5000 Menschen demonstrierten für Vielfalt und Demokratie: Evangelische Kirche beteiligt am Internationalen Tag gegen Rassismus

In Köln sind am Internationalen Tag gegen Rassismus rund 5000 Leute auf die Straße gegangen. So viele haben die Veranstaltenden gezählt. Los ging es am Sudermannplatz, von wo aus sich der Zug über die Ringe bis zum Rudolfplatz bewegte. Organisiert hatten das Ganze „Köln stellt sich quer“ zusammen mit „Arsch huh“. Es ging um Vielfalt, Demokratie, Kunstfreiheit und soziale Gerechtigkeit.

Für die beiden großen christlichen Kirchen sprachen Pfarrerin Miriam Haseleu und Stadtdechant Robert Kleine. Haseleu räumte ein, dass es auch in evangelischen Gemeinden Rassismus gebe. „Aber es wächst das Bewusstsein, diesen zu bekämpfen. Die evangelische Kirche setzt sich ein für Demokratie und eine vielfältige Gesellschaft. Und wir kämpfen für die Würde jedes Menschen ohne Unterschied. Wir dürfen uns nicht spalten lassen.“ Haseleu forderte Gerechtigkeit in der Migrationspolitik und forderte dazu auf, Privilegien zu teilen.

Kleine zitierte aus einer Erklärung der katholischen Bischofskonferenz, wonach völkischer Nationalismus mit dem christlichen Menschenbild schlicht nicht zusammengehe und rechtsextreme Parteien für Christinnen und Christen nicht wählbar seien.

Zuvor hatte Patrick Gloe von „Köln stellt sich quer“ die Demonstrierenden auf dem  Hohenzollernring begrüßt: „Wir stehen heute hier, weil Schweigen keine Option ist. Die Demokratie wird frontal attackiert, und gegen die schleichende Normalisierung von Menschenfeindlichkeit müssen wir genauso kämpfen wie gegen den Abbau des Sozialstaats.“

Ein echter Hingucker war ein Karnevalswagen von Jacques Tilly, der beim Düsseldorfer Rosenmontagszug mitgefahren ist. Darauf war ein riesiger, kunterbunter Fisch zu sehen mit dem Spruch „Wir sind mehr“, der gerade einen kleineren AfD-Fisch mit der Sprechblase „Wir sind das Volk“ verspeist.

Auf der Bühne am Hohenzollernring wurde es dann auch literarisch. Ein Ensemblemitglied des Schauspiels Köln trug ein satirisches Gedicht von Kurt Tucholsky vor – geschrieben 1931, als Reaktion auf den Aufstieg der Nazis. „Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!“ heißt es da beißend und sarkastisch.

„Hätz statt Hetze“

Kleine Panne am Rande: Oberbürgermeister Torsten Burmester wollte eigentlich beim Auftakt auf dem Sudermannplatz reden, stand  aber wegen des FC-Heimspiels irgendwo in Bickendorf im Stau. Bürgermeisterin Brigitta von Bülow sprang ein und richtete seine Grüße aus. Er bedauere es sehr, den Termin verpasst zu haben.

Manuel Brinkmann vom Klubkomm fand deutliche Worte: Rassismus sei mittlerweile „lauter, sichtbarer und akzeptierter“. Es sei mehr denn je an der Zeit, sich klarer zu positionieren. Auf kölsche Art brachte es eine Demonstrantin in der ersten Reihe auf den Punkt: „Hätz statt Hetze.“

Georg Restle, der bald als „Monitor“-Moderator aufhört, warnte vor den dramatischen AfD-Ergebnissen im Osten – und auch in Baden-Württemberg, wo die Partei bei den letzten Landtagswahlen in manchen ländlichen Gegenden über 30 Prozent holte. Das Wohlstandsversprechen der alten Bundesrepublik werde schon seit längerem nicht mehr eingelöst. Und genau das treibe verunsicherte Menschen zur AfD. Dabei habe die Partei programmatisch nichts im Angebot außer Nostalgie. Und Wohlstand ohne Zuwanderung sei schlicht nicht machbar. Besonders scharf kritisierte er die extreme Vermögenskonzentration bei wenigen Superreichen, die er als „obszön“ und als einen der größten gesellschaftlichen Skandale bezeichnete.

Die Journalistin und Autorin Nada Assaad machte es persönlich: Rassismus begegne ihr, sobald sie morgens die Wohnungstür hinter sich zumache – und auch in ihrem Job in der Medienbranche. Vielen anderen mit Migrationshintergrund gehe es genauso. Rassistische Erzählungen erlebten gerade ein Comeback, in den Medien wie an den Stammtischen, und das sei längst kein Randphänomen mehr. Antirassismus fange am eigenen Küchentisch an, sagte sie – und bedeute auch, die eigenen Privilegien zu erkennen und die zu schützen, die weniger davon haben.

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Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann/APK

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Wochentipps: Begegnung, Musik und spirituelle Impulse in Köln und Umgebung

Die kommenden Tage bieten eine vielfältige Auswahl an Veranstaltungen zwischen Begegnung, Musik und geistlicher Reflexion. Von gemeinschaftlichem Kochen über hochkarätige Orgelkonzerte bis hin zu Jazz und Lesungen reicht das Programm. Die Angebote richten sich an unterschiedliche Altersgruppen und laden zu kulturellem und spirituellem Erleben ein.

Eat & Greet im DiakoniePunkt Nippes
Gemeinsam kochen und essen für Menschen zwischen 25 und 40 Jahren
Mit „EAT & GREET“ gibt es am Donnerstag, 26. März, und am Donnerstag, 23. April, jeweils ab 19 Uhr, im DiakoniePunkt Nippes, Yorckstraße 10, einen offenen Abend für Menschen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren. Wer neu in Köln ist, am Donnerstagabend nicht allein essen möchte oder einfach Lust auf Gemeinschaft hat, kann hier gemeinsam kochen, essen und den Feierabend in geselliger Runde verbringen. „EAT & GREET“ findet einmal im Monat statt und verbindet unkompliziertes Zusammensein mit einem gemeinsamen Essen. Eine Anmeldung bei Johanna Menzemer per E-Mail an johanna.menzemer@ekir.de oder bei Marina von Ameln per E-Mail an marina.vonameln@diakonie-koeln.de ist möglich.

