35 Jahre Liebe und Treue – Pfarrer Walter Kunz wurde von Superintendentin Andrea Vogel entpflichtet

Mit einem Dank für seine 35 Jahre währende Liebe und Treue zu seiner Gemeinde in Köln-Porz-Wahnheide verabschiedete und entpflichtete Superintendentin Andrea Vogel in einem festlichen Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche jetzt Pfarrer Walter Kunz.

Insgesamt blickt der 64-jährige Theologe auf 41 Jahre voller Ideen, Möglichkeiten, Begegnungen, Projekte, auf vier Jahrzehnte voller Musik und Hingabe an die Menschen in seinen jeweiligen Pfarrbezirken zurück.

Über Walter Kunz

Nun wird Walter Kunz mit seiner Frau Doris Kunz nach Köln-Ehrenfeld ziehen und sich dort neu einrichten. Gefragt, wie er seine freien Stunden ausfüllen wird, fällt ihm neben Zeit mit den Enkelinnen, Museumsbesuchen, seinem Flügel und den Büchern auch das Brotbacken ein. Und das kommt nicht von ungefähr, stammt der Theologe doch aus einer Hunsrücker Bäckerfamilie und durfte seinem Onkel als Kind in der Backstube über die Schulter schauen.

Daher stand die Idee, Pfarrer zu werden, zunächst auch nicht am Anfang der Liste mit Zukunftswünschen. Doch Walter Kunz wurde von seinem Pfarrer nach der Konfirmation angesprochen, ob er sich nicht vorstellen könne, den Kindergottesdienst zu gestalten. „Ich empfand das als Auszeichnung. Da war jemand, der mir so etwas zutraute. Und es machte mir sehr viel Freude, den Kindern Gott näherzubringen.“ An einen Zufall glaubt Walter Kunz dabei nicht – das machte er in seiner Predigt zur Verabschiedung deutlich: „Bei Gott fügt sich alles nach einem Plan. Mich hat er glücklich gemacht, mit einer wunderbaren Familie und einem erfüllenden Dienst als Pfarrer.“

Bis zur ersten Pfarrstelle allerdings führte ihn der Weg zum Studium an die Kirchliche Hochschule in Wuppertal, wo es noch sehr familiär zuging, wie Pfarrer Kunz sich erinnert, und nach Bonn, wo er das Examen ablegte. Das Vikariat in der Versöhnungskirche in Volberg-Forsbach Rösrath und der Dienst in Dellbrück führten ihn schließlich ab 1987 nach Porz-Wahnheide, wo die Familie mit ihren vier Kindern schließlich heimisch wurde.

„Gemeinsam haben wir gelacht und geweint, gehofft und gebangt.“

Auf ein buntes Leben als Pfarrer im Gemeindedienst, als Sänger in verschiedenen Chören der Gemeinde, als Mitbegründer des Kirchenkabaretts „Klüngelbeutel“ und als Teil der Begleitband der evangelischen PROT’S Sitzung im Karneval, der Vogelsanger Noise Connection, blickt der 64-Jährige nun zurück. „Gemeinsam haben wir gelacht und geweint, gehofft und gebangt. In meinem Dienst und im Leben bin ich reich beschenkt worden“, schreibt Pfarrer Kunz dazu im Gemeindebrief. Später berichtet er im Gespräch, dass er mit dem „Klüngelbeutel“-Ensemble nicht nur auf dem evangelischen Kirchentag – zunächst umstrittene, später sehr positiv aufgenommene – kabarettistische Bibelarbeit anbot, sondern auch auf dem Katholikentag für viele Lacher sorgte. „Das waren unglaublich schöne Auftritte!“

Auch für den Kindergottesdienst schlug sein Herz weiterhin mit Leidenschaft. So engagierte Pfarrer Kunz sich im synodalen Arbeitskreis im Kölner Kirchenkreis Rechtsrheinisch, außerdem zehn Jahre lang als Vorsitzender in der Landeskonferenz „Kirche mit Kindern“ und auf Bundesebene der Evangelischen Kirche Deutschlands in der Verbandssynode. „Im Jahr 2000 organisierten wir als Gastgeber in Porz-Wahnheide den Helfertag mit 1.400 Gästen“, blickt der Pfarrer begeistert zurück und erinnert gemeinsam mit Superintendentin Vogel auch an den Kinderkirchentag in Bergisch Gladbach mit 900 Kindern.

„Manchmal war mein Kalender so voll, dass keine weitere Zeile hineingepasst hätte“, verrät der Theologe. Trotz dieses Pensums fühlte er sich in allem immer von Gott getragen und ermutigt, Dinge auszuprobieren, zu wachsen, Menschen zu begleiten und selbst aus Misserfolgen positive Schlüsse zu ziehen. Dieses „nicht allein sein“ nimmt er nun mit nach Köln-Ehrenfeld, wo er sich auf Kultur und neue Begegnungen freut.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Kirche2go fragt: Wie kommen die Heiligen drei Könige in die Weihnachtsgeschichte?

