Die TelefonSeelsorge war immer erreichbar

20 Prozent mehr Anrufe während des Lockdowns im Frühjahr – Aktuell steigen die Zahlen wieder

Dass Corona Ängste schürt und einsam machen kann, überrascht niemanden. Da ist die Abiturientin, die sich zu Hause nicht konzentrieren kann, der Freiberufler, den Existenzängste plagen, die ältere Dame, deren Alltagsroutinen wie der Café-Besuch wegbrechen: Es gibt viele Gründe, in diesen Zeiten bei der TelefonSeelsorge (TS) anzurufen.

Annelie Bracke, Leiterin der katholischen Einrichtung, und Dr. Dorit Felsch, Leiterin der evangelischen TS, ziehen ein gutes halbes Jahr nach dem Lockdown ein Fazit. „Von März bis Mai ist die Zahl der Anrufe um 20 Prozent gestiegen“, berichtet Annelie Bracke. Corona sei damals in 40 Prozent aller Fälle das Haupt-Thema der Telefonate gewesen. „Wir waren damals wahrscheinlich die einzige Beratungs-Institution, die rund um die Uhr und immer geöffnet war. Wir helfen ja kontaklos“, wirft Dorit Felsch einen Blick zurück.

Angst vor einer Infektion

Im Sommer sank die Zahl der Anrufe wieder auf das normale Niveau. Corona war nur noch in 15 Prozent aller Fälle das vorherrschenden Thema. In den vergangenen Tagen ist wieder ein Anstieg der Anruferzahlen zu verzeichnen. Viele Hilfesuchende leiden unter Schlaflosigkeit, weil sie massive Angst vor einer Infektion haben. „Es tut gut, über die Sorgen zu sprechen. Dann bauschen die sich vor allem nachts nicht so auf. Für diese Gespräche sind wir da“, sagt Dorit Felsch.

„Leute, die sowieso allein sind, sind in diesen Zeiten noch mehr allein“, ergänzt Annelie Bracke. Dorit Felsch lobt den Einsatz der Ehrenamtlichen. Es habe keine Lücken im Dienstplan gegeben. Im Gegenteil: Da viele während des Lockdowns nicht gearbeitet hätten, seien mehr Dienste als sonst doppelt besetzt gewesen. „Es ist für die Ehrenamtlichen ein gutes Gefühl, in diesen Zeiten etwas Sinnvolles tun zu können“, erzählt Annelie Bracke. Jetzt lasse sich allerdings eine gewisse Erschöpfung beobachten. Nicht zuletzt, weil die Gruppenerlebnisse fehlen:

Ausbildung zur Telefonseelsorgerin/zum Telefonseelsorger

„Wir haben unser Sommerfest abgesagt. Auch die Supervisionen fanden lange Zeit nur telefonisch oder online statt.“ Aber es gibt auch einen positiven Aspekt von Corona. Während des Lockdown seien zahlreiche Menschen auf die TS zugegangen nach dem Motto „Ich habe gerade Zeit. Ich könnte drei Monate mithelfen“. „So geht das natürlich nicht“, sagt Dorit Felsch. Eine einjährige Ausbildung sei zwingend nötig. Etliche Bewerber hätten sich dann entschieden, die zu absolvieren.

Ein Ausbildungsjahr in der evangelischen TS beginnt Anfang nächsten Jahres. „Wir freuen uns sehr, dass viele von denen, die Kontakt zu uns aufgenommen haben, sehr gut geeignet sind, bei der Telefonseelsorge mitzuarbeiten“, erklärt Dorit Felsch. Die Finanzierung dieser außerplanmäßigen Ausbildung hat der Evangelische Kirchenverband Köln und Region möglich gemacht. Die katholische TS startet eine Ausbildung nach den Sommerferien 2021.

Bewerben kann man sich schon jetzt. Bewerberinnen und Bewerber sollten mindestens Mitte 20 sein. Ansonsten gibt es keine Altersgrenzen. „Wichtig ist, dass sie bereit sind, Nachtdienste zu leisten“, sagt Annelie Bracke. 15 Stunden sind die Ehrenamtlichen pro Monat in der TS tätig. 13 Stunden am Telefon, zwei in der Supervision. Je 40 Anrufe gehen pro Tag bei beiden Telefonseelsorgen ein. Ein Gespräch dauert im Schnitt 20 Minuten. Zur Zeit engagieren sich 65 Menschen bei der katholischen TS und 72 bei der evangelischen. Dorit Felsch benennt zwei grundlegende Prinzipien der Seelsorge am Telefon: „Ich bin da und versuche zu verstehen. Und ich werfe einen Blick von außen auf die Probleme. Das sind die Angebote, die wir immer machen.“

Kontaktdaten:

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Wochentipps: Reformationsfeier im Altenberger Dom und mehr

Am Samstag feiern wir den Reformationstag mit einer zentralen Reformationsfeier im Altenberger Dom. Die Einhaltung der aktuellen Sicherheitsbestimmungen verhindern leider, dass jede die/jeder der möchte, an der Feier persönlich teilnehmen kann. Die wenigen Plätze sind bereits vergeben. Eine Teilnahme ist dennoch online unter YouTube und über Bibel TV möglich!

Am Sonntag wartet viel Musik von Rhein Erft bis Rhein-Berg auf interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer.


