Es ist nicht verkehrt, ein Narr zu sein – Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Stadtdechant Robert Kleine feiern Gottesdienst zur Sessionseröffnung im Dom

„Keinen Geringeren als Heinz-Günther Hunold, immerhin Präsident und Kommandant der Roten Funken, zitierte Bernhard Seiger im Kölner Dom: ‚Auf der Suche nach der inneren Freiheit ist es nicht verkehrt, ein Narr zu sein‘, sagte der Stadtsuperintendent zu Beginn seines Grußwortes beim Gottesdienst für Karnevalisten zu Beginn der Session.

Grußwort des Stadtsuperintendenten

Es sei wichtig, das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, um sich von Umständen zu befreien, die einem die Luft abschnürten. ‚Das geht nicht immer ohne Irritationen. Karneval geht auch nicht ohne Irritationen.‘ Seiger lobte die Erfinder des Sessionsmottos ‚Wat e Theater – wat e jeckespill‘. Schließlich spielen alle im Leben Rollen. ‚Wir hier in liturgischen Gewändern, die auf etwas Größeres verweisen. Aber ansonsten stecken wir in anderen Rollen, weil das Leben so vielfältig ist.‘

Paulus habe über jemanden gesagt, der sich für sehr weise hielt, er möge ein Narr werden, damit er wirklich weise werde. Wichtig sei, die eigenen Überzeugungen nicht zum Nabel der Welt zu machen. ‚Wir sind alle gleich. Gleich abhängig von Luft, die wir atmen, von Liebe und vom Frieden.‘ Und alle seien unterwegs auf der Bühne des Lebens. Das Motto sei eine wunderbare Vorlage für die Karnevalisten. Es lade ein, dem Spielen Phantasie und Raum zu schenken. Und locker zu bleiben, wie Verspielte es könnten. ‚Ich stelle mir vor, dass der Schöpfer das Dasein selbst gern spielt. Wir sollten anders sein, da er so frei und kreativ war, sich diese wunderbare und lebendige Welt auszudenken.‘

Segen und Kerze

Der Stadtsuperintendent feierte den Gottesdienst gemeinsam mit Stadtdechant Robert Kleine. Mit dabei waren auch die evangelischen Pfarrer Markus Herzberg, Klaus Völkl und Pfarrer i.R. Otmar Baumberger in ihren Funktionen als Regimentspfarrer in Karnevalsgesellschaften. Imposant war der Einzug der Plaggenträger und -trägerinnen. Die dem Festkomitee Kölner Karneval angeschlossenen Gesellschaften präsentierten vor Beginn des Gottesdienstes ihre Flaggen. Die, die noch nicht gesegnet waren, segnete der Stadtdechant.

Genauso wie die Kerze, die das designierte Kinderdreigestirn gestaltet hat und die nun bis Aschermittwoch im Dom brennt. Gemeinsam mit Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn entzündeten Kinderprinz Julius I., Kinderjungfrau Benedikta und Kinderbauer Severin die Kerze.

Predigt des Stadtdechanten

Kleine ging in seiner Predigt auf den Evangeliumstext aus Matthäus 11, 16 – 19, ein. ‚Kinder spielen miteinander auf dem Markt. Es herrscht geschäftiges Treiben und die Kinder fangen an, auf der Flöte Musik zu spielen und zu singen. Aber es gibt plötzlich Streit: Die einen beginnen den anderen vorzuwerfen: ‚Wir haben euch aufgespielt und ihr wolltet nicht tanzen!‘ Wir sind sauer: Ihr habt einfach nicht mitgemacht. Darauf antworten die anderen vorwurfsvoll: Und wir haben Klagelieder gesungen und ihr wolltet nicht trauern und weinen!‘ Ihr Spielverderber!‘

Diese Schilderung Jesu gibt eine Wahrheit wieder, die bis heute gilt: Man kann es nicht jedem recht machen. Jesu Zeitgenossen haben Distanz bewahrt. Wie Fernsehzuschauer heute. ‚Man steht beziehungsweise sitzt – wat e Theater – außerhalb des Geschehens, ob sich nun in der Welt Komödien, trumpeske Tragödien oder wahre Dramen abspielen.‘ Diese Distanz nützt aber nichts. ‚Die Welt wird nicht dadurch besser, dass wir passiv sind. Und wir selbst widersprechen dem, was Menschsein bedeutet, wenn wir uns nicht am gemeinsamen Leben beteiligen, wenn wir nicht aufstehen, wo die Menschenwürde mit den Füßen getreten wird, wo Krieg, Terror, Gewalt und Hetze die Oberhand haben.‘

Menschsein im christlichen Sinne bedeutet, Verantwortung für die Mitmenschen zu übernehmen und zusammen mit ihnen zu leben. ‚Was Jesus immer kritisiert hat, war die Art und Weise, wie Menschen sich zueinander verhalten. Die Kälte, die zwischen ihnen herrschen konnte. Die Gleichgültigkeit, die Unterdrückung und Ausnutzung, die Lust zur Verurteilung. Die Eigenliebe in all ihren Schattierungen.‘ Jesus hat das Wort Gottes verkündet. Seine Botschaft ist universell. ‚Er wollte, dass die Leute an das Recht der Barmherzigkeit glauben sollten. Dass niemand außerhalb der Reichweite der Liebe Gottes steht, und deshalb sollte auch niemand außerhalb der Reichweite der Liebe von Menschen stehen.‘

Das unterstrich auch das Lied von Brings, das während des Gottesdienstes gesungen wurde: ‚Wir werden frei sein, wenn wir uns lieben. Es wird vorbei sein mit all den Kriegen. Wir sind Brüder, wir sind Schwestern, ganz egal wo wir sind: Glaub mir: die Liebe gewinnt.’“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Unsere Wochentipps: Veedelsspaziergang, Neujahrsempfang und gregorianischer Gesang

Mit unseren Wochentipps frisch ins neue Jahr starten: Am Freitag lädt Pfarrerin Mareike Maeggi von der Kirchengemeinde Köln-Klettenberg junge Erwachsene zu einem Veedelsspaziergang unter dem Motto „Neues Jahr – neue Wege“ ein. Einen Tag später können Musikliebhaber eine Messe mit Gregorianischem Gesang in der Antoniterkirche erleben. Wer die Kirchengemeinden Brüggen/Erft oder Pulheim/Sinthern besuchen möchte, ist zum Neujahrsempfang im Gemeindehaus der Lukaskirche am Sonntag eingeladen. Auch viele weitere Kirchengemeinden geben einen Neujahrsempfang. Alle Veranstaltungen finden Sie hier.