Kirche2go fragt: Wie kommen die Heiligen drei Könige in die Weihnachtsgeschichte? Im Neuen Testament gibt es verschiedene Berichte über die Geburt von Jesus Christus. Das Matthäusevangelium berichtet neben dem Lukasevangelium ebenfalls über die Geburt von Jesus. Matthäus legt in seinem Bericht aber einen anderen Erzählschwerpunkt und betont andere Aspekte. Was bei der Geschichte im Mittelpunkt steht, erfahren Sie in diesem Video.

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Der gesamte Text zum Nachlesen:

Im Neuen Testament gibt es verschiedene Berichte über die Geburt von Jesus Christus. Der bekannteste Bericht befindet sich im Lukasevangelium. Auch das Matthäusevangelium berichtet auch über die Geburt von Jesus. Der Evangelist legt in seinem Bericht aber einen anderen Erzählschwerpunkt und betont andere Aspekte als das Lukasevangelium. Im Matthäusevangelium erhält Josef die Ankündigung über die Geburt von Jesus. Nachdem Maria schwanger ist, überlegt er, sich von ihr zu trennen. In einer Nacht bringt ihm ein Engel im Traum die Nachricht, dass er Maria heiraten und das Kind Jesus nennen soll. Als Jesus geboren war, bekommt die Familie Besuch von drei Personen aus dem Orient. Sie werden als Magier beschrieben und waren vermutlich Gelehrte oder Sterndeuter. Sie waren einem Stern gefolgt, der zu der Zeit über Bethlehem geleuchtet hatte. Die drei Männer gingen zunächst zum damaligen Herrscher, dem von Rom eingesetzten König Herodes, und befragen ihn nach der Geburt des „neugeborenen König der Juden“. Damit warnten sie den König, denn dieser ordnete die Ermordung aller Neugeborenen Jungen in Betlehem an. Diesem „Kindermord von Betlehem“ konnten Maria und mit ihrem kleinen Jesus entkommen. Sie waren nach Ägypten geflohen. Als die drei Männer Jesus kurz nach seiner Geburt gefunden hatten, brachten sie ihm Geschenke. Der Brauch, die Drei als „Heilige Könige“ zu bezeichnen, hat sich erst in dem frühen Christentum in Rom etabliert. Das Lukasevangelium berichtet in seiner Überlieferung von der Krippe und den Hirten, aus dem Matthäusevangelium kommen die drei weisen Männer aus dem Orient hinzu. Zusammen ergeben sie das Krippenbild, das viele Menschen bei sich zu Hause unter dem Weihnachtsbaum stehen haben.

Text: APK
Foto(s): APK

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Wochentipps: Konzerte, Vespern und Neuanfänge

Die Wochentipps stimmen klangvoll auf das neue Jahr ein und sie lassen erkennen: 2022 hat schon viel Neues zu bieten!
Ein weihnachtliches Flötenkonzert, „Klassik überall“ und eine musikalische Vesper laden dazu ein, sich besinnlich auf die kommenden zwölf Monate einzustellen.
Einen persönlichen Neuanfang darf Tobias Heinz erleben, der als Diakon in die Evangelische Gemeinde Köln eingeführt wird.
Auch für die Kirchengemeinden Köln-Riehl und Köln-Niehl gibt es einen Neubeginn: Sie feiern ihre Fusion mit einem Festgottesdienst. Für Pfarrer Knizia beginnt ein neuer Abschnitt: Er wird in dem Festgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet.

Bei allen Veranstaltungen sind die jeweils aktuellen Corona-Schutzregeln zu beachten.


06.01.2022, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Evangelische Messe mit gregorianischem Choral
Einführung von Diakon Tobias Heinz

Am Donnerstag, 6. Januar, 18 Uhr, lädt die Evangelische Gemeinde Köln zu einer Evangelischen Messe mit gregorianischem Choral und Einführung von Diakon Tobias Heinz ein. Seit Februar 2021 leitet der Diakon die Evangelische Kircheneintritts- und Informationsstelle Köln (EKI). Sie befindet sich im Foyer der Kirche. Zur musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes tragen die Oekumenische Choralschola Köln unter der Leitung von Manfred Loevenich sowie Kirchenmusikdirektor Johannes Quack an der Orgel bei. Die Liturgie wird von Pfarrer Markus Herzberg gestaltet. www.antonitercitykirche.de

08.01.2022, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Frechen
Evangelische Kirche, Hauptstraße 209, 50226 Frechen
Musikalische Andacht „Carols from Frechen“
Flötenkreis spielt Weihnachtslieder

Der Flötenkreis der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen lädt am Samstag, 8. Januar, 18 Uhr, zu einer Andacht ein, die an das in Großbritannien beliebte Format „Carols from King’s“ angelehnt ist. In der Evangelischen Kirche Frechen, Hauptstraße 209, wechseln sich verschiedene deutsche und britische Weihnachtslieder mit neun biblischen Lesungen ab, die unter anderem die Geburt Jesu schildern. Aufgeführt werden Werke von John Rutter und anderen. Der Eintritt ist frei. Es wird die zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültige Coronaregel angewandt. Der Eintritt ist frei. www.kirche-frechen.de