„Wofür du brennst“ – Zentrale Reformationsfeier im Altenberger Dom

Reformation 12.0 unter den Bedingungen der Postmoderne
Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region lädt zur Reformationsfeier mit Gottesdienst und Stunde der Begegnung am Samstag, 31. Oktober, 14 Uhr, in den Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, ein. Holger Pyka, promovierter Theologe und Karnevalist aus Wuppertal, predigt über die Reformation unter den Bedingungen der Postmoderne. Man sagt, die Postmoderne sei „das Ende der großen Erzählungen“. In einer immer weiter atomisierten und digitalisierten Gesellschaft hat niemand mehr die Deutungshoheit über irgendein Thema. Alte Autoritäten bröckeln, Traditionen reißen ab, überlieferte Sicherheiten kommen abhanden. Was das für die Zukunft der Kirche bedeutet, wird bei der zentralen Feier erörtert. Die Liturgie wird von Pfarrer Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, sowie Pfarrerin Andrea Vogel, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, gestaltet. Für die musikalische Gestaltung sorgen das Blechbläserquintett „Harmonic Brass München“ sowie Domorganist und Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner an der Orgel. Wegen der Corona-Lage können nur begrenzt viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Gottesdienst in Altenberg besuchen. Die Plätze sind bereits vergeben. Der Gottesdienst wird daher live auf youtube.com/kirchekoeln und dem Fernsehsender Bibel TV (www.bibeltv.de) übertragen.

Reihe „Bachkantaten“ in der AntoniterCityKirche – Programm mit Werken von Telemann und Bach

„Begnadigte Seelen gesegneter Christen“ ist der Titel der Kantate von Georg Philipp Telemann, die am Sonntag, 1. November, 18 Uhr, in der AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, aufgeführt wird. Unter der musikalischen Leitung von Kirchenmusikdirektor Johannes Quack wirken Ines Vinkelau (Sopran), Ina Stock (Oboe) sowie ein Instrumentalensemble mit. Darüber hinaus kommen Orgelwerke von Johann Sebastian Bach zu Gehör. Pfarrer Markus Herzberg gestaltet die Liturgie dieses Gottesdienstes aus der Reihe „Bachkantaten“ www.antonitercitykirche.de

„Wie können wir Abschied nehmen?“
Musik und Literatur in der Gnadenkirche

Um die Frage „Wie können wir Abschied nehmen?“ geht es am Sonntag, 1. November, 17 Uhr, im Gemeindesaal der Gnadenkirche, Gustav-Heinemann-Straße 28, bei einer Veranstaltung aus der Reihe „Musik und Literatur“. Pfarrerin Sabine Petzke und Helgard Eckardt versuchen, Antworten mithilfe literarischer Texte verschiedener Autoren zu geben. Wolfgang Schulz-Pagel, Kirchenmusiker der Evangelischen Kirchengemeinde Pulheim, spielt dazu passende Musik unterschiedlicher Stilrichtunge. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung im Gemeindebüro unter Telefon 02238/50938 ist erforderlich. www.kirche-pulheim.de

Musikalischer Herbst in Kippekausen – November-Vesper mit barocker Musik

Pfarrer Robert Dwornicki lädt am Sonntag, 1. November, 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr), zur November-Vesper in die Zeltkirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, ein. Auf dem Programm steht instrumentale Triomusik aus der Zeit des Barock. Dazu werden ausgewählte Psalmen gelesen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten.
www.kirche-bensberg.de

Text: APK
Foto(s): Celia Körber-Leupold

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Gerecht und freundlich den Spuren Gottes folgen

Pfarrerin Marie-Anne Halim wurde in einem Einführungsgottesdienst in der Jubilate-Kirche in Lindlar willkommen geheißen

„In dieser ungewöhnlichen Zeit, braucht Pfarrerin Marie-Anne Halim das Vertrauen und die Fürbitte der Gemeinde. Ich wünsche ihr, dass sie den Spuren Gottes folgen kann, Gerechtigkeit und Freundlichkeit übt und gute Ziele für ihren Dienst findet“, sagte Pfarrerin Andrea Vogel, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch beim Einführungsgottesdienst von Pfarrerin Marie-Anne Halim in der Lindlarer Jubilate-Kirche.

Ein Jahr lang wird die 33-Jährige nun, als Nachfolgerin von Pfarrerin Kornelia Imig, Pfarrer Stephan Romot in der Gemeindearbeit unterstützen. Sie wird schauen, wo Bedarf an Seelsorge und Begleitung ist und abwägen, was trotz der Corona-Pandemie an persönlicher Begleitung möglich gemacht werden kann. „Ich würde gern einen Fokus auf die Arbeit mit Kindern legen. In Schulgottesdiensten und den Kindergärten Präsenz zeigen“, erläutert Marie-Anne Halim. Wie diese Aufgaben umgesetzt werden, möchte sie in der Orientierungsphase mit den Kollegen erarbeiten.

