Liebe feiern: Valentinsgottesdienste mit Musik, Segen und Gemeinschaft

Der Valentinstag ist längst mehr als ein Tag für rote Rosen und Pralinen. Rund um den 14. Februar laden in Köln und der Region ganz unterschiedliche Angebote in den Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region dazu ein, Liebe, Nähe und Beziehung auf vielfältige Weise zu feiern – kulinarisch, kulturell, spirituell oder ganz persönlich. Ob bei einem gemeinsamen Kochabend für Paare, auf Spaziergängen durch die Stadt oder über den Melatenfriedhof, bei Segensgottesdiensten oder musikalischen Feiern: Liebe zeigt sich in vielen Formen und Geschichten. Die folgenden Veranstaltungen nehmen den Valentinstag zum Anlass, Raum zu schaffen für Begegnung, Austausch, Erinnerung und Segen – für Paare ebenso wie für Einzelne, Verliebte, Verheiratete oder Erinnernde.

07.02.2026, 18:00
Ev. Familienbildungsstätte Köln
EKV Casino, Kartäusergasse 9-11, 50678 Köln
„Date Night – cook memories“
Romantischer Kochkurs zum Valentinstag für Paare
Als besonderes Angebot rund um den Valentinstag lädt die Evangelische Familienbildungsstätte Köln am Samstag, 7. Februar, 18 Uhr, zu einer „Date Night – cook memories“ in das Casino im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, ein. Der Kochkurs richtet sich an Paare, die gemeinsam einen romantischen Abend verbringen und dabei ein auf das Teilen und Genießen ausgelegtes Menü zubereiten möchten. In entspannter Atmosphäre entstehen Gerichte, die mit Liebe gekocht werden und Raum für gemeinsame Erinnerungen schaffen. Auf dem Menü stehen unter anderem ein Mocktail, Spring Rolls, Sriracha-Limetten-Lachs und Mango-Tiramisu im Glas. Am Ende des Abends können die zubereiteten Speisen gemeinsam probiert werden, zudem gibt es ein kleines essbares Geschenk für zu Hause. Eine Schürze sowie geeignete Behältnisse für Reste sollten mitgebracht werden. Die Teilnahme kostet 44 Euro. Eine Anmeldung unter www.fbs-koeln.org ist erforderlich.
www.fbs-koeln.org

08.02.2026, 14:00
AntoniterCityTours
Eingang zum Hotel Maritim, Heumarkt 20, 50667 Köln
„Köln am Valentinstag“
Liebe, Lust und Leidenschaft in der Kölner Innenstadt
Liebe, Lust und Leidenschaft sind Thema des neuen Rundgangs „Köln am Valentinstag“ der AntoniterCityTours am Sonntag, 8. Februar, 14 Uhr, den Günter Leitner gemeinsam mit Asja Bölke anbietet. Der Spaziergang durch die Kölner Innenstadt verbindet Stadtgeschichte mit Geschichten rund um Beziehungen, Gefühle und besondere Orte der Liebe in Köln. Interessierte treffen sich vor dem Eingang zum Hotel Maritim, Heumarkt 20. Die Teilnahme kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Eine Anmeldung über www.antonitercitytours.de oder der Kartenvorverkauf über KölnTicket wird empfohlen.
www.antonitercitytours.de

14.02.2026, 15:00
AntoniterCityTours
Eingang Melatenfriedhof, Melatengürtel/Ecke Oskar-Jäger-Straße, 50931 Köln
„Herzensspuren auf Melaten am Valentinstag“
Neue Stadtführung der AntoniterCityTours
Wo Liebe sichtbar wird, davon erzählt Armin Beuscher, Referent der AntoniterCityTours, bei der neuen Friedhofsführung „Herzensspuren auf Melaten am Valentinstag“ am Samstag, 14. Februar, 15 Uhr. Der Rundgang über den Melatenfriedhof widmet sich Liebesgeschichten, Symbolen und Spuren von Zuneigung. Wer mehr erfahren möchte, trifft sich am Eingang Melatenfriedhof, Melatengürtel/Ecke Oskar-Jäger-Straße. Die Teilnahme kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Eine Anmeldung über www.antonitercitytours.de oder der Kartenvorverkauf über KölnTicket wird empfohlen.
www.antonitercitytours.de

14.02.2026, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
Pauluskirche, Thurner Str. 105, 51069 Köln
„Liebe“ – Musikalischer Segensgottesdienst
Segensfeier zum Valentinstag für die gesamte Gemeinde
Ein musikalischer Segensgottesdienst zum Valentinstag findet am Samstag, 14. Februar, 19 Uhr, in der Pauluskirche, Thurner Straße 105, statt. Die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide lädt Menschen ein, die sich persönlich oder als Paar segnen lassen möchten. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht die Frage, was Liebe trägt, was sie bedeutet und wie sie mit Gottes Segen verbunden ist. Gestaltet wird der Abend von Pfarrerin i. R. Sybille Noack-Mündemann und Pfarrer Klaus Völkl. Die musikalische Gestaltung übernehmen Claudia Groß (Gesang) und Jan Weigelt (Flügel), als Duo „Auralie Blue“. Eine Teilnahme ist auch kostümiert möglich. Im Anschluss besteht Gelegenheit, bei einem Anstoßen miteinander ins Gespräch zu kommen.
www.evangelisch-in-koeln-dellbrueck-holweide.de

14.02.2026, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Sindorf
Christus-Kirche, Carl-Schurz-Straße 2, 50170 Kerpen
Valentinstag-Gottesdienst „Forever & Amen“
Segnung, Musik und Begegnung zum Valentinstag
Unter dem Motto „Forever & Amen“ feiern die Evangelische Kirchengemeinde Sindorf und die Evangelische Kirchengemeinde Kerpen am Samstag, 14. Februar, 19 Uhr, gemeinsam einen Valentinstag-Gottesdienst in der Christus-Kirche Sindorf, Carl-Schurz-Straße/Ecke Kerpener Straße 2. Pfarrer Schnabel und Pfarrerin Dr. Brunk gestalten den Gottesdienst, der als etwas andere Form des Valentinstags Raum für Musik, Begegnung und persönliche Segnung bietet. Eingeladen sind alle, die sich einem anderen Menschen in Liebe verbunden fühlen und dies feiern möchten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Segnung, danach klingt der Abend bei einem Sektempfang in geselliger Atmosphäre aus.
www.evangelisch-in-sindorf.de

22.02.2026, 14:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal-Altenberg
Valentinstagsgottesdienst mit Segnung
Musik mit „LivingNextDoor“
Am Valentinstag, Sonntag, 22. Februar, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen zu einem Valentinsgottesdienst mit Segnung in den Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, ein. Der Gottesdienst mit Pfarrerin Claudia Posche beginnt um 14 Uhr. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Band „LivingNextDoor“.