Seelenmusik in der Trinitatiskirche
Orgelkonzert mit Stefan Horz
Unter dem Titel „Seelenmusik“ ist am Donnerstag, 26. März, 19.30 Uhr, ein Orgelkonzert mit Stefan Horz in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, zu hören. Der Kirchenmusikdirektor und Organist der Bonner Kreuzkirche gestaltet ein vielschichtiges Programm, das von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Max Reger über Richard Wagner, Jean-Philippe Rameau und Jehan Alain bis zu Astor Piazzolla und Philip Glass reicht und auch eigene Improvisationen einschließt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Ouvertüre zu Wagners Oper „Tannhäuser“ in einer Orgelfassung von Franz Liszt, Regers Choralvorspiel „Seelenbräutigam“, Bachs „Schmücke dich, o liebe Seele“ sowie Mendelssohns Orgelsonate Nr. 6 „Vater unser im Himmelreich“. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.
www.trinitatiskirche-koeln.de

KunstSpuren in der Friedenskirche
Das Nico Klöffer Trio verbindet Jazz mit anderen musikalischen Welten
Mit einer lebendigen Klangwelt aus Posaune, Saxophon und Kontrabass ist das Nico Klöffer Trio am Freitag, 27. März, 19.30 Uhr, in der Friedenskirche, Rothehausstraße 54a, zu erleben. Der Kölner Bassist und Komponist Nico Klöffer präsentiert gemeinsam mit Carlotta Armbruster (Posaune) und Julius van Rhee (Altsaxophon) eigene Kompositionen, die im Jazz verwurzelt sind und von einer großen Vielfalt musikalischer Welten beeinflusst werden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.kirche-ehrenfeld.de

Geistliche Musik zum Palmsonntag im Altenberger Dom
Orgelkonzert mit Bernhard Haas aus München
Orgelmusik zum Palmsonntag gestaltet Bernhard Haas aus München am Sonntag, 29. März, 14.30 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2. Das Programm umfasst Johann Sebastian Bachs „Christus, der uns selig macht“ (BWV 747), Max Regers „Alle Menschen müssen sterben“ opus 52/1, Thomas Lacôtes „Quilisma“ sowie César Francks Choral E-Dur. Der Eintritt ist frei.
www.dommusik-aktuell.de

Mit Anmeldung bis 31.03.: Seniorensingtag im Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch
Gemeinsam singen, sich begegnen und die Stimme entdecken
Unter dem Motto „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder“ lädt der Evangelische Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch am Samstag, 25. April, 10 bis 16.30 Uhr, zum Seniorensingtag in die Evangelische Kreuzkirche Wesseling, Kronenweg 67, ein. Das Angebot richtet sich an rüstige Menschen im Alter ab 65 Jahren, die Freude am gemeinsamen Singen haben. Die Kantorinnen Marion Köhler und Ruth Dobernecker sowie Kantor Thomas Jung gestalten einen Tag mit ein- und mehrstimmigem Singen in lockerer Atmosphäre, ergänzt durch eine für reife Stimmen geeignete chorische Stimmbildung. Zeit für Begegnung und Gespräch gehört ebenso zum Programm wie eine musikalische Abschlussandacht am Ende des Tages. Die Teilnahme kostet 10 Euro. Darin enthalten sind Noten, Mittagessen sowie Nachmittagskaffee. Eine Anmeldung unter Angabe des Namens, des Ortes oder der Gemeinde, gegebenenfalls der Chorerfahrung oder Stimmgruppe sowie möglicher Essensbesonderheiten ist bis Dienstag, 31. März, bei Susanne Klüsener unter Telefon 0221/3382400 oder per E-Mail an superintendentur.koeln-linksrheinisch@ekir.de erforderlich.
www.evangelisch-linksrheinisch.de

„Windhauch – Das Buch Kohelet“
Lesung mit Musik in der Kartäuserkirche
Pfarrerin Nicola Thomas Landgrebe und Pfarrer Mathias Bonhoeffer lesen am Mittwoch, 1. April, 19.30 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, aus dem Buch Kohelet – einem nachdenklichen Text der alttestamentlichen Weisheitsliteratur der Bibel. Es thematisiert unter dem Leitmotiv „Windhauch“ die Vergänglichkeit und Sinnsuche im Leben. Kantor Thomas Frerichs begleitet die Lesung musikalisch. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.
www.kartaeuserkirche-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Buchvorstellung: Arnd Henze sprach über christlichen Nationalismus in den USA

Auf eine Wählergruppe kann sich Donald Trump verlassen: die Evangelikalen. Sie sehen in dem US-Präsidenten einen „Auserwählten“, einen Streiter für konservative Werte und Rächer für „ein Jahrhundert der Niederlagen“ (auch unter demokratischen Präsidenten).

Doch wer verbirgt sich eigentlich hinter dieser so einflussreichen Gruppierung und wie gefährlich ist ihr Einfluss für die Demokratie? Der Journalist Arnd Henze zeichnet in seinem neuen Buch „Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht“ die Gefährdung der – auch in den USA – verfassungsrechtlich verbrieften Trennung von Staat und Kirche nach. Noch vor dem offiziellen Erscheinungstermin am 11. März hatten im Haus der Evangelischen Kirche das Amerikahaus NRW, die Melanchthon-Akademie, die Karl Rahner Akademie sowie die Evangelische Akademie im Rheinland zur Buchpremiere eingeladen.

„Wie geht es dir heute Abend?“, fragte Viktoria Harbecke, Direktorin des Amerikahauses NRW, den Autor angesichts der bis auf den letzten Platz gefüllten Stuhlreihen im Foyer. „Ich habe immer so getan, als ob ich das total cool nehmen würde“, meinte Henze, der sich sichtlich über das große Interesse freute.