Indonesien

In ihrer Predigt im Einführungsgottesdienst berichtete die Pfarrerin von ihrer Zeit in Indonesien. Denn gerade erst kehrte sie aus Nordsumatra zurück. Als Teil des Probedienstes hatte sie sich gewünscht, „mit Christen in aller Welt verbunden zu sein“ und bei der Rheinischen Landeskirche angefragt, welche Möglichkeiten es gäbe. „Da ich es nach dem Abitur nicht geschafft hatte, ein Auslandsjahr zu erleben, wollte ich das nun nachholen. Indonesien war mein Wunschziel, da mein Vater von dort stammt.“

Die Evangelische Kirche im Rheinland ist Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Deren Team im Wuppertaler Regionalbüro unterstützte den Wunsch der jungen Frau, ihren Horizont zu erweitern und zu schauen, wo und wie Kirche global funktionieren kann. Von Januar bis September 2020 bot Marie-Anne Halim daher für die VEM in Nordsumatra Workshops zum Thema Kirchenmusik an, unterstützte die Menschen vor Ort bei der Erarbeitung eines Papiers zum Umgang mit sexuellen Übergriffen und lernte das Land und die Kultur kennen.

„Regeln sollen dem Leben dienen.”

An diesen Erfahrungen ließ sie nun auch die Besucher des Einführungsgottesdienstes teilhaben, als sie berichtete, dass die Menschen in einem Bergdorf Nordsumatra sonntags ihren Markttag haben. Eine schwierige Situation, denn, was ist wichtiger: Der Besuch des Gottesdienstes oder die Familie, die versorgt werden muss? Marie-Anne Halim zog ein klares Fazit: „Die Not des Menschen hat Vorrang, Regeln dürfen sich nicht dem Leben entgegenstellen.“ Angewandt auf die aktuelle Situation in Deutschland bedeutet das aber auch, Regeln zu befolgen, um das Leben anderer zu schützen, so die Pfarrerin. „Regeln sollen dem Leben dienen.“

Ein Leben, in dem Pfarrerin Marie-Anne Halim immer nach Gerechtigkeit für alle gesucht hat. Nach dem Abitur an einem Bischöflichen Gymnasium am Niederrhein, Kreis Viersen, fand sie den Pfarrberuf zwar reizvoll, begann jedoch zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Göttingen und arbeitete sich in Kirchenrecht und Staatskirchenrecht ein. Doch sie spürte: „Das macht mich nicht dauerhaft glücklich.“ Sie folgte ihrer Berufung, studierte Theologie in Bonn, und wurde am Reformationstag 2019 in der Versöhnungskirche in Kürten-Bechen ordiniert.

Bei der Frage nach ihren Hobbys muss sie lachen, gibt zu, leidenschaftliche Gamerin am Computer zu sein und berichtet, dass sie immer wieder versucht, böse Charaktere mit Leben zu füllen. „Letztlich klappt das aber nie. Ich treffe auch bei diesen Spielen stets moralische Entscheidungen, um niemandem zu schaden.“ Das Leben als Pfarrerin auf den Spuren Gottes ist für Marie-Anne Halim eben eine Berufung.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Katja Pohl

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Hilfe zum Sterben – oder Hilfe beim Sterben?

Podiumsgespräch am Freitag, 30. Oktober 2020, um 19 Uhr im Haus der Evangelischen Kirche in Köln

Beihilfe zum Suizid ist seit dem Frühjahr in Deutschland erlaubt. Im Februar hat das Bundesverfassungsgerichts dies so entschieden. Noch vor fünf Jahre hatte das Gericht eine „Beihilfe zum Suizid“ als Straftat dargestellt. Wer sein Leben beenden möchte, hat heute durch die neue Gesetzeslage das Recht auf Hilfe zur Selbsttötung.

Doch das neue Urteil zur Sterbehilfe erfährt zugleich Zustimmung und Ablehnung. Einerseits soll es schwerstkranken Menschen, für die es keine Heilungschancen mehr gibt, helfen, ihr Leben zu beenden. So soll weiteres Leid erspart werden. Andererseits gibt es begründete ethische Bedenken. Die Aussicht auf Sterbehilfe könnte zum Beispiel Druck auf alte und schwerstkranke Menschen ausüben, die ihren pflegenden Angehörigen nicht zur Last fallen wollen. Ärztinnen und Ärzte sehen ihre Aufgabe darin, Leben zu erhalten – dem steht aber die Beihilfe zum Suizid entgegen. Expertinnen und Experten, Politik und Kirchen warnen vor diesen Gefahren.

Sollten wir einander bestärken und begleiten, auch schwerste Leidenswege bis zum Ende zu durchschreiten? Kann Sterbehilfe ein Akt der Nächstenliebe sein? Über diese und weitere Fragen werden beim Podiumsgespräch am 30. Oktober 2020 um 19 Uhr im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäuserwall 9-11, 50678 Köln folgende Personen diskutieren:

  • Manfred Kock, Präses i.R. der Evangelischen Kirche im Rheinland, EKD-Ratsvorsitzender i.R. und Kurator der Stiftung Allgemeinmedizin
  • Lukas Pieplow, Fachanwalt für Strafrecht
  • Anne Schneider, Buchautorin. Mit ihrem Ehemann Nikolaus Schneider, ehemals Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschlands, schrieb sie „Vom Leben und Sterben“ (2019)

Moderiert wird der Abend von Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon Akademie Köln.

