„Inbetween: mitten im Leben“ – Ausstellung in der Zeltkirche Kippekausen

„Inbetween: mitten im Leben“ – noch bis zum 20. Februar wird in der Evangelischen Zeltkirche in Bergisch Gladbach eine Auswahl von Plastiken, Figuren und Bildern des Frankenforster Künstlers Hermann J. Bach gezeigt. Der ehemalige Lehrer für Kunst und Naturwissenschaften ist seit Jahren „auf der Suche nach Antworten auf die Frage, was uns Menschen in der Zeitspanne unseres Lebens beeinflusst, umtreibt und verletzt“. Seine Kunst stellt Fragen nach dem Verhältnis von Leben und Tod, Körper und Geist, Gott und Welt in unserem Leben, über die Bach ins Gespräch kommen möchte. Denkanstöße und Deutungen zu einzelnen Exponaten sollen im Verlauf der Ausstellung auch im Mittelpunkt von Gottesdiensten der Evangelischen Kirchengemeinde Bensberg stehen.

„Meine Mutter starb, da war ich 12 Jahre alt, und als meine erste Frau starb, war ich 34 Jahre alt. Da setzt man sich zwangsläufig mit Themen wie Leben und Tod auseinander. Die Hauptthemen meines künstlerischen Lebens sind grundsätzlich das Verhältnis von Mensch, Natur und Technik – wie geht der Mensch mit der Natur um? Da sehen wir ja  auch stets das Thema der Vergänglichkeit“, sagt Bach. Von 1985 bis 2018 war er Lehrer an der GHS Bielstein (Wiehl) in den Fächern Kunst, Physik, Chemie, Mathematik. Woher kommen wir, wohin gehen wir – dies seien Fragen, denen er sich gerne und intensiv stelle. „Es ist nur eins im Leben sicher, dass man stirbt. Die Bilder und die Objekte, die in der Kirche gezeigt werden, sind sehr, sehr persönlich, und spiegeln mein Leben in den letzten zehn Jahren wider“, erklärt der gebürtige Kölner.

Was die Menschen aus der Ausstellung mitnehmen sollen? „Ein Beispiel: Ich hatte eine Ausstellung im Altenheim von meinem Vater, und ein Objekt mit dem Spruch ,Narben bleiben immer‘ wurde gezeigt. Eine Frau war davon sehr berührt und hat sogar intensiv geweint“, erinnert sich Bach. „Die Menschen sollen dazu inspiriert werden, sich ihre eigenen Gedanken zu dem Thema der Vergänglichkeit zu machen. In meinen Ausstellungen soll man sich auch darüber austauschen, was man in den Objekten sieht – sie sollen auch als Gesprächsanlass fungieren.“

Leben und Tod sind für ihn keine Gegensätze: „Das eine gehört zum anderen und kann ohne einander nicht existieren. Das Leben will gelebt sein mit all seinen Höhen und Tiefen“, sagt Bach. Ein Objekt zeige zum Beispiel das „Gehalten werden von Mächten, dieses Gefühl, dass es eine Kraft gibt, die uns trägt“. Diese Erfahrung möchte er weiter geben.

Die Ausstellung ist freitags von 18.00 bis 20.00 Uhr und sonntags nach den Gottesdiensten sowie auf Anfrage geöffnet. Am 6. Februar um 18 Uhr wird es eine musikalische Vesper geben und am 20. Februar um 10.45 Uhr einen Gottesdienst zur der Ausstellung. Die Ausstellung ist in der Evangelischen Zeltkirche, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach, zu sehen.

https://www.kirche-bensberg.de/inbetween-mitten-im-leben-ausstellung-in-der-zeltkirche-kippekausen/

Herman J. Bach – Einzel-Ausstellungen (Auswahl)

  •  2020 Teilnahme am Kunstpreis “Environment and Art Award 2020”, Bad Honnef
  • 2019 „Engelwege“ Eine Intervention zum Engelmuseum, Engelskirchen
  • 2018 „Inbetween: Im Angesicht des Lebens“; Ragozkistift, Eckenhagen
  • 2017 „Im Angesicht des Lebens“, Köln-Mülheim, Kulturbunker
  • 2015 “Inbetween: in der Tür”, Kolumbarium Rösrath-Kleineichen
  • 2014 „Inbetween: mitten im Leben“; St. Elisabeth Pflegeheim, Prüm
  • 2014 „Inbetween: Körper und Sein“; Kulturpunkt Wipperfürth
  • 2011 „Holzwelten 2“, Regionalforstamt Gummersbach
  • 2010 „Elementenfänger“, BASt, Bensberg
  • 2012 „Werden und Vergehen“, St. Michael, Köln
  • 2006 „Erdgeboren“; Alte Vogtei, Burbach
  • 2005 ‚De re natura‘, Altes Lyzeum Olpe
  • 2004 Einweihung der Plastik „Teil des Ganzen“, GHS Bielstein, Wiehl

Text: Frauke Komander
Foto(s): Hermann J. Bach

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Radstation Bergisch Gladbach ist seit 2022 in diakonischer Trägerschaft

„Wenn Ihr Fahrrad zur Familie gehört, sind Sie bei uns richtig“. Dieses Motto prangt seit einigen Tagen an der Glasfront der Radstation am S-Bahnhof in Bergisch Gladbach. Neuer Betreiber der Fahrradwerkstatt mit Fahrradparkhaus ist seit Jahresbeginn das Diakonische Werk Köln und Region. Nach fünfeinhalb Jahren hat der bisherige Betreiber, der katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln „IN VIA e.V.“, den Betrieb übergeben.

