„Dir zu Liebe“ Stadtsuperintendent Bernhard Seiger zur Passionszeit 2021

Hinsehen, nicht die Augen verschließen – achtsam sein für das, was unseren Nächsten widerfahren ist oder gerade widerfährt.

Wo haben wir als Christinnen und Christen blinde Flecken? Wo schaut Kirche und die, die Verantwortung tragen weg? Welche menschlichen Schicksale wollen wir nicht sehen? Und wo überlassen wir die Opfer der Vergessenheit? – Wohl immer da, wo wir nicht in der Liebe sind! Stadtsuperintendent Bernhard Seiger steht vor einer Dornenkrone, die sich im Vorraum der Reformationskirche in Köln-Bayenthal befindet. Ein Kunstwerk gefertigt aus Granatsplittern und Munitionsresten des Zweiten Weltkrieges.

„Diese Dornenkrone“, so Seiger „erinnert an das Leid, das Menschen durch Gewalt erfahren: an die Schmerzen und dann die Zerstörung. Beides kommt hier zusammen: Der Lebensweg Jesu und das Hinsehen auf das, was es in Wirklichkeit an menschlicher Bosheit und Gewalt wahrzunehmen gilt.“ Schauen wir hin in Liebe, oder wenden wir unsere Blicke ab in Zorn. Wir haben die Wahl, jeden Tag das Richtige oder Falsche zu wählen… „Dir zu Liebe“ – der Appell von Seiger ist eindeutig und lädt ein, zum Hinsehen und zum Handeln, in Liebe und Versöhnung!

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Das Video sehen Sie hier:

Der gesamte Text zum Nachlesen:

Die Passionszeit ist die Zeit, in der wir lernen hinzusehen und nicht die Augen zu verschließen vor Dingen, die unangenehm sind. Ich möchte gerne nachdenken über ein Wort, aus dem ersten Korintherbrief, aus dem Hohelied der Liebe: „Die Liebe ist langmütig und freut sich an der Wahrheit.“

Ich stehe hier in der Vorhalle der Reformationskirche in der Gemeinde Bayenthal. Diese Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört, dann wieder aufgebaut. Und zum Wiederaufbau gehört eben auch das Kunstwerk hinter mir: die Dornenkrone. Ein Symbol dafür, dass Jesus auf seinem Weg zum Kreuz Schmerz und Demütigung erlebt hat.

Diese Dornenkrone ist aus Metallstücken gefertigt. Aber nicht aus irgendwelchen Metallstücken, sondern aus Granatsplittern, also Waffenstücken aus dem Krieg. Diese Dornenkrone erinnert an das Leid, das Menschen durch Gewalt erfahren, an die Schmerzen und an die Zerstörung. Und beides kommt hier zusammen: Der Lebensweg Jesu und das Hinsehen auf das, was es in Wirklichkeit an menschlicher Bosheit und Gewalt wahrzunehmen gilt.

Ich lese Worte aus dem Hohelied der Liebe, aus dem ersten Korintherbrief Kapitel 13 die Verse 4 bis 6: „Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;“

„Die Liebe ist langmütig und freut sich an der Wahrheit.“ – Für mich steht dieses Kunstwerk hinter mir und diese Bibelstelle dafür, dass christlicher Glaube heißt: „wahrhaftig sein“. Ehrlich das angucken, was ist. Mir fällt in diesen Tagen besonders ein: Das Leid, dass viele Kinder und Jugendliche erleben. Es gibt verschiedene Formen von Leid, die Kinder und Jugendliche erleben. Aber eben, sie erleben auch in bestimmten Orten, Grenzüberschreitungen in Familien und sie haben auch in vergangenen Jahrzehnten und Jahren Grenzverletzungen im Raum der Kirchen erlebt. Ich erinnere auch an das Leid und die Gewalterfahrungen in von Kirchen getragenen Kinderheimen in der Nachkriegszeit. Es ist Zeit, dieses Leid anzuschauen, ihm Raum zu geben und auf die Lebensgeschichten der Menschen zu schauen, die in diesen Erfahrungen lange leiden. Es ist gut wahrzunehmen, so wie Jesus Gewalt und Schmerz wahrgenommen hat. Wahrzunehmen, dass es Gewalt und böse Taten gibt und dass es unsere Aufgabe ist, auf Opfer zu schauen und ihnen nahe zu sein. Die Liebe ist langmütig und sie freut sich an der Wahrheit.

Text: Bernhard Seiger/APK
Foto(s): APK

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„Wir wissen um die Not der Menschen“

Seit Anfang 2020 wirkt der Kölner Pfarrer Gerd Maeggi als Krankenhausseelsorger in drei katholischen Einrichtungen

„Die Menschen lieben einander nicht nach Konfessionen.“ So schlicht und doch so umfassend lautet die Antwort des Kölner Pfarrers Gerd Maeggi, wenn er gefragt wird, warum er sich als evangelischer Christ in drei katholisch geführten Krankenhäusern als Seelsorger engagiert. Daher kümmert er sich dort ebenso selbstverständlich um christlich geprägte Patientinnen und Patienten, wie um Menschen aller anderen Glaubensrichtungen. „Wir stehen doch in unserem Alltag jederzeit im konfessionellen Dialog – warum also nicht auch in der Seelsorge“, sagt er nachdrücklich.

