Ein Apfelbäumchen, das verbindet Eine Idee, die Wurzeln schlägt
Die besten Ideen kommen einem beim Blick aus dem Fenster. Das gilt auch für Manuel Ernst, den Klimaschutzkoordinator im Ev. Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch. Sein Blick aus dem Bürofenster fällt auf den Schulhof der Nelson-Mandela-Schule in Buchforst. Doch ja, es gibt ein paar große alte Bäume auf dem Schulhof, und die Schülerinnen und Schüler engagieren sich im Schulgarten, haben einen Schulhund, beherbergen auch mal ein paar Hühner und lernen gerne in der Natur.

Frederic Schatz, Gärtner
Torsten Krall, Superintendent Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch
Manuel Ernst, Klimaschutzkoordinator (ev. Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch)
Anne Habicht, Schulsozialarbeiterin
Anja Dinslaken, Konrektorin der Nelson-Mandela-Schule
Heiko Kruse, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Mülheim am Rhein. Foto: Diana Zulfoghari
Wie wäre es, wenn für die neuen Fünftklässler der Hauptschule ein eigenes Apfelbäumchen gepflanzt würde? Als Symbol für gemeinsames Wurzelschlagen, Zusammenwachsen, sich in der Gemeinschaft entwickeln und etwas Bleibendes hinterlassen. Eine Idee, für die sich Schulsozialarbeit, Lehrkräfte, der evangelische Pfarrer und die Vertreter der Stadt Köln schnell begeistern konnten, um das Projekt noch im September, gleich nach dem Schuljahresbeginn und zur besten Baumpflanzzeit, in die Tat umzusetzen.
Apfelwissen, das verbindet
Einen Schulrechner mit dem beliebten Apfel-Logo hat jedes Kind an der Hauptschule, allerdings muss das Gerät in der Schule bleiben. Persönliche Papp-Lapbooks mit ihrem geballten Apfelwissen haben die Fünftklässler liebevoll selbst gestaltet: mit Bildern von der Blüte, einem Querschnitt durch das Kerngehäuse und ihren liebsten Rezepten für Apfelkuchen und Muffins. „Sib“ heißt Apfel auf Persisch, „elma“ auf Türkisch, „mela“ auf Italienisch und „mollë“ auf Albanisch.
Die neuen Schülerinnen und Schüler haben diverse Migrationsgeschichten in ihren Familien, verschiedene Religionen und sollen auf der Nelson-Mandela-Schule nach den Werten des Namensgebers Toleranz, Respekt und Zusammenhalt leben. Und lernen, dass sie Verantwortung tragen für die Zukunft und den Klimaschutz. Vorläufig haben sie versprochen, ihr Bäumchen regelmäßig zu gießen.
Eine alte Apfelsorte für eine gemeinsame Zukunft

Der Gärtner Frederic Schatz hat einen besonderen Apfelbaum ausgesucht, eine Goldparmäne. Das ist eine ganz alte Sorte, die schon vor mehr als 500 Jahren gezüchtet wurde und als Königin der Reinetten, der Tafeläpfel, galt. Sie muss gut gepflegt und geschnitten werden, um viele orange-rot geflammte, süße Früchte zu bringen, die so ganz anders duften und schmecken als die Äpfel, die man heute im Supermarkt kaufen kann.
Die Kosten für das Bäumchen und seine Pflege übernimmt die evangelische Kirchengemeinde. Für den offiziellen Festakt hat der Gärtner einen großen Sack Erde und ein paar Schaufeln mitgebracht. Auf die Frage, wer Erde auf das Pflanzloch schaufeln möchte, zeigen viele Kinder auf. Denn eigentlich steht der Baum ja schon zwei Wochen da, und es ist längst „ihr“ Baum. Das haben die Fünfer extra noch mit bunter Kreide aufgeschrieben.
Nun sind es auch die Erwachsenen, der Bezirksbürgermeister, der Superintendent und die Konrektorin, die für ein Foto mit Schippe posieren. Dann kommt noch die Gedenktafel mit Text an den Baum. Eltern und Kinder filmen, applaudieren, und zum Schluss geht es endlich wieder rein in die Aula, wo zusammen gefeiert wird. Natürlich mit Apfelkuchen!
Text: Diana Zulfoghari
Foto(s): Diana Zulfoghari
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