„Wir werden uns zukünftig auf die vielfältigen Herausforderungen in Köln konzentrieren und verabschieden uns daher aus der Nachbarstadt“, erläuterte Andrea Redding, Vorstandssprecherin von IN VIA die Gründe der Übergabe. „Wir haben die Radstation Bergisch Gladbach sehr gerne aufgebaut und freuen uns, dass sie beim Diakonischen Werk jetzt wieder in gute Hände kommt.“ IN VIA und Diakonisches Werk sind als Träger der ökumenisch geführten Bahnhofsmission Köln seit Jahrzehnten bewährte Kooperationspartner.

Mobilität und Nachhaltigkeit

„Wir hoffen, durch unsere gute Vernetzung zu Kommune und Einzelhandel hier in Bergisch Gladbach ein erweitertes Angebot schaffen zu können“, betonte Diakonie-Geschäftsführer Jörg Zeyßig. In Bergisch Gladbach betreibt das Diakonische Werk in Kooperation mit dem Caritasverband RheinBerg seit fast 20 Jahren die Fahrradwerkstatt RADWERK. Mobilität und Nachhaltigkeit seien bedeutende Themen der nächsten zehn Jahre, so Zeyßig, „unsere Konzepte zur Radnutzung sollen hier ein lokaler Baustein werden.“ Alle bisherigen Mitarbeiter wurden vom Diakonischen Werk übernommen.

Als „wichtigen Baustein zur Förderung des Radverkehrs“, bezeichnete auch Willi Schmitz, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft Bergisch Gladbach (SVB), die Radstation anlässlich der offiziellen Übergabe. Gerade der Standort am S-Bahnhof mit der dortigen Verknüpfung zu den Verkehrsträgern aller Art wie S-Bahn, Bus und Carsharing-Angeboten sei mit den Dienstleistungen rund ums Zweirad „der Garant für einen hoffentlich auch zukünftig erfolgreichen Betrieb der Station.“

Fahrradreparaturen und Inspektionen

Auf die neue Aufgabe mit den zusätzlichen Möglichkeiten freut sich auch Thomas König. Seit 20 Jahren leitet er die Fahhradwerkstatt RADWERK und sieht als neuer Projektleiter der Radstation viel Potenzial: „Wir gestalten den Servicebereich neu und weiten die Service-Angebote aus.“ Nach einer kleinen Umbauphase soll sich hier ein Anlaufpunkt für Fahrradmobilität im Herzen von Bergisch Gladbach entwickeln, egal ob für das Pendeln Richtung Köln oder Shopping in Bergisch Gladbach, für das Tagesparken oder den Radtourismus „bei uns finden Sie in Zukunft einen zentralen Anlaufpunkt in Sachen Fahrradmobilität“. Das Diakonische Werk bietet weiterhin sämtliche Dienstleistungen rund um das Fahrrad wie gewohnt in der Radstation an. Die Radstation arbeitet gemäß den Richtlinien des ADFC. Zum Service gehören Fahrradreparaturen und Inspektionen ebenso wie Ersatzteilverkauf und Fahrradverleih. Mittels Chipkartensystem können bis zu 220 Räder in der Radstation geparkt werden. Ein Zugang zum Abstellbereich der Station ist rund um die Uhr möglich, auch während der Umbauphase. Einen Ausbau kann sich Thomas König bei den Lastenrädern vorstellen. Mit einer Fahrrad-Rikscha gibt es bereits ein neues Angebot unter dem Motto „Wind in den Haaren – Diakonie und Gemeinde gemeinsam im Sattel“. Das Projekt von Evangelischer Kirchengemeinde und RADWERK kann nun auch von der Radstation aus genutzt werden.

Die Radstation ist unter Rufnummer 02202/9598978 zu erreichen und hat nach dem Umbau geöffnet: montags bis freitags von 7 bis 13 Uhr und von 14 bis 18.30 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr.

Text: Martina Schönhals
Foto(s): Keimer / Stadt

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Familienbildung erfindet sich immer wieder neu: Jahresprogramm 2022 der fbs

Das Jahresprogramm der Evangelischen Familienbildungsstätte fbs ist wieder sehr vielfältig – sowohl Online als auch in Präsenz: „Wir haben unsere Online-Angebote weiter ausgebaut und können daher flexibel reagieren, wenn es die Situation erfordert. So ist es uns möglich,  verschiedene Kurse auch digital durchzuführen“, so Sabine Marx, Geschäftsführung fbs. „Mit unserem gewählten Schwerpunktthema 2021 ,Großstadt-Familien-Leben‘ nehmen wir Familien wieder einmal ganz besonders in den Blick.  Abwechslungsreiche Eltern-Kind-Aktionen in unserer Stadt sollen dazu anregen, miteinander aktiv zu sein und sich mit anderen Familien auszutauschen.“

Seit mehr als sechzig Jahren setzt sich die Evangelischen Familienbildungsstätte fbs Köln für das Wohl von großen und kleinen Kölnern und Kölnerinnen ein. Was als „Mütterschule“ in den 60er-Jahren mit dem klassischen Familienbild begonnen hat, ist eine moderne Bildungseinrichtung geworden, in der Menschen der verschiedensten Hintergründe zusammenkommen. Das tun sie nicht nur in den Räumen der Ev. Familienbildungsstätte in der Südstadt am Kartäuserwall 24b, sondern auch in zahlreichen Veedelsstandorten in ganz Köln und Umgebung. Familienzentren, Kitas, Kirchengemeinden und andere Kooperationspartner bringen Familienbildungsangebote so bis fast vor die Haustür der Menschen. Mit dabei sind Geburtsvorbereitungskurse, Elternvorträge zu pädagogischen Themen, Babygruppen, Spielgruppen und Eltern-Kind-Turnen. Auch Sport- und Entspannungsangebote für Erwachsene, Kochkurse, Näh- und Kreativkurse sind im Programm.