Seit Februar 2020 wirkt der Pfarrer als Krankenhausseelsorger. Aktuell teilt er seine Zeit zwischen dem Heilig-Geist Krankenhaus in Köln-Longerich, dem St. Franziskus-Hospital in Ehrenfeld und dem St. Vinzenz-Hospital in Nippes, allesamt Einrichtungen der Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria, auf.

„Unser Angebot des Gesprächs wird gerne angenommen.“ Die Grundfragen, die die Menschen bewegten, seien ja im Grunde immer dieselben: „Wir wissen um die Not der Menschen. Schwersterkrankte fragen sich, wie ein guter Gott dieses Leid zulassen kann. Das Pflegepersonal braucht das Gespräch als Kraftquelle, und die Angehörigen der Patienten beruhigt es, in Zeiten der eingeschränkten Kontakte, dass Seelsorger sich um ihre Lieben kümmern.“, hat der Theologe beobachtet.

„Einer alleine würde das gar nicht schaffen“

Seine Zusammenarbeit mit dem katholischen Krankenhauspfarrer, Monsignore Ulrich Hennes, sieht er als großes Glück: „Einer alleine würde das gar nicht schaffen. Ich bin froh darüber, die Seelsorge gemeinsam mit meinen katholischen Geschwistern anbieten zu können.“ Dass aktuell die unglaubliche Unterstützung der Grünen Damen, also der ehrenamtlich Tätigen in der stationären Krankenpflege, aufgrund der Beschränkungen durch die Pandemie fehlt, wird laut Pfarrer Gerd Maeggi überall spürbar. Umso wichtiger sei die interkonfessionelle Zusammenarbeit.

Natürlich gibt es Themen, die dann doch wieder stärker evangelisch geprägt sind, räumt Pfarrer Gerd Maeggi ein. „Wir gehen mit Dingen wie dem Schwangerschaftsabbruch oder dem assistierten Suizid etwas anders um. Wenn also jemand speziell den Austausch mit mir wünscht, besuche ich diesen Patienten.“ Letztlich allerdings gehe es ihm und Ulrich Hennes aber immer darum, einen oftmals belasteten, manchmal sehr traurigen Aufenthalt im Krankenhaus etwas leichter zu machen. Zuhören, Unterstützung bei einem Telefonat mit Angehörigen und – zumindest vor der Zeit der Corona-Pandemie – auch einfach das Halten der Hand der/des Kranken, geben den Patientinnen und Patienten viel Kraft. Zumal sie wissen, dass jedes Gespräch vertraulich bleibt.

Seelsorge mit Instagram, Twitter und Facebook

Wie sehr die vergangenen Monate die Kommunikation verändert haben, wie sehr plötzlich kreative Lösungen nötig wurden, beschreibt der Theologe, wenn er davon erzählt, wie gut er sich im Laufe des Jahres 2020 digital vernetzt hat. „Ich bin ein optimistischer und lösungsorientierter Mensch. Als klar wurde, dass die Kontakte eingeschränkt werden, haben wir sehr schnell über digitale Seelsorge nachgedacht.“ Inzwischen ist der Theologe bei Instagram aktiv, er twittert und postet bei Facebook, um in Kontakt zu bleiben.

Dabei gibt es Situationen, berichtet er schmunzelnd, in denen ihn ein großes Dankeschön erreicht, und der Seelsorger, ob der oftmals fantasievollen Usernamen, nicht weiß, wer da geschrieben hat. Regelmäßig erreichen den Pfarrer mittlerweile aber auch über die digitalen Kanäle Tipps, wer einen Besuch braucht, wem gerade ein Gespräch fehlt.

Mit ganzem Herzen auch vor Ort im Dienst

Denn Besuche waren immer möglich. Zwar in Schutzkleidung und mit Maskenpflicht, doch eingeschränkt wurde der Seelsorger nie. „Ich bekam von Beginn an das Material, das ich brauchte und wurde im Umgang damit sehr gut geschult.“ Trotzdem sei jede Rufbereitschaft mit Herzklopfen verbunden: „Jedes Haus hat etwas andere Regeln, es ist jederzeit ein gewisses Risiko dabei, auch wenn ich regelmäßig auf Covid-19 getestet werde. Die Sorge schwingt ganz klar mit. Doch als Pfarrer bin ich immer im Dienst, und das sehr gerne, mit ganzem Herzen.“

Obwohl der Zwiespalt zwischen der Sorge um das eigene Leben, natürlich auch das der Familie und dem Dienst für die Menschen immer wieder in den Gedanken auftaucht. „Wenn das passiert, finde ich Trost und Kraft im abendlichen Gebet, im Zusammensein mit meinen Kindern.“ Zudem sei es wunderbar, Teil der Krankenhausteams zu sein, sich zugehörig zu fühlen – als evangelischer Seelsorger in katholischen Krankenhäusern, der immer den Menschen in seiner Not im Blick hat und nicht die Konfession.

