HEUTE ABEND LIVE in Bedburg und auf Facebook: „Alternative Energien – Wie geht regionale Energieerzeugung?”

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie die Evangelischen Kirchenkreise Köln-Süd und Köln-Nord laden heute Abend um 19:30 Uhr in Bedburg zu einer Diskussion zum Thema „Alternative Energien – Wie geht regionale Energieerzeugung?” ein. Der Kohleausstieg ist in diesem Jahr per Gesetz beschlossen worden. Für die betroffene Region im Westen von Köln bedeutet dies für die kommenden Jahrzehnte eine besondere Herausforderung. Aufgabe ist es, den Ausstieg und den damit zusammenhängenden Strukturwandel zu gestalten und zu begleiten.

Bei der heutigen Veranstaltung aus der Reihe „Kirche diskutiert anders“ werden in Bedburg Expertinnen und Experten über das Thema „Wie kann regionale Energieerzeugung im heutigen Gebiet des Braunkohletagebaus in Zukunft aussehen?“ diskutieren. Gäste auf dem Podium sind Marie-Luise Schaller (Vertreterin der Zukunftsagentur), Sascha Solbach (Bürgermeister Bedburg), Ulrich Bemmann (Leiter Erneuerbare Energien RheinEnergie AG), Joachim Schwister (Beigeordneter Stadt Kerpen), Gebhard Müller (Pfarrer) und Jens Edler-Krupp (Head of Business Development Onshore Wind Germany/ Innogy).

Die Veranstaltung findet am 08.10.2020 um 19.30 Uhr im Ev. Gemeindehaus der Friedenskirche Bedburg, Langemarckstraße 26, 50181 Bedburg statt.

Aufgrund der Hygienerichtlinien in Zeiten der Corona-Pandemie gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen für Besucherinnen und Besucher. Der Abend wird live auf dem Facebook-Kanal www.facebook.com/kirchekoeln übertragen. Zuschauerinnen und Zuschauer können über die Kommentarfunktion Fragen stellen, die an dem Abend aufgegriffen werden.


Folgende weitere Veranstaltung ist geplant:

„Strukturwandel gestalten – Ohne Angst in die Zukunft?!“
05.11.2020, 19.30 Uhr, Evangelische Kirchengemeinde Sindorf, Augsburger Str. 23, 50170 Kerpen-Sindorf

Der Strukturwandel ist schon jetzt in vollem Gange. Wie erlebe ich Wandel, wie gehe ich mit der Veränderung um? Diskussion mit Andreas Büttgen (Buirer für Buir), Reimar Molitor (GF Region Köln/ Bonn e.V.), Simone Drensler (Pfarrerin), Willibert Düster (Umsiedler Epprath) und Michael Eyll-Vetter (Leiter Tagebauentwicklung / RWE Power AG).

Text: APK
Foto(s): APK

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Wochenendtipps: Tag der Restauration und andere Highlights

Am 10.10.20 findet um 11 Uhr eine ganz besondere Veranstaltung statt. Am „Tag der Restauration“ werden weltweit die Türen der Restaurationswerkstätten für Besucherinnen und Besucher geöffnet. In Köln wartet auf demHeumarkt ein ganz besonderes Highlight auf die Besucherinnen und Besucher. Hier wird der „Notfallcontainer“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieser Container ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kölner Notfallverbundes für Archive und Bibliotheken und der städtischen Berufsfeuerwehr. Auch das Archiv des Ev. Kirchenverbandes Köln und Region ist beteiligt.

Uns allen sind noch die schrecklichen Bilder des eingestürzten Stadtarchivs 2009 in Erinnerung. Als Folge bildete sich der Notfallverbund, an dem verschiedene Kölner Archive und Bibliotheken beteiligt sind. Dieser Notfallcontainer ist weltweit einzigartig. Er bietet alles um eine Erstversorgung von Kulturgut bei bspw. Wasserschäden vor Ort durchführen zu können. Seine Mehrfunktionalität bietet nicht nur genügend Platz als Arbeitsraum, sondern auch ausreichend Lagerkapazitäten für die bei einer Havarie notwendigen Materialien. Mit diesem abgeschlossenen Projekt ist ein Meilenstein für die Verbesserung der städtischen Notfallversorgung sowie auch der Prävention von Folgeschäden durch eine nicht sachgerechte und zeitnahe Erstversorgung erreicht worden.


Weitere empfehlenswerte Veranstaltungen in Köln und Region finden Sie in dieser Auflistung:

Chorweiler in Concert – „Tamigu-Trio“

Das „Tamigu Trio“ mit Michael Nachbar (Violine), Tamara Buslova (Piano) und Günther Wiesemann (Perkussion) ist am Freitag, 9. Oktober, 19 Uhr, zu Gast in der Stadtkirche Chorweiler, Pariser Platz 32. Das Trio trägt ein Werk Ludwig van Beethovens, eine Sonate von Johann Sebastian Bach, ein Werk des französischen Barockmeisters Louis-Nicolas Clérambault und anderes vor. Der Eintritt ist frei. www.hoffnungsgemeinde-koeln.de

„Deine Seele will blühen“ – Konzertlesung mit Dania König

In ihren Liedern, Geschichten und poetischen Gedanken spürt Dania König der göttlichen Gegenwart nach und lädt ihr Publikum dazu ein, es ihr gleichzutun: innehalten, hinhören und wahrnehmen. Ihr Alltag als Mutter, Künstlerin und Lebensliebhaberin inspiriert sie dazu. Am Freitag, 9. Oktober, 19.30 Uhr, liest sie in der Evangelischen Kirche Frechen, Hauptstraße 209, aus ihrem neuen Buch „Deine Seele will blühen“ und singt und spielt auserwählte Lieder aus ihren CD-Veröffentlichungen. Der Eintritt ist frei, eine Spende am Ende der Veranstaltung ist willkommen. Plätze können unter E-Mail kulturinderkirche@web.de reserviert werden. www.kirche-frechen.de