Projekt „Aufholen nach Corona“

Im letzten Jahr gab es noch einen weiteren Wandel in der Arbeit mit Familien. Durch die Pandemie wurden neue Wege gefunden, Familien nicht nur vor Ort, sondern auch digital zu begleiten. Daraus ist auch für das Jahresprogramm 2022 eine umfangreiche Mischung aus Präsenzkursen und Onlineangeboten entstanden. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Projekt „Aufholen nach Corona“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Im Rahmen der frühkindlichen Bildung werden zahlreiche, geförderte Kurse für Eltern und Kinder bis 3 Jahre angeboten .

Kurse können über die Webseite der Einrichtung www.fbs-koeln.org eingesehen und gebucht werden.

Der direkte Weg zum Programmheft:

https://www.fbs-koeln.org/info/downloads

Text: APK
Foto(s): Detlef Schuhmacher

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Mitmachausstellung „Let’s meet“ zeigt jüdisches Leben in Köln

Zum heutigen Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz gedenkt man auch in Köln der Opfer des Nationalsozialismus. Ariella Dumesch, Mitarbeiterin des Jugendzentrums der Synagogen-Gemeinde, stellt das Konzept der Mitmachausstellung „Let’s meet“ im Rahmen von 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland vor – junge Menschen sollen in Kontakt mit der jüdischen Kultur kommen: „Die Mitmachausstellung ist aufgeteilt auf vier Stationen: zum Antisemitismus, zur Diskriminierung im Allgemeinen, zum Essen und der Kultur und zur Religion.“ Miriam Latour, FSJlerin Ev. Jugendpfarramt, hat verschiedene Stände betreut. Sie resümiert: „Mir hat die Ausstellung selbst gefallen, es war jeden Morgen eine Freude hierher zu kommen.“

Veranstalter der Ausstellung waren das Erzbistum Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region und das Jugendzentrum Jachard der Synagogengemeinde Köln, in der die Ausstellung vom 20. September bis zum 7. Oktober stattfand. Was ihr besonders bei den Schülergruppen, die die Ausstellung besucht haben, aufgefallen ist: „Dass es einen krassen Leistungsunterschied bei den Gruppen gab. Viele Gruppen waren schon total informiert, was koscher ist, was so ein paar Regeln angeht. Manche hatten aber überhaupt keine Ahnung, waren auch nicht aufgeklärt, was das dritte Reich anging. Und da war es erschreckend zu sehen, dass obwohl alle in der gleichen Stufe waren und dementsprechend das gleiche lernen sollten, sie nicht das gleiche gewusst haben.“

Sie fand besonders die Station zu israelischer Musik spannend. Miriam Latour sagt: „Jüdisches Leben in Köln bedeutet für mich normales Leben in Köln. Also man lebt dann halt eine andere Religion aus, aber man ist ja dann nicht ein anderer Mensch. Wir sollten nicht vergessen, dass wir alle gleich sind.“

Ihr Fazit: „Es ist wichtig ist, dass wir diese Ausstellung gemacht haben. Es ist wichtig, dass wir viele Informationen an die Schüler gegeben haben.“

Haben Sie Interesse an weiteren Videos? Dann schauen Sie doch rein und abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal: www.youtube.com/kirchekoeln

 

 

Text: Frauke Komander
Foto(s): APK

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Wochentipps

Unsere aktuellen Wochentipps: Es gibt einen Video-Vortrag zum Thema „Volkskrankheit Depression – erkennen und handeln“ und zwei Gesprächsabende „100 Jahre Sophie Scholl“. Morgen finden eine Gedenkstunde für die während der Zeit des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Kinder aus Köln an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen sowie die Gedenkveranstaltung „Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft“ statt. Zudem werden konzertante Orgelimprovisationen, die Andacht „Synthesizer trifft Orgel“, „Wonnevoll!“ – Lieder und Gesänge von Johannes Brahms und Musikmeditation mit Ursula Döll und Pfarrer Armin Beuscher angeboten.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie kann es kurzfristig zu Veränderungen kommen. Eventuell müssen Gottesdienste oder Veranstaltungen abgesagt oder in Online-Formate abgewandelt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei jeweiligen Kirchengemeinden und Einrichtungen, ob es beim jetzigen Stand der Planungen bleibt.

27.01.2022, 00:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Internet
Medizindialog: „Volkskrankheit Depression – erkennen und handeln“ ONLINE
Video-Vortrag des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach
Wie wichtig es ist, die ersten Anzeichen einer beginnenden Depression ernst zu nehmen und rechtzeitig eine Therapie einzuleiten, wird Privat-Dozent Dr. Fritz-Georg Lehnhardt beim nächsten Medizindialog des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach darlegen. Der Video-Vortrag des Chefarztes der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ist unter dem Titel „Volkskrankheit Depression – erkennen und handeln“ ab Donnerstag, 27. Januar, im Internet unter https://www.evk.de/magazin hinterlegt. Vorab können Fragen an die E-Mail-Adresse patientenfragen@evk.de gesandt werden.

www.evk-gesund.de

27.01.2022, 12:30
Evangelisch Leben in Köln und Region
Löwenbrunnen, Erich-Klibansky-Platz, 50667 Köln
Gedenkstunde an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen
Erinnerung an die aus Köln deportierten und ermordeten Kinder
Eine Gedenkstunde für die während der Zeit des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Kinder aus Köln beginnt am Donnerstag, 27. Januar, 12.30 Uhr, an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen, Erich-Klibansky-Platz. Pfarrerin Ulrike Gebhardt begrüßt die Teilnehmenden, Pfarrer Dr. Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, eröffnet die Gedenkveranstaltung und Andreas Wolter, Bürgermeister der Stadt Köln, spricht ein Grußwort. Pfarrer Dr. Rainer Lemaire, Evangelisches Schulreferat Köln, begrüßt Schülerinnen und Schülern von verschiedenen Schulen aus Köln und Bergisch Gladbach. Sie tragen eigene Texte und Gedanken in Erinnerung an die Gräueltaten vor. Anschließend hält Yechiel Brukner, Rabbiner der Synagogengemeinde Köln, eine Ansprache und es werden Psalm 110 und „El Male Racham“ („Gott voller Erbarmen“) von Mitgliedern der Synagogengemeinde vorgetragen. Das Schlussgebet spricht Stadtdechant Monsignore Robert Kleine vom Katholischen Stadtdekanat Köln.

