#StolenMemory vor der Antoniterkirche: Ausstellung und Begleitprogramm gegen das Vergessen

Vom 29. Oktober bis 24. November 2026 ist die Wanderausstellung #StolenMemory der Arolsen Archives in Köln zu sehen – mitten in der Innenstadt, direkt vor der Antoniterkirche auf der Schildergasse.

Die AntoniterCityKirche, die Melanchthon Akademie und die Arolsen Archives bringen die Ausstellung gemeinsam nach Köln. Im Mittelpunkt stehen persönliche Gegenstände von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Die Arolsen Archives bewahren diese sogenannten „Effekten“ auf und suchen nach den Familien der Menschen, denen sie einst gehörten. Ziel der Kampagne #StolenMemory ist es, die Gegenstände an ihre Angehörigen zurückzugeben.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Begleitprogramm flankiert. Es verbindet historische Aufarbeitung mit Fragen der Erinnerungskultur und Gegenwart und reicht von Film, Lesung und Gespräch über Gedenkveranstaltungen und Stolpersteinverlegung bis zu Workshops, Rundgängen und Angeboten für die Bildungsarbeit:

29.10.2026, 18:30
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
Eröffnung der Ausstellung mit Vortrag und Gespräch

Die Evangelische Gemeinde Köln eröffnet am Donnerstag, 29. Oktober, 18.30 Uhr, im AntoniterQuartiers, Antonius Saal, Antoniterstraße 14–16, die Ausstellung #StolenMemory mit einem Vortrag und Gespräch. Mit dabei sind Citykirchenpfarrer Markus Herzberg von der Antoniterkirche, Dr. Stefan Hößl von der Melanchthon-Akademie, Dr. Anke Münster, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Arolsen Archives, und eine Vertretung der Stadt Köln. Fotografien, Uhren und Brieftaschen mussten Häftlinge bei ihrer Verhaftung und Einlieferung in Konzentrationslager abgeben. Einen Teil dieser Gegenstände bewahren die Arolsen Archives auf. Ziel der vor zehn Jahren gestarteten Initiative #StolenMemory ist es, diese persönlichen Besitztümer an die Familien der Opfer zurückzugeben. In einem Jahrzehnt konnten mehr als 1.100 Gegenstände übergeben werden. Der Vortrag zeichnet anhand ausgewählter Objekte die Entwicklung des Projekts nach und ordnet es in die Gegenwart ein. Dabei geht es auch um die Bedeutung der Rückgaben für die Familien sowie um das Zusammenspiel von historischer Aufarbeitung und bürgerschaftlichem Engagement. Im Anschluss an den Vortrag wird die Ausstellung zwischen der Antoniterkirche, Schildergasse 57, und dem Gebäude von Peek und Cloppenburg eröffnet. Anschließend besteht Gelegenheit zum Besuch und zum Austausch.
www.antonitercitykirche.de

02.11.2026, 18:30
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
AntoniterAbend: „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“

Seine größte Angst war das Vergessen: Der Dokumentarfilm „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ wird am Montag, 2. November, 18.30 Uhr, im AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14–16, gezeigt. Albrecht Weinberg überlebte den Holocaust und kehrte nach 60 Jahren im amerikanischen Exil nach Ostfriesland zurück. In Leer fand er an der Seite von Gerda Dänekas einen Neuanfang. Die einstige Pflegerin wurde seine Freundin, Mitbewohnerin und Wegbegleiterin. Gemeinsam besuchten sie Schulen und Bildungseinrichtungen, um von Weinbergs Erfahrungen zu erzählen. Der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2026 von Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel zeigt einen Menschen, der das Grauen in sich trägt und sich dennoch Vertrauen, Offenheit und Neugier bewahrt. Gerda Dänekas, die Weinberg bis zu seinem Tod im Mai dieses Jahres begleitete, spricht anschließend mit Pfarrer Markus Herzberg über den Film. Der AntoniterAbend findet im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung „#stolen memory“ statt.
www.antonitercitykirche.de

04.11.2026, 18:30
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
TheoLogisch: „Warum habt ihr geschwiegen? – Kirche und Judenfrage im Nationalsozialismus“

Pfarrerin Nicola Thomas-Landgrebe, Doktor Richard Janus und Pfarrer Mathias Bonhoeffer lesen am Mittwoch, 4. November, 18.30 Uhr, im AntoniterQuartier, Antonius Saal, Antoniterstraße 14–16, in der Reihe TheoLogisch aus historischen Texten und sprechen über die Kirche und die Judenfrage zurzeit des Nationalsozialismus. Pfarrer Markus Herzberg moderiert die Veranstaltung. Im Mittelpunkt steht die Berliner Lehrerin Elisabeth Schmitz, die sich vergeblich dafür einsetzte, dass die Bekennende Kirche jüdische Menschen unterstützt. Die Lesung lässt Originalstimmen aus der Zeit zu Wort kommen und gibt Einblick in den Umgang kirchlicher Gruppen mit jüdischen Einflüssen und Verfolgung. Der Abend gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung #StolenMemory.
www.antonitercitykirche.de