Der ehemalige Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio beschrieb die wachsende Einflussnahme der religiösen Rechten als „thematischen Elefanten“ im Raum, ein Thema, das ihn bereits seit 40 Jahren begleitet habe. Sein Interesse reiche zurück in die Zeit der Fernsehprediger in den 80er Jahren. Arnd Henze verwendet statt des geläufigen Sammelbegriffs „Evangelikale“ jedoch eher den etwas sperrigeren Terminus „christlicher Nationalismus“. „Ich habe versucht, das Wort Evangelikale weitgehend zu vermeiden“, erklärte Henze. Im ersten Kapitel seines Buches führt er aus, diese „sehr unpräzise Selbstbeschreibung“ gehe darauf zurück, „dass es bei Nachwahlbefragungen im protestantischen Bereich nur die Möglichkeit gebe, sich als evangelical Protestant oder mainline Protestant einzuordnen“.

Als Diskussionspartner an Arnd Henzes Seite stand der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel (Wahlkreis Düren, CDU/CSU), der als Mitglied im Rat der EKD sowohl die politische als auch die kirchlich-theologische Sicht auf das Thema verkörperte.

Warum geht der christliche Nationalismus uns alle an?

„Warum geht der christliche Nationalismus uns alle an?“, wollte Viktoria Harbecke wissen, woraufhin Thomas Rachel auf die Instrumentalisierung des christlichen Glaubens hinwies: Glaube werde als Waffe verwendet. Rachel berichtete von verstörenden Erfahrungen beim „National Prayer Breakfast“. Dort seien ihm Polarisierungstendenzen, das Schüren von Feindbildern sowie die religiöse Überhöhung von Krieg begegnet. „Es ist Zeit aufzuwachen!“, appellierte Rachel an die Zuhörenden. Arnd Henze wies auf das traditionelle Familienbild als Bindeglied zwischen den ansonsten sehr heterogenen Strömungen hin und erinnerte an die nationale Sicherheitsstrategie, die in Europa Defizite im Hinblick auf Meinungs- und Religionsfreiheit ausmachte. Thomas Rachel sprach sich dafür aus, diesen Vorwürfen „nüchtern“ zu begegnen. „Die Amerikaner sind Geburtshelfer der demokratischen und liberalen Entwicklungen auch bei uns“, erinnerte er an die deutsche Demokratiegeschichte. Rachel mahnte gleichzeitig zur Differenzierung: „Es sind nie alle!“

Digital zugeschaltet war Dr. Karen Georgia Thompson (General Minister and President/CEO, United Church of Christ, President World Communion of Reformed Churches). Sie wies zunächst darauf hin, dass die Bezeichnung christlicher Nationalismus ein Oxymeron („antithetical to our faith“) sei. Eine der gegenwärtigen Herausforderungen sei es gerade, herauszufinden, was es bedeute, Christ zu sein („One of the challenges is, what it means to be christian“).

Arnd Henze widersprach der These des Soziologen Hartmut Rosa, dass Demokratien Religion brauchen, und konstatierte stattdessen: „Religion braucht Demokratie!“ Thomas Rachel stellte fest, Religion könne spalten und zusammenführen. Einerseits seien die größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts gerade durch religionsferne Ideologien verursacht worden, andererseits sei das Konzept der Menschenwürde ohne seine christliche Herleitung kaum denkbar. Arnd Henze nahm Bezug auf Dietrich Bonhoeffer („Widerstand und Ergebung“), wenn er forderte: „Christen müssen ideologiekritisch sein.“

Was passiert, wenn Trump abtritt?

Ebenfalls aus den USA zugeschaltet war Professor Philip Gorski (Frederick and Laura Goff Professor of Sociology and Religious Studies, Yale University). Ihn fragte Viktoria Harbecke zunächst nach der Kohärenz dieser Gruppe. Gorski unterteilte die christlichen Nationalisten in vier Gruppen: die Evangelikalen, die Rekonstruktionisten, die New Apostolic Reformation sowie reaktionäre Katholiken. Insgesamt mache die religiöse Rechte zwischen 10 und 30 Prozent der Bevölkerung aus. Auf die Frage „Was passiert, wenn Trump abtritt?“, antwortete Gorski, indem er den aktuellen amerikanischen Präsidenten als „Übergangsfigur“ charakterisierte. Im Diskurs nehme er den „Übergang zu einer zivilisatorischen Sprache“ wahr, ebenso wie das Streben nach einem „kontinuierliche[n] Narrativ ohne den reformatorischen Bruch“.

Thomas Rachel erinnerte an die Notwendigkeit, Brücken zu bauen. Gerade der Katholizismus sei ja – quasi per definitionem – „Weltkirche“. Die Aufgabe der Kirchen sei, „Politik möglich zu machen und nicht selbst Politik zu machen“.

Zum Schluss wagte Arnd Henze noch einen Blick in die Zukunft, der allerdings nicht explizit optimistisch ausfiel: Er wolle Hoffnung vermitteln. Etwa 65 Prozent seien auch in seinen Kernthesen nicht mehr Trumps Meinung. Die Vorfälle in Minneapolis hätten zu einer „Radikalisierung der Nachbarschaften“ geführt. Für die US-Midterm Elections 2026 (Kongresswahlen) im November prognostizierte Henze, sie könne der „turning point“ sein und in ein worst case oder best case scenario münden. „Ich vermeide das Wort Optimismus total“, gab er zu und plädierte stattdessen für „illusionslose Hoffnung“. Thomas Rachels Schlusswort hatte hingegen Appellcharakter: „It’s time to do something!“

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause: Pfarrerin Charlotte Horn über Pläne, Prozesse und Perspektiven

Das gemeinschaftliche Wohnprojekt auf dem Campus Kartause entwickelt sich weiter: Die geplante christliche Wohngemeinschaft orientiert sich an der Vision der ökumenischen Community auf Iona und verbindet gemeinsames Leben, Glauben und Alltag miteinander. Begleitet wird das Projekt von Pfarrerin Charlotte Horn, Leiterin der Evangelischen TelefonSeelsorge Köln.

Frau Horn, was ist Ihnen bei den Gesprächen mit den Interessierten besonders aufgefallen? Gab es gemeinsame Erwartungen oder auch ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was diese Wohngemeinschaft sein soll?

Charlotte Horn: Wenn wir über konkrete Erwartungen an das Zusammenleben sprechen, gibt es tatsächlich eine gute Schnittmenge. Da, wo es noch nicht zusammenkommt, schauen wir genau hin und gehen in den offenen Austausch. Das heißt, ich moderiere diesen Austausch. Die Gruppe erkennt in der christlichen Ausrichtung nach Iona eine Inspiration für sich. Das war am Abend, als wir mit Pfarrer i.R. Christoph Nötzel darüber ins Gespräch kamen, spürbar.