Mehr über die Krankenhausseelsorge in Köln und Region erfahren Sie hier.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Gerd Maeggi

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Wochenendtipps: Kinderspiele, Mitmachausstellung, Frauengottesdienst und Orgelvesper

In unseren aktuellen Wochenendtipps ist für jede und jeden was dabei. Am Freitagnachmittag lädt die Evangelische Kirchengemeinde Weiden/Lövenich Kinder zu einem digitalen Abenteuernachmittag ein. Die Mitmachausstellung „Mein Kreuz“ in Niederaußem wird am Freitagabend mit Musik und geistlichen Impulen eröffnet. Am Sonntagabend feiert dei Evangelische Kirchengemeinde Buchforst-Buchheim einen Präsenz-Frauen-Gottesdienst unter dem Titel „Die listige Rettung im alten Ägypten“. Alternativ lohnt sich auch der Besuch der Orgelvesper mit Samuel Dobernecker und CityKirchen-Pfarrer Markus Herzberg, die zeitgleich live über YouTube zu sehen sein wird.

Weitere evangelische Veranstaltungen in Köln und Region finden Sie hier.

 

Diakonin lädt zu „Spiele, Spiele, Spiele“ ein ONLINE
Digitaler Nachmittag für Kinder

Unter dem Motto „Spiele, Spiele, Spiele“ lädt die Evangelische Gemeinde Weiden/Lövenich am Freitag, 12. März, 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr, zu einem digitalen Abenteuernachmittag für Kinder ein. Das Angebot ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten. Das nächste Online-Angebot findet am Freitag, 26. März, statt. www.ev-kirche-weiden.de

Mitmachausstellung „Mein Kreuz“ in Niederaußem
Ausstellung kann im Rahmen der Offenen Kirchen besucht werden

Eine Ausstellung mit Geschichten, Erlebnissen und Gedanken rund um das Thema „Kreuz“ wird noch bis Freitag, 2. April, im Rahmen der Ökumenischen Themenreihe „SO!lidarität“ in Bergheim-Ost in der Erlöserkirche Niederaußem, Oberaußemer Straße 80, und in der Pfarrkirche St. Paulus, Paulusstraße 7, zu sehen sein. Die Eröffnung mit Musik und geistlichen Impulsen findet am Freitag, 12. März, 19 Uhr, in der Kirche St. Paulus statt. Danach sind die Exponate im Rahmen der Offenen Kirchen immer sonntags von 15 bis 17 Uhr und mittwochs von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr zu sehen. Unter dem Titel „Mein Kreuz“ waren Gemeindeglieder aufgerufen, sich an der Ausstellung zu beteiligen und ein für sie bedeutsames Kreuz oder ein Foto davon mit der dazugehörigen Geschichte, an die Gemeinde auszuleihen. Die Teilnehmerzahl zur Eröffnung ist begrenzt. www.kirche-niederaussemglessen.de

„Die listige Rettung im alten Ägypten“
Frauen-Gottesdienst in der Auferstehungskirche Buchforst

Das „Zeit-für-Dich“-Team und die Evangelische Kirchengemeinde Buchforst-Buchheim laden am Sonntag, 14. März, 18 Uhr, zu einem Gottesdienst in die Auferstehungskirche in Buchforst, Kopernikusstraße 34, ein. Mit List und Tatkraft gelingt es Frauen im alten Ägypten, ein Kind zu retten. Eigentlich war es dem Tode geweiht. Was hat die Frauen dazu bewegt, sich über Standes- und Glaubensgrenzen hinweg der göttlichen Obrigkeit, dem Pharao, zu widersetzen? Dieser Frage geht Prädikantin Sigrid Halbe mit den Teilnehmenden des Präsenzgottesdienstes auf den Grund. www.ekibubu.de

Orgelvesper mit Samuel Dobernecker und Pfarrer Markus Herzberg ONLINE
Werke von Bach, Rheinberger und Krokenberger erklingen im Gottesdienst

Die Besucherinnen und Besucher erwarten in diesem Gottesdienst Werke von Johann Sebastian Bach, Josef G. Rheinberger und Arno Krokenberger, vorgetragen von Organist Samuel Dobernecker. Die Liturgie wird von Pfarrer Markus Herzberg gestaltet. Die Orgelvesper wird bei YouTube im Livestream gezeigt. www.antonitercitykirche.de

Text: APK
Foto(s): Ebels

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Eindrucksvolle Stille mit Musik im Raum 23 Gotteshäuser standen offen bei der Langen Nacht der Kirchen

„Die Nacht, der Raum, die Stille“: 23 Gotteshäuser in der Kölner Innenstadt waren von 20 Uhr bis 24 Uhr geöffnet bei der „Langen Nacht der Kirchen“.

Und anders als beispielsweise in Hamburg ganz und gar analog und nicht virtuell. Und tatsächlich war an diesem ungemütlichen Freitagabend der eine oder andere unterwegs, um sich von den mit besonderen Lichtern erleuchteten Kirchen verzaubern zu lassen, die Stille auf sich wirken zu lassen.

AntoniterCityKirche

AntoniterCityKirche bei der langen Nacht der Kirchen 2021

So auch Helmut Becker, der aus dem rechtsrheinischen Poll auf die Schildergasse kam, um die sphärische Musik in der AntoniterCityKirche zu erleben.

CityKirchen-Pfarrer Markus Herzberg stand im Foyer und begrüßte die Besucherinnen und Besucher. Der Altarraum war in beinahe mysthisches Licht getaucht, und den Schwebenden von Barlach konnte man in einem ganz neuen Licht sehen.