09.11.2026, 11:00
Melanchthon-Akademie
Löwenbrunnen am Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstraße 26, 50667 Köln
Gedenken an die Novemberpogrome 1938

Die Melanchthon-Akademie und das Evangelische Schulreferat Köln laden am Montag, 9. November, 11 Uhr, zu einer Gedenkstunde für die deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen aus Köln am Löwenbrunnen des Lern- und Gedenkorts Jawne, Albertusstraße 26, ein. Auf dem Rand des Brunnens stehen rund 1.160 Namen. Der Löwenbrunnen erinnert an die Geschichte des jüdischen Lebens am heutigen Erich-Klibansky-Platz, wo sich von 1884 bis 1942 unter anderem das Jüdische Gymnasium Jawne befand. Schülerinnen- und Schülergruppen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, der Stadt Köln und der Synagogengemeinden gestalten die Gedenkstunde gemeinsam.
www.melanchthon-akademie.de

09.11.2026, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Gottesdienst gegen das Vergessen am Jahrestag der Pogromnacht

Ein Gedenkgottesdienst gegen das Vergessen findet am Montag, 9. November, 18 Uhr, in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, mit Pfarrer Doktor Martin Bock, Prädikant Martin Weiler, Rupert Gillett am Violoncello und Kirchenmusikdirektor Johannes Quack an der Orgel statt. Der Gottesdienst erinnert an die Pogromnacht vom 9. November 1938, die in der Schoah mündete und an den zunehmenden Antisemitismus. Zugleich nimmt die Evangelische Gemeinde Köln kritisch die Rolle der Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus in den Blick. In der Antoniterkirche hatten damals die sogenannten Deutschen Christen das Sagen, die die Ausgrenzung jüdischer Menschen begrüßten. Der Gedenkgottesdienst gibt der Trauer und Bestürzung über die damaligen Geschehnisse Raum und richtet den Blick zugleich auf die Verantwortung der Gegenwart. Das Gedenken steht unter dem hebräischen Namen „Sachor“, was „Gedenke!“ bedeutet.
www.antonitercitykirche.de

17.11.2026, 16:30 [ONLINE]
Melanchthon-Akademie
Internet
Online-Seminar zu Angeboten für Schülerinnen und Schüler

Die Arolsen Archives geben am Dienstag, 17. November, 16.30 Uhr, in einem Seminar per Zoom Einblick in ihre Bildungsmöglichkeiten. Gina Wiedemann aus der Öffentlichkeitsarbeit und Doktor Stefan Boberg aus dem Bildungsbereich stellen Angebote für Schülerinnen und Schüler vor. Dazu gehören Projekte, an denen sie aktiv mitwirken können, sowie die Auseinandersetzung mit künstlich erzeugten Bildern zur Shoah. Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei. Eine verbindliche Anmeldung bis Dienstag, 10. November, unter www.reli-koeln.de/anmeldung ist erforderlich.
www.melanchthon-akademie.de

16.11.2026, 15:00
Melanchthon-Akademie
Bücherschrank auf dem Rathenauplatz
Stolpersteine rund um die Synagoge Roonstraße: Rundgang mit Journalistin Petra Pluwatsch

Die Melanchthon-Akademie lädt am Montag, 16. November, 15 Uhr, zu einem Rundgang mit der Journalistin und Autorin Petra Pluwatsch zu ausgewählten Stolpersteinen rund um die Synagoge Roonstraße ein. Anhand der im Boden verlegten Gedenksteine werden Lebenswege von Menschen vorgestellt, die dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Die Schicksale reichen von der Flucht in die Vereinigten Staaten bis zur Deportation in Vernichtungslager. Der Künstler Gunter Demnig erinnert mit seiner Aktion „Stolpersteine“ an Menschen, die dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind. Sie ist ein dezentrales Mahnmal, das seit 1996 in vielen Ländern und Städten wächst, auch in Köln. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Schulreferat der Evangelischen Kirche Köln und Region statt. Die Teilnahme kostet 5 Euro. Um Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder unter Telefon 0221/9318030 wird gebeten.
www.melanchthon-akademie.de

16.11.2026, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
Lesbisches jüdisches Leben: Lilli Wolff. Lesung und Nachfahrengespräch mit Lilli Wolffs Sohn Klaus Driessen

