Ostern 1962 – ein Aufbruch in der Jugendarbeit, Archivale des Monats

Zu Ostern 1962 erfährt die evangelische Jugendarbeit im Kirchenkreis Köln eine große Veränderung. Erstmalig wurde ein Evangelisches Schülerzentrum eröffnet. Die Initiation, Organisation und Durchführung unterlag Studienrätin Hempelmann, die für diesen Dienst die Unterstützung des Stadtsuperintendenten Hans Encke gewinnen konnte.

Das Anliegen:

„Das Schülerzentrum möchte also vorwiegend den Jugendlichen dienen, die die ‚Institution Kirche‘ nicht mehr erreicht, und möchte deshalb dem Religionslehrer alle erdenkliche Hilfe anbieten, so dass er als mündiges Glied der Kirche diese Aufgabe an seinen Schülern erfüllen kann.“ (Zitat Hempelmann)
Der Anspruch war ein vielfältiges und ansprechendes Angebot (Freizeiten und Exkursionen) den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern ab 14 Jahren zu bieten. Es sollte ein offenes und breites Bild der Möglichkeiten als Christ in der Welt zu wirken aufgezeigt werden. Dazu konnten die Teilnehmenden bspw. in diakonisch geprägten Berufsfeldern Einblicke erhalten sowie bei anderen Veranstaltungen mehr über die Aufgaben und Arbeitsgebiete der evangelischen Kirche erfahren.

Freizeit und Vorträge

1966 beispielsweise organisierte Frau Hempelmann eine Freizeit, die einen Ausflug in die Rheinische Landesarbeitsanstalt Brauweiler, in eine städtische Sonderschule für spastisch gelähmte Kinder, in ein städtisches Kinderheim und nach Michaelshoven beinhaltete. Ferner erfuhren die Jugendlichen und Lehrkräfte durch einen Vortrag eines Referenten der Stadt Köln etwas über die sozialen Probleme einer Großstadt. Die Teilnehmenden sollten durch diese Vorgehensweise für gesellschaftlich und theologische Themen und Tätigkeitsgebiete sensibilisiert werden.

Resonanz

Die kontinuierlich hohen Anmeldezahlen bestätigten die Veranstalter in ihrer Vorgehensweise. 1962, Durchführung der ersten Freizeit, betrug die Anzahl der Partizipierenden bereits insgesamt 429. 1966 waren es 1.094 Teilnehmende. Zu den mehrtägigen Freizeiten entwickelte sich auch ein themenreiches Tagungsprogramm, welches auch rege besucht wurde; 1979 waren es 27 Tagungen mit insgesamt 569 Zuhörern und 1982 22 Tagungen mit 547 Angemeldeten.
Ab 1971 wurde das Schülerzentrum dem Amt für Schule und Unterweisung des Stadtkirchenverbandes zu geordnet. In den 1990er Jahren ging das Schülerzentrum gänzlich im Schulreferat und Amt für Berufskollegs auf.
Bestand 1, 608.

Text: Stefanie Schensar
Foto(s): Stefanie Schensar

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