03.01.2024, 18:30
Evangelisch Leben in Köln und Region
Kölner Dom, Domkloster 4, 50667 Köln
Ökumenischer Gottesdienst zur Eröffnung der Karnevalssession
Domgottesdienst für Karnevalisten
Am Mittwoch, 3. Januar, 18:30 Uhr, findet im Kölner Dom der ökumenische Gottesdienst zur Eröffnung der Karnevalssession statt. Der Domgottesdienst für Kölner Karnevalisten wird bereits seit 2007 veranstaltet und seit einigen Jahren als ökumenischer Gottesdienst gefeiert. In diesem Jahr leiten den Gottesdienst Stadtdechant Msgr. Robert Kleine sowie Pfarrer Dr. Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Der Einlass beginnt ab 18.00 Uhr, um 18:15 Uhr ist der Einzug der Standartenträger der dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften. Der Gottesdienst wird live im Domradio übertragen, auf domradio.de kann man die Veranstaltung mit Bild und Ton verfolgen.
www.koelnerkarneval.de

05.01.2024, 18:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Tersteegenhaus, Emmastraße 6, 50937 Köln
Veedelsspaziergang für junge Erwachsene
„Neues Jahr – neue Wege“
Pfarrerin Mareike Maeggi lädt am Freitag, 5. Januar, 18.30 Uhr, junge Erwachsene zu einem Veedelsspaziergang durch Sülz ein. Unter dem Motto „Neues Jahr – neue Wege“ gibt es beim Spaziergang besonders, aber nicht nur für Menschen, die noch nicht lange im Veedel wohnen, die Möglichkeit neue Orte und Menschen kennenzulernen, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Treffpunkt ist das Tersteegenhaus, Emmastraße 6. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.
www.kirche-klettenberg.de

06.01.2024, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Evangelische Messe mit Gregorianischem Gesang
Epiphanias – Fest der Erscheinung des Herrn
Zu einer evangelischen Messe mit Gregorianischem Gesang lädt die Ökumenische Choralschola Köln unter der Leitung von Manfred Loevenich am Samstag, 6. Januar, 18 Uhr, in die Antoniterkirche, Schildergasse 57, ein. Die Liturgie gestaltet Pfarrer Markus Herzberg.
www.antonitercitykirche.de

07.01.2024, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Ichthys
Kirchenladen Sinthern, Am Hoppeberg 5, 50259 Pulheim-Sinthern
Neujahrsempfang im Kirchenladen Sinthern
Piccolo-Chor und Saitenschiff-Ensemble musizieren
Die Evangelische Kirchengemeinde Ichthys lädt am Sonntag, 7. Januar, 11 Uhr, zu einem Gottesdienst mit anschließendem Neujahrsempfang in den Kirchenladen Sinthern, Am Hoppeberg 5, ein. Für Neuzugezogene ist das eine gute Gelegenheit, Menschen aus der Kirchengemeinde kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Es musizieren der Piccolo-Chor und das Saitenschiff-Ensemble. Für den Empfang werden Getränke gestellt. Alle, die kommen, werden gebeten, etwas zu essen mitzubringen, sodass ein großes Büfett.
www.evkirche-ichthys.de

07.01.2024, 14:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Zollstock
Melanchthonkirche, Breniger Straße 18, 50969 Köln
Karnevalsflohmarkt in der Melanchthonkirche
Tauschen – Verschenken – Verkaufen: Kostüme, Accessoires, Orden
Am Sonntag, 7. Januar 2024, 14 bis 17 Uhr, veranstaltet die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Zollstock einen Karnevalsflohmarkt im Kirchensaal der Melanchthonkirche im 1. Stock. Einzelpersonen und Vereine können sich mit einem eigenen Stand beteiligen. Als Gegenleistung wird um eine Lebensmittelspende für die wöchentliche Diakoniesprechstunde für bedürftige Zollstockerinnen und Zollstocker gebeten. Weitere Informationen, das Anmeldeformular und Plakatmaterial unter koeln-zollstock@ekir.de.
www.melanchthonkirche.de

07.01.2024, 15:00
Evangelische Kirchengemeinde Brüggen/Erft
Lukaskirche in Brüggen/Erft, Kirchweg 7, 50169 Kerpen
Neujahrsempfang im Gemeindehaus der Lukaskirche
Der Kirchbauverein lädt ein
Am Sonntag, 7. Januar, lädt die Evangeliche Kirchengemeinde Brüggen/Erft zu einem Neujahrsempfang in das Genmeindehaus der Lukaskirche, Kirchweg 7, ein. Bei Sekt, Kaffee und Kuchen gibt es Gelegenheit, auf das neue Jahr anzustoßen und sich wieder mal mit anderen Gemeindegliedern auszutauschen und zu klönen. Der Neujahrsempfang wird von den Mitgliedern des Kirchbauvereins organisiert und beginnt um 15 Uhr mit einer Andacht in der Kirche.
www.kirche-brueggen.de

07.01.2024, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Kirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach-Kippekausen
„Drei Kön‘ge wandern aus Morgenland“
Vesper mit „Musik zu Epiphanias“
Die Evangelische Kirchengemeinde Bensberg lädt zu einer musikalischen Vesper am Sonntag, 7. Januar, 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr), in die Zeltkirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, ein. Unter dem Motto „Musik zu Epiphanias“ erklingt der Choral „Drei Kön‘ge wandern aus Morgenland“. Ausführende sind Barbara Engelbert (Block- und Querflöte), Ulla Pillmann (Akkordeon und Klavier), Eddi Kühn (Cello) sowie Xaver Hetzenegger (Orgel). Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.
www.kirche-bensberg.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Gemeindenahe Diakonie in Köln: Brückenbauerin Marina von Ameln über ehrenamtliches Engagement

Diakonie und Kirche als partnerschaftlich starke Akteure im Sozialraum: Pfarrerin Marina von Ameln ist Koordinatorin der Gemeindenahen Diakonie und somit Brückenbauerin zwischen den 54 Kirchengemeinden und vier Kölner Kirchenkreisen auf der einen Seite und den Einrichtungen des Diakonischen Werks in Köln, Rhein-Erft-Kreis und dem Rheinische-Bergischen Kreis auf der anderen. Sie spricht im Interview über gemeinsame Projekte, Vernetzung, Herausforderungen und Zukunftspläne:

Im Juli wurde gestartet. Worin besteht das Ziel der Projektstelle „Gemeindenahe Diakonie“?

Marina von Ameln: Getragen von der gemeinsamen Vision eines respektvollen, friedlichen und solidarischen Miteinanders der Generationen und Kulturen können Diakonie und Kirche partnerschaftlich starke Akteure im Sozialraum sein. Grundvoraussetzung für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist, dass Kirchengemeinden und Diakonie voneinander wissen und aufeinander verweisen: Gemeinde verweist auf Diakonie, wenn Menschen professionelle sozialarbeiterische Hilfe benötigen und Diakonie verweist auf Gemeinde, wenn Menschen Einbindung vor Ort „im Sozialraum“ benötigen. Als Koordinatorin der Gemeindenahen Diakonie bin ich sozusagen Brückenbauerin zwischen den 54 Kirchengemeinden und vier Kölner Kirchenkreisen auf der einen Seite und den Einrichtungen des Diakonischen Werks in Köln, Rhein-Erft-Kreis und dem Rheinische-Bergischen Kreis auf der anderen.