Forum Klettenberg: „Was uns trägt“ – Konzert mit Eddi und Willibert Pauels

„Was uns trägt“ – so lautet der Titel des Konzerts von Eddi, ehemals Mitglied der Wise Guys, und Willibert Pauels, katholischer Diakon und Büttenredner im Kölner Karneval. Am Freitag, 9. Oktober, 19.30 Uhr, wird das „beseelende und beflügelnde Programm“ auf die Bühne in der Johanneskirche, Nonnenwerthstraße 78, kommen. Aufgrund der Hygieneregelungen gibt es nur ein begrenztes Platzkontingent. Tickets gibt es ausschließlich im Vorverkauf über die Homepage https://www.tickets.eddihueneke.de/produkte zum Preis von 21 Euro, ermäßigt 13 Euro. www.kirche-klettenberg.de

Lieder- und Lyrikabend in Zollstock – Thema „Liebe und Freundschaft“

Zu einem Lieder- und Lyrikabend zum Thema „Liebe und Freundschaft“ am Freitag, 9. Oktober, 19.30 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Zollstock ein. Im Kirchsaal der Melanchthonkirche Zollstock, Breniger Straße 18, treten unter der Leitung von Barbara Bannasch (Konzeptkonzeption), Achim Wenzel (Gesang und Gitarre), Hartmut Neubauer (Flügel) sowie der Ad-hoc-Chor mit Zollstocktett auf. Der Eintritt ist frei. Um verbindliche Anmeldung im Gemeindebüro per E-Mail Koeln-Zollstock@ekir.de oder per Telefon 0221/93643610 (AB) wird gebeten. www.melanchthonkirche.de

Genossenschaften: Potenziale für Kirchengemeinden – Ein Seminar für aktive Gemeindeglieder

Die Genossenschaftsidee erlebt derzeit eine Renaissance. Für die Entwicklung der Kirchengemeinden und für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil kann sie von Nutzen sein. Das Seminar „Genossenschaften: Potenziale für Kirchengemeinden“ am Samstag, 10. Oktober, 10 bis 17 Uhr, in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, gibt einen ersten Überblick über die Möglichkeiten, sich als Kirchengemeinde in die Entwicklung von Genossenschaften auf kommunaler Ebene einzubringen. Neben einer Einführung in die Prinzipien und Wesensmerkmale von Genossenschaften und der Vorstellung von konkreten Praxisbeispielen stehen die Fragen der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich. www.melanchthon-akademie.de

Jazzkonzert „Night and Day“ – Weltberühmte Jazz-Standards in der Auferstehungskirche Bocklemünd

Am Sonntag, 11. Oktober, 16 Uhr, findet in der Auferstehungskirche Bocklemünd, Görlinger Zentrum 39, ein Jazzkonzert statt. Saskia Bordemann (Gesang), Andreas Lehmköster (Gitarre) und Axel Tillmann (Klavier) bieten ein Repertoire von Jazzstücken an. Dazu gehören Jazz-Standards wie etwa „Night and Day“, „Autumn leaves“ und „All of me“. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Künstler wird gebeten. www.gemeinde-bickendorf.de

Orgelmusik im Altenberger Dom – Organist Christian-Markus Raiser aus Karlsruhe zu Gast

Stilistisch sehr vielfältig ist das Programm von Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser aus Karlsruhe, das am Sonntag, 11. Oktober, 14.30 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz, zu hören ist. Unter dem Titel „Musik – mit und ohne Worte“ bringt er Werke aus drei Jahrhunderten aus Deutschland und Frankreich zu Gehör. Der Organist lehrt an den Musikhochschulen Trossingen und Heidelberg, leitet unter anderem den Bach-Chor Karlsruhe und entwickelte die Stadtkirche Karlsruhe zu einem Zentrum der Kirchenmusik in Baden. Der Eintritt ist frei. www.altenberger-dommusik.de

Text: Schensar/APK
Foto(s): Notfallverbund der Stadt Köln

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Religiosität ist ein lebensnahes Miteinander

Pfarrer Radomír Nosek unterrichtet seit Anfang des Jahres junge Erwachsene am Köln-Porzer Berufskolleg

„Ich dachte immer, Religion sei etwas für Menschen mit großen Problemen“, sagt Pfarrer Radomír Nosek. Dann aber besuchte der heute 46-Jährige als Teenager eine christliche Jugendgruppe in seiner Heimat Třinec im Nordosten Tschechiens und stellte fest: „Die Bibel ist lebensnah und praktisch. Sie hält für jeden etwas bereit, der dafür offen ist. Die Bodenständigkeit der Geschichten, die ich vor gut 30 Jahren entdeckte, fasziniert mich heute immer noch.“

Genau das möchte der Theologe auch seinen Schülerinnen und Schülern am Berufskolleg in Köln-Porz vermitteln. Dort trat er Anfang Februar dieses Jahres seine Stelle als Vollzeitlehrkraft an und steht nun im Dialog mit jungen Erwachsenen in der Ausbildung, die ganz unterschiedliche religiöse und kulturelle Hintergründe einbringen.