Unterschiedliche Vorstellungen beziehen sich eher noch auf Praktisches im Alltag. Und manches davon wird sich wohl auch erst im gelebten Alltag ergeben. Deshalb ist es so wichtig, gerade jetzt schon im Vorfeld eine gute Kommunikationskultur grundzulegen, so dass alle den Raum haben, ihre Bedürfnisse und Ansichten zu äußern und an einer gemeinsame Haltung zu arbeiten, die z.B. bedeutet, auch Schwierigkeiten offen anzusprechen.

An welchen Punkten wird gerade besonders deutlich, dass aus den Ideen nun wirklich ein gemeinsames Projekt entsteht?

Charlotte Horn: Hier auf Menschen zu treffen, die bereit sind, sich auf ein Abenteuer einzulassen, das so ein Projekt ja zweifellos auch ist, ist an sich schon verbindend. Sich ernsthaft damit auseinandersetzen, eine gemeinsame Lebensform zu wagen, den eigenen vertrauten Alltag zu öffnen für etwas unkonventionell Neues, führt zusammen, auch wenn die endgültige Entscheidung Einzelner in der Gruppe noch offen ist.

Wie geht es nun weiter?

Charlotte Horn: Wir werden weiter über konkrete Anliegen für das Projekt sprechen, um eine tragfähige Basis zu festigen. Und wir setzen uns gemeinsam mit dem Text der Selbstverpflichtung auseinander, die alle, die mitwohnen, unterschreiben werden. Darin geht es um die Zusage, dass die Einzelnen, die dabei sind, sich mit einer gewissen Verbindlichkeit auf den „Geist“ dieses Zusammenleben einlassen.

Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; in naher Zukunft können die ersten Mietverträge geschlossen werden. Mehr Infos: www.campuskartause.de

Text: Charlotte Horn/APK
Foto(s): Archiv-APK

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Dayretreat, Nudel-Party und Hormonbalance-Reihe: Unsere fbs-Kochkurse für Erwachsene.

Ob aromatische indische Currys, ayurvedische Auszeit, veganes Frühlingsmenü oder eine kulinarische Reise durch Afrika – die Evangelische Familienbildungsstätte Köln lädt von März bis Juli 2026 Erwachsene zu einer bunten Welt voller Kochkurse ein, die weit mehr sind als nur Rezepte. Hier wird gemeinsam geschnippelt, gebrutzelt, gelernt, gelacht und genossen. Für Frauen, die ihre Hormone in Balance bringen möchten. Für alle, die asiatische Streetfood-Vibes nach Hause holen oder Sushi ohne Fisch zaubern wollen und vieles mehr. Von entspannten Abendkursen bis hin zum ganztägigen Retreat ist für jeden Geschmack und jedes Level das Richtige dabei. Lasst euch inspirieren und entdeckt, welcher Kurs zu euch passt – oder gleich mehrere!

Alle Veranstaltungen sind einzeln buchbar. Anmeldung und weitere Informationen direkt über die verlinkten Kurse.

 

Indisches Brot und Currys

Kursnr. 261F5105
Beginn Di., 10.03.2026,
18:00 – 21:45 Uhr
Gebühr43,00 €
Entdecke die köstliche Welt der indischen Küche, indem du das Zubereiten traditioneller Brote mit aromatischen Currys meisterst! In diesem Kurs lernst du, verschiedene indische Brote wie fluffiges Naan, knusprige Roa und weiche Parathas von Grund auf zuzubereiten. Entdecke die Geheimnisse, um reichhaltige, aromatische Currys zu kreieren, die perfekt zu diesen Broten passen. Von cremigem Hühnchen bis hin zu würzigem Kichererbsencurry bringt jedes Rezept den authentischen Geschmack Indiens in deine Küche. Mach dich bereit, ein köstliches kulinarisches Erlebnis zu genießen, das die Harmonie von Brot und Curry feiert! Wir kochen gemeinsam u.a. Baigan Bhaja (frittierte Auberginen), Poori (frittiertes Fladenbrot), Naan-Brot, Bahji (Kartoffelcurry), Masala-Huhn und ein Grießdessert.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Hormonbalance.- Bring deine Hormone ins Gleichgewicht.

261F5002 Koch-und Entspannungsreihe
4x freitags, ab dem 13.3. von 18-21.45Uhr
179€
Du stehst voll im Leben und fühlst dich dennoch zunehmend auf einer Achterbahn der Gefühle und Symptome. Du fühlst, es ist Zeit, dich zu unterstützen und gut zu dir zu sein. Dann bist du hier richtig. Komme in Verbindung mit deinem Körper und stelle dein inneres Gleichgewicht wieder her – diese Kursreihe wurde speziell für Frauen in den mittleren Jahren entwickelt. Erlebe, wie Bewegung, Atmung und Soul Food zusammenwirken, um deinen Körper zu harmonisieren, Stress zu reduzieren und deine Vitalität zu steigern.
Wir kochen protein- und ballaststoffreich. Wir bewegen und entspannen uns in unserem lichtdurchfluteten Yogaraum.
Auf deine Teller kommen in jeder Kurseinheit andere harmonische Köstlichkeiten, die du zuhause wunderbar nachkochen kannst und die u.a. mealprep geeignet.
Zum Beispiel gerösteter Kichererbsensalat, Hähnchen, Quinoa- und Linsenpilav, Spinat- und Karottensalat, Chiapudding u.v.m.
Durch sanfte, einfache Yogaübungen und achtsame Bewegungen in unserem lichtdurchfluteten Yogaraum kannst du Spannungen lösen, deine hormonelle Gesundheit unterstützen und ein tieferes Wohlbefinden erleben.
Diese Session lässt dich zentriert, energetisiert und im Einklang mit dir selbst zurück.
Wir sind dieselbe Gruppe über alle Kurseinheiten und kommen so in einem geschützten Raum zusammen. Es besteht Raum für Austausch, Auszeit und Ausgeglichenheit.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Healing the inner you. – indisch ayurvedische Küche mit Yoga. Dein Dayretreat.