09.01.2022, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Brück-Merheim
Johanneskirche, Am Schildchen 15, 51109 Köln
Neujahrskonzert der Kammerphilharmonie Köln
Werke von Vivaldi, Bach, Mozart und Paganini

Am Sonntag, 9. Januar, 18 Uhr, findet unter dem Motto „Klassik überall“ in der Johanneskirche Brück, Am Schildchen 15, ein Konzert mit der Kammerphilharmonie Köln statt. Unter anderem spielen Anton Georg Gölle (Violine) und Dima Gornowskij (Violoncello) Werke von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Niccolò Paganini. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 12 Euro. Tickets gibt es im Vorverkauf in der Brücker Buchhandlung, Olpener Straße 872. https://www.ekir.de/brueck-merheim/kulturelle-veranstaltungen-572.php

09.01.2022, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Riehl
Stephanuskirche, Brehmstraße 6, 50735 Köln
Gottesdienst zur Gemeindefusion Niehl-Riehl
Pfarrer Friedemann Knizia wird verabschiedet

Die Zeit der Kooperation zwischen den Evangelischen Kirchengemeinden Köln-Niehl und Köln-Riehl geht zu Ende. Am Sonntag, 9. Januar, 11 Uhr, wird aus den beiden Kirchengemeinden die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Niehl-Riehl. Die Fusion wird mit einem Festgottesdienst gefeiert. Mitwirkende sind Pfarrerin Susanne Beuth, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte, Pfarrerin Grit de Boer, Pfarrer Uwe Rescheleit sowie Pfarrer Friedemann Knizia. Pfarrer Knizia wird zugleich in den Ruhestand verabschiedet. Er hat bis zur Fusion als Pfarrer im Übergang in den beiden Kirchengemeinden gearbeitet. www.ev-kirche-niehl-riehl.de

09.01.2022, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Kirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach-Kippekausen
Vesper zum neuen Jahr
Einladung in die Zeltkirche

Zu einer musikalischen Vesper zum neuen Jahr am Sonntag, 9. Januar, 18 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Bensberg in die Zeltkirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, ein. Es musizieren Xaver Hetzenegger, Ulla Pillmann, Barbara Engelbert sowie Andreas Böller. www.kirche-bensberg.de

 

 

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Auf der Suche nach der Stadt der Zukunft! – Neues Semesterprogramm der Melanchthon-Akademie

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, die zukünftige suchen wir!“ An diesen rund 1.900 Jahre alte Auftrag aus dem Hebräerbrief des Neuen Testamentes hat die Melanchton-Akademie in der Kölner Innenstadt ihr neues Programm für das erste Halbjahr 2022 angelehnt. „Wie wollen wir in Zukunft in urbanen und suburbanen Räumen leben?“ Dieser Frage gehen viele der Veranstaltungen im kommenden Semester nach und wollen unterschiedliche Perspektiven und Aspekte aufzeigen.

Ein neuer Ansatz im Bereich Mitbestimmung in der Stadt sind Bürgerräte, die ab dem neuen Jahr in Köln den Stadtrat beraten sollen, ihre Mitglieder werden ausgelost. Was passiert, wenn der Zufall die Demokratie mitbestimmt, dieser Frage geht am Donnerstag, 3. Februar um 19 Uhr die Veranstaltung „Wenn die Demokratie würfelt“ nach. Dr. Rainer Heinz, Leiter des Referates „Strategische Steuerung“ der Stadt Köln, und Thorsten Sterk, Mehr Demokratie e.V., informieren über das Konzept sowie konkrete Pläne der Stadt Köln, Bürgerräte einzuführen. Teilnehmende können an diesem Abend mit den Experten ins Gespräch kommen.

„Produktive Stille“

Bereits im Januar startet mitten in der Unruhe der Stadt die neue Veranstaltungsreihe „Produktive Stille“. In diesem Format wird Zeit für Stille und zum Denken jeweils mit einer Aktivität verbunden. Die „Produktive Stille“ verbindet eine Auszeit mit einer lebensbejahenden, befreienden Aktivität, die einen gestärkt in den Alltag entlässt.

Am Samstag, 30. April, ab 13 Uhr macht sich die Melanchthon-Akademie auf den Weg in die Veedel. Die beiden Studienleiterinnen Lena Felde und Dorothee Schaper werden mit Wandelbäumen unterwegs sein und nach den Utopien von morgen fragen. Interessierte können Teil dieses Projektes werden und so der Frage nach der Stadt von morgen mit nachgehen.

Paradising heißt ein neues Konzept, das sich mit tragfähigen Zukunftsvisionen beschäftigt und dabei auch die Sprache „paradisieren“ möchte. Sarah Köhler und Constantin Gröhn laden am 5. Mai ein, den Garten Eden so neu zu entdecken. Sie reflektieren die derzeitige Paradieskultur und machen Vorschläge, wie Menschen die Rede vom Paradies in Bezug auf ein konkretes Handeln denken könnten. Ihr Ziel ist der Start einer breiten Debatte.

„Vom Unort zum Ort“

Der Workshop „Vom Unort zum Ort“ lädt ein, am Wochenende 20. und 21. Mai aktive und passive Orte zu entdecken. Anhand von Pilotprojekten aus dem Bereich der Platzgestaltung lernen die Teilnehmenden, was taktischer Urbanismus ist und wie Menschen selbst Ihre Stadt mitgestalten können.