Text: APK, Stand: 12.01.2026
Foto(s): APK/Canva

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„Diese Aufgabe ist für mich eine große Ehre“ – Holger Reiprich, Leiter der Notfall- und Feuerwehrseelsorge, ist in der Karnevalsgesellschaft „Funkentöter“ der erste Regiments-Pfarrer

Holger Reiprich ist evangelischer Pfarrer und seit über 30 Jahren in der Feuerwehr- und Notfallseelsorge in Köln tätig. In dieser Session wurde der gebürtige Kölner zum Regiments-Pfarrer der Kölschen Funkentöter ernannt – ein Traditionscorps mit enger Verbindung zum Karneval.

Herr Reiprich, was bedeutet die Rolle des Regiments-Pfarrers für Sie?

Holger Reiprich: Die Funktion des Regiments-Pfarrers ist bei den Kölschen Funkentötern neu eingeführt worden. Für mich ist sie vor allem Ausdruck von Vertrauen und Wertschätzung. In dieser Rolle begleite ich die Gesellschaft seelsorglich, bin bei wichtigen Terminen präsent und verstehe mich als Ansprechpartner innerhalb der Gemeinschaft. Gleichzeitig verbindet sich hier mein beruflicher Hintergrund mit dem karnevalistischen Ehrenamt.

Was zeichnet die Kölschen Funkentöter als Karnevalsgesellschaft besonders aus?

Holger Reiprich: Die Kölschen Funkentöter sind ein Traditionschor der Berufsfeuerwehr Köln, gegründet in den 1930er-Jahren. Der Name leitet sich vom „Feuer ausmachen“ ab und verweist auf die enge Verbindung zur Feuerwehr. Diese Verbundenheit zeigt sich nicht nur in den historischen Uniformen, sondern auch in der Zusammensetzung der Gesellschaft: Alle Mitglieder haben einen Bezug zur Feuerwehr, überwiegend zur Berufs- oder Freiwilligen Feuerwehr Köln. Zugleich sind die Funkentöter fest im Kölner Karneval verankert.

Warum haben Sie sich entschieden, dieses Ehrenamt zu übernehmen?

Holger Reiprich: Die Ernennung zum Regiments-Pfarrer empfinde ich als große Ehre. Sie knüpft unmittelbar an meine langjährige Tätigkeit als Feuerwehrseelsorger an. Besonders schätze ich die Möglichkeit, Menschen, denen ich im beruflichen Kontext begegne, in einem anderen, gemeinschaftlichen Rahmen zu erleben. Die Funkentöter sind fast wie eine kleine Gemeinde: Man begleitet sich gegenseitig, nimmt Anteil am Leben des Einzelnen und übernimmt Verantwortung füreinander.

Gab es bereits besondere Momente in Ihrer neuen Funktion?

Beim Chorappell der Kölschen Funkentöter wurde Holger Reiprich offiziell zum Regiments-Pfarrer ernannt.

Holger Reiprich: Ein sehr bewegender Moment war der Karnevalistengottesdienst im Kölner Dom. Dort war ich sowohl als evangelischer Pfarrer als auch als Regiments-Pfarrer präsent. Diese Verbindung von Karneval, Kirche und Glauben, kurz vor der Proklamation des Dreigestirns, hat eine besondere Würde. Ebenso prägend war der Chorappell der Kölschen Funkentöter, bei dem meine Ernennung offiziell erfolgte und ich die große Wertschätzung der Gesellschaft erfahren durfte.

Das aktuelle Sessionsmotto betont die Bedeutung des Ehrenamts. Welche Rolle spielt es aus Ihrer Sicht für Köln?

Holger Reiprich: Das Ehrenamt ist für Köln unverzichtbar – sowohl im Karneval als auch bei der Feuerwehr. In der Notfallseelsorge engagieren sich überwiegend Ehrenamtliche, ohne die eine verlässliche Begleitung von Menschen in Krisensituationen nicht möglich wäre. Auch bei der Feuerwehr leisten die ehrenamtlichen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr einen zentralen Beitrag zum Brandschutz und zur Bewältigung größerer Einsatzlagen. Dieses Engagement trägt wesentlich zum gesellschaftlichen

Holger Reiprich auf der Sitzung der „Kölschen Funkentöter“ mit Präsident Guido Thiemermann

Zusammenhalt in der Stadt bei.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrem Amt setzen?

Holger Reiprich: Neben der repräsentativen Aufgabe ist mir die Vernetzung besonders wichtig. Ich möchte Verbindungen zwischen den Funkentötern, anderen Karnevalsgesellschaften und kirchlichen Initiativen stärken und so Brücken zwischen Feuerwehr, Karneval und Kirche bauen.

Mehr zu den Kölschen Funkentötern:

Text: APK / Holger Reiprich
Foto(s): Holger Reiprich

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Blauköpp mit viel jeckem Segen: Evangelisches Karnevalsnetzwerk lädt ein

Pfarrer, Karnevalist, Netzwerker: Oliver J. Kießig verbindet Kirche und Fastelovend auf besondere Weise. Im Interview spricht der Mitinitiator der „Blauköpp“ über das evangelische Karnevalsnetzwerk, neue Ideen und den ersten eigenen Sessionsorden.

Wer sin die Blauköpp?

Oliver Kießig: Die Blauköpp sind keine klassische Karnevalsgesellschaft mit eigener Uniform und Spielmannszug. Wir sind das evangelische Karnevalsnetzwerk in Köln und Region. Wir vernetzen Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen, die evangelisch sind oder sich in der Kirche engagieren und mitten im kölschen Fastelovend mitmischen. Unser Netzwerk verbindet all die kirchlichen Akteur:innen, die feiern, lachen und Glauben mit Karneval verbinden wollen. Wir feiern Sitzungen, Gottesdienste op Kölsch und alles, was dazugehört: mit Augenzwinkern und offenem Herzen.

Woher kommt der Name?

Die Initiatoren Oliver Kießig, Heike Kümpel und Sammy Wintersohl vom evangelischen Karnevalsnetzwerk „Blauköpp“ engagieren sich für eine fröhliche, glaubensnahe Präsenz der Kirche im Fastelovend.
LINKS: Oliver J. Kießig (l.) und Sammy Wintersohl von den "Blauköpp" mit dem Prinzenpaar.RECHTS: Oliver J. Kießig (l.) und Sammy Wintersohl (r.) von den „Blauköpp“ mit Dr. Thorsten Latzel (2.v.r), Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Antje Menn, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Der Sessionsorden in Aktion: LINKS: Oliver J. Kießig (l.) und Sammy Wintersohl von den „Blauköpp“ mit dem Prinzenpaar.
RECHTS: Oliver J. Kießig (l.) und Sammy Wintersohl (r.) von den „Blauköpp“ mit Dr. Thorsten Latzel (2.v.r), Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Antje Menn, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Oliver Kießig: Der Name „Blauköpp“ ist typisch kölsch: ein bisschen Selbstironie, ein bisschen Geschichte und viel Augenzwinkern. Früher wurden evangelische Christen im Rheinland scherzhaft als „Blauköpp“ bezeichnet, angelehnt an die blauen Mützen preußischer Beamter. Preußisch, nüchtern, protestantisch, das passte aus kölscher Sicht wunderbar. Was als Seitenhieb begann, haben wir selbstbewusst übernommen. Heute steht „Blauköpp“ für evangelische Jecke, die wissen: Man kann den Glauben ernst nehmen, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Wir tragen den Namen mit Stolz und einem Lächeln.

Was macht ihr?

Oliver Kießig: Wir vernetzen evangelische Karnevalsaktivitäten in Köln und Region. Wir bringen Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen zusammen, teilen Termine, feiern gemeinsam und sorgen dafür, dass evangelische Präsenz im Fastelovend sichtbar bleibt. Ob Gottesdienste op Kölsch, „Prot’s Sitzungen“, Veedelsumzüge oder gemeinsames Feiern: Hauptsach bunt und jeck!

Session im vollen Gange: Was sind eure Highlights?

Oliver Kießig: Unsere Veedel! Die Session lebt davon, dass überall jeckes Leben pulsiert. In den evangelischen Gemeinden wird gesungen, geschunkelt, gebetet und gelacht bei Gottesdiensten op Kölsch, kleinen Sitzungen oder Veedelsaktionen, meist liebevoll selbst gemacht. Ein Highlight ist auch das jährliche Treffen mit dem Dreigestirn im Haus der Kirche. Wenn sich Kirche, Stadt und Karneval auf Augenhöhe begegnen, merkt man: Der Fastelovend lebt in den Veedeln und wir mittendrin.

Was ist diese Session neu?

Oliver Kießig: Wir haben zum ersten Mal einen eigenen Sessionsorden – und der stellt die Jecken in den Mittelpunkt: bunt, vielfältig und mit ganz viel Herz. Die Farben und Formen stehen für die Unterschiedlichkeit der Menschen, die Karneval feiern, glauben, zweifeln und lachen. Gemeinsam mit dem Segensbüro „Hätzjeföhl“ haben wir das Sessionsmotto 2026 kreativ abgewandelt: Aus „ALAAF – Mer dun et för Kölle!“ wurde „SÄJE – Mer dun et för Kölle!“. Unser Beitrag: Segen schenken, gute Worte, offene Herzen.
Neu ist auch unser Outfit: Wir haben ein eigenes „Krätzje“ entworfen, also eine klassische Karnevalsmütze, die wir künftig tragen wollen. Ein Logo bzw. Emblem ist gerade in Arbeit und soll das Krätzchen zieren. Dazu haben wir uns für blaue Fliegen entschieden: evangelisch, kölsch und jeck.

Fastelovend und Kirche: Wie passt das?

Oliver Kießig: Kirche und Karneval gehören zusammen wie Köln und Dom. Die Fastenzeit zeigt es: Ein Teil der christlichen Tradition führt direkt in die fünfte Jahreszeit. Für uns bedeutet Kirche auch Gemeinschaft, Freude und Lachen. In unseren Gottesdiensten trifft Lebensfreude auf Glauben. Humor ist manchmal die schönste Predigt. Wir zeigen: Christ:innen können lachen, feiern und Alaaf sagen und trotzdem ernst im Leben stehen.

Weitere Infos zu den „Blauköpp“ unter: http://www.blaukoepp.de

Text: Oliver Kießig/ APK
Foto(s): Oliver Kießig/ APK

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Evangelischer Karneval vernetzt: Das Karnevalsnetzwerk „Blauköpp“ verbindet Gemeinden in Köln und im Rhein-Erft-Kreis

Karneval gehört im Rheinland zur DNA – und das gilt auch für die evangelische Kirche. Im Rhein-Erft-Kreis und in Köln engagieren sich viele Gemeinden seit Jahren im Karneval. Jetzt werden diese Aktivitäten gebündelt – im evangelischen Karnevalsnetzwerk „Blauköpp“.

Pfarrer Oliver Kießig ist einer der Initiatoren. Er sagt: „Wir vernetzen das Karnevalsengagement in den Gemeinden in Köln und Regionen. Die evangelische Kirche ist eigentlich schon immer im Karneval dabei, macht Gottesdienste, Sitzungen, ganz viele andere Veranstaltungen. Und die Idee ist, all das zusammenzubringen und die Leute, die sich im Karneval und in der evangelischen Kirche engagieren, zu vernetzen.“

Für evangelischen Karneval gibt es im Rhein-Erft-Kreis viele Beispiele. Heike Kümpel lebt in Kerpen, ist im offiziellen Karneval aktiv und feiert seit Jahren als Prädikantin Gottesdienste mit dem jeweiligen Kerpener Dreigestirn. Sie erzählt: „Es gibt Gemeinden wie zum Beispiel Elsdorf, Pulheim und Kerpen, in denen es Gottesdienste mit Dreigestirn gibt. Es gibt Gruppen in den Gemeinden, die Karnevalsfeiern machen und es gibt Pfarrsitzungen, in denen auch evangelische Gemeindeglieder zum Beispiel im Elferrat sitzen, und die damit ökumenischen Charakter haben.“

Mit dem Netzwerk Blauköpp sollen genau solche Initiativen sichtbarer werden und Menschen miteinander in Kontakt kommen, die evangelischen Karneval feiern und leben. Pfarrer Oliver Kießig rechnet dabei mit einer Beteiligung von rund zwanzig Kirchengemeinden: „Wir laden die Gemeinden ein und die, die sich engagieren, und vernetzen uns mit ihnen. Dann schauen wir, wohin es sich entwickelt. Vielleicht wird irgendwann eine Karnevalsgesellschaft gegründet und dann ist man ganz offizieller Teil dieses Vereinswesens. Vielleicht bleibt es auch ein Netzwerk.“

Egal in welcher Form – die Blauköpp stehen für evangelischen Karneval, der verbindet: im Rhein-Erft-Kreis, in Köln und der Region. Alle Termine und Informationen zum evangelischen Karneval gibt es online unter www.blaukoepp.de

Dieser Beitrag ist auch zu hören in der Sendung Himmel und Erde bei Radio Erft.

Text: Sammy Wintersohl
Foto(s): Archiv/Collage: APK

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Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust: Gedenkstunde am Löwenbrunnen in Köln

Anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz versammelten sich Jung und Alt an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen in der Kölner City. Eingeladen zur Gedenkstunde am ehemaligen Standort des jüdischen Reform-Realgymnasiums Jawne hatten die Synagogen-Gemeinde Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, das Katholische Stadtdekanat und Masorti Rheinland in Verbindung mit dem Arbeitskreis „Lern- und Gedenkort Jawne“. Pfarrerin Dr. Dorit Felsch begrüßte nicht nur deren Vertretende. Ebenso willkommen geheißen wurden Mädchen und Jungen von drei weiterführenden Schulen.

Beiträge von jungen Menschen insbesondere zum Schicksal ehemaliger Jawne-Schülerinnen und -Schüler bilden zentrale Elemente der Gedenkstunde. „Wir wissen es sehr zu schätzen, dass ihr heute hier seid“, wandte sich Dr. Rainer Lemaire an die jungen Gäste. Damit würden sie die lange Tradition   der Schülermitwirkung an der Veranstaltung am Löwenbrunnen fortsetzen, so der im Arbeitskreis „Lern- und Gedenkort Jawne“ engagierte evangelische Schulreferent. „Heute übernahmen sie die Verantwortung für das Wachhalten der Erinnerung an das jüdische Gymnasium, an die zum Teil nach England geretteten Schülerinnen und Schüler, und vor allem an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Menschen auch hier in Köln“, sagte Lemaire. Aus Köln und Umgebung wurden allein 1.100 jüdische Kinder und Jugendliche deportiert und ermordet.

Unerträglich wahrzunehmen, dass Judenfeindlichkeit wieder zunimmt

Markus Zimmermann, stellvertretender Stadtsuperintendent, eröffnet die Gedenkstunde.
Markus Zimmermann, stellvertretender Stadtsuperintendent, eröffnet die Gedenkstunde.

Beim Gedenken an die Opfer des Holocaust gehe es auch um „unsere Glaubwürdigkeit als Christinnen und Christen“, eröffnete der stellvertretende Stadtsuperintendent Markus Zimmermann. „Denn wir berufen uns auf Jesus von Nazareth, der Jude war.“ Es gehe für uns immer darum, uns klar zu machen, dass die Wurzel unseres Glaubens das Judentum sei, verwies er auf Paulus (Röm 11,18). Natürlich sei unseren Kirchen das Gedenken auch deswegen ein wichtiges Anliegen, „weil es ein unerträglicher Gedanke bleibt, dass unsere jüdischen Geschwister damals verfolgt und ermordet worden sind. Unerträglich ist es auch heute wahrzunehmen, dass Antisemitismus und Judenfeindlichkeit wieder zunehmen“. Dagegen einzutreten und Zeichen zu setzen, gehöre zu den Kernaufgaben unserer Kirchen. Er bat die jungen Menschen, ebenfalls aufzustehen „gegen jede noch so heiter gemeinte verletzende Bemerkung“.

Grußwort der Stadt Köln

„Das Verbrechen wurde möglich durch Hass, Entmenschlichung und das Schweigen vieler“, stellte Teresa De Bellis-Olinger fest. Die Bürgermeisterin überbrachte Grüße des Stadtrates und Oberbürgermeisters Torsten Burmester. „Dieses Schweigen ist unerträglich, damals wie heute. Wenn Unmenschliches geschieht, darf es keine Gleichgültigkeit geben!“ De Bellis-Olinger bezeichnete den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz auch als eine Mahnung an uns alle, Verantwortung zu übernehmen. „Verantwortung als Stadtgesellschaft, die sich erinnert und daraus Haltung für die Gegenwart entwickelt.“ Ihr Dank galt insbesondere den Schülerinnen und Schülern. „Sie haben sich auf das Schicksal einzelner Kinder eingelassen. Sie haben hingeschaut, nachgefragt und den Opfern eine Stimme gegeben. Das ist Mut und das ist lebenswichtig, denn Erinnerung lebt durch uns.“ Angesichts eines wiedererstarkenden Antisemitismus erinnere uns Auschwitz daran, dass „Nie wieder“ ein Auftrag an uns alle sei. Deshalb verbinde das historische Gedenken heute eine klare demokratische Haltung: „Wir stehen zusammen gegen Hass, gegen Ausgrenzung.“

Erinnert an Dr. Erich Klibansky und andere

Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs der Europaschule Köln bei ihrem Vortrag.
Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs der Europaschule Köln bei ihrem Vortrag.

Mitglieder der AG Erinnerungskultur am Lessing-Gymnasium Köln-Porz richteten den Blick auf das Leben der Jüdin Anne Adler und ihrer Familie. Jugendliche des 9. Jahrgangs des Paul-Klee-Gymnasiums in Overath gingen unter anderem auf die Biografie von Dr. Erich Klibansky und die Geschichte der Jawne ein. 1929 sei der 28-Jährige zum Direktor des Gymnasiums ernannt worden. Nach 1933 habe er schnell erkannt, dass es für seine Schule keine Zukunft in Deutschland gebe. Sein Plan, die gesamte Jawne nach Großbritannien zu verlegen, habe nicht vollständig umgesetzt werden können. Zumindest seien rund 130 Schülerinnen und Schüler 1939 mit vier sogenannten Kindertransporten vor ihrer fast sicheren Deportation und Ermordung gerettet worden.

Antisemitismus damals und heute

Schülerinnen und Schüler aus dem 12. Jahrgang der Europaschule Köln berichteten unter anderem über das Schicksal von Karla Yaron (geb. Rath, 1925 bis 2017). Dabei spielten sie eindrückliche Passagen eines Interviews des Arbeitskreises mit der gebürtigen Düsseldorferin über Lautsprecher ein. Wie Yaron konnte auch Heinrich Grünebaum (Henry Gruen, 1923 bis 2013) mit einem der Kindertransporte aus Köln emigrieren. „So wenig auffallen wie möglich, so wenig in Erscheinung treten wie möglich. Es war wirklich ein Gang in Richtung Nicht-Existenz“, zitierten die Jugendlichen aus Gruens Erinnerungen an die NS-Zeit. Schließlich blickte ein Schüler auf aktuelle antisemitische Anfeindungen hierzulande, unter anderem ausgelöst durch den israelisch-palästinensischen Konflikt. Er appellierte, füreinander einzustehen. Damit trügen wir alle dazu bei, dass sich jeder wohlfühlen könne.

Dank und Aufforderung, die Stimme zu erheben

Juri Bergrin, Mitglied der gewählten Vertretung der Synagogen-Gemeinde Köln, würdigte die am Lern- und Gedenkort Jawne geleistete Bildungsarbeit und dankte den anwesenden jungen Menschen sehr für ihre engagierten Beiträge. Ergriffen verfolgten sie den Vortrag des jüdischen Gedenk-Gebetes „El Male Rachamin“ („Gott voller Erbarmen“) durch Dr. Annette Böckler von Masorti Rheinland. In sein Schlussgebet nahm Stadtdechant Monsignore Robert Kleine alle Opfer des nationalsozialistischen Regimes auf. Er bat Gott darum, „dass wir uns daran erinnern, was von unserem Land“ an schuldhaftem Verhalten ausgegangen sei. Das solle uns Motivation zum Handeln sein – „damit wir heute nicht schweigen, sondern unsere Stimme erheben“ gegen Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Jetzt anmelden: „Menschen mit Demenz begleiten“ – Qualifizierungskurs für Freiwillige

Ab Dienstag, 3. März, startet in Köln-Nippes der kostenlose Qualifizierungskurs „Menschen mit Demenz begleiten“, der engagierte Bürgerinnen und Bürger auf die ehrenamtliche Unterstützung von Menschen mit Demenz vorbereitet. Angeboten wird der Kurs von den Kölner Wohlfahrtsverbänden Diakonie Köln und Region, Deutsches Rotes Kreuz, Der Paritätische und Malteser Hilfsdienst, die gemeinsam Besuchsdienste für Menschen mit Demenz organisieren.