Was sind Ihre Aufgaben?

Marina von Ameln: Ich informiere über Angebote, vermittle Gesprächspartner und -innen, lade zum gegenseitigen Austausch von Kirche und Diakonie ein und begleite gemeinsame Projekte und Kooperationen in Sozialräumen. Meine eigenen Erfahrungen als Gemeindepfarrerin erleichtern mir an einigen Punkten das Verständnis von kirchlichen Strukturen und den Zugang zu gemeindlichen Perspektiven und zugleich ist es für mich eine großartige Bereicherung diakonische Arbeit aus einer neuen Rolle heraus kennenzulernen.

Wie wird ehrenamtliches Engagement in den gemeindediakonischen Projekten gefördert und wie können sich Interessierte einbringen?

Marina von Ameln: Diakonische Arbeit beinhaltet vielfältige Angebote für alle Altersgruppen und Lebenslagen und stellt ein differenziertes Arbeitsfeld dar. In vielen Kirchengemeinden werden Besuchsdienste für ältere Menschen oder Neuzugezogene ehrenamtlich organisiert, aber auch Essensausgaben oder Kleiderkammern werden angeboten. Interessierte können sich bei Eltern-Kind-Gruppen oder Seniorenangeboten einbringen, und auch im Bereich von Kinder- und Jugendfreizeiten werden immer wieder Helfende gesucht. Es gibt bereits spezielle Schulungen zum Beispiel im Bereich der ehrenamtlichen Seelsorge. Mit Blick auf sozial-diakonische Angebote möchte ich künftig für Haupt- und Ehrenamtliche Workshops und Infoveranstaltungen zu Themen wie Demenz, Einsamkeit oder vernetzter Quartiersarbeit anstoßen. Zudem vernetze ich bei Fragen Gemeinden und ehrenamtlichen Gruppen mit den entsprechenden Mitarbeitenden der Diakonie Köln und Region.

Welche Rolle spielt die transkulturelle Öffnung der Gemeindearbeit bei der Projektstelle „Gemeindenahe Diakonie“ und warum ist sie wichtig (vielleicht als Beispiel „Lokal Vielfalt“)?

Marina von Ameln: Wir leben in einer bunten und diversen Gesellschaft und als Diakonie bieten wir allen Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder sozialer und kultureller Prägung Hilfe, Unterstützung und Raum für Begegnungen an. Mit Projekten wie zum Beispiel dem „Lokal Vielfalt“ entstehen Räume der transkulturellen Begegnung von Menschen mit ihren unterschiedlichen persönlichen und/oder internationalen Geschichten. Diakonie und Kirchengemeinden arbeiten hierbei eng zusammen. Bildungsangebote, individuelle Beratungen oder gesellige Austauschrunden fördern und stärken das gegenseitige Kennenlernen. Ein Gefühl von Gemeinschaft kann durch kreative Angebote wachsen, die miteinander gestaltet werden. Ich denke, dass Menschen, die miteinander lachen, weinen, singen, arbeiten und Freizeit verbringen, stärker miteinander verbunden sind und einander Halt geben. Und genau das brauchen wir in unserer Gesellschaft.

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen der Projektstelle und den bereits existierenden Gemeindeaktivitäten aus?

Marina von Ameln: Besonders in der jetzigen Startphase der Projektstelle ist das Brückenbauen wie eben schon genannt von entscheidender Rolle. Ich besuche die Kirchengemeinden und diakonisch engagierten Gruppen, informiere über Angebote und vernetze die Akteure aus Gemeinden und diakonischen Einrichtungen. Im November beispielsweise haben wir Vertretende der gemeindlichen Diakoniekreise aus Köln und Region eingeladen, die Arbeitsbereiche des Diakonischen Werkes vorgestellt und uns über bereits existierende Gemeindeaktivitäten ausgetauscht (Foto links). In drei regionalen Arbeitsgruppen werden wir nun weiterarbeiten und vor allem im nächsten Jahr, in dem die Diakonie Köln und Region ihr 100-jähriges Jubiläum feiert, gemeinsame Aktionen planen. So wird zum Beispiel sowohl im Rhein-Erft-Kreis als auch im Rheinisch Bergischen Kreis jeweils eine „Woche der Diakonie“ mit verschiedenen Veranstaltungen und gemeinsamen Gottesdiensten stattfinden.

Welche Auswirkungen erhoffen Sie sich von den gemeindediakonischen Projekten auf die Gemeinde und die Menschen, die daran beteiligt sind?

Marina von Ameln: Mein Wunsch ist es, dass Kirche und Diakonie professionell vernetzt und für Menschen im Kölner Stadtgebiet und den Regionen als enge Kooperationspartnerinnen da sind und ein breites Angebot für alle Generationen und Lebenslagen bieten. Die kirchliche Landschaft verändert sich zurzeit sehr und das wird mit Blick auf sinkende Mitgliederzahlen sowie abnehmende personelle und finanzielle Ressourcen zunehmen. Die sozialdiakonische Aufgabe von Kirche wird demgegenüber wichtiger denn je, denn Menschen suchen in unsicheren Zeiten Halt, Rat und Gemeinschaft. Wenn es gelingt, Angebote regional zu denken und umzusetzen und ehrenamtliche Initiativen professionell zu begleiten, dann können Kirche und Diakonie auch in Zukunft ein solidarisches und friedliches Miteinander stärken und Menschen befähigen, Herausforderungen aktiv anzugehen.

Wie möchten Sie sicherstellen, dass die projektorientierte gemeindediakonische Arbeit nachhaltig ist und langfristig wirkt?

Marina von Ameln: Für nachhaltige und langfristige Zusammenarbeit im Bereich der gemeindenahen Diakonie braucht es in meinen Augen zum einen klare Strukturen. Dies ist nötig, um den Austausch zwischen Gemeinden und diakonischen Partner und -innen zu ermöglichen, zum Beispiel die beratende Teilnahme an kirchlichen Gremien sowie gemeinsame Besprechungen zwischen Presbyterien und Vertretende diakonischer Einrichtungen. Zum anderen wird es eine wichtige Aufgabe sein, gemeinsame Projekte in den Stadtteilen anzustoßen, in denen beispielsweise bisher ausschließlich kirchlich genutzte Gebäude diakonischen Angeboten in partnerschaftlicher Zusammenarbeit Raum bieten. Hierfür wird es auch den Aufbau eines Fördernetzwerkes brauchen, durch das Einzelpersonen, Firmen oder Stiftungen soziale Projekte finanziell unterstützen. Es werden also noch viele kleine und größere Schritte sein, die die Projektstelle anstoßen wird.

Wie können interessierte Personen mehr über die „Gemeindenahe Diakonie“ erfahren und sich beteiligen?