Mit der „Neuentdeckung der Gemeinschaft“ beschäftigt sich am Donnerstag, 9. Juni, die Theologin und Autorin Cornelia Coenen-Marx. Als „Gemeinde von Schwestern und Brüdern“ ist aus ihrer Sicht die Kirche historisch wie theologisch mit dem Thema „Gemeinschaft“ verknüpft. Während auf der einen Seite Gemeindehäuser geschlossen und diakonische Gemeinschaften kleiner werden, entstehen auf der anderen Seite neue Nachbarschaftsnetze und Caring Communities. Die Referentin geht den Veränderungen in Familie, Arbeitswelt und Nachbarschaft nach, macht auf Herausforderungen für die alternde Gesellschaft aufmerksam und stellt neue Gemeinschaftsprojekte in Quartieren, sozialen Unternehmen und Gemeinden vor.

Insgesamt rund 320 Veranstaltungen hat die Melanchthon-Akademie für das neue Semester geplant. Das Programm ist online auf der Internetseite www.melanchthon-akademie.de sowie in gedruckter Form unter 0221-9318030 erhältlich.

Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region

Die Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region ist eine anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung im Sinne des WBG-NRW und hält ein umfangreiches und vielseitiges Programm vor. In der Kölner Südstadt gelegen hat die Melanchthon Akademie im Sinne Ihres Namensgebers den Auftrag Bildungsangebote zwischen Himmel und Erde zu ermöglichen. In der Akademie arbeiten 13 hauptamtliche Mitarbeiter*innen und rund 150 Dozent*innen, in jedem Semester finden rund 300 Angebote statt.

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Wir wünschen Ihnen ein frohes neues Jahr 2022!

10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1… willkommen 2022! Zum Start in das neue Jahr 2022 wünschen wir Ihnen mit unserer Jahreslosung alles Gute und den Segen Gottes! Für 2022 wünschen wir Ihnen Glück, Gesundheit und 365 wundervolle Tage. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und Ihre Treue. Auch im kommenden Jahr finden Sie auf unserer Internetseite, unseren Social-Media-Kanälen auf Facebook, Twitter, Instagram, Youtube, Linkedin, Pinterest und Tiktok alles rund um den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region.

Die Jahreslosung 2022:

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Johannes 6,37 (E)

Evangelisch in Köln und Region:

Evangelisch in Köln und Region – das ist gelebte Kirche von Menschen für Menschen in Gemeinden, Diakonie, Kultur, Bildung oder auch Angeboten wie Jugendarbeit, Beratungsstelle, Krankenhaus-, Notfall-, Gehörlosen- und Telefonseelsorge.

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„Köln mit anderen Augen“: AntoniterCityTours stellen neues Stadtführungsprogramm vor

Altbewährte und neue Führungen zeigen Köln „mit anderen Augen“: das Programm der AntoniterCityTours für das erste Halbjahr 2022 ist erschienen. Das Team hat trotz der Unsicherheiten durch die Coronalage ein Programm mit altbewährten und neuen Stadtführungen durch Köln zusammengestellt. Das Jahr 2022 beginnt mit den Krippenführungen mit Günter Leitner in verschiedenen Kirchen der Kölner Innenstadt: Im Januar gibt’s mehrere Rundgängen zu Krippen in der Innenstadt (2., 9. und 15. Januar). Zur Einstimmung auf die fünfte Jahreszeit, den Karneval, wird eine „Spurenlese des Kölner Karnevals“ (13. Februar) und eine karnevalistische Friedhofsführung (20. Februar) mit Günter Leitner angeboten.

Neu wird der „Passionsgang durch Köln“ (12. März) angeboten: Neben der Betrachtung von Passionsdarstellungen in Kölner Kirchen bezogen auf das Leiden Jesu wird auch ein aktueller Bezug zur Situation von Menschen in der Stadt gezogen. Unter anderem wird eine Einrichtung besucht, die sich um drogenabhängige Menschen kümmert.

„Dialog vor Ort“

Weiterhin werden bei verschiedenen Rundgängen Veedel und Stadtteile von Köln vorgestellt. Neu dazugekommen sind etwa die Stadtteile Brück (2. April), Blumenberg (18. Juni) und das Mauritiusviertel (25. Mai). Mit Verantwortlichen ins Gespräch kommen können die Teilnehmenden der Veranstaltungsreihe „Dialog vor Ort“: Am 1. Mai ist der Politiker Ralph Sterck beim Rundgang durch das umgebaute Clouth-Quartier in Nippes als Gast dabei.

Alle Angebote liegen in gedruckter Form im Foyer der Antoniterkirche, Schildergasse 57, geöffnet Montag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, samstags 12 bis 17 Uhr sowie sonntags 12 bis 17.30 Uhr, vor – oder können online auf der Homepage www.antonitercitytours.de eingesehen werden.

Für alle Stadtführungen ist eine Anmeldung erforderlich.

