Verdienstkreuz am Bande für Lothar Ebert Bundespräsident ehrt Finanzkirchmeister für sein langjähriges Engagement in der Gemeinde, im Kirchenkreis und Verband

Bernhard Seiger hatte eine zeitraubende Aufgabe übernommen. Der Kölner Stadtsuperintendent hat eine Liste mit all den Ehrenämtern geschrieben, die Lothar Ebert in seinem bisherigen Leben übernommen hat. Es ist eine lange Liste geworden, auf deren Grundlage der Bundespräsident entschieden hat, Ebert das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ zu verleihen. Das tat Frank-Walter Steinmeier nicht persönlich. Er wurde vertreten von Horst Lambertz, stellvertretender Landrat des Rhein-Erft-Kreises.

Engagement

Er blickte auf das Leben des Verdienstkreuzträgers zurück, der bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Controlling bei der RWE AG tätig war. Seit 1984 engagiert sich Ebert ehrenamtlich auf zahlreichen Ebenen der Evangelischen Kirche im Rheinland mit dem Schwerpunkt Finanzverwaltung. 1984 wurde er auch in seiner Wohnsitzkirchengemeinde Hürth aktiv. Als Kirchmeister ist er verantwortlich für das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen. Im Kirchenkreis Köln-Süd ist Lothar Ebert Mitglied im Kreissynodalvorstand und Vorsitzender des Finanzausschusses. Seit 2008 prüft er als Finanzkirchmeister des Kirchenkreises die Jahresabschlüsse und Haushaltsentwürfe von 18 sogenannten Rechtsträgern. Dazu zählen neben den Gemeinden der Kirchenkreis und der Verwaltungsverband.

Er hat zahlreiche Finanzkirchmeister der Gemeinden geschult und fortgebildet. Im Verwaltungsverband Köln-Süd/Mitte, der 81.000 Gemeindeglieder verwaltet, ist Ebert Vorstandsmitglied und Bevollmächtigter für die interne Aufsicht über die Finanzbuchhaltung. Auf der Ebene des Kirchenverbandes Köln und Region arbeitet er als Vorsitzender des Beratungsausschusses für Haushalts- und Finanzfragen. Als äußerst wertvollen Ansprechpartner wurde er erlebt, als die Buchhaltung auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche im Rheinland von der Kameralistik auf die doppelte Buchführung in Konten umgestellt wurde. Ebert hat sich akribisch in die Materie eingearbeitet.

Lambertz würdigte noch weitere Ehrenämter des Verdienstkreuzträgers. Etwa seine Mitarbeit im Kuratorium der Diakonie Michaelshoven und im Aufsichtsrat des Evangelischen Krankenhauses Köln-Kalk. Im 5. Senat des Finanzgerichts Köln hat er 25 Jahre als ehrenamtlicher Richter mitgewirkt. „Sein äußerst umfangreiches Engagement ist von Bescheidenheit im Auftreten, Zuverlässigkeit, großem Fleiß, hoher fachlicher Kompetenz und Professionalität geprägt“, sagte der stellvertretende Landrat und bedankte sich bei der Familie Ebert, der Frau von Lothar Ebert und den drei Kindern, dafür, dass sie dem Ausgezeichneten zu Hause den Rücken frei gehalten hätten.

Dank und Anerkennung

Bernhard Seiger erinnerte daran, dass Ebert seit 37 Jahren Presbyter in Hürth ist. Schon deshalb sei die Martin-Luther-Kirche in Gleuel ein stimmiger Ort für die Verleihung. Die Anerkennung des Geleisteten durch den Staat sei auch als Anerkennung der Rolle zu verstehen, die die evangelische Kirche in der Gesellschaft spiele. „Lothar Ebert hat die Gabe verliehen bekommen, gut mit Zahlen umgehen zu können. Und er hat diese Gabe mit Fleiß verfeinert. Und gearbeitet hat der Ehrenamtler oft, als hätte er eine halbe Stelle.“ Seiger lobte Eberts Sachlichkeit, Beharrlichkeit und Demut. Und er dankte Eberts Frau Ingeborg. „Es gibt ja viel zu wenige Gelegenheiten und Orte, um das zu sagen.“

Ebert erinnerte sich an das Jahr 1984, als er zum ersten Mal in das Presbyterium gewählt wurde. „Damals war der zeitliche Aufwand überschaubar.“ Der habe sich gesteigert nach der Wahl in den Kreissynodalvorstand. Damals habe er für Rheinbraun gearbeitet. „Denen war wichtig, dass ich mit der Übernahme des Ehrenamtes nicht meine beruflichen Obliegenheiten vernachlässige.“ Also sei er nach Vorstandssitzungen spät am Abend wieder in das Büro gefahren. „Mir ging es nie um Ämterhäufung. Vieles ist entstanden aus meiner Schwäche, nicht Nein sagen zu können.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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„Feuer und Flamme“: Digitale Kinderkirche erzählt vom Busch, der nicht verbrennt

„In einer Feuersäule hat Gott Mose und seinem Volk den Weg gezeigt“, erklärt Maike Pungs, Pfarrerin im Bezirk Friedenskirche Sinnersdorf. Schnitt. Dramatische Musik ertönt. Die Feuerwehr macht sich bereit, das Horn ertönt und der große Feuerwehrwagen setzt sich in Bewegung und braust um die Ecke. „Das ist zum Glück nur eine Übung, denn wir sind heute zu Gast bei der Feuerwehr“, sagt Maike Pungs. In der Kinderkirche-Folge geht es um „Feuer und Flamme – von einem Busch, der brennt, aber nicht verbrennt“.

