Eine Kirchengemeinde symbolisiert für viele ihrer Mitglieder Heimat – Einführung des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide

Eine Kirchengemeinde symbolisiert für viele ihrer Mitglieder Heimat. Ein Ort, der Geborgenheit schenkt. Aber auch ein Ort, der aktiven Mitgestaltung, der Veränderung. Gerade wurde in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide das insgesamt 22-köpfige Presbyterium gewählt und in sein Amt eingeführt. Das Ablegen der Gelübde der Mitglieder des neuen Kirchenvorstandes und die Segnung durch Pfarrer Klaus Völkl, Vorsitzender des Presbyteriums, konnten allerdings diesmal aufgrund der Corona-Pandemie nicht, wie sonst üblich, im Gottesdienst stattfinden. Stattdessen hatten der Pfarrer und die, für die nächsten vier Jahre frisch gewählten, Presbyterinnen und Presbyter Telefongespräche fCür Gelübde und Segnung vereinbart.

Jörg Rehnitz, Foto: Jörg Rehnitz

Ungewöhnliche Situation

„Durchaus ungewöhnlich, aber im Hinblick auf die aktuelle Situation nur richtig“, fand Jörg Rehnitz. Er ist seit mittlerweile 20 Jahren Presbyter in Dellbrück/Holweide. Seit 2006 engagiert er sich zudem als Finanzkirchmeister. Der Bauingenieur ist mit 72 Jahren eines der ältesten Mitglieder des Gremiums, das sich um die Belange der Pauluskirche, der Christuskirche und der Versöhnungskirche kümmert. „Ich möchte die Zukunft der Gemeinde aktiv mitgestalten, unter anderem mithelfen, dass sie finanziell auf festem Grund steht“, begründet der Dellbrücker seinen ehrenamtlichen Einsatz und fügt hinzu, er habe es begrüßt, dass dieses Mal gesamtgemeindlich gewählt wurde. „Die Struktur der Trennung der drei Bezirke hat mir nie so recht gefallen“, räumt er ein.

Konsens

Seine Hoffnung sei, dass sich auch die sieben zum ersten Mal gewählten Presbyterinnen und Presbyter in den monatlichen Sitzungen rege an den Diskussionen beteiligen und keine Scheu vor der Verantwortung haben, Entscheidungen zu treffen. Pfarrer Klaus Völkl ist da optimistisch. Er sieht eine Qualität seines Kirchenvorstandes darin, dass es zwar kontroverse Diskussionen geben kann, dass letztlich aber alle Gespräche von Zugewandtheit geprägt sind und es immer einen Konsens gibt: „Wie unterschiedlich wir Dinge wahrnehmen und wie verschieden wir denken, ist doch sehr spannend und bereichert das Gemeindeleben ungemein.“

Linda Kalinke, Foto: Zuschlag

Die Jüngste

Um die neuen Presbyterinnen und Presbyter schon ein wenig auf ihr Amt vorzubereiten, hatten sie in den vergangenen Monaten die Möglichkeit, sich Sitzungen anzuschauen. Auch Linda Kalinke hat davon Gebrauch gemacht. Mit 23 Jahren ist die Lehramtsstudentin aus Dellbrück nun die Jüngste in der Runde. Dank ihrer langjährigen Jugendarbeit ist sie aber längst vertraut mit den Menschen und den Abläufen innerhalb der Gemeinde. Ihre Entscheidung sich zur Wahl zu stellen, fiel nach Gesprächen mit Pfarrer Klaus Völkl, der sie fragte, ob sie sich vorstellen könne, dieses Ehrenamt zu übernehmen.

Wohl und geborgen fühlen

Klaus Völkl, Foto: Niklas Baumberger

Ohnehin hatte sie seit einiger Zeit das Gefühl, langsam aus der Jugendarbeit herauszuwachsen, doch ein Mittun im Gemeindevorstand flößte ihr Respekt ein. „Ich fand es zwar spannend, auf diese Weise die Gemeinde wirklich hinter den Kulissen kennenzulernen, habe mich aber auch gefragt, ob ich das überhaupt kann.“ Klaus Völkl ermunterte sie, sich nach und nach in das Presbyterium einzufinden und in Ruhe, passende Tätigkeitsfelder zu suchen. Die anderen Mitglieder rieten ihr außerdem, so viele Fragen wie möglich zu stellen, da manches nur zu Beginn kompliziert klinge.

Nun, nach der Wahl, möchte die junge Frau sich für die Jugend der Gemeinde stark machen, auf die Jüngeren hören, aber auch die anderen Gemeindemitglieder nicht aus dem Blick verlieren. „Ich möchte daran mitarbeiten, dass die Menschen sich in dieser Gemeinde ebenso wohl und geborgen fühlen, wie ich. Sie sollen ernst genommen und gehört werden, spüren, dass sie willkommen sind.“

Text: Katja Pohl
Foto(s): Celia Körber-Leupold

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Online Gottesdienste und Live-Übertragungen an Palmsonntag aus Ihrer Region

Die Evangelischen Kirchengemeinden in Köln und Region bieten an Palmsonntag zahlreiche Online-Angebote und Live-Gottesdienste an. Hier finden Sie eine Übersicht, sortiert nach den Angeboten aus Ihrer Region. Schauen Sie vorbei oder „besuchen“ Sie online Ihre Nachbargemeinde.