Ziel ist es, Menschen mit Demenz ein möglichst langes Leben in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen und gleichzeitig pflegende Angehörige zu entlasten. Im Mittelpunkt des Engagements stehen regelmäßige Besuche, Gespräche, gemeinsames Spazierengehen, Spielen oder das Teilen von Erinnerungen, die den Alltag der Betroffenen bereichern. Der 40-stündige Qualifizierungskurs bereitet praxisnah auf diese Aufgabe vor und kann wahlweise vollständig in Präsenz oder mit anteilig digitalen Modulen absolviert werden.

Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat und haben die Möglichkeit, sich beispielsweise im Besuchsdienst TANDEm der Diakonie Köln und Region zu engagieren. Begleitend werden Fortbildungen, regelmäßiger Erfahrungsaustausch und eine Aufwandsentschädigung angeboten. Die Teilnahme am Qualifizierungskurs ist kostenfrei.

Katharina Regenbrecht, Koordination TANDEm und DemenzNetz Köln-Nippes, erzählt im Interview:

Worauf wird bei der Qualifizierung besonders großen Wert gelegt?

Katharina Regenbrecht: Wir bereiten die Menschen, die sich bei uns engagieren möchten, gut vor. Dafür bieten wir eine 40-stündige Schulung rund um das Thema Demenz an. Das ist zwar eine formale Vorgabe, aber die meisten sagen hinterher, wie viel Sicherheit ihnen diese Vorbereitung gegeben hat. Am Anfang gibt es oft noch Berührungsängste – und genau da hilft die Schulung sehr. Viele Freiwillige berichten beim Schulungsabschluss, wie wertvoll es war, so viel Praktisches von Menschen zu hören, die bereits viel Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Demenz haben. Neben theoretischem Wissen ist es uns besonders wichtig, dass Teilnehmende selbst erleben können, wie sich Demenz anfühlen könnte. Denn echtes Verständnis entsteht nicht nur durch Wissen, sondern durch Nachempfinden. Wir werben bewusst um Verständnis für Verhaltensweisen, die uns im ersten Moment fremd oder unverständlich erscheinen. Deshalb nehmen Austausch, Diskussion und die Reflexion der eigenen Haltung einen großen Raum ein: Wie begegne ich Menschen mit Demenz? Wie stehe ich zur Erkrankung und zu den Angehörigen? Natürlich vermitteln wir auch Fachthemen wie Biografiearbeit, Aktivierung und Motivation. Doch im Zentrum steht für uns die Kommunikation und die Haltung, die sich darin ausdrückt. Wir möchten vermitteln, dass diese Arbeit trotz aller Herausforderungen auch Freude macht, Beziehung ermöglicht und von echter Begegnung lebt. Unsere Haltung ist geprägt von Respekt, Wertschätzung und Beziehungsgestaltung.

Wie tragen geschulte Ehrenamtliche konkret dazu bei, Menschen mit Demenz zu unterstützen?

Katharina Regenbrecht: Manche gehen zusammen in die Philharmonie, in den Biergarten, joggen miteinander oder gehen spazieren – Spaziergänge sind übrigens sehr beliebt. Freiwillige bringen viel mit: Neugierde auf den anderen Menschen, die Bereitschaft sich einzulassen, Interesse an der Biografie des Menschen, Zeit. Sie kommen regelmäßig jede Woche zu Besuch. Angehörige haben verlässliche Zeitfenster für eigenen Interessen, zur Entspannung oder um in Ruhe Erledigungen machen zu können. Das Bedürfnis des an Demenz erkrankten Menschen steht im Mittelpunkt. Hobbies nachgehen, Hand halten, im Sommer Eis essen, in der Natur sein, in der Stadt unterwegs sein, was alleine nicht mehr geht, zusammen Lachen, zusammensein.

Was bereichert und bewegt die Ehrenamtlichen oft persönlich in ihrem Engagement – welche Erfahrungen und Eindrücke nehmen sie aus der Begleitung von Menschen mit Demenz mit?

Katharina Regenbrecht: Uns ist wichtig, die Tandems so zu vermitteln, dass sie wirklich gut zueinander passen und sich beide jede Woche auf die Treffen freuen. Für die Freiwilligen soll es kein „Dienst“ sein, den sie aufopferungsvoll erfüllen, sondern eine bereichernde Zeit, auf die sie selbst Lust haben. Natürlich gibt es sehr gute Institutionen und professionelle Angebote für Menschen mit Demenz – und es ist wichtig, dass es diese Versorgung gibt. Aber genauso wichtig ist es, Demenz nicht ausschließlich dorthin auszulagern. Demenz betrifft uns alle. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe.

Freiwillige berichten:

  • „In den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass das, was ich eigentlich von älteren Menschen mitbekommen möchte, mir im Alltag oft fehlt. Man sieht sie kaum noch im öffentlichen Leben – sie verschwinden ein Stück weit aus dem Straßenbild. Durch mein Engagement habe ich den Kontakt zu älteren Menschen.“
  • „Dazu gehört auch die Offenheit, dass manches einfach etwas langsamer geht. Dass Begegnungen ihr eigenes Tempo haben dürfen.
    Und auch im Nachhinein merke ich immer wieder, wie bereichernd genau diese Haltung für beide Seiten ist.“
  • „Ich fühle mich vorbereitet auf mein eigenes Leben.“
  • „Dies Engagement ist für mich sinnstiftend.“
  • „Ich fühle mich angebunden und gewertschätzt. Sowohl von den Lebensgemeinschaften als auch von den Koordinatorinnen. Das ist wunderbar.“
  • „Gerade, wenn man selbst noch wenig Berührungspunkte hatte, ist das eine große Hilfe. Gleichzeitig ist es schön zu erfahren, dass Menschen nicht auf ihre Krankheit zu reduzieren sind. Da ist so viel mehr: ein ganzes Leben, viele Erfahrungen, Geschichten und Persönlichkeit.“
  • „Wir spielen zum Beispiel auch zusammen Scrabble. Allerdings nach unseren eigenen Regeln. Nicht so kompliziert, wie es eigentlich gedacht ist – wir spielen einfach drauflos. Und das sogar dreisprachig.“
  • „Die Familien lassen uns teilhaben – und berichten immer wieder, dass ihnen durch die Besuche der Freiwilligen geholfen wird.“
  • „Genau das macht diese Arbeit so schön: zu merken, dass wir wirklich etwas im Leben der Menschen bewirken können.“

Weitere Informationen zum genauen Veranstaltungsort, zu den Uhrzeiten und zur Anmeldung unter Telefon 0221/97623773 oder per E-Mail an tandem@diakonie-koeln.de.

www.diakonie-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause: Charlotte Horn über spirituelle Verbundenheit und den Mut zum Neuanfang

Es gibt bereits Interessierte für das neue gemeinschaftliche Wohnprojekt auf dem Campus Kartause – eine christliche Wohngemeinschaft, die sich an der Vision der ökumenischen Community of Iona orientiert. Das Wohnprojekt wird Anfang 2027 bezugsfertig sein; in naher Zukunft können die ersten Mietverträge geschlossen werden. Pfarrerin Charlotte Horn ist Leiterin der Evangelischen TelefonSeelsorge Köln und spricht im Interview über ihre Rolle als Moderatorin, eigene Gemeinschaftserfahrungen und die Vision eines Zusammenlebens im Geiste von Iona.

Frau Horn, Sie begleiten als Moderatorin die ersten Begegnungen zwischen Menschen, die sich für die christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause interessieren. Wie kann man sich diese Treffen vorstellen – und was macht sie besonders?

Charlotte Horn: Gemeinschaft, zumal eine, die auch spirituell ausgerichtet ist, will ja ein Raum für Beheimatung, für individuelle und gemeinschaftliche Entfaltung und den praktischen Einsatz für andere sein. In einer Zeit zunehmender Vereinzelung hat gemeinschaftliches Wohnen verändernde Kraft. Es geht darum, miteinander in Solidarität und Verbundenheit zu leben.

Ein solches tragendes Leben entsteht nicht von allein. Gemeinschaft ist ein offener Prozess. Und die Grundlagen werden bereits lange vor dem Einzug in die neuen Räume gelegt: bei unseren vorbereitenden Treffen und auch bei Ausflügen und Unternehmungen, die die Mitglieder auf eigene Initiative planen.

Bei den Gruppenabenden ist es meine Rolle, die Einzelnen bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen und Prozesse der Gemeinschaftsbildung anzuregen und zu begleiten. Hierbei greifen wir auf Erfahrungen unterschiedlicher – religiöser wie nichtreligiöser – Gemeinschaften zurück, die in den letzten Jahrzehnten einen reichen Schatz an systematischen Grundlagen und erprobten Methoden entwickelt und zusammengetragen haben. Sie dienen uns als Kompass, um die verschiedenen Aspekte des Zusammenlebens zu beleuchten. Das Besondere ist, dass wir manches davon schon bei unseren Treffen wie in einer Art „Labor“ ausprobieren, erleben und dann gemeinsam reflektieren.

Sie bringen jahrelange Erfahrung im Zuhören und im Begleiten von Menschen mit. Was begeistert Sie persönlich an der Idee dieser Wohngemeinschaft – und was erleben Sie in den Gesprächen mit den Interessierten?

Charlotte Horn: Neben meinen Erfahrungen in Seelsorge und Bildungsarbeit bringe ich auch einen biographischen Zugang mit: vor wenigen Jahren habe ich selber intensiv am Aufbau einer kleinen Gemeinschaft mitgewirkt und dort einige Zeit gelebt. Wo es passt, bringe ich diese Erfahrungen in den aktuellen Prozess mit ein. Ich habe selber erlebt, dass Gemeinschaft eine intensive persönliche Weiterentwicklung ermöglicht; man kommt unweigerlich an eigene „Baustellen“, die bearbeitet sein wollen und erlebt vieles im Alltag intensiver. Ein Wachstumsprozess wird angeregt, der uns miteinander lebendig hält.

Und Gemeinschaft trägt! Meine Zeit in dem Wohnprojekt fiel zufällig in die Coronazeit, die ich trotz aller Isolierung im öffentlichen Raum privat daher in großer Verbundenheit gelebt und überstanden habe.

Schon bei den ersten Treffen mit den Interessierten ist für mich spürbar: das Herz, die Essenz des Projekts zu finden und zu formulieren, ist ein individueller, ein gruppendynamischer und ebenso ein geistlicher Prozess. In geistlicher Hinsicht erinnert er an das Jesus-Wort: 

 …  wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt, bringt es viel Frucht. (Markus 4).

So sind die Vorstellungen von Gemeinschaft, die die Einzelnen mitbringen, die Körner, die eingebracht werden und die sich in eine blühende gemeinsame Vision wandeln können. Hingabe und Auferstehung, wenn Sie so wollen.

Die künftige geistliche Kommunität will sich inspirieren lassen von der Vision der ökumenischen Community of Iona (Schottland). Das bedeutet, gemeinsam die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Frieden und erneuerter Achtung vor der Schöpfung Gestalt werden zu lassen. Eine solche Gemeinschaft kann hineinwirken in den Campus Kartause, in die Kölner Südstadt, in die „Welt“ hinaus. Dass all das auf dem Boden der mittelalterlichen Kartause, einem Schweigeorden, entstehen soll, empfinde ich als besonderen Schatz. Es liegt nahe, dass künftig das Element der Stille, der Kontemplation hier wieder einen Platz haben wird, stelle ich mir vor.

Gemeinschaft entsteht, wenn Menschen offen aufeinander zugehen. Welche Chancen sehen Sie für Menschen, die sich auf dieses Abenteuer einlassen – und was würden Sie jemandem sagen, der noch überlegt, ob das Projekt zu ihm oder ihr passt?

Charlotte Horn: Jemandem, der sich mit der Grundidee identifiziert, aber noch zögert, würde ich raten, einfach dazuzukommen und sich ein Bild zu machen. Die Kommunität ist ja noch im Aufbau. Und so hat die Gruppe große Gestaltungsfreiheit und die Einzelnen können sich sehr persönlich in den Prozess einbringen. Einige Eckdaten stehen: die Ausrichtung im Geiste von Iona, nach dem Einzug ein wöchentliches Treffen der Kommunität, eine wenigstens dreijährige Wohnzeit.

Wie das konkrete Zusammenleben aussieht, entwickelt die Gruppe erst nach und nach. Die Mitglieder verständigen sich in Prozessen, die ich moderiere, über persönliche Erwartungen und gemeinsame Werte und wie sie ihren Alltag und das geistliche Leben konkret gestalten werden.

Wer sich selber gegenüber achtsam ist, wer authentisch in Kontakt zu den andern geht, wer Konflikte nicht scheut, sondern als Chance für persönliches Wachstum sieht, wer wertschätzend kommuniziert, trägt zum Gelingen einer solchen Gemeinschaft Wesentliches bei. An dieser Bewusstheit arbeiten wir bei den Gruppentreffen. Sie ist die Grundlage für alles Weitere.

Und ja, es gehört auch Mut dazu, sich auf das Abenteuer einzulassen, klar! So wie bei allem, was wir neu beginnen.

Text: Charlotte Horn/APK
Foto(s): Archiv-APK

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Unheilige Allianz: Arnd Henze über Trumps religiöse Basis und seine Gefahr für uns alle

Ohne die christlichen Nationalisten wäre Donald Trump nicht ins Weiße Haus gewählt worden. Doch was hält diese unheilige Allianz seit nunmehr zehn Jahren zusammen? Gemeinsame Inhalte sind es kaum – der Präsident kennt nur sich selbst als Inhalt. Das Verbindende ist die Sehnsucht nach Rache: an der liberalen Gesellschaft und am demokratischen Rechtsstaat, die ihren Allmachtsphantasien immer wieder Grenzen gesetzt haben.

Der Journalist und Publizist Arnd Henze beobachtet die religiöse Rechte in den USA und ihre internationalen Netzwerke seit Jahren. Seine Warnung ist unmissverständlich: Das Gift des christlichen Nationalismus bedroht die Demokratie nicht nur in Amerika – es geht uns alle an. Wir haben mit ihm über die Brisanz des Themas gesprochen.

Was erwartet die Besucher bei der Buchvorstellung am 10. März in Köln?

Arnd Henze: Wenn wir die Bilder aus Minneapolis sehen, dann erleben wir mit, wie eine Demokratie am Kipppunkt steht. Wir sehen eine Regierung, die mit ihren vermummten Paramilitärs alle roten Linien des Rechtsstaats überschritten hat. Und wir sehen eine Zivilgesellschaft, die sich bei eisigen Temperaturen für den Zusammenhalt und Frieden einsetzt – mit einem beispiellosen Einsatz auch von Glaubensgemeinschaften. Aber auf der anderen Seite wird das brutale Vorgehen von ICE von christlichen Nationalisten gerechtfertigt und angefeuert. Wir erleben also in Echtzeit, wie Religion einerseits zum Brandbeschleuniger entfesselter Machtausübung wird – und das Engagement von Christen, Juden und Muslimen ein wichtiger Teil bei der Verteidigung der Demokratie ist. Ich wünschte, diese Frage meines Buches wäre nicht so dringlich geworden.

Welche Perspektiven bringen die internationalen Gäste ein?

Arnd Henze: Mit Karen Georgia Thompson habe ich schon auf dem Kirchentag in Hannover über das Thema sprechen können. Damals spürte man bereits die Sorge über das, was sich seitdem nicht nur in Minneapolis, sondern auch in vielen anderen Städten entwickelt hat. Wir werden von ihr ein authentisches Bild einer Kirche im Widerstand bekommen. Philip Gorski ist einer der führenden Religionssoziologen der USA und wird den wissenschaftlichen Blick auf den christlichen Nationalismus beitragen.

Sie argumentieren, dass christlicher Nationalismus auch uns in Deutschland angeht. Welche Warnsignale sollten wir erkennen?

Arnd Henze: Auch in einigen Nachbarländern gibt es eine unheilige Allianz aus Religion und Macht – etwa in Ungarn und Polen. Und in Russland ist es die russisch-orthodoxe Kirche. Da gibt es längst transatlantische Netzwerke, die auch auf Europa einwirken. Die Trump-Regierung inszeniert sich als Schutzmacht einer angeblich bedrohten Meinungs- und Religionsfreiheit und meint damit extrem rechte Gruppierungen, aber auch den Kampf gegen Gesetze, die Hass und Hetze im Internet verbieten. Das bedeutet eine Herausforderung für Kirchen, die menschenfeindlichen Positionen keinen Raum auf der Kanzel geben dürfen.

Was können wir von den amerikanischen Erfahrungen lernen?

Arnd Henze: Der transatlantische Austausch war noch nie so notwendig wie heute. Ich erfahre täglich, wie wichtig es für die Menschen in Minneapolis ist, dass wir sie wahrnehmen. Wir sollten unsere noch relativ komfortable Situation als Chance nutzen, von der Zivilgesellschaft in den USA zu lernen: klare Sprache, neue Aktionsformen, kluge Nutzung des digitalen Raums. In den USA steht die Demokratie am Kipppunkt – da gibt es längst keine Komfortzone mehr. Wir sollten uns auch bei uns darauf vorbereiten, dass Wegducken keine Option mehr ist.

Am Vorabend der offiziellen Veröffentlichung seines neuen Buches stellt Henze seine brisante Analyse erstmals der Öffentlichkeit vor. Zu dieser Premiere, zu Buchvorstellung und Gespräch mit anschließendem Empfang, laden wir herzlich ein:

„Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht“ Buchvorstellung und Gespräch mit internationalen Gästen

„Welche Rolle spielt christlicher Nationalismus für die Demokratie – nicht nur in den USA, sondern weltweit?“ – Dieser Frage geht der Journalist und Publizist Arnd Henze am Dienstag, 10. März, 19.30 bis 21 Uhr, im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, nach. Anlass ist die Vorstellung seines neuen Buches „Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht“, das am 11. März im Gütersloher Verlagshaus erscheint. In der Kooperationsveranstaltung von AmerikaHaus Nordrhein-Westfalen, Melanchthon-Akademie, Evangelischer Akademie im Rheinland und Karl Rahner Akademie analysiert Arnd Henze den wachsenden politischen Einfluss christlich-nationalistischer Bewegungen, ihre Strategien und Netzwerke sowie die Gefahren, die von ihnen für demokratische Gesellschaften ausgehen. Im anschließenden Gespräch diskutiert der Autor mit Philip Gorski, Yale University, Thomas Rachel, Mitglied des Deutschen Bundestages und Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, sowie Karen Georgia Thompson, Präsidentin der United Church of Christ und der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt; der Hauptteil wird auf Deutsch gestaltet, das Gespräch mit den Gästen aus den USA auf Englisch, mit einer inhaltlichen Zusammenfassung der englischen Beiträge auf Deutsch. Im Anschluss klingt der Abend bei einem Empfang aus. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung unter Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
http://www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): Annika Graeff/Cover vom Gütersloher Verlagshaus zur Verfügung gestellt

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Unsere Wochentipps: Fastelovend, jiddische Lieder und Cosplay-Gottesdienst „Magische Fantasiewelt“

Von magischen Fantasiewelten über Klezmer-Musik bis hin zu besonderen Karnevalsgottesdiensten – wir laden in der kommenden Woche zu vielfältigen Wochentipps ein. Am Sonntag, 8. Februar, stehen gleich drei besondere Highlights auf dem Programm: Präses Dr. Thorsten Latzel gestaltet den KirchentagsSonntag in der Christuskirche, ein fantasievoller Cosplay-Gottesdienst mit Zauberstab-Workshop findet in Bensberg statt, und in der Clarenbachkirche erklingen jiddische Lieder. Auch Valentinstag und Karneval werden mit besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen gefeiert.