AntoniterCityTours haben u.a. folgende Führungen im Programm:

  • Veedel-Führungen
  • Friedhofs-Führungen
  • Kirchen-Führungen
  • Historische Führungen
  • Meditative Führungen
  • Kunst-Führungen
  • Literatur-Führungen
  • Familien-Führungen
  • Musikalische Führungen
  • Karnevals-Führungen
  • Weihnachts-Führungen

Text: APK
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Unsere Wochentipps: Silvesterkonzerte und Gottesdienst mit Bachkantate

Tschüss 2021, hallo 2022! Bei unseren Wochentipps über den Jahreswechsel sind natürlich Silvesterkonzerte mit dabei – das Silvesterkonzert mit dem Fluba-Duo und zwei Neujahrskonzerte im Altenberger Dom. Zudem gibt es einen Gottesdienst mit Bachkantate und den Krippengang durch die Kölner Innenstadt. Die Zusammenfassung in der Übersicht:

31.12.2021, 22:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
Silvesterkonzert mit dem Fluba-Duo
Positiver Ausblick auf das neue Jahr in der Christuskirche

Mit bekannten und weniger bekannten Melodien leitet das Fluba-Duo am Freitag, 31. Dezember, 22 Uhr, in der Christuskirche Brühl, Mayersweg 10, das neue Jahr ein. „Fluba“ steht für das Zusammenspiel von Flügelhorn und und Tuba. Mit dabei ist Marion Köhler an der Orgel. Zu hören sind etwa Bert Kaempfers „Strangers in the Night“ und Michael Mikulkas „10 Two-Page Duets“. Das Konzert beschreibt humorvoll das Märchen von Peter, dem Musiker, während der Corona-Jahre 2020/2021.

www.kirche-bruehl.de

31.12.2021, 15:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Zwei Neujahrskonzerte im Altenberger Dom
Gemeinsames Orgelspiel der beiden Domorganisten
Zu zwei Neujahrskonzerte mit Orgelmusik „zu vier Händen und vier Füßen“ am Freitag, 31. Dezember, und Samstag, 1. Januar, jeweils 15.30 Uhr, laden die beiden Altenberger Domorganisten Andreas Meisner und Rolf Müller in den Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, ein. Der Eintritt ist frei.

www.altenberg-dom.de

01.01.2022, 17:00
Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Junkersdorf, Birkenallee 20, 50858 Köln
Neujahrskonzert in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche
Klavier und Oboe erklingen

Besinnliches, Hoffnungsvolles, Melancholisches und Heiteres aus der Zeit des Barocks bis zur Moderne tragen Yasna Brandstätter (Oboe) und Frank Stanzl (Klavier) in einem Neujahrskonzert in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Birkenallee 20, am Samstag, 1. Januar, 17 Uhr, vor. Der Eintritt ist frei, Spenden für die neue Orgel sind willkommen.

www.junkersdorf.ekir.de

02.01.2022, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Gottesdienst mit Bachkantate
„Ach Gott, wie manches Herzeleid“ (BWV 58)

Im Gottesdienst am Sonntag, 2. Januar, 18 Uhr, in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, kommt die Kantate „Ach Gott, wie manches Herzeleid“ (BWV 58) von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. Ausführende sind Anna Pehlken (Sopran), Michael Terada (Bass) sowie ein Instrumentalensemble unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Johannes Quack. Der Eintritt ist frei.

www.antonitercitykirche.de

02.01.2022, 14:00
AntoniterCityTours
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Krippengang durch die Kölner Innenstadt
Stadtführungen mit Günter Leitner

Zu ihrer ersten Stadtführung im neuen Jahr, einer Krippenführung durch die Kölner Innenstadt, laden die AntoniterCityTours am Sonntag, 2. Januar, 14 Uhr, ein. Stadtführer Günter Leitner stellt verschiedene Krippen vor und erzählt von den Künstlern, die sie erschaffen haben. Der Treffpunkt für den Rundgang ist vor der Antoniterkirche, Schildergasse 57. Die Teilnahme kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gilt 2G.

www.antonitercitytours.de

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie kann es kurzfristig zu Veränderungen kommen. Eventuell müssen Gottesdienste oder Veranstaltungen abgesagt oder in Online-Formate abgewandelt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei jeweiligen Kirchengemeinden und Einrichtungen, ob es beim jetzigen Stand der Planungen bleibt.

Text: APK
Foto(s): APK

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Fast 300 Impfungen in Gnadenkirche Bergisch Gladbach – neue Impfaktionen am 28.12. in Lindlar und 2.1. in Köln-Pesch

Die Impfaktion an der Gnadenkirche „Engel am Dom“ in Bergisch Gladbach war ein voller Erfolg: knapp 300 Impfwillige kamen – der Erlös geht an das Projekt „Hilfe für Dordabis“ in Namibia. „Lieber früher als später impfen lassen“, sind Eva und Heinz-Peter Katlewski aus Bergisch Gladbach überzeugt. Und so rollten auch sie gerne die Ärmel hoch, um sich im Gemeindesaal der Gnadenkirche „Engel am Dom“ boostern zu lassen. Eva Katlewski machte dabei ihre Meinung sehr deutlich: „Wir sind absolut überzeugt davon, dass wir die jetzige Situation nur in den Griff bekommen, wenn sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen.“ Dass die Aktion mit der Unterstützung für Menschen in Afrika verbunden ist, findet ihr Mann umso bemerkenswerter. „Wir haben nun einmal eine globale Verantwortung und dürfen nicht immer nur unsere unmittelbare Umgebung im Blick haben“, betont Heinz-Peter Katlewski.