Der Abend wird von der Melanchthon Akademie und der Stiftung Allgemeinmedizin veranstaltet. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich. Kontakt und weitere Informationen finden Sie unter: www.melanchthon-akademie.de, Tel. 0221 / 931 803-0, E-Mail anmeldung@melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Reflektionen aus Eden – Bilderzyklus „Die Schöpfung lässt grüßen“ von Heinz Diekmann in der Ostheimer Auferstehungskirche

„Zuerst der Mensch und dann die Natur?“ könnte eine provokante Leitfrage des Künstlers Heinz Diekmann lauten. In seinen Werken setzt sich der Maler, Fotograf und Lyriker seit jeher mit den Geschöpfen auseinander, die unter dem Hoheitsanspruch des „Homo sapiens“ leiden. In der Auferstehungskirche der evangelischen Kirchengemeinde Köln Rath-Ostheim zeigt der Buchheimer unter dem Titel „Die Schöpfung lässt grüßen“ noch bis zum 15. Januar seine dunkel-funkelnden Öl- und Acrylgemälde sowie Mischtechniken, die den kritischen Gedanken des Ungleichgewichts zwischen den Kreaturen als verspielte, in- und auseinanderfließende Fantasiewelten aufgreifen. Dabei pflanzt Diekmann seine sureal anmutenden Visionen vornehmlich in den Nährboden eines bereits bestehenden Bildnisses, dessen Facetten oftmals im neuen Werk durchschimmern.

„Ich mag diese Form der Kommunikation. Die alten Bilder haben ihre eigene Geschichte, wenn sich jemand dafür entscheidet, sie an den Straßenrand zu stellen und wegzugeben. Das ursprüngliche Motiv, beispielsweise ein Foto der Golden-Gate-Bridge in San Francisco, vereint sich dann mit meinen Malereien, etwa den Tieren, die aus ihrer beschädigten, weil ausgebeuteten Umwelt in die Stadt ziehen und sich ihren Platz wieder zurückholen“, berichtet der freischaffende Künstler. Der sehenswerte Bilderzyklus aus einer Produktionsphase der letzten drei Jahre vereinigt sich im Gotteshaus mit dem Leuchten der bunten Glasfenster über dem Altar und reflektiert sowohl die Zerbrechlichkeit als auch die Einzigartigkeit des Lebens.

Nicht nur mit dem Gehalt der Exponate auch über den Zeitpunkt der Ausstellungeröffnung zeigt sich Pfarrerin Andrea Stangenberg-Wingerning erfreut: „Das passt hervorragend zum Gedenken an den christlichen Franziskus- oder Schöpfungstag. Auch das Erntedankfest greift ja die Verantwortung des Menschen für alles, was auf der Erde lebt auf. Damit verbunden sollte auch das Gefühl der Dankbarkeit für die Schöpfung und die Vielfalt auf unserem Planeten sein. Als ich die Bilder sah, hätte ich spontan zu mindestens zwei Werken eine Predigt halten können, so inspirierend wirkten sie auf mich, wenngleich es sich hier nicht um sakrale Kunst handelt“, so die Geistliche. Die bisherige Ausstellungsresonanz beschreibt Stangenberg-Wingerning als facettenreich: „Wir hatten vorher einen sehr gegenständlich geprägten Kunst-Event hier, bei dem es um architektonische Ojekte handelte. Das waren klare Formen. Nun werden die Betrachter aufgefordert, zu interpretieren. Einige der Besucher zeigten sich zunächst von den skurilen Figuren und die sie stellenweise umgebende Finsternis irritiert. Doch im Nachhinein wurde deutlich, dass es sich um eine schöpfungsbejahende Ausstellung handelt, die zum Nachdenken über unseren Umgang mit der Natur anregt. Die eigentliche Aussage der Bilder ist positiv und die Menschen schätzen die Herausforderung mit den für sie eher ungewöhnlichen Motiven.“

Auch der einstige Inhaber einer Werbeagentur zeigt sich von den Reaktionen und der Möglichkeit zur freien Deutung angetan: „Ich vergebe in der Regel keine Titel für meine Arbeiten. Das behindert die Imagination. Die Leute sollen keine Vorgaben erhalten und sich stattdessen ihre eigenen Gedanken machen.“ Mit einem Lachen erinnert sich der gebürtige Westfale an die Entwicklung des Ausstellungsvorhabens: „Der Kontakt kam durch meine Bekanntschaft mit der Kalker Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer zustande, die wiederum im Chor der Auferstehungskirche singt. Wir waren uns alle schnell einig, dass wir etwas Gemeinsames entwickeln wollen, doch in Bezug auf ein konkretes Thema hatte ich schlicht keine Idee. Als ich dann das erste mal in der Kirche zu Besuch war, kam mir als erstes eine Katze durch die Türe entgegen und musterte mich. Da wusste ich, dass es verstärkt um Tiere gehen musste“, verweist Heinz Diekmann auf Gemeindemitglied und Pfarrerinnen-Hauskatze Kila, die vielleicht in einer der Malereien verewigt wurde.