Farbenfroh und deshalb eindrucksvoll präsentierte sich die AntoniterCityKirche mit dieser gelungenen Mischung aus Beleuchtung und Musik.

Trinitatiskirche

In der Trinitatiskirche waren Pfarrer Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, und der Organist Wolf-Rüdiger Spieler für die geistlichen Impulse mit Orgelbegleitung verantwortlich. Auch dort beeindruckte das Lichterspiel. In einem zarten Lila erstrahlte der Kirchraum, in dem die Stühle auf coronagerechte Abstände gestellt waren. Dr. Bock meditierte zum Thema „Trost“. Den kann in diesen Zeiten wohl jeder gebrauchen.

Kartäuserkirche

Kartäuserkirche, Lange Nacht der Kirchen 2021

In der Kartäuserkirche in der Kölner Südstadt war Pfarrerin Dr. Anna Quaas aus Koblenz per Video zugeschaltet. Sie ist zurzeit im Mutterschutz und hielt ihre geistlichen Impulse digital.

Vor Ort waren Pfarrer Matthias Bonhoeffer und Organist Thomas Frerichs. In der Kartäuserkirche waren die Besucherströme überschaubar. „Vielleicht haben viele gedacht, die Lange Nacht der Kirchen fiele aus“, mutmaßte Bonhoeffer. Sie haben was verpasst.

 

Bahnhofsmission Köln

Leuchtende Mitte in der Bahnhofsmission in Köln
Auch die Bahnhofsmission nahm an der diesjährigen langen Nacht der Kirchen statt. Ein Team von Ehren-und Hauptamtlichen hatten den Abend vorbereitet.
Die Kolleginnen und Kollegen hatten als Impulse Geschichten aus dem Alltag der Bahnhofsmission und Musik mit Gitarre und Cello vorbereitet und den Gastraum der Bahnhofsmission mit Lichtern und Blumen dekoriert.
Insgesamt haben sich 20 Menschen die Geschichten und Musikstücke angehört und für einen stimmungsvollen Abend gesorgt. Aufgrund der begrenzten Platzmöglichkeiten mussten sogar einige wenige Menschen abgewiesen werden, da bereits alle Plätze belegt waren. „Allen Beteiligten hat der Abend viel Freude bereitet“, resümiert Ann Christin Frauenkron, stv. Leiterin der Bahnhofsmission Köln.

Text: Stefan Rahmann/Ann Christin Frauenkron
Foto(s): Stefan Rahmann/Bahnhofsmission Köln

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Ambulanter Hospizdienst der Evangelischen Gemeinde Köln

„In der Kölner Innenstadt sind wir sehr bunt unterwegs. Entsprechend vielfältig sind auch unsere Begleitungen Sterbender und Trauernder“, sagt Beate Meurer, seit 2006 Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes für die Kölner Innenstadt. Natürlich sei die spirituelle Haltung zunächst eine christliche, so die Koordinatorin, jedoch werde die ehrenamtliche Hilfe unabhängig von Konfession, Nationalität oder Lebenssituation geleistet: „Uns ist es wichtig, offen, verlässlich, sensibel und menschlich zu handeln. Wir werten und verändern die Menschen nicht, sondern begleiten sie.“

Unterstützung für Sterbende und Trauernede – Diakoniespende 2020/2021

Der Ambulante Hospizdienst der Evangelischen Gemeinde Köln ist wie viele andere Hospizdienste in seiner Arbeit und der Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Spenden angewiesen. Er ist daher einer von sechs Hospizdiensten, die in diesem Jahr mit der Diakoniespende des Evangelischen Kirchenkreises unterstützt werden. Damit die Spenden verstärkt werden, verdoppelt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region jeden gespendeten Cent bis zu einem Gesamtspendenaufkommen von 100.000 Euro. Hier können Sie direkt spenden.

Die ehrenamtlich Engagierten sind ebenso bunt wie die Kölner Innenstadt, aber: „Der Kern passt. Wir lassen uns stehen, wie wir sind. Wir gehen respektvoll miteinander um und tauschen uns aus.“ Dass die Arbeit in der Hospizbewegung den Blick nicht nur über diesen Austausch weitet, spüren viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler sehr schnell. In den Vorbereitungskursen erfahren die Teilnehmer eine Menge über sich selbst, überdenken die eigene Spiritualität oft ganz neu. Eine Frage stellen sich fast alle: Was hat dieser Dienst mit mir, Gott und der Welt zu tun? Beate Meurer zum Beispiel hat für sich erkannt: „Das Bewusstsein, sterblich zu sein, hilft mir, mich lebendig zu fühlen.“ Im Oktober vergangenen Jahres konnte einer dieser Kurse abgeschlossen werden, neu seit diesen Wochen ist die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, um eine Begleitung mit etwas mehr Sicherheit durchführen zu können.

Angefangen hat die Arbeit der heute rund 50 Ehrenamtlichen mit dem Gedanken von Eva Esche, Pfarrerin an der Kölner Thomaskirche: „Da haben wir als Kirche einen Auftrag. Da müssen wir etwas tun.“ 2002, zur Zeit der Gründung des Dienstes für die Kölner Innenstadt, war Eva Esche im Vikariat, die Hospizbewegung gerade im Werden, auch in der Region Köln. In dieser Zeit wurde vielen Menschen an vielen Orten bewusst, dass Unterstützung für Sterbende und Trauernde wichtig ist, die Hospizarbeit entwickelte sich zu etwas, das wahrgenommen wurde.