www.reli-koeln.de

27.01.2022, 18:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Kunststation Sankt Peter, Leonhard-Tietz-Straße 6, 50676 Köln
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ONLINE
Veranstaltung „Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft“
Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, Donnerstag, 27. Januar, 18 Uhr, findet in der Kunststation Sankt Peter, Leonhard-Tietz-Straße 6, die Veranstaltung „Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft“ statt. Im Mittelpunkt des Gedenkens steht in diesem Jahr die Kölner Gesundheitspolitik während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Die Veranstaltung wird durch eine Textcollage zum Thema Gesundheitswesen zur Zeit des Nationalsozialismus von Maria Ammann, Markus Andreas Klauk sowie Doris Plenert gestaltet. Oberbürgermeisterin Henriette Reker spricht ein Grußwort. Für die musikalische Gestaltung sorgen Anna Lindbloom, Robert Faust und die Projektgruppe Gedenktag. Es schließt sich ein Mahngang zum Gesundheitsamt am Neumarkt an. Hier spricht Thomas Deres. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gilt die „2G“-Regel. Die Veranstaltung wird gestreamt und kann auch im Internet unter www.antonitercitykirche.de mitverfolgt werden.

27.01.2022, 20:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
„Mit Stil improvisiert“ – Konzertante Orgelimprovisationen
Publikum wird in die Auswahl miteinbezogen
Am Donnerstag, 27. Januar, 20 bis 21 Uhr, lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zu einem Konzert mit konzertanten Orgelimprovisationen in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, ein. Wolf-Rüdiger Spieler improvisiert über Wünsche des Publikums. Die Themen können vor dem Konzert schriftlich abgegeben werden. Wolf-Rüdiger Spieler ist Kirchenmusiker und Chorleiter sowie Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

www.trinitatiskirche-koeln.de

29.01.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Reformationskirche, Mehlemer Straße 29/Ecke Goethestraße, 50968 Köln
„Synthesizer trifft Orgel“
Musikalische Andacht zum neuen Jahr
Am Samstag, 29. Januar, 18 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal zu einer Orgelandacht zum neuen Jahr in die Reformationskirche, Mehlemer Straße 29, ein. Die Orgel wird im Dialog mit elektronischer Musik zu hören sein: Der Medien- und Klangkünstler Joel Jaffe und Kantor Samuel Dobernecker sind ein eingespieltes Duo, das u.a. während des Kölner Kirchenmusikfestivals mit einer Vertonung des Stummfilms „Der Golem. Wie der in die Welt kam“ zu hören war. Joel Jaffe spielt ein individuelles Set modularer Synthesizer. In der Andacht werden außerdem die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden vorgestellt. Anschließend sind alle zum Neujahrsempfang in das Martin-Luther-Haus eingeladen. Es gilt die aktuelle Coronaregel.

www.kirche-bayenthal.de

29.01.2022, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Lindenthal
Paul-Gerhardt-Kirche, Gleueler Straße 106, 50935 Köln
Musikmeditation mit Ursula Döll und Pfarrer Armin Beuscher
Orgel- und Klaviermusik erklingt in der Paul-Gerhardt-Kirche
Chormusik von Orlando Gibbons, Thomas Tallis, Anton Bruckner und anderen erklingt am Samstag, 29. Januar, 19 Uhr, in der Paul-Gerhardt-Kirche Lindenthal, Gleueler Straße 106. Kantorin Ursula Döll begleitet an Orgel und Klavier Pfarrer Armin Beuscher, der mediative Texte liest. Der Eintritt ist frei. Es gilt die aktuelle Corona-Regel.

www.kirche-lindenthal.de

30.01.2022, 16:00
Evangelische Kirchengemeinde Rodenkirchen
Erlöserkirche, Sürther Straße 34, 50996 Köln
Musik in der Erlöserkirche
„Wonnevoll!“ – Lieder und Gesänge von Johannes Brahms
Am Sonntag, 30. Januar, 16 Uhr, erklingen unter dem Titel „Wonnevoll!“ Lieder und Gesänge von Johannes Brahms in der Erlöserkirche Rodenkirchen, Sürther Straße 34. Vier Vokalsolistinnen und -solisten präsentieren die Werke mal a cappella, oft mit Klavierbegleitung, mal in Quartettstärke, mal Solo oder als Duett. Christiane Rittner (Sopran), Dorothee Merkel (Alt), Lothar Blum (Tenor) und Gregor Finke (Bass) werden von Christian Gerharz am Klavier begleitet. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Geplant ist die Veranstaltung mit der „2G-Regel“. Eventuell notwendige tagesaktuelle Informationen zu den Zugangsbedingungen werden unter www.erloeserkirche-rodenkirchen.de veröffentlicht.

www.erloeserkirche-rodenkirchen.de

01.02.2022, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein
Kreuzkirche Buchheim, Wuppertaler Straße 21, 51067 Köln
100 Jahre Sophie Scholl
Zwei Gesprächsabende im Gemeindehaus Buchheim
Am 9. Mai 2021 wäre Sophie Scholl, deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass lädt die Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein am Dienstag, 1. Februar, 19 Uhr, zu einem Gesprächsabend in das Gemeindehaus der Evangelischen Kreuzkirche Buchheim, Dellbrücker Straße 54, ein. Grundlage des Gesprächs ist die detailreiche und hintergründige Biographie über Sophie Scholl der Kölner Autorin Barbara Beuys. Am Dienstag, 15. Februar, 19 Uhr, findet ein weiter Abend zum Thema statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung im Gemeindebüro per E-Mail an gisela.klame@ekir.de oder per Telefon 0221/691888 wird gebeten.

www.ekibubu.de

Text: APK
Foto(s): APK

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„Das bedeutet für uns Umwälzung und Katastrophe“ – Online-Vortrag: Die Evangelische Kirche und die Einführung des „Judensterns“

Am Vorabend des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hält Prof. Dr. Siegfried Hermle einen ONLINE-VORTRAG am 26. Januar um 19 Uhr zum Thema Evangelische Kirche und die Einführung des „Judensterns“. „Das bedeutet für uns Umwälzung und Katastrophe“ – dieses Zitat von Victor Klemperer, bis 1935 Professor der Technischen Hochschule Dresden, bringt das Fazit von Hermle auf den Punkt. Victor Klemperer war jüdischer Abstammung.

