Auch in diesem Jahr zeigt die Evangelische Kirche im Rheinland gemeinsam mit der Diakonie Flagge für Vielfalt, Menschenrechte und gelebte Nächstenliebe: Mit einem eigenen Wagen und einer großen Fußgruppe nimmt die Queere Kirche erneut an der Demonstration zum Cologne Pride – dem größten Christopher Street Day Europas – teil. Der CSD findet am Sonntag, 6. Juli 2025, statt.
Zeichen setzen für Akzeptanz und Menschenwürde
Der Cologne Pride ist mehr als nur eine bunte Parade: Er ist ein kraftvolles Statement für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-, Inter- und queeren Menschen (LSBTIQ+). Für die Evangelische Kirche und die Diakonie ist es eine Herzensangelegenheit, hier dabei zu sein – sichtbar, hörbar, einladend. „Wir möchten möglichst viele Menschen aus unserer Kirche für den CSD begeistern und zeigen, dass wir eine offene und inklusive Kirche sind“, so das Team der Queeren Kirche Köln.
Einladung an alle: Mitgehen, mitfeiern, mitgestalten
Mitarbeitende, Engagierte, Gemeindemitglieder und Freund*innen der Kirche sind herzlich eingeladen, unter dem gemeinsamen Banner von Kirche und Diakonie ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Ob Haupt- oder Ehrenamt, ob aus Gemeinden, Verwaltungsämtern, Kitas, Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen – jede*r ist willkommen. Anmelden kann man sich ganz einfach über folgendes Online-Formular: Anmeldung zum CSD 2025
Es gibt dieses Jahr zum zweiten Mal einen Truck. Die Kapazitäten auf dem Truck sind allerdings begrenzt, so dass die meisten Teilnehmenden hauptsächlich als Fußgruppe hinter dem Truck gehen werden. Die Anmeldung dient somit nur der Teilnahme und ist kein garantiertes Ticket für den Truck.
Außerdem soll es dieses Jahr T-Shirts für alle Mitlaufenden geben. Im Formular gibt es dafür die Abfrage nach der Größe. Die Kosten betragen 15 Euro.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/Rainbow-2048x1152-1.jpg11522048https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-16 22:00:002025-05-25 09:00:09Evangelische Kirche und Diakonie beim CSD 2025 in Köln: Jetzt anmelden und mitlaufen!
Nach der Umzugskampagne geht die digitale Mitgliederkommunikation des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region in die nächste Runde – diesmal mit einer Frage, die uns alle früher oder später beschäftigt: Was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Die neue Themenseite „Sinn42“ greift dieses große Thema auf – und zwar auf eine sehr persönliche und kreative Art.
Die Seite ist Teil eines Pilotprojekts für die Landeskirche, neue Wege zu gehen, die Vielfalt ihrer Mitglieder stärker in den Blick zu nehmen und den veränderten Lebenswelten junger Menschen gerecht zu werden.
Große Fragen, ehrliche Antworten
„Woher kommen wir – wohin gehen wir?“ Diese Fragen begrüßen die Besuchenden als erstes – und laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen. Für Gedanken, für Inspiration, für eigene Antworten. Zitate von Menschen aus ganz verschiedenen Zeiten und Welten regen zum Nachdenken an: Von König Salomo über Jane Goodall bis zu John Lennon. Es wird deutlich: Die Frage nach dem Sinn beschäftigt jede und jeden – egal, wie alt, wie spirituell, wie philosophisch man ist.
Warum eigentlich „42“?
Wer sich ein bisschen mit Popkultur auskennt, stolpert schnell über die Zahl im Titel: 42 – die „Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“, wie es in Douglas Adams’ Kultroman Per Anhalter durch die Galaxis heißt. Was damals als augenzwinkernde Pointe gedacht war, ist heute fast ein Symbol für die ganz großen Fragen des Lebens geworden. Die Seite „Sinn42“ greift diesen Gedanken auf: Sie will kein starres Konzept liefern, sondern einen offenen Raum schaffen, in dem Menschen sich ihrer ganz eigenen Antwort nähern können – spielerisch, ernsthaft, persönlich.
Was bedeutet Sinn?
Besonders schön: Die Seite lebt von dem, was Menschen teilen. Besuchende können selbst schreiben, was ihnen im Leben Sinn gibt. Die Beiträge erscheinen anonym als Wortwolke – und zeigen, wie vielfältig und berührend diese Antworten sein können. Begriffe wie Hoffnung, Zuhören, Vertrauen, Miteinander oder Neuanfang tauchen auf.
Nicht allein suchen: Sinnfluencer sind da
Wer sich im Gespräch wohler fühlt oder eine persönliche Begleitung sucht, findet auf „Sinn42“ echte Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen. Pfarrpersonen und (S)Innfluencer wie Janneke Botta, Nico Buschmann oder Tim Lahr sind per E-Mail, Instagram oder Telefon erreichbar. Sie nehmen sich Zeit, hören zu und stehen für Gespräche zur Verfügung – ganz unkompliziert und auf Augenhöhe.
Glaube, der berührt – digital und vor Ort
Auch wer auf der Suche nach einer Gemeinde ist, wird fündig: Eine interaktive Karte hilft, die Kirche in der Nähe zu finden. Denn Sinnsuche muss nicht allein passieren. Manchmal tut es gut, gemeinsam Fragen zu stellen, sich auszutauschen und Hoffnung zu teilen.
Pilotprojekt für die Landeskirche
Es handelt sich um ein Projekt der „Arbeitsgruppe Mitgliederbindung“, die 2023 initiiert wurde, um Konzepte zur Stärkung der Bindung der Gemeindemitglieder zu entwickeln. Das Pilotprojekt konzentriert sich darauf, sowohl ländliche als auch städtische Gemeinden aus allen vier Kirchenkreisen einzubeziehen. Dazu wurden gezielt Gemeinden aus verschiedenen Teilen der Region ausgewählt. Durch die breite Abdeckung möchte der EKV sicherstellen, dass Stimmen aus unterschiedlichsten Lebensrealitäten gehört werden.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/1-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-14 22:00:002025-05-24 23:00:06Was gibt meinem Leben Sinn? Unsere neue Seite www.kirche.me/sinn42 lädt zum Nachdenken ein
Hier kommen unsere Wochentipps: Die Antoniterkirche lädt zur Langen Orgelnacht mit Werken von Mendelssohn ein, während in Buchheim die Sommerkonzertreihe mit Soul- und Popmusik startet. In Bergisch Gladbach wird das Buch „250 Jahre Gnadenkirche“ vorgestellt. Der Motorrad-Gospel-Gottesdienst „MoGoGo“ bringt Musik und Motoren nach Lindlar. In Hürth feiert die Gemeinde mit einem großen Konzert „10 Jahre evangelisch in Hürth“. Und an der Erlöserkirche Weidenpesch startet das neue Begegnungsformat am offenen Bücherschrank.