Bildungsarbeit

„Das finde ich ungemein spannend. Die große Diversität der religiösen Prägungen ist sehr interessant. Ich unterrichte junge Deutsche aus Köln, Menschen mit türkischem Hintergrund, auch einige mit Migrationshintergrund, und alle bringen ihre Besonderheiten in den Unterricht mit ein“, erklärt der Meckenheimer. Im Bildungswesen mit jungen Leuten zu arbeiten, habe ihn immer gereizt. Denn es sei ihm stets wichtig gewesen, zu vermitteln, dass Religiosität kein Gegeneinander sei, sondern ein Miteinander.

„Wir alle sind füreinander eine Bereicherung. Wir brauchen den Dialog, um nicht sprachlos nebeneinander zu leben und uns so fremd zu bleiben“, ist Radomír Nosek überzeugt. Die Antworten auf die Fragen „Wer ist das eigentlich da neben mir? Wie tickt dieser Mensch, und was hat ihn geprägt?“, die im Unterricht erörtert würden, setzten oft nicht nur seine Schülerinnen und Schüler, sondern auch ihn in Erstaunen, sagt er voller Begeisterung.

Studium

Theologie studierte der Pfarrer nach dem Abitur in Tschechien ab dem Wintersemester 1992 zunächst in Prag, später in Straßburg. Um seine Studien in Frankreich fortsetzen zu können, lernte er Französisch und sicherte sich so ein Alleinstellungsmerkmal, das ihm den Weg zum Stipendium erleichterte. „Eine neue Sprache zu lernen, fällt mir relativ leicht“, verrät er schmunzelnd.

Ein Schwerpunkt seiner Studien war die böhmische und tschechische Kirchengeschichte, die sehr besonders und fesselnd sei, wie der Pfarrer betont. Schon Straßburg erfüllte ihm den Wunsch, in die Welt zu gucken, den er seit seiner Jugend hegte: „Wir hatten damals als Jugendliche kaum eine Möglichkeit, zu reisen. Darum war das immer meine Sehnsucht.“

Das Vikariat führte ihn dann nach Deutschland, denn seine Frau, ebenfalls Pfarrerin und Lehrerin an einem Gymnasium, ist Deutsche. In Essen-Kray prägte er als Vikar das Gemeindeleben, den Probedienst absolvierte er an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal und schließlich in der Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg.

Pfarrstellen

2011 wechselte er nach Meckenheim in der Voreifel, um sich dort ab 2015 mit Pfarrerin Ingeborg Dahl eine Stelle zu teilen. „Das war eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Vielfalt innerhalb der Gemeinde habe ich sehr genossen, aber auch in dieser Zeit immer am liebsten mit Jugendlichen gearbeitet und Gedanken ausgetauscht“, blickt er zurück.

Zu seinen Aufgaben gehören heute auch gelegentliche Predigtdienste, doch aktuell startet er in eine Fortbildung innerhalb der Pädagogik und konzentriert sich darauf, den Schülerinnen und Schülern des Porzer Berufskollegs zu zeigen, wie gut die biblischen Geschichten – auch an ganz unerwarteten Stellen – in ihr Leben passen.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Radomir Nosek

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Kirchenmusikalische Arbeit in Zeiten der Pandemie

Ein Gespräch mit der Kreiskantorin und den Kreiskantoren der vier Kirchenkreise in Köln und Region

Wie funktioniert eigentlich kirchenmusikalische Arbeit in den Zeiten der Corona-Pandemie? Um das herauszufinden, haben die Kreiskantorin Barbara Mulack (Köln-Süd) und die drei Kreiskantoren Johannes Quack (Köln-Mitte), Thomas Pehlken (Köln-Nord), Thomas Wegst (Köln-Rechtsrheinisch) einen Fragebogen entwickelt und ihn an die haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker der 56 Gemeinden des Kirchenverbandes geschickt. 40 Gemeinden haben diese Gelegenheit genutzt und sich an der Umfrage beteiligt.

Aus den angegebenen Antworten wurde deutlich, dass die von allen Gemeinden eingehaltene Corona-Schutzverordnung des Landes NRW zwar deutliche Veränderungen mit sich brachte, aber auch viele kreative Ideen in Gang setzte. Dass die Bedingungen vor Ort in jeder Gemeinde sehr individuell sind, war den Fragenden klar. „Im Ergebnis bildet der Fragebogen eine rheinische Vielfalt im Umgang mit der aktuellen Situation ab“, sind die Kantoren sich daher einig. Ergänzend sagt Barbara Mulack: „Jeder tut das, was er in seiner Kirchengemeinde tun kann. Sei es die Andacht vor dem Seniorenheim oder die Probe in Kleingruppen, damit das Chorleben nicht zum Erliegen kommt. Das Singen fehlt den Kindern wie den Erwachsenen. Vielleicht schätzen wir es darum zukünftig ja tatsächlich mehr wert.“

Was den Menschen fehlt

Denn das ist etwas, das sich bei der Auswertung der Fragebögen zur Situation der Chöre aller Generationen, zur Lage der Posaunenchöre und zur Umsetzung von Gottesdiensten und Konzerten, schnell zeigte: Den Menschen fehlt das Miteinander beim Singen, Proben und bei Auftritten. So erläutert Thomas Pehlken, es sei schwierig, die Motivation zur Probenarbeit aufrecht zu erhalten, wenn nicht zielorientiert, zum Beispiel auf ein Konzert hin, gearbeitet werde.