Am 5. September 1941 wurde die sogenannte Sternverordnung eingeführt, der zufolge alle in Deutschland noch lebenden Jüdinnen und Juden einen gelben Stern an ihrer Kleidung zu tragen hatten. Sieben evangelische Landeskirchen, die von den nazitreuen „Deutschchristen“ dominiert waren, hatten in der Zeit der Herrschaft der Nationalsozialisten die Verordnung der Nürnberger Gesetze von 1935 zum Anlass genommen, alle aus dem Judentum stammenden Christinnen und Christen aus ihren Kirchen auszuschließen. Die Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche forderte die Landeskirchen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die „Sternträger“ von den Gottesdiensten fernzuhalten. Gegen diese Maßnahmen protestierten Organe, die der Bekennenden Kirche nahestanden. Aus ihrer Sicht waren die Maßnahmen mit dem Bekenntnis der Kirche unvereinbar.

Prof. Hermle wird an diesem Abend besonders auf die Solidarität mit den Ausgegrenzten eingehen und Beispiele aufzeigen wie die Breslauer Vikarin Katharina Staritz oder die Bremer Gemeinde Alt-St. Stephani-Süd. Diese gelebte Resistenz zeigt aus seiner Sicht eindrücklich, wie einzelne Christinnen und Christen in einer herausfordernden Lage ihr Christsein zu Beistand und konkreter Nächstenliebe führten, während die Kirchenleitungen versagten oder doch allenfalls ansatzweise für die Verfolgten eintraten.

Prof. Dr. Siegfried Hermle ist emeritierter Hochschullehrer für Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie an der Universität zu Köln.

Die Teilnahme an dem Online-Vortrag kostet 5 Euro, Anmeldung bis Mittwoch, 26.1., mittags unter anmeldung@melanchthon-akademie.de oder 0221.931803-0. Weitere Informationen: www.melanchthon-akademie.de

Text: MAK/APK
Foto(s): APK

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Wunschzettelbaum hilft bedürftigen Kindern und Erwachsenen

Die Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach (EVK) ziehen eine positives Fazit ihrer Weihnachts-Aktion: Mit Hilfe eines Wunschzettelbaumes im Foyer des EVK haben Mitarbeiter und Patienten wieder dabei geholfen, Wünsche für Betreute der Stiftung „Die Gute Hand“ zu erfüllen. So gab es auch dieses Mal wieder Weihnachtsgeschenke im Wert von bis zu 15 Euro für Jugendliche und junge Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung, die in einem Wohnheim der Stiftung betreut werden und für die ein Weihnachtsgeschenk leider keine Selbstverständlichkeit ist.

Gesellschaftsspiele, Hörbücher und Taschenlampen

Innerhalb weniger Tage hatten Mitarbeiter, Patienten und Besucher alle Wunschzettel vom Baum „gepflückt“. Vor allem Utensilien für kreatives und künstlerisches Gestalten standen auf den Wunschzetteln, aber auch klassische Gesellschaftsspiele, Hörbücher und Taschenlampen. Eine Wohngruppe wünschte sich einen gemeinsamen Kinobesuch in Bensberg, so dass hierfür mehrere Gutscheinwünsche an dem Wunschzettelbaum hingen. Auch ein größerer Wunsch für einen Fitnesstracker konnte erfüllt werden.

Liebevoll verpackt kamen die Geschenke noch vor Weihnachten zurück und wurden der „Guten Hand“ übergeben, so dass die Geschenke auch dann an Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum lagen.

Initiatorin der Aktion ist Beatrix Rey, Diplom-Sozialarbeiterin und langjährige Mitarbeiterin des EVK. Für einen reibungslosen Rücklauf der vielen Päckchen haben vor allem die Mitarbeiter der Information (Pforte) unter der Leitung von Santiago Andes gesorgt. Die Mitarbeiter der EVK-Hauswirtschaft haben den Weihnachtsbaum schön geschmückt. Innerhalb der Stiftung „Die Gute Hand“ in Kürten-Biesfeld hat die für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Catja Teicher die Wunschzettelaktion koordiniert.

Die Aktion gibt es seit elf Jahren.

Text: APK
Foto(s): Susanne Prothmann

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Jugend-Projekt geht in zweite Runde: Nach Weihnachten ist vor Weihnachten

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. Die Weihnachtswerkstatt in der Jugendkirche „geistreich“  war ein so großer Erfolg, dass derzeit schon die zweite Runde geplant wird: „Wir machen das auf jeden Fall – wir überlegen bereits, was wir an Ressourcen haben, was wir beibehalten möchten und was neu dazu kommen soll. Beispielsweise haben sich die Jugendlichen gewünscht, ganz klassisch Plätzchen auszustechen – und das werden wir dann auch machen“, sagt Jugendreferentin Denise Watermann voller Vorfreude. Besonders schön: Das Projekt wurde durch durch die Initiative des Landes NRW „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ gefördert – sämtliche Bastelmaterialien wurden über diese Mittel finanziert. Die Jugendkirche „geistreich“ ist ein Projekt innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland als Kooperation der drei Kirchengemeinden Ev. BSG Köln-Flittard/Stammheim, Ev. KG Köln-Dünnwald und Ev. KG Mülheim am Rhein.

