Der Künstler Cornel Wachter ist dem Vringstreff seit Jahren verbunden, sorgt nicht nur dafür, dass der Begegnungsort beständig bekannter wird, sondern organisiert auch immer wieder Benefizveranstaltungen.
Mit Gerd Köster hatte Cornel Wachter einen langjährigen Unterstützer des Vringstreff ins Severinsviertel eingeladen. Der Sänger ist schon mehrfach entweder für Musik oder Literatur oder gleich beides in Kombination zu Gast gewesen. Nun kam er mit Pete Haaser an Keyboards und Akkordeon sowie Sänger und Gitarrist Pascal Pohlscheidt in den Pfarrsaal von St. Severin zum Benefizkonzert „Bla Bla & Dei Dei“. „Bla“ natürlich wegen des Teils der Lesung, „Dei“ wegen der Musik – völlig klar.
„Bla Bla & Dei Dei“
Vringstreff-Geschäftsführer Thorsten Wacker hatte die Begrüßung übernommen und freute sich: „Cornel Wachter ist jemand, der Menschen zusammenbringt!“ Auch die Unterstützung durch Gerd Köster sei immer hochwillkommen, betonte er. Und erklärte, ein Konzert des Sängers sei für ihn als Kölner immer „wie nach Hause kommen.“ Als Dank für den Abend gab es für Köster einen „Bronzenen Rievkoche“, gestaltet von Cornel Wachter. Thorsten Wacker berichtete außerdem von der Arbeit und den Angeboten des Vringstreff, die unter dem Begriff der „Teilhabe am sozialen Leben“ Menschen am Rand der Gesellschaft im Blick haben und davon, dass der Begegnungsort allen Menschen offensteht. „Jeder ist herzlich willkommen.“
Die Tickets für „Bla Bla & Dei Dei“ gab’s bei Cornel Wachter vorab gegen eine Spende für den Vringstreff – und sie waren ruckzuck weg. Der Vringstreff ist übrigens auch noch bis Ende September Empfänger der Diakoniespende des Kirchenverbandes Köln und Region. Spenden ist also weiterhin möglich.
Da die Nachfrage nach den Plätzen so groß gewesen war, wurde es im Pfarrsaal schnell muckelig warm, aber dem Publikum machte das nichts – es wurde herzlich gelacht, fleißig mitgesungen und manchmal ein bisschen fragend geschaut. Denn Gerd Kösters Kölsch war nicht für jeden – sogar für die Domstädter selbst – immer hundertprozentig zu verstehen. Was aber kaum etwas ausmachte, denn der Sinn der Gedichte, Liedtexte und Geschichten erschloss sich letztlich immer oder es wurde schnell und flüsternd in den Publikumsreihen übersetzt.
Kölsche Gedichte, Geschichten und Anekdoten
Blues, Balladen und Krätzjen von Köster/Hocker und „The Piano has been drinking“, dazu kölsche Gedichte, Geschichten und Anekdoten machten den Abend bunt. Es ging musikalisch um Urlaub, verrückte Nachbarn und Kösters Erinnerungen an die Kneipe namens „Pupille“ gleich um die Ecke des Hotel Timp. In den vorgetragenen Gedichten tanzte ein Gebiss Samba und die Glocken der Kölner Kirchen unterhielten sich.
Am Ende des Abends wurde es nochmal ernst. In der Zugabe „Achtung Satire!“, einem Krätzje von 1996 von Gerd Köster und Frank Hocker heißt es zum Thema Obdachlosigkeit „Bah! Wat sinn die dreckelisch. Bah! Wat sinn dat Säu. Sitzen doch jlatt op dr Strooss eröm. Un rüsche noh Katzesträu.“
Für die heiteren, aber auch diese ernsten Momente gab es zum Schluss Standing Ovations und ein großes Lob von Organisator Cornel Wachter: „Das war eins der schönsten Konzerte, die ich hier im Pfarrsaal erleben durfte.“
SPENDEN SIE AN
Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichwort: VRINGSTREFF
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE10 3705 0299 0000 0044 04
BIC: COKSDE33XXX
Vringstreff: Spendenscheck in Höhe von 308 381 Euro übergeben
Bis zu einer Spendensumme von 100 000 Euro, das verspricht der Kirchenverband, wird die Diakoniespende traditionell verdoppelt. Zur Halbzeit wurde daher ein erster Scheck überreicht, der eine sehr beeindruckende Summe zeigte: Seit dem Start am 1. Oktober waren bereits im März 208 381 Euro zusammengekommen, plus die 100 000 Euro, die der Kirchenverband dazugibt. Klicken Sie hier für mehr Infos:
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/20250616_Vringstreff_Benefizkonzert-11-scaled-e1754655634637.jpg14422560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-18 22:00:002025-09-02 23:10:04Diakoniespende 2024/2025: Benefizkonzert im Vringstreff – gemeinsam mehr erreichen
Ein „wunderschön voller“ Gottesdienst in familiär-herzlicher Atmosphäre, reich an Erinnerungen, Musik und Dankesworten. Angefüllt mit Lachen und Fröhlichkeit – und auch Wehmut war zu spüren. Nach fast 36 Jahren Dienst als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Porz an der Johanneskirche in Köln-Westhoven wurde Ingrid Kibilka Ende Juni offiziell verabschiedet. Superintendentin Kerstin Herrenbrück entpflichtete die 66-Jährige. Das anschließende Beisammensein zahlreicher Gemeindeglieder und Freunde im Pfarrgarten klang erst am frühen Abend aus. Am 1. September tritt Kibilka ihren Ruhestand an.
„Prüft alles und behaltet das Gute“
„Ich war und bin sehr glücklich hier, sehr dankbar und sehr zufrieden. Und ich behalte so viel Gutes.“ Diese Schilderung ihrer inneren Verfassung zog sich wie ein roter Faden durch Kibilkas Ansprache, in der sie manchen Einblick in ihr berufliches und privates Leben gewährte. „Prüft alles und behaltet das Gute“ – die aus Paulus‘ Feder stammende Jahreslosung 2025 bildete dabei das biblische Ausgangswort.
„Pfarrerin aus Leidenschaft“
Superintendentin Kerstin Herrenbrück und Ingrid Kibilka (r.).
Studiert hat Kibilka in Bonn. Ihr Vikariat absolvierte sie in der zu dieser Zeit selbständigen Evangelischen Kirchengemeinde Hoengen-Broichweiden bei Aachen. Am 9. Oktober 1988 erfolgte ihre Ordination. Und mit dem Schlagwort „Pfarrerin aus Leidenschaft“ überschrieb sie 1989 ihre Bewerbung für die Pfarrstelle in der Porzer Gemeinde. „Diese Leidenschaft ist immer noch in mir.“ Das Leiden aber habe sich rückblickend in engen Grenzen gehalten. „Ich mag meinen Beruf sehr“, freut sie sich gleichwohl auf den Ruhestand. Zu ihren zukünftigen Aktivitäten könnten Vorlesetante in der Kita oder Lesefördertante in der Grundschule, Sport und Reisen zählen. Sie möchte einfach Zeit haben.
