Segen statt Schablone: Wie das Segensbüro „Hätzjeföhl“ Paare auf der Trau-Dich-Messe erreicht

Die Trau-Dich-Messe gehört zu den bekannten Hochzeitsmessen in der Region. Paare können dort Dienstleister, Locations und Ideen für ihren großen Tag kennenlernen. Zwischen den vielen kommerziellen Ständen fällt das Segensbüro „Hätzjeföhl“ aus Köln und der Region auf: Es verkauft nichts, sondern will Paaren den Rücken stärken und ihnen zeigen, dass Segen zu ihrer Hochzeit passen kann, ob in der Kirche, im Club oder in der Seilbahn. Im Interview spricht Sebastian Baer-Henney darüber, was das Team dieses Mal mitgebracht hat, wie die Resonanz war und warum die Begegnungen mit den Paaren für das Segensbüro so wertvoll sind.

Ihr wart wieder einmal mit dem Segensbüro für Köln und Region „Hätzjeföhl“ auf der Trau-Dich-Messe. Was habt ihr dieses Mal für die Paare mitgebracht?

Sebastian Baer-Henney : Wie in den vergangenen Jahren waren wir auf der Trau-Dich-Messe anders unterwegs als die übrigen Aussteller. Die Menschen merken schnell, dass wir kein kommerzielles Interesse haben und nichts verkaufen wollen. Umso wichtiger ist es, zu vermitteln, wofür wir stehen: Stärken, Segen geben und den Tag für die Paare besonders machen. Das zeigt sich darin, wie wir auftreten. Unser Stand ist bunt und einladend und öffnet Möglichkeiten: Hochzeit in der Kirche? Im Club? In der Seilbahn? Wir sind für Euch da. Dazu gab es Segenstattoos und kleine Entspannungstüten mit schönen Dingen, die die Vorbereitung leichter machen. Viele Paare auf der Messe stehen unter Druck. Sie haben hohe Erwartungen, und der Tag soll – verständlicherweise – perfekt werden. Deshalb haben wir in allem das Signal gesetzt, dass wir sie unterstützen.

Wie war die Resonanz?

Sebastian Baer-Henney : Insgesamt war die Messe deutlich weniger besucht als in den letzten Jahren. Das hat wohl damit zu tun, dass derselbe Anbieter inzwischen mehr Hochzeitsmessen veranstaltet: zweimal jährlich in Köln und nun auch in Düsseldorf. Viele Aussteller waren enttäuscht. Für uns bot die geringere Besucherzahl die Gelegenheit, tiefer mit den Paaren ins Gespräch zu kommen. Das war sehr schön, es gab tolle Gespräche.

Warum ist das auch für dich/euch eine besondere Veranstaltung? Welche berührenden Momente nimmst du mit?

Sebastian Baer-Henney : Besonders sind für uns die Begegnungen. Viele Paare haben bereits alles für ihre Planung beisammen, andere stehen ganz am Anfang. Dann ist es spannend auszuloten, was sie sich wünschen, was möglich ist und was sie auf keinen Fall wollen. Dabei erhalten wir ein sehr ungeschöntes Bild davon, welche Vorurteile über die Kirche im Umlauf sind und warum sich viele an dieser Stelle nicht von ihr vertreten fühlen. Oft haben die Paare den Eindruck, Kirche sei altmodisch und drücke ihnen Dinge auf, die sie nicht wollen. Wenn wir dann ins Gespräch kommen, berührt es uns zu sehen, dass viele durchaus einen Segen wollen, nur eben nicht so, wie es ihrem Bild von Kirche entspricht. Diese Gespräche sind spannend und bauen Vorurteile ab.

Warum ist diese Veranstaltung schon Tradition für euch? Was wollt ihr den Paaren mitgeben?

Sebastian Baer-Henney : Genau darum geht es: Wir wollen als Kirche nicht so auftreten, wie die Menschen es erwarten. Wir durchbrechen Klischees. Und wir erden uns, weil wir uns der kirchenkritischen Haltung vieler Paare schonungslos aussetzen. Darin steckt viel Energie, und wir hören, was die Menschen bewegt. Diese Gedanken sind der Stoff, aus dem wir unsere Angebote weben.

 

Text: APK
Foto(s): Sebastian Baer-Henney

Der Beitrag Segen statt Schablone: Wie das Segensbüro „Hätzjeföhl“ Paare auf der Trau-Dich-Messe erreicht erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.