16.05.2025, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln Die Lange Orgelnacht für Felix Mendelssohn Bartholdy
Von 18 bis 22 Uhr in der Antoniterkirche
Die Lange Orgelnacht in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, und im Citykirchenzentrum, Antoniterstraße 14–16, widmet sich am Freitag, 16. Mai, 18 Uhr, dem Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy. Im Anschluss an eine Andacht mit Pfarrer Markus Herzberg gibt es verschiedenen musikalische Vorträge: 18.30 Uhr: „Variations sérieuses“ – Orgelwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann mit Kirchenmusikdirektor Johannes Quack (Orgel) in der Antoniterkirche; 19.30 Uhr: „Hör mein Bitten“ – Chor- und Orgelwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Fanny Hensel, Giacomo Meyerbeer und anderen mit Thomas Pehlken (Orgel), Kammerchor CONSTANT unter der Leitung von Judith Mohr in der Antoniterkirche; 21 Uhr: „Liaison extraordinaire“ – Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy mit Oliver Drechsel (Klavier) und Christoph Lahme (Harmonium) im Antonius Saal im Citykirchenzentrum; 22 Uhr: „The Mendelssohn Project – Original – Improvisation – Rekomposition“ mit Emily Wittbrodt (Violoncello) und Annie Bloch (Orgel) in der Antoniterkirche. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. www.antonitercitykirche.de
16.05.2025, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein
Kreuzkirche Buchheim, Wuppertaler Straße 21, 51067 Köln Die Reihe der Sommerkonzerte in Buchheim wird fortgesetzt
Musik, Begegnung und Gemeinschaftsgefühl in Buchheim
Ana Pipecreek, die authentische Singer und Songwriterin aus Köln, ist zu Gast beim Open-Air-Konzert der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim am Rhein am Freitag, 16. Mai, 20 Uhr. Sie singt und spielt mit ihrer Akustik-Gitarre anregende Soul- und Popmusik bestehend aus zeitlosen Cover-Songs und eigenen, Genre-übergreifenden Kreationen. Über 90 Menschen konnten bei jedem der drei Sommerkonzerte auf dem Platz vor der Kreuzkirche Buchheim im letzten Jahr begrüßt werden. Deshalb wird die Reihe in diesem Jahr mit vier Open-Air-Konzerten fortgesetzt. Jeweils freitags für eine Stunde zwischen 19 und 22 Uhr, treten unterschiedliche Musikerinnen und Musiker auf. Drumherum gibt es Zeit zur Begegnung und zum Kennenlernen im Veedel, kalte Getränke und einen Schub für das Gemeinschaftsgefühl. Die Termine: jeweils freitags, 16. Mai, 13. Juni, 11. Juli, und 29. August. www.kirche-koeln-muelheim.de
17.05.2025, 16:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Gnadenkirche, Hauptstraße 256, 51465 Bergisch Gladbach Buchvorstellung „250 Jahre Gnadenkirche“
Zu einer Buchvorstellung am Samstag, 17. Mai, 16 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach in die Gnadenkirche, Hauptstraße 256, ein. Das Autorenteam P. Lückerath, I, Schumacher, M. Werling und J. Witter hat im Buch „250 Jahre Gnadenkirche“ anschaulich und kurzweilig die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach beschrieben. Der Eintritt ist frei. www.gnadenkirche-gl.de
18.05.2025, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Lindlar
Jubilate-Kirche, Auf dem Korb, 51789 Lindlar MoGoGo in der Jubilate-Kirche Lindlar
Motorrad-Gospel-Gottesdienst mit den Chören aus Rösrath und Lindlar
Der regionale Motorrad-Gospel-Gottesdienst (MoGoGo) findet in diesem Jahr am Sonntag, 18. Mai, 10.30 Uhr, in der Jubilate-Kirche Lindlar, Auf dem Korb 21, statt. Die Evangelische Kirchengemeinde Lindlar und die Evangelischen Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath organisieren die Veranstaltung, die musikalisch von den Gospelchören der beiden Kirchengemeinden gestaltet wird. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es eine gemeinsame Ausfahrt durch das Bergische Land. Die Rückkehr zur Jubilate-Kirche ist für 15 Uhr geplant. Hier klingt der MoGoGo bei einem zünftigen Essen aus. www.ev-kirche-lindlar.de
18.05.2025, 16:00
Evangelische Kirchengemeinde Hürth
Kirchwiese Gleuel, Am Hofacker 41, 50354 Hürth Singt! – 10 Jahre Evangelisch in Hürth
Konzert mit allen Chören in und rund um die Martin-Luther-Kirche
Das Jubiläum „10 Jahre evangelisch in Hürth“ feiert die Evangelische Kirchengemeinde Hürth am Sonntag, 18. Mai, 16 Uhr, in einem Konzert in und rund um die Martin-Luther-Kirche in Gleuel, Am Hofacker 41, mit einer Combo, dem Posaunenchor sowie allen Chören, der Kantorei und den singing girls. www.evangelisch-in-huerth.de
21.05.2025, 17:00
Evangelische Begegnungsgemeinde Köln
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, 50737 Köln Treff am Bücherschrank an der Erlöserkirche
Buchempfehlungen für Urlaub und Couch
Am Mittwoch, 21. Mai, 17 Uhr, findet am offenen Bücherschrank an der Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, der erste Treff unter dem Motto „Der Bücherwurm empfiehlt“ statt. Alle sind eingeladen, ihre persönlichen Buchempfehlungen für den Urlaub oder gemütliche Lesestunden auf der Couch mitzubringen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Treff ist Teil des neuen Projekts rund um den Bücherschrank als Ort der Begegnung, Kommunikation und Kultur – ein Wunsch aus dem ersten Nachbarschaftsfest, der nun Wirklichkeit wird. www.begegnungsgemeinde.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/Wochentipps-9.4.-2.jpg10801920https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-13 22:00:002025-05-23 23:10:04Unsere Wochentipps: Motorrad-Gospel-Gottesdienst und Sommerkonzertreihe mit Soul- und Popmusik
Zahlreich sind die unsäglichen antijüdischen Artefakte im Kölner Dom. Seit einigen Jahren setzt sich das Kölner Domkapitel mit der Frage nach einem angemessenen Umgang mit den Kunstwerken in der Kathedrale auseinander, die von erschreckender Judenfeindschaft zeugen. Nun endete ein vom Domkapitel 2023 ausgelobter „Internationaler Kunstwettbewerb Kölner Dom“. Dessen Ziel lautete, den Dom dauerhaft um ein Werk zu bereichern, „das die Frage zum Ausgangspunkt nimmt, wie sich das christlich-jüdische Verhältnis zeitgemäß und für die Zukunft inspirierend darstellen lässt“. Eingeladen waren 15 international renommierte Künstlerinnen und Künstler. Im März kürte das Preisgericht den Siegerentwurf: Einstimmig zur Umsetzung empfahl es den Entwurf „Ohne Titel“ von Andrea Büttner.
MAK nahm antijüdische Artefakte im Dom früh in den Blick
2017 habe die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Arbeitsgruppe „Der Dom und die Juden“ initiiert, informierte Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie (MAK) Köln. „Zu ihr gehören Vertreter der Kölnischen Gesellschaft, des Domkapitels, der Dombauhütte, aber auch der Synagogen-Gemeinde Köln.“ Für den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (EKV) wurde Bock in diese Arbeitsgruppe berufen. Wohl auch deshalb, so der Theologe, „weil sich die MAK seit langer Zeit mit den antijüdischen Artefakten im Kölner Dom auseinandersetzt und sie problematisiert.“ 2002 bereits habe die MAK mit der Tagung „Gewalt im Kopf. Tod im Topf“ eine Kunstaktion verbunden. „Bei dieser ging der Aktionskünstler Wolfram Kastner vor dem Portal des Doms mit einem Schild um den Hals umher, auf dem stand: ´Judensau!´“, erinnert Bock. „Mit der Empörung und öffentlichen Aufmerksamkeit für die damals noch wenig bekannten antijüdischen Kunstwerke im Dom nahm die Auseinandersetzung ihren Anfang.“
Andrea Büttner mit ihrem Entwurf.
Das neue Bild soll oberhalb des Lochner-Altars „schweben“
Der Entwurf der in Berlin lebenden Künstlerin Andrea Büttner, Jahrgang 1972, sieht ein Wandgemälde an der Stirnwand der Marienkapelle des Domes vor. Es soll das Steinfundament des Thoraschreins aus der ehemaligen mittelalterlichen Synagoge Kölns in der Umgebung des heutigen Rathauses in originaler Größe und realistisch zeigen. Umgesetzt werden soll die Arbeit oberhalb des von Stefan Lochner um 1442 für die Ratskapelle geschaffenen und 1810 in den Dom überführten Altars der Stadtpatrone. „Die geplante Darstellung wirkt abstrakt und ist doch historisch und konkret“, informiert Büttner, die eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München innehat.
