch dafür nutzen, allen Interessierten dieses Thema näherzubringen. Man kann nicht alles, was die Flut vernichtet hat, wiederbeschaffen. Es sind unzählige persönliche Gegenstände vernichtet worden, die einen großen Schmerz bzw. eine Lücke hinterlassen haben.

Text: APK/Andrea Schnackertz
Foto(s): Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH/Andrea Schnackertz

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Der Glaube ist ein Geschenk – Pfarrer Jörg Schmidt nahm Abschied von seiner Gemeinde in Herkenrath und wurde von Superintendent Torsten Krall entpflichtet

Das evangelische Gemeindezentrum in Herkenrath platzt fast aus allen Nähten. Die Gäste sitzen dicht beieinander bis in das Foyer hinein, einige stehen im Eingang. Das Liedblatt ist bei so vielen Gästen schnell zur begehrten Ware geworden und wird lächelnd miteinander geteilt.

Nach knapp 30 Jahren nahmen Pfarrer Jörg Schmidt und seine Frau Elisabeth in einem festlichen Gottesdienst Abschied von einer Gemeinde, die der Theologe spontan so beschreibt: „Ein ‚das haben wir immer schon so gemacht‘ habe ich hier nie gehört – hier herrschte immer großes Engagement, es gab Offenheit, Zugewandtheit und Unterstützung.“

Im Bezirk Herkenrath der Evangelischen Kirche Bensberg wurde das Paar im Januar 1995 heimisch. „Das war damals ein Empfang voller Herzlichkeit“, erinnert sich der 64-Jährige und erzählt, dass er seine ersten Schritte im Glauben in seiner Jugend im Saarland tat. Dort, im CVJM, engagierte er sich zunächst als Teilnehmer, später selbst in Leitungsfunktion. Das Theologiestudium absolvierte er in Saarbrücken, Mainz und Tübingen und erzählt von der damaligen „Theologenschwemme“, die es teils unmöglich machte, mit Dozenten intensiv ins Gespräch zu kommen, und von übervollen Hörsälen.

An das Vikariat im Saarland erinnert sich der Frankreichfan gerne: „Wir pflegten gute Kontakte zu den Kirchengemeinden in Lothringen.“ Die erste Pfarrstelle fand sich in der Nähe von Bad Kreuznach, nach sechs Jahren wechselte der Pfarrer mit seiner Frau ins Bergische. Und sagt: „In Herkenrath passte es von Anfang an.“ „Denn“, so hat er beobachtet, „es gab außer uns noch viele weitere Zugezogene, die ebenfalls Impulse mitbrachten und Alteingesessene, die sich ohne Scheu darauf einließen.“

Vieles wird den Gemeindegliedern im Zusammenhang mit Pfarrer Jörg Schmidt also nun in guter Erinnerung bleiben. Da waren die besonderen Gottesdienste zu Weihnachten, unterstützt durch den Bläserkreis, die Ökumene spielte immer eine große Rolle und wurde beständig gepflegt. Im Bibelkreis wurde diskutiert und philosophiert, die Senioren trafen sich, es wurde gesungen und musiziert, die Partnerschaft mit Kalungu im Ost-Kongo wurde ausgebaut und die Jugendlichen reisten zu Freizeiten nach Schweden. Jörg Schmidt muss lachen, als er davon berichtet: „Die Reisen mit Kanu und Zelt waren irgendwann so beliebt, dass die Erwachsenen tatsächlich ein bisschen ’neidisch‘ wurden und auch nach Schweden wollten. Natürlich haben Elisabeth und ich das Angebot dann gerne ausgeweitet.“

Das gute Miteinander auf Basis des Glaubens, so betont der Pfarrer, empfinde er als Bereicherung. „Der Glaube ist ein Geschenk“, ist er überzeugt. Der Glaube sei feste Grundlage des Lebens und doch immer wieder in Veränderung begriffen. „Eine solche Quelle der Kraft brauchen die Menschen heute mehr denn je“, sagt der Theologe nachdrücklich.

Im Gottesdienst zum Abschied mit anschließendem Fest rund um das Gemeindezentrum sprach Superintendent Torsten Krall von der Freiheit und der Geborgenheit, die der Glaube schenkt. Ein Dachzelt fürs Auto als Symbol für diese Gedanken sorgte für einige Lacher unter den Gästen. Denn natürlich ist die Gemeinde eingeweiht in die Pläne von Elisabeth und Jörg Schmidt, die nach zwei Monaten auf ihrem Segelboot in Holland im Spätsommer ganz in Ruhe Frankreich bereisen möchten und sicherlich von ihrem Dachzelt aus die Freiheit und Geborgenheit in Gott spüren werden.

Und dann, so kündigt Pfarrer Jörg Schmidt an, sei er im Anschluss an die Pause natürlich immer ansprechbar, wenn es darum gehe, in der Bensberger Kirche auszuhelfen. „Schließlich hat die gegenseitige Unterstützung hier eine gute und lange Tradition!“

Text: Katja Pohl
Foto(s): Mathias Pohl

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