Auch der Umgang mit der Situation sei bei den Erwachsenen sehr individuell. Manche fieberten der ersten Probe nach der Zwangspause entgegen, andere sind weiterhin zurückhaltend. Hygienekonzepte gab es nach den Sommerferien in allen Gemeinden, wie Barbara Mulack bestätigt. Darum haben fast alle Chöre ihre Proben wieder aufgenommen. Aber eben unter neuen Bedingungen.

Neue Ansätze

„Kleine Gruppen – große Gebäude“ scheint neben der Alternative, im Freien zu üben, eine sehr oft genutzte Möglichkeit zu sein. Denn wie es sich gezeigt hat, sind digitale Proben via Videokonferenz kaum möglich. Zu sehr behindern kleinste Verzögerungen in den Übertragungen das Miteinander der Stimmen. Auch Freiluft-Proben erwiesen sich durch die schlechte Akustik als wenig praktikabel. Proben in Teilgruppen wurden hingegen vielerorts angesetzt. So zum Beispiel im Altenberger Dom, wie Thomas Wegst berichtet.

Dort proben nun nicht die einzelnen Stimmen der Domkantorei miteinander, sondern Kleingruppen mit jeweils allen vier Stimmen. Eine spannende Herausforderung für die Sängerinnen und Sänger, die jetzt stets absolut präsent sein müssen. Ein neuer logistischer und zeitlicher Aufwand für Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner.
Die Leiterinnen und Leiter der Kinderchöre haben mit dem Nachwuchs Bewegungslieder einstudiert, Instrumente ausprobieren lassen und Geschichten verklanglicht. Als einigermaßen entspannt beurteilten die vier Kirchenmusiker die Situation der Posaunenchöre und Instrumentalisten. Denn Aerosole setzen sie deutlich weniger frei als Chöre. Demnach konnten auch sie mit dem gebotenen Abstand ihre Arbeit wieder aufnehmen. Ähnlich gehe es den Flötenkreisen, so die Kantoren.

Schattenseiten

Bedenken äußerte die Gesprächsrunde im Hinblick auf die kommende kalte Jahreszeit. Trockene Heizungsluft in den Kirchen fördere vermutlich die Ausbreitung der Aerosole. Singen sei dann wieder ein Problem. Wie diese Problematik die Weihnachtsgottesdienste betreffe, sei noch gar nicht abzusehen, betonen die Kirchenmusiker. Freiluft-Gottesdienste sind in Planung, ebenso wie kleinere Gottesdienste mit weniger Menschen. Schwierig für die Gemeinden, existenziell bedrohlich für freiberufliche Musiker, deren Auftritte weiterhin wegfallen könnten. „Wir wissen um deren Situation und versuchen sie, so gut es uns möglich ist, zum Beispiel mit solistischen Aufgaben, zu unterstützen“, sagt Johannes Quack.

In der Kölner Antoniter-Kirche, wo er als Kantor tätig ist, werden seit einigen Wochen Formate wie der Jazzgottesdienst und die Orgelvesper regelmäßiger als üblich angeboten. „Statt des Gemeindegesangs, laden wir zum Zuhören ein.“ Das sei ein – immerhin teilweise – positiver Aspekt der Corona-Zeit.

„Die Orgel hat gerade einen ganz neuen Stellenwert. Sie verleiht dem Gottesdienst Festlichkeit, wenn der Gesang fehlt. Natürlich bedeutet das für uns Kantoren einen Mehraufwand, der sich aber lohnt.“ Am Ende des Gesprächs wurde klar, dass das Singen und Musizieren vielen Menschen gefehlt hat und immer noch fehlt, dass aber ebenso viele Menschen kreative Lösungen erarbeiten und immer neue Ideen entwickeln, um die Kirchenmusik über die Corona-Pandemie hinweg lebendig zu halten.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Ebels

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Schulstart mit Hindernissen – Archivale des Monats September

Im letzten Monat sind die Schulferien in NRW zu Ende gegangen. Viel wurde darüber diskutiert, wie der Schulstart unter Corona-Bedingungen vonstatten gehen soll, mit oder ohne Maske. Besonders bei so heißen Tagen wie wir sie im August erlebt haben, eine Qual für die Schüler/innen sowie für das Lehrpersonal. Glück gehabt, wenn Unterricht auch an der frischen Luft stattfinden kann, wie es für manche Unterrichtsstunden von Schülervertretungen vorgeschlagen wurde.

Was für Schülerinnen und Schüler in der heutigen Zeit schon fast zum Alltag gehört, dass Unterricht auch im Freien stattfinden kann, war für Schülerinnen und Schüler Anfang des 20. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit.

Evangelische Elementarschule am Großen Griechenmarkt

Stadtplan von Köln ca.1928/29. In die rot markierte Fläche ist die neue Schule eingezeichnet. Von links nach rechts Fuhrpark, Schulneubau, Elektrizitätswerke, gestrichelte Fläche potentielle Erweiterungsfläche für die Schule. Die gelb markierte Fläche symbolisiert das alte Schulareal.

Zum Diskussionsthema wurde diese Form des Unterrichts beim Neubau der evangelischen Elementarschule am Großen Griechenmarkt, vorheriger Standort in den Antoniterstr. 27/29. Der Neubau der Schule wurde notwendig, da die Stadt Köln einen Straßendurchbruch von West nach Ost, also Neumarkt-Cäcilienstr, Blindgasse-Hohestr. geplant hatte. Das alte Schulgebäude, errichtet 1871, sollte abgerissen werden.