Herzenswunsch von Professor Dr. Ingo Froböse

Dieses Wahrnehmen ist auch Professor Dr. Ingo Froböse, einer der diesjährigen Unterstützer der Diakoniespende, wichtig. Der Dozent für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Kölner Sporthochschule sagt: „Gerade die schwierigen letzten Jahre und Monate werden in unserer Gesellschaft immer noch zu stark verdrängt. Es gibt immer nur leuchtende Farben und positive Momente des Lebens, die primär in den Mittelpunkt rücken. Um Menschen in ihrer letzten Lebensphase die Aufmerksamkeit zu geben, die ich meist jenen Menschen gebe, die in der Blüte ihres Lebens stehen, unterstütze ich sehr gerne sämtliche Aktivitäten rund um das Hospiz und die Hospizdienste.“ Die dort geleistete Arbeit sei unendlich wichtig, ist Dr. Ingo Froböse überzeugt, weil sie Menschen in einer der schwierigsten Lebensphasen viel Zuwendung, Mut und Liebe gibt: „Und wenn ich hier eine kleine Unterstützung und einen kleinen Beitrag leisten kann, dann ist mir dies ein Herzenswunsch.“

Der Sportexperte blickt dabei auch auf persönliche Erfahrungen zurück. So berichtet er: „Ich habe meine Eltern in den letzten Monaten ihres Lebens jeweils individuell begleitet und weiß, was diese Nähe für alle Seiten bedeutet und wie wertvoll sie ist. Und im vorigen Jahr habe ich eine Veranstaltung im Hospiz in der Uniklinik gemach. Es war eine riesige Freude zu sehen, mit welch offenen Armen und glücklichen Augen mich die Menschen dort empfangen und begleitet haben. Das sind Momente, die nicht zu vergessen sind.“

Menschen aus der Trauer heraus wieder zurück zum Leben begleiten

Beate Meurer, die seit vielen Jahren als Hospizhelferin und Trauerbegleiterin Erfahrungen gesammelt hat, beschreibt Hospizarbeit so: „Wir begleiten vom Leben zum Sterben und dann aus der Trauer heraus wieder zurück zum Leben.“ Dazu gehört für sie ein Hinsehen, was der Begleitete braucht, aber auch das Finden einer gemeinsamen Sprache. Ein behutsamer Umgang mit den Menschen, die ja gerade in einer Notsituation sind, sei unerlässlich, um das gegebene Vorschussvertrauen nicht zu enttäuschen. Ihre Arbeit als Koordinatorin wird ab Ende März 2021 von Pfarrer David Borgardts, der eine halbe Stelle als Koordinator im Ambulanten Hospizdienst hat, unterstützt.

Für sein Engagement wurde der Ambulante Hospizdienst 2018 mit dem Ehrenamtspreis der Evangelischen Kirche im Rheinland ausgezeichnet und 2019 für den Deutschen Engagementpreis nominiert. In der Laudatio zum Ehrenamtspreis hieß es: „Sie sind da, wenn andere nicht mehr da sind. Sie weichen nicht aus.“ Beate Meurer erinnert sich deutlich an diese Worte aus der Festrede, denn noch immer hört sie oft von Menschen, denen sie von ihrer Arbeit erzählt: „Das könnte ich nicht.“ Dabei ist sie überzeugt, dass jeder die Befähigung hat, in schwierigen Situationen eben nicht auszuweichen, sondern da zu sein.

Hilfe durch Musik

Eine Besonderheit im Ambulanten Hospizdienst ist das Angebot einer Musiktherapeutin. „Da, wo Worte nicht angebracht sind oder nicht mehr funktionieren, kann Musik helfen“, hat die Koordinatorin beobachtet. Sie hat außerdem immer wieder festgestellt, dass es für Angehörige und Freunde wichtig ist, sich gut von den Sterbenden zu verabschieden. „Wenn das gelingt, trägt es ein Stück weit auch durch die Trauerphase. In den Zeiten der Corona-Pandemie wurde das bedauerlicherweise immer schwieriger bis unmöglich.“

Selbstverständlich findet sie es, zur Beerdigung zu gehen, um den verstorbenen Menschen ein letztes Mal wertzuschätzen. Einzelbegleitungen und ein Trauercafé helfen den Menschen, die zurückbleiben, sich verstanden zu fühlen. In den vergangenen Monaten kam es immer öfter vor, dass Beate Meurer nach einer Sterbebegleitung auch um eine Trauerbegleitung der Hinterbliebenen gebeten wurde. Möglich ist das in Einzelbegleitungen, aber dann setzt sie andere Ehrenamtliche ein. „Eine solche Geschichte muss neu geschrieben werden. Dabei ergeben sich ganz andere Gespräche und Ansätze der Hilfestellung.“

www.hospizdienst-koeln.de

Text: Katja Pohl
Foto(s): Mathias Pohl

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ThomasMesse-Online: „Maria Magdalena – Eine Frau tut ihren Mund auf!“

„Maria Magdalena – eine Frau tut ihren Mund auf“ – zu dieser besonderen Online-ThomasMesse für alle Menschen, die auf der Suche sind, lädt das ökumenische Kölner Team ein. Viele Menschen haben sich vielleicht schon einmal Gedanken zu Maria Magdalena, einer außergewöhnlichen Frau aus der Bibel, gemacht. In kurzen Texten, einem Dialog und vielen Gebeten geht der Gottesdienst auf diese Frau aus dem Umfeld von Jesus Christus ein. Die Fürbitten stammen von Menschen, die das Team der ThomasMesse vor der Aufzeichnung gesammelt hatte. In der Premiere der Online-Messe am 7. März 2021 aus der Trinitatiskirche zeigt das Team auch, wie man sich selbst salben kann. Zuschauerinnen und Zuschauer sind eingeladen, sich zum Video etwas Öl zurecht zu stellen.