Kursnr. 261F5109
Beginn Sa., 09.05.2026,
10:00 – 16:45 Uhr
Gebühr 72,00 €
„Healing the inner you.“ – Deine ganztägige ayurvedische Auszeit, fachkundig und liebevoll begleitet von unserer Kursleiterin Priya. Entdecke die Harmonie von Kochen und Yoga:
Gönne dir einen ganzen Tag Auszeit, Retreat und Zeit für dich. Tauche ein in eine transformative Reise, die die uralten Prinzipien der ayurvedischen Küche mit den beruhigenden Praktiken von Yoga und Achtsamkeit verbindet.
Dieser Workshop ist darauf ausgelegt, deinen Körper und Geist zu nähren, während du lernst, köstliche und gesundheitsfördernde Gerichte zuzubereiten und inneres Gleichgewicht zu finden.
Uns steht neben der Küche ein einladender und lichtdurchfluteter Yogaraum mit Matten zur Verfügung.
Starte mit belebendem Pranayama und Asanas, begleite dein Kochen mit Achtsamkeitsübungen, die das Kocherlebnis bereichern und dir inneren Frieden schenken und entspanne und verdaue mit passenden Asanas nach dem Essen.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

No substitutes, just plants.- veganes Frühlingsmenü, frisch, fein, raffiniert.

Kursnr. 261F5116
Beginn Mi., 27.05.2026,
18:00 – 21:45 Uhr
Gebühr 43,00 €
Der Frühling ist da und bringt endlich wieder frische Zutaten auf den Tisch! In diesem Kurs steht genau das im Mittelpunkt: knackiges Gemüse, eine Vielfalt an Kräutern und erfrischenden Aromen und das Ganze ohne Ersatzprodukte (ausgenommen Tofu).
Gemeinsam bereiten wir ein mehrgängiges Menü zu, das Leichtigkeit mit Tiefe verbindet. Der Fokus liegt auf saisonalen Zutaten, klaren Techniken und dem bewussten Abschmecken. Statt strenger Rezepttreue geht es darum, Geschmack zu verstehen und harmonisch auszubalancieren. Das Menü ist alltagstauglich, aber dennoch raffiniert. Es zeigt, wie vielseitig und elegant die pflanzliche Frühlingsküche sein kann, nämlich frisch, unaufgeregt und mit viel Raum für eigene Variationen. Ideal für alle, die bereits vegan kochen, es lernen wollen oder einfach Lust haben, ihr Repertoire um saisonale, frühlingshafte Gerichte zu erweitern.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Kulinarische Reise durch Afrika

Kursnr. 261F5108
Beginn Di., 05.05.2026,
18:00 – 21:45 Uhr
Gebühr 38,00 €
Lust auf neue Aromen und spannende Gerichte? Dann komm mit auf eine genussvolle Reise durch Afrika. Wir starten im Süden mit dem würzigen Nationalgericht Bobotie und entdecken die Tradition des Braai – dem südafrikanischen Grillen. Ob zartes Lamm oder würziges Hühnchen, dazu gibt’s selbstgemachte Grillsaucen und Chakalaka, den beliebten pikanten Krautsalat. Weiter geht es kulinarisch nach Ost- und Westafrika – mit typischen Spezialitäten aus Kenia und Nigeria, die den Abend geschmackvoll abrunden. Ein Abend voller Vielfalt, neuen Eindrücken und leckerer Entdeckungen – für alle, die gerne über den Tellerrand schauen.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Green Sushi – vegan und vegetarisch für Erwachsene

Kursnr. 261F51101
Beginn Fr., 29.05.2026,
18:00 – 21:45 Uhr
Gebühr 43,00 €
Sushi geht nur mit Fisch und Meerestieren? – Von „vegan“. Green Sushi ist mittlerweile auch bei uns angekommen und ganz hoch im Trend!
Egal ob Avocado, Paprika, Rettich, Gurke, Mango oder Frischkäse: beim vegetarischen Sushi ist alles erlaubt! Ob Maki, Nigiri oder Inside-Out, am Ende dieses Kurses seid ihr nicht nur Sushi-Experten, ihr seid auch Meister im Sushi-Rollen.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Asiatische Streetfood- Flavers on the go

Kursnr. 261F5111
Beginn Di., 09.06.2026,
18:00 – 21:45 Uhr
Gebühr 43,00 €
Tauche ein in die bunte Welt der asiatischen Straßenküche. Entdecke die leckeren Aromen der geschäftigen Märkte in Asien, von knusprigen Wokgerichten, über gefüllte Teigtaschen bis hin zu würzigen Spießen. Schnelle, einfache und authentische Rezepte warten auf dich. Perfekt für alle, die asiatische Küche ausprobieren möchten. Lerne die Techniken und Zutaten kennen, die diese aufregenden Gerichte lebendig machen, direkt in deiner eigenen Küche. Mach dich bereit für einen kulinarischen Trip mit
China-Style Jasmintee
Asiatischer Fried Rice mit Regenbogengemüse
India-Style Chili-Huhn
Japan-Style Gyoza mit Dipsauce
Ananas-Streuselkuchen
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Dumpling- und Nudelparty

Kursnr. 261F5113
Beginn Fr., 26.06.2026,
18:00 – 21:45 Uhr
Gebühr 44,00 €
Entdecken Sie die köstliche Welt der asiatischen Nudeln und Dumplings! Dieser praxisnahe Kurs vereint authentische Aromen, frische Zutaten und traditionelle Zubereitungstechniken. Von knusprigen, frittierten Dumplings über herzhafte Nudelgerichte bis hin zu einer süßen, goldenen Nachspeise bietet das Menü ein kulinarisches Abenteuer voller Geschmack und Spaß.
Wir bereiten gemeinsam zu: Wontons, Gemüse- und Hühnchendumplings, Omlette Chow Mein, honigglasierte Nudeln.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Sommergrillen

Kursnr. 261F5112
Beginn Mi., 10.06.2026,
18:00 – 22:30 Uhr
Gebühr 42,00 €
Ein entspannter Grillabend für alle, jenseits von Grillwürstchen und Nackensteaks. Erfahre in diesem Grillkurs alles rund um das Thema. Gemeinsam bereiten wir Räucherlachs auf dem Zedernbrett, Hähnchen mit Pesto und Foccaccia auf einem Keramikgrill zu. Die klassischen Burger dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Der Kurs ist für Einsteiger und Fortgeschrittene Grillmeister gleichermaßen geeignet.
Ev. Familienbildungsstätte Köln

 

Warum mitmachen?