Die Ausstellung ist hier zu sehen: Heppenheimer Straße 7, 51107 Köln
Öffnungszeiten: sonntags 9.30 – 11.30 Uhr, mittwochs/freitags 14.00 – 16.00 Uhr

Weitere Informationen unter: www.heinz-diekmann.de oder www.kirchengemeinde-rath-ostheim.de

 

Text: Thomas Dahl
Foto(s): Thomas Dahl

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Marcel Thelen ist neuer Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Köln und Region

Marcel Thelen ist neuer Leiter der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Anfang Oktober wurde der Diplom Psychologe in einem Gottesdienst in der Antoniterkirche von Superintendentin Susanne Beuth und Pfarrer i.R. Wolfgang Jacobs in sein neues Leitungsamt eingeführt. Thelen tritt die Nachfolge von Dr. Juliane Arnold an. Die Psychologin leitete 26 Jahre die Evangelische Beratungsstelle. In diesem Jahr wechselte sie als Psychologische Leiterin der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung in der Evangelischen Kirche im Rheinland nach Düsseldorf. Die Evangelische Beratungsstelle Köln verfügt über Standorte in der Kölner Innenstadt, Frechen und Bergisch Gladbach-Bensberg.

Der Gottesdienst und anschließende Empfang im neuen AntoniterQuartier fanden aufgrund der Pandemie im kleinen, „familiären“ Rahmen statt. Der Kreis der geladenen Gäste setzte sich aus hauptamtlichen Mitarbeitenden der Beratungsstelle, Mitgliedern des Fachausschusses für Beratung im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, Leitenden verschiedener Einrichtungen sowie Vertretenden von Kooperationspartnern zusammen.

„Achten Sie auf sich selber!“, sagte Ulrike Grave-Herkenrath, stellvertretende Vorsitzende des Verbandsfachausschusses dem neuen Leiter der Beratungsstelle – und versicherte ihm die Unterstützung des Ausschusses und seines gesamten Teams. „Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen.“ weiter warb Grave-Herkenrath für einen partnerschaftlichen Umgang, ein gemeinsames Kümmern um Ratsuchende von Beratungsstelle und Kommune – gerade auch im Hinblick auf die dringend notwendige finanzielle Unterstützung der evangelischen Einrichtung.

Susanne Beuth, die als stellvertretende Stadtsuperintendentin für den Fachausschuss zuständig ist, predigte im Gottesdienst über einen Text aus Apostelgeschichte 6. In dieser Geschichte stehe so vieles, das für die Arbeit in einer Gemeinde und auch in einer Beratungsstelle eine hohe Relevanz habe. Konflikte gehörten einfach zum Leben. Aber es sei auch wichtig, dass jemand Probleme anspreche. In dem biblischen Text hatten die zwölf Apostel die schnell gewachsene Gemeinde zusammengerufen, um ein Problem bei der Verteilung von Lebensmitteln zu lösen. Sie hätten die Gemeinde überzeugt, dass nicht sie, sondern andere sich darum kümmern und die Aufgabe meistern könnten.

„Die Zwölf nehmen die davon Betroffenen mit“, und hätten alle aufgerufen, diejenigen zu suchen, denen sie vertrauen würden. Auch in der Beratung müssten die Ratsuchenden selbst zur Problemlösung beitragen, stellte Beuth einen direkten Bezug her. Es sei immer notwendig, gemeinsam Wege und Lösungen zu suchen. Dass die Zwölf überdies betont hätten, nicht alles machen zu können und zu wollen, bezeichnete die Superintendentin als vorbildhaft. Andere um Hilfe zu bitten sei nicht immer leicht. Delegieren verlange Vertrauen in die Fähigkeiten der anderen. In der Kirche seien viele unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, werde der Verschiedenheit Raum gegeben. Auch in den Beratungsstellen arbeiten multiprofessionelle Teams mit verschiedenen Kompetenzen zusammen, um Ratsuchenden zuzuhören und ihnen individuell zu helfen. Der Tradition des Kirchenverbandes folgend, bat Beuth um den Segen Gottes für den neuen Leiter und die Mitarbeitenden an den Standorten: „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Richtigen gefunden haben.“

Aufgewachsen ist Marcel Thelen in der Eifel. Nach dem Abitur am Gymnasium in Steinfeld studierte er in Köln ein Psychologie. Schon in dieser Zeit ließ er sich zum Therapeuten und Supervisor in der Marte Meo Methode ausbilden, die sich an der natürlichen Entwicklung des Menschen orientiert. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 2013 arbeitete Thelen in unterschiedlichen Bereichen der Jugendhilfe und Schulpsychologie. Von 2015 bis Mitte 2019 war Thelen, der auch Systemischer Therapeut ist, im Psychologischen Beratungszentrum der Evangelischen Gemeinde Düren mit dem Schwerpunkt Jugend- und Familienberatung tätig. Juli 2019 wechselte er in die Evangelische Beratungsstelle in Köln.

„Ich hätte vor einem Jahr nicht gedacht, dass ich hier stehe“, gestand Thelen auf dem Empfang. Das neue Amt versteht er als Herausforderung, die das Leben mit sich bringt. Es sei nicht sein Plan gewesen, die Leitung zu übernehmen. Aber sein Arbeitsfeld habe sicher mit familiären Prägung zu tun: Seine Mutter, eine Heilpädagogin, ist seit vierzig Jahren im Hermann-Josef-Haus in Urft tätig, einer Einrichtung für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Sein Vater war Sonderschullehrer.