Porz war schneller als Düsseldorf
„Sehr spannend“ nannte sie die Bewerbungsphase in Porz mit zunächst 37 Interessierten. Schließlich seien ein Kandidat mit Familie und sie als Junggesellin übriggeblieben. „Es sollte zu einer echten Wahl kommen.“ Keine Chance, habe sie gedacht, Familie werde ja gerne genommen. Doch der Mitbewerber erhielt anderswo eine Zusage und zog seinen Antrag zurück. Kibilka selbst hatte parallel Eisen in Saarbrücken und Düsseldorf im Feuer. „Und ich wäre auch nach Düsseldorf gegangen“, bekannte sie freimütig. Als ihr vielstimmiges Bedauern und Zweifel entgegenschallten, bat sie um Verständnis: „Leute, lieber nach Düsseldorf als arbeitslos, oder?!“ Ohnehin sei Porz mit dem Wahlgottesdienst schneller gewesen.
„Heute sprudelt mein Herz über …“
Kibilka erinnerte an ihre ersten Jahre in der Gemeinde, alleine wohnend in einem viel zu großen Pfarrhaus. Bei Fehlern habe der damals große Kollegenkreis die Anfängerin wohlwollend aufgefangen. Tipps von Gemeindegliedern hinsichtlich ihrer inhaltlich guten, aber zu ausführlichen Predigten „habe ich mir zu Herzen genommen, meistens. Nur heute nicht“, erklang erneut ihr an diesem Morgen oft gehörtes ansteckendes Lachen. „Heute sprudelt mein Herz über und ihr braucht ein bisschen Geduld.“ Die Empfehlung von Kolleginnen im Kirchenkreis, ihre im Januar 1997 angetretene dreijährige Erziehungszeit zu verkürzen, um den Wiedereinstieg in den Dienst zu erleichtern, habe sie zu Recht ignoriert. „Von Schwierigkeiten habe ich nichts bemerkt. Nach einer Woche war ich wieder voll drin, mit allem, was dieser Beruf mit sich bringt.“
Weihnachtslied im Sommer
Sie habe sich begeistert für Gottesdienste jeder Art, für die Arbeit mit Jung und Alt. „Ich mag Beerdigungen und die Weihnachtsfamiliengottesdienste“, animierte sie sogleich „Nun freut euch ihr Christen, freut euch sehr“ anzustimmen. Und dann nochmal, nur lauter. Kibilka richtete ihren Dank an viele Menschen. An ihre Eltern, die sie ihren Weg hätten gehen lassen. An ihren Sohn, der es ausgehalten habe, eine Pfarrerin zur Mutter zu haben, und, setzte sie gerührt fort, „der sich von mir hat konfirmieren lassen“. Einbezogen in den Dank wurden die Gemeindeglieder, die Leitungsgremien sowie die Kolleginnen und Kollegen: „Was ich immer toll fand – dass wir jetzt vier uns in unserer inhaltlichen Arbeit gegenseitig anerkennen, ernst nehmen und das wir miteinander lachen können.“
„Ich habe mich in meinem Glauben weiterentwickelt“
Gruppenfoto in der Johanneskirche in Köln-Westhoven. Entpflichtung von Pfarrerin Ingrid Kibilka (4. von rechts).
Die gebürtige Wesselingerin blickte selbstkritisch auch auf eigene Fehler, auf wenige schwierige Zeiten und Momente. „Das weniger Gute? Ich habe nicht alles richtig gemacht. War manchmal zu impulsiv. Habe manchmal meine Meinung zu deutlich gesagt. Und manchmal den Mund gehalten, wo ich besser ‚was gesagt hätte.“ Krankheitsbedingte Herausforderungen hätten sie im Glauben, im Leben und Lieben und in der Arbeit sehr verändert und stark gemacht, teilte sie Erfahrungen und Einsichten. „Ich habe mich in meinem Glauben in all den Jahren weiterentwickelt, habe Neues entdeckt. Ich bin für manches offener geworden, und das macht mich glücklich.“
Eine Gemeinde, der Kirche noch wichtig ist
Nicht nur würdigte Kibilka die großartige, vertrauensvolle und humorvolle Zusammenarbeit mit der Küsterin und deren Mann an der Johanneskirche. Insgesamt sei sie „meinen Johanneskirchlern“ in Ensen und Westhoven sehr dankbar für gegenseitige großartige, wertschätzende Unterstützung. Die scheidende Pfarrerin ist zuversichtlich, „dass es mit denjenigen, die Lust auf Kirche haben“, in der lebendigen, auf vielfältige Weise engagierten und hilfsbereiten, sehr musikalischen Gemeinde und Johanneskirche weitergehen wird. „Ihr seid eine lebensfrohe und wenn es darauf ankommt, tröstende Gemeinde, der Kirche noch wichtig ist. Bitte bewahrt euch das“, dankte sie für das ihr entgegengebrachte Vertrauen in eine Pfarrerin „mit Herz und Schnauze“, zitierte sie eine Zuschreibung aus dem Gemeindebrief.
Superintendentin: „Es gibt jede Menge Grund dafür, dankbar zu sein“
„Und was soll ich jetzt noch sagen?“ Hinsichtlich Kibilkas Ausführlichkeit war die augenzwinkernd gestellte Frage von Superintendentin Kerstin Herrenbrück durchaus berechtigt. Vor dem offiziellen Akt der Entpflichtung wartete Herrenbrück mit einem wertschätzenden Rückblick und lieben Wünschen auf. „Wir waren ja auch zwölf Jahre lang Kolleginnen hier. Als ich 1998 als Vikarin nach Porz kam, warst du in Elternzeit.“ Unter diesem Gesichtspunkt sei es schon etwas ganz Besonderes, heute hier zu sein. „Es gibt jede Menge Grund dafür, dankbar zu sein. Dafür, dass du dich in den Dienst Gottes gestellt hast.“ Dafür, dass Kibilka ihre sie kennzeichnenden und stark machenden Gaben und Kräfte für so viele Menschen in der Gemeinde eingesetzt habe.
„Ich erlebe dich immer als durch und durch authentisch“
Herrenbrück würdigte Kibilkas großes Herz, wachen Verstand, ihre Tat- und Geistkraft sowie ihr Gottvertrauen. „Ich erlebe dich immer als durch und durch authentisch.“ Dies hätten wir gerade noch einmal sehr deutlich wahrnehmen können. „So wie du bist, so begegnest du den Menschen an allen Orten, egal, ob mit oder ohne Talar. Das Herz am rechten Fleck und oft auch auf der Zunge, einfühlsam und aufrichtig. Dein fröhliches Lachen tut einfach gut und ist ansteckend“, so Herrenbrück.