„Wir besuchen die Jugendfeuerwehr in Pulheim“, sagt Maike Pungs. „Außerdem basteln wir einen Teelichthalter.“ Passend dazu werden die Lieder gesungen „Du bist da, wo Menschen leben“ und „Feuer und Flamme“, die Kinder zeigen dazu passende Gesten und haben eine Choreografie gestaltet.

Der Kindergottesdienst „Feuer und Flamme“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Gemeinde Pulheim mit der Jugendfeuerwehr Pulheim für die EKD-Kindergottesdienstreihe „kirchemitkindern-digital.de“.

„Schon beim ersten Lockdown im März 2020 hatte mein Sohn Johannes die Idee, jede Woche einen Schulgottesdienst für die ortsansässige Grundschule zu drehen. Er hat dann dieses Jahr daraus ein Format FriKiOnline gemacht, das bislang drei Folgen hat, bei dem wir Szenen und Interviews von einer Baustelle – Bagger, Betonmischer – mit einer biblischen Geschichte verknüpft haben“, sagt Maike Pungs. „Daraus entstand dann die Anfrage, ob wir in dieser Art auch eine Kinderkirche machen, diesmal statt Baustelle mit der Feuerwehr.“

Der Film „Feuer und Flamme“ ist hier zu sehen:

Hier gibt es den Film „Was macht Mose auf dem Berg?“:

Text: APK
Foto(s): Evangelische Kirchengemeinde Pulheim/APK

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Sonntagskirche im WDR mit Miriam Haseleu

„Da hat sich ein neuer Altersfleck gebildet, genau unter der kleinen Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger, eine Stelle ihres Körpers, die sie sehr mag. Von dem kleinen Fleck, den sie überraschend gut akzeptieren kann, gleitet ihr Blick über die Handfläche und die Finger. Sie stellt die Kanne ab und hält ihre beiden Hände nebeneinander.“

Die Protagonistin in dem Beitrag wird mit einem kleinen Detail ihres Körpers konfrontiert, der sie nachdenklich stimmt. In der Reihe Sonntagskirche im WDR hören Sie regelmäßig kurze Andachten, die Sie einladen innezuhalten und Ihre Gedanken treiben zu lassen. Egal, ob Sie sich gerade am Küchentisch, im Auto oder noch im Bett befinden. Im aktuellen Beitrag auf WDR 4 hören Sie Miriam Haseleu. Die Pfarrerin aus Köln-Nippes erzählt die Geschichte von Jule.

„Was haben diese Hände nicht schon alles geleistet. Getragen und gehalten, gestreichelt und gearbeitet. Wie oft schon hat sie morgens ihren Tee mit ihren Händen zubereitet. Wie oft schon hat sie den Briefkasten geleert, die Wäsche angestellt, den Balkon bepflanzt. Und so oft durften diese Hände das tun, was sie am liebsten machen: töpfern. Sie tauchen ein in die feuchte kühle Masse und formen. Nicht das Ergebnis zählt. Die Schönheit des Seins beginnt für sie in einem Stück Ton, das sie formen darf.“

Sprecher:

„Aber nun, Gott, du bist unser Vater, unsere Mutter, wir sind der Ton, du bist die Töpferin, wir alle sind das Werk deiner Hände.“ (Die Bibel in gerechter Sprache, Jesaja 64,7)

Haseleu: „Wenn sie töpfert, ist sie ganz versunken und gibt sich dem Gefühl und dem Material hin. Die Details, der Moment, das Werden… Jedes Gefäß, das zwischen ihren Fingern entstanden ist, ist anders als alle anderen. Jede Vase, jede Schale hat etwas ganz Besonderes. Eine kleine Veränderung in der Bewegung ihrer Finger gibt jedem getöpferten Stück etwas Einzigartiges. Jule betrachtet ihre Finger. Im Licht der hellen Morgensonne kann sie die feine Musterung an den Fingerspitzen erkennen. Ihren Fingerabdruck. Auch einzigartig.

Manchmal muss sie unweigerlich an die Töpferkunst denken, wenn sie mal wieder Besonderheiten oder Macken an sich selbst oder anderen entdeckt. Gerade an den Stellen, wo der Abdruck ihres Fingers im Ton nicht gut genug verwischt ist, erkennt sie ihre künstlerische Handschrift. Jule dreht ihre linke Hand und ihr Blick fällt wieder auf die kleine Pigmentierung unter der Mulde neben ihrem Daumen. Ob der Altersfleck auf ihrer Hand auch ein Zeichen einer Handschrift, einer schöpferischen Kraft ist? Gar eine Art Fingerabdruck? Ein Fingerabdruck Gottes? In den sanften Momenten des Lebens fühlt es sich so an. So wie jetzt gerade.