Wir sehr wir in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie – regional, aber ebenso global – aufeinander achten müssen, weiß auch Pfarrer Thomas Werner nur zu gut. Den Pfarrer der Bergisch Gladbacher Gnadenkirche „Engel am Dom“ erreichte vor einigen Wochen ein Hilferuf seines Bruders Andreas, der sich im südlichen Afrika, genauer in Namibia, im Township Dordabis einbringt. So berichtet Pfarrer Werner: „Dort leben 1.500 Menschen in einer für uns nicht vorstellbaren Armut. Durch Schulbildung und Hilfe zur Selbsthilfe könnten die Menschen einen Weg aus dieser katastrophalen Situation, die die Pandemie noch einmal verschärft hat, herausfinden.“

Da es innerhalb der Gemeinde ohnehin schon Überlegungen gab, eine Impfaktion anzubieten, stand schließlich die Idee im Raum, den Erlös des Impftages dem Projekt „Hilfe für Dordabis“ zur Verfügung zu stellen. Mit Dr. Ulrich Menge-Ahrweiler, seiner Frau, der Medizinerin Vera Ahrweiler, Professor Bernhard Liedtke und Dr. Jürgen Dietz fand sich ein Team, das einen Sonntag lang ehrenamtlich im Gemeindesaal an drei Impfstationen impfte. Apothekerin Saskia Höller und ein Kollege lieferten viertelstündlich Nachschub an Impfstoff für die fast 300 Impfwilligen, die sich bei Gemeindehelferin Dagmar Pelz zum Teil noch am Impftag spontan telefonisch anmeldeten. Dank eines Teams von Ehrenamtlichen klappte das Impfen ohne Verzögerungen und Wartezeiten, dafür mit vielen herzlichen Begrüßungen, Lachen und guten Wünschen für die Weihnachtszeit und das neue Jahr. Dagmar Pelz hat in den vergangenen Wochen nicht ohne Sorge beobachtet, wie sehr das Thema Covid 19 jede alltägliche Kommunikation beeinflusste und prägte. „Darum bin ich froh über jeden, der heute herkommt. Die meisten lassen sich boostern, aber es gibt auch Menschen, die hier ihre erste Impfung erhalten.“

Für Dr. Ulrich Menge-Ahrweiler, zusammen mit seiner Frau Vera Ahrweiler seit 1998 Mitglied der Gnadenkirchen-Gemeinde, stand es außer Frage, die Aktion mitzutragen und das Geld, das der Bund pro Impfung zahlt, zu hundert Prozent zu spenden. „Wir haben die Erfahrung und wir haben den Impfstoff. Was wäre da sinnvoller, als eine solche Aktion mitzutragen, zumal dann, wenn man weiß, wie gut es uns noch im Vergleich zu Afrika geht.“ Die Impfquote in Afrika liege derzeit bei 2,5 Prozent, in Deutschland seien immerhin gut zwei Drittel der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger geimpft, so der Mediziner. Es werde viel davon gesprochen, dass die Kirche ganz praktisch wieder zu den Menschen kommen müsse: „Was könnte da besser sein, als ein Impfangebot in einer Krisenzeit, um zu zeigen, dass die Kirche ins Leben der Menschen gehört!“ Im Gespräch mit seinen Mitstreitern sei ein Satz gefallen, der alles auf den Punkt brachte: „Das ist eine gute Idee und wir machen das.“

Und auch weitere evangelische Kirchengemeinden laden zum Impfen ein. Die Evangelische Kirchengemeinde Lindlar veranstaltet in Kooperation mit der Praxis Dr. Halim ein freies Impfevent für Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen am 28.12.2021 in der Zeit von 12:00 bis 20:00 Uhr in ihr Jubilate-Forum, Auf dem Korb 21 in 51789 Lindlar. Geimpft werden können alle ab 12 Jahren, ganz einfach ohne Termin. Booster-Impfungen für Erwachsene werden gemäß der aktuellen STIKO- Empfehlungen nach 3 Monaten angeboten. Es stehen die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und Johnson&Johnson zur Verfügung. Um einen zügigen Ablauf für alle zu ermöglichen, sollten Interessierte, wenn vorhanden, Impfausweis, Personalausweis, Krankenkassenkarte und ausgefüllte Aufklärungs- und Anamnesebögen mitbringen. Vor Ort sind die geltenden Hygieneregeln zu beachten. Für Hinweise zu den Formularen, Fragen und weitere Informationen können Interessierte eine E-Mail an: impfen.evkg.lindlar@gmail.com senden.