Die Ferienwerkstätten der fbs sind mehr als nur Beschäftigung: Sie sind Orte für Begegnung, Lernen, Kreativität und gemeinsames Erleben. In kleinen Gruppen und unter fachkundiger Anleitung entsteht Raum für das, was im Alltag oft zu kurz kommt – echte Qualitätszeit miteinander.

Veranstalter:

Evangelische Familienbildungsstätte Köln
Kartäusergasse 9–11, 50678 Köln
www.fbs-koeln.org

Jetzt anmelden – die nächsten Monate werden lecker, kreativ und gemeinschaftlich!

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Köln stellt sich quer: Heute bei Demonstration und Kundgebung mitmachen!

Heute bei Demonstration und Kundgebung für Demokratie und Menschenwürde mitmachen! Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis ruft am heutigen Samstag, 21. März, zu einer Demonstration gegen Rassismus und für Demokratie in Köln auf. Die Demonstration wird nach einem kleinen Auftakt um 13 Uhr am Sudermannplatz starten, die Kundgebung ab 14 Uhr auf dem Hohenzollernring. Der 21. März als internationaler Tag gegen Rassismus steht bundesweit  in diesem Jahr  unter dem Motto  “100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus”.

In dem gemeinsamen Aufruf heißt es, die AfD und andere rechtsextreme Parteien seien eine Gefahr für demokratische Institutionen, Kunst- und Meinungsfreiheit sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gefordert wird ein klares Bekenntnis zu Menschenrechten, Völkerrecht und einem solidarischen, vielfältigen Miteinander. „Köln stellt sich quer“ ruft zusammen mit Arschhuh an diesem Tag zu Beteiligung auf.

Weitere Informationen finden Sie auf:

www.kssq.de

Text: APK
Foto(s): KSSQ

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Passionszeit mit Gefühl! – 7 Wochen ohne Härte. Michael Miehe lädt ein, wirklich nachzufragen

„Der, die, das – wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm.“ Mit diesem Lied begann die Sesamstraße in den 1970er Jahren und machte Kindern Mut, neugierig zu sein. Doch während Kinder fraglos fragen, haben Erwachsene oft eine Scheu: Zeige ich mich damit als unwissend? Als einer, der nicht Bescheid weiß?

Michael Miehe, Synodalassessor, rückt in seinem Impuls zur Passionszeit einen entscheidenden Unterschied in den Blick: Es geht nicht ums Fragen – sondern ums Nachfragen. Nicht zufriedengeben mit dem, was der andere nach außen zeigt. Sondern echtes Interesse zeigen. Innehalten. Den anderen wirklich wahrnehmen – in seinen Bedürfnissen, in seinem Schmerz, in seiner Freude.

Jesus hat das vorgelebt. Selbst dem Kranken, der offensichtlich Heilung brauchte, stellte er die Frage: „Was willst du, dass ich dir tue?“ Nicht weil die Antwort unklar war – sondern weil der Mensch gehört werden wollte. Weil es einen Unterschied macht, wenn jemand sagt: Ich bin jetzt für dich da. Ganz. Eine Einladung für diese Passionszeit: Fragen wir nach. Hören wir wirklich hin. Schenken wir einander diese Zeit.

▶ Den vollständigen Impuls von Michael Miehe jetzt im Video ansehen.

 

Text: APK
Foto(s): APK

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„Sie sind mitten im Getümmel“: Einführungsgottesdienst für die Berufskollegspfarrpersonen Nena Raab und Radomir Nosek

Unter dem Motto „Siehe, ich mache alles neu“ stand der Gottesdienst in der Kartäuserkirche, in dem gleich zwei Amtseinführungen gefeiert wurden: Pfarrerin Nena Raab wurde in die 54. Verbandspfarrstelle am Berufskolleg Ehrenfeld eingeführt und Radomir Nosek in die Stelle als Bezirksbeauftragter im Referat für Berufskollegs. Markus Zimmermann, ehemals Superintendent im Kirchenkreis Köln-Nord und im neuen Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch weiterhin zuständig für die Berufskollegs, sprach von der täglichen Arbeit der beiden: „So hat es Jesus Christus uns vorgemacht. Es geht darum, dass wir uns nicht abkapseln. Wir müssen raus zu den Menschen.“

Es gebe in manchen Gemeinden die Tendenz, dass die Menschen schon kommen würden. Das sei aber alles andere als selbstverständlich. Viele stünden skeptisch zuhörend bis vielleicht sogar ablehnend der Kirche gegenüber. „Sie sind mitten im Getümmel“, sprach er Raab und Nosek noch einmal direkt an. „Sie sprechen mit jungen Menschen, die schon offen sind für Fragen, die über die Realität hinausgehen. Und neugierig. Sie beide sind glaubwürdig bei den Antworten, die Sie geben.“ Die beiden seien aber nicht nur Lehrer, sondern auch Ansprechpartner für die Jugendlichen über die Schule hinaus.

„Denn bei dir, Gott ist die Quelle des Lebens“

„Das ist eine große Chance für uns als Kirche. Aber auch eine unglaubliche Chance für die Schulen. Wir können die Schüler auf eine andere Weise begleiten als nur mit Noten.“ Radomir Nosek betonte „die Wichtigkeit unseres Tuns“. „Denn bei dir, Gott ist die Quelle des Lebens“, zitierte er aus Psalm 36. In deinem Lichte sehen wir das Licht.“ An Berufskollegs erlebe man, dass junge Menschen auf die Suche nach Orientierung gingen. Für manche Schulleiter und Kollegien sei Religionsunterricht nicht mehr besonders wichtig. „Wir müssen deutlich machen, dass man auf das, was wir tun, nicht einfach verzichten kann.“

Nena Raab leitete ihre Predigt mit ein paar praktischen Beispielen ein: „Das Motto lautet ,Ich mache alles neu‘, und so war das ja auch bei mir. Ich machte alles zum ersten Mal. Pfarrerin sein, Lehrerin sein, zum ersten Mal vor einer Klasse stehen, frei sprechen im Unterricht vor erwartungsvollen Augen, einen Schlüssel für die Schule entgegennehmen, sich die Namen der Schüler merken.“