Das städtische Vorgehen sorgte innerhalb der evangelischen Gemeinde und besonders bei der Elternschaft für Widerstand. Sie forderten einen Ersatzbau bzw. Neubau für das abzureißende Schulgebäude, welches sehr zentral lag und damit gut sowie schnell für Schülerinnen und Schüler zu erreichen war. Dieser Ersatzbau sollte modernen Anforderungen genüge tun und vor allem viel Licht und genügend frische Luft während des Unterrichts ermöglichen. Besonders da der überwiegende Teil der Kinder aus armen Familien stammte, deren Wohnungen meist weder Fenster noch Tageslicht besaßen.

Diese Forderungen sollten darüber hinwegsehen lassen, dass dieser Abriss die evangelische Schülerschaft gegenüber ihren katholischen Schülern benachteiligte. Es gab in Köln mehr katholische Schulen als evangelische Konfessionsschulen und damit auch mehr Möglichkeiten für Eltern ihre Kinder in eine für sie örtlich besser gelegene Schule zu schicken.[1]

Der weite Schulweg zum gr. Griechenmarkt barg auch die Sorge der evangelischen Gemeinde, dass viele Eltern ihre Kinder auf andere näher gelegene, von der Konfession unabhängige, Schulen schicken würden und somit ein Fortbestehen der evangelischen Konfessionsschule in Gefahr wäre. Diese Sorge basierte auch auf dem kurz zuvor stark diskutierten Reichsschulgesetz 1928, welches dem Gemeinschaftsschulwesen einen höheren Stellenwert beimaß als den Konfessionsschulen. Die Umsetzung des Gesetzes scheiterte. Nichtsdestotrotz sorgte sich die evangelische Elternschaft um das Fortbestehen dieser Schulform.

Ein Schulhof auf dem Dach des neuen Schulgebäudes

Es gelang letztlich eine Einigung zwischen der evangelischen Gemeinde, der Elternschaft sowie der Stadt Köln zu erzielen. Die Stadt plante ein neues Schulgebäude für 16 Klassen. Begonnen wurde mit dem Mädchentrakt, der sechs Klassenräume, einen Handarbeits- und einem Hauswirtschaftsraum sowie Frühstücksraum enthielt. Hinzu kamen noch ein Kinderhort, ein Arztzimmer sowie einige andere Nebenräume und die Rektorwohnung. Ein Trakt für die Unterrichtung der Jungen sollte auch folgen. Alle Räume besaßen eine große Fensterfront, die die Zufuhr von frischer Luft sowie Tageslicht garantierte.[2]

Geplant war zudem eine Spielfläche für die Schulkinder auf dem Dach der Gebäude, da der innenliegende Schulhof zu wenig Platz für die Vielzahl der Schülerinnen und Schüler bot. Heute kaum noch vorstellbar, ein Schulhof auf dem Dach des Schulgebäudes. Auf eben jenem Dach sollte auch die Möglichkeit geschaffen werden durch Abtrennung einer bestimmten Fläche Unterricht im Freien stattfinden zu lassen.

Nach einigen Verzögerungen konnte das neue Schulgebäude als Unterrichtsort ab Dezember 1930 benutzt werden.


Alle Darstellungen stammen aus dem Bestand ev. Gemeinde Köln 34-4-1,5 bis,7

[1] Eine Auflistung der evangelischen Konfessionsschulen bietet B. Becker-Jákli: „Fürchtet Gott, ehret den König“, S.280-284.

[2] An evangelischen Konfessionsschulen war eine Trennung der Geschlechter im Unterricht wie an katholischen Schulen meistens nicht der Fall. Gründe dafür waren, dass es zu wenig evangelische Lehrerinnen gab, die die Mädchen getrennt von den Jungen hätten unterrichten können sowie zu wenig Räumlichkeiten.

Text: Stefanie Schensar
Foto(s): Stefanie Schensar

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Welttag der Suizidprävention – Kirchen unterstützen neues Kölner Netzwerk

Aus Anlass des „Welttags der Suizidprävention“ hatte sich das noch junge Kölner Netzwerk für Suizidprävention „überLEBENswert“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu den Mitgliedern des Netzwerks gehören auch die Evangelische und die Katholische Telefonseelsorge Köln.

Der katholische Stadtdechant Msgr. Robert Kleine und der evangelische Stadtsuperintendent Bernhard Seiger unterstützen das Netzwerk als Botschafter mit einem gemeinsamen Statement:

„Wenn ein Mensch für sich und sein Leben keine Perspektive mehr sieht, dann braucht er niemanden, der ihm zuruft: „Das wird schon wieder!“ Er braucht dann vielmehr Menschen, die seinen Schmerz sehen, sich Zeit zum Zuhören nehmen, die ihn auffangen und halten können. Und die mit ihm oder ihr gemeinsam versuchen, zurückzufinden ins Leben, Hoffnung und neue Perspektiven zu entwickeln. Wir sind froh und dankbar, dass im Kölner Netzwerk für Suizidprävention zahlreiche Menschen und Institutionen zusammengeschlossen sind, die Menschen Schritt für Schritt dabei begleiten, dass sie ihr Leben wieder lebenswert finden können.“

Hilfe in suizidalen Krisen

Das Netzwerk wurde 2019 gegründet und ist ein Zusammenschluss von derzeit acht Kölner Organisationen sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen seelische Gesundheit, Psychiatrie, Krisenhilfe sowie psychologische und psychiatrische Versorgung und Betreuung. Ziel des Netzwerks ist es, Menschen in psychischen Krisen, mit psychischen Erkrankungen und insbesondere in suizidalen Krisen zu unterstützen. Es sollen Hilfsangebote und Kontakte aufgezeigt werden, um Betroffene, Angehörige, die Öffentlichkeit sowie Berufsgruppen, die mit Suizidalität konfrontiert werden, darauf aufmerksam zu machen, wohin man sich wenden kann und wie man mit Suizidalität angemessen umgeht. So soll gleichzeitig zur Entstigmatisierung und damit zu einem offenen Umgang mit dem Thema beigetragen werden. Dazu dient auch die neue Website, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Weitere Informationen unter www.ueberlebenswert.de

Text: Evangelische Kirchenverband Köln und Region/Katholisches Stadtdekanat Köln
Foto(s): Annika Bocks / APK

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Kirche2go: was ist die Bibel?