Marina von Ameln: Auf der Homepage der Diakonie Köln und Region wird über den Bereich „Kirche und Diakonie“ informiert und es ist in Planung, dass dort für die Gemeinden künftig Materialien für Gemeindebriefe, Gottesdienste und Spendenprojekte eingestellt werden. Außerdem sollen gemeindenahe diakonische Projekte vorgestellt werden und zu Austausch- und Vernetzungstreffen eingeladen werden. Interessierte können sich direkt bei mir melden oder auch bei unserer Ehrenamtskoordinatorin Ulrike Marquardt. Für Rückmeldungen oder auch Infos zu laufenden Projekten in Gemeinden oder Sozialräumen bin ich ebenfalls dankbar.

Kurz-Biografie

  • Geboren in Düren, Rheinland
  • 2004 – 2011 Studium der ev. Theologie in Wuppertal, Buenos Aires und Heidelberg
  • 2011-2013 Wissenschaftliche Assistenz am Hochstuhl für System. Theologie und Leitung des Ökum. Wohnheims für Studierende Heidelberg
  • 2013-2015 Vikariat in Hockenheim
  • 2015 Praktikum im Stabsreferat Theologie bei Brot für die Welt
  • 2015 Ordination zur Pfarrerin in der Badischen Landeskirche
  • 2015-2018 Probedienst in Walldorf
  • 2018-2022 Pfarrstelle in Pforzheim und Aufbau der Familienkirche
  • Seit 2023 Projektstelle „Gemeindenahe Diakonie“ im Diakonisches Werk Köln und Region

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Privat/Martina Schönhals

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„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“: Ins neue Jahr starten mit Musik und Liebe

Starten Sie ins neue Jahr mit Musik und Liebe: Den Song zur Jahreslosung 2024 von Wolfgang Schulz-Pagel können Sie auf Youtube hören und sehen. Die Jahreslosung „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ aus dem 1. Korintherbrief (16,14) wird dort musikalisch umgesetzt. Der Komponist und Kirchenmusiker Wolfgang Schulz-Pagel aus Pulheim hatte jedoch anfangs Schwierigkeiten, einen Kinderchor für sein Projekt zu finden. Doch dann stieß er auf Amelie, Hannah und Jonas aus Köln-Widdersdorf, die sich begeistert an dem Liedprojekt beteiligten.

Nach intensiven Proben sangen sie das Lied voller Engagement und Freude im Studio ein. Die Leichtigkeit und Begeisterung der jungen Chorsängerinnen und -sänger ist im Ergebnis deutlich spürbar und verleiht dem Lied eine besondere Note. Schulz-Pagel ist sehr dankbar für diese wunderbare Erfahrung und hofft, dass das Lied viele Hörerinnen und Hörer erfreuen wird. Die Noten zum Lied sind beim Strube Verlag erhältlich.

Die Jahreslosungen werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen festgelegt. Die Mitglieder dieses Gremiums stammen aus verschiedenen Kirchen und Werken aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Elsass und Polen. Seit 1934 werden jährlich Jahreslosungen veröffentlicht, um Menschen durch die Bibelimpulse im Alltag zu begleiten.

Wir wünschen Ihnen einen musikalischen und von Liebe erfüllten Start ins neue Jahr!

Haben Sie Interesse an weiteren Videos? Dann schauen Sie doch rein und abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal: www.youtube.com/kirchekoeln

Jahreslosungen

Eine Übersicht der Jahreslosungen von 1930 bis 2025 können Sie hier herunterladen.

2023

Du bist ein Gott, der mich sieht. Gen 16,13 (L)

2024

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. 1 Kor 16,14 (E)

2025

Prüft alles und behaltet das Gute! 1. Thess 5,21 (E)

www.oeab.de

Text: APK
Foto(s): APK/Videoausschnitt

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Melanchthon-Akademie präsentiert neues Semesterprogramm 1/2024

Die Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region präsentiert ihr neues Semesterprogramm für das erste Halbjahr 2024. Mit einer breiten Auswahl an Bildungsangeboten widmet sich die Melanchthon-Akademie dem Ziel, Bildungsangebote zwischen Himmel und Erde zu ermöglichen. Aufgrund von anstehenden Bauarbeiten für den neuen Bildungscampus „Campus Kartause“ wird die Akademie vorübergehend in neue Räumlichkeiten umziehen.

Denn im neuen Jahr beginnen die Bauarbeiten für „Campus Kartause“, der ab 2026/27 die jetzigen Gebäude, in denen die Melanchthon-Akademie, das Jugendreferat und die Familienbildungsstätte zu Hause sind, ersetzt. Deshalb wird die Akademie im Februar in eine Zwischenheimat umziehen: Ihre Geschäftsräume sind für die Zeit des Bauens ab dem 15. Februar 2024 im Sachsenring 6 in unmittelbarer Nähe, die Veranstaltungsräume sind im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, beheimatet.

Von besonderem Interesse ist daher das Wochenende vom 24. bis 25. Februar 2024, an dem die Melanchthon-Akademie einen Abschied und Neuanfang im Zwischen-Zeit-Raum feiert, einem kreativen Open Space.

Weitere Highlights im Programm: Unter dem Motto „Tiefe Anpassung“ bietet ein Workshop am Sonntag, 25. Februar 2024, Einblicke in den Umgang mit der Klimakrise und informiert über Denkweisen und Handlungsmöglichkeiten in diesem Kontext. Außerdem gibt es ein Gespräch zwischen dem Würzburger Theologen Klaas Huizing und der französischen Philosophin Corine Pelluchon am 5. März 2024, eine Buchvorstellung und Diskussion zum Thema „Die urbanen Wurzeln der Mafia“ am 12. März sowie eine interdisziplinäre Tagung zum Thema „Wie lässt sich der Zustand der Welt begreifen?“ in Kooperation mit der C.G. Jung-Gesellschaft Köln am 23. März 2024. Darüber hinaus bietet die Melanchthon-Akademie eine Seminarreihe zu Tod, Sterben und Trauer, die am 26. März 2024 mit einem Vortrag der Trauerbegleiterin Chris Paul beginnt. Am 26. April 2024 gibt es zudem eine Kurztagung zum Immanuel Kant-Jahr, bei der verschiedene Referierende die Aktualität des universellen Denkansatzes diskutieren werden.

Interessierte können sich telefonisch, schriftlich per Mail, Fax, Post oder online anmelden.

Das Programm ist ab sofort online, sowie in gedruckter Version an der Melanchthon Akademie erhältlich: www.melanchthon-akademie.de

Melanchthon-Akademie

Die Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region ist eine anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung im Sinne des WBG-NRW. Mit rund 300 Angeboten pro Semester und einem Team von 13 hauptamtlichen Mitarbeitenden und rund 150 Dozierenden trägt die Akademie dazu bei, Bildungsangebote für Menschen aller Altersgruppen und Interessensgebiete bereitzustellen.