Sie trinkt einen Schluck Tee. Er gibt Energie und stärkt sie für ihren langen Weg. Ein Weg, auf dem sie geworden ist, wie sie ist. Durch das, was sie geschenkt bekommen hat, und das, was sie geprägt hat. Und sie empfindet eine tiefe Freude darüber, dass auch sie mit ihren eigenen Händen in dieser weiten Welt kleine Welten erschaffen kann.“

Sonntagskirche im WDR4

Die nächste Andacht von Miriam Haseleu hören Sie am 8. August 2021, um 8:55 Uhr im WDR 4 oder hier:

Kirche im WDR

Text: Miriam Haseleu/APK
Foto(s): APK

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Beach & Heaven – Erleben Sie den Wochenausklang für Körper und Seele per Video: Thema Füße

„Wann war ich das letzte Mal barfuß unterwegs?“ Das fragt Miriam Haseleu, Pfarrerin an der Lutherkirche Nippes und Projektleitung, bei dem Wochenausklang „Beach & Heaven – Body meets Soul“. Sie sitzt gemeinsam mit Bernd Franzen, Yogalehrer und Prädikant, sowie Mathias Bonhoeffer, Pfarrer an der Kartäuserkirche, in der Sandkapelle der Evangelischen Studierendengemeinde. „Barfuß gehen, über den heißen Sand, durch das weiche Gras, auf sonnengewärmtem Steinboden, und manchmal wird es pieksig und unangenehm, Schotterwege, spitze Steinchen unter der Sohle“, zeichnet Miriam ein Bild, in das sich Menschen per Zoom einfühlen können.

Mit diesem Video haben auch Sie die Möglichkeit, sich in dieses Bild hineinzufühlen, sich mit Yoga-Übungen Ihren Füßen zu zuwenden und am Wochenausklang für Körper und Seele teilzuhaben.

Der Evangelische Kirchenkreis Köln-Mitte hat Mitte Juni eingeladen, die Woche mit ihm ausklingen zu lassen: diesmal ging es um die Füße. Bei dem Wochenausklang werden spirituelle Impulse mit körperlichen Elementen aus dem Yoga und Livemusik verbunden.

Das Video sehen Sie hier:

Haben Sie Interesse an weiteren Videos? Abonnieren Sie unseren Videokanal auf YouTube: www.youtube.com/kirchekoeln

 

 

 

Leise Klavier- und Saxophonmusik

Mathias Bonhoeffer zündet eine Kerze an: „Gott gibt uns das Leben, den Körper und den Atem, Gott befreit uns zu neuen Wegen und Gott ist bei uns in der Liebe und der Kraft, die in Gottes Geist ihren Ursprung haben.“ Leise Klavier- und Saxophonklänge ertönen und spielen das Lied „Hineni – Here I am“.

„Barfuß bin ich empfindlicher unterwegs“, sagt Miriam Haseleu. Die Füße seien die Verbindung zur Erde. In der Bibel wird erzählt, dass Mose seine Schuhe ausziehen muss, als er in der Wüste Gott begegnet: Nur barfuß kann er sich Gottes Erscheinung nähern. Und so lädt Mathias Bonhoeffer ein: „Zieh‘ deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Grund.“ Bernd Franzen zieht die Schuhe aus und massiert langsam seine Zehen, die Färse, die Fußsohlen.

Viele haben die Augen geschlossen und lauschen konzentriert

„Wenn der Fuß weggleitet, abrutscht, den sicheren Halt verliert, gerät alles ins Wanken. Gerate ich ins Wanken und die Welt wankt“, gibt Miriam zu bedenken. „Es gibt Situationen, in denen der Boden unter mir wegzubrechen scheint.“ Sie fragt die Zuschauer, wohin man die Füße noch stellen kann? Viele haben die Augen geschlossen und lauschen konzentriert. „Manchmal brauchen Füße eine Stütze. Wenn meine Füße müde werden oder wegrutschen, dann brauche ich jemanden, der mir eine Hand anbietet, jemanden, die mich stärkt und stützt.“

Zuschauer besinnen sich auf sich selbst

Mathias Bonhoeffer sagt: „Du Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Und Miriam ergänzt: „Meine Füße, sie sagen: es geht weiter. Du darfst weiter gehen.“ Bernd Franzen geht meditativ, ganz bewusst und langsam im Kreis – die Füße achtsam abrollend. Die Zuschauer folgen zum Teil, andere besinnen sich ganz auf sich selbst.

„Ruhe“, „Pause vom Alltag“, „beruhigend“

Welches Wort den Teilnehmer nach dem Wochenausklang im Kopf haben? „Jetzt habe ich abgeschaltet – von der Arbeitswoche ins Wochenende“, schreibt ein Teilnehmer. Die Worte „Ruhe“, „Pause vom Alltag“, „meine Füße spüren“ und „beruhigend“ erscheinen. Und eine Teilnehmerin schreibt mit Smiley: „Meine Füße bedanken sich für die ungewohnte Aufmerksamkeit.“

Text: APK
Foto(s): APK

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„Es ist ein Wunder, dass in Erftstadt niemand bei der Flut ums Leben kam“ – Seelsorge im Zeichen der Katastrophe – Pfarrerinnen und Pfarrer aus vielen Gemeinden helfen

Trotz allem gibt es einen guten Grund zum Aufatmen. „Es ist ein Wunder, dass in Erftstadt niemand bei der Flut ums Leben kam“, sagt Pfarrerin Friederike Schädlich von der Evangelischen Kirchengemeinde Lechenich. „Soweit wir das im Moment wissen“, schränkt sie allerdings ein.

Lilafarbene Westen

Auch im Ortsteil Blessem, der wegen der Abbruchkante bundesweit traurige Berühmtheit erlangte, sei von Todesopfern nichts bekannt. Pfarrerinnen und Pfarrer sind vor Ort und helfen nach Kräften. Erkennbar sind sie und weitere ehrenamtliche Unterstützer aus der Lechenicher Gemeinde und anderen Gemeinden an den lilafarbenen Westen. „Sie sprechen die Menschen an und fragen, ob was fehlt. Sie vermitteln beispielsweise Hilfsgüter. Die Menschen nehmen die Angebote der Seelsorgerinnen und Seelsorger dankbar an“, erzählt Schädlich. „Es ist großartig“, freut sich Simone Drensler „wie schnell durch die Abfrage auch in den anderen Kirchenkreisen ein Pool von Leuten eingesetzt werden konnten.“ Stellvertretend für den Superintendenten verantwortet die Synodalassessorin die Kommunikation und Koordination der Helferinnen und Helfer im Kirchenkreis.