„Ich gehe offen und ehrlich mit den Schülern um“

Aber alles neu? Da müsse doch noch was anderes kommen als Trostlosigkeit und Ungerechtigkeit. Auch angesichts des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zerbreche das Bild der strahlenden Ewigkeit. „Ich gehe offen und ehrlich mit den Schülern um. Ich ermutige sie, sich für die Demokratie und die Zukunft einzusetzen. Veränderungen sind auch im Kleinen möglich.“ Raab erinnerte an die Unantastbarkeit der Würde des Menschen, die im Grundgesetz verankert sei. Und wichtig sei auch: Es müsse Spaß machen, sich mit Religion zu beschäftigen. „Und dann sehe ich: Es wird alles neu. Das was kommt, das müssen wir nicht machen. Das macht Gott. Und das macht Hoffnung.“

Raab schloss die Predigt mit einem Dank und einem Rückblick auf das Neue: „Ich danke allen Menschen, die mir die Fenster geöffnet haben und mich in den Himmel blicken ließen. Ich kenne jetzt viele Namen und weiß, zu welchen Räumen welcher Schlüssel passt.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause: Pfarrerin Charlotte Horn über die Begehung des Rohbaus

Das gemeinschaftliche Wohnprojekt auf dem Campus Kartause nimmt weiter Gestalt an. Die geplante christliche Wohngemeinschaft orientiert sich an der Vision der ökumenischen Community auf Iona und verbindet gemeinsames Leben, Glauben und Alltag. Nun konnten sich Interessierte bei einer Begehung des Rohbaus ein konkretes Bild von den zukünftigen Räumen machen – begleitet wurde der Rundgang von Pfarrerin Charlotte Horn, Leiterin der Evangelischen TelefonSeelsorge Köln.

Frau Horn, wie sieht es aktuell auf dem Campus Kartause und in den Räumlichkeiten aus?

Charlotte Horn: Wir wurden bei schönem Wetter vom Bauleiter über das Gelände geführt – alle ausgestattet mit Bauhelmen. Der Rohbau steht bereits und gibt einen sehr anschaulichen Eindruck davon, wie es später einmal aussehen wird. Es ist ein sehr großzügiger Bau mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.

Die Wohneinheiten, die wir besichtigt haben – im zweiten und dritten Obergeschoss auf der Nordseite – befinden sich noch im Rohbauzustand. Die Gruppe war sehr interessiert: Man ist durch die einzelnen Wohnungen gegangen, hat sich Notizen gemacht, Fragen gestellt und genau hingeschaut – etwa zur Fenstergröße, zum Lichteinfall, zur Position der Steckdosen oder zur Möglichkeit, eine Küche einzubauen. Außerdem wurden die Gemeinschaftsräume besichtigt, ein sehr großzügiger Wohnbereich. Dort entstand spontan der Wunsch in der Gruppe, eine zusätzliche größere Tür einzubauen, die bisher nicht vorgesehen war.

Was hat Sie bei der Begehung am meisten überrascht oder beeindruckt?

Charlotte Horn: Besonders attraktiv sind die zwei Lofts mit Blick auf den Innenhof. Dort kann man sich gut vorstellen, gemeinsam Zeit zu verbringen – abends zusammenzusitzen oder morgens zu frühstücken. Ein besonderes Detail der Wohnungen auf der Nordseite ist, dass man, wenn man vor die Wohnung tritt, den ganzen Tag über die Sonne von Süden genießen kann.  Diese sogenannten Freigänge bieten viel Platz – etwa für ein großes Sofa oder eine kleine Leseecke. Von dort aus gelangt man in einen großzügigen, überdachten Außenbereich, der sehr attraktiv ist. Dort zu sitzen, ist wirklich etwas Besonderes. Die Lage mitten in der Südstadt, im Severinsviertel, ist kaum zu übertreffen. Es bleibt ein insgesamt attraktives Wohnangebot.

Welche Rolle spielt diese Begehung für die Entscheidungsfindung der Interessierten?

Charlotte Horn: Die Begehung war ein ganz wichtiger Schritt: Sie hat geholfen, der Idee der Wohngemeinschaft eine konkrete räumliche und atmosphärische Vorstellung zu geben. Das war für die Entscheidungsfindung der Einzelnen sehr bedeutsam. Es war spürbar, dass große Lust besteht, diesen Ort mit Leben zu füllen. Gleichzeitig wurde aber auch sehr genau geprüft, ob die Wohnungen zu den eigenen Bedürfnissen passen, etwa in Bezug auf Größe oder Ausstattung.

Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; in naher Zukunft können die ersten Mietverträge geschlossen werden. Mehr Infos: www.campuskartause.de

Text: Charlotte Horn/APK
Foto(s): Archiv-APK

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Unsere Wochentipps: Köln stellt sich quer und bewegt sich, Rollschuhdisco und mehr

Unsere Wochentipps vom 19. bis 25. März in Köln und der Region laden zu Flohmarkt, Rollschuhdisco, Demonstration und mehr ein: In Ehrenfeld verbindet die Evangelische Kirchengemeinde einen Nacht- und Familienflohmarkt mit einer Rollschuhdisco in der Friedenskirche, das Bündnis „Köln stellt sich quer“ ruft am Internationalen Tag gegen Rassismus zu einem Sternmarsch für Demokratie und Menschenwürde auf, in Niehl-Riehl und in der Kartäuserkirche werden langjährige Pfarrerinnen und Pfarrer feierlich verabschiedet, das Seniorentheater Odenthal beleuchtet die facettenreiche Beziehung zwischen Mensch und Tier – und im Martin-Luther-Haus in Bayenthal zeigt KI-Experte Dr. Jobst Landgrebe, wo die Grenzen Künstlicher Intelligenz liegen.