Die Grundidee bei der Weihnachtswerkstatt: Jugendliche dürfen hochwertige Weihnachtsgeschenke selbst basteln. Und gebastelt wurde ganz vielseitig: Die Jugendlichen haben mit Dremeln Gläser und Flaschen graviert, mit Lötkolben Motive und Schriftzüge in Holzbretter und Kochlöffel gebrannt, Makramee-Sterne und -Tannenbäume geknüpft, Socken mit kleinen Motiven bestickt und sich an Orimoto ausprobiert (Buchseiten falten, sodass Wörter entstehen, wenn man das Buch hinstellt). Zudem gab es eine Station, an der man Weihnachtskarten basteln und die Geschenke einpacken konnte. „Es war eine besinnliche, entspannte Atmospähre mit Weihnachtsmusik, die Jugendlichen haben sich untereinander beim Basteln geholfen und viel ausgetauscht“, beschreibt Denise Watermann. Sie fügt lachend hinzu: „Allerdings hatte man ein bisschen das Gefühl, in einer Zahnarztpraxis zu sein – weil das Glasgravieren so wie die Bohrer beim Zahnarzt klingen.“

Punsch und Weihnachtsgebäck

„Wir haben die Weihnachtswerkstatt an drei Freitagen im Advent von jeweils 16 bis 20 Uhr angeboten. An jedem Freitag waren 40 bis 50 Jugendliche dabei. Eigentlich haben wir freitags – zu etwas späterer Uhrzeit – eher so um die 15 Leute. Viele Jugendliche haben Freunde mitgebracht“, sagt Denise Watermann. Neben den Bastelangeboten gab es eine bequeme Sofaecke, in der man sich bei Tee oder Punsch und Weihnachtsgebäck austauschen und chillen konnte. „Jeweils um 18 Uhr gab es einen kurzen Break, in dem wir gemeinsam mit allen eine Andacht gefeiert haben, diese bestand aus zwei bis drei Lobpreisliedern, die gemeinsam gesungen oder nur angehört wurden, Gebet und einem kurzen Impuls. Die jeweiligen Impulse wurden von Jugendlichen aus der Jugendarbeit vorbereitet und gestaltet. Darauf sind wir besonders stolz, weil sie von ihrem eigenen Glauben und ihren Erfahrungen gesprochen haben““, erklärt sie. Durchgeführt und vorbereitet wurden die Angebote der Weihnachtswerkstatt von den ehrenamtlichen Mitarbeitenden Moritz Bößert und den zwei Jugendreferent*innen Hannes Averbeck und Denise Watermann.

Das Förderprogramm

Rund sechs Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen engagieren sich ehrenamtlich und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Landesregierung hat das Ziel, diese Menschen mit ihren Organisationen und Initiativen zu unterstützen und die Rahmenbedingungen für ihr Engagement zu verbessern. Das Förderprogramm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ ist ein Ergebnis der Engagementstrategie für das Land Nordrhein-Westfalen. Ab 2021 werden jährlich 2.000 Vorhaben zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements zu einem jährlich wechselnden Schwerpunktthema mit je 1.000 Euro gefördert. In diesem Jahr lautet es „Gemeinschaft gestalten – engagierte Nachbarschaft leben“. Anträge für das Jahr 2022 können voraussichtlich ab dem 1. April (geplanter Antragsstart) eingereicht werden. Auch die Weihnachtswerkstatt wird für die Förderung eingereicht.

Text: Frauke Komander
Foto(s): Hannes Averbeck/Denise Watermann

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Seelsorge und Klimaschutz – Rückblick auf die Landessynode 2022

Nach fünf Tagen ist die digitale Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Das Schwerpunktthema Seelsorge, eine Wahl zur Kirchenleitung, der Präsesbericht, Klimaschutz, Flüchtlingspolitik, Haushalt, Impfgerechtigkeit und ein Friedensappell standen neben vielen anderen Themen auf der Tagesordnung der 199 stimmberechtigte Abgeordnete aus den 37 Kirchenkreisen zwischen Niederrhein und Saarland. Mit darunter waren auch die Vertreterinnen und Vertreter der vier Kölner Kirchenkreise.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

„Für mich waren die Themen Treibhausneutralität der Ev. Kirche im Rheinland 2035, die Zukunft der Seelsorge und der Präsesbericht von Thorsten Latzel prägend für die Synode“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger mit dem Blick auf die Synode. „Mit dem Ziel der effektiven Begrenzung des CO2-Ausstoßes weltweit und dem Ziel der Klimaneutraltät 2035 für unseren Bereich haben wir eine historische Aufgabe vor uns, die ambitioniert und zugleich nötig ist. Wir müssen als Kirche in Bezug auf die Klimafrage größer, mutiger, langfristiger und zugleich konkreter denken und handeln als bisher. Es wird viel Aufwand sein, sich mit der nötigen fachlichen Expertise an jedem Ort mit der Zukunft, der Aufgabe oder der energetischen Ertüchtigung aller unserer Gebäude befassen zu müssen. Das ist eine Herausforderung, die wir annehmen müssen. Es hilft, das aus der inneren Überzeugung zu tun, dass wir heute die Verantwortung für die Lebensbedingungen der nächsten Generation wahrnehmen müssen. Hier ist die Klimaverantwortung oben auf der Tagesordnung. Ich sehe, welcher Aufwand in Presbyterien und Bauverwaltungen hier getrieben werden muss.“