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Magazin-Ausschnitt/APK

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Diakoniespende 2023/2024: Lokal Vielfalt – gemeinsames Kochen als Brücke für Integration

Miteinander sein ist selten so wichtig, wie in der Zeit am Ende eines Jahres. Die Wochen vor und nach den Festtagen, mit ihren langen Abenden, sind für viele Menschen Anlass, sich zu treffen, zu spielen, zu lachen und zumindest kurzzeitig den üblichen Stress zu vergessen. Die kleine Pause rund um Weihnachten und Silvester selbst ist in der Regel für die Freunde und die Familie reserviert. In vielen Familien gibt es ein festliches Menü, das vorab liebevoll geplant und dann sorgfältig zubereitet wurde. Essen symbolisiert schon immer neben Gemeinschaft auch Gastfreundschaft, es schafft einen Rahmen für vertrauensvolle Gespräche, bringt zur Ruhe und sorgt für Wohlbehagen. Wer bei gutem Essen gemeinsam Zeit verbringt, ist nicht einsam.

Auch beim „Lokal Vielfalt“ im Kölner Norden wird regelmäßig gemeinsam gekocht und gegessen. Das Projekt ging im Sommer 2022 mit ganz unterschiedlichen Aktionen an den Start und ist der diesjährige Empfänger der Diakoniespende des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Das Besondere dieser Spende: Bis zum Ende der Aktion im September 2024 verdoppelt der Kirchenverband bis zu einer Summe von 100.000 Euro jede Spende. Das Projekt „Lokal Vielfalt“, derzeit beheimatet im Turmcafé der Nathanael-Kirchengemeinde in Bilderstöckchen, wird getragen durch einen Steuerungskreis, zu dem neben dem Diakonischen Werk Köln und Region auch die Melanchthon-Akademie und mehrere Kirchengemeinden gehören. Zu diesem Steuerungskreis gehört auch Pfarrerin Dorothee Schaper, die sich außerdem für diese sehr besondere Kochgruppe engagiert.

Kochgruppe mit geflüchteten Menschen: Austausch, Vernetzung, Verständnis

Praktisch seit Beginn des Projektes „Lokal Vielfalt“ trifft sich eine Gruppe Studierender mit afrikanischen Wurzeln samstags im Turmcafé, um in Gemeinschaft zu kochen und zu essen. Aber auch zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung. Denn es gibt etwas, das sie verbindet: Sie alle studierten in der Ukraine und wurden mit Ausbruch des Krieges plötzlich zu Geflüchteten aus einem Drittstaat. Fast alle an den Kochabenden Teilnehmenden erlebten zudem auf ihrer Flucht nach Deutschland rassistisch motivierte Anfeindungen. „Diese Menschen sind in einer ungemein schwierigen Situation“, berichtet Dorothee Schaper. Sie haben keinen ukrainischen Pass, können also in der Regel Leistungen wie das Bürgergeld nicht in Anspruch nehmen. Sie hängen, wie die Pfarrerin sagt, „zwischen Baum und Borke“. Umso wichtiger ist es ihnen daher, sich einmal wöchentlich unter dem Dach des Projektes treffen zu können, zu wissen, dass die anderen ihre Situation verstehen und vielleicht sogar einen praktischen Ratschlag haben. Und umso wichtiger ist diese Vernetzung in einer so emotionalen Zeit wie dem Dezember mit seinen Feiertagen.

Die jungen Leute hoffen alle darauf, ihr Studium in der Ukraine beenden zu können. So sagt Dorothee Schaper: „Ein Studienabbruch ist keine Option, wenn man unbedingt Mediziner oder Ingenieur werden möchte und das Geld dafür mühsam mit der Familie angespart hat.“ Die am Kochkurs Teilnehmenden lernen unterdessen in Köln Deutsch, auch mithilfe von Sprachpaten und suchen nach Möglichkeiten für Praktika oder nach Arbeitsplätzen. „Einige haben Praktikumsplätze bekommen, einige konnten aus den Hotels und Übergangswohnheimen inzwischen in Wohnungen umziehen“, freut sich Dorothee Schaper. Wichtig, so sagt sie, sei der wöchentliche Austausch mit Menschen, die in einer ähnlich schwierigen Situation stecken, die sich Tipps geben können, aber auch ein Stück weit gegenseitige Seelsorge betreiben. „Vernetzen konnten die Studierenden sich im Lokal Vielfalt mit Unterstützung des Vereins Pamoja Afrika, der Antirassismus-Programme bietet, und des Solution Centers Köln, einer Gemeinde, die für ihre Gottesdienste die Räume in Bilderstöckchen nutzt. Zum Teil werden auch Gottesdienste gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde gefeiert“, erläutert die Pfarrerin.

Diakoniespende 2023/2024 des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region

Das „Lokal Vielfalt“ ist Empfänger der Diakoniespende 2023/2024 des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Das Besonderes daran: Der Kirchenverband verdoppelt jede Summe bis zu einem Spendenaufkommen von 100.000 Euro. Die Diakoniespende soll dafür verwendet werden, das Angebot des „Lokal Vielfalt“ um einen festen, zentral gelegenen Standort sowie ein „Lokal Mobil“ zu erweitern, um die Angebote des Projektes auch in den anderen Kölner Stadtteilen sichtbarer werden zu lassen.

Lokal Vielfalt

Das „Lokal Vielfalt“, dem die diesjährige Diakoniespende des Kirchenverbandes Köln und Region zugutekommt, ist ein Modellprojekt des Diakonischen Werkes Köln und Region. Es will Möglichkeiten schaffen, sich transkulturell – unabhängig von Herkunft, Sprache und Nationalität – auf Augenhöhe zu begegnen. Das „Lokal Vielfalt“ ist Treffpunkt und Anlaufstelle für Menschen mit und ohne internationale Geschichte, für ehrenamtlich Engagierte, gemeinnützige Initiativen.

Alles über die Diakoniespende 2023/24 des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region finden Sie hier.

Text: Katja Pohl
Foto(s): APK

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Unsere Wochentipps: Silvester-Gottesdienst und Neujahrskonzert

Mit unseren Wochentipps können Sie das neue Jahr mit besinnlicher Musik begrüßen. Die Kirchengemeinde Ichthys bietet am Silvestermorgen einen Gottesdienst mit Abendmahl und ein Konzert im Gemeindehaus Unter Gottes Gnaden an. Ein musikalisches Highlight wird das Neujahrskonzert im Altenberger Dom sein, bei dem die beiden Domorganisten Andreas Meisner und Rolf Müller ihr Können an der Altenberger Domorgel zeigen. Ebenso laden die Johanneskirche Klettenberg und die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf zu einem Konzertgottesdienst und einem Neujahrskonzert mit Hokkaido-Quartett und Frank Stanzl ein. Außerdem gibt es einen ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung der Karnevalssession.