Er habe seine Bewerbung auf die Leitungsstelle bei den Kolleginnen und Kollegen transparent gemacht und von allen Kolleginnen udn Kollegen Unterstützung erfahren, berichtet Thelen weiter. „Ich konnte Strukturen kennenlernen und Einblicke erhalten“. Beratung und Seelsorge verfügen aus seiner Sicht über eine große Nähe. Darin sieht er eine „total fruchtbare Verbindung“ in der Arbeit der Beratungsstelle. Beratung von Menschen gehört für ihn zum evangelischen Profil. Kirche habe die besondere Möglichkeit, auch Beratung in Ehe- und Lebensfragen anzubieten. Dies sei ein hohes Gut, das von Ratsuchenden als sehr wichtig empfunden werde.

In der Leitungsfunktion ist Thelen nicht nur mit Verwaltungsaufgaben betraut. Unverändert wird er auch beratend tätig sein, vor allem in der Erziehungs-, der Ehe- und Lebensberatung: „Ich schätze alle Bereiche, mag die Abwechslung und Vielfältigkeit.“ Wichtig ist ihm, Beruf und Privatleben zu trennen. Selbstfürsorge hält er für unerlässlich. Dazu zählen für ihn auch sportlicher Ausgleich und regelmäßige Besuche in der Eifeler Heimat.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Für den Nächsten da sein – Kronenkreuz in der Andreaskirche Schildgen verliehen

Nur vierzig Besucherinnen und Besucher durften kommen, doch auch wenn es dadurch ein wenig trist aussah, der Anlass des Festgottesdienstes in der Evangelischen Kirchengemeinde Schildgen war doch umso schöner. Gleich drei Gemeindemitglieder wurden von Superintendentin Andrea Vogel mit dem Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet. Pfarrerin Eva Manderla begrüßte die Festgemeinde unter anderem mit den Worten: „Wenn es etwas kalt ist, liegt es an dem Lüftungskonzept, ohne das wir gar keine Gottesdienste hier veranstalten könnten.“ Auch Vogel ging kurz auf das Thema der Pandemie ein: „Die Verleihung ist schon einmal wegen Corona geplatzt und stand jetzt wieder auf der Kippe.“

Dann ging es aber auch schon zum Kern des Gottesdienstes. „Die Sonnenblumen in unserer Dekoration erinnern an das Erntedankfest“, sagte Pfarrerin Manderla. „Und wir haben heute viel zu danken.“ Damit waren Anne Akkermann, Ingrid Zeutschel und Friedel Biebeler gemeint, die in diesem Gottesdienst alle drei das goldene Kronenkreuz der Diakonie überreicht bekamen. Das Kronenkreuz wird als Dank und Anerkennung für ein langjähriges Engagement für die Diakonie verliehen.

Superintendentin Andrea Vogel ging in ihrer Predigt auf das Thema Nächstenliebe ein und verband dieses mit dem Auftrag der Diakonie. „Diakonie ist der Dienst am Menschen im kirchlichen Raum.“  Überall gebe es tätige Nächstenliebe, wie zum Beispiel auch in Form von Einkaufengehen für ältere Menschen, was gerade in Corona Zeiten eine besondere Bedeutung habe. „Wer ist der Nächste?“ fragte sie weiter. „Das ist immer der, der gerade Hilfe braucht.“ Weiter sagte sie: „Diakonie ist hören und tun. Es ist eine zutiefst menschliche Hilfeleistung, wenn ein Mensch für den anderen etwas tut.“ Zum Schluss ihrer Predigt betonte Andrea Vogel eindringlich das Miteinander: „Menschen behandeln sich nicht als Sachen, sie sehen sich als Mitgeschöpfe und sind aufeinander angewiesen. Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Auch die Verleihung des Kronenkreuzes verlief mit dem durch Corona erforderlichen Abstand. Mit ausgestrecktem Arm überreichte Pfarrer Jürgen Manderla die Anstecknadeln und jeweils einen Blumenstrauß. Andrea Vogel und Eva Manderla würdigten Anne Akkermann, Ingrid Zeutschel und Friedel Biebeler in einer kurzen persönlichen Laudatio. Darin hieß es: „Anne Akkermann hat über viele Jahre die Diakonie hochgehalten. Sie gehört zum Urgestein der Kirchengemeinde. Seit 1980 ist sie im Diakoniekreis der Gemeinde engagiert und hat noch viele andere Ämter übernommen. Friedel Biebeler ist aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Sie engagiert sich als Leiterin einer Gruppe für Menschen mit Handicap und geht auch mit Bedürftigen direkt zur Behörde, wenn es mit einem Antrag nicht klappt. Ingrid Zeutschel ist seit 1980 im Diakoniekreis engagiert. Sie hat zusammen mit den anderen die diakonische Arbeit hervorragend koordiniert. Dazu gehören insbesondere der Besuchsdienst bei Senioren, die Vermittlung an beratende Institutionen sowie der Fahrdienst für den Seniorenkreis.“

Text: Dr. Klemens Surmann
Foto(s): Dr. Klemens Surmann

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Wochentipps in Köln und Region mit Musiktheater, Kammerkonzert und Orgelvesper

Wochentipps mit Musiktheater, Kammerkonzert und Orgelvesper – Musikalisch gestalten mehrere Kirchengemeinden die Herbstferien und liefern damit kulturelle Höhepunkte in Köln und Region. Den Beginn macht das Biblisches Musiktheater „Joseph und seine Brüder“ am Donnerstag in der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Am Sonntagabend gestaltet Wolf-Rüdiger Spieler die Orgelvesper in der AntoniterCityKirche. In Bergisch Gladbach-Kippekausen startet der „Musikalische Herbst“. Am kommenden Mittwochabend lädt die Lutherkirche in der Südstadt von Köln zu einem Konzert mit Musik zwischen Orient und Okzident in die Welt der mystischen Klänge ein. Auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen kann es zu Programmänderungen kommen, bitte beachten Sie auch die Informationen der lokalen Veranstalter.

