Vielfalt und Fußball – Come Together Cup: Evangelische Kicker erreichen sensationellen dritten Platz
Es ging früh los und fing gleich sehr gut an. Um 8.30 Uhr morgens trat das Team der Evangelischen Kirche Köln zu seinem ersten Spiel beim Come Together Cup auf den Stadionvorwiesen an und zeigte den Kickern der Gold-Kraemer-Stiftung sogleich die Grenzen auf. Nach dem 3:0 kam der nächste Gegner noch deutlicher unter die Räder. 8:1 siegten die Evangelischen gegen das Team vom SAE Mediencampus. Chancenlos blieben auch die nächsten drei Gegner in der Gruppenphase, die allesamt besiegt wurden. Achtelfinale!
Der Come Together Cup zeigt, was Köln gut kann: offen sein, herzlich sein und Menschen zusammenbringen, unabhängig von Herkunft, Lebensrealität oder Fußball-Sachverstand. Neben Männer- und Frauenteams spielten Mixed-, Inklusions-, sowie Trans-, Inter- und nicht-binäre Teams. Auch in diesem Jahr begegneten sich auf der Stadionvorwiese mehr als 20.000 Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Glaubensrichtung und körperlicher Beeinträchtigung – auf und neben dem Fußballplatz. „Am wichtigsten ist es, dass wir Spaß haben“, setzte Marco Beumers, Sportbeauftragter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, die Prioritäten. Die Mannschaft habe von sich nicht allzuviel erwartet und sei selbst am meisten überrascht, wie gut sie sei, lautete das Zwischenfazit nach der Gruppenphase. „Jetzt wollen wir mal gucken, wie weit es noch geht“, sagte Beumers. Und es ging weit. Nach Siegen im Achtel- und Viertelfinale stand man völlig unerwartet im Halbfinale. Und das mit einer Mannschaft, die sich zwischen den Turnieren nicht zum gemeinsamen Training trifft.
Gegner beim Spiel um den Einzug ins Finale waren die Bunte-Liga-Allstars, die allesamt in jüngeren Jahren in höheren Ligen im regulären Vereinsfußball aktiv waren. Beumers kann eine gewisse Enttäuschung nicht verhehlen: „Nach einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel mussten wir in den letzten beiden Minuten durch einen eigenen Fehler den entscheidenden Treffer zum 2:1 hinnehmen. Ohne diese unglückliche Szene wäre das Spiel ins Elfmeterschießen gegangen und damit wäre der Traum vom Finale weiterhin greifbar gewesen“, so Beumers. Unglück hieß, dass der eigene Torwart bei einem Rettungsversuch ausgerutscht war. Der Platz war glatt. Kein Wunder, hatte es doch kurz vor dem Spiel so heftig geschüttet, dass alle im Rhein-Energie-Stadion Schutz suchen mussten. „Trotz der knappen Niederlage überwiegt der Stolz auf das Erreichte. Vor dem Turnier hätte wohl kaum jemand erwartet, dass dieser Weg bis ins Halbfinale möglich sein würde“, bilanzierte der Sportbeauftragte. Die Mannschaft wurde aufgrund der Ergebnisse auf Platz drei des Turniers gesetzt. Ein winziger Wermutstropfen blieb. „Wir sind nicht als fairste Mannschaft des Turniers ausgezeichnet worden.“
Dabei habe man nicht eine gelbe Karte kassiert und auch nicht einmal mit dem Schiedsrichter diskutiert. Sei’s drum. Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Am 14. September wird in Duisburg der Präses-Cup ausgetragen. Natürlich ist das Kölner Team dort angemeldet. Schließlich gilt es, den Titel des Vorjahres zu verteidigen. Und dafür hat man beim Come Together Cup Grundlagen gelegt, sagt Beumers: „Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass wir nicht nur sportlich überzeugt haben, sondern auch als Mannschaft weiter zusammengewachsen sind.“
Interview mit Marco Beumers, Sportbeauftragter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region:
Mit welchen Erwartungen sind Sie in den Come Together Cup gestartet?
Marco Beumers: Wir haben gemeinsam ein Team geschaffen, das nicht nur sportlich, sondern auch menschlich hervorragend harmoniert. Schon in der Vorrunde zeigte sich, dass an diesem Tag vieles zusammenpasste. In fünf Spielen blieb unsere Mannschaft ungeschlagen und gewann alle fünf Begegnungen. Damit legten wir den Grundstein für einen beeindruckenden Turnierverlauf.
Was hat die Mannschaft aus Ihrer Sicht so stark gemacht, dass es bis ins Halbfinale gereicht hat?
Marco Beumers: Die intensive Gruppenphase verlangte allen Spielern bereits alles ab, doch Einsatzbereitschaft, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung machten den Unterschied. Auch in den anschließenden K.-o.-Runden bewies die Mannschaft ihre Qualität. Mit großem Kampfgeist und einer geschlossenen Teamleistung gelang der Einzug bis ins Halbfinale. Dort fehlte am Ende nur ein kleiner Schritt zum großen Finale. Umso bemerkenswerter ist die Leistung der gesamten Mannschaft, die sich durch Leidenschaft, Zusammenhalt und großen Einsatz ausgezeichnet hat.
Überwiegt nach dem Halbfinale eher die Enttäuschung über das verpasste Finale oder der Stolz auf die Gesamtleistung?
Marco Beumers: Neben den sportlichen Erfolgen kam auch der Spaß nicht zu kurz. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war über den gesamten Tag hinweg hervorragend. Es wurde viel gelacht, gegenseitig motiviert und gemeinsam gekämpft. Gerade diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und echter Kameradschaft machte das Turnier zu einem besonderen Erlebnis.
Ebenfalls das Wetter sorgte zwischenzeitlich für eine Herausforderung. Ein plötzlich aufziehender Hagelschauer führte kurzzeitig zu einer Unterbrechung des Turniergeschehens und beeinflusste auch den Promi-Kick. Nachdem sich die Wetterlage jedoch schnell beruhigt hatte, konnte der Spielbetrieb fortgesetzt werden und der Turniertag nahm seinen erfolgreichen Verlauf. Besonders erfreulich: Trotz der hohen Intensität und der zahlreichen Spiele blieb die Mannschaft von schwerwiegenden Verletzungen verschont. Kleinere Blessuren gehören im Fußball zwar dazu und lassen sich bei körperbetonten Duellen kaum vermeiden, doch insgesamt konnten alle Spieler den Tag gesund und mit vielen positiven Erinnerungen abschließen. Das Halbfinale erreicht und mit dem 3. Platz abgeschlossen, das ist ein Ergebnis, auf das wir mit Recht stolz sein können.
Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus dem Come Together Cup mit in den Präses-Cup in Duisburg am 14. September?
Marco Beumers: Beim anstehenden Präses-Cup möchten wir an diese starke Leistung gerne anknüpfen, unseren sportlichen Ehrgeiz erneut unter Beweis stellen und alles daransetzen, unseren Titel von 2025 erfolgreich zu verteidigen. Mein Fazit vom Come Together Cup: Ein Turnier voller Einsatz, Leidenschaft, Teamgeist und unvergesslicher Momente und ein weiterer Beweis dafür, was möglich ist, wenn aus Kollegen und ökumenischen Freunden eine echte Einheit wird.
Text: Stefan Rahmann/APK
Foto(s): Stefan Rahmann/Marco Beumers
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