31.12.2023, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Ichthys
Gemeindehaus Unter Gottes Gnaden, Zum Dammfelde 37, 50859 Köln-Widdersdorf
Gottesdienst mit Abendmahl und einem Konzert
Silvester um 11 Uhr
Der Silvester-Gottesdienst am Sonntag, 31. Dezember, 11 Uhr, im Gemeindehaus Unter Gottes Gnaden, Zum Dammfelde 37, wird musikalisch besonders gestaltet: In drei Sätzen musizieren Vanessa Schmitz und Julia Diedrich und bringen das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 299) zu Gehör. Julia Diedrich übernimmt auf dem Klavier die Partien für Harfe und Orchester. Alle sind herzlich eingeladen, zu diesem besonderen Auftakt zu den Silvesterfeiern.
www.evkirche-ichthys.de

01.01.2024, 15:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal
Neujahrskonzert im Altenberger Dom
Mit den beiden Domorganisten Andreas Meisner und Rolf Müller
Zum Auftakt des neues Jahres spielen die beiden Domorganisten Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner und Rolf Müller am Montag, 1. Januar, 15.30 Uhr gemeinsam an der Altenberger Domorgel vierhändig und vierfüssig. Der Eintritt zum Konzert im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 4, ist frei.
www.dommusik-aktuell.de

01.01.2024, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln
Konzertgottesdienst
Orgelmusik in der Johanneskirche
Zu einem Konzertgottesdienst zum Neujahrstag, am Montag, 1. Dezember, 17 Uhr, in der Johanneskirche, Nonnenwerthstraße 78, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg ein. Gerda Schaarwächter (Orgel) und Pfarrerin Bettina Kurbjeweit (Liturgie) gestalten den musikalischen Gottesdienst.
www.kirche-klettenberg.de

01.01.2024, 17:00
Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Junkersdorf, Birkenallee 20, 50858 Köln
Neujahrskonzert mit Hokkaido-Quartett und Frank Stanzl
Frank Stanzl an der neuen Muhleisen-Orgel in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Junkersdorf, Birkenallee 20, und das Hokkaido Quartett laden am Montag, 1. Januar, 17 Uhr, zu einem Neujahrskonzert ein. Auf dem Programm stehen Werke von Carl Philipp Emanuel Bach (aus dem Konzert für Orgel und Streicher in G-Dur), Johann Sebastian Bach (Präludium un Fuge in C für Orgel), Wolfgang Amadeus Mozart (Streichquartett in C-Dur) sowie von Georg Friedrich Händel (Konzerte für Orgel und Streicher in F-Dur und A-Dur). Der Eintritt kostet 10 Euro.
www.ev-in-junkersdorf.de

03.01.2024, 18:30
Evangelisch Leben in Köln und Region
Kölner Dom, Domkloster 4, 50667 Köln
Ökumenischer Gottesdienst zur Eröffnung der Karnevalssession
Domgottesdienst für Karnevalisten
Am Mittwoch, 3. Januar, 18:30 Uhr, findet im Kölner Dom der ökumenische Gottesdienst zur Eröffnung der Karnevalssession statt. Der Domgottesdienst für Kölner Karnevalisten wird bereits seit 2007 veranstaltet und seit einigen Jahren als ökumenischer Gottesdienst gefeiert. In diesem Jahr leiten den Gottesdienst Stadtdechant Msgr. Robert Kleine sowie Pfarrer Dr. Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Der Einlass beginnt ab 18.00 Uhr, um 18:15 Uhr ist der Einzug der Standartenträger der dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften. Der Gottesdienst wird live im Domradio übertragen, auf domradio.de kann man die Veranstaltung mit Bild und Ton verfolgen.
www.koelnerkarneval.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Präses Latzel predigt an Heiligabend in der JVA Köln-Ossendorf

Präses Dr. Thorsten Latzel hat an Heiligabend die Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln-Ossendorf besucht und in der Gefängniskirche gepredigt. In der weihnachtlich geschmückten, großen Anstaltskirche der JVA Köln versammelten sich für den Gottesdienst inhaftierte Frauen. Sie stammen aus unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen. Der Präses nahm sich bewusst Zeit, um den Gefangenen an einem Tag zu besuchen, der für viele Menschen von besonderer Bedeutung ist. Mit tiefer Überzeugung betonte Latzel die Allgegenwart der Weihnachtsbotschaft und ihren Anspruch, für jeden Menschen zu gelten.

„An Heiligabend in diesem Jahr predige ich auch wieder im Gefängnis. Das ist mir persönlich wichtig. Ein Zeichen dafür, dass die Hoffnungsbotschaft, dass Weihnachten für alle Menschen gilt“, sagte er. „Deswegen ist es mir ein großes Anliegen, etwas von der Hoffnungsbotschaft von Weihnachten hineinzutragen in die Gefängnisse, für die Menschen, die dort sind. Als Zeichen dafür: Christus ist für uns alle geboren.“ Nicht zu unterschätzen ist daher die Bedeutung, dass mit dem Präses ein Kirchenvertreter „von draußen“ die Insassen dort wahrnimmt und damit zeigt: Ihr gehört zu uns, wir vergessen euch nicht, die Christusbotschaft gilt auch und gerade für euch.

Gefängnis-Gottesdienst an verschiedenen Orten der EKiR

Die Reaktionen der Insassen auf den Besuch waren überwältigend positiv. An Weihnachten ist Haft besonders schwer zu ertragen – fern von den Angehörigen zu sein. Miteinander stimmungsvoll Weihnachten zu feiern, sich den Trost der Weihnachtsbotschaft zusprechen zu lassen, an die Krippe zu treten, das bringt Erleichterung.

Der Besuch hat Tradition: Präses Latzel hat in den vergangenen Jahren immer an Heiligabend einen Gottesdienst im Gefängnis an verschiedenen Orten der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) gefeiert.

Text: APK
Foto(s): JVA

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„Unser Denken und Verhalten werden anders, und wir setzen unsere Füße auf den Weg des Friedens“ – Weihnachtspredigt von Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

„Wir öffnen die Augen und Sinne für die am Rande, weil dieses Kind von Bethlehem auch am Rande war. Unser Denken und Verhalten werden anders, und wir setzen unsere Füße auf den Weg des Friedens“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger in der Predigt in der Christvesper am Heiligabend in der Reformationskirche in Köln-Bayenthal. Er sprach über den Predigttext Galater 4,4-7. Lesen Sie hier die Predigt:

Liebe Gemeinde,
wir feiern die „Heilige Nacht“.

Was ist uns denn heilig? 2023 und in dieser Stunde?
Fünf Antworten:
• Dass jeder Mensch Würde hat.
• Ein Klima im Gleichgewicht.
• Dass Menschen sich verstehen.
• Dass es keinen Hass gibt und wir Frieden halten.
• Dass unsere Seele heil bleibt.
Alles heilig und zum Leben unverzichtbar.
Und alles davon ist in Gefahr!