„Wunderbar sind deine Werke …“
Auf sich selbst schauen, dabei Gott mit in den Blick nehmen – Kibilka habe selbst davon erzählt und dieses uralte Rezept hätten wir ja bereits gehört. Es stehe im 139. Psalm. „Und du trägst den Vers 14 in deinem Herzen: Danke Gott, dass ich wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.“ Genau das strahle Kibilka aus: dankbar, mittendrin, verwurzelt. „Und immer mit der Gewissheit, zuallererst mal das Geschenk Gottes zu sehen, dass du so gemacht bist, wie du bist, und dann auch zu erkennen, wie wunderbar es ist“, formulierte Herrenbrück.
Und dann sei es Kibilka, „die das mit Leben füllt, mit Lachen und Weinen, mit Denken und Fühlen, mit Reden und Anpacken, als Frau, als Pfarrerin, in einem Amt, in dem wir als Frauen gerade mal seit hundert Jahren Dienst tun dürfen. Wie gut, dass das seitdem geht. Wie gut, dass es dich darin gibt“, sandte Herrenbrück zugleich einen Gruß Richtung Himmel an Sigrid Volkmann. Sie amtierte als erste Pastorin/Pfarrerin in der Gemeinde Porz und eine der ersten im Rheinland.
So viel mitgenommen aus Lebensbegleitung und Lebensgeschichten
Am 1. Oktober 1989 habe Kibilka offiziell die damals 5. Pfarrstelle in der Evangelischen Kirchengemeinde Porz angetreten. „Wer meint, es sei ja langweilig so lange an einem Ort, der hat gerade nicht zugehört“, so Herrenbrück. „So viel durftest du mitnehmen aus der Lebensbegleitung von ganz unterschiedlichen Menschen und aus Dir anvertrauten Lebensgeschichten.“ Das eine oder andere könne ihr vielleicht hilfreich sein in allem, „was ungewohnt und neu sein wird im Ruhestand an vertrautem Ort, aber ohne Verantwortung für die Gemeinde“.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_6212.Superintendentin-Kerstin-Herrenbrueck-entpflichtet-Pfarrerin-Ingrid-Kibilka.-c-Engelbert-Broich-scaled-e1755079106788.jpg14422560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-17 22:00:002025-09-02 08:10:04Porzer Pfarrerin Ingrid Kibilka in der Johanneskirche in Köln-Westhoven verabschiedet
Ab September geht’s in Köln und im Rhein-Erft-Kreis wieder stark zu – zumindest im theologischen Sinne. Die Melanchthon-Akademie startet ihr Bildungsprojekt „An den Kanten Stark“. Dabei geht es um große Fragen: Wo stehen wir als Gesellschaft? Wo wird’s brenzlig? Und wie können Religionen Brücken bauen?
Pfarrer Martin Bock leitet die Melanchthon-Akademie und hat das Projekt zusammen mit seinen Kolleginnen Dorothee Schaper und Antje Rinecker geplant: „Wir werden im September dieses Jahres ein schon sehr etabliertes Projekt wieder neu auflegen, was den bekannten Namen ,Stark‘ hat. Damit ist gemeint, dass theologisches Reden und Denken immer auf das Mit-Denken der Anderen angewiesen ist. Das „stärkt“. Theologie als Dialog-und Gemeinschaftsprojekt. Diesmal legen wir „Stark“ mit zwei regionalen und überregionalen Kooperationspartnern aus dem jüdischen und dem muslimischen Bereich auf. Was wir damit erreichen wollen, ist, sich zu vergegenwärtigen, dass wir an den großen Rissstellen oder Abbruchkanten, in denen wir im Moment gesellschaftlich stehen, mit möglichst einer Stimme sprechen oder zumindest auf eine abgestimmte gemeinsame Erzählung aus sind.“
Diese „Kanten“ sind für Martin Bock nicht nur ein Bild – sie stehen für echte Herausforderungen, bei denen die Religionsgemeinschaften auf eine neue Art Theologie zu treiben beginnen. Er erklärt: „Wir haben dieses Projekt ,An den Kanten‘ genannt und gehen eigentlich auf eine Erfahrung aus, die viele machen, die selber sozusagen an so einer Kante gestanden haben. Zum Beispiel Menschen aus dem Klimaaktivismus, die gesagt haben, wenn ich in einem Braunkohleabbaugebiet an einer Kante stehe, dann habe ich eine andere Spiritualität. Und dann sehe ich Geschichten aus der Bibel nochmal mit einer anderen Dringlichkeit und Aktualität.“
Theologie treiben, aber nicht im stillen Kämmerlein
Und diese Kanten erlebt Martin Bock auch persönlich – vor der eigenen Haustür: „Ich bekomme als Mensch, der in Pulheim wohnt, im Rhein-Erft-Kreis schon mit, dass das Thema, wie geht es in Zukunft im Rhein-Erft-Kreis weiter, wenn es den Braunkohleabbau nicht mehr gibt, von den Menschen unterschiedlich beurteilt wird. Wir sind alle von den großen Spannungen in der Welt, den Kriegen in Gaza, in der Ukraine, und so weiter, mitgenommen und suchen nach Einblicken und Perspektiven, die auch von den Texten der Heiligen Schriften geprägt und geleitet sind. Das wollen wir in diesem Stark-Kurs nochmal besonders intensiv, face-to-face, miteinander besprechen.“
Klingt intensiv – und das ist gewollt. Theologie treiben, aber nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Austausch der Religionen, mitten im Leben. Wer dabei sein will, muss kein theologisches Vorwissen haben – nur Lust auf neue Perspektiven und Begegnungen.
Weitere Infos gibt’s hier auf der Website der Melanchthon-Akademie. Hier können Sie den Flyer herunterladen.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/csm_Martin_Bock_2ea5405c4c-e1754904177185.jpg10811920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-16 22:00:002025-09-01 23:00:06„An den Kanten Stark“ – Interreligiöses Bildungsprojekt der Melanchthon-Akademie ab September
Wenn der Alltag zur Herausforderung wird, braucht es Orte der Ruhe und Begegnung. Mit dem Kursangebot „Zeit für dich – Kochen, Selfcare und Gespräche“ schafft die Evangelische Familienbildungsstätte Köln (fbs) einen geschützten Raum für alle, die viel tragen: Eltern, Alleinerziehende und Menschen in belastenden Lebenslagen. Hier geht es ums gemeinsame Kochen, um neue Kraft und darum, sich selbst wieder wahrzunehmen. Zwei Kursreihen in Köln-Kalk stehen zur kostenlosen Teilnahme zur Auswahl.