Ersetzung eines Thoraschreins durch einen christlichen Altar
„Nach der Ausweisung der jüdischen Bevölkerung Kölns 1424 wurde die Synagoge zur Ratskapelle umgewidmet und der Thoraschrein auf dem Fundament durch Lochners Altar ersetzt“, sagt Büttner. Ihr geplantes Kunstwerk verbinde im Dialog mit dem Altar die Geschichte des jüdischen Quartiers mit der des Domes. Das ermögliche auf unmittelbare Weise, die Ersetzung eines Thoraschreins durch einen christlichen Altar und die Präsenz jüdischen Lebens in Köln zu erzählen. „Es stellen sich Fragen über historische Schichtungen und Überschreibungen, Fragen über Alt und Neu, Oben und Unten. All diese Motive sind historisch, theologisch und politisch relevant.“
Idee für ein neues Kunstwerk für den Dom
Rolf Steinhäuser, Abraham Lehrer, Dr. Jürgen Wilhelm und Peter Füssenich (v.l.).
Aus der Arbeitsgruppe „Der Dom und die Juden“ heraus sei es in den vergangenen Jahren zu einzelnen Veranstaltungen und auch Ausstellungen gekommen, die die verschiedenen Artefakte kommentiert, kontextualisiert und natürlich auf das Deutlichste kritisiert hätten, so der MAK-Leiter. „Immer wieder stand die Frage im Raum: Was kann es über diese Kontextualisierung hinaus an Möglichkeiten geben, das gegenwärtige Verhältnis von Juden und Christen in den Dom einzutragen? Am Rande einer Veranstaltung 2019 entstand dann die Idee, nach einem NEUEN Kunstwerk für den Dom Ausschau zu halten.“ Bock wurde – wiederum als Vertreter der evangelischen Kirche – in eine Projektgruppe berufen, die im Auftrag des Domkapitels diesen Gedanken eruierte.
Initiative für den Wettbewerb
Bock spricht von einer „historischen Sitzung im Sommer 2023“. Zu dieser hätten Abraham Lehrer und Bettina Levy, Vorstandsmitglieder der Synagogen-Gemeinde Köln und die jüdischen Vertretenden in der Projektgruppe, das Domkapitel in die Räume der Synagoge in der Roonstraße eingeladen. Bei dieser Begegnung, so Bock, „wurden die Weichen für die Initiierung des Internationalen Kunstwettbewerbes gestellt“. Und in diesem Rahmen habe man eine Jury benötigt, in der auch die theologische Kompetenz für den jüdisch-christlichen Dialog eine Rolle gespielt habe. In dieser Jury durfte Bock stellvertretendes Mitglied sein: „Ich konnte an allen Sitzungen auch mit vollem Rederecht teilnehmen. Ein aufregendes, für mein theologisches Leben einmaliges Projekt, für das ich sehr dankbar bin.“
Dompropst Assmann: „Ein ganz wichtiger Tag heute“
Zuletzt wurde die Entscheidung der Jury der Öffentlichkeit vorgestellt. Dompropst Msgr. Guido Assmann äußerte sich im Namen des Domkapitels, „dass wir alle wirklich froh sind, dass die Kölnische Gesellschaft mit dabei ist und von Anfang an gesagt hat, wir müssen etwas tun, und können wir nicht etwas gemeinsam tun?“ In seinen Dank schloss er auch die Synagogen-Gemeinde Köln ein, „die sich mit uns zusammen- und auseinandergesetzt hat“. Ebenso die christlich-jüdische Projektgruppe, die das Ganze mit vorangetrieben habe, sowie die Wettbewerbsteilnehmenden. Die Vorstellung des Siegerentwurfs bedeute nicht einen Abschluss. „Das Thema, das Verhältnis Juden-Christen/Christen-Juden, ist ein Dauerauftrag an uns, das immer wieder anzugehen. Ich bin froh, dass wir das mit einem Akzent heute deutlich machen können“, sagte Assmann. Das Domkapitel folge der Empfehlung der Jury und werde aufgrund eines einstimmigen Beschlusses dieses Kunstwerk gerne umsetzen lassen. Derzeit würden die denkmaltechnischen Möglichkeiten untersucht und der Zeit- und Kostenrahmen entwickelt.
Das Kunstwerk „,Ohne Titel‘ ist ein visueller Einschlag“
„Die Teilnehmenden des Wettbewerbs haben ganz unterschiedliche und sehr eindrückliche Konzepte für das neue Kunstwerk im Kölner Dom vorgelegt“, attestierte ihnen die Jury-Vorsitzende Prof. Andrea Wandel ein großes Engagement und eine sorgfältige und tiefgehende Auseinandersetzung mit dieser besonderen Thematik. „Das Kunstwerk ´Ohne Titel´ von Andrea Büttner ist ein visueller Einschlag“, zitierte die Architektin aus der Begründung des Preisgerichts. „Es fordert die Betrachtenden nicht nur visuell heraus, sondern auch intellektuell. Die Darstellung des schwebenden Steines bringt eine zum Nachdenken anregende Ambilavenz ins Bild. Andrea Büttners Kunstwerk stellt sich auf präzise Weise der Kontextualität des Ortes.“ Das Werk lege einerseits eine in der Stadtgeschichte ablesbare Missachtung der jüdischen Bevölkerung offen. Andererseits befördere es die Auseinandersetzung mit dem Dom als Bedeutung und Sinn stiftenden überzeitlichen Sakralraum. „Die Arbeit zeigt exemplarisch eine Möglichkeit auf, dem antijüdischen und antisemitischen Bilderbe in Kirchen zu begegnen und den christlichen-jüdischen Dialog im Wissen um die Verfehlungen in der Vergangenheit auf Augenhöhe zu führen.“
Erfüllt den Anspruch, Kunst zu sein und nicht eine Illustration
„Ich war sprachlos, als ich den Entwurf zum ersten Mal gesehen habe“, erinnerte Dr. Stefan Kraus. Der Leiter des Erzbischöflichen Kunstmuseums Kolumba hatte den Eindruck, „da kommt etwas auf uns zu, was tatsächlich den Anspruch erfüllt, Kunst zu sein und nicht eine Illustration oder eine Bebilderung von Vorgedachtem“. Gleichzeitig sei er intuitiv begeistert gewesen, „dass sich das erfüllt, was man im besten Falle hoffen kann: Dass wir ganz komplizierte Sachverhalte versuchen zu vermitteln, darzustellen, uns aber wünschen, dass etwas dabei rauskommt, dass mit der größten Einfachheit, mit der größten Präzision alles das mitnimmt, ohne unsere vorgedachten Erwartungen zu erfüllen, sondern mit dem Anspruch, den ich an Kunst prinzipiell hege, nämlich präzise Ambivalenz zu schaffen.“ Kraus sieht Büttner als eine Künstlerin, die sich souverän für jede Aufgabe das ideale Medium suche. Für eine ganz große Qualität des Werkes hält es Kraus, „dass es darauf angelegt ist, uns auch sprachlos zu machen und zu zeigen, dass die Kunst jenseits der Sprache Sinn stiften kann“.
Geschwisterlich begegnen
Büttner habe sich den wahrscheinlich bekanntesten Ort im Dom ausgesucht, meinte Weihbischof Rolf Steinhäuser. Die Marienkapelle erreiche durch die werktäglich aus ihr via TV im deutschen Sprachraum übertragene 8-Uhr-Messe eine Wahrnehmung wie kein anderer Ort im Dom, so der Domkapitular und Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln. „Hochspannend“ nannte er Büttners entschiedenen Wunsch nach diesem Platz. Büttners Kunstwerk wolle mitten in diesem lebendigen liturgischen Alltag die Verdeckung und Überformung jüdischer Spiritualität durch christliche Spiritualität aufgreifen. „Der Thoraschrein und das Altarbild ruhen auf dem gleichen Fundament, historisch gesehen, aber jetzt auch ganz praktisch“, stellte Steinhäuser fest. Das sei der Glaube an den einen Gott, der Israel erwählt habe. Der von ihm mit diesem Volk geschlossene Bund sei nie gekündigt worden. Zwar bestehe bis heute eine bleibende Differenz zwischen jüdischer und christlicher Glaubenslehre. Aber es sei wichtig, dass wir uns geschwisterlich begegneten und Anknüpfungspunkte hätten.