Die ThomasMesse ist eine Gottesdienstform, die aus Finnland stammt und sich in den letzten Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum verbreitet hat. In Köln wird die ThomasMesse von einem ökumenischen Team vorbereitet und durchgeführt. Zum Arbeitskreis der Thomasmesse Köln gehören neben Pfarrerin Ulrike Graupner auch Manfred Berger, Sabine Berger, Anne Geburtig, Mathilde Kriebs, Ulrike Plath, Martin Stamm und Reinhard Voigt. Die musikalische Leitung hat Thomas Frerichs.

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Das Video sehen Sie am 7. März 2021 ab 18 Uhr

Text: APK
Foto(s): APK

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Rekowski zieht Bilanz der ökumenischen Haftungs- und Hoffnungsgemeinschaft am 10. März 2021

Ein Gespräch mit Manfred Rekowski, dem scheidenden Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und ökumenischen Weggefährtinnen und Weggefährten

Ende März 2021 tritt Manfred Rekowski, nach acht Amtsjahren als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, der zweitgrößten evangelischen Landeskirche, in den Ruhestand. Die Ökumene ist für Manfred Rekowski eine Herzensangelegenheit und prägte seine Amtszeit sehr.

Vor allem die Stationen des Reformationsjubiläums mit zukunftsweisenden Vereinbarungen, aber auch Enttäuschungen und Sackgassen in der ökumenischen Zusammenarbeit zählen zu seinen Erfahrungen. Die beiden großen Kirchen sind für ihn eine ökumenische „Haftungs- und Hoffnungsgemeinschaft“. Das merkt er vor allem in diesen Monaten, wie er in der gemeinsamen Passionsandacht mit Kardinal Woelki in Düsseldorf gesagt hat.

Bilanz in der Kölner Melanchthon-Akademie am 10. März 2021

Die Kölner Melanchthon-Akademie und die Karl Rahner-Akademie haben Präses Rekowski und weitere Gäste zu einem Gespräch eingeladen, in dem wir über seine ökumenische Bilanz sprechen. Frank Heidkamp, jetzt Stadtdechant in Düsseldorf, prägte die gemeinsame Zeit mit Manfred Rekowski in Wuppertal. Mit Claudia Lücking-Michel, stellvertretende Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, verbindet ihn nicht nur ein Gottesdienst auf einem Parkplatz.

Moderation: Dr. Martin Bock (Leiter der Melanchthon-Akademie) Norbert Bauer (Leiter der Karl Rahner-Akademie)


Teilnehmen

Mittwoch, 10. März 2021, 19 Uhr (digital)

Gebühr: 5 €

Anmeldung: anmeldung@melanchthon-akademie.de oder 0221 931803-0

Weitere Angebote der Melanchthon-Akademie finden Sie hier.

Text: EKiR/APK
Foto(s): EKiR/APK

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Das Spiel mit dem Nein – Torsten Krall zur Passionszeit 2021

Mindestens 25 Soldaten ließen 1945 ihr Leben am heutigen Dünnwalder Wildpark. Sie standen zu ihrer Überzeugung, verweigerten sich dem Krieg und dem Töten und wurden infolgedessen standrechtlich erschossen.
 
Torsten Krall ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dünnwald und stellvertretender Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch. Er möchte die Namen derjenigen nicht vergessen, die an diesem Ort ein mutiges „Nein“ aussprachen.
 
Diese Soldaten ließen ihre Entscheidungen selbst im Angesicht des sicheren Todes nicht „blockieren“ und besaßen dabei nichts außer der Hoffnung, dass es am Ende gut und richtig gewesen sein würde. „7 Wochen ohne Blockaden“ –  Motto der diesjährigen Fastenaktion.

 

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Der Text des Videos zum Nachlesen:

Idyllisch ist das hier im Dünnwalder Wildpark. Hier kann man zur Naherholung gut rausfahren. Man steigt nur in die Linie 4, drei Stationen mit dem Bus und dann steht man hier und ist mitten in der schönsten Natur. Aber nicht immer war das hier so idyllisch. Die Stele, die hinter uns zu sehen ist, zeigt, dass es auch andere Zeiten gegeben hat und dass dieser Ort ein anderer Ort gewesen ist.

Als am 21. März 1945 Kurt Eidmann hier herauskam, war das seine letzte Reise. Er wurde nur 18 Jahre alt und wurde hier standrechtlich erschossen. Weil er „Nein“ gesagt hat zum Krieg und zum Töten. Er wollte nicht mehr mitmachen, er hat sich verweigert. Er war nicht der einzige, der hier den Tod fand. Mindestens 25 Soldaten sind hier hingerichtet worden, weil sie „Nein“ gesagt haben, sich verweigert haben.