Kraft tanken, sich austauschen, gemeinsam genießen: 11.09.2025, 10 Uhr
Ein neues Angebot der Evangelischen Familienbildungsstätte Köln lädt Menschen in belastenden Lebenssituationen zu einer besonderen Auszeit ein. „Zeit für dich – Kochen, Selfcare und Gespräche“ richtet sich an Mütter, Väter und andere Bezugspersonen, die durch Pflege, Alleinerziehung oder Verlust eines Partners im Alltag stark gefordert sind. In entspannter Atmosphäre wird gemeinsam gekocht, gegessen und Raum geschaffen für persönlichen Austausch und Impulse zur Selbstfürsorge. Die Teilnahme ist dank Projektförderung kostenfrei. Die Veranstaltungsreihe findet an fünf Donnerstagen, am 11.09., 18.09., 25.09., 02.10. und 09.10.2025, jeweils von 10 bis 13 Uhr in der Gemeindeküche des evangelischen Gemeindehauses Kalk-Humboldt, Steinmetzstraße 57, statt. Eine Anmeldung über das Gemeindebüro unter Telefon 0221/851028 oder per E-Mail an ga-kalk@ekir.de ist erforderlich.
Ein Ort zum Durchatmen, Auftanken und Verbundensein: 30.10.2025, 10 Uhr
Die Evangelische Familienbildungsstätte Köln bietet im Herbst einen weiteren Durchgang ihres Kurses „Zeit für dich – Kochen, Selfcare und Gespräche“ an. Der Kurs richtet sich an Menschen, die im Alltag besonders gefordert sind – sei es durch die Pflege beeinträchtigter Kinder, Alleinerziehung oder persönliche Verluste. Im Zentrum stehen das gemeinsame Zubereiten alltagstauglicher Gerichte und der offene Austausch in vertrauensvoller Atmosphäre. Die Veranstaltung läuft an fünf Donnerstagen, am 30. Oktober, 6., 13. und 27. November, sowie am 11. Dezember jeweils von 10 bis 13 Uhr in der Gemeindeküche des evangelischen Gemeindehauses Kalk-Humboldt, Steinmetzstraße 57. Die Teilnahme ist dank Förderung kostenfrei. Eine Anmeldung über das Gemeindebüro unter Telefon 0221/851028 oder per E-Mail an ga-kalk@ekir.de ist erforderlich.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/fbs-zeit-zum-innehalten-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-15 22:00:002025-08-31 23:10:04Zeit für dich: Eine Einladung zum Innehalten der fbs
Das ökumenische Konzil von Nicäa 325 und das dort von Bischöfen und weiteren Klerikern verabschiedete ökumenische Glaubensbekenntnis sind wirkmächtig bis in unsere Gegenwart. Anerkannt von der gesamten Christenheit, wird darin Jesus Christus als „wesensgleich“ mit Gott in dessen biblischer Einheit bekannt. Einberufen von Kaiser Konstantin, ist das Konzil nicht nur kirchen- und theologiegeschichtlich, sondern auch weltgeschichtlich bedeutsam. Diesem Ereignis vor 1700 Jahren, dem ersten Glaubensbekenntnis der frühen Christenheit und dessen Einfluss widmet sich die diesjährige Sommerausstellung im Domforum Köln: „Der Dom als Bekenntnis des Glaubens“.
Ausstellung in ökumenischer Kooperation entwickelt
Entwickelt wurde sie vom Domforum und der Dombauhütte in enger ökumenischer Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Köln und der evangelischen Melanchthon Akademie (MAK). Autoren der Präsentation sind MAK-Leiter Dr. Martin Bock, Dr. des. Matthias Deml (Leiter des Dombauarchivs der Kölner Dombauhütte), Harald Schlüter (stellvertretender Leiter des Domforums und Referent für Dom- und Kirchenführungen) und Dr. Rainer Will (stellvertretender Leiter des Katholischen Bildungswerks Köln). Sie haben die Texte paarweise verfasst. Bei der Vorstellung der Schau informierten sie zudem unter anderem über ihre Herangehensweise und Fragestellungen.
Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens anhand exemplarischer Objekte
Martin Bock.
Die Ausstellung umfasst vier Stelen mit Bildern beispielhaft ausgesuchter Ausstattungsstücke des Doms und erläuternden Texten. Es wird aufgezeigt, „wie auf dem Hintergrund der kirchen- und theologiegeschichtlichen, geistes- und kulturhistorischen Entwicklung sich im Laufe der Jahrhunderte mit Fragen des Glaubens in der Kirche auseinandergesetzt wurde“, so Will. Und wie man in die jeweilige Zeit hinein diese Glaubensfragen übersetzte. Sie bietet in einem fruchtbaren Dialog zwischen Kunst und Theologie laut Will Seitenblicke auf unterschiedliche Folgen der Wirkungsgeschichte des Konzils und des Glaubensbekenntnisses von Nicäa.
Ökumenische Dimension der Ausstellung
Wie Dombaumeister Peter Füssenich betonte Martin Bock die ökumenische Dimension der Ausstellung. Der Kölner Dom sei nicht nur Ausdruck des katholischen Glaubens. Weil er in seiner Baugeschichte sozusagen durch das Zeitalter des Konfessionalismus seit dem 16. Jahrhundert gegangen sei, sei er ebenso Ausdruck des christlichen Glaubens insgesamt. So suchten und fänden in ihm alle Kölnerinnen und Kölner, auch evangelische und anderskonfessionelle Christinnen und Christen immer einen Anknüpfungspunkt für den gemeinschaftlichen christlichen Glauben. „Nicht überall, aber an vielen Stellen. Und genau um diese haben wir uns in dieser Ausstellung bemüht.“
Zugleich verbinde das 1700 Jahre alte Glaubensbekenntnis von Nicäa heute nicht nur katholische und evangelische, sondern orthodoxe und altorientalische Kirchen miteinander. Obwohl es in so anderer Zeit entstanden sei, trügen im Ökumenischen Rat der Kirchen mit Sitz in Genf über 350 Kirchen dieses Glaubensbekenntnis mit. Das habe Gründe, die immer wieder zu dem Wesentlichen des christlichen Glaubens zurückführten: „Der Glaube an den einen Gott, der diese Welt geschaffen hat und den wir auch trotz aller Spannungen und Gefährdungen nicht von dieser Welt trennen können.“
„In einer Zeit, in der auch damals sehr viele Spaltungen und Spannungen in der Welt waren, vielleicht gar nicht so unähnlich zu heute, ist das Glaubensbekenntnis von Nicäa ein sehr gelungener langfristiger theologischer Versuch, Spaltungen zu überwinden“, ist Bock zuversichtlich. Denn er sei gelungen durch kluge und denkwürdige Formulierungen. „Denkwürdig in dem Sinne, dass längst nicht nur die Theologie, sondern auch die Philosophie und die Kunstgeschichte immer wieder die Möglichkeit hatten, sich an diesen Formulierungen zu reiben, und in ganz unterschiedlicher Zeit dafür einen Anstoß für das heutige Denken zu finden.“
Erste Stele: Altchristliches Baptisterium und vermuteter frühchristlicher Versammlungsort in Köln
Zunächst nimmt die Ausstellung den vermuteten frühchristlichen Versammlungsort in Köln in der heutigen Domgegend in den Blick. Ebenso das altchristliche Baptisterium am Dom als Kölns ältester Taufort. „Das Glaubensbekenntnis von Nicäa ist im Kern ein Taufbekenntnis. Darauf kommen wir immer wieder als Anhaltspunkt zurück“, so Will.
Zweite Stele: „Von der Antike bis zum Mittelalter“
Am Gerokreuz könne man sehr schön unsere Idee als Ausstellungsmacher verdeutlichen, so Schlüter. „Das Christentum geht hervor aus der jüdischen Religion als einer Religion der Bilderlosigkeit – und wählt das Bild. Das ist das eine. Das andere ist aber, dass es das in einer Form tut, dafür steht Nicäa, dass es sagt, in Jesus Christus, im Mensch gewordenen Gott, wesensgleich mit Gott Vater, ist Gott sichtbar in der Welt und das macht möglich, Bilder zu schaffen“, erläuterte er. In der frühen Kirche habe es eine große Zurückhaltung gegeben, Jesus als den Gekreuzigten darzustellen. Das Gerokreuz gehöre auf jeden Fall zu den ältesten Bildwerken dieser Art in dieser Größe und in dieser Präsenz. Es gehe im gotischen Dom heute fast unter. In den Vorgängerbauten sei es in der Mitte aufgestellt gewesen. „Die Wirkmacht dieses Bildes in seiner Modernität ragt auch heute heraus.“
„Das Gerokreuz bildete im Vorgängerbau des Kölner Doms das zentrale christologische Zeichen“, so Bock. Der Dreikönigenschrein einerseits mit der Geburt Jesu, und andererseits sozusagen der tote Christus am Kreuz. „Das ist bis heute auch eine Provokation, die uns selber zu denken gibt: Wie kann es sein, dass in diesem toten Menschen Gott anwesend und gleichzeitig aber auch nicht einfach anwesend ist?“, formulierte Bock mit Blick auch auf die Philosophie des 19. Jahrhunderts und auf die weltweite Auseinandersetzung mit dem Nihilismus. Das gehe bis hinein in die Frage, ob wir angesichts aller Abgründe in der Welt noch an Gott glauben könnten.
Dritte Stele: „Konfession und Konfessionalismus“
Die 3. Stele beschäftigt sich mit der Zeit des Dombaus vom 13. bis 16. Jahrhundert, mit den konfessionellen und kulturellen Spannungen in der Reformation. Auf ihr findet sich auch die 1544, also erst nach der Bauunterbrechung 1528 gefertigte Kanzel. Bis heute wird die vom französischen Schriftsteller Victor Hugo als „sehr hübsch erfunden und sehr hübsch in Eichenholz geschnitzt“ gewürdigte Renaissance-Kanzel regelmäßig als Predigtort genutzt. Als älteste in Köln erhaltene verweist sie laut Deml in die Zeit der Glaubensspaltung. Auch auf die wenige Jahre zuvor eingeleiteten Reformvorhaben des Kölner Erzbischofs Hermann von Wied. Zunächst scharfer Gegner der Reformation, so Will, habe sich durch Begegnungen etwa mit Bucer und Melanchthon „in ihm die Überzeugung von der Notwendigkeit von Kirchenreformen“ verfestigt. Die Einladung an diese und andere evangelische Theologen nach Köln, um diese im Bistum umzusetzen, rief den „entschiedenen Widerstand vor allem des Domkapitels“ hervor. Von Wied wurde suspendiert und exkommuniziert.
Vierte Stele: „Gegenwart und Ausblick“
Die 4. Stele beschäftigt sich mit der Gegenwart und gibt einen Ausblick in die Zukunft hinein. Die ausgewählten Ausstattungsstücke sollen beispielhaft dafür stehen, wie der christliche Glaube in seiner schöpfungstheologischen, eucharistischen und pfingstlichen Dimension heute neu entdeckt und erzählt wird. Vorgestellt wird unter anderem das 2007 eingeweihte Südquerhausfenster. Es verdankt sich einem Entwurf von Gerhard Richter. Auf 106 qm vereint es 11.263 Glasquadrate in 72 verschiedenen Farben. Schlüter sieht in diesem völlig abstrakten Kunstwerk ein Fenster, das – im Gegenzug zum Gerokreuz – sozusagen das Bild verweigert. Ein bilderloses Werk, das sich mit seinen Spiegelungen gleichzeitig den geometrischen Formen des Maßwerks unterordnet. Und sich damit einfügt „in ein großes Ordnungsprinzip, mit dem die Gotik diesen riesigen Bau vom Kleinsten bis ins Größte entwickelt hat“.
Bilder müssen transzendiert werden
Schlüter sieht in diesem Fenster gewissermaßen Ordnung und Chaos vereint. Es lege mit Blick auf Nicäa nochmal den Gedanken nahe, „dass Gott hier auch wieder in Begriffen benannt wird, die eigentlich in diese Abstraktion hineinreichen: Gott als Licht vom Licht zu bezeichnen und ihn als den Schöpfer, durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist.“ Auch und gerade das Richter-Fenster stehe fast didaktisch für die Botschaft, das Bilder auch wieder transzendiert werden müssten. „Das ist auch die Aufgabe der Erklärung in Führungen vor Ort. Dass wir nicht an den Bildern kleben bleiben, sondern sie auch wieder loslassen können.“
Lauf- und Öffnungszeiten der Präsentation
Die Ausstellung im Foyer des Domforums, Domkloster 3, ist bis einschließlich 31. August 2025 zu sehen: montags bis samstags von 9.30 bis 17 Uhr, sonntags von 13 bis 17 Uhr. Sämtliche Ausstellungstexte und -bilder finden sich in einer Broschüre vereinigt. Diese ist vor Ort erhältlich, ebenso in der MAK sowie der Pressestelle des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_6589.-16x9.Domforum.-Ausst.-1700-Jahre-oekumenisches-Glaubensbekenntnis-von-Nicaea.-c-E.-Broich-scaled-e1755173253976.jpg14372560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-14 22:00:002025-08-29 12:00:07Ausstellung im Domforum Köln verbindet Glaube, Geschichte und Menschen: 1700 Jahre Glaubensbekenntnis von Nicäa
Ein Gesamtkunstwerk in der Reformationskirche in Köln-Marienburg. Auf der Leinwand vor dem Altarraum lief „Faust – eine deutsche Volkssage“. Kombiniert wurde die „gewaltige Bildsprache“ des 1926 uraufgeführten Stummfilms mit einer eindrucksvollen aktuellen Tonsprache. Mit dem Kirchenmusiker Samuel Dobernecker sowie dem Stimm- und Elektronikkünstler Manfred Rücker alias Ketonge begleiteten auf der Empore zwei Musiker das dramatische Geschehen in bester Manier – kommentierend, erzählend, Stimmungen verstärkend, Spannung erzeugend. Fast zweieinhalb Stunden Bild, Schrift und Klang. Eine dichte Atmosphäre vom Anfang bis zum Ende.
Dr. Katrin Winter und Jörg Gerle führen in das Stummfilmkonzert ein.