„Das ist das, was wir uns gewünscht haben“
„Der Blick zurück in das christlich-jüdische Verhältnis, die Beschreibung der Gegenwart und der Blick in die Zukunft. Das ist das, was wir uns gewünscht haben“, freute sich Abraham Lehrer über den Entwurf. Das Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln sieht in „Ohne Titel“ ein Kunstobjekt, das möglichst alle drei Fragen und Bereiche auf einmal beantwortet. „Das Wandbild macht einen neuralgischen Punkt im jüdisch-christlichen Verhältnis sichtbar, zeigt eine offene Wunde in diesen Beziehungen und lässt den Altar der Stadtpatrone auch als Zeugnis beschämender christlicher Machtinteressen erkennen. Der Eingriff der Künstlerin spiegelt das jüdisch-christliche Verhältnis auf subtile Weise: Er reflektiert die Stadtgeschichte hinsichtlich des belasteten Verhältnisses und zeigt beispielhaft eine tiefe Verletzung.“ Der analytische Blick auf die ortsspezifische Geschichte weite sich in die aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen, so Lehrer. Er dankte der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, dass sie diesen gesamten Prozess vor vielen Jahren bereits in Bewegung gesetzt habe. Und er dankte dem Domkapitel, dass es diesen Prozess überhaupt und den Künstlern eine große Freiheit ermöglicht habe.
„Judentum und Christentum auf Augenhöhe im Kölner Dom“
„Wir sind außerordentlich zufrieden“, bewertete Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, den Entwurf. Das Werk „ist wirklich eine Sensation. Judentum und Christentum auf Augenhöhe im Kölner Dom. Dank und Anerkennung für diesen wirklich mutigen Schritt nach Jahrhunderten der Diffamierung und Ausgrenzung.“ Geradezu genial nannte er Büttners Einfall, „sozusagen das Lesepult der alten jüdischen Synagoge zusammen zu schließen mit dem Altar der Stadtpatrone, der eben jahrhundertelang“ in dieser zu einem christlichen Gotteshaus umgewandelten Synagoge gestanden habe. „Weil wir nach vorne gehen wollen, muss ich sagen, bin ich sehr, sehr zufrieden damit“, stellte er nochmals die hervorragende Zusammenarbeit heraus. Mit Büttners Kunstwerk werde ein Bogen zum jüdischen Köln und dem in der Entstehung begriffenen Jüdischen Museum im Archäologischen Quartier Köln, kurz MiQua, hergestellt. Ihr Werk sei sinnstiftend und werde für große Aufmerksamkeit sorgen, so Wilhelm.
Den Altar nicht mehr ohne dieses Bild sehen und denken können
„Der Dom ist unbestreitbar ein Gesamtkunstwerk, in dem sich künstlerische Aussagen von Menschen, Gesellschaften der jeweiligen Zeit versammeln“, stellte Dombaumeister Peter Füssenich fest. Es sei gut, dass der Dom ein weiteres modernes Kunstwerk erhalte, das Büttner als Teil unserer Generation hinzufüge. „Der Altar der Stadtpatrone ist in sich schon ein ganz ikonisches Werk.“ Mit ihrem Werk gewinne dieser ikonische Altar eine weitere ikonische Bildhaftigkeit. „Man wird den Altar nicht mehr ohne dieses Bild sehen und auch nicht mehr denken können.“ Es verweise in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft – auf unsere gemeinsamen Fundamente, und all das, was mit den Fragen verbunden sei, die das Kunstwerk an uns stelle. Bei der Prüfung der Denkmalverträglichkeit sei keiner der zuletzt vier Entwürfe beanstandet worden. Ganz im Gegenteil greife Büttners Arbeit „auf die Raumwirkung innerhalb der Marienkapelle und die Atmosphäre ein, und verändert sie zu einem ganz positiven neuen Gesamtbild“. Malerei auf Stein sei im Dom ganz klassisch vorhanden. So füge sich das Werk auch in der Technik ganz wunderbar in das Gotteshaus ein.
Bevor das Werk hoffentlich 2026 realisiert werden könne, müssten noch Vorkehrungen getroffen werden. Darunter die konservatorische Sicherung einer Wandmalerei aus dem Jahr 1260 hinter dem Altar. Füssenich sprach ein großes Lob und größten Dank an Rolf Lauer und Bernd Wacker aus. Beide hätten mit dem umfangreichen Symposium 2006 den „Stein ins Rollen gebracht“. Damals seien zum ersten Mal die gesamten antijüdischen Darstellungen und Artefakte im Dom aufgearbeitet worden.
Ein sehr wichtiges Projekt
Für Bock ist der Wettbewerb „ein sehr wichtiges Projekt gewesen, nicht zuletzt wegen der Einbindung der jüdischen und der politischen Akteure aus der christlich-jüdischen Gesellschaft in Köln“. Das Domkapitel habe beispielhaft gezeigt, „dass eine Kathedrale mit der judenfeindlichen Haltung christlicher Theologie ohne Scheuklappen umgehen kann. Und dass sie den ökumenischen Impuls der Theologie und Kirchen aufnehmen kann, um zu einem wirklich NEUEN Verhältnis von Judentum und Christentum zu kommen, das auf Augenhöhe und gegenseitigem Lernen beruht“, sagte Bock im Interview. „Es war und ist beispielhaft, dass durch Kunst christliche Bauwerke einen Diskurs mit ihrer eigenen Vergangenheit führen können, die es kritischen Menschen erlaubt, diese oft belastende Vergangenheit nicht nur als ´Kriminalgeschichte´ anzusehen, die erst von außen skandalisiert wird.“
Christliches Fundament durch die Thora Israels vorgegeben
Der Sieger-Entwurf ist laut Bock sehr deutlich und klar in seiner Überordnung des Steinfundamentes des Thoraschreines über den christlichen Altar der Stadtpatrone. „Dies ist eine historische und eine theologische Aussage: historisch, weil damit die Unsichtbarmachung jüdischen Lebens im Mittelalter als solche aufgedeckt und überformt wird; theologisch, weil klar gesagt wird, dass christlich-spirituelle Aussagen, als Gebete, Schriftlesungen, Lieder und Predigten, wie sie täglich am Altar der Stadtpatrone ausgesprochen werden, eines Fundamentes bedürfen, das wir als Christen nicht selbst haben, sondern dass uns durch die Thora Israels vorgegeben ist.“ Dies sei ein „Wahrheitsraum“, den das Christentum immer wieder sträflich unterlaufen habe, indem es sich selbst – wie mit der Ratskapelle – an die Stelle des Gottesvolkes Israel gesetzt habe.
Das Werk „Ohne Titel“ ist in keiner Weise harmlos
Andrea Büttners Kunstwerk habe keinen „Titel“, so Bock, sie lasse diese und andere Deutungen in ihr Bild einfließen, sei dafür eine Leerstelle. „Ohne Titel“ sei dabei in keiner Weise harmlos – das Werk habe diese besagte konstruktive Facette, aber sie könnte als eine Drohung gelesen werden: „Dieser Fundamentstein ist ‚wieder aufgetaucht‘. Wehe dem, der ihn erneut zu vergraben sucht. Dem oder der ‚fällt er auf den Kopf‘. Mit ihm ist also zu rechnen. Andere können den ‚schwebenden Stein‘ aber auch als Angebot zu einer weniger festgezurrten Verhältnisbestimmung zwischen Kirche und Judentum lesen, also eher als ein gemeinsames Herausgefordertsein und Geeint-Werden durch die großen Polarisierungen unserer Zeit“, stellte Bock fest.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/DSC_5437.-2-Andrea-Buettner.Guido-Assmann.Rolf-Steinhaeuser-und-Peter-Fuessenich-vor-dem-Siegerentwurf.-c-E.-Broich-scaled-e1747127300609.jpg14422560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-12 22:00:002025-05-23 07:00:08Kunstwerk im Dom zum christlich-jüdischen Verhältnis – MAK-Leiter Martin Bock: „Sehr wichtiges Projekt“
Der 4. Mai ist für Fans der Star Wars-Saga ein ganz besonderes Datum. Denn im Englischen klingt das Datum „May, the Fourth“ wie „May the Force be with you“ – also wie der Gruß, den die Jedi-Ritter sich gegenseitig zusprechen. Übersetzt lautet der Satz „Möge die Macht mit dir sein“.