Am Sonntag, 02. Januar 2022, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr bietet die Stadt Köln in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Köln und Region eine mobile Impfaktion in Köln-Pesch an. Die Impfungen werden im Evangelischen Gemeindezentrum, Montessoristr. 15, 50767 Köln, durchgeführt. Die Impfaktion ist im Rahmen einer Kooperation der Stadt Köln mit dem Lindweiler Treff, der vom Diakonischen Werk Köln und Region gGmbH betrieben wird, entstanden. Weitere Informationen über die Impftermine gibt es auf der Homepage der Stadt Köln: www.stadt-koeln.de/Corona-Virus und auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Pesch: www.dem-himmel-so-nah.de.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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„Am Heiligen Abend sortiert sich unser Leben neu“ – Weihnachtspredigt von Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

„In der Weihnachtsnacht und an der Krippe ist Platz für das Paradoxe unseres Lebens. ,König und Baby im Futtertrog‘ passt nicht zusammen. ,Ein Stall erhellt das Dunkel?‘ Es ist paradox. Aber das ist das Leben doch auch! Das Leben ist nicht gradlinig“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger in der Christvesper gestern (24.12.) im Gottesdienst in der Reformationskirche in Köln-Bayenthal. In der Predigt sprach er über den Text aus Micha 5,1-4a. Lesen Sie hier die Predigt:

Liebe Gemeinde,

Heiligabend. Mit welcher Sehnsucht und Unsicherheit sind wir auf diesen Abend zugegangen! Endlich durchatmen, aufatmen nach den vielen Monaten voller Sorge. Hinter uns lassen, was unser Leben bedrängt. Ankommen im Heiligen Abend. Unser Leben im Licht dieses Festes deuten lassen mit soviel Vertrautem wie möglich. Dingen, Personen, Geschehnissen ihren richtigen Platz zuweisen. Manches was übermächtig groß war, erweist sich heute als wenig bedeutsam. Manches, was wir fast nicht wahrgenommen haben, bekommt in diesem Licht eine andere Bedeutung. Zuwendung, Freundschaft, Zeit mit Menschen. Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Resonanzräume für Empfindungen. Der uns begleitende Segen Gottes. Am Heiligen Abend sortiert sich unser Leben neu. Denn nicht mehr unser Alltag ist das alles bestimmende Maß, sondern die Wirklichkeit des Höchsten und seine Ankunft in dieser Welt.

Aufgerichtet werden wir an diesem Abend, weil unser Blick freier wird für das, was im Leben zählt und in schweren Zeiten trägt.

Der Predigttext erzählt von Bethlehem. Ich lese die Verheißung aus dem Buch Micha im 5. Kapitel, Vers 1 – 4a in der Übersetzung der neuen Basisbibel:

„Du aber, Betlehem Efrata, bist zu klein, um zu den Landstädten Judas zu zählen. Doch aus deiner Mitte soll einer kommen, der Herrscher sein wird in Israel. Seine Wurzeln reichen zurück bis in die Urzeit, seine Herkunft steht von Anfang an fest. – Darum wird die Not nur so lange anhalten, bis eine Frau das Kind zur Welt gebracht hat. … Er wird auftreten und sein Volk weiden. Dazu gibt ihm der Herr die Kraft und die Macht. Sie liegt in dem Namen des Herrn, seines Gottes. Dann wird man wieder sicher im Land wohnen können. Denn seine Macht reicht bis zum Rand der Welt. Und er wird der Friede sein.“

Diese Worte waren auch den ersten – zumeist jüdischen – Anhängern Jesu bekannt und sie waren bald davon überzeugt, dass Jesus von Nazareth eben dieser ersehnte „Messias“, auf Griechisch „Christus“ ist. Seither beziehen Christen auch die Worte von Micha auf Jesus – Jüdinnen und Juden sehen das anders. Auf die Verheißung von Micha hoffen wir aber zusammen. Also dass Frieden sein wird und alles Brüchige und Schmerzhafte überwunden sein wird.

Ich finde die Worte von Micha wunderbar, um Weihnachten besser zu verstehen: Hier zählt nicht, was vor Augen ist: Nicht das große prächtige Jerusalem mit seinem Tempel und all den Palästen.

Dort haben die Weisen aus dem Morgenland nur den machtbesessenen, skrupellosen König Herodes gefunden. Der Stern steht aber über einem Stall im kleinen Bethlehem, und die Sterndeuter bringen ihre kostbaren Gaben einem machtlosen kleinen Kind. Bei ihm finden sie Gottes Macht und Heiligkeit. Gegen allen Augenschein wird dieses Kind Licht ins Dunkel bringen.

Was ist denn der Augenschein? Eine Zeit im Umbruch. Eine Gesellschaft in der Zeit der Pandemie. Menschen in Sorge, zuweilen in Angst vor den Corona-Varianten. In etlichen Branchen Existenzangst wegen der wirtschaftlich unsicheren Entwicklung. Eine paradoxe Zeit, der zweite Coronawinter: Kontaktbeschränkungen, erschwerte Arbeitsbedingungen, Gedanken über einen neuen Lockdown, Verzicht auf viele Aktivitäten und Begegnungen, Impfungen und Testnachweise.