In der Bibel wird uns etwas Ähnliches erzählt. Da begegnen wir dem Schicksal von den beiden Hebammen Pua und Schifra. Sie bekamen den Auftrag, alle männlichen jüdischen Neugeborenen direkt nach der Geburt zu töten. Auch sie weigerten sich, sie sagten „Nein“, auch als sie von dem damaligen Machthaber unter Druck gesetzt wurden. Heute stehen wir hier an einer Gedenkstätte, heute gucken wir zurück auf dieses Schicksal – aber als diese Menschen damals gerade in dieser Situation waren, da war das für sie eine schwierige, eine sehr schwierige Entscheidung.

Es gab keine Freiheit, mehr zu tun als „Nein“ zu sagen. Und sie hatten wenig Hoffnung, dass ihre Taten etwas ausrichten könnten. Sie wussten nicht: „Bringt das eigentlich wirklich etwas, was ich da tue?“ Heute stehen wir hier und gucken zurück und wissen, die Geschichte hat ihr Urteil über diese Menschen gesprochen. Es ist gut, dass sie so etwas getan haben, sagen wir heute.

Und wir wissen, Gott hat damals schon in dieser Situation auch sein Urteil über diese Menschen gesprochen. Er ist ihnen damals schon zur Seite gestanden. Ich weiß nicht, ob sie es gespürt haben. Ich hoffe es. Gott ist denen gegenüber gerecht, die sich dem Töten und dem Morden verweigern. Wenn ich heute hier entlang gehe, dann freue ich mich und bin auch ein bisschen beschämt, weil ich heute so viele Freiheiten habe, weil ich nicht vor dieser einen Entscheidung stehe und weil ich diesen Ort einfach genießen kann.

Ich spüre den Auftrag und die Verantwortung: Ich möchte die Namen festhalten, auch bei mir sollen sie nicht vergessen sein, weil sie so ein unheimlich mutiges „Nein“ gesagt haben. Und ich möchte mich anstecken lassen von der Hoffnung, die darin liegt. Die Hoffnung, die auch bei Gott ist. Am Ende wird es gut sein. Am Ende wird es gut und richtig gewesen sein, sich so entschieden zu haben. Und am Ende wird das Leben siegen und nicht der Tod und der Krieg. „Dafür werde ich, Dein Gott, sorgen.“

Text: Torsten Krall/APK
Foto(s): APK

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Wochenendtipps: Lange Nacht der Kirchen, Passionsandacht, Bachkantate und Thomasmesse

An diesem Wochenende warten ein paar außergewöhnliche Highlights auf Sie. Am Freitagabend startet die „Lange Nacht der offenen Kirchen“. Gleich fünf unserer evangelischen Kirchen sind mit dabei. Ab 20 Uhr öffnen sie ihre Tore und lassen die Kirche in einem ganz anderem – ebenfalls sehenswerten – Licht erstrahlen. Ein Anblick, der einlädt zu Einkehr und Besinnung. Lassen Sie sich verzaubern und schauen Sie rein! Am Sonntagabend, jeweils um 18 Uhr, haben Sie die Qual der Wahl zwischen der Passionsandacht in der Reformationskirche in Bayenthal, einem Bachkantaten-Gottesdienst in der AntoniterCityKirche und der Premiere, der ersten digitalen Thomasmesse aus der Trinitatiskirche.

Eine Übersicht über alle evangelischen Veranstaltungen in Köln und Region finden Sie hier.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende!


05.03.2021, 20:00
Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
„Lange Nacht der offenen Kirchen“ lädt zu Einkehr und Besinnung ein
Evangelische und katholische Kirchen in der Kölner Innenstadt öffnen ihre Türen

Fünf evangelische Kirchen beteiligen sich am Freitag, 5. März, an der ökumenischen Aktion „Lange Nacht der Kirchen“ unter dem Motto „NachtRaumStille“ und öffnen von 20 bis 24 Uhr für Besucherinnen und Besucher ihre Türen. Mit dabei sind die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, die AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, die Thomaskirche, Neusser Wall/Ecke Lentstraße, sowie die Christuskirche am Stadtgarten, Dorothee-Sölle-Platz 1. In dieser Nacht können die Gebäude durch die einzigartige Atmosphäre der Stille und der Dunkelheit zu Orten der Begegnung mit den Räumen, mit den Kunstwerken und mit sich selbst werden. Pandemiebedingt sind kurzfristige Änderungen und Absagen möglich. Aktuelle Informationen gibt es unter www.nachtraumstille.de. www.nachtraumstille.de

07.03.2021, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Reformationskirche, Mehlemer Straße 29/Ecke Goethestraße, 50968 Köln
Passionsandacht mit Musik in Bayenthal
In der Reformationskirche erklingen Werke von Pergolesi, Bach und Dowland

In der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Bayenthal findet am Sonntag, 7. März, 18 Uhr, in der Reformationskirche, Mehlemer Straße 29, eine musikalische Passionsandacht mit der Altistin Ingeborg Danz und dem Violinisten Peter Stein sowie Kantor Samuel Dobernecker statt. Es erklingen Arien aus Giovanni Battista Pergolesis „Stabat Mater“ und Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ sowie Lieder von John Dowland. Die Liturgie wird gehalten von Pfarrer André Kielbik. www.kirche-bayenthal.de