Wookies, Jedi und sogar ein Sithlord
In diesem Jahr fiel der 4. Mai auf einen Sonntag. Ein superpassender Anlass, fand Pfarrer Samuel Dörr, zum Cosplay-Weltraum-Gottesdienst nach Bensberg einzuladen. Wookies, Jedi und sogar ein Sithlord mussten sich bei ihrem Eintritt in die evangelische Kirche entscheiden, ob sie der dunklen Seite der Macht den Vorzug gaben oder doch lieber Helden auf der hellen Seite sein wollten. Auf der dunklen Seite lockten verführerisch kleine Kekspackungen auf den Stühlen, manch einer entschied sich also doch für die Knabberei und wechselte erst nach dem Segen wieder ins Licht.
Ein mit dem Kopf wackelnder Mandalorian hielt einen winzigen Grogu im Arm. Auch Miniatur-Stormtrooper schauten grimmig, vor dem Altar platziert, in die Runde. Der große, an der Kirchendecke befestigte, Millennium Falke zog ebenfalls die Blicke auf sich. Kindergartenleiterin Silke Geißler hatte Han Solos Raumschiff nachgebaut, nachdem Pfarrer Samuel Dörr sie zunächst mit dem Satz „Ich brauche einen Todesstern“ ins Schwitzen gebracht hatte. Pfarrer Dörr lacht, als er sich daran erinnert, sie im letzten Spätsommer mit dieser eher ungewöhnlichen Bitte angesprochen zu haben: „Als sie hörte, dass sie ein halbes Jahr Vorlauf hat, war sie schnell deutlich entspannter und bat darum, lieber das Raumschiff zu bauen. Und das ist ja nun auch richtig toll geworden.“
„Gottesdienst in einer weit entfernten Galaxie“
Die Presbyterin war als Wookie verkleidet, schlüpfte mit viel Spaß in ihre Rolle und lud bei ihrer Begrüßung zu „einem Gottesdienst in einer weit entfernten Galaxie und doch mitten im Leben“ ein. Sie erklärte zu Beginn einer außergewöhnlichen Stunde voller Licht und Hoffnung: „Ich freue mich, dass wir Kirche heute mal ein bisschen anders interpretieren und vielleicht so neue Zielgruppen erreichen.“
Richtig beeindruckend wurde es, als Organist Johannes Lange zu Beginn und zum Ende des Gottesdienstes die Titelmelodie der Filme erklingen ließ. Der Fan der orchestralen Kompositionen von Musiker John Williams hatte sich extra die Star Wars-Orgelpartitur besorgt und vorab fleißig geübt. Lachend berichtete er, das habe ihm viel Freude gemacht. Den Zuhörenden hatten die epischen Klänge offensichtlich auch gut gefallen, denn an Beifall und Lob wurde nicht gespart. „Es hat mich sehr beeindruckt, dass Johannes sich extra für diesen Gottesdienst diese große Mühe gemacht hat“, freute sich auch der Pfarrer.
Eindrucksvoller Kampf zwischen den Stuhlreihen mit Lichtschwert
Pfarrer Samuel Dörr hatte sich selbst für diesen Vormittag in Obi Wan Kesamuel verwandelt und seine vier Kinder als Padawane, das sind Schüler eines Jedi-Meisters, mitgebracht. Er kämpfte zwischen den Stuhlreihen eindrucksvoll mit seinem Lichtschwert gegen den bösen Sith Lord Samuel Lube, den die Jüngeren in der Gemeinde eigentlich aus der Jugendarbeit kennen.
„Möge die Macht Gottes mit euch sein“
Dass das Gute letztlich gewinnt, das ist nicht nur bei Star Wars so. „Möge die Macht Gottes mit euch sein“, wünschte Samuel Dörr den Anwesenden in der Predigt und sprach von der Ambivalenz jedes Menschen. Denn in uns allen gibt es Licht und Dunkelheit, Verletzungen und Vergebung: „Das Gute zu wählen, das ist der mutige Weg. Schon ,Jedi-Meister‘ Paulus hat davon gesprochen, das Böse mit Gutem zu überwinden.“ Konkret bedeute das, immer wieder dafür zu kämpfen, sich nicht selbst zu verlieren, sich nicht von den Einflüsterungen der Dunkelheit vereinnahmen zu lassen. Denn schon Jedi-Meister Yoda wusste: „Furcht wird zu Wut, Wut führt zu Hass und Hass zu unermesslichem Leid.“ Das Gute zu wählen, bedeutet, sich in seiner Einzigartigkeit anzunehmen, die Hoffnung zu bewahren und sich von Gott halten und umarmen zu lassen. „Wir sollten zu Rebellen der Liebe werden“, nahm Pfarrer Dörr letztlich wieder Bezug auf den Kampf von Gut gegen Böse in Star Wars. Denn dort macht sich die Rebellen-Allianz gemeinschaftlich auf, um das repressive Imperium zu besiegen. „Im Miteinander können wir das Böse überwinden“, ist der Pfarrer überzeugt.
Dieses mutmachende Miteinander kann im Übrigen manchmal ganz unverhofft entstehen. So erzählt Samuel Dörr von einer Begegnung nach dem Gottesdienst. Eine ältere Dame sprach ihn an und berichtete, sie habe eigentlich keine Lust auf einen Gottesdienst mit Verkleidung, „Hokuspokus“ und Motto gehabt, dann aber doch teilgenommen und sei positiv überrascht worden. „Sie hat mir gesagt, dass sie die Atmosphäre sehr besonders fand und gerne wiederkommt, wenn es wieder einen solchen Gottesdienst gibt.“
Gottesdienst mit Harry Potter?
Der nächste Gottesdienst dieser Art ist schon angedacht. Er könnte sich im kommenden Frühjahr wohlmöglich um Zauberschüler Harry Potter drehen, wie Samuel Dörr jetzt schon verrät.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/20250504_StarWars-6-scaled-e1747141661366.jpg14422560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-11 22:00:002025-05-22 14:00:08Cosplay-Weltraum-Gottesdienst in Bensberg: Jedi, Wookies, Lichtschwert – und die Macht Gottes
Bei unserer Archivale im Mai geht es ums Evangelische Krankenhaus Weyertal: Seit der Gleichstellung der Protestanten und Katholiken in Köln im 19. Jahrhundert waren die evangelischen Gemeinden in der Stadt rasch angewachsen. Bald wurde die Antoniterkirche zu klein, um alle Mitglieder zu fassen. Daher strebten die Gemeinden neue Kirchbauten an. Doch nicht nur die geistliche Versorgung sollte sichergestellt sein. Auch im Bereich der Pflege in Krankenhäusern wollte man aktiv sein.
1852 entstand erstmals der Gedanke ein eigenes Krankenhaus zu bauen. Bisher waren in den Bürgerspitälern nur katholische Ordensfrauen tätig. Aus evangelischer Sicht war gegen ihre pflegerische Arbeit nichts einzuwenden, jedoch hatte man den Eindruck, dass manche Ordensschwester sich nicht nur auf die Pflege beschränkte, sondern missionierte. Besonders weibliche Patienten seien von diesem Vorgehen betroffen. Um diesem Treiben entgegen zu wirken, sollte ein Krankenhaus mit evangelischen Pflegepersonal entstehen.
Elf Jahre lang wurde in den verschiedenen Gemeinden um Spenden für den Bau des Krankenhauses geworben. Ferner wurde ein geeigneter Bauplatz gesucht. Doch auf Grund des raschen Anstiegs der Gemeindeglieder und dringend benötigend Kirchen, trat das Gesuch vorerst in den Hintergrund. Erst als die Bauprojekte Trinitatiskirche (1860) und Christuskirche (1894) abgeschlossen waren, wurde ein neuer Versuch unternommen.
Zu besseren Steuerung des Vorhabens gründete sich ein Förderverein, der sowohl Gelder akquirierte als auch den Architektenwettbewerb betrieb. Den Wettbewerb gewann ein Architekt aus Leipzig, Alfred Ludwig. Sein Plan sah ein Gebäude im deutschen Renaissance Stil vor.
Zurück ins Jahr 1902.
Am 01.12.1900 konnte der Grundstein des ersten evangelischen Krankenhauses zusammen mit dem Waisenhaus der Karl- Immanuel- Küpper-Stiftung am Weyertal gelegt werden. Nach Fertigstellung und Einweihung am 21.10.1902 übernahmen zunächst Kaiserswerther Schwestern die Betreuung der Kranken. Die Zusammenarbeit mit den Schwestern gestaltete sich nach einigen Jahren als schwierig, so dass die Schwestern von ihrem Mutterhaus abgezogen und anderen Tätigkeitsfeldern zu geführt wurden. Um keine lange Vakanz entstehen zu lassen und im schlechtesten Fall die Arbeit des Krankenhauses zum Erliegen zu bringen, konnte mit Unterstützung der Kaiserin, die als Schirmherrin des Krankenhauses fungierte, schnell Ersatz besorgt werden. Die Kaiserin unterhielt Kontakte zu Sophie von Wurstemberger. Diese hatte eine Diakonissen-Schule gegründet. Die Schwestern aus Bern versorgten ab 1908 die Bedürftigen in Köln. Bis zum Kriegsausbruch wurden 55% Evangelische, 40% Katholische und ca.5% Andersgläubige im Krankenhaus versorgt.[1]
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914) übernahm das Krankenhaus immer mehr die Versorgung und medizinische Betreuung von verwundeten Soldaten. Unter der englischen Militärregierung (1918) musste das gesamte Krankenhauspersonal samt Patienten in einen kleineren Ersatzbau an der Zülpricherstr. umziehen. Das Krankenhaus diente nun dem britischen Militär als Versorgung ihrer Soldaten.
Der Neubau 1967.
Sieben Jahre später konnten Schwestern und Ärzte wieder zurück. Das Gebäude befand sich in einem schlechten Zustand. Medizinisches Gerät fehlte, die Räume waren heruntergekommen. Erst Ende des Jahres 1926 konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden. Während des nationalsozialistischen Regimes führten Ärzte aufgrund des 1933 erlassenen Gesetzes „zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisationen durch.
1945 begann der Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Krankenhauses. Bald kam auch die Idee eines kompletten Neubaus auf, der 1967 eröffnet wurde.
[1] Fünfzig Jahre Evangelisches Krankenhaus Koeln 1902-1952, S.16.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/Archivale-Mai-2025-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-09 22:00:002025-05-21 10:00:09Unsere Archivale im Mai: Evangelisches Krankenhaus Weyertal – Von der Idee zur Institution
Ob Musik, Spiritualität, Bewegung oder Begegnung – auch in dieser Woche haben unsere Wochentipps wieder einiges zu bieten: Von einer charmanten Muttertags-Show über mitreißende Gospelklänge bis hin zu einem ayurvedischen Verwöhntag, einem bunten Nachbarschaftsfest und einem feierlichen Abschiedsgottesdienst. Für alle, die Kirche lebendig erleben wollen – mitten in Köln und der Region:
08.05.2025, 19:00
Diakonie Michaelshoven
Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 5, 50999 Köln Mamma Mia – Die Muttertags-Show
Musical trifft Comedy
Aus Anlass des Muttertages lädt die Diakonie Michaelshoven am Donnerstag, 8. Mai, 19 Uhr, zu „Mamma Mia – Die Muttertags-Show“ mit Marion Wilmer und Irmgard Knüppel in die Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 5, ein. Eine zauberhafte Show mit charmanter Frauenpower und musikalischen Highlights, die länger in den Herzen zu bleiben verspricht als die obligatorischen Blumen oder Pralinen, die zu Muttertag verschenkt werden. Der Eintritt ist frei. www.diakonie-michaelshoven.de
09.05.2025, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Porz
Pauluskirche Zündorf, Houdainer Straße 32, 51143 Porz Zündorfer Gospelnacht
Mitreißende Lieder zum Zuhören und Mitsingen
Die Porzer Rheinkirchen laden zur 47. Zündorfer Gospelnacht am Freitag, 9. Mai, 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), in die Pauluskirche, Houdainer Straße 32, ein. Unter der Leitung von Michael Hesseler präsentiert der Gospelchor Spirit of Change & Band mitreißende Gospelmusik zum Zuhören und Mitsingen. Durch den Abend führen Pfarrer Dr. Rolf Theobold und Diakon Matthias Gill. Der Eintritt ist frei. www.kirche-porz.de
10.05.2025, 10:00
Ev. Familienbildungsstätte Köln
Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9-11, 50678 Köln Verwöhntag: „Healing the inner you“
Indisch ayurvedische Küche mit Yoga und Achtsamkeit
„Healing the inner you“ ist der Titel einer ganztägigen ayurvedischen Auszeit, die am Samstag, 10. Mai, in der Zeit von 10 Uhr bis 16.45 Uhr, im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9-11, angeboten wird. Fachkundig und liebevoll begleitet von der Kursleiterin Priya Dey können die Teilnehmenden an diesem Tag in eine transformative Reise, die die uralten Prinzipien der ayurvedischen Küche mit den beruhigenden Praktiken von Yoga und Achtsamkeit verbindet, eintauchen. Zur Verfügung stehen eine Küche, ein lichtdurchfluteter Yogaraum mit Matten. Die Rezepte entstammen alle der original indischen, ayurvedischen Gesundheitsküche. Mitzubringen sind bequeme Kleidung, warme Socken, eine Decke, eine Schürze und geeignete Behältnisse für Reste. Die Teilnahme kostet 70 Euro. Eine Anmeldung unter www.fbs-koeln.org ist erforderlich. www.fbs-koeln.org
10.05.2025, 15:00
Evangelische Begegnungsgemeinde Köln
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, 50737 Köln Nachbarschaftsfest rund um die Erlöserkirche
Spiel und Spaß für Alt und Jung
Zu einem Nachbarschaftsfest rund um die Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, am Samstag, 10. Mai, 14–18 Uhr, lädt die Evangelische Begegnungsgemeinde Köln ein. Los geht es mit einem Nachbarschaftsgottesdienst in der Kirche mit Sonnenenergie und Bücherwurm Lenni. Weiter geht es mit der Eröffnung um 15 Uhr mit Posaunen-Musik und Nachbarschaftsbrot. Zum Programm gehören Spiel und Spaß für Kinder, ein Kinder-Flohmarkt, ein Informationsstand zur Solarenergie, sowie eine Aufführung des Akustik-Duos „Natur“. Für das leibliche Wohl sorgen eine Grillstation und ein Kuchenbuffet. Um 16 Uhr beginnt die Präsentation des neuen Bücherschranks mit Lesung. Das Fest klingt ab 17.30 Uhr mit einem Lagerfeuer-Singen aus. www.begegnungsgemeinde.de
10.05.2025, 16:00
Evangelische Kirchengemeinde Lechenich
Kirche der Versöhnung Lechenich, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt Verabschiedungsgottesdienst Pfarrerin Sabine Pankoke
In einem festlichen Gottesdienst am Samstag, 10. Mai, 16 Uhr, wird Pfarrerin Sabine Pankoke aus ihrem Dienst als Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Lechenich verabschiedet. Die Entpflichtung findet in der Kirche der Versöhnung Lechenich, An der Vogelrute 8, statt und erfolgt durch Pfarrer Michael Miehe, Synodalassessor des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd. www.kirche-lechenich.de
„Mit den Füßen beten“: Zu einem Pilgertag für Männer am Samstag, 24. Mai, lädt die Männerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland nach Rösrath ein. Nach der Begrüßung und einer Andacht in der Katholische Kirche Hl. Familie, Nonnenweg 101, die um 9.30 Uhr, beginnt, führt der Weg von Rösrath durch den Königsforst in der Wahner Heide. Die Pilgerweg ist etwa 18 Kilometer lang und wird mit verschiedenen Elementen wie Andachten, meditativen Impulsen, Zeiten des Redens und des Schweigens gestaltet. Der Tag schließt mit einem gemütlichen Beisammensein und Grillen an der Kreuzkirche Kleineichen.