Das erste Aufräumen in den betroffenen Gebieten ist beendet. Der Müll ist gestapelt und wird nach und nach abtransportiert. Überall brummen die Bautrockner. Der erste Schock bei den Anrainern der Erft ist gelindert. Jetzt sind die Experten am Zug. „Statiker beispielsweise sind damit beschäftigt, die Standfestigkeit der Gebäude zu überprüfen“, sagt die Pfarrerin. Natürlich haben auch die Handwerker jede Menge Arbeit. Elektriker versuchen möglichst schnell möglichst viele bewohnbare Häuser wieder an das Stromnetz anzuschließen.

Materielle Hilfen und Gemeindearbeit

„Ich habe gehört, dass manchmal Material knapp ist“, berichtet Friederike Schädlich. Jeden Tag müsse man schauen, wer Hilfe anbietet und diese koordinieren. Viele hätten sich ehrenamtlich engagiert. Finanzielle Hilfe komme aus dem gesamten Bundesgebiet. Auch evangelische Gemeinden hätten Spenden gesammelt. Viele Orte in Erftstadt seien sehr unterschiedlich von der Flut getroffen worden. Manchmal stünden abrissreife Häuser nur wenige Meter neben unversehrten.

Evangelische Gottesdienste fänden etwa in Blessem nicht statt. „Dort gibt es nur eine katholische Kirche. Die ist natürlich auch für evangelische Christinnen und Christen zum Innehalten geöffnet“, sagt Schädlich. Nach den Sommerferien sei eine ökumenische Veranstaltung geplant. Was Genaues weiß man aber noch nicht. Und trotz allem geht die Gemeindearbeit weiter. In den nicht betroffenen Orten von Erftstadt führt Pfarrerin Schädlich wie immer Taufgespräche und beerdigt Menschen.

Finanzielle Hilfe

Aber die Internetseite der Gemeinde wird von der Flutkatastrophe dominiert. Dort kann man den Antrag auf finanzielle Hilfen aus dem Spendenaufkommen ausfüllen, selbst spenden oder sich für Benefiz-Veranstaltungen anmelden. Am Freitag, 6. August, findet um 19 Uhr ein Orgelkonzert in der evangelischen Kirche der Versöhnung in Erftstadt-Lechenich, An der Vogelrute 8, statt. Der Eintritt ist frei, am Ende dieser Veranstaltung wird zugunsten der Flutopfer gesammelt. Kantor Marc Gornetzki spielt auf der neuen Fasen-Orgel Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach, Wilhelm Rudnick und Louis Vierne. Der Kabarettist Wilfried Schmickler gastiert am 20. August. Alle Einnahmen gehen an die Flutopfer. Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Text: Stefan Rahmann/APK
Foto(s): Friederike Schädlich

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Wochentipps: Orgelkonzert zugunsten der Flutopfer aus Erftstadt und weitere Wochentipps

Musik und Führungen sind die beiden zentralen Themen dieser Wochentipps. Ein Konzert aus Erftstadt für Erftstadt können Sie am Freitagabend live oder online erleben. Mit diesem Benefizkonzert werden die Flutopfer unterstützt. Zwei Open-Air-Konzerte können Sie in der Kölner Südstadt am Mittwoch und in Bergisch Gladbach am Sonntag genießen. Auch Pop und Rockmusik für Seniorinnen und Senioren hören Sie in der Christuskirche am Sonntag. Eine historische Stadtführung durch das (ehemalige) jüdische Köln können Sie ebenfalls am Sonntag wahrnehmen und sich auf eine Entdeckung der Antoniterkirche am darauffolgenden Mittwoch freuen.

 

Benefizkonzert aus Erftstadt für Erftstadt – Orgelmusik zugunsten der Flutopfer

Orgelmusik zugunsten der Flutopfer steht am Freitag, den 6. August, 19 Uhr, in der evangelischen Kirche der Versöhnung in Erftstadt-Lechenich (An der Vogelrute 8) auf dem Programm. Kantor Marc Gornetzki spielt auf der neuen Fasen-Orgel Werke u. a. von Johann Sebastian Bach, Wilhelm Rudnick und Louis Vierne. Der Eintritt ist frei. Am Ende der Veranstaltung wird zugunsten der Flutopfer gesammelt. Coronabedingt ist die Sitzplatzkapazität auf 50 Plätze für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete begrenzt. Bitte führen Sie neben einem entsprechenden Nachweis auch einen medizinischen Mundschutz mit sich. Um telefonische Anmeldung im Gemeindebüro unter (02235-680359) oder auf der Webseite wird gebeten. Das Konzert wird auch per Livestream übertragen. Alle Informationen finden Sie hier: www.kirche-lechenich.de

 

Open-Air-Hof-Konzert mit „Family Business“ – Richard Bargel feiert sein 50-jähriges Bühnenjubiläum

Mit „Family Business“ stehen am Mittwoch, 4. August, 18.30 Uhr, im Atrium der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 4, Musiker zweier Generationen auf der Bühne: Richard Bargel und sein musikalischer Enkel und Nachfolger Fabio Nettekoven. Der Bluesmusiker Richard Bargel feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Mit Fabio Nettekoven tritt er seit einigen Jahren auf. Beim Hof-Konzert haben sie auch neue Songs mit im Gepäck. Der Eintritt kostet 15 Euro im Vorverkauf. Karten gibt es unter https://lutherkirche.ticket.io. – www.lutherkirche-suedstadt-de