Den Schwerpunkt der Landessynode bildete das Thema Seelsorge. Am Montagmorgen gestaltete Gefängnisseelsorgerin Pfarrerin Eva Schaaf aus Köln die Andacht, im Laufe des Tages wurden unterschiedlichste Bereich des Themas Seelsorge betrachtet.  „Seelsorge geschieht in der persönlichen Begegnung an verschiedenen Orten: niederschwellig auf der Straße, in Krisensituationen, zuhause, in Krankenhäusern, in Gefängnissen“, sagte Andrea Vogel, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, zu dem Thema. Frau Vogel, die im Sommer in den Ruhestand geht, ist im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region für die Bereiche der Seelsorge zuständig. „Es war berührend, dass auf meiner letzten Landessynode nach über 25 Jahren gerade das Thema Seelsorge im Vordergrund stand. Denn für diese Arbeitsfelder bin ich als Superintendentin zuständig. Mein Anliegen war und ist die Seelsorge. Sie ist nicht immer sichtbar, ist aber ein notwendiger und gefragter Beitrag der Kirche zum Leben unserer Gesellschaft. Vieles mag in der Gesellschaft an Kirche – auch mit Recht – kritisiert werden, die Seelsorge wird geschätzt.“

Superintendentin Andrea Vogel

Auf ihrer Tagung hat die Landessynode Leitsätze, Empfehlungen und eine Perspektivschrift zur Zukunft der Seelsorge verabschiedet, die in ihrem Kern die Relevanz der Seelsorge als kirchliches Handlungsfeld herausstellen und Wege aufzeigen, wie diese auch künftig in einer kleiner werdenden Kirche, mit weniger Geld und Personal, präsent sein kann. „Es hat mich gefreut, dass wir auf dem richtigen Weg sind für unseren Bereich Köln und Rhein-Berg und Rhein – Erft“, sagte Superintendentin Vogel rückblickend auf diese Beschlüsse. „Ein Beispiel dafür ist die Ausbildung Ehrenamtlicher in der Seelsorge, die wir vor einigen Jahren begonnen haben. Über die Bereiche der Telefon- und Notfallseelsorge hinaus bilden wir Menschen aus, die sich ehrenamtlich im Bereich ihrer Gemeinde oder in der Krankenhausseelsorge engagieren wollen. Das Positionspapier, das die Landessynodalen zum Thema Seelsorge verabschiedet haben, bestärkt mich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, denn hier wurde auch die Ausbildung Ehrenamtlicher in der Seelsorge als zukunftsweisend genannt. Ebenso wird die Einrichtung einer Ideenbörse für Zukunftsmodelle der Seelsorge eingerichtet werden. Hier können wir unsere Ideen der Neustrukturierung der Krankenhausseelsorge in Köln und Region einbringen.“

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt auf der Synode war der erste Jahresbericht von Präses Dr. Thorsten Latzel. „Menschenfreundlichkeit, Hoffnung auf Gott und Mut zur Gestaltung – das macht unseren evangelischen Glauben aus“, sagte er in seinem Bericht und ging unter anderem auf die Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr ein, die auch die Kölner Kirchenkreise getroffen hatte. „Da ist etwas zerrissen, hat Spuren hinterlassen. Bei vielen Menschen. Auch bei mir. Was im Sommer letzten Jahres geschehen ist, hat auch mich verändert, meinen Glauben. Das Leiden, die Zerstörung ganzer Orte – aber auch die faszinierende Nähe und Hilfsbereitschaft.“ Zu den zentralen Aufgaben der Gemeinden und Kirchen gehöre in den nächsten Jahren nachgehende Seelsorge, diakonische Beratung und eine heilende Erinnerungskultur.

„Unser Präses hat sein Amt in Coronazeiten und erschwerten Bedingungen angetreten. Er hat gleichwohl unglaublich viele Kontakte gesucht und viele Erfahrungen dieses kritischen Jahres 2021 tiefgreifend reflektiert. Das zeigte sich in seinem ersten Präsesbericht“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger zu dem Bericht des Präses. „Sein Motto zum Bericht: „Offen begegnen, trotzig hoffen, mutig gestalten“ gefällt mir gut. Er durchdringt unsere komplizierte Lage als Gesellschaft und in der Kirche im Wandel sehr wach und mit geistlich-theologischem Blick. Mir ist ein starkes Bild hängen geblieben: Beim Leben in der Krise ist es wie beim Wandern: Es gilt auf die eigenen Ressourcen zu achten und zugleich in Bewegung zu bleiben. Das trifft eigentlich alles. Wir müssen aufmerksam auf unsere Kapazitäten achten, aber zugleich müssen wir weitergehen und in manchen Bereichen, siehe Klimaschutz, schneller und aktiver vorwärtsgehen als bisher. Aber man kommt so tatsächlich voran und macht Fortschritte, das wiederum motiviert zum Weitergehen.“

Superintendent Markus Zimmermann

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat am Donnerstag auch den Haushalt 2022 mit einem Gesamtvolumen von knapp 542 Millionen Euro beschlossen. Im vergangenen Jahr lag der Ansatz bei 532 Millionen Euro. Für dieses Jahr prognostiziert Oberkirchenrat Henning Boecker, Leiter der Abteilung Finanzen und Diakonie, einen Überschuss von rund 3,7 Millionen Euro. Das Haushaltsjahr 2021 schloss noch mit einem Minus von mehr als sieben Millionen Euro ab. Mit knapp 63,5 Prozent der Ausgaben bleiben Personalaufwendungen auch 2022 der größte Haushaltsposten. Die Jahresabschlüsse für die Jahre 2019 und 2020 stellte Markus Zimmermann, Superintendent des Kirchenkreises Köln Nord, vor. Er ist Leiter des Finanzausschusses der Landeskirche. Der Jahresabschluss des rheinischen Landeskirche 2019 wurde mit einem Jahresergebnis von 11.482.358,47 Euro und einer Bilanzsumme von 1.783.815.901,90 Euro festgestellt, wie aus dem Bericht der Rechnungsprüfungsstelle hervorgeht. Der Jahresabschluss des rheinischen Landeskirche 2020 wurde mit einem Jahresergebnis von 11.980.728,19 Euro und einer Bilanzsumme von 1.778.418.536,76 Euro festgestellt.