Folgenden Gemeinden bieten einen Online-Gottesdienst an:

aus Köln

05.04.2020, 09:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Riehl
Video-Andacht
www.ev-kirche-riehl.de

05.04.2020, 09:30
Evangelische Gemeinde Weiden/Lövenich
„Angedacht“ – Video-Andacht
www.ev-kirche-weiden.de

05.04.2020, 09:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Deutz/Poll
„Sonntag:Anders“ – Videobeitrag
www.evangelisch-deutzpoll.de

05.04.2020, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Rodenkirchen
Online-Gottesdienst für zu Hause zum Lesen oder Hören
www.erloeserkirche-rodenkirchen.de

05.04.2020, 10:00
Evangelische Gemeinde Köln
Online-Gottesdienst
www.thomaskirche-koeln.de

05.04.2020, 10:00
Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Köln-Raderthal
Digitaler Gottesdienst
www.kirche-raderthal.de

05.04.2020, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dünnwald
Online-Gottesdienst
www.evangelisch-in-duennwald.de

05.04.2020, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Zollstock
Online-Gottesdienst auf Youtube
www.melanchthonkirche.de

05.04.2020, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Brück-Merheim
Online-Gottesdienst
www.ekir.de/brueck-merheim/

05.04.2020, 10:30
Evangelische Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim
Gottesdienst live auf Youtube
www.brueckenschlag-gemeinde.de

05.04.2020, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Digitaler „Zeitgleich-Gottesdienst (Audio-Podcast)
www.kirche-bayenthal.de

05.04.2020, 10:45
Evangelische Kirchengemeinde Bickendorf
Live-Stream-Familiengottesdienst am Palmsonntag
www.gemeinde-bickendorf.de

05.04.2020, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Nippes
Onlinevideo „Statt Gottesdienst“
www.lutherkirche-nippes.de

05.04.2020, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
Online-Gottesdienst am Palmsonntag
www.eikdh.de

05.04.2020, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Online-Gottesdienst
www.kirche-klettenberg.de/videos


aus dem Rhein-Erft-Kreis

05.04.2020, 09:30
Evangelische Kirchengemeinde Pulheim
Gottesdienst auf YouTube
www.kirchepulheim.de

05.04.2020, 10:00
Evangelische Friedenskirchengemeinde in Erftstadt
Online-Gottesdienst
www.kirche-erftstadt.de

05.04.2020, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Frechen
Online-Andacht mit Orgelmusik
www.kirche-frechen.de

05.04.2020, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Wesseling
Live-Gottesdienst auf YouTube
www.evangelisch-wesseling.de

05.04.2020, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Video-Andacht
www.kirche-bruehl.de/cms/gottesdienst

08.04.2020, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Video-Andacht
www.kirche-bruehl.de/cms/gottesdienst


aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis

05.04.2020, 09:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Videogottesdienst
www.andreaskirche-schildgen.de

05.04.2020, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Online-Gottesdienst und Kinder-Kirchen-Impulse
www.heilsbrunnen.de

05.04.2020, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Lindlar
Podcast-Gottesdienst
www.ev-kirche-lindlar.de

05.04.2020, 18:30
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Online-Jugendgottesdienst
www.heilsbrunnen.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Superintendentin Andrea Vogel zur Passionszeit

„Ostern ist dieses Jahr geschlossen…„

So, oder ähnlich steht es an Hotels, Restaurants, Bekleidungsgeschäften, Friseurläden und leider auch an unseren Kirchen.

Dieses Jahr bleiben für alle die Kirchenportale zu, ohne wenn und aber. Das wird für uns Christinnen und Christen ein sehr prägendes Erlebnis werden.
„Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.” Das sind die Worte Jesu;
doch wohin sollen wir kommen, wenn niemand Einlass gewährt?
Das fragt sich auch Superintendentin Andrea Vogel in diesem Jahr. Wohin gehen, wenn die Kirchen in allen Ländern nicht für Gottesdienste geöffnet werden dürfen?

Kopfkino

Bilder geistern durch unsere Köpfe: Ein einsamer Papst auf dem Petersplatz oder eine leere Pilgerstätte in Mekka zeigen, dass das Virus keinen Halt macht vor anderen Konfessionen und anderen Glaubensrichtungen.

Pfarrerin Vogel weist auf einen besonderen Türgriff hin, auf dem genau diese Worte Jesu stehen: Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!

“…wenn sie jetzt (an diesem Kirchenportal) vorbei gehen und Zeit haben, schauen sie, gucken sie”, so Vogel „ein Hinweis, unsere Sorgen, Nöte und Ängste mitzubringen und Gott im Gebet anzuvertrauen.”

Gott findet Möglichkeiten, jede einzelne und jeden einzelnen von uns zu erreichen – vor verschlossenen Türen macht er nicht halt, er öffnet einfach andere… Ostern geschlossen? Vielleicht gilt das für die Türen der Kirchengebäude, nicht aber für die, die zu unseren Herzen führen! Denn Gott ist überall! Lassen Sie ihn eintreten!

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Das gesprochene Wort zum Nachlesen

Ich stehe vor einer Kirchentür, die geschlossen ist. Nicht nur heute, sondern auch sonntags morgens, wenn sie eigentlich geöffnet sein sollte zum Gottesdienst. Diese Kirchentür wird auch sonntags morgens nicht geöffnet, weil wir aufgrund der Pandