Landessynode bringt Finanzstrategie mit Änderungen auf den Weg

Mit einer Abendmahlsfeier im Saal des Bonner Maritim-Hotels ist am Dienstag die 80. ordentliche Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) zu Ende gegangen. Fünf Tage lang wurde intensiv beraten, debattiert, abgestimmt und gewählt. Dabei haben die rund 180 Delegierten aus den Kirchenkreisen der EKiR verschiedene große Themen behandelt.

Plenum der 80. Landessynode im Maritim Hotel Bonn. Foto: EKiR/Meike Böschemeyer
Plenum der 80. Landessynode im Maritim Hotel Bonn. Foto: EKiR/Meike Böschemeyer

Die Synode hat eine landeskirchliche Haushaltskonsolidierung mit einer Einsparsumme von mehr als 30 Millionen Euro für die kommenden Jahre auf den Weg gebracht. Vizepräses Antje Menn stellte eine neue Meldestelle für beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende vor, die im kirchlichen Kontext rassistische Erfahrungen machen. Die Landeskirche hat sich verpflichtet, die Bekämpfung von Armut voranzutreiben. Generalstaatsanwalt a. D. Horst Bien berichtete aus der Arbeit der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission für den Verbund West. In einem Ökumene-Talk ermutigte die libanesische Pfarrerin Najla Kassab zum Gespräch mit Andersdenkenden. Die Synode verurteilte einen vermeintlich christlichen Nationalismus und forderte den Schutz von Menschen- und Demonstrationsrechten sowie einen Abschiebestopp in den Iran. Konzeptionell sollen sich die Evangelischen Studierendengemeinden (ESG) in den nächsten beiden Jahren auf Kirchenkreisebene partizipativ und standortbezogen weiter, zum Beispiel hin zu Gemeinden junger Erwachsener entwickeln.

„Die Synode stand vor der großen Aufgabe, die Arbeit der Landeskirche so zu planen, dass sie jährlich 30 Mio Euro weniger Kirchensteuermittel beansprucht. Es hat mir sehr viel Hoffnung gemacht, dass dies miteinander gelungen ist. Dabei ist z.B. das Anliegen der Kreissynode Köln-Rechtsrheinisch berücksichtigt worden, Innovationen in unserer Kirche weiter zu begleiten und zu unterstützen. Bei allen Einschnitten hat die Synode bedacht, dass besonders Menschen in Notlagen weiter geholfen wird“, fasst Pfarrer Torsten Krall, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, zusammen.

„Ich war wieder sehr beeindruckt von der Klugheit der Synode und dem Bestreben, einmütige Beschlüsse zu fassen. Als ein wesentliches Beispiel nenne ich den Beschluss zur ,Finanzstrategie‘. Die Synode hat sowohl an dem Ziel festgehalten, dass bis 2030 insgesamt 33 Millionen im landeskirchlichen Haushalt eingespart werden müssen. Gleichzeitig hat sie aber sehr differenziert und sensibel Änderungen an der einen oder anderen Stelle der vorgeschlagenen Maßnahmen vorgenommen. Der Kompass dabei war: ,Was brauchen wir als Kirche der Zukunft?‘ und ,Wie nehmen wir im Sinne des Evangeliums Partei für die Armen?’“, sagt Pfarrer Markus Zimmermann, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses im Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch. „Nicht ausschließlich und einseitig hat die Synode nur eine Reduktion von bisherigen Tätigkeitsbereichen auf landeskirchlicher Ebene beschlossen, sondern Vorschläge gemacht oder bestätigt, die die Transformation von Bereichen vorsehen, z.B. ESG an Kirchenkreise anbinden und die Übergabe von Trägerschaft der Wohnheime an andere kirchliche Träger. Natürlich kommt jetzt auch auf uns in Köln und der Region viel Arbeit zu, gute Lösungen zu finden. Aber mit Zuversicht und Klugheit werden wir die finden!“

„Es ist eine schwere Aufgabe gewesen, 31,7 Mio. € im landeskirchlichen Haushalt einzusparen. Es war klar, dass dies mehrere Arbeitsbereiche hart treffen wird“, sagt Stadtsuperintendent Bernhard Seiger mit Blick auf die Synode. „Für uns Kölner ist relevant, dass die Landeskirche die Trägerschaft der ESG, der Evangelischen Studierendengemeinde, aufgeben wird. Wir werden die Umstellung auf eine breiter aufgestellte Arbeit mit jungen Erwachsenen in Kölner Trägerschaft unterstützen und ein Konzept dazu entwickeln. Darüber werden wir dann mit der Landeskirche bezüglich der Mitfinanzierung verhandeln. Der ESG-Hahn soll als Identifikationszeichen dabei erhalten bleiben. Es ist so wichtig, dass wir die wichtigen Kontaktflächen mit jungen Erwachsenen, die wir als Kirche haben, engagiert nutzen und weiterentwickeln. Ich bin dankbar, dass es gelungen ist, einige soziale Unausgewogenheiten die das Konzept der Kirchenleitung hatte, zu korrigieren. Dies betrifft z.B. den Arbeitslosenfonds, durch den Projekte mit Langzeitarbeitslosen gefördert werden. Insgesamt war es wichtig, das Sparziel zu erreichen, denn alle Ebenen unserer Kirche müssen mit ausgeglichenen Haushalten planen. Ich bin ebenso dankbar, dass es durch das Engagement der Synodalausschüsse gelungen ist, eine Initiative zu starten, die strategische Leitlinien für weitere Finanzveränderungen in den nächsten Jahren zusammen mit dem Blickwinkel der AG „Kirche der Zukunft“ entwickelt.“

Im Februar 2025 hatte die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland beschlossen, im landeskirchlichen Haushalt bis 2030 strukturell mindestens 33 Millionen Euro einzusparen. Heute wurden auf der Tagung der 80. Landessynode Maßnahmen mit einer Nettoeinsparsumme von 30,7 Millionen Euro verabschiedet. Das sind rund 20 Prozent des Kirchensteueraufkommens für den Haushalt. Darüber hinaus besteht Potenzial für weitere Einsparungen und Mehreinnahmen durch Prüfaufträge und die Einführung freiwilliger Elternbeiträge in den evangelischen Schulen (u.a. in Hilden, Burscheid, Düsseldorf und Aachen).

Präses Dr. Thorsten Latzel hält am 16. Januar 2026 seinen „Bericht über die für die Kirche bedeutsamen Ereignisse“ vor der Landessynode. Foto: EKiR/Meike Böschemeyer
Präses Dr. Thorsten Latzel hält am 16. Januar 2026 seinen „Bericht über die für die Kirche bedeutsamen Ereignisse“ vor der Landessynode. Foto: EKiR/Meike Böschemeyer

Die Finanzstrategie umfasst neben der Kompensation des prognostizierten Haushaltsdefizits von 26 Millionen Euro im Jahr 2030 auch einen Risikopuffer sowie ein Budget für künftige, noch nicht festgelegte Innovationen. Der Beschluss war in einem breit angelegten Prozess erarbeitet und in den synodalen Ausschüssen vor und während der Synode intensiv beraten worden. Gegenüber dem ursprünglich von der Kirchenleitung eingebrachten Vorschlag gab es Anpassungen bei den Studierendengemeinden, dem Arbeitslosen- und dem Härtefonds, dem Landespfarramt für Weltanschauungsfragen, der Stabsstelle Vielfalt und Gender sowie der Flüchtlingsarbeit. Durch diese Anpassungen reduziert sich die ursprünglich vorgesehene Einsparsumme von 31,8 Millionen Euro um insgesamt 1,1 Millionen Euro.

Weiter für andere da sein

Notwendig wurde der Finanzprozess wegen sinkender Einnahmen und steigender Kosten. So hat die rheinische Kirche im vergangenen Jahr rund 68.500 Mitglieder verloren, etwa je zur Hälfte durch Demografie und Austritte. Ziel ist es, vorausschauend zu handeln, bevor finanzielle Engpässe entstehen. Die kirchliche Arbeit soll unabhängiger von der Kirchensteuer werden. Die Evangelische Kirche im Rheinland will so auch als Kirche mit weniger Ressourcen weiter für andere da sein. Die Leitkriterien der Finanzstrategie für die Kirche der Zukunft sind zusammengefasst: unmittelbar an der Sache Christi orientiert; nahe bei den Menschen; flexibel in den Formen; effizient im Einsatz der verbleibenden Ressourcen. Darauf basiert das jetzt beschlossene Maßnahmenpaket, das sich nur auf den landeskirchlichen Haushalt bezieht. Ein Überblick über die wichtigsten Bereiche:

Anpassungen bei Studierendengemeinden (ESG) und Wohnheimen

Die Evangelische Kirche im Rheinland ist Trägerin von ESGn an insgesamt neun Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Aufgrund der zahlreichen Eingaben vor und während der Synode wurde beschlossen, dass die Marke „ESG“ auch künftig erhalten bleibt. Konzeptionell entwickeln sich die ESGn in den nächsten beiden Jahren auf Kirchenkreisebene partizipativ und standortbezogen weiter, zum Beispiel hin zu Gemeinden junger Erwachsener. Die Kontaktfläche zu den Hochschulen bleibt Teil der Konzepte. Die Landeskirche übernimmt dauerhaft Verantwortung für die neuen Gemeindeformen, indem sie diese finanziell unterstützt. In die Konzepte werden die Fragen des Studienbegleitprogramms für internationale Studierende und der Wohnheime aufgenommen.

Foto: EKiR/Meike Böschemeyer
Foto: EKiR/Meike Böschemeyer

Die Landeskirche gibt bis 2030 die Trägerschaft für ihre sechs Wohnheime mit insgesamt 381 Plätzen auf. Davon ist auch ein Wohnheim in Köln betroffen. Eine Übertragung der Wohnheime auf kirchliche Träger oder, falls das nicht möglich ist, auf Studierendenwerke oder andere Träger zur Übernahme des Betriebs bzw. der Gebäude wird partizipativ und standortbezogen geprüft. Falls das nicht möglich ist, wird eine anderweitige Nutzung, z. B. als sozialer Wohnraum, erwogen. Sollte auch diese Option nicht realisierbar sein, wird ein Verkauf der Immobilien und Liegenschaften angestrebt.

Arbeitslosenfonds und Härtefonds werden weiter unterstützt

Die Landessynode hat entgegen dem ursprünglichen Vorschlag für eine Beibehaltung des Arbeitslosenfonds gestimmt und nur eine Kürzung um 250.000 Euro auf künftig 750.000 Euro beschlossen. Für den Härtefonds stellt die Landeskirche weiterhin 70.000 Euro, statt bisher 125.000 Euro, zur Verfügung. Gleichzeitig soll der Härtefonds in den Kollektenplan aufgenommen werden mit dem Ziel, die ursprüngliche Summe aufrecht zu erhalten.

Verzicht und Abmilderung von Kürzungen

Verzichtet hat die Landessynode auf eine 20-prozentige Kürzung in der Flüchtlingsarbeit. Die Kürzung bei der Stabsstelle Vielfalt und Gender wurde von den geplanten 20 Prozent auf 13,5 Prozent reduziert. Die Aufgabe des Landespfarramts für Weltanschauungsfragen im Jahr 2027 wurde zwar beschlossen. Neu ist aber der Prüfauftrag für eine Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und möglichen weiteren Partnern in der Region, um eine gemeinsame Stelle für Weltanschauungsfragen zu etablieren. Dazu würde die rheinische Kirche dann auch einen finanziellen Beitrag leisten.

Evangelische Schulen in landeskirchlicher Trägerschaft

Foto: EKiR/Meike Böschemeyer
Foto: EKiR/Meike Böschemeyer

Die Evangelische Kirche im Rheinland trägt zehn evangelische Schulen mit besonderem kirchlichen Bildungsauftrag. Aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen wird die Finanzierung in substanziellem Umfang auf kontinuierliche, freiwillige Elternbeiträge umgestellt. Ziel ist es, die langfristige Stabilität und Handlungsfähigkeit der Schulen zu sichern und ihre Finanzierung nachhaltig und zukunftsfest aufzustellen. Gleichzeitig gilt auch weiterhin: Niemand wird ausgeschlossen, weil Familien keinen Beitrag leisten können. Die Umsetzung ist ab dem Schuljahr 2027/28 geplant. Zugleich sind Investitionen zur Stärkung des evangelischen Profils sowie in die Gebäude vorgesehen.

Haus der Stille in Rengsdorf

Für das Haus der Stille hat die Landessynode den Vorschlag des Beirats aufgegriffen, einer Konzeptgruppe für die Entwicklung eines Finanzplans Zeit bis Anfang 2028 zu geben. Ziel ist, dass die Immobilie dann ab 2029 unabhängig von Kirchensteuermitteln weiterbetrieben werden kann. Die Landeskirche stellt weiterhin Finanzmittel für Personal in der geistlichen Begleitung zur Verfügung.

Vereinte Evangelische Mission (VEM)

Der Zuschuss zur VEM mit ihren 39 Mitgliedern (15 Kirchen in Afrika, 17 in Asien, sechs in Deutschland und die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel) wird um 20 Prozent reduziert. Die Reduzierung erfolgt in Schritten von jährlich zwei Prozentpunkten bis 2036. Gemeinsame Projekte zum Aufbau regionaler ökologischer Landwirtschaft, zur Traumaheilung oder zum Schutz von Frauen vor Gewalt sollen dadurch nicht gefährdet werden. Die Kürzungen werden für die Landeskirche nur zur Hälfte wirksam, da mehr Geld an den Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) fließen wird.

Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe

Eine weitere beschlossene Maßnahme sieht Verhandlungen über eine schrittweise Reduzierung des Generalzuschusses an das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe vor. Verhandlungsziel ist eine Reduzierung des Zuschusses aus Kirchensteuermitteln im Umfang von 20 Prozent bis 2030. Für die Folgejahre ist eine kontinuierliche Anpassung an die Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen vorgesehen. Bei der Reduzierung des Zuschusses geht es um organisatorische und finanzielle Synergien durch vertiefte Zusammenarbeit und die Vermeidung von Doppelstrukturen. Das verlangt eine gemeinsame strategische Klärung der Aufgabenverteilung von Kirche und Diakonie.

Verwaltungskosten

Oliver J. Kießig (l.) und Sammy Wintersohl (r.) von den "Blauköpp" mit Dr. Thorsten Latzel (2.v.r), Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Antje Menn, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Oliver J. Kießig (l.) und Sammy Wintersohl (r.) von den „Blauköpp“ mit Dr. Thorsten Latzel (2.v.r), Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Antje Menn, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Neben Kürzungen in der Verwaltung wurde ein Prüfauftrag beschlossen, um Aufgaben und Strukturen des Landeskirchenamts zu vereinfachen und zu reduzieren. Das beinhaltet eine umfassende Aufgabenkritik und Synergien durch Kooperationen mit anderen Landeskirchen.

Jecker Abschluss: Verleihung des Sessionsordens der Kölner „Blauköpp“

Zum Ende der Synode hielten die Delegierten einen Rückblick auf die vergangenen fünf Tage. Dieser zitierte viele verbale Stilblüten aus den Ausschüssen und dem Plenum. Auch Oliver J. Kießig (l.) und Sammy Wintersohl (r.) brachten ein Stück „jecken Frohsinn“ in den Plenarsaal in Bonn. Im Namen der Kölner „Blauköpp“ verliehen sie den Sessionsorden der „Blauköpp“ an Dr. Thorsten Latzel (2.v.r), Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Antje Menn, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland. Das evangelische Karnevalsnetzwerk „Blauköpp“, ein Projekt von hier+weiter und verbindet Kirche und Fastelovend auf besondere Weise. Die „Blauköpp“  vernetzen evangelische Karnevalsaktivitäten in Köln und Region. Sie bringen Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen zusammen, teilen Termine, feiern gemeinsam und sorgen dafür, dass evangelische Präsenz im Fastelovend sichtbar bleibt.

Stichwort: Landessynode 2026

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland ist das oberste Leitungsgremium der mit gut zwei Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche in Deutschland. Die 80. Landessynode hat 184 stimmberechtigte Mitglieder, sowohl Theologinnen und Theologen als auch Nichttheologinnen und -theologen, aus den 34 Kirchenkreisen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland. Sie tagt vom 16. bis 20. Januar 2026 im Maritim Hotel Bonn.

Weitere Informationen: www.ekir.de

Text: APK/ekir.de
Foto(s): EKiR/Meike Böschemeyer/APK

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Unsere Wochentipps: Jazz-Duo, Joscho Stephan Trio und Konzert für Cello und Klavier

Ob inspirierende Musik, spannende Gespräche, feierliche Gottesdienste oder außergewöhnliche Führungen – auch diese Woche bietet euch die Wochentipps wieder viele Highlights. Freut euch auf das Konzert des Jazz-Duos „Unterwegs“ im Ernst-Flatow-Haus, einen Abend mit dem Joscho Stephan Trio in der Johanneskirche Klettenberg, den Willkommensgottesdienst mit anschließendem Gründungsfest der Melanchthon-Kirchengemeinde Kerpen, ein Konzert für Cello und Klavier in der Christuskirche Dellbrück, einen philosophisch-biblischen Abend zum Thema „Keinerlei Könige!“ in der Melanchthon-Akademie sowie den Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Nena Raab und Pfarrer Radomir Nosek in der Kartäuserkirche.

Jazz-Duo „Unterwegs“

Das Jazz-Duo „unterwegs“ mit Karsten Zahn (Klarinette) und Conny Brüssel (Klavier und Akkordeon) gibt am Donnerstag, 22. Januar, 19 Uhr, im Ernst-Flatow-Haus, Vogelsanger Straße 153, ein Konzert. Ihre eigenen Kompositionen haben stets einen Bezug zum persönlichen Erleben. Aber auch einige ausgewählte Standards und Stücke zeitgenössischer Musiker gehören zum Repertoire des Duos. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.evangelisch-ehrenfeld.de

Joscho Stephan Trio – Konzert auf Jokis Bühne

Das Joscho Stephan Trio ist am Freitag, 23. Januar, 20 Uhr, in der Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, zu Gast und gibt auf Jokis Bühne ein Konzert zur Präsentation seiner neuen CD. Geprägt vom unverwechselbaren Gitarrenspiel Joscho Stephans entwickelt das Trio den klassischen Swing à la Django Reinhardt eindrucksvoll weiter. Ergänzt durch Sven Jungbeck an der Gitarre und Volker Kamp am Kontrabass verbindet die Formation Swing mit Elementen aus Latin, Klassik, Pop und Rock. Der Eintritt kostet 22,40 Euro, ermäßigt 19,20 Euro, jeweils inklusive Vorverkaufsgebühr. Karten gibt es unter www.jokis-buehne.tickettoaster.de.
www.kirche-klettenberg.de

„Zwei Wege – ein Ziel“: Willkommensgottesdienst der Evangelischen Melanchthon-Kirchengemeinde Kerpen

Mit einem Willkommensgottesdienst feiert die Evangelische Melanchthon-Kirchengemeinde Kerpen am Sonntag, 25. Januar, 14 Uhr, in der Kreuzkirche Horrem, Mühlengraben 10–14,  ihre Gründung. Unter dem Leitgedanken „Zwei Wege – ein Ziel“ wird die neue Kirchengemeinde offiziell begrüßt, die aus den bisherigen Gemeinden Brüggen und Horrem hervorgegangen ist, und der Beginn eines gemeinsamen Weges markiert. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle zum Gründungsfest in die Gemeinderäume der Lukaskirche nach Brüggen/Erft, Waldstraße 22, eingeladen, wo bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch besteht. Den Abschluss des Tages bildet ein musikalischer Abendgottesdienst, der um 18 Uhr in der Lukaskirche gefeiert wird und alle anspricht, die den Gründungstag ruhig ausklingen lassen möchten.
www.kirche-horrem.de

„Erinnerung und Hoffnung“ – Konzert für Cello und Klavier

„Erinnerung und Hoffnung“ ist der Titel eines Konzerts am Sonntag, 25. Januar, 18 Uhr, in der Christuskirche, Dellbrücker Mauspfad 363. Das Konzert für Cello und Klavier mit Ulrike Tiedemann (Violoncello) und Mechthild Brand (Klavier) wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide veranstaltet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.
www.evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de

„Keinerlei Könige!“ – Philologie und Philosophie. Königliche Selbstinszenierung aktueller Machthaber

Wie Vorstellungen von Herrschaft entstehen, wie sie legitimiert werden und warum sie immer wieder scheitern, steht im Mittelpunkt des Abends „Keinerlei Könige!“ aus der Reihe „Philologie und Philosophie“, der am Montag, 26. Januar, 18 Uhr bis 21.30 Uhr, in der Melanchthon-Akademie, Sachsenring 6, stattfindet. Der Judaist und Philologe Ulrich Berzbach sowie der Philosoph und Theologe Dr. Ralf Buttermann stellen jeweils einen biblischen und einen philosophischen Text zum Thema Herrscher und Herrschaft vor und laden zur gemeinsamen Diskussion ein. Ausgehend von der Hebräischen Bibel wird das biblische Königtum als gescheitertes Modell gelesen, mit Blick auf falsche Erwartungen an königliche Macht, grundlegende Kritik an ihrer Konstruktion und alternative Gegenentwürfe. In philosophischer Perspektive werden anhand von „Fußnoten zu Platon“ Begriffe von Herrschaft und Königtum sowie ihre innere Logik hinterfragt, insbesondere dort, wo behauptete Ausnahmezustände oder apokalyptische Endzeitvorstellungen zur Rechtfertigung von Machtansprüchen dienen. Anhand von Originaltexten wird gemeinsam nachgelesen und diskutiert, warum solche Inanspruchnahmen nicht tragen. Die Teilnahme kostet 17 Euro. Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
www.melanchthon-akademie.de

Einführungsgottesdienst für Pfarrerin Nena Raab und Pfarrer Radomir Nosek

Mit einem Gottesdienst werden Pfarrerin Nena Raab und Pfarrer Radomir Nosek am Donnerstag, 29. Januar, 16 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, in ihre neuen Ämter eingeführt. Die Einführung nimmt Pfarrer Markus Zimmermann, stellvertretender Stadtsuperintendent, vor. Pfarrerin Nena Raab übernimmt die 54. Verbandspfarrstelle am Berufskolleg Ehrenfeld. Pfarrer Radomir Nosek übernimmt die Aufgabe als Bezirksbeauftragter im Referat für Berufskollegs im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein Empfang statt. Für die Planung wird um eine Anmeldung bis Mittwoch, 22. Januar, per E-Mail an berufskolleg.kirche-koeln@ekir.de oder telefonisch unter 0221/3382278 gebeten.
www.reli-koeln.de

Hier finden Sie alle Veranstaltungshighlights zur Gebetswoche für die Einheit der Christen:

 

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Ein funkelnder Höhepunkt: Blauköpp verleihen Sessionsorden ans Prinzenpaar Prinz Roland I. und Bonna Stephanie III.

Gemeinsam feiern wir Tradition, Verbundenheit und Frohsinn – Bonn Alaaf! Die „Blauköpp“ haben am Rande der rheinischen Landessynode dem Prinzenpaar Prinz Roland I. und Bonna Stephanie III. den ersten Sessionsorden der „Blauköpp“ verliehen.

Das Prinzenpaar in der Kölner Nachbarstadt Bonn: Prinz Roland I. und Bonna Stephanie III.

Prinz Roland I. (bürgerlich: Roland Müller) ist schon seit vielen Jahren ein engagiertes Mitglied der Karnevalsszene. Als waschechter Bonner bringt er nicht nur viel Humor, sondern auch Organisationstalent mit – und ist bekannt für seine schwungvollen Reden und seine Liebe zu den traditionellen Karnevalsliedern.

Seine Prinzessin, Bonna Stephanie III. (bürgerlich: Stephanie Schröder), ist nicht nur die First Lady des Bonner Karnevals, sondern auch im Vereinsleben eine zentrale Figur. Mit Charme, Herz und ihrer ansteckenden Energie begeistert sie Jung und Alt – ob auf der Bühne, beim Moderieren von Veranstaltungen oder hinter den Kulissen.

Das Paar führt durch die Session, repräsentiert die örtliche Narrenkultur und steht für Zusammenhalt, Lebensfreude und echte rheinische Tradition.

 „Blauköpp“: evangelisches Karnevalsnetzwerk

Der Sessionsorden und das „Krätzje“, also eine klassische Karnevalsmütze. Ein Logo bzw. Emblem ist gerade in Arbeit und soll das Krätzche zieren.
Der Sessionsorden und das „Krätzje“, also eine klassische Karnevalsmütze. Ein Logo bzw. Emblem ist gerade in Arbeit und soll das Krätzche zieren.

Das evangelische Karnevalsnetzwerk „Blauköpp“, ein Projekt von hier+weiter, verbindet Kirche und Fastelovend auf besondere Weise. „Der Name ‚Blauköpp‘ ist typisch kölsch: ein bisschen Selbstironie, ein bisschen Geschichte und viel Augenzwinkern. Früher wurden evangelische Christen im Rheinland scherzhaft als ‚Blauköpp‘ bezeichnet, angelehnt an die blauen Mützen preußischer Beamter. Preußisch, nüchtern, protestantisch, das passte aus kölscher Sicht wunderbar. Was als Seitenhieb begann, haben wir selbstbewusst übernommen“, erzählt Oliver J. Kießig, Mitinitiator der „Blauköpp“. „Heute steht ‚Blauköpp‘ für evangelische Jecke, die wissen: Man kann den Glauben ernst nehmen, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Wir tragen den Namen mit Stolz und einem Lächeln.“

Die „Blauköpp“  vernetzen evangelische Karnevalsaktivitäten in Köln und Region. Sie bringen Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen zusammen, teilen Termine, feiern gemeinsam und sorgen dafür, dass evangelische Präsenz im Fastelovend sichtbar bleibt.

Der Sessionsorden: Ein funkelndes Schmuckstück

Der  Sessionsorden stellt die Jecken in den Mittelpunkt: bunt, vielfältig und mit ganz viel Herz. Die Farben und Formen stehen für die Unterschiedlichkeit der Menschen, die Karneval feiern, glauben, zweifeln und lachen. Gemeinsam mit dem Segensbüro „Hätzjeföhl“ haben die „Blauköpp“ das Sessionsmotto 2026 kreativ abgewandelt: Aus „ALAAF – Mer dun et för Kölle!“ wurde „SÄJE – Mer dun et för Kölle!“. Der Beitrag: Segen schenken, gute Worte, offene Herzen.

Weitere Infos zu den „Blauköpp“ unter: http://www.blaukoepp.de

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Erinnern an die Opfer der Shoa: Gedenkstunde am Löwenbrunnen und Gedenkveranstaltung in der Antoniterkirche

Wie gelingt Erinnern in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen verstummen? Zwei Gedenkveranstaltungen in Köln am 27. Januar – am Löwenbrunnen und in der Antoniterkirche – zeigen wie Erinnerung weitergetragen, gestaltet und mit aktuellen Fragen verbunden werden kann. Jugendliche, Wissenschaft, Musik und Stadtgesellschaft begegnen sich an diesem Tag im Zeichen des Gedenkens – und im Zeichen der Verantwortung.

„Gedenken am Holocaustgedenktag“ Erinnerung an deportierte und ermordete jüdische Kinder und Jugendliche aus Köln

Mit dem „Gedenken am Holocaustgedenktag“ wird am Dienstag, 27. Januar, 12.30 Uhr bis 14 Uhr, am Löwenbrunnen am Lern- und Gedenkort Jawne auf dem Erich-Klibansky-Platz an die aus Köln deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen erinnert. Der Löwenbrunnen, dessen eingravierte Namen an mehr als 1.100 Kinder und Jugendliche erinnern, befindet sich an dem Ort, an dem seit 1919 das jüdische Reform-Realgymnasium Jawne stand, das erste jüdische Gymnasium im Rheinland. Heute hält hier der Lern- und Gedenkort Jawne die Geschichte der Schule und ihrer Schülerinnen und Schüler wach. Im Mittelpunkt der Gedenkstunde stehen inhaltliche Beiträge von Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulen, die sich mit den Lebensgeschichten deportierter Kinder auseinandergesetzt und diese für die Gedenkveranstaltung aufgearbeitet haben. Organisiert wird das Gedenken vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie sowie mit Beteiligung des Katholischen Stadtdekanats, der Stadt Köln, der Synagogengemeinde Köln, Masorti Rheinland und des Arbeitskreises „Lern- und Gedenkort Jawne“.
http://www.melanchthon-akademie.de

„Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft“ Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus

Ein Bündnis aus zahlreichen Veranstalter*innen und Unterstützer*innen
Am Dienstag, 27. Januar, 18 Uhr, findet in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, eine Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus statt, die unter dem Titel „Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft“ von einem breiten Bündnis aus Veranstalterinnen, Veranstaltern und Unterstützenden getragen wird. Am Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz steht in diesem Jahr die Geschichte der Universität Köln im Nationalsozialismus im Mittelpunkt und damit die Frage, welche Folgen es hat, wenn kritisches Denken unterdrückt und Wissenschaft politischer Macht untergeordnet wird. Erinnern heißt an diesem Abend auch, an die frühe Rolle der Universität Köln bei der Gleichschaltung der Hochschulen zu erinnern sowie an die Vertreibung jüdischer und politisch unerwünschter Lehrender und Studierender. Zugleich wird das begangene Unrecht in den Blick genommen, das nach 1945 über lange Zeit nicht aufgearbeitet wurde. Grußworte und Beiträge sprechen Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend, Renate Fuhrmann, Klaus Nierhoff und Laura Suderland. Musikalisch gestaltet wird die Gedenkstunde von Akiko Ahrendt (Violine) und Leonhard Huhn (Saxofon). Im Anschluss schließt sich ein Mahngang zum Rautenstrauch-Joest-Museum an, bei dem Dr. Anna Brus spricht.
http://www.antonitercitykirche.de

Text: APK
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Berufen, um Verantwortung zu übernehmen. Hans Pfau in Kreissynodalvorstand eingeführt – ein Zeichen für gelebtes Ehrenamt

Am ersten Sonntag nach Epiphanias stand der Gottesdienst in der Porzer Friedenskirche im Zeichen der „Epiphanie“, der Offenbarung Gottes in der Person Jesus Christus. Pfarrer Bernd Flamming eröffnete ihn mit dem Wochenspruch aus dem Römerbrief: „Welche der Geist Gottes zeigt, das sind Gottes Kinder“, und widmete sich in seiner Predigt dem Taufritual. Wichtigster Teil des Gottesdienstes war jedoch eine andere Art der Initiation: Hans Pfau wurde feierlich als stellvertretendes Mitglied im Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch eingeführt.

Superintendentin Kerstin Herrenbrück und Superintenden Torsten Krall führen Hans Pfau in sein Amt ein.

Superintendentin Kerstin Herrenbrück erklärte: „Wir setzen unsere Kreissynodalvorstände aus haupt- und ehrenamtlichen Leitungspersonen zusammen, die unterschiedliche berufliche und persönliche Kompetenzen haben.“ Gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Superintendent Torsten Krall stand sie zur Einführung im Altarraum. „Wir sind gemeinsam hier, um zu zeigen, dass wir in Gemeinschaft unterwegs sind, im Auftrag Jesu Christi, um seine Kirche zu bauen, zu verändern und weiterzubringen“, so Herrenbrück. „Wir haben uns gefreut, dass du, Hans, von der Kreissynode als neues Vorstandsmitglied gewählt worden bist.“ Pfau sei in der Gemeinde verwurzelt, wisse, wie es laufe, packe an und sei daran interessiert, dass es mit den Partnergemeinden funktioniere.

Superintendentin Herrenbrück: Kirche gestalten im Auftrag Christi

Der 65-jährige ehemalige Sparkassenbetriebswirt und geborene Porzer ist langjähriges Gemeindemitglied, verheiratet und Vater von drei Kindern. Seit 2020 ist er Presbyter in der Kirchengemeinde Porz-Wahn-Heide, seit 2021 Finanzkirchmeister. Seine Wurzeln liegen in der katholischen Kirche. „Ich bin Anfang 2000 konvertiert“, erzählte Pfau, „weil der Rest der Familie evangelisch war. Ich habe mich aber in der evangelischen Kirche auch immer sehr wohl gefühlt.“ Nun wolle er in der Kreissynode an Veränderungsprozessen mitwirken. „Es gibt eine immer engere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden bei weniger Ressourcen. Das ist ein fließender Prozess.“ Pfau legte im Gottesdienst das Versprechen ab, sein Amt sorgfältig und treu auszuüben, durch Wort und Tat im Glauben an Jesus Christus.

Superintendent Krall betonte, dass er dabei auch Rückhalt vor Ort brauche. „Die Kirche soll und kann nicht von oben regiert werden“, sagte er. „Dazu braucht es Leitende, die sich dessen bewusst sind, und eine Gemeinde, die das lebt und selbst Verantwortung übernimmt.“

Tauferinnerung und Gemeinschaft – Pfarrer Flamming spricht über Berufung und Gnade

Pfarrer Bernd Flamming hält eine Predigt über die Taufe.

Pfarrer Flamming vermittelte in seiner Predigt anschaulich die Bedeutung der Taufe als Aufnahme in die christliche Gemeinschaft. Auch er sei als Baby getauft worden. „Getauft werden müsse man, so habe ich später erfahren, wegen der Sünden. Die müssten abgewaschen werden. Sonst komme man nicht in den Himmel.“ Damals habe er nicht verstanden, warum man Babys taufe. Später im Kindergottesdienst habe er vom Sündenfall gehört: „Niemand hat mir erklärt, warum der liebe Gott allen Menschen böse ist, nur weil Eva einen Apfel von einem Baum gemobst hat.“ Daher habe er beschlossen, die Taufe könne nicht so wichtig sein. Erst später habe er ihre Bedeutung erkannt: Man müsse sich Palästina zur Zeit Jesu vorstellen – unruhige Zeiten, in denen Prediger das Ende der Welt verkündeten. Viele Menschen wollten ihrem Leben eine neue Richtung geben. Johannes taufte sie zur Buße. Als Jesus sich taufen lassen wollte, habe Johannes gezögert: „Eigentlich müsstest du mich taufen, nicht ich dich.“ Doch Jesus bestand darauf – es sei Gottes Wille. Es gehe darum, die Gerechtigkeit zu erfüllen. Das sei wie eine Proklamation gewesen, so Flamming: Der verschlossene Himmel öffnet sich, Gott greift ein, errichtet eine Brücke und wohnt als Christus unter den Menschen.

„Unsere Taufe ist wichtig, weil sich durch uns der schwebende Himmel zeigt, weil wir mit unserem Namen gerufen werden und uns versichert wird, dass wir Gottes geliebte Kinder sind, mit Christus an unserer Seite“, sagte Flamming. Jede Taufe sei unlösbar mit der Jesu verbunden.

Text: Susanne Esch
Foto(s): Susanne Esch

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Bildungsurlaub bei der Melanchthon-Akademie: Bis zu fünf Tage bezahlt weiterbilden und neue Perspektiven entdecken

Raus aus dem Alltag – rein ins Bergische oder in die lebendige Südstadt: Bis zu fünf  Tage bezahlt weiterbilden und neue Perspektiven entdecken. Arbeitnehmer*innen in Nordrhein-Westfalen haben Anspruch auf bis zu fünf Tage bezahlte Freistellung zur persönlichen Fort- und Weiterbildung. Möglich macht das das Bildungsurlaubsgesetz (AWbG NRW) – eine tolle Gelegenheit für alle, die sich persönlich und beruflich weiterentwickeln möchten.

Ein Interview mit Lea Braun, Studienleiterin bei der Melanchthon-Akademie:

Was unterscheidet einen Bildungsurlaub bei der Melanchthon-Akademie von klassischen Weiterbildungen – und was schätzen Teilnehmende besonders daran?

Lea Braun: Neben fachlichem Wissen stehen persönliche Weiterentwicklung, gesellschaftliche Reflexion und ethische Fragestellungen im Fokus. Statt trockener Theorie setzen die Veranstaltungen auf dialogisches Lernen, kreative Ansätze und erfahrungsorientierte Methoden.

Wie reagieren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Praxis auf Bildungsurlaubsanträge – und was raten Sie Teilnehmenden, die sich zum ersten Mal trauen möchten?

Lea Braun: Die wenigsten Arbeitnehmer*innen wissen um dieses Recht. Daher wird es selten genutzt. Dabei liegt darin eine wunderbare Chance, um außerhalb von eigenen Frei- und Urlaubszeiten die eigene Weiterbildung zu fokussieren. Das nutzt sowohl Ihnen persönlich, als auch Ihrem Arbeitgeber. Ich rate Ihnen es einfach mal zu auszuprobieren und Ihr Recht wahrzunehmen.

Warum ist es gerade heute wichtig, sich auch im beruflichen Kontext mit ganz anderen Themen zu beschäftigen?

Lea Braun: In der Zeit des Bildungsurlaubs lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Viele von uns sind in unserem Alltag stark eingespannt und es fehlt an Zeit, um sich mit Routinen, der eigenen Gesundheit oder einem thematischen Schwerpunkt auseinander zu setzen. Der Bildungsurlaub als gesetzlich verankertes Recht bietet die Chance sich für die eigene Persönlichkeitsentwicklung Zeit zu nehmen und mit neuen Gedanken zu gesellschaftlichen oder politischen Themen zurück an den Arbeitsplatz zu kehren.

 

 So einfach geht’s zum Bildungsurlaub

Wählen Sie Ihren Wunschkurs aus dem Programm und nehmen Sie Kontakt mit der Melanchthon-Akademie auf. Sie reservieren Ihren Platz und stellen Ihnen die passenden Antragsunterlagen für Ihren Arbeitgeber zur Verfügung. Nach dessen Genehmigung steht Ihrem Bildungsurlaub nichts mehr im Weg! Das Angebot reicht von Gesundheitsbildung und Resilienz über theologische Fragestellungen bis hin zu ökologischen Themen. Das gesamte Programm finden Sie online hier – Rubrik Bildungsurlaub & Studienreisen

 

Eine Auswahl:

Mi-Fr, 08.04.-10.04.2026  | 180€ | U390BR | Anke Makai

Stressbewältigung durch Achtsamkeitsschulung

Die Methode der Achtsamkeits-Schulung wurde von Prof. Jon Kabat-Zinn in den 80er Jahren im klinischen Kontext entwickelt und hat sich als hilfreiche, anerkannte und wissenschaftlich wirksam belegte Methode zum Umgang mit Stress, Schmerz, Depression und jeglicher Art von schwierigen Erfahrungen verbreitet. Durch geleitete Meditationen und sanfte Körperübungen werden eine nicht-wertende Haltung, Innehalten, Ruhe, Klarheit und Akzeptanz entwickelt.

 

Mo-Fr, 13.07.-17.07.2026 | 300€ | U301BR | Christiane Schwager

Ressourcen stärken: Selbstmanagement und Selbstsorge

In diesem Seminar lernen Sie, wie Sie selbstbestimmt und souverän auf neue Herausforderungen reagieren können, indem Sie gezielt innere Kraftquellen aktivieren und eine konsequent ressourcen- und lösungsorientierte Haltung entwickeln. Anhand von Techniken und Methoden aus dem systemischen Coaching, der Stressprävention und dem Resilienztraining sowie Übungen zur mentalen Selbststeuerung entwickeln Sie Strategien, um Herausforderungen souverän zu begegnen.

 

Mo-Fr, 20.07.-24.07.2026 | 300€ | U389 | Claudia Satory

Schreiben als Lebenskompass in Beruf und Alltag

Durch schriftliche Reflexion erkunden wir unsere Lebensgeschichte, um den roten Faden unseres Daseins zu entdecken. Das Ziel ist, sich anzunehmen und den persönlichen und beruflichen Weg für ein glückliches Leben zu ebnen. Das Seminar hat einen hohen Selbsterfahrungswert, der uns offenbart, wie die Dinge wirklich liegen und wir in die Lage versetzt werden, unser Leben mit neuen Vorzeichen zu gestalten.

Text: Lea Braun/APK
Foto(s): MAK-Archiv

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Blauköpp mit neuem Orden und viel jeckem Segen: Evangelisches Karnevalsnetzwerk startet in die Session

Pfarrer, Karnevalist, Netzwerker: Oliver J. Kießig verbindet Kirche und Fastelovend auf besondere Weise. Im Interview spricht der Mitinitiator der „Blauköpp“ über das evangelische Karnevalsnetzwerk, neue Ideen und den ersten eigenen Sessionsorden.

Wer sin die Blauköpp?

Oliver Kießig: Die Blauköpp sind keine klassische Karnevalsgesellschaft mit eigener Uniform und Spielmannszug. Wir sind das evangelische Karnevalsnetzwerk in Köln und Region. Wir vernetzen Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen, die evangelisch sind oder sich in der Kirche engagieren und mitten im kölschen Fastelovend mitmischen. Unser Netzwerk verbindet all die kirchlichen Akteur:innen, die feiern, lachen und Glauben mit Karneval verbinden wollen. Wir feiern Sitzungen, Gottesdienste op Kölsch und alles, was dazugehört: mit Augenzwinkern und offenem Herzen.

Woher kommt der Name?

Die Initiatoren Oliver Kießig, Heike Kümpel und Sammy Wintersohl vom evangelischen Karnevalsnetzwerk „Blauköpp“ engagieren sich für eine fröhliche, glaubensnahe Präsenz der Kirche im Fastelovend.

Oliver Kießig: Der Name „Blauköpp“ ist typisch kölsch: ein bisschen Selbstironie, ein bisschen Geschichte und viel Augenzwinkern. Früher wurden evangelische Christen im Rheinland scherzhaft als „Blauköpp“ bezeichnet, angelehnt an die blauen Mützen preußischer Beamter. Preußisch, nüchtern, protestantisch, das passte aus kölscher Sicht wunderbar. Was als Seitenhieb begann, haben wir selbstbewusst übernommen. Heute steht „Blauköpp“ für evangelische Jecke, die wissen: Man kann den Glauben ernst nehmen, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Wir tragen den Namen mit Stolz und einem Lächeln.

Was macht ihr?

Oliver Kießig: Wir vernetzen evangelische Karnevalsaktivitäten in Köln und Region. Wir bringen Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen zusammen, teilen Termine, feiern gemeinsam und sorgen dafür, dass evangelische Präsenz im Fastelovend sichtbar bleibt. Ob Gottesdienste op Kölsch, „Prot’s Sitzungen“, Veedelsumzüge oder gemeinsames Feiern: Hauptsach bunt und jeck!

Session im vollen Gange: Was sind eure Highlights?

Oliver Kießig: Unsere Veedel! Die Session lebt davon, dass überall jeckes Leben pulsiert. In den evangelischen Gemeinden wird gesungen, geschunkelt, gebetet und gelacht bei Gottesdiensten op Kölsch, kleinen Sitzungen oder Veedelsaktionen, meist liebevoll selbst gemacht. Ein Highlight ist auch das jährliche Treffen mit dem Dreigestirn im Haus der Kirche. Wenn sich Kirche, Stadt und Karneval auf Augenhöhe begegnen, merkt man: Der Fastelovend lebt in den Veedeln und wir mittendrin.

Was ist diese Session neu?

Oliver Kießig: Wir haben zum ersten Mal einen eigenen Sessionsorden – und der stellt die Jecken in den Mittelpunkt: bunt, vielfältig und mit ganz viel Herz. Die Farben und Formen stehen für die Unterschiedlichkeit der Menschen, die Karneval feiern, glauben, zweifeln und lachen. Gemeinsam mit dem Segensbüro „Hätzjeföhl“ haben wir das Sessionsmotto 2026 kreativ abgewandelt: Aus „ALAAF – Mer dun et för Kölle!“ wurde „SÄJE – Mer dun et för Kölle!“. Unser Beitrag: Segen schenken, gute Worte, offene Herzen.
Neu ist auch unser Outfit: Wir haben ein eigenes „Krätzje“ entworfen, also eine klassische Karnevalsmütze, die wir künftig tragen wollen. Ein Logo bzw. Emblem ist gerade in Arbeit und soll das Krätzchen zieren. Dazu haben wir uns für blaue Fliegen entschieden: evangelisch, kölsch und jeck.

Fastelovend und Kirche: Wie passt das?

Oliver Kießig: Kirche und Karneval gehören zusammen wie Köln und Dom. Die Fastenzeit zeigt es: Ein Teil der christlichen Tradition führt direkt in die fünfte Jahreszeit. Für uns bedeutet Kirche auch Gemeinschaft, Freude und Lachen. In unseren Gottesdiensten trifft Lebensfreude auf Glauben. Humor ist manchmal die schönste Predigt. Wir zeigen: Christ:innen können lachen, feiern und Alaaf sagen und trotzdem ernst im Leben stehen.

Weiter Infos zu den „Blauköpp“ unter: http://www.blaukoepp.de

Text: Oliver Kießig/ APK
Foto(s): Oliver Kießig/ APK

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Landessynode beginnt heute in Bonn: Finanzstrategie macht die rheinische Kirche handlungsfähig für die Zukunft

Die Landessynode, das oberste Leitungsgremium der gut zwei Millionen Mitglieder zählenden Evangelischen Kirche im Rheinland, tagt vom heutigen Freitag, 16. Januar, bis Dienstag, 20. Januar, in Bonn.

Torsten Krall, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Köln-Dünnwald und Superintendent des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, sagt: „Ich erhoffe mir und wünsche mir, dass die kontroverse Frage, wo und wie am besten Kosten reduziert werden, synodal fair und transparent diskutiert werden kann. Mir liegt dabei als Superintendent in Köln besonders die ESG am Herzen. Außerdem wünsche und hoffe ich, dass wir weiter kommen, in unserer Kirche mehr Freiheit zur Gestaltung zu ermöglichen.“

Die Landessynode wurde mit einem Gottesdienst in der Bonner Kreuzkirche eröffnet. Die dreigeteilte Predigt richtete einen hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft der Kirche – wohlwissend um die Schwierigkeiten und Hürden. Die Predigt während des Gottesdienstes teilten sich drei nebenamtliche Kirchenleitungsmitglieder der rheinischen Kirche: Pfarrerin Annette Vetter, Sammy Wintersohl und Prof. Dr. Lorenz Narku Laing.

Wie kann es Kirche gelingen, ihre neuen Wege zu gestalten? Und was braucht es, um Menschen abzuholen? Diese Punkte griff Sammy Wintersohl, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, in seiner Predigt auf. „Neulich wurde mir die Frage gestellt: Was ist eigentlich unsere Kernbotschaft als Kirche?“, berichtete er von einem persönlichen Erlebnis. Das sei eine einfache, wenn auch unbequeme Frage aus dem Marketingbereich. „Denn sie zwingt uns, uns auf das zu konzentrieren, was uns wirklich trägt und ausmacht.“ Die Kirche werde kleiner, müsse sparen. „Aus diesem Grund werden wir uns als Synode damit beschäftigen, wie wir uns für die Zukunft aufstellen müssen. Das ist schmerzvoll und bringt uns an unsere Grenzen.“ Auch die Jünger*innen von Jesus hätten sich in einem solchen Grenzbereich befunden: Jesus war tot und das Grab leer. Die Welt war aus den Fugen geraten. „In diesen Moment hinein spricht Jesus sein Vermächtnis, seinen Auftrag – den Taufbefehl: ,Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.‘“ Diese Sätze hätten Kraft, „denn aus dieser kleinen Schar von damals ist eine große Schar geworden und wir sind heute immer noch Teil davon“. Hier liege der Auftrag und vielleicht auch der Markenkern der Kirche. Der Taufbefehl verdeutliche zudem: „Gott geht mit uns. In diesen Change-Prozessen gibt er uns Sicherheit und befähigt uns, neue Wege, Innovationen zu finden.“

Einsparungspläne bei der Landessynode

Im Februar 2025 hatte die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland beschlossen, im landeskirchlichen Haushalt bis 2030 strukturell mindestens 33 Millionen Euro einzusparen. Ein knappes Jahr später legt die Kirchenleitung der Landessynode eine Finanzstrategie zur Beratung und Beschlussfassung vor, die Maßnahmen mit einer Nettoeinsparsumme von 31,8 Millionen Euro umfasst. Das sind rund 20 Prozent des Kirchensteueraufkommens für den Haushalt. Darüber hinaus besteht Potenzial für weitere Einsparungen und Mehreinnahmen durch Prüfaufträge und die Einführung freiwilliger Elternbeiträge in den Schulen.

Insgesamt haben die Maßnahmenvorschläge in der Beschlussvorlage zwar einen Umfang von 35,2 Millionen Euro. Einige Maßnahmen erfordern aber wiederum direkte Investitionen in Höhe von 3,4 Millionen Euro. So ergibt sich die Nettoeinsparsumme. Sie umfasst neben dem strukturellen Haushaltsdefizit auch einen Risikopuffer sowie ein Budget für künftige, noch nicht festgelegte Innovationen. Die Vorlage war von mehr als 60 Personen in einem breit angelegten Prozess erarbeitet und in den synodalen Ausschüssen eingehend beraten worden. Diese Beratungen werden auf der Landessynode in Bonn fortgesetzt, bevor dort voraussichtlich am Montag, 19. Januar, in öffentlicher Plenarsitzung entschieden wird.

Auch als kleinere Kirche weiter für andere da sein

Notwendig wurde der Finanzprozess wegen sinkender Einnahmen und steigender Kosten. So hat die rheinische Kirche im vergangenen Jahr rund 68.500 Mitglieder verloren, etwa je zur Hälfte durch Demografie und Austritte. Ziel ist es, vorausschauend zu handeln, bevor finanzielle Engpässe entstehen. Die kirchliche Arbeit soll unabhängiger von der Kirchensteuer werden. Die Evangelische Kirche im Rheinland will so auch als kleinere Kirche mit weniger Ressourcen weiter für andere da sein. Die Leitkriterien der Finanzstrategie für die Kirche der Zukunft sind zusammengefasst: unmittelbar an der Sache Christi orientiert; nahe bei den Menschen; flexibel in den Formen; effizient im Einsatz der verbleibenden Ressourcen. Darauf basiert das ausgewogene Paket von mehr als 60 Maßnahmenvorschlägen, die sich alle nur auf den landeskirchlichen Haushalt beziehen. Ein Überblick über die wichtigsten Bereiche:

Evangelische Studierendengemeinden (ESGn) und Wohnheime

Die Evangelische Kirche im Rheinland ist Trägerin von ESGn an insgesamt neun Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Den Kirchenkreisen mit ESG-Standort wird angeboten, die ESGn zu Gemeinden junger Erwachsene in eigener Trägerschaft weiterzuentwickeln, in denen die Studierendenarbeit mitenthalten ist und weitere junge Menschen angesprochen werden. Ziel ist es, neue Räume für Beteiligung, Gemeinschaft und zeitgemäße Formen von Kirche zu eröffnen. Die Verantwortung vor Ort liegt dann bei den Kirchenkreisen, die Landeskirche unterstützt die Arbeit anteilig finanziell. Es sollen zusätzliche Drittmittel akquiriert werden. Der Betrieb der Wohnheime (sechs Wohnheime mit insgesamt 381 Plätzen) soll aufgegeben werden. Dabei wird geprüft, ob die Wohnheime vorrangig auf kirchliche Träger, Studierendenwerke oder andere geeignete Träger übertragen werden können, die den Betrieb und/oder die Gebäude übernehmen. Für Studierende und Uni-Angehörige wird es weiterhin hochschulorientierte Angebote geben.

Evangelische Schulen in landeskirchlicher Trägerschaft

Die Evangelische Kirche im Rheinland trägt zehn evangelische Schulen mit besonderem kirchlichen Bildungsauftrag. Aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen wird vorgeschlagen, die Finanzierung in substanziellem Umfang auf kontinuierliche, freiwillige Elternbeiträge umzustellen. Ziel ist es, die langfristige Stabilität und Handlungsfähigkeit der Schulen zu sichern und ihre Finanzierung nachhaltig und zukunftsfest aufzustellen. Gleichzeitig gilt auch weiterhin: Niemand wird ausgeschlossen, weil Familien keinen Beitrag leisten können. Die Umsetzung ist ab dem Schuljahr 2027/28 geplant. Zugleich sind Investitionen zur Stärkung des evangelischen Profils sowie in die Gebäude vorgesehen.

Haus der Stille in Rengsdorf

Für das Haus der Stille hat die Kirchenleitung den Vorschlag des Beirats aufgenommen, einer Konzeptgruppe für die Entwicklung eines Finanzplans Zeit bis 2028 zu geben. Ziel ist, dass die Immobilie ab 2029 unabhängig von Kirchensteuermitteln weiterbetrieben werden kann. Die Landeskirche stellt weiterhin Finanzmittel für Personal in der geistlichen Begleitung zur Verfügung.

Vereinte Evangelische Mission (VEM)

Der Zuschuss zur VEM mit ihren 39 Mitgliedern (15 Kirchen in Afrika, 17 in Asien, sechs in Deutschland und die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel) soll um 20 Prozent reduziert werden. Die Reduzierung erfolgt in Schritten von jährlich zwei Prozentpunkten bis 2036. Gemeinsame Projekte zum Aufbau regionaler ökologischer Landwirtschaft, zur Traumaheilung oder zum Schutz von Frauen vor Gewalt sollen dadurch nicht gefährdet werden. Die Kürzungen werden für die Landeskirche nur zur Hälfte wirksam, da mehr Geld an den Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) fließen soll. Auf der Vollversammlung der VEM im September 2025 in Daressalam wurde bereits darüber gesprochen, wie alle Mitglieder in gemeinsamer Verantwortung mit der sich verändernden finanziellen Situation in den deutschen Kirchen umgehen können.

Härtefonds und Arbeitslosenfonds

Landeskirchliche Zuschüsse sollen zeitlich gestaffelt abgesenkt werden. Dazu zählen der landeskirchliche Härtefonds und der Arbeitslosenfonds. Hier hat sich die Landeskirche in der Vergangenheit engagiert, um Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. Im Blick auf den Härtefonds soll für diesen Zweck eine landeskirchliche Kollekte in den Kollektenplan aufgenommen werden. Für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen stehen staatliche Programme und Förderinstrumente zur Verfügung. Daher wird vorgeschlagen, den Arbeitslosenfonds aufzugeben.

Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe

Der Maßnahmenvorschlag sieht Verhandlungen über eine schrittweise Reduzierung des Generalzuschusses an das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe vor. Verhandlungsziel ist eine Reduzierung des Zuschusses aus Kirchensteuermitteln im Umfang von 20 Prozent bis 2030. Für die Folgejahre ist eine kontinuierliche Anpassung an die Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen vorgesehen. Bei der Reduzierung des Zuschusses geht es um organisatorische und finanzielle Synergien durch vertiefte Zusammenarbeit und die Vermeidung von Doppelstrukturen. Das verlangt eine gemeinsame strategische Klärung der Aufgabenverteilung von Kirche und Diakonie.

Verwaltungskosten

Neben zahlreichen Kürzungen in der Verwaltung wird ein Prüfauftrag vorgeschlagen, um Aufgaben und Strukturen des Landeskirchenamts zu vereinfachen und zu reduzieren. Das beinhaltet eine umfassende Aufgabenkritik und Synergien durch Kooperationen mit anderen Landeskirchen.

Landessynode 2026

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland ist das oberste Leitungsgremium der mit gut zwei Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche in Deutschland. Die 80. Landessynode hat 184 stimmberechtigte Mitglieder (sowohl Theologinnen und Theologen als auch Nichttheologinnen und -theologen) aus den 34 Kirchenkreisen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland. Sie tagt vom 16. bis 20. Januar 2026 im Maritim Hotel Bonn.

Hier mehr über die Landessynode 2025 lesen:

Den Eröffnungsgottesdienst finden Sie hier:

Text: Ekkehard Rüger/ekir.de
Foto(s): APK/Archiv

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Gebetswoche für die Einheit der Christen

Die Woche der Einheit der Christen ist eine weltweit begangene Gebetswoche, in der Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen gemeinsam für die Einheit der Kirche beten und ökumenische Begegnungen pflegen. In diesem Jahr findet sie von Sonntag, 18. Januar, bis Sonntag, 25. Januar, statt. Auch im Bereich des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region laden Gemeinden in diesem Zeitraum mit Gottesdiensten, Feiern und besonderen Veranstaltungen dazu ein, ökumenische Gemeinschaft bewusst zu erleben.

„Das Leuchten des Alters“ – Fotografien von Johannes Bichmann. Ausstellungseröffnung zur Woche der Einheit der Christen

Im Rahmen einer ökumenischen Feier zur Eröffnung der Woche der Einheit der Christen wird am Sonntag, 18. Januar, 14.30 Uhr bis 17 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, die Ausstellung „Das Leuchten des Alters“ eröffnet. Gezeigt werden 40 ausdrucksstarke Porträts des Fotografen Johannes Bichmann, die die Schönheit, Würde und Vielschichtigkeit des Alters sichtbar machen – berührend, humorvoll und authentisch. An der Eröffnung wirken Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fotoprojekts mit. Musikalisch gestaltet wird der Nachmittag von Domorganist und Kantor Rolf Müller sowie Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk. Pfarrerin Claudia Posche und Pfarrer Thomas Taxacher begleiten die Eröffnung liturgisch, Mitarbeitende der Caritas RheinBerg geben Einblicke in ihre Arbeit. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung, zu Gesprächen sowie zu einem Empfang im Vorraum des Doms. Die Ausstellung ist bis Samstag, 24. Januar, täglich außerhalb der Gottesdienstzeiten zu sehen.
www.altenberg-dom.de

Ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche. Christen beten gemeinsam für Einheit

Zur Gebetswoche für die Einheit der Christen lädt die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft am Mittwoch, 21. Januar, 19 Uhr, in die Kulturkapelle St. Georg, Hauptstraße 67, in Bergheim, ein. Unter dem biblischen Motto „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Epheser 4,4) gestalten Pfarrer Martin Trautner, Pfarrer Franz-Josef Freericks und Gemeindevorsteher Thomas Kraus gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener kirchlicher Traditionen den ökumenischen Gottesdienst.
www.trinitatis-kirchengemeinde.de

Ökumenischer Gottesdienst zur Einheit der Christen. Mit Prädikant Hartmut Rösler

Aus Anlass der Woche für die Einheit der Christen (18. bis 25. Januar) lädt die Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein am Sonntag, 25. Januar, 11.30 Uhr, zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Kreuzkirche Buchheim, Wuppertaler Straße 21, ein. Prädikant Hartmut Rösler gestaltet die Liturgie.
www.kirche-koeln-muelheim.de

Ökumenischer Gottesdienst zur Einheit der Christinnen und Christen. Gemeinsames Feiern im Rahmen der weltweiten Gebetswoche

Zum ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christinnen und Christen lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Höhenhaus am Sonntag, 25. Januar, 18 Uhr, in die Pauluskirche, Dreisamweg 9, ein. Der Abend steht im Zeichen der weltweiten Gebetswoche, die 2026 von der Armenisch-Apostolischen Orthodoxen Kirche gemeinsam mit der Armenisch-Katholischen und der Evangelischen Kirche vorbereitet wurde. Unter dem Leitwort aus dem Epheserbrief „Ein Leib und ein Geist …“ feiern die Gemeinden aus Höhenhaus und Dünnwald zusammen, lernen einander besser kennen und empfangen die neuen Ökumene-Kerzen für ihre Kirchen. Die gastgebende Gemeinde freut sich auf viele Mitfeiernde.
www.kirche-hoehenhaus.de

Gottesdienst zur „Woche der Einheit der Christen“

Zur Gebetswoche der Einheit der Christen gestaltet Pfarrerin Astrid Krall-Packbier am Sonntag, 25. Januar, 18 Uhr, in der Kirche „Zur Heiligen Familie“, Am Rosenmaar 1, einen Gottesdienst. Die weltweit begangene Gebetswoche, in der Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen gemeinsam für die Einheit der Kirche beten und ökumenische Begegnungen pflegen, findet von Sonntag bis Sonntag, 18. bis 25. Januar, statt.
www.evangelisch-in-duennwald.de

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Arbeiten, wo es um mehr geht als nur um Leistung: Kirche als starke Arbeitgeberin 2026

Pflege, Bildung, IT, Verwaltung – das alles klingt nicht sofort nach Kirche. Und doch finden sich genau hier zahlreiche Arbeitsplätze mit Sinn, Perspektive und Verantwortung. Denn was viele nicht ahnen: Gemeinsam mit ihren Wohlfahrtsverbänden gehört die Kirche zu den größten Arbeitgeberinnen Deutschlands. Auch in Köln und Region bietet sie ein breites berufliches Spektrum – für Menschen, die mit Menschen arbeiten wollen. Und für alle, die mehr suchen als nur einen Job.

Berufe mit Wirkung – mitten in Köln und der Region

In der Evangelischen Kirche in Köln und Region kommen die unterschiedlichsten Berufswege zusammen: von der Kita bis zur Krankenhausseelsorge, von der Verwaltung bis zur Veranstaltungsleitung. Gesucht werden regelmäßig engagierte Fachkräfte und Quereinsteiger*innen – für Aufgaben mit Nähe zu Menschen und Sinn für die Gesellschaft. Auch kreative, digitale und technische Berufsbilder finden hier ihren Platz.

Kirchlich – und trotzdem überraschend anders

Was viele erstaunt: Hinter kirchlichen Arbeitgeberinnen stehen oft Berufsfelder, die kaum jemand damit verbindet. Dazu zählen unter anderem:

  • IT-Services und Webentwicklung für kirchliche Institutionen

  • Hauswirtschaft und Gebäudebetreuung in Bildungseinrichtungen

  • Musik- und Kulturprojekte, etwa im kirchenmusikalischen Umfeld

  • Bildungsarbeit mit Erwachsenen und Familien

Hinzu kommen klassische Berufe wie Hausmeisterdienste, Küche, Verwaltung, Erziehung oder Pflege – alle mit dem Ziel, für Menschen da zu sein.

Ausbildung & FSJ: mit Sinn in die Zukunft

Auch im Jahr 2026 setzt die evangelische Kirche auf vielfältige Ausbildungswege und Freiwilligendienste. Wer sich für ein FSJ oder eine Ausbildung entscheidet, profitiert von persönlicher Begleitung, wertschätzendem Miteinander und einer Aufgabe, die mehr bietet als nur ein Gehalt: Sinn, Wirkung und Entwicklung.

Was zählt: Fachlichkeit und Haltung

Die Anforderungen sind so vielfältig wie die Arbeitsfelder selbst. Neben spezifischer Qualifikation – etwa im pädagogischen, pflegerischen oder technischen Bereich – zählen vor allem Soft Skills wie Teamfähigkeit, Empathie und Verantwortungsbewusstsein. Denn bei kirchlicher Arbeit steht immer der Mensch im Mittelpunkt.

https://www.kirche-koeln.de/stellenboerse/

Text: APK/AI
Foto(s): APK/Canva

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