Rollschuhdisco, Nacht- und Familienflohmarkt in Ehrenfeld. Ein besonderes Angebot für alle Generationen

20.03.2026, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Ernst-Flatow-Haus, Vogelsanger Straße 153, 50823 Köln
Die Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld veranstaltet im Ernst-Flatow-Haus, Vogelsanger Straße 153, am Freitag, 20. März, 19 Uhr bis 23 Uhr, einen Nachtflohmarkt mit Klamotten, Schmuck, Deko und Haushaltsartikeln und am Samstag, 21. März, 14 bis 17 Uhr, einen Kinder- und Familienflohmarkt mit Baby- und Kinderkleidung, Spielzeug und Büchern sowie Kaffee- und Kuchenverkauf zugunsten des Fördervereins der Kita Fröbelstraße. Parallel zum Nachtflohmarkt verwandelt sich die Tanzfläche in der gegenüberliegenden Friedenskirche, Rotheausstraße 54a, in eine Rollschuhdisco mit passender Discobeleuchtung und Musik und Barbereich. Parallel zum Kinder- und Familienflohmarkt gibt es ebenfalls in der Friedenskirche eine Rollschuhdisco für Kinder, Jugendliche und Familien. Möglich wird dies durch eine Kooperation mit dem Telekom-Post Sport Köln 1925 aus Bocklemünd. Eigene Rollschuhe sind empfohlen; ein begrenzter Verleih ist vor Ort vorhanden. Der Eintritt ist frei, Spenden zugunsten der für 2027 geplanten Kirchturmsanierung sind willkommen.
www.kirche-ehrenfeld.de

Internationaler Tag gegen Rassismus – Köln stellt sich quer. Sternmarsch und Kundgebung für Demokratie und Menschenwürde

21.03.2026, 13:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis ruft am Samstag, 21. März, zu einer Demonstration gegen Rassismus und für Demokratie in Köln auf. Die Demonstration wird nach einem kleinen Auftakt um 13 Uhr am Sudermannplatz starten, die Kundgebung ab 14 Uhr auf dem Hohenzollernring. Der 21. März als internationaler Tag gegen Rassismus steht bundesweit  in diesem Jahr  unter dem Motto  “100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus”. In dem gemeinsamen Aufruf heißt es, die AfD und andere rechtsextreme Parteien seien eine Gefahr für demokratische Institutionen, Kunst- und Meinungsfreiheit sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gefordert wird ein klares Bekenntnis zu Menschenrechten, Völkerrecht und einem solidarischen, vielfältigen Miteinander. „Köln stellt sich quer“ ruft zusammen mit Arschhuh an diesem Tag zu Beteiligung auf.
www.kssq.de

Gottesdienst mit Verabschiedung von Pfarrer Uwe Rescheleit. Abschied nach 23 Jahren in der Stephanuskirche

22.03.2026, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl
Stephanuskirche, Brehmstraße 4-6, 50735 Köln
Nach 23 Jahren als Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl wird Pfarrer Uwe Rescheleit am Sonntag, 22. März, 11 Uhr, in der Stephanuskirche, Brehmstraße 4-6, im Gottesdienst offiziell verabschiedet. Der prägende Seelsorger wird für seine verbleibenden Dienstjahre eine Pfarrstelle in Hamburg übernehmen. Pfarrerin Anna-Maari Tölle gestaltet den Gottesdienst, die offizielle Verabschiedung übernimmt Pfarrerin Miriam Haseleu, stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch. Darüber hinaus sind einige Überraschungen angekündigt. Im Anschluss besteht bei einem Kaffeeklatsch mit Kuchen, Kaffee, Tee und einem Glas Sekt in den Gemeinderäumen Gelegenheit, sich persönlich von Uwe Rescheleit zu verabschieden.
www.ev-kirche-niehl-riehl.de

Verabschiedung von Pfarrerin Dagmar Schwirschke und Pfarrer Dieter Schwirschke. Festgottesdienst zum Eintritt in den Ruhestand

22.03.2026, 15:00
Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
Mit einem Gottesdienst verabschiedet der Evangelische Kirchenverband Köln und Region Pfarrerin Dagmar Schwirschke und Pfarrer Dieter Schwirschke am Sonntag, 22. März, 15 Uhr, in der Evangelischen Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, anlässlich ihres Eintritts in den Ruhestand zum 1. April. Gemeinsam haben sie die Evangelische Gehörlosenseelsorge Köln geleitet. Pfarrer Torsten Krall, stellvertretender Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region übernimmt die Entpflichtung. Im Anschluss an die Verabschiedung schließt sich ein Empfang im Haus der Evangelischen Kirche gegenüber der Kartäuserkirche an.
www.kirche-koeln.de

„Tierisch gute Generationen“. Über die Beziehung zwischen Mensch und Tier

22.03.2026, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Martin-Luther-Haus, Uferweg 1, 51519 Odenthal
Das Seniorentheater Odenthal zeigt sein Stück „Tierisch gute Generationen“ am Sonntag, 22. März, 17 Uhr, im Martin-Luther-Haus der Evangelischen Domgemeinde Altenberg, Uferweg 1. Das Stück taucht ein in den Kosmos der Mensch-Tier-Beziehungen und zeigt auf, wie facettenreich und wandelbar dieses Verhältnis über Jahrhunderte war. Der Eintritt ist frei. Spenden für den Förderverein der Evangelischen Domgemeinde Altenberg sind willkommen. Sitzplatzreservierungen sind unter Telefon 02174/40016 möglich.
www.altenberg-dom.de

Vortrag über Künstliche Intelligenz im Martin-Luther-Haus. Dr. Jobst Landgrebe referiert über Möglichkeiten und Grenzen der KI

25.03.2026, 19:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 7, 50968 Köln
Dr. Jobst Landgrebe, Unternehmensberater und Gastprofessor für KI-Wissenschaftstheorie an der Universität Lugano, hält am Mittwoch, 25. März, 19.30 Uhr, im Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 27, einen Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz und die Zukunft unserer Gesellschaft“. Der Ko-Autor des Buches „Why machines will never rule the world“ räumt mit verbreiteten Annahmen auf: KI werde weder ein Bewusstsein entwickeln noch menschliche Arbeit überflüssig machen, sondern vor allem den öffentlichen Raum fundamental verändern. Landgrebe zeigt die mathematischen Grenzen der Künstlichen Intelligenz auf und skizziert zugleich, welche Möglichkeiten ihr Einsatz tatsächlich eröffnet.
www.kirche-bayenthal.de

Text: APK
Foto(s): APK

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