KirchentagsSonntag mit Präses Dr. Thorsten Latzel

Im Rahmen der „KirchentagsSonntage“ feiert die Evangelische Kirche im Rheinland am Sonntag, 8. Februar, 11.30 Uhr, einen Gottesdienst in der Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1. Pfarrer Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), gestaltet den Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Christoph Rollbühler. Der KirchentagsSonntag gehört zu einer Reihe von Sonntagen im Jahr, die unter dem Motto „Worte für immer und jetzt“ stehen und Themen des Deutschen Evangelischen Kirchentages aufgreifen. Der nächste „KirchentagsSonntag“ findet am Sonntag, 14. Februar, statt.
www.kirchentag.de

„Konzert – Klezmer und jiddische Lieder“

Klezmermusik und jiddische Lieder stehen im Mittelpunkt des „Konzert – Klezmer und jiddische Lieder“, das am Sonntag, 8. Februar, 18 Uhr, in der Clarenbachkirche, Aachener Straße 458, von der Evangelischen Clarenbach-Kirchengemeinde Köln-Braunsfeld veranstaltet wird. Das Ensemble Tangoyim gestaltet den Abend und nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Klangwelten, in denen Tanz, Sehnsucht und Erzählfreude eng miteinander verbunden sind. Der Eintritt ist frei.
www.clarenbachgemeinde.de

Cosplay-Gottesdienst: „Magische Fantasiewelt“

Magie und Zauberei in der Kirche sind am Sonntag, 8. Februar, 17 Uhr, in der Evangelischen Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9, zu erleben, wenn Pfarrer Samuel Dörr zu dem Cosplay-Gottesdienst „Magische Fantasiewelt“ einlädt. Elfen, fantastische Tierwesen, Zauberinnen und Zauberer sind ebenso willkommen wie Nicht-Zauberer – ganz gleich, zu welchem Haus sie gehören. Der besondere Gottesdienst verbindet epische Filmmusik, Elemente aus der Welt der Magie und Zauberei und die christliche Botschaft mit Gottes Segen. Wer mag, kann verkleidet kommen und Teil dieser fantasievollen Feier werden. Zur Einstimmung gibt es bereits am Samstag, 7. Februar, von 10 bis 13 Uhr einen Zauberstab-Bastelworkshop im Gemeindezentrum Bensberg, Im Bungert 3.
www.kirche-bensberg.de

Alles zum Valentinstag finden Sie hier:

Alle Karnevalsveranstaltungen finden Sie hier:

Text: APK
Foto(s): APK/Canva

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„JECK AS HELL“ – Queere Karnevalsparty lädt am 14. Februar ein

Karneval zwischen Glitzer, Musik und Gemeinschaft: Die queere Karnevalsparty „JECK AS HELL“ findet am Samstag, 14. Februar, 16 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7a, statt. In besonderer Atmosphäre verbindet die Veranstaltung Karnevalsmusik, Popklassiker und ausgelassenes Feiern mit einem offenen, respektvollen Miteinander und setzt damit ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und Gemeinschaft. Neben Tanz und Musik gehört auch ein Kostümwettbewerb zum Programm. Willkommen sind queere Menschen, Freundinnen und Freunde sowie alle, die Karneval jenseits klassischer Konventionen feiern möchten. Ein Awareness-Team ist während der Veranstaltung ansprechbar und sorgt für einen achtsamen Rahmen. Der Eintritt kostet 12 Euro inklusive der Vorverkaufsgebühr bei rausgegangen.de. Tim Lahr, queerer Pfarrer in Köln, erzählt, wie „JECK AS HELL“ nicht nur Grenzen öffnet und Gemeinschaft schafft, sondern auch zeigt: Feiern und Achtsamkeit schließen sich nicht aus, sondern machen das Miteinander erst besonders.

Karneval steht für Ausgelassenheit und Gemeinschaft. Was bedeutet „JECK AS HELL“ für euch – und warum braucht Karneval heute auch explizit queere Räume?

Tim Lahr: „JECK AS HELL“ bedeutet für uns erstmal ganz simpel: feiern dürfen, wie wir sind. Und das ist leider immer noch nicht selbstverständlich. In Köln gibt es – gemessen an der Größe der queeren Community – erstaunlich wenige queere Räume, gerade im Karneval. Große, wetterunabhängige Orte fehlen fast komplett. Viele aus unserem Team lieben Karneval. Also haben wir uns gefragt: Warum eigentlich nicht selbst eine Karnevalsparty machen? Nicht als Gottesdienst, nicht mit frommem Überbau – dafür gibt es andere Tage –, sondern als Ort für Gemeinschaft, Ausgelassenheit und Zusammenkommen. Wir sind froh, dass wir als Kirche Räume haben, die genau das ermöglichen. Räume, die sonst oft verschlossen oder fremd wirken, können wir öffnen für etwas, das der Stadt an Karneval ganz konkret fehlt.

Die Kartäuserkirche als Ort für eine queere Karnevalsparty ist etwas Besonderes. Was macht die Atmosphäre dieses Raums für euch aus – und welche Botschaft wollt ihr damit senden?

Tim Lahr: Die Kartäuserkirche ist ein beeindruckender Raum – groß, offen, mitten in der Südstadt, also mitten in einer Karnevalshochburg. Allein das macht sie zu einem starken Ort für so eine Party. Aber die eigentliche Botschaft ist eine andere: Dieser Raum gehört auch queeren Menschen. Viele wissen an Karneval gar nicht, wohin – außer vielleicht auf die Schaafenstraße. Die ist wichtig, aber oft überfüllt, kalt und nicht für alle zugänglich. Wir wollten einen Ort schaffen, der Schutz bietet, Platz hat und vor allem bezahlbar ist. Das ist für viele ja auch ein Problem, dass vieles sehr teuer geworden ist.

Mit Musik, Kostümwettbewerb und Awareness-Team verbindet ihr Feiern und Achtsamkeit. Wie gelingt euch dieser Spagat – und was wünscht ihr euch, dass die Gäste mitnehmen?

Tim Lahr: Ganz ehrlich: Wir sind da noch im Prozess. Wir sind eine Gruppe mit vielen Ehrenamtlichen und sehr wenig Hauptamt – und Awareness aufzubauen braucht Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Im Moment haben wir sogar eher das Gefühl, unseren eigenen Ansprüchen noch nicht ganz gerecht zu werden. Aber wir sind auf dem Weg. Uns ist wichtig, das transparent zu sagen und nicht so zu tun, als hätten wir das perfekte Konzept. Gleichzeitig sehen wir: Viele Karnevalsorte setzen sich mit Awareness überhaupt nicht auseinander. Allein anzufangen, das mitzudenken, ist ein Schritt. Unser Wunsch ist, dass die Gäste nach Hause gehen mit dem Gefühl: Das war ein Ort, an dem ich mich sicherer gefühlt habe. Nicht perfekt, aber ehrlich bemüht. Und vielleicht auch mit der Erfahrung, dass Feiern und Achtsamkeit sich nicht ausschließen – sondern zusammengehören.

www.queere-kirche-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK-Archiv

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