Klaus Driessen, Sohn von Lilli Wolff, ist am Montag, 16. November, 18 Uhr, im AntoniterQuartier, Antonius Saal, Antoniterstraße 14–16, Gesprächspartner bei einer Lesung und einem Nachfahrengespräch über die jüdische und lesbische Kölner Modedesignerin. Pfarrerin Dorothee Schaper, Studienleiterin an der Melanchthon-Akademie, liest Texte von Lilli Wolff. Lena Knops von #ZumFeindGemacht moderiert die Veranstaltung. Initiiert und organisiert hat die Veranstaltung Steph Luan Can Zeiler. Der Eintritt ist frei.
www.antonitercitykirche.de

19.11.2026, 18:00
Melanchthon-Akademie
Antoniter Citykirchenzentrum, Antoniterstr. 14-16
„Antisemitismus – eine aktuelle und reale Gefahr!“

Die Melanchthon-Akademie lädt am Donnerstag, 19. November, 18 bis 21.30 Uhr, zu einem Workshop mit Stefan Hößl zum Thema „Antisemitismus – eine aktuelle und reale Gefahr!“ in das Citykirchenzentrum AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14–16, ein. Die Teilnehmenden setzen sich mit dem Phänomen Antisemitismus und seinen Auswirkungen auf Jüdinnen und Juden sowie auf die Demokratie auseinander. Anhand von Erzählungen junger Jüdinnen und Juden über eigene Erfahrungen werden solidarische Positionierungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten gegen Antisemitismus entwickelt. Der Workshop richtet sich an Erwachsene, ist für Einsteigerinnen und Einsteiger geeignet und bietet Raum für Gespräche, Fragen und Diskussionen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich. Die Teilnehmendenzahl ist auf 12 Personen beschränkt.
www.melanchthon-akademie.de

23.11.2026, 19:00
Melanchthon-Akademie
AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14 – 16, 50667 Köln
Buchvorstellung. „Helmuth James von Moltke – oder: Wie man den Mut zum Widerstand findet“

Die Melanchthon-Akademie lädt am Montag, 23. November, 19 Uhr, zur Vorstellung des Buchs „Helmuth James von Moltke – oder: Wie man den Mut zum Widerstand findet“ und zum Gespräch mit dem Autor Dr. Volker Ullrich ins AntoniterQuartier, Antoniterstraße 14–16, ein. Ullrich stellt den Kopf des Kreisauer Kreises vor, der zum kompromisslosen Gegner des Nationalsozialismus wurde. Mit dem Kreisauer Kreis entwickelte Helmuth James von Moltke Konzepte für eine Neuordnung nach dem Ende der Diktatur. Vor dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und später zum Tode verurteilt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Freya von Moltke, der AntoniterCityKirche und dem Verein EL-DE-Haus statt. Veranstaltungspartner ist der C. H. Beck Verlag. Unterstützt wird der Abend von der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau. Die Teilnahme kostet 5 Euro. Eine Anmeldung ist möglich per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder unter Telefon 0221/9318030.
www.melanchthon-akademie.de

24.11.2026, 11:00
Melanchthon-Akademie
Alte Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen
Spuren.Suche – Exkursion zur Ausstellung HOLO-VOICES und in die Alte Synagoge

Die Melanchthon Akademie veranstaltet am Dienstag, 24. November, 11 Uhr bis 15.30 Uhr, eine Exkursion zur Alten Synagoge und zur Ausstellung HOLO-VOICES in Essen. Treffpunkt ist die Alte Synagoge, Edmund-Körner-Platz 1. Auf dem Programm steht zunächst eine Überblicksführung durch die Alte Synagoge. Nach einer selbst gestaltbaren Mittagspause geht es um 14 Uhr zur Ausstellung auf der Zeche Zollverein. HOLO-VOICES nutzt Hologrammtechnik und künstliche Intelligenz, damit Besucherinnen und Besucher Fragen stellen und aufgezeichnete Antworten von Überlebenden hören können. Bei der Veranstaltung kooperiert die Melanchthon-Akademie mit der Germania Judaica – Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e. V. An- und Abreise sind individuell zu planen. Eine gemeinsame Anreise kann nach Bekanntgabe der Abfahrtszeiten abgestimmt werden. Die Teilnahme kostet 12 Euro. Eine Anmeldung unter www.melanchthon-akademie.de/programm oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.

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Text: APK
Foto(s): ACK, Holo-Voices/TU Dortmund, C.H. Beck Verlag, Arolsen Archives, Archiv Ev. Gemeinde Köln, mindjazz pictures, Christoph Seelbach, Achim Bednorz, Dallas Holocaust and Human Rights Museum, Rimond Spekking, Anders J@aj5photos

Der Beitrag #StolenMemory vor der Antoniterkirche: Ausstellung und Begleitprogramm gegen das Vergessen erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.