 

15.10.2020, 19:30 – Evangelische Gemeinde Köln, Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt

„Joseph und seine Brüder“ – Biblisches Musiktheater – Konzert des ZAMUS in der Lutherkirche

Die biblische Geschichte von Joseph und seinen Brüdern handelt von starken Emotionen: Hass, Neid und Eifersucht. Am Donnerstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, wird die Geschichte als biblisches Musiktheater in drei Akten in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, aufgeführt. Elam Rotem, Cembalist, Komponist und künstlerischer Leiter des Vokalquintetts „Profetti della Quinta“, das sich auf Renaissancemusik spezialisiert hat, führt mit „Joseph und seine Brüder“ eine Neukomposition im Stil von Claudio Monteverdi auf. Gesungen wird in hebräischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Weitere Solisten sind Doron Schleifer und Roman Melis (beide Countertenor) sowie Lior Lebovici und Jacob Lawrence (beide Tenor). Elam Rotem ist ein in Israel geborener und in der Schweiz lebender Komponist, Sänger und Cembalist. Das Konzert ist eine Veranstaltung vom Zentrum für Alte Musik (ZAMUS) und findet unter dem Motto „Kopieren ist Kreieren – Joseph und seine Brüder – Early Music: Reload“ statt. Eintrittskarten zwischen 18 und 28 Euro sind über Kölnticket erhältlich. www.lutherkirche-koeln.de

 

18.10.2020, 18:00 – Evangelische Gemeinde Köln, AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, 50667 Köln

Orgelvesper in der Antoniterkirche – Improvisationen mit Wolf-Rüdiger Spieler

Die Evangelische Gemeinde Köln lädt zu einer Orgelvesper am Sonntag, 18. Oktober, 18 Uhr, in die AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, ein. Liturg des Abends ist Pfarrer Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie Köln. Wolf-Rüdiger Spieler, Programmdirektor der Trinitatiskirche, spielt an der Willi-Peter-Orgel Improvisationen über Themen von Ludwig van Beethoven. Der Eintritt ist frei. www.antonitercitykirche.de

 

18.10.2020, 18:00, Evangelische Kirchengemeinde Bensberg, Kirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach-Kippekausen

Kammerkonzert in der Zeltkirche – Musikalischer Herbst in Kippekausen

Ein Kammerkonzert für Flöte, Saxofon und Pianoforte findet im Rahmen des musikalischen Herbstes der Evangelischen Kirchengemeinde Bensberg am Sonntag, 18. Oktober, 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr), statt. In der Zeltkirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, musizieren Martin Fredebeul (Jazzsaxofonist und Improvisator), Berthold Wicke (Pianist und Kantor der Luther-Kirche in Bonn) sowie Wolfgang Mader (Flötist, Komponist und Mitglied des Beethoven-Orchesters Bonn). Auf dem Programm stehen unter anderem Kompositionen von George Gershwin, Claude Debussy und Johann Sebastian Bach. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten. In der Kirche steht nur eine begrenzte Anzahl von etwa 50 Sitzplätzen zur Verfügung. www.kirche-bensberg.de

 

21.10.2020, 20:00 – Evangelische Gemeinde Köln, Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt

Konzert mit Mikail Aslan und Cemil Qocgiri – Die Welt der mystischen Klänge

Die virtuosen Tenbur-Spieler Mikail Aslan und Cemil Qocgiri begeistern seit 20 Jahren mit Eigenkompositionen und Interpretationen traditioneller Stücke aus ihrer Heimat das Publikum. Am Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr, präsentieren sie ihre Musik, die zwischen Orient und Okzident angesiedelt ist, bei einem Konzert in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4. Ihre musikalischen Wurzeln liegen in der zazaischen, kurdischen, armenischen und türkischen Musikkultur. Der Eintritt kostet 25 Euro. Tickets gibt es im Vorverkauf unter https://lutherkirche.ticket.io. www.suedstadt-leben-koeln.de

 

Text: APK
Foto(s): APK

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Luther Festspiel in Köln am Rhein – Archivale Oktober

Am 31.10. ist es wieder soweit. Wir feiern den Reformationstag. Doch wie kam es überhaupt dazu?

1517 schlug Martin Luther 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg. Dieses Jahr wird gemeinhin als Anfangspunkt der Reformation betrachtet. Jedoch ist das genaue Datum des Thesenanschlags ist nicht überliefert. Der 31.Oktober wurde erst 100 Jahre später als Gedenktag eingeführt.[1] Seitdem wurde der Reformationstag auf vielfältige Weise gefeiert.