Das, was uns heilig ist,
müssen wir kennen und darauf achten.
Was uns heilig ist, müssen wir schützen,
sonst kommt es unter die Räder oder es zerbröselt.

Die Geschichte von Weihnachten erzählt davon, wie sehr Leben bedroht ist und wie Gott in das Bedrohte hineinkommt und es schützt.
Die Geschichte von Bethlehem erzählt davon, wie es im Kleinen, bei Maria und Joseph und dem Kind, Licht und Wärme gibt.
Und zugleich:
Es gibt Schmerzen und Bitterkeit, weil nicht alles harmonisch ist und weil auch heute Abend Menschen im Krieg und in Schützengräben und Wüstentunneln sind. Und weil Mütter und Kinder in Sorge sind.

Es ist ja wahr:
Wir leben mit vielen Krisen.
Und trotzdem feiern wir.
Denn ja, auch die Weihnachtsgeschichte
begab sich zu einer Zeit,
als die Sehnsucht nach Frieden riesengroß war:
nach Gerechtigkeit,
nach Sicherheit für das Volk Israel,
nach Respekt und einem Lebensrecht für alle.

Damals erließ der römische Kaiser
einen Volkszählungs-Steuerbescheid.
Immer schon diese Gleichzeitigkeit:
Keine Herberge und schreckliche Barbarei,
Rechtloche Pflichten und Menschen
mit ihrer Verletzlichkeit.
Und dann trotzdem in dieser Heiligen Nacht:
Sterne, Funkeln.
Lichter himmelweit.
Eine Frau guter Hoffnung.
Ein Baby, Gott geweiht.
Der Himmel grüßt die Erde.
Der Heilige wird wahrhaftig Mensch.
Mit Haut und Haaren.
Mit Lungenflügeln und großem Herzen.

Heilige Nacht.
Nacht der Gegensätze und doch anziehend.
Ein empfindsames Herz, wache Sinne.
Die Sehnsucht nach dem,
was mehr ist, als wir machen können.

Was wird denn geschehen, wenn in diese Sehnsucht hinein Gott Mensch wird?
Wird er geachtet und verehrt?
Oder bleibt er allein?
Wird er bekämpft oder als Träumer einsortiert?

Der Apostel Paulus schreibt davon, dass sich an Weihnachten Sehnsucht und Erwartungen erfüllen.

Textverlesung: Galaterbrief 4,4-7

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.
Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsere Herzen, der da ruft: Abba lieber Vater!
So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.“

„Als die Zeit erfüllt war“
Die Worte des Paulus zeugen davon, dass an Weihnachten etwas in Erfüllung geht.
Die Worte sprechen uns zu: Wir sind Gottes Kinder. Wir dürfen Gott „Abba, lieber Vater“ nennen. Wir sind zu Kindern Gottes geworden.
Dafür ist Gott in einem hilflosen kleinen Kind, als Jude, in die Welt gekommen.
In seinem Erdenleben erlebte und spürte Jesus in allen Höhen und Tiefen das mal so grandiose und mal so banale Menschsein. Wir wissen neben seinem Wirken von seinem Lebensende am Kreuz.

Er kam als Mensch in diese Welt. Er lebte „unter dem Gesetz“, also in den Begrenzungen, die wir kennen. „Unter dem Gesetz“ heißt, er erlebte auch die Regeln der Gesellschaft seiner Zeit und die Einschränkungen, die dadurch entstehen. Übrigens sehr viel engere Regeln als unsere moderne tolerante Gesellschaft sie kennt.

Uns wird zugesagt, dass wir als Kinder Anteil an dem bekommen, was unserem himmlischen Vater gehört. Dabei geht es nicht um materielle Werte, sondern das, was wir erben sollen, ist unendlich viel wertvoller: es ist das Reich Gottes. Wir sind Erben des Reiches Gottes. Also des Glanzes des Lebens, in dem das Heilige heilig bleibt und das Würdige würdig und nicht beschmutzt wird.
Wir sollen an Gottes Leben, wie es sein soll, Anteil haben: An seinen Maßstäben, nach denen Gerechtigkeit, Friede und Liebe das Leben bestimmen.

Das, was heilig ist an der Heiligen Nacht, ist ein Ereignis, das von außen kommt. Eine neue Wirklichkeit öffnet sich, eine andere Sicht auf das Leben.

Nach der Logik unserer Wirklichkeit wollen wir gerne über vieles die Kontrolle haben, weil wir uns dann sicherer fühlen. Wir spüren, dass das oft gar nicht geht. Wir merken: Die Liebe und Zuneigung anderer, auch die von Gott, können wir nicht beanspruchen oder sichern, wir können sie nur dankbar empfangen.
Erfolge können wir anstreben und zuweilen erreichen, aber wir „besitzen“ sie nicht. Und wenn wir meinen, sie zu „besitzen“, dann werden wir leicht besessen von uns selbst und unserer Selbstverliebtheit.

Immer dann, wenn wir uns zum Maß der Dinge machen, rutschen wir, so Paulus, unter das Gesetz der Selbstrechtfertigung und werden so zu Knechten.
Martin Luther hat sehr hellsichtig gesagt: „Das, woran du dein Herz hängst, das ist eigentlich dein Gott”.
Dagegen setzt er: “Wir sollen Menschen sein und nicht Gott.”

Das Evangelium des Apostels verkündet die weihnachtliche Sicht auf die Wirklichkeit, die uns erlaubt, neu zu sehen: Der lebendige Gott, fern und nah, hat gegen menschliche Selbstverdrehung die Freiheit erschlossen, “auf dass alle, die unter dem Gesetz” der Zwänge sind, erlöst werden.

Im Kind in der Krippe zeigt Gott seine Liebe. Gott macht sich uns gleich, schenkt uns seinen Sohn als Bruder, der an unserer Seite steht.
Was ist das viel!
Da ist einer, der ist in allem an unserer Seite!
Unantastbare Würde wird uns Menschen damit zugesprochen.

Wertschätzung wird uns so zuteil, ob jung oder älter, ob reich oder ärmer, ob gesund oder dement. Im Sohn hat Gott uns zu gleichberechtigten Kindern und Erben der Familie Gottes gemacht, die keine Verlierer kennt.
Wir dürfen als Geschwister Jesu zu Gott sagen „lieber Vater“ und dabei die Freiheit der Kinder Gottes spüren.

Mit jedem Kind, das neu in die Welt kommt, ist diese unverfügbare Sicht auf das Leben zu spüren. Angesichts eines Neugeborenen spüren wir, was das Geschenk des Lebens ist.
Wir staunen und hören hoffentlich nie auf, über dieses Wunder des Lebens zu staunen.
Beschenkt werden und die Gaben Gottes empfangen:
Das können wir erfahren, wenn wir uns zusagen lassen: Du bist Gottes geliebtes Kind – du.
Können wir uns das sagen lassen?
Können wir das, was uns heilig ist, Gott hinhalten und ihn bitten, unsere leeren Hände zu füllen?