Damit fand die Reihe der sommerlichen Stummfilmkonzerte der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Bayenthal ihre erfolgreiche Fortsetzung. Aufgeführt wurde ein expressionistischer Klassiker des Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931). Darin finden sich miteinander verwebt Motive des Volksbuchs der Historia des Doktor Johann Fausten, der Dramatisierung von Christopher Marlowe und der Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe.
„Der Wunder Grösstes ist die Freiheit des Menschen: Zu wählen zwischen Gut und Böse.“
In „Faust“ schließt der gleichnamige Gelehrte einen Pakt mit dem Teufel. „Die Frage, ob der Mensch Gut und Böse unterscheiden kann und ob er wirklich in der Lage ist, dem Bösen zu widerstehen, führt uns am bekannten Stoff direkt in die großen Konflikte unserer Zeit“, hob Dobernecker schon in einer Terminankündigung auf die Zeitlosigkeit des Themas ab. In einem Zwischentitel des Films preist Faust: „Wunderbar sind alle Dinge des Himmels und der Erde! Doch der Wunder Grösstes ist die Freiheit des Menschen: Zu wählen zwischen Gut und Böse.“
„Ich ringe Gott die Seele Faustens ab!“
Im Prolog wirft der strahlende Erzengel Michael dem düsteren Mephisto entgegen: „Was geißelst Du die Menschheit mit Krieg, Pest, Hungersnot?!“ Dieser erwidert: „Mein ist die Erde.“ Der Erzengel: „Nie wird die Erde Dein sein! Der Mensch ist gut: Sein Geist strebt nach der Wahrheit!“ Der Dämon solle sich nur Faust ansehen. „Seine Seele strebt nach dem Höchsten und wenn Du sie gewinnst, so ist die Erde dein!“ Dem Bösen widerstehe kein Mensch, so Mephisto: „Was gilt die Wette: Ich ringe Gott die Seele Faustens ab!“ Am Schluss muss der Teufel seine Fehleinschätzung eingestehen.
Seit 2018 Stummfilmkonzerte in der Reformationskirche
Seit 2018 lade der Gemeinde-Kantor Samuel Dobernecker fast jährlich einen Musiker ein, mit ihm zusammen einen Stummfilm zu begleiten, informierte Pfarrer André Kielbik in seiner Begrüßung. Diesmal habe er den Stimm- und Elektronikkünstler Ketonge gewinnen können. Kielbik freute sich auch über die organisatorische Zusammenarbeit mit Christian Schmalz. Er ist Betreiber des OFF Broadway sowie des Weisshaus Kinos.
Filmreferentin Winter und Filmjournalist Gerle führten ein
Bevor die Besuchenden sich von den visuellen und akustischen Darbietungen gefangen nehmen ließen, brachten ihnen Dr. Katrin Winter und Jörg Gerle den Film, Regisseur sowie die beiden Musiker etwas näher. Murnau sei mit Fritz Lang und Ernst Lubitsch sicherlich einer der bekanntesten deutschen Stummfilm-Regisseure, leitete die Filmreferentin ein. Wie der Filmjournalist Gerle ist sie unter anderem in der Filmvermittlung der Kinos OFF Broadway sowie Weisshaus tätig.
Vor mehr als hundert Jahren habe der deutsche Film international ein großes Ansehen genossen, blickte Winter zurück. Der in die bürgerliche, wohlhabende Familie Plumpe in Bielefeld hineingeborene Friedrich Wilhelm habe eher künstlerische Ambitionen verfolgt und Schauspiel studiert. Als Schauspieler habe er seinen Zunamen geändert und sich nach dem schönen bayerischen Ort Murnau benannt. Sein erster in den USA inszenierter Film „Sunrise“ (1927) habe bei der Premiere „Academy Awards“ (Oscar-Verleihung) drei Auszeichnungen erhalten.
Zwischentitel machen Handlung im Film verständlicher
Auf der Leinwand in der Reformationskirche: Szene in „Faust – eine deutsche Volkssage“.
In den meisten Stummfilmen würden viele Dinge durch geschriebene Zwischentitel erläutert. „Die Handlung soll dadurch verständlicher werden, die Motivation der Charaktere“, so Winter. Die verwendete altdeutsche Frakturschrift sei nicht immer leicht zu lesen. Ansonsten helfe die Musik weiter im Verständnis dieses Films. Die Musiker hätten zwar geprobt, sagte Winter, gleichwohl sei auch Improvisation dabei. „Was wir hören und sehen werden ist ein einmaliges Ereignis.“ Das mache die Sache natürlich umso spannender für alle von uns.
„Quasi weltpremierenhafte“ Aufführung
Es grenze an ein Wunder, dass man einen solchen Film hier sehen könne, so der unter anderem für das Online-Portal filmdienst.de schreibende Filmjournalist und -kritiker Gerle. Es sei alles andere als selbstverständlich, dass solche Filme überhaupt noch existierten, ging er auf die Produktionsbedingungen und das sehr brennbare, schwer lagerfähige Filmmaterial Zelluloid ein. Es habe zahlreicher „Indiana Jones´“ bedurft, „um in Archiven oder eingestaubten Kirchenräumen, wo seinerzeit die Filme auch vorgeführt wurden, alte Kopien zu entdecken“. Produktionen wie „Faust“ seien damals für Aufführungen auch im Ausland gedoppelt worden. „In der Regel lichteten dafür zwei Kameras gleichzeitig die Schauspieler ab.“ Gerle findet es gut, „dass wir den Film jetzt in einer neuen Musikbearbeitung zu sehen bekommen, die quasi weltpremierenhaft ist.“
Samuel Dobernecker
Dobernecker bekleide seit 2016 die Kantorenstelle der Bayenthaler Kirchengemeinde, so Winter. Seit 2024 fungiere der 38-Jährige zudem als Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd. Gebürtig im sächsischen Vogtlandkreis habe er früh auch die zeitgenössische Musik schätzen gelernt. Dobernecker arbeite grundsätzlich in verschiedenen interreligiösen Projekten und verfüge in seinem musikalischen Ausdruck über ein ziemlich breites Spektrum.
Ketonge
Manfred Rücker alias Ketonge, Jahrgang 1974, stellte Winter als einen „Vertreter der Low-Budget-, Trash- und Improvisations-Elektronik sowie der Klang-Bildhauerei“ vor. „Das finde ich spannend. Das klingt nach Abenteuer.“ Noch bevor Ketonge ab 1995 Kunst, Musik und Psychologie studiert habe, „baute er 1990 ein erstes Studio aus Sperrmüll-Elektronik“. Der freie Komponist und Filmkomponist, Klang- und Medienkünstler experimentiere mit verschiedenen Instrumenten und seiner eigenen Stimme.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_6368.Reformationskirche.-Stummfilmabend.-Letzte-Abstimmung-zwischen-links-Manfred-Ruecker-alias-Ketonge-und-Samuel-Dobernecker.-c-E.-Broich-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-13 22:00:002025-08-26 23:00:05Stummfilmkonzert in der Reformationskirche: „Faust – eine deutsche Volkssage“
Unsere Wochentipps bieten in Köln und Umgebung eine Vielfalt an kulturellen und geistlichen Veranstaltungen: Musikliebhaber können sich auf besondere Konzertabende freuen, Wissbegierige auf einen geselligen Quizabend, Sportfans auf eine ökumenische Fan-Andacht und Architekturinteressierte auf eine Radtour zu außergewöhnlichen Bauten. Ergänzt wird das Programm durch ein sommerliches Mittagspausen-Event mit kulinarischen und geistlichen Impulsen.