 

Open-Air-Konzert: Die Musik von J.J. Cale – The Breezers sind zu Gast beim „Quirl“-Sommer

The Breezers ist eine 6-köpfige Band aus dem Kölner Norden, die sich mit Haut und Haaren der Musik von J.J. Cale verschrieben hat. Am Sonntag, 8. August, 17 Uhr, geben sie im Quirl an der Gnadenkirche, Hauptstraße 256a, bei einem Open-Air-Konzert eine Kostprobe ihres Könnens. Der unvergleichliche Groove und Sound aus Tulsa, Oklahoma, der ebenso relaxed wie ansteckend ist, bestimmt die Set-Liste der Band. Der Eintritt ist frei. Um telefonische Anmeldung unter der Nummer 02202 9629837 wird gebeten. www.quirl.de

 

„Jüdisches Köln“ – Historische Stadtführung der AntoniterCityTours

Bei diesem Rundgang am Sonntag, 8. August, 15 bis 17 Uhr, durch das (ehemalige) jüdische Köln erinnert Stadtführer Manfred Höffken immer auch an die Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Die jüdischen Mitbürger Kölns wurden nach der Machtergreifung Hitlers systematisch entrechtet. Nach den Maßnahmen gegen jüdische Geschäfte, den Nürnberger Rassegesetzen und der Reichspogromnacht vom November 1938 sahen viele Kölner Juden nur noch die eine Möglichkeit, ihr Leben durch eine Flucht ins benachbarte Ausland zu retten. Insgesamt etwa 12.000 Juden wurden sogar noch bis in die letzten Kriegstage im Februar 1945 vom Bahnhof Köln-Deutz Tief mit Güterwaggons in die Todeslager im Osten transportiert und dort ermordet. Nur wenige überlebten den Holocaust. Treffpunkt für die Stadtführung ist das WDR Funkhaus, Wallrafplatz 5. Die Teilnahme kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung über die Homepage www.antonitercitytours.de oder über KölnTicket ist erforderlich. www.antonitercitytours.de

 

„Aber bitte mit Sahne“ – Rock und Pop aus Deutschland – Geselliges Beisammensein in der Thomaskirche für Seniorinnen und Senioren

In der Reihe „Wein und Musik“ lädt Uri Kuchinsky am Sonntag, 8. August, 16 Uhr bis 18.30 Uhr, Seniorinnen und Senioren unter dem Motto „Aber bitte mit Sahne“ zu Rock- und Pop-Musik aus Deutschland in die Thomaskirche, Neusser Wall 61/Ecke Lentstraße, ein. Die Veranstaltung ist Teil des Angebots „HerbstGold“ der Evangelischen Gemeinde Köln. www.thomaskirche-koeln.de

 

Nahrung für die Seele – Ein leichtes Kirchenbuffet – Die Antoniterkirche

Auftanken im Sommer mit Nahrung für die Seele: Dazu lädt die Melanchthon-Akademie an fünf Mittwoch Nachmittagen in fünf verschiedene Kirchen in die Kölner Innenstadt ein. Am Mittwoch, 11. August, 16 Uhr bis 17.30 Uhr, steht der Besuch der Antoniterkirche, Schildergasse 57, auf dem Programm. Unter sachkundiger Anleitung können dort, wo sich früher Mönche und Nonnen die Füße vertraten, Kreuzgänge, Innenhöfe und Kirchräume entdeckt werden. Abwechselnd überraschen in den verschiedenen Kirchen Geneviève Reuffurth, Dorothee Schaper, Christa Hastedt, Cornelia Breuer, Bernd Brückmann oder Hans Joachim Stratmann mit unerwarteten Details und möchten mit den Teilnehmenden ins Gespräch kommen. Die Teilnahme am „Kirchenbuffet“ ist kostenlos, um Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder per Telefon 0221 9318030 wird gebeten. www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): Kirche-Lechenich

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Evangelische Stände bei den Kölner Themenwochen zum Ehrenamt: 2.8. – 12.8.2021

Über 200.000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich in Köln. Ohne ihr Engagement würde das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt nicht funktionieren. Diese Kölnerinnen und Kölner halten die Gemeinschaft zusammen, zeigen Solidarität, Eigeninitiative, Leidenschaft und sie übernehmen Verantwortung. Was sie leisten, ist unverzichtbar. Ihr Engagement trägt dazu bei, das Leben in einer Stadt noch freundlicher, gemeinschaftlicher und lebenswerter zu gestalten.

Zu den Themenwochen Ehrenamt im August haben alle Interessierten in Köln die Möglichkeit, sich umfassend über ehrenamtliches Engagement zu informieren.  Auch Angebote und Einrichtungen der evangelischen Kirche sind mit dabei. So ist die Diakonie durch verschiedene Kooperationspartner an verschiedenen Tagen und Ständen vertreten. Etwa durch die interkulturellen Zentren, das Blaue Kreuz und die Seniorennetzwerke. Darüber hinaus haben Interessierte auch die Möglichkeit, sich über das Clarenbachwerk Köln gGmbH sowie die Diakonie Michaelshoven an einem Stand in der Innenstadt zu informieren.