Für die Verpflegung über Tag sorgen die Teilnehmer selbst. Die Teilnahme kostet 5 Euro. Darin enthalten ist der Pausenkaffee sowie Grillgut und Getränke. Eine Anmeldung ist ab sofort per E-Mail an Andreas.Gorn@t-online.de oder unter Telefon 0176/31799455 möglich. Organisiert und ausgerichtet wird die Wanderung vom Evangelischen Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch.
Herr Gorn, der Pilgertag steht unter dem Motto „Mit den Füßen beten“. Was bedeutet dieser Ausdruck für Sie ganz persönlich – und was dürfen die Teilnehmenden darunter verstehen?
Andreas Gorn: „Mit den Füßen beten“ beschreibt den Kernpunkt unseres eintägigen Pilgerweges. Es handelt sich zwar um eine Wanderung, aber diese Wanderung geschieht in der Form eines Gebetes. Für mich bedeutet das einen Tag für mich selbst, eingerahmt von der Pilger-Gemeinschaft des Tages. Wir achten auf das, was uns an diesem Tag widerfährt. Nehmen unseren Körper und unsere Gedanken wahr. Wir lassen sie zu und schieben sie nicht beiseite, weil sie ein Teil von uns sind. Welche Themen kommen hoch? Welche Fragen entstehen auf dem Weg? Wenn ich unruhig werde, was ist der Anlass? Für die Fragen und Gedanken gibt der Pilgertag Raum.
Die Strecke führt durch den Königsforst und die Wahner Heide – warum wurde gerade diese Route gewählt, und welche Rolle spielt die Natur für den geistlichen Impuls des Tages?
Andreas Gorn: Rösrath Kleineichen als Ausgangs- und Zielpunkt unseres Pilgertages wird von Königsforst und der Wahner Heide umschlossen. Das bietet die Möglichkeit der Bebauung, dem verkehr und dem Trubel des Alltages schnell zu entfliehen und in die Natur zu gelangen. Abgeschieden und umgeben von Ruhe und der wunderschönen Natur können sich die Teilnehmer ungestört auf das Pilgern und sich selbst einlassen.
Was unterscheidet das Pilgern unter Männern von anderen spirituellen Angeboten – was macht diesen Tag besonders?
Andreas Gorn: Es ist ein Tag Zeit, um innezuhalten. Der Alltag ist in der Regel durch starre Abläufe, klare Vorgaben, oft auch durch Unvorhergesehenes, auf das umgehend zu reagieren ist, bestimmt. Der Tag ist für alle Teilnehmer ganz persönlich. Wir laufen achtsam, hören in uns hinein. Wir machen das Laufen, das Unterwegs sein, zum Gegenstand der Gedanken des Tages. Sich selbst und die eigenen Themen wahrnehmen, nach Antworten auf offene Fragen zu suchen. Aufgeschlossen für Gottes Reden werden, die Stille wirken lassen. Wer unterwegs ist, macht neue Erfahrungen, setzt sich dem aus, was ihm widerfährt.
Es heißt, jede Station sei mit Andachten, Zeiten des Schweigens und meditativen Impulsen gestaltet. Können Sie uns einen kleinen Einblick geben, wie das konkret aussieht?
Andreas Gorn: Der Tag wird in weiten Teilen vom Wandern bzw. Pilgern bestimmt. Aber jede Aktion braucht auch Pause. Das Atemholen. Wir können nicht pausenlos ausatmen. Wir können nicht ohne Ende geben. Vor diesem Hintergrund wird es drei kleine Andachten geben (morgens am Start, bei der Mittagsrast und zum Ausklang), zwei Körperübungen zur Entspannung und Lockerung sowie eine längere Etappe, die wir auf dem Weg schweigend verbringen. Das gibt die Möglichkeit, Ruhe zu finden, sich zu erholen und notwendige Unterbrechungen des geschäftigen Lebens zu schaffen.
Der Tag endet mit einem gemeinsamen Grillen – wie wichtig ist Ihnen dieser abschließende Austausch und das Miteinander außerhalb des reinen Pilgerwegs?
Andreas Gorn: Das Pilgern ist die Suche nach Gott. Und wer Gott sucht, wird unweigerlich über das eigene Ich stolpern. Daher bringt der Pilgertag für die Teilnehmer viele neuen Erkenntnissen und teils auch Grenzerfahrungen. Es tut gut, die Gefühle und Erfahrungen zu teilen. Das ist schon unterwegs möglich. Das gemeinsame Miteinander am Ziel der Wanderung gibt aber allen nochmal die Möglichkeit, sich rückblickend auszutauschen und dem Tag bei einem Snack vom Grill und einem kühlen Getränk für sich positiv abzuschließen.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/DSCI0014-scaled-e1746520776974.jpg14422560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-05 22:00:002025-05-18 23:00:06„Mit den Füßen beten“ – Männer auf dem Pilgerweg am 24. Mai
Ein Stückchen Köln in Hannover: Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 in Hannover war auch die evangelische Kirche aus Köln und Region wieder gut vertreten. Einen großen Anteil hatte auf dem Kölner Treff in der Messe die Evangelische Jugend Köln und Region mit einem vielfältigen Programm.
Im Mittelpunkt stand hier die Beteiligung von Jugendlichen, die nicht nur bei der Essensausgabe im großen Café mitarbeiteten – dort wurden täglich über 500 warme Mahlzeiten wie Kirchererbsencurry oder Nudeln mit Tomatensauce serviert –, sondern auch eigene kreative Aktionen umsetzten. Besonders gut kamen die Waffeln am Spieß an, die vor Ort frisch gebacken wurden.
„Wenn man an dem Messegelände angelangt ist, ist das Wetter toll, die Menschen haben Lust, und auch die Jugendlichen, die bei uns dabei sind, sind alle engagiert dabei“, erzählte Daniel Drewes, Geschäftsführer des Evangelischen Jugendreferates Köln und Region, am Kölner Treff. „Wir haben im Prinzip zwei große Projekte. Das eine sind die Mitmach-Aktionen beim Kölner Treff, das sind verschiedene kleinere und größere Aktionen, die sich mit dem Kirchentagsmotto auseinandersetzen. Dann haben wir noch das große Café, wo es jeden Tag über 500 warme Mahlzeiten gibt, und womit wir den Kirchentagsbesuchenden etwas Leckeres bereiten wollen.“
Still tanzen, mutig durchlaufen
Ein Highlight für viele war die Silent Disco, bei der Jugendliche unter anderem zu kölscher Musik tanzten – mit Kopfhörern auf den Ohren und einem Lächeln im Gesicht. Andere stellten sich der Herausforderung eines Mut-Labyrinths, bei dem man sich mit verbundenen Augen führen ließ. Prominenter Teilnehmer war hier Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Aktionen boten Gelegenheiten zum Nachdenken, Ausprobieren und gemeinsamen Erleben. Rund um das Gelände nutzten viele junge Besuchenden die Gelegenheit zu Bewegung: Es wurde Tischtennis gespielt, Handball ausprobiert oder gekickt. Viele sonnten sich in Liegestühlen oder ruhten sich einfach auf der Wiese aus.