14. August 2025, 19:00 Uhr
Sommerabend – Rätselspaß beim Quiz Evangelisches Gemeindezentrum Köln-Pesch, Montessoristraße 15, 50767 Köln Im Rahmen der Sommerabende lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Pesch zu einem Quiz-Abend ein. In lockerer Atmosphäre wird gemeinsam geraten, geschätzt und überlegt – ein generationsübergreifendes Vergnügen mit hohem Spaßfaktor. Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich. www.dem-himmel-so-nah.de
14. August 2025, 20:00 Uhr
Internationales Orgelfestival im Altenberger Dom – Darius Bakowski-Kois Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal Unter dem Titel „Tientos y batallas ibéricas“ präsentiert der Konzertorganist und Professor Darius Bakowski-Kois ein farbenreiches Programm iberischer Orgelmusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Es erklingen Werke von António Correa Braga, Pablo Bruna, Bernabé, José de Torres y Martínez Bravo und Roque da Conceição. Eintritt: 11 Euro, ermäßigt 10 Euro. www.dommusik-aktuell.de
15. August 2025, 12:00 Uhr
Fan-Andacht im Kölner Dom zum kölschen Doppeljubiläum Kölner Dom, Domkloster 4, 50667 Köln Ökumenischer Gottesdienst anlässlich von 777 Jahren Grundsteinlegung des Doms und 77 Jahren 1. FC Köln. Geleitet von Monsignore Robert Kleine und Pfarrer Bernhard Seiger. Höhepunkt ist die FC-Hymne an der Domorgel. Liveübertragung durch Domradio.de und den Facebook-Kanal des Kölner Domes. www.domradio.de
15. August 2025, 12:30 Uhr
Mit Anmeldung: „Mittagspause mit allen Sinnen“ Evangelischer Verwaltungsverband Köln-Süd/Mitte, Andreaskirchplatz 1, 50321 Brühl Outdoor-Veranstaltung mit Mittagessen, geistlichem Impuls von Pfarrer Bernhard Seiger und Kurzvortrag von Katrin Jungclaus, Präsidentin des Landgerichts Köln. Anmeldung bis 15. August per E-Mail an zentralkontakte.koeln-sued-mitte@ekir.de oder telefonisch unter 02232/15101-38. www.evv-ksm.de
17. August 2025, 17:00 Uhr
Sommerkonzert: Gitarrenmusik aus Spanien – Roger Tristao Adao Christuskirche Brühl, Mayersweg 10, 50321 Brühl Gitarrenkonzert unter dem Titel „Danza andaluza“ mit Werken von Gaspar Sanz, Luys Milan, Isaac Albéniz, Enrique Granados und Francisco Tárrega. Eintritt frei, Spende erbeten. www.kirche-bruehl.de
20. August 2025, 17:30 Uhr
Architektur auf zwei Rädern – Radtour zu Peter Neuferts Bauwerken Treffpunkt: St. Andreas, Ecke Komödienstraße/Andreaskloster, 50667 Köln Geführte Radtour mit Dr. Thomas van Nies zu ausgewählten Bauwerken des Architekten Peter Neufert anlässlich seines 100. Geburtstags. Teilnahme: 15 Euro, ermäßigt 13 Euro. Anmeldung erforderlich unter: www.antonitercitytours.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/Wochentipps-1.7.-1-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-12 22:00:002025-08-25 23:00:06Unsere Wochentipps: Musik, Quiz, Jubiläum und Stadterkundung in Köln und Region
Was Kirche heute bedeutet, wie sie wirkt – und welche Fragen sie stellt: Seit einiger Zeit entsteht auf unserer Internetseite www.kirche.me eine vielseitige Kommunikationsplattform, auf der verschiedene Themen mit Tiefe, Leichtigkeit und Nähe erzählt werden. Die bislang erschienenen Kampagnenteile tragen Namen wie „17,5. Geburtstag“, „22. Geburtstag“, „Freizeiten“, „Umzug“, „Woher – Wohin“ oder „Sinn42“. Jeder dieser Titel steht für ein Thema, eine Lebenssituation, einen Einblick in kirchliches Leben – erzählt aus einer besonderen Perspektive. Mit dem Abschnitt „Mehr als gedacht“ wächst diese Plattform weiter. Der Fokus liegt diesmal auf der Kirchensteuer – und damit auf einem Aspekt, der oft im Hintergrund bleibt, aber zentrale Bedeutung für das kirchliche Miteinander hat.
Was Kirchensteuer möglich macht
Die Seite www.kirche.me/mehr-als-gedacht zeigt: Hinter dem Begriff „Kirchensteuer“ steckt kein abstrakter Verwaltungsbegriff, sondern die Grundlage für lebendige Gemeinschaft. Die finanziellen Mittel ermöglichen unter anderem die Arbeit in evangelischen Kindertagesstätten, Jugendzentren und Schulen, die Begleitung durch Seelsorge, Kirchenmusik, Kulturveranstaltungen, diakonische Hilfe oder Bildungsangebote. Viele dieser Dinge geschehen leise – manchmal unbemerkt, oft unverzichtbar. „Mehr als gedacht“ macht diese stille Wirksamkeit sichtbar.
Teil einer größeren Erzählung
Wie bei den bisherigen Kampagnen ist auch „Mehr als gedacht“ Teil einer fortlaufenden Erzählung: Auf www.kirche.me entsteht Stück für Stück ein vielstimmiges Bild davon, was Kirche heute ist – und was sie für viele Menschen bedeutet.
Mal steht der Übergang in die Volljährigkeit im Mittelpunkt („17,5. Geburtstag“), mal die Zeit nach dem Schulabschluss („22. Geburtstag“), mal der erste eigene Wohnort („Umzug“) oder die Erfahrungen auf einer Jugendfreizeit. Jede Kampagne bringt eine neue Farbe ins Spiel – und gemeinsam ergeben sie ein lebendiges Gesamtbild. „Mehr als gedacht“ fügt sich nahtlos in diese Linie ein. Es lädt dazu ein, Strukturen nicht nur zu hinterfragen, sondern in ihrem Wert zu erkennen – und die eigene Haltung dazu zu reflektieren.
Kirche sichtbar machen – in Zahlen und Geschichten
Wie bei früheren Kampagnen wird auch diesmal mit Fakten gearbeitet: Mehr als 66.000 Konzerte jährlich, über 260.000 aktive Sängern und Sängerinnen in evangelischen Chören, Millionen Teilnehmende an Gottesdiensten – insbesondere an Heiligabend. Die Kirchensteuer spielt dabei eine stille, aber tragende Rolle. Was diese Kampagne erzählt, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Manches ist näher, wirksamer und persönlicher, als es zunächst scheint – mehr als gedacht eben.