07.03.2021, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Gottesdienst mit Bachkantate
Präsent und online

Im Gottesdienst in der AntoniterCityKirche erklingt die Kantate „Widerstehe doch der Sünde“ (BWV 54) von Johann Sebastian Bach. Ausführende sind Arnon Zlotnik (Altus) und ein Instrumentalensemble unter der Leitung von Mechthild Brand. www.antonitercitykirche.de

07.03.2021, 18:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Zum ersten Mal: Thomasmesse digital als Video auf YouTube ONLINE
Thema: „Maria Magdalena – eine Frau tut ihren Mund auf“

Die nächste Thomasmesse, ursprünglich für den 22. Februar in der Trinitatiskirche geplant, wird nun erstmals nur digital als Video auf YouTube angeboten. Das Thema am Sonntag, 7. März, 18 Uhr, lautet „Maria Magdalena – eine Frau tut ihren Mund auf“. In der Online-Thomasmesse wird es eine kleine Anleitung geben, wie man sich selbst salben kann. Wer das möchte, kann sich zum Video schauen etwas Öl und eventuell eine Kerze zurechtstellen. Während das Video läuft, besteht die Möglichkeit, im Chat mit dem Team Kontakt aufzunehmen. Die Zugangsdaten sind auf www.thomasmesse.org zu finden. www.thomasmesse.org

Text: APK
Foto(s): Stefan Rahmann

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Die Sinne mit Musik wecken

Der Kölner Kreiskantor Thomas Wegst lädt online zum „Offenen Singen“ ein

Es mag nur ein schlichter Satz sein, doch für viele Menschen hat er große Bedeutung, da er viel Wahres enthält: Mit Musik geht alles besser. Das Hören von Musik beeinflusst die Stimmung, das aktive Singen stärkt das Immunsystem und hilft gegen Durchhänger.

Das weiß natürlich auch der Kölner Kreiskantor Thomas Wegst, Kirchenmusiker der Evangelischen Gemeinde in Köln-Porz. Und so bietet der Kantor seit einigen Wochen ein „Offenes Singen“ per Zoom-Meeting an.

Offenes Singen per Videokonferenz

Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfreuten sich gerade erst wieder am bunten Mix der geistlichen, der frühlingshaften und bekannten Lieder. Sie bewegten sich zum Aufwärmen und Wecken der Sinne vor dem Computer, sangen zum Aktivieren der Stimme Tonleitern und dokumentierten mit lachenden Gesichtern, dass ihnen diese Art der Gemeinschaft die Zeiten des Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen nachhaltig erleichtert.

Dabei ist es gar nicht einmal so, dass die Sangeswilligen sich gegenseitig hören. Bis auf Thomas Wegst und sein Klavier, sind alle anderem stumm geschaltet, hören beim Mitsingen also nur sich, Thomas Wegst und die Klavierbegleitung und sehen dazu Noten und Text. „Das machen wir gezwungenermaßen, wegen der Zeitverzögerung“, erläutert der Kantor. Und richtig, als ein Wechselgesang angestimmt wird und versuchsweise alle hörbar sind, klingen einzelne Stimmen, wie ein Echo nach. Der Freude am Gesang tut das keinen Abbruch.

Thomas Wegst schmunzelt ein bisschen, als er nach dem nächsten Lied, „My way“ von Frank Sinatra, der Runde verkündet: „Ich höre zwar nichts, aber ich finde es großartig, wenn ich eure begeisterten Gesichter sehe.“ Und eine Teilnehmerin kontert breit lächelnd: „Wenn du es gehört hättest – du wärst bestimmt begeistert gewesen!“ Als Reaktion erhält sie viele Daumen hoch-Zeichen der anderen Sänger.

Kontakthalten durch neues Format

Eine Chorprobe ersetze dieses Angebot nicht, betont der Musiker, dafür ist der Lerneffekt einfach zu niederschwellig. „Doch es tut den Sängerinnen und Sängern gut in dieser allgemein eher stillen Zeit. Und es ist ein Versuch, die Mitglieder der Chöre in Kontakt zu halten.“ Das neue Format verbindet alle Generationen, Mitglieder unterschiedlicher Chöre und einzelne Teilnehmer, die einfach mal wieder ihre Stimme erklingen lassen wollten.

Darum ist die Auswahl der Lieder auch wunderbar bunt. Es geht nach Noten in den Frühling, ein bisschen Kirchenmusik ist dabei und ein sehr rhythmisches Ruderlied, das Körperspannung verlangt. „Bei der Auswahl der Stücke achte ich darauf, dass alle auch ein bisschen in Bewegung kommen, denn auch das fehlt aktuell vielen Menschen“, sagt Thomas Wegst und ermuntert, beim nächsten Mal gerne mit dabei zu sein.

Mit dabei sein am 10. März

Denn das „Offene Singen“ findet am Mittwoch, 10. März, um 19.30 Uhr wieder statt. Interessierte erhalten den Zugangslink zum Zoom-Meeting von Thomas Wegst: thomas.wegst@ekir.de.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Rainer Fritzen

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