Archivale des Monats

Eine Form des feierlichen Gedenkens zeigt die Archivale des Monats. Es handelt sich um ein Festspiel, welches in Köln 1889 als Gastspiel mit tatkräftiger Unterstützung von Kölner Bürgerinnen und Bürgern aufgeführt wurde. Autor dieses Festspiel war Hans Herrig (1845-1892), dessen Stücke sich durch starke Religiosität und Historizität auszeichneten.[2] Die Uraufführung fand zur 400-Jahr-Feier der Reformation in Worms statt. 1889 führte der aus Straßburg stammende Alexander Heßler, ein berühmter zeitgenössischer Opernsänger, Theaterschauspieler,- regisseur und -direktor das Festspiel in Köln auf. Das Programmheft zeigt auf der Titelseite eine Abbildung des Reformators als Gelehrten. Auf den nachfolgenden Seiten wurden die Texte der zehn Gesänge gedruckt, die unterteilt werden durch kleine Lutherrosen. Den Abschluss bildet die Darstellung einer kleinen Putte.

Erinnerungskultur: Reformation

Andere Formen des feierlichen Erinnerns stellen auch Lesungen und Gottesdienste dar. So zelebriert der Evangelische Kirchenverband alljährlich einen feierlichen Gottesdienst zur Reformation wie bspw. in diesem Jahr im Altenberger Dom. 2017, zum 500jährigen Lutherjubiläum, wurde erstmalig ein Luther-Musical aufgeführt, an dem viele Chöre aus der gesamten Bundesrepublik teilnahmen und welches in verschiedenen Regionen Deutschlands gastierte. Seit einiger Zeit werden sogar Computerspiele oder auch Apps angeboten. In diesen können Kinder und Jugendliche mit Martin Luther gemeinsam virtuelle Abenteuer erleben und erfahren so auf spielerische Art und Weise, wie es zur Reformation gekommen ist. An diesen Entwicklungen lässt sich sehen, dass Erinnerungskultur nie statisch ist, sondern ein sich weiter entwickelnder Prozess.

Luther-Festspiel



 

Das Archiv des Evangelischen Kirchenverbandes wünscht Ihnen schon jetzt einen schönen Reformationstag.

Quellen

[1] Dorothea Wendebourg: Im Anfang war das Reformationsjubiläum. Eine kurze Geschichte von Reformationsfeiern und Lutherbildern, online: https://www.kas.de/documents/252038/253252/7_dokument_dok_pdf_47026_1.pdf/96cd9b69-e44e-4fb2-91b9-0f01870faa0c [27.08.20].

[2] Vgl.: Ludwig Fränkel: „Herrig, Hans“, in : Allgemeine Deutsche Biographie (1905), online: http://www.deutsche-biographie.de/html [31.08.20].

Text: Stefanie Schensar
Foto(s): Stefanie Schensar

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Keine guten Zeiten für Hoffnung – oder doch erst recht?

Es sind herausfordernde Zeiten: Die Erde brennt, die ökologischen Kipppunkte sind überschritten, ein Virus geht um die Welt und die Infektionszahlen steigen aktuell deutlich. Es scheint, als ob dieser Herbst keine gute Zeit für die Hoffnung ist.

„… über die Hoffnung, die in euch ist”

Insgesamt drei Impuls-Abende der Melanchthon-Akademie Köln und der Evangelischen Akademie im Rheinland setzen aktuell einen Kontrapunkt. Unter dem Titel „… über die Hoffnung, die in euch ist“ laden die Online-Seminare dazu ein, sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Bildern christlicher Hoffnung zu beschäftigen. Was können diese Bilder vermitteln, um hoffnungs- und handlungsfähig zu werden und zu bleiben?

Mit einer Auftaktveranstaltung zur Frage: „Worauf hoffst du?“. Pfarrerin Johanna Klee, Studienleiterin im Theologischen Zentrum in Braunschweig, begann der erste der drei Impuls-Abende. Hier wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt: Worauf hoffen Sie? Welche Vorstellung, welche Geschichte sind dabei für Sie wichtig? Der Vortrag und die Gespräche an diesem Abend wurden von dem Zeichner und Karikaturisten Michael Hüter mit spontanen Skizzen begleitet. So entstanden Hoffnungsbilder – gegen den Trend.

Herzliche Einladung zur Teilnahme:

Der zweite Abend mit Pfarrerin Stefanie Hoffmann von der Stabsstelle Digitalisierung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nimmt am 29. Oktober 2020 die Kirche im digitalen 21. Jahrhundert in den Blick: Kann Hoffnung zur Triebfeder werden, die Kirche verändert?

Der dritte Abend am 12. November 2020 leitet über von der Reflektion zum Handeln. „Wie gelingt es mir, weder in Aktionismus noch in Lähmung zu verfallen, und wie gehe ich damit um, wenn mir Verzweiflung den Zugang zur Hoffnung versperrt?“ Impulse dazu kommen von Dr. Martin Horstmann, Studienleiter an der Melanchthon-Akademie Köln.

Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr als Zoom-Konferenz. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Anmeldung ist ab sofort im Tagungssekretariat möglich:
anna.veerahoo@akademie.ekir.de

Mehr Informationen zu den drei Abenden finden Sie unter:

www.ev-akademie-rheinland.de

Text: MAK/APK
Foto(s): Ev. Akademie Rheinland

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