Pilotprojekt für die Landeskirche
Es handelt sich um ein Projekt der „Arbeitsgruppe Mitgliederbindung“, die 2023 initiiert wurde, um Konzepte zur Stärkung der Bindung der Gemeindemitglieder zu entwickeln. Das Pilotprojekt konzentriert sich darauf, sowohl ländliche als auch städtische Gemeinden aus allen vier Kirchenkreisen einzubeziehen. Dazu wurden gezielt Gemeinden aus verschiedenen Teilen der Region ausgewählt. Durch die breite Abdeckung möchte der EKV sicherstellen, dass Stimmen aus unterschiedlichsten Lebensrealitäten gehört werden.
Weitere Internetseiten im Rahmen des Projekts finden Sie hier:
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/08/mehr-als-gedacht-e1754656848411.jpg7091260https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-08-10 22:00:002025-08-23 23:00:07Mehr als gedacht – neue Perspektive auf www.kirche.me
Leckeres Essen, geistlicher Impuls und gute Gespräche: Am Mittwoch, 20. August, 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr, lädt der Evangelische Verwaltungsverband Köln-Süd/Mitte zur Veranstaltung „Mittagspause mit allen Sinnen“ auf den Andreaskirchplatz 1 in Brühl ein. In entspannter Outdoor-Atmosphäre erwarten die Gäste ein leckeres Mittagessen, Kaffeespezialitäten, gekühlte Getränke sowie ein geistlicher Impuls von Pfarrer Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region.
Als Ehrengast spricht Katrin Jungclaus, Präsidentin des Landgerichts Köln, in einem kurzen Impulsvortrag. Die Veranstaltung bietet darüber hinaus Gelegenheit zum persönlichen Austausch und Networking. Wer dabei sein möchte, kann sich bis Freitag, 15. August, per E-Mail an zentralkontakte.koeln-sued-mitte@ekir.de oder telefonisch unter 02232/15101-38 anmelden.
Der Evangelische Verwaltungsverband Köln-Süd/Mitte berät und unterstützt ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende in 18 Gemeinden und zwei Kirchenkreisen in Köln und dem Rhein-Erft-Kreis in administrativen Bereichen wie Finanzen, Personal, Kindertagesstätten und Gebäudemanagement.
In Zeiten globaler Krisen, von Klimakatastrophen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen, erlebt die Frage nach dem Ende unserer Welt eine neue Dringlichkeit – sowohl gesellschaftlich als auch kulturell. Bereits 1992, im Schatten der Golfkriege, widmete sich die ökumenische Veranstaltungsreihe der Melanchthon-Akademie in Köln „Visionen vom Ende – Apokalypse ’92“ dieser uralten menschlichen Faszination: dem Untergang – und der Hoffnung auf einen Neuanfang.
Versionen vom Ende der Welt gibt es bereits seit scheinbar ewigen Zeiten. Die Bilder und Vorstellungen sind zahlreich und bieten tiefe Einblicke in die jeweilige Zeit, in der sie entstanden und entstehen. Sie sind teilweise Reaktionen auf historische Ereignisse wie Kriege und Naturkatastrophen. Diese Ereignisse führen den Menschen immer wieder seine eigene Sterblichkeit vor Augen. Berühren ihn ganz nah. Das Ausgeliefertsein an Mächte, die nicht unmittelbar gebändigt werden können, fasziniert und verängstigt zu gleich. Kreative thematisieren auf unterschiedliche Weise das Sterben der Menschheit bzw. den Untergang der (eigenen) bekannten Welt – sei es in der Kunst, Fotografie, Literatur oder Film.
Endzeiterzählungen in der Bibel
Auch die Bibel kennt einige Endzeiterzählungen. Die wohl bekannteste ist die Geschichte der Arche Noah, die auch künstlerisch divers verarbeitet wurde und wird. Gott ist unzufrieden mit seiner Schöpfung und möchte sie erneuern. Er beschließt eine Sintflut zu schicken, die alles Leben auslöschen soll. Nur eine Familie, Noahs Familie, soll überleben und die Basis für eine neue Beziehung zwischen Gott und der Schöpfung darstellen. Noah erhält den Auftrag eine Arche zu bauen und von jedem Lebewesen ein Paar mitzunehmen. Als alle an Board sind, verschließt Gott die Tür und lässt es viele Tage und Nächte regnen. Alle anderen Menschen und Lebewesen sterben. Nach einer gewissen Weile hört es auf zu regnen. Noah öffnet eine Luke und entsendet an verschiedenen Tagen eine Taube, um zu sehen, ob bereits genug Land vorhanden ist, damit sie aussteigen können. Noah tritt auch in eine Unterredung mit Gott ein, der erkennt, dass sein Handeln ein Fehler war. Gottes Hoffnung, die Menschen würden sich durch die Sintflut und Zerstörung ihrer bekannten Welt ändern, erfüllt sich nicht. Stattdessen beschließt er, sich selbst zu ändern und keine drakonischen Strafen mehr gegen seine Schöpfung zu schicken. Er entsendet als Zeichen seines neuen Bundes mit seiner Schöpfung einen Regenbogen.
Plakat zu „Visionen vom Ende – Apokalypse ’92“ zeigt starken Kontrast
Das Plakat der ökumenischen Veranstaltung „Visionen vom Ende – Apokalypse ’92“ zeigt den Kontrast zwischen Schwarz und Weiß. Der Einsatz von starken Farbkontrasten wie Weiß und Schwarz symbolisieren zum einen tiefe Dunkelheit, in der nichts existiert. Zum anderen geben sie jedoch auch einen Funken Hoffnung, eine Chance auf einen Neuanfang durch die Farbe Weiß, die für Reinheit und die Farbe des Lichts steht. Die Sonne auf dem Plakat hat eine besondere Bedeutung: Es ist nicht klar, ob sie auf- oder untergeht. Dies unterstreicht wiederum die Aussage, dass dem Ende ein Anfang innewohnt. Die meisten Endzeiterzählungen sind nicht nur dramatische Geschichten vom Untergang des Lebens, sondern beinhalten meist das Überleben. Jemand überlebt, um vom Untergang zu berichten und Mahner für einen Neuanfang zu sein.
Veranstalter der Reihe „Visionen vom Ende“ waren die Melanchthon-Akademie und die Karl-Rahner-Akademie. Das Programm bestand aus verschiedenen Workshops, musikalischen Darbietungen, Diskussionen, filmischen Auseinandersetzungen, literarischen Beiträgen, Predigten und Vorträgen sowie Seminaren. Hintergrund der Veranstaltungsreihe waren die zwei aufeinanderfolgenden Golfkriege (Irak-Iran-Krieg 1980-1988; Irak-Kuwait-Krieg 1990-1991).