Internationale Gäste, weltweite Themen
Auch in der Hannoverschen Innenstadt war der Kirchentag deutlich spürbar: Menschen strömten zu Konzerten, Andachten und Begegnungsorten. Viele waren dabei leicht zu erkennen – der rote Schal mit dem Kirchentagsmotto „mutig – stark – beherzt“ war allgegenwärtig. In den Messehallen fanden während des Kirchentags zahlreiche Diskussionsforen zu Themen wie Klimagerechtigkeit, globale Verantwortung und die Rolle von Religion in Friedensprozessen statt, viele davon mit internationaler Beteiligung.
Eingeladen waren unter anderem: Mariann Edgar Budde, Bischöfin aus Washington D.C., die über die Rolle von Kirche in gesellschaftlichen Transformationsprozessen sprach, Vertretende der Evangelisch-Lutherischen Kirche aus Namibia, die zur Kolonialvergangenheit Deutschlands Stellung nahmen, Gäste aus der Ukraine und Belarus, die über Kirche in Zeiten von Krieg und Diktatur berichteten und eine Delegation aus Südafrika, die Impulse zur Versöhnungsarbeit und zum Umgang mit Ungleichheit beisteuerte.
Klimawandel sichtbar gemacht
Ein stiller, aber eindrucksvoller Moment ergab sich an einer Station, die den Klimawandel visuell auf den Boden brachte: Auf großflächigen Papierbahnen waren die Temperaturanstiege in verschiedenen Szenarien aufgezeichnet – von +1,5 bis +4 Grad. Viele Besuchende blieben stehen, lasen die Fakten, verglichen die Auswirkungen und diskutierten, was das für ihr eigenes Leben bedeutet. Ohne viele Worte wurde hier deutlich: Die globale Erwärmung ist nicht abstrakt, sondern konkret – und betrifft alle.
Der Klimawandel war denn auch ein wichtiges Thema beim Kirchentag 2025.Es fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die sich mit Umwelt- und Klimafragen beschäftigten.Im Forum „Überlebensfragen junger Menschen“ diskutierten Jugendliche mit Expertinnen und Experten über die Herausforderungen des Klimawandels und mögliche Lösungsansätze.Weitere Veranstaltungen beleuchteten Themen wie Energiewirtschaft, Mobilitätswende, Klimaflucht und die Zukunft unserer Ernährung.Diese Foren boten Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Auch prominente Persönlichkeiten wie Klima-Aktivistin Luisa Neubauer beteiligten sich an den Diskussionen und betonten die Dringlichkeit, mit der die Klimakrise angegangen werden muss.
Vielfalt aus Köln und Region
Egal, ob auf dem Markt der Möglichkeiten oder auf Bühnen, in Kirchen oder Seminarräumen. Aus der Kölner Bucht haben viele Menschen den Kirchentag aktiv mitgestaltet. Beispielsweise auf dem Podium „Schuld ist nur der Feminismus – Rechte Narrative im digitalen Raum“ im Zentrum Geschlechterwelten und Regenbogen diskutierten Quinton Ceasar, Dr. Ruth Heß, der Kölner Pfarrer Tim Lahr und Dr. Antje Schrupp die Wirkung rechter Narrative und betonten die Notwendigkeit einer klaren, queersensiblen Haltung in digitalen Diskursen. Beim Podium „Mit Gott gegen die Demokratie – Was das Beispiel USA uns in Deutschland lehrt“ im Zentrum Demokratie und Zusammenhalt diskutierten Christian Wulff, Tobias Bilz, der Kölner Journalist Arnd Henze, Dr. Claudia Jetter und Dr. Karen Georgia Antoinette Thompson über die wachsende Bedrohung demokratischer Strukturen durch religiös aufgeladene rechte Bewegungen. Pfarrer Nico Buschmann aus Köln-Bickendorf gestaltete zusammen mit anderen Theologinnen und Theologen einen Gottesdienst, in dem sich auch polyamore Menschen segnen lassen konnten.
Bei der „Fuckup-Night – Wenn Glaubenssätze scheitern“ berichteten die Teilnehmenden offen von persönlichen Krisen, Brüchen im Glauben und der spirituellen Kraft, im Scheitern neue Perspektiven zu entdecken. Mit dabei waren Katharina Haubold, die sich bei Fresh X für kontextuelle Formen von Kirche engagiert und Pfarrer Tim Lahr von der Queeren Kirche. Moderiert wurde die „Fuckup-Night“ von der Kölner Theologin Aline Knapp. Doch auch auf dem Markt der Möglichkeiten waren Menschen aus Köln und Region vertreten. So präsentierte zum Beispiel Geschäftsführer Guido Stephan die Antoniter Siedlungsgesellschaft, der Kölner Fotograf Michael Müller-Münker stellte in einer Halle einen Teil seiner Kunstinstallation IMMER! – Maria Magdalena und 12 Apostel*innen besuchen das Abendland. Ein anderer Teil dieser Installation ist zurzeit in der Evangelischen Kirchengemeinde in Köln-Dünnwald zu sehen.
Nächster Kirchentag im Rheinland
Mehr als 100.000 Menschen besuchten den Kirchentag in Hannover. Mit 81.000 verkauften Tickets, 150.000 Menschen beim Abend der Begegnung, 30.000 Menschen bei Konzerten und Abendsegen in der Innenstadt sowie 67.000 Zuschauenden im Web verzeichnete der Kirchentag in allen Bereichen mehr Zuspruch als noch vor zwei Jahren. Der Deutsche Evangelische Kirchentag wurde 1949 als christliche Laienbewegung gegründet und besteht bis heute als unabhängiger Verein fort. Alle zwei Jahre bringt er als Dialog- und Kulturevent viele tausend Menschen in einer anderen deutschen Großstadt zusammen. In Hannover stand er unter der Losung „mutig – stark – beherzt“ (1 Kor 16,13-14). Der nächste Kirchentag findet vom 5. bis 9. Mai 2027 in Düsseldorf statt. Weitere Informationen finden Sie unter kirchentag.de.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/Kirchentag-2025-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-05 06:00:002025-05-17 23:00:07Kirchentag 2025 in Hannover: Kölns Jugend gestaltet mit – Begegnung, Klimawandel und Glaube im Fokus
Zeit für sich selbst – gerade für Mütter ist das oft ein kostbares Gut. Die Familienbildungsstätte Köln (FBS) bietet rund um den Muttertag und darüber hinaus inspirierende Veranstaltungen für alle, die sich etwas Gutes tun oder gemeinsam Zeit schenken möchten. Die Angebote kombinieren Kreativität, Achtsamkeit und Genuss – ideal auch als Geschenkidee.
„Healing the inner you“ – Indisch-ayurvedische Küche mit Yoga und Achtsamkeit
Ein Tag für Körper, Geist und Seele: Am Samstag, 7. Juni 2025, lädt die FBS zu einem intensiven Tageskurs mit ayurvedischem Kochen, Yoga und Achtsamkeit ein. Unter dem Motto „Healing the inner you“ entdecken die Teilnehmenden die heilsame Wirkung der indischen Küche und gönnen sich gleichzeitig wohltuende Auszeiten im Alltag.
Zusammen kochen, genießen und lachen: Am Freitag, 4. Juli 2025 steht ein kulinarischer Abend zu zweit auf dem Programm. Der indische Kochabend für Paare ist ein romantischer Ausflug in die Welt der Gewürze und der Gastfreundschaft.
After Care DIY – Kreative Abende mit Flower Hoops und Makramee
Wer lieber mit den Händen arbeitet, wird bei den beiden DIY-Kursen im Mai und Juni fündig. In liebevoll gestalteter Atmosphäre entstehen blumige Dekoringe („Flower Hoops“) oder sommerliche Makramee-Accessoires – ideal als Auszeit für sich selbst oder als gemeinsamer Abend mit Freundinnen.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2025/05/ChatGPT-Image-30.-Apr.-2025-11_16_47.png10241536https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2025-05-03 22:00:002025-05-16 23:10:04Me-Time-Geschenke zum Muttertag in Köln: Ayurveda, DIY und Kulinarik der fbs