Was ist die Bibel? Was steht da drin und wie lese ich dieses Buch eigentlich? Für einige ist es ein Werk mit sieben Siegeln – also ein Buch, das uns in vielen Bereichen verschlossen bleibt. Aber ist das wirklich so? Ist das, was in der Bibel steht alles wörtlich zu verstehen? Welche Interpretationsspielräume habe ich beim lesen? Pfarrer Nico Ballmann begibt sich auf eine kleine Reise durch sein Bibelverständnis. Auf die Frage, ob die Bibel zeitgemäss oder alles wörtlich zu verstehen ist, hat er Antworten gefunden, die persönlich sind und dazu einladen, die Bibel mal wieder in die Hand zu nehmen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Welchen Zugang er persönlich zur Bibel hat erklärt uns Nico Ballmann bei #Kirche2go

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Den ganzen Beitrag zum Nachlesen:

Was ist die Bibel? Erst mal ein Buch, über das sich ganz ganz viele Menschen schon Gedanken gemacht haben und das ganz ganz ganz vielen Menschen sehr wichtig ist. Und wenn man über die Bibel nachdenkt, dann stellt man sich früher oder später die Frage, wie man die eigentlich liest. Ist das verbal inspiriertes Wort Gottes, also hat Gott Menschen diese Texte eingegeben und die haben die aufgeschrieben? Oder ist es so, dass die Bibel über einen längeren Zeitraum entstanden ist? Darüber streiten sich ganz ganz viele Menschen. Ich persönlich glaube, dass wir es da mit einem Buch zu tun haben, das eine ganz lange und berührende und bewegte Geschichte hinter sich hat. In dem viele verschiedene Menschen ihre Beziehung mit Gott, das, was sie mit Gott erlebt haben, niedergeschrieben haben. Ich persönlich glaube, dass es dabei gar nicht so sehr darum geht, ob das, was da geschrieben steht, so eins zu eins passiert ist. Für mich ist es gar nicht so wichtig zu fragen, ob Moses jetzt wirklich am Meer stand und dann tatsächlich irgendwie sich das Meer geteilt hat, sondern mir geht es eher darum, was das transportiert, was da für ein Gefühl, was für ein Vertrauen da transportiert wird. Und ich glaube, wenn man die Bibel so liest als ein Buch voller Geschichten von Menschen mit Gott, dann scheint durch dieses Buch auch immer wieder etwas durch. Damals, heute, für uns und zwar etwas von dem was dieser Gott sein kann. Für mich für Dich. Und was er eventuell mit uns vor hat. Was ist die Bibel? Ein großes Buch, ein Buch voller Geschichten. Glauben, mit dem man nie wirklich fertig ist, mit dem man nie zu Ende ist. Ein Buch das man ja auch jeden Tag immer wieder aufschlagen kann, immer wieder neue Dinge findet, weil da etwas mitschwingt von den Geschichten von damals heute in unsere Welt. Bibel ein spannendes Buch.kir

Text: APK/Ballmann
Foto(s): APK/Thorsten Levin

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Wochentipps: Open-Air-Konzerte, Beethoven, Frauengottesdienst und Vortrag

Einige Highlights finden in den kommenden Tage statt. Darunter Musik unter freiem Himmel im Atrium der Lutherkirche in der Kölner Südstadt und der Frauengottesdienst des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, der unter der Überschrift „Maria – Mitten unter uns?“ gefeiert wird. Für Bonhoeffer-Interessierte wird es am Dienstag einen spannenden Vortrag von Hellmut Schlingensiepen geben, der in der Melanchthon Akademie stattfinden wird. Das Titelfoto zeigt  die Evangelische Versöhnungskirche in Köln-Rath-Ostheim. Hier ist das „Tamigu Trio“ zu Gast, die sich mit ihrer Musik Ludwig van Beethoven nähern.

Alle Veranstaltungen der kommenden Tage finden Sie hier.


09.2020, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt
„Aus der Luft und den Saiten“ – Open-Air-Konzert
Musik für Stimme und Geige in der Lutherkirche Südstadt

Mezzosopranistin Marta Wryk und Violinist David Johnson tragen am Samstag, 12. September, 18 Uhim Atrium der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, Musik für Stimme und Geige von Heitor Villa-Lobos, Ralph Vaughan Williams, Gustav Holst und Alan Hovhaness vor. Das Open-Air-Konzert steht unter dem Motto „Aus der Luft und den Saiten“. Der Eintritt kostet 15 Euro im Vorverkauf und 20 Euro an der Abendkasse. Tickets gibt es unter www.lutherkirche.ticket.io. www.lutherkirche-suedstadt.de

12.09.2020, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim
Versöhnungskirche Rath, Erlöserkirchstraße 1, 51107 Köln
Annäherungen an Beethoven
„Tamigu Trio“ zu Gast in der Versöhnungskirche in Köln-Rath