Ob Naturschutzbund, Bürgerstiftung, Diakonie oder Städtepartnerschaftsvereine – 60 Vereine präsentieren sich und die Möglichkeiten, wie man sich bei ihnen einbringen kann. Besucher*innen sind herzlich eingeladen, sich auszutauschen und auszuloten, was für sie zeitlich und inhaltlich passend wäre.

Alle Beteiligten und die Aufteilung auf die Tage und die Standorte finden Sie hier.


Informationsstände im Stadtgebiet

An Informationsständen im Stadtgebiet können Interessierte in der Zeit vom 2.8. bis 12.8.21 mit verschiedenen ehrenamtlich tätigen Organisationen an folgenden Standorten ins Gespräch kommen:

  • Schildergasse/Springbrunnen
  • Breitestraße/Ecke Auf dem Berlich
  • Kalk/Post
  • Porz-Mitte – Josefstraße

Digitale Ehrenamtsbörse

Wo und wie man sich in Köln engagieren kann, zeigt darüber hinaus eine digitale Ehrenamtsbörse auf der Internetseite der Stadt Köln. Hier stellen  über 100 Organisationen und Initiativen ihr Wirken dar, die sich über eine ehrenamtliche Unterstützung freuen.

Kostenlose digitale Informationsveranstaltungen und Fortbildungen

Interessierte, die auf der Suche nach einem ehrenamtlichen Engagement sind, können sich auch online informieren. Erfahrene Kölner Vermittlungsagenturen bieten digitale Info-Nachmittage an. Außerdem werden Fortbildungen zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel dem digitalen Wandel angeboten, für Ehrenamtliche, aber auch für Hauptamtliche, die mit Ehrenamtlichen arbeiten.


 

Weitere Informationen finden Sie hier: www.ehrenamt.koeln

Text: Susanne Kunert (Stadt Köln)/APK
Foto(s): APK

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Richtungsweisend: Die Bedburger Synode 1571

Vor 450 Jahren trat in Bedburg eine Kirchenversammlung zusammen, die als Meilenstein auf dem Weg zur presbyterialsynodalen Ordnung der evangelischen Kirche gilt. Die Entwicklung dieses kirchlichen Verfassungsprinzips ist keineswegs geradlinig verlaufen, sondern hat sich in einem langen, bis heute andauernden Prozess herausgebildet.

Die Bedburger Synode vom 3. und 4. Juli 1571 steht in einer Reihe verschiedener Zusammenkünfte, in denen über die angemessene äußere Verfassung der Kirche beraten wurde. Die wenigen evangelisch gesinnten Gemeinden am Niederrhein waren bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts eher lose miteinander verbunden. Von einer festen Kirchenstruktur konnte noch keine Rede sein.

Polizei löste Gottesdienste auf

Anders als vor allem in Nord- und Ostdeutschland waren die Landesherren bei der alten Religion verblieben und setzten ihre Macht ein, um eine weitere Ausbreitung der reformatorischen Bewegung in ihren Territorien zu verhindern, indem sie mit polizeilichen Mitteln Gottesdienste oder Zusammenkünfte sogar in Privathäusern auflösten und Prediger aus ihren Ländern auswiesen.

Im besten Falle duldeten sie stillschweigend die Entstehung evangelischer Gemeinden. Erst mit dem Zuzug von ungefähr 60.000 Niederländern, die sich vor den massiven Verfolgungen in ihrer Heimat durch Flucht an den Niederrhein und in die Pfalz in Sicherheit brachten, kam Bewegung auch in die versprengten evangelischen Gemeinden vor Ort. Nach einem Bildersturm, der sich im Sommer 1566 rasch von Flandern bis nach Friesland ausbreitete, sah sich die spanische Krone genötigt, in ihren niederländischen Besitzungen den katholischen Glauben und den Schutz der Kirchengebäude vor Plünderung und Zerstörung gegen alle reformatorischen und täuferischen Umtriebe mit äußerster Härte und Gewalt durchsetzen.

Organisation von vernetzten Strukturen

Das Schreckensregiment des Herzogs von Alba, dem Statthalter der Niederlande (1567-1573) hat sich tief ins kollektive Gedächtnis der Niederlande eingegraben. Die Flüchtlinge jedenfalls traten mit großem konfessionellen Selbstbewusstsein auf und organisierten schnell eigene Gemeinden mit vernetzten Strukturen, da sie bereits „in ihrer Heimat einen besonderen Sinn für die politische Durchsetzung religiöser Ziele entwickelt hatten“, so Heinz Schilling.

Die Exilanten verfolgten neben religiösen sehr wohl auch politische Ziele, wie die überlieferten Protokolle der Bedburger Synode veranschaulichen. In der deutschen Fassung finden sich keine Hinweise auf diese politischen Bestrebungen, dafür aber um so mehr in der niederländischen. Die Synode verpflichtete sich ausdrücklich, den Aufstand in den Niederlanden unter Führung Wilhelms von Oranien gegen die spanische Herrschaft zu unterstützen und bestätigte die Rechtmäßigkeit von Wehr und Waffen, um dieses Ziel zu erreichen. „Kirchliches und politisches Denken floss damals für die Religionsflüchtlinge zu einem untrennbaren Ganzen zusammen.“ (Herbert Frost)

Fragen des kirchlichen Lebens

Diese enge Verzahnung von Politik und Religion spiegelt sich auch in der Anwesenheit des Philips van Marnix (1540-1598) auf der Bedburger Synode wider, dem engsten Berater Wilhelms von Oranien. Die Synode verhandelte darüber hinaus Fragen des kirchlichen Lebens und der Pfarrstellenbesetzungen. Die Frage einer Gemeinde, ob gegen ein Gemeindeglied, das sich trotz mehrmaliger Ermahnungen „unordentlich hält“, die Exkommunikation, also der Ausschluss vom Abendmahl, verhängt werden könne, bejahte die Synode mit dem Hinweis, dass allerdings nichts unternommen werden sollte, was im ungünstigsten Falle die Aufmerksamkeit der Behörden auf die Gemeinde lenken und ihre Existenz gefährden könnte.