Stellen wir uns vor, wir wären Maria und Joseph in der Nacht der Geburt Jesu. Stellen wir uns vor, wir hätten dieses kleine Wesen in den Armen und spüren seinen Atem. – Wie würden wir für dieses Kind beten?
Vielleicht so:
• Danke, Gott, für dieses Wunder.
• Danke für die Würde dieses Menschen.
• Dieses Kind braucht es, dass Menschen sich verstehen und Leben schützen.
• Dieses Kind soll keinen Hass verbreiten, sondern Frieden halten und deshalb ziehen wir es so groß, dass es diese Haltung lebt. Hilf uns dabei, Gott!
• Dieses Kind, Gott, ist Trost und Halt für unsere aufgescheuchten Seelen.
Und ja, wenn Jesus heute geboren würde, dann würden wir vermutlich auch noch hinzufügen:
• Lass unser Kind groß werden in einer Welt, die im Einklang mit der Natur lebt.

An der Verletzlichkeit dieses Kindes spüren wir als Maria und Joseph die Widersprüche des Lebens.
Wir sehen am heranwachsenden und erwachsenen Jesus seine Liebe zur Wahrhaftigkeit und die Kraft seiner Botschaft der Versöhnung für die Welt.

Bei diesem Kind werden wir empfindsamer.
Weihnachten lädt uns ein, dem Kind Gottes zu gestatten, uns nahe zu kommen.
Es kann gar nicht anders sein: Es wird unser Herz weicher machen und unser Gesicht fröhlicher.
Wir öffnen die Augen und Sinne für die am Rande,
weil dieses Kind von Bethlehem auch am Rande war.
Unser Denken und Verhalten werden anders, und wir setzen unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Amen.

Der Weihnachtsfrieden, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne und euer Tun im Glauben an Jesus Christus, Gottes Sohn und unseren Bruder. Amen.

Text: APK
Foto(s): Michael Müller-Münker

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Gemeindehaus Lechenich: Adventsfeier für Flutbetroffene und Angehörige

Betroffene und Angehörige der Flutkatastrophe 2021 treffen sich seit rund einem Jahr einmal die Woche im Gemeindehaus Lechenich. Nun haben sie gemeinsam eine Adventsfeier organisiert: Tannenzweigenduft und Kerzenschein umgeben das kleine Café im Gemeindehaus. Liebevoll verpackte Päckchen stehen auf einem großen Tisch bereit, daneben selbstgebackene Plätzchen und andere Leckereien. Fröhlich begrüßen sich bekannte und neue Gesichter. Jung und Alt kommt hier zusammen. „Es ist wunderschön geworden, ein besonderer Tag erwartet uns“, freuen sich die ersten Ankommenden euphorisch.

Jeden Dienstag findet von 10 bis 12 Uhr im Café der Evangelischen Kirchengemeinde Lechenich eine offene Kaffeezeit für Betroffene und Angehörige des Flutgeschehens statt. t. Organisiert wird der wöchentliche Kaffeetreff von der mobilen Hochwasserhilfe des Diakonischen Werkes Köln und Region (DW), finanziert von der Diakonie Katastrophenhilfe

Kleine Geschenke sorgen für große Freude

Mit Süßem und Herzhaftem verwöhnen sich die Teilnehmenden gegenseitig. Warme Getränke werden gereicht und wertvolle Gespräche geführt. An diesem Tag gibt es zusätzlich kleine Geschenke. „Vor dem Hintergrund, dass vielen Betroffenen durch die Flut ihre Habseligkeiten genommen wurden, haben wir für dieses Jahr eine Wichtelaktion umgesetzt. Es sollen Gegenstände sein, die ihren Wert noch nicht verloren haben, aber wohlwollend zu entbehren sind“, sagt Andrea Schnackertz, Mitarbeiterin der mobilen Beratung Hochwasserhilfen des Diakonischen Werkes Köln und Region.

Aus dem unverbindlichen Angebot des Kaffeetreffs entwickelte sich eine gewisse Dynamik unter den Teilnehmenden, die auch in diesem Jahr zu einer gemütlichen Adventsfeier mit etwa 20 Gästen führte.

Unterstützer des Lions Clubs Voreifel, Geistliche aus dem Erft-Kreis sowie Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werkes und des DRK sind auch gekommen.

 „Kaffeetreff ist ein fester Bestandteil unserer Wochenplanung“

„Wir haben heute herzlich gelacht. Die größte Freude war für mich, die Freude der anderen zu spüren“, berichtet eine Rentnerin. Eine Nikolausmütze tragend hat sie kurz zuvor eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Damit brachte sie nicht nur den Flutbetroffenen Weihnachten ein bisschen näher, sondern verdeutlichte auch die hier gelebte Nächstenliebe. Ihr Mann nickt und fügt hinzu: „Der Kaffeetreff ist ein fester Bestandteil unserer Wochenplanung geworden. Es hilft uns, durch diese schwere Zeit nicht allein zu gehen und gemeinsame Sorgen, Freuden und Erlebnisse mit netten Menschen zu teilen.“

Austausch über finanzielle Hilfen des Landes NRW, Hochwasserschutz und alltägliche Sorgen

Ein großer Dank geht an Andrea Schnackertz, Leiterin des Hochwasserteams des DW. Vor einem Jahr setzte sie die Idee des Kaffeetreffs in Erftstadt um und schaffte darüber hinaus einen Ort für Flutbetroffene und ein Netzwerk, dass sich ohne sie höchstwahrscheinlich nicht gebildet hätte. „Es gibt Halt, nämlich den nötigen Zusammenhalt, sagen die Betroffenen, den sie von anderer Seite nicht bekommen“, erzählt Schnackertz. Sei es der Austausch über Antragsverfahren, um staatliche Wiederaufbauhilfen des Landes NRW zu erhalten, das Anbringen von Hochwasserschutzmaßnahmen oder über alltägliche Sorgen.  „Es kommt jeder zu Wort und findet Gehör“, so Schnackertz. Dem stimmt auch eine junge Frau zu. Sie besucht den offenen Austausch seit seinem Beginn und nimmt auch an der Adventsfeier teil. Die 31-Jährige sagt: „Am schönsten an dem heutigen Treffen war jedoch, dass in jenen zwei Stunden das traumatische Erlebnis keine wichtige Rolle spielte und sich jeder besinnlich auf das Geburtsfest Jesu einstimmen konnte“.

Ab dem 9. Januar 2024 heißt es jeden Dienstag wieder „Schnacken bei Schnacki“, wie zwei Teilnehmerinnen liebevoll die kleine Auszeit vom Alltag bezeichnen. Interessierte, Angehörige und Betroffene sind herzlich eingeladen an der Vogelrute 8 vorbeizukommen, ganz ohne Anmeldung.

Text: Nicole Schnathmann / Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH
Foto(s): Nicole Schnathmann / Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH

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