Musik aus verschiedenen Epochen für Violine, Orgel, Klavier, Sprecher und Schlaginstrumente trägt das „Tamigu Trio“ am Samstag, 12. September, 18 Uhr, in der Versöhnungskirche Rath, Erlöserkirchstraße 1, vor. Michael Nachbar, Tamara Buslova und Günther Wiesemann nähern sich in ihrem Konzert der Musik von Ludwig van Beethoven an. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. www.kirchengemeinde-rath-ostheim.de

13.09.2020, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Buchforst-Buchheim
Auferstehungskirche, Kopernikusstraße 36, 51065 Köln
„Maria – Mitten unter uns?“
Frauengottesdienst des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch

Am Mirjamsonntag, 13. September, 18 Uhr, lädt der Evangelische Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch zur Feier eines Frauengottesdienstes in die Kulturkirche Ost in Köln-Buchforst, Kopernikusstraße 34, ein. Der Mirjamsonntag hat in diesem Jahr die Person „Maria“ zum Thema. Sie ist eine der populärsten, wenn nicht sogar die populärste Frauengestalt des Neuen Testamentes. Und gleichzeitig scheiden sich an ihr die Geister. Der Gottesdienst wird vorbereitet vom „Zeit-für-Dich“-Team gemeinsam mit dem Evangelischen Referat für Jugend, Frauen und Männer und bezieht die Besucherinnen und Besucher in das Geschehen mit ein. Im Anschluss an den Gottesdienst können sich die Teilnehmenden an einer Diskussion auf Abstand beteiligen. www.ekibubu.de

13.09.2020, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt
„Gefyra“ – griechisch-deutsches Bandprojekt
Hofkonzert mit irischem Folk in der Lutherkirche

„Gefyra“ heißt auf Deutsch Brücke und ist der Name eines griechisch-deutschen Bandprojekts. Am Sonntag, 13. September, 18 Uhr (Einlass 17 Uhr), gibt die Band ein Open-Air-Konzert im Atrium der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4. Ihre musikalischen Wurzeln liegen überwiegend im griechischen Folk. Inspirationen aus dem Balkan lässt die Akustikformation durch ihre Musiker aus der Türkei, Kurdistan und Albanien einfließen. Schauspielerin Anna Röser begleitet das völkerverbindende Konzept und stellt es beim Hofkonzert vor. Der Eintritt kostet 18 Euro im Vorverkauf und 24 Euro an der Abendkasse. Tickets sind unter www.lutherkirche.ticket.io erhältlich. www.lutherkirche-suedstadt.de

15.09.2020, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Dietrich Bonhoeffer und die „Harlem Renaissance“
Vortrag von Hellmut Schlingensiepen in der Melanchthon-Akademie

Dietrich Bonhoeffer war ab September 1930 für ein knappes Jahr als Student in New York. Neben dem Studium verbrachte er viel Zeit mit seinem afro-amerikanischen Freund Al Fisher in der Abyssinian Baptist Church in Harlem. Schon bald unterrichtete Bonhoeffer in der Sonntagsschule und leitete einen Bibelkreis. Hellmut Schlingensiepen spricht in seinem Vortrag in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, am Dienstag, 15. September, 19 bis 21 Uhr, über diese Zeit und wie Dietrich Bonhoeffer einem neuen „Schwarzen Bewusstsein“ in Musik, Malerei und Literatur begegnet ist, das sich in den 20er Jahren entwickelt hatte: der „Harlem Renaissance“.  Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich. www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): Celia Körber-Leupold

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Halb-Frauentag war ein voller Erfolg

40 Frauen trafen sich im Trinitatis-Gemeindezentrum in Neubrück

Die biblische Figur Rebecca stand im Mittelpunkt des Frauentages im Neubrücker Trinitatis-Gemeindezentrum. „Wir nennen es einen Halb-Frauentag“, erklärte Ute Verch vom Referat für Jugend, Frauen und Männer des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch den virenbedingt unorthodoxen Ausdruck.

Verch hatte die Projektleitung inne. Eigentlich war der Plan gewesen, vormittags und nachmittags jeweils einen halben Frauentag zu veranstalten, um die Zahl der jeweils  beteiligten Frauen überschaubar zu halten. Dann hatte sich jedoch herausgestellt, dass die Zahl der Anmeldungen nicht so hoch war wie bei den zwei Frauentagen im Kirchenkreis in den vergangenen Jahren. Also machte Ute Verch aus der Not eine Tugend, rief alle Frauen an, die sich für den Vormittag angemeldet hatten, und fragte sie, ob sie auch nachmittags kommen könnten. Bis auf eine waren alle einverstanden. Und so trafen sich also 40 Frauen in Neubrück zum Halb-Frauentag. Und der stand unter dem Motto „Willst du mit mir gehen?“

„Willst du mit mir gehen?“

So wie Rebecca, die dem Knecht folgte, den Abraham ausgesandt hatte, um nach einer Frau für seinen Sohn Isaak zu suchen. Er traf Rebecca an einem Brunnen vor der Stadt Nahors und als er sie bat, aus ihrem Krug trinken zu dürfen, und sie antwortete, sie werde auch seine zehn Kamele tränken, wusste der Knecht, dass sie die Richtige war. Denn Abraham hatte ihm mit auf den Weg gegeben, dass Gott der Herr einen Engel senden würde. Der Knecht schenkte Rebecca einen silbernen Ring und zwei goldene Armreifen. Rebeccas Familie war mit dem Arrangement einverstanden. „Das kommt vom HERRN, darum können wir nichts dazu sagen, weder Böses noch Gutes. Da ist Rebecca vor dir, nimm sie und zieh hin.“