Superintendentin Susanne Beuth

Außerdem wählte die Synode im ersten Wahlgang Pfarrerin Dr. Wibke Janssen als neues hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die 56-jährige Theologin wird damit auf Oberkirchenrätin Barbara Rudolph folgen, die zum 1. September in den Ruhestand tritt. Wibke Janssen arbeitet zurzeit als Pfarrerin in Bonn an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule in Bonn, Skriba des Kirchenkreises und Vorsitzende des Ständigen Theologischen Ausschusses der rheinischen Kirche. Weiter beschäftigte sich die Synode auch mit der Problematik, dass an den Grenzen Europas immer wieder Recht offen gebrochen wird, und der Impfgerechtigkeit. Dieses Thema war von Susanne Beuth, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Mitte, auf der Synode eingebracht worden.

Zum zweiten Mal hatte die Landessynode digital getagt. Auch wenn die Landeskirche immer wieder Angebote zur digitalen Begegnung während der Tage angeboten hatte, waren Austausch und Diskussionen nur eingeschränkt möglich. „Es gab aufgrund der aktuellen Gesundheitslage keine Alternative zu einer digitalen Landessynode. Wir haben gespürt, dass wir das Miteinander der synodalen Gemeinschaft und die dynamischen Gespräche in immer neuen Konstellationen, die sich normalerweise ergeben, schmerzhaft vermissen“, sagte Stadtsuperintendent rückblickend auf die digitale Synode. „Wir haben es mit viel Disziplin und Wachheit in der digitalen Kommunikation trotzdem geschafft, ehrliche und inhaltsreiche Debatten zu den so wichtigen Themen und Aufgaben zu führen, in den Ausschüssen und im Plenum. Ich finde, es ist insbesondere in den Andachten gelungen, mit dem Blick auf menschliche Lebenslagen aus diversen Lebensfeldern, etwa bei der Seelsorge in der Justizvollzugsanstalt und der Notfallseelsorge, Empathie spüren zu lassen und sich berühren zu lassen.“

 

Text: APK
Foto(s): ekir.de / APK

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Andacht aus der JVA Ossendorf: Gefangene singen über „ihre Zelle“

„Für mich ist meine Zelle ziemlich klein, aber was für eine Welt muss meine Zelle für einen Silberfisch sein“, singt ein Gefangener aus der JVA Ossendorf und schlägt die Saiten seiner Gitarre an. „Ich denk‘ so klein zu sein, wäre doch ein Segen. Vielleicht werd‘ ich irgendwann ein Silberfisch in einem nächsten Leben.“ – Groovige Klavier- und Cajon-Klänge begleiten ihn. Mit dem kreativen Lied gibt er einen Einblick in seinen Alltag. Und auch andere Gefangene aus der JVA Ossendorf machen bei der Andacht am Montagmorgen mit. Gefängnisseelsorgerin Pfarrerin Eva Schaaf aus Köln hat sie gemeinsam mit Gefangenen aus der JVA Ossendorf gestaltet, denn das Thema Seelsorge steht im Mittelpunkt der 75. Tagung der rheinischen Landessynode. Die 199 stimmberechtigten Abgeordneten aus den 37 Kirchenkreisen in der Evangelischen Kirche im Rheinland haben wieder digital getagt.

„Nein, das hier ist kein Hotel, sondern ein Ort, an dem sich Menschen elementaren Fragen stellen, verzweifeln, die Einsamkeit nicht aushalten, weinen, beten, schreien, lachen, Angst haben, durchdrehen, Hoffnung schöpfen, Zuwendung empfangen und verschenken“, sagte Pfarrerin Schaaf in ihrer Ansprache aus der Gefängniskirche. „Vieles greifen wir Seelsorger:innen in vertraulichen Gesprächen und auch den Gottesdiensten auf.“ Die Themen der Gefangenen werden spirituell und christlich eingeordnet aufgegriffen – für viele eine ganz neue Erfahrung.

Ein Besuch pro Monat

Die ohnehin geringenen Kontaktmöglichkeiten seien durch die Pandemie stark eingeschränkt, berichtete Pfarrerin Schaaf. Ein Besuch pro Monat und abgesehen von einer Stunde Hofgang sitzen viele Gefangenen 23 Stunden in ihrer Zelle: auf 8 Quadratmetern, davon einige Stunden mit anderen Gefangenen, die sie in ihre Zelle einladen dürfen. „Leider nehmen wir bundesweit die Zunahme von psychisch kranken Gefangenen wahr, die weitgehend von Kommunikationmöglichkeiten abgeschnitten sind“, berichtete Pfarrerin Schaaf.

Viele verzweifelten an Abhängigkeiten, die ihr Leben bestimmen, drinnen wie draußen, erklärte Schaaf. Sie zitierte aus dem Gedicht des Gefangenen Sören mit dem Titel „Ein Brief“: „Ich warte nur darauf, dass du hier rauskommst. Ich finde dich. Ich mache dir das Leben zur Hölle. Mal sehen, wie es dir dann geht. Ich nehme dir alles, was geliebt ist. Ich kenne keine Gnade. Du kennst mich nicht. Du willst es aber immer noch nicht wahrhaben. Ich bin es, deine Sucht.“ Über die Hälfte der Inhaftierten sei suchtkrank.

Der Blick hinter diese Mauern, der schärfe auch den Blick nach draußen. Pfarrerin Schaaf fasste zusammen: „Sucht ist unser aller Problem – Sucht durchzieht das System, in dem wir leben.“ Sucht nach Profit, Energie, sich selbst zu erhöhen, nach Macht – sie sie versklavend. Sie fragte: „Wie der Sucht entkommen? Sören hat sich seiner Angst gestellt. Wie sieht es bei uns selbst aus?“

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Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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