All diese Maßnahmen legten und legen sich um unser Leben wie eine Fessel, oder je nach Betrachtung, wie ein Sicherheitsgurt, um uns vor dem Abgrund zu schützen. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen: Viele leben in großer Angst und Sorge bis hin zu den genauen Planungen, wen sie wie an diesen Tagen treffen. In nicht wenigen Familien findet ein heftiger Streit zwischen Geimpften und Ungeimpften statt.

Der frühere Bundestagspräsident Schäuble hat in der Anfangszeit der Pandemie gesagt: „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig. Grundrechte beschränken sich gegenseitig. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar.“ (26.4.2020)

Die Menschenwürde und die Nähe von Menschen zählen. Dafür brauchen wir die Maßnahmen und das Impfen. Wir stellen auf dieser Grundlage die Fragen nach Freiheit und Verantwortung, noch drängender als sonst.

Was ist denn wirklich wichtig? – „Was gibt mir Halt?“, Was soll das alles bedeuten?“, – danach fragen aktuell die großen weltlichen Blätter und Magazine. Im „Stern“ von letzter Woche: „Was gibt mir Halt?“ Und im ZEIT-Magazin: „Lebenssinn – das große Warum“. Expertinnen und Experten und Personen des öffentlichen Lebens geben ihre Einschätzungen preis. Diese Tage funktionieren offenkundig wie ein Teilchenbeschleuniger: Offene Fragen, die einen das ganze Jahr über umtreiben, werden mit besonderer Energie nochmals angestoßen und wie ein Lichtpunkt gebündelt.

Können wir zusammenfinden in der Einsicht, wie die Werte Verantwortung und Freiheit, Gesundheit und Gemeinschaft, individuelle Einsicht und Regelbedarf in eine Balance kommen? Oder passiert das andere, dass Menschen und Positionen einander immer unversöhnlicher gegenüberstehen? Es kann schon erschrecken, wie massiv Meinung auf Meinung, Haltung auf Haltung trifft. Die Spaltungen durch sogenannte Querdenker, durch Verschwörungstheorien, Wissenschaftsverweigerer sind so tiefgreifend wie lange nicht mehr.

Wie leben wir mit der Angst und den Spannungen? Es intervenieren nicht nur kluge Publizisten, sondern eben auch unsere Worte des Propheten Micha zu Bethlehem und dem kleinen Kind. Es wird ein gerechter Herrscher sein, der für Gerechtigkeit und Frieden sorgt. Kein Despot, dem es um seine eigene Macht geht. Er wird der Not ein Ende machen, wird für die Bedürfnisse der Menschen sorgen, wie ein Hirte für seine Schafe. Das ist nicht auf den ersten Blick zu sehen, aber Gott sieht weiter und tiefer. So sind manche Sachen für stolze Menschenkinder nicht zu erkennen. Es sind die Maßstäbe des Höchsten, die wir getrost belachen, weil unsere Augen sie nicht sehen.

In diese unsichere Zeit hinein kommt Gott hinein. In unsere Sorgen und unsere Überforderung.

„Tobe Welt und springe“, schreibt der Liederdichter Johann Frank im Lied „Jesu meine Freude“.

„Tobe Welt und springe; ich steh hier und singein gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht;

Erd und Abgrund muss verstummen, ob sie noch so brummen!“

Das kleine Bethlehem in der Verheißung des Micha und die Weihnachtsgeschichte zeugen davon, dass diese Unruhe, das Toben und die Angst nicht alles sind. Sie zeugen davon, dass Gottes Frieden und Gottes Zukunft weiter reichen als unsere Augen sehen können. Sie weisen das Toben in die Schranken. Damit sind wir am anderen Ende des weihnachtlichen Bogens angekommen: Die Ankündigung des Friedenskönigs passt gut mit der weihnachtlichen Krippenszene zusammen.

Sie antwortet auf die Fragen:

  • Wie bestehen wir im Wandel der Zeit?
  • Was trägt uns, wenn unser Gang schwankend ist?

In der Weihnachtsnacht und an der Krippe ist Platz für das Paradoxe unseres Lebens. „König und Baby im Futtertrog“ passt nicht zusammen. „Ein Stall erhellt das Dunkel?“ Es ist paradox. Aber das ist das Leben doch auch! Das Leben ist nicht gradlinig. Wir können uns höchstens im Rückblick einen Reim darauf machen und für uns die Dinge so deuten, dass wir damit in Frieden leben können.

So deuten, dass wir leben können mit Abbrüchen, Verlusten und Neuanfängen:

  • belastet und zugleich frei,
  • gebunden und zugleich beflügelt,
  • demütig und zugleich gelassen als Kinder Gottes,
  • balancierend und vertrauend,
  • ganz bei uns und doch so, dass wir einander wahrnehmen.

Das können wir tun als Menschen, denen zugesagt wird: „Fürchtet euch nicht, denn ich bin mit euch.“ Im Hören auf das, was uns gesagt wird, verlieren wir die Furcht.

Die Furcht darf an ihr Ende kommen, denn aus der kleinen Stadt Bethlehem hören wir:

„Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren.“ Amen.

Text: APK
Foto(s): Ebels

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Credits: Amt für Presse und Kommunikation im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region.

Ein besonderer Dank gilt Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie.

Text: APK
Foto(s): APK

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