In einer kleinen Text-Collage wurde Rebecca als selbstbewusste, selbstständige und widerständige Frau beschrieben. „Ja, sie will mitgehen.“ Und da spielte es keine Rolle, dass sie möglicherweise ge- und verkauft wurde. Im Gegenteil: Ihr sei angesichts des Reichtums der Familie Abrahams klar gewesen: „Mir wird es gut gehen. So wertvoll bin ich dem Isaak.“ Und sie fühlte sich von Gott ausgesucht. „Ich bin Rebecca. Gott hat mich erwählt. Ich bin die Richtige für das Land, das Gott verheißen hat.“

Sich auf den Weg machen

Superintendentin Andrea Vogel nahm in ihrem Grußwort das Rebecca-Motiv auf. Sie sei eine Frau gewesen, die unterwegs war. „Wir sind mit Corona unterwegs, und wir wissen nicht, wo wir ankommen.“ Und direkt an die Frauen gewandt: „Sie haben sich auf den Weg gemacht, um wieder Gemeinschaft zu erleben.“ Wer sich auf den Weg mache, laufe Gefahr, falsch abzubiegen. Dann könne der Weg nicht so geradlinig sein wie erhofft. Aber Umwege eröffneten eben auch häufig völlig neue Perspektiven. Wer sich auf den Weg mache, habe oft die Sehnsucht, etwas auszuprobieren. „Gehen Sie heute gut miteinander um. Finden Sie neue Wege. Und ich wünsche Ihnen Gelassenheit und die Offenheit, auf einander zuzugehen.“

Dazu hatten die Frauen unter anderem die Gelegenheit in vier Workshops. Unter Anleitung von Bärbel Hammer-Schäfer wurde getrommelt, Petra Kempe und Ute Verch zeigten, wie Drähte, bunte Steine und Schrauben dank der Bearbeitung durch einen Plasma-Schneider zu Kunstwerken werden. Über Lebens-, Irr- und andere Wege kamen die Frauen im Workshop von Larissa Schmitz ins Gespräch. Und um „Sehnsucht von bitter bis süß“ ging es bei Ulrike Plath. Ute Verch zog ein durch und durch positives Fazit des Nachmittags im Trinitatis-Gemeindezentrum: „Die Frauen haben diesen Nachmittag sehr genossen. Es hatte für sie einen hohen Stellenwert, dass das stattgefunden hat. Das konnte man auch daran abmessen, dass sich ganz viele Frauen für die Vorbereitung gemeldet haben.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Besondere Gottesdienste am Sonntag, 6. September

„Die Gott“

Wie verändert gerechte Sprache über Gott unser Gottesbild und den Glauben? Pfarrerin Eli Wolf & Team stellen sich der Frage „Was geschieht, wenn wir Gott als Lebendige ansprechen oder Ewige loben?”. „Zwischenruf“, so heißt der politische Gottesdienst, den sie am Sonntagabend um 18 Uhr an der ChristusKirche am Stadtgarten feiern.
Schauen Sie vorbei und machen Sie sich selbst ein Bild: www.christuskirche-mitten-im-leben.de

In den 56 Kirchengemeinden in Köln und Region werden auch viele weitere Gottesdienste gefeiert. Eine kleine Auswahl besonderer Gottesdienste, an denen Sie morgen teilnehmen können, finden Sie in dieser Übersicht. Viel Vergnügen!

Eine vollständige Übersicht über alle Gottesdienste finden Sie hier.


KIK – Kleinkindergottesdienst
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen

um 9:30 Uhr in der der Andreaskirche Schildgen, Voiswinkler Straße 40, 51467 Bergisch Gladbach-Schildgen

Garten-Zelt-Gottesdienst
der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Deutz/Poll

um 10 Uhr auf der Gemeinde-Wiese in Poll
bei Regen in der Kapelle der Stille

Gottesdienst mit Konfirmationsjubiläum
der Evangelischen Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim

um 10:30 Uhr in der Immanuel-Kirche und auf der Empore
Bonhoefferstr. 8, 51061 Köln und [ONLINE]

Gottesdienst mit amnesty international
der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide

um 10:30 Uhr in der Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, 51069 Köln

Freiluftgottesdienst mit Verabschiedung und Einführung neuer Presbyterinnen und Presbyter
der Evangelische Kirchengemeinde Sindorf

um 10:30 Uhr im Ev. Gemeindezentrum Sindorf, Augsburger Straße 23, 50170 Kerpen

Gottesdienst mit Orgelimprovisationen zu „Veni creator spiritus“ mit Frank Stanzl
der Evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf

um 11 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Junkersdorf, Birkenallee 20, 50858 Köln (Anmeldung zum Gottesdienst erforderlich. Bitte Mund-Nasenmaske nicht vergessen.)
www.ekir.de/junkersdorf

„Gottesdienst mit Eintrittskarte“
der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes

um 11 Uhr in der Lutherkirche, Siebachstraße 85/ Merheimer Straße 112, 50733 Köln und [Online]
www.lutherkirche-nippes.de/termin/gottesdienst-lk-200906/

Dankesgottesdienst mit Ehrung der ehrenamtlich Mitarbeitenden „20 Jahre Besuchsdienst”
der Evangelische Kirchengemeinde Kerpen

um 11 Uhr in der Johann Bugenhagen-Kirche, Kerpen-Blatzheim, 50171 Kerpen-Blatzheim

Jugendgottesdienst
der Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach

um 18:30 Uhr in der Kirche zum Heilsbrunnen, Im Kleefeld 23, 51467 Bergisch Gladbach und [Online]
www.heilsbrunnen.de

Text: APK
Foto(s): Christuskirche, Evangelische Gemeinde Köln

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