Die Bedburger Synode diskutierte aber keine Fragen der kirchlichen Verfassung. Stattdessen verwies sie alle „Belange der Leitung der niederländischen christlichen Gemeinden“ an eine zeitnah, möglichst noch im selben Sommer durchzuführende allgemeine Synode, zu der alle interessierten Gemeinden aufgerufen waren, Delegierte zu schicken. Ein Vorbereitungskreis wurde beauftragt, Ort und Zeit für diese Generalsynode festzulegen, die schließlich vom 4. bis 13. Oktober 1571 in Emden tagte und den presbyterial-synodalen Aufbau der Kirche in den Niederlanden und am Rhein beschloss. „Die Bedburger Synode des Jahres 1571 hat dagegen ihre Bedeutung im Weiterreichen der jungen Synodaltradtition und in deren Verknüpfung mit dem Gesamtablauf der reformierten Synodalgeschichte“, so Herbert Frost.

Sie hat keine eigenständigen, verfassungsrechtlichen Entscheidungen getroffen, aber den Weg für die entsprechende Kirchenversammlung vorbereitet.

Text: Martin Trautner/APK
Foto(s): Sammy Wintersohl/APK

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Tagespflege Sonnenschein im CJD Frechen: Ein Sinnesgarten entsteht

Im CJD Berufsbildungswerk Frechen, wo 250 junge Menschen eine Berufsausbildung in 30 anerkannten Berufen machen und dort auch in verschiedenen Wohnhäusern wohnen können, wurde vor fast zehn Jahren in einem der Wohnhäuser eine Tagespflege für pflegebedürftige Angehörige etabliert. Dort entsteht nun ein sogenannter Sinnesgarten, angelegt im Rahmen der Sendung „Duell der Gartenprofis“, die sonntags im ZDF ausgestrahlt wird.

„Ein Sinnesgarten ist, wie der Name schon sagt, ein Garten, der alle Sinne anregt, hören, schmecken, fühlen, sehen – und ja, da kommt alles Mögliche rein, was die Sinne anregt“, sagt Ute Repp. Sie ist Pflegedienstleiterin in der Tagespflege „Sonnenschein“ in Frechen, die im CJD Berufsbildungswerk Frechen zur Entlastung für pflegende Angehörige, die ihre Angehörigen selbst pflegen wollen, eingerichtet wurde. Für die Tagespflege mit täglich zehn überwiegend dementen Gästen war die Anlage eines gesicherten Außenbereiches sehr wichtig, damit die Gäste sich sicher fühlen, auch mal alleine und ohne Betreuung in den Garten gehen zu können.

Die Idee

Wie es zur Idee der Anlage eines Sinnesgartens kam, erklärt Ute Repp: „Ich glaube der ausschlaggebende Punkt war, dass einer unserer Gäste vor Jahren aus der Tagespflege raus ist und mit der Polizei gesucht worden ist. Wir haben natürlich immer wieder Menschen mit einer Weglauftendenz, die halt dann nach Hause gehen möchten und bei ihm war das auch so. Seine Frau hatte uns dann so ein bisschen die Initialzündung gegeben, sagte sie, das wär doch schön, wenn ihr einen großen Außenbereich hättet, wo mein Mann laufen könnte, ohne dass wir Angst haben müssten, dass jemand verloren geht.“

Somit ist Jahr für Jahr die Idee gewachsen, einen großen Garten anzulegen, zumal es angrenzend an die Tagespflege ein großes, brachliegendes Gelände gab, was früher einmal zum Ausbildungsbereich Zierpflanzenbau des CJD Berufsbildungswerkes Frechen gehörte und nicht mehr gebraucht wurde. Zahlreiche Spenden und eine weitere Idee ließen den Plan zum Bau schließlich konkret werden.

Für Menschen mit Demenz

„Ein Kollege hat dann noch die Idee gehabt, uns beim Duell der Gartenprofis anzumelden und wir haben uns eigentlich keine sehr großen Chancen ausgerechnet, aber die Menschen beim ZDF waren so davon angetan, weil es ja auch eine Sache ist für Menschen mit Demenz“, sagt Ute Repp.

Geplant ist ein gesicherter Garten, in dem die Gäste alleine gehen können mit Ruheplätzen, Sträuchern, Apfelbäumen, Rollrasen und einer Blumenwiese. Dazu soll es ein Hochbeet geben,  sodass sich auch Menschen in Rollstühlen gut dort aufhalten können und eine neue Terrasse, von der ein sehr schön gestalteter, geschwungener Rundweg ausgeht, der gut mit Rollstühlen befahrbar ist. Es soll auch ein Mehrzweckbereich entstehen mit Bowl und Kegeln und es werden verschiedene Bodenarten angelegt, wie Margit Albrecht, stellvertretende Pflegedienstleiterin erklärt: „Es wird verschiedene Bodenbeschaffenheit sein, mit Sand, mit Rindenmulch. So eine Abtrennung, da kann man halt fühlen und mit den Füßen drüber gehen, barfuß, wer das möchte.“ Sie erklärt: „Das wird für unsere dement erkrankten Gäste ganz spannend.“

Hollywood-Schaukel und Insektenhotel

Dann gibt es auch eine Hollywood-Schaukel und Bänke, angeschafft von Spenden von Angehörigen verstorbener Gäste, wo man verweilen kann, auch in Gedenken der Gäste, die über die Jahre hinweg den Mitarbeitenden der Tagespflege ans Herz gewachsen sind. Margit Albrecht und Ute Repp haben sich zudem ein eigenes Projekt für den Sinnesgarten  ausgedacht. Ute Repp sagt: „Wir sind gerade dabei ein Insektenhotel zu bauen. Da haben wir auch ansatzweise unsere verschiedenen Gewerke mit ins Boot geholt.“ Die Tischlerei habe beispielsweise die Hölzer zugeschnitten. Das Insektenhotel sei so konzipiert, dass man es auch mal woanders hinstellen könne, wenn man merke, dass der Platz vielleicht nicht gut ist.

Die Gäste der CJD Tagespflege werden sich sehr über den Garten freuen und es genießen, dort Obst zu naschen, Lavendel zu riechen oder auch bei der Pflege des Gartens mithelfen zu können, wie beim Unkraut zupfen oder Blumen gießen, da ist sich Margit Albrecht sehr sicher: „Der Sinnesgarten ist wirklich eine super tolle Sache, also da sind wir riesig glücklich, dass das geklappt hat, vor allen Dingen, jetzt so schnell mit dem Duell der Gartenprofis. Es ist wirklich schon enorm, wie schnell die arbeiten können. Es ist schon toll, alleine schon das Zuschauen ist schon super.“

Der Sinnesgarten wird im Rahmen der Sendung Duell der Gartenprofis, die immer sonntags im ZDF läuft, entstehen. Der Bau des Gartens und das Ergebnis werden dann zu sehen sein im ZDF an einem Sonntag im August/ September. Der Garten ist durch Spenden finanziert worden.

Homepage:

www.studioeck.de

www.tagespflege-frechen.de

Der Link zum Podcast:

https://www.studioeck.de/modules/file/icons/audio-x-generic.png

 

Text: Birgit Niclas/APK
Foto(s): Birgit Niclas/APK

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Kirche2go fragt: „Was sind glückliche Familien?“

Was sind glückliche Familien? Bzw. wie sehen sie aus? Janneke Botta spricht in Video darüber, welche Formen von Familie sie kennt. Ihrer Erfahrung nach, sind glückliche Familien nicht nur diese, in denen alles glatt läuft. Auch findet die junge Pfarrerin Beispiele aus der Bibel, die zeigen, wie divers und bunt Menschen glücklich zusammenleben können. „Solange sie einander in der Liebe begegnen, ist Gott mit ihnen.“

Janneke Botta ist Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim am Rhein. Dort ist sie insbesondere auch ein Mitglied der beymeister.

Das Video sehen Sie hier:

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Der Text zum Nachlesen:

„Ach ihr seid Patchwork?! Das dachte ich gar nicht. Ihr seht immer so glücklich aus!“ Das hat erst letztens jemand zu meiner Freundin von mir gesagt. Offenbar gibt es immer noch so ein klares Bild davon, dass das Glück nur denen gehört, bei denen alles glatt läuft: Kennenlernen, Hochzeit, Kinderkriegen und dann für immer und ewig zusammenbleiben. Dabei glaube ich, sind unsere Familien viel diverser, viel unterschiedlicher und das auch schon seit langer Zeit.

In der Bibel gibt es die Geschichte von Lea und Jakob. Die beiden sind verheiratet, aber sehr unglücklich miteinander, denn Jakob, der liebt eigentlich Rahel und mit der ist später auch zusammen. Und geht seinem Glück, folgt seinem Glück und findet mit Lea einen Weg, wie sie es trotzdem gut miteinander machen können. Da gibt es die Geschichte von Jonathan und David. Zwei Männer von denen die Bibel sagt, sie lieben einander mehr als sie jemals eine Frau lieben könnten. Sie kommen aus unterschiedlichen Häusern, ihre Eltern sind gegen die Beziehung, aber die beiden lieben sich und stehen das miteinander durch, sind füreinander da, sind Lebensbegleiter. Da gibt es die Geschichte von Jochefet, einer jungen Mutter, die schon während der Schwangerschaft weiß, dass sie ihr Kind nicht behalten können wird, denn wenn es bei ihr bleibt, wird es getötet werden und so entscheidet sie, nicht aus Hass, sondern aus Liebe, dass sie ihren Sohn Mose weggibt. Sie gibt in zur Adoption frei und Mose wird von einer anderen Frau, von einer Mutter großgezogen. Sie liebt ihn so, wie es eine leibliche Mutter tun würde, ist für ihn da, geht mit ihm gemeinsam durchs Leben.

So sind die diversen Geschichten in der Bibel gezeichnet von Liebe. Da geht es nicht darum, dass immer alles glatt läuft, dass immer alles rosarot ist, sondern da geht es darum, dass Menschen in Liebe beieinander, miteinander leben. Im ersten Johannes-Brief heißt es, Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der und die bleibt in Gott und Gott in ihm und ihr. Das ist das, was unsere Familien stark macht, auch wenn sie divers sind, wenn es Entscheidungen und Abbrüche gibt, für homosexuelle Paare, für Menschen, die nicht mit ihren Kindern gemeinsam groß werden können. Solange sie einander in der Liebe begegnen, ist Gott mit ihnen.

Text: Janneke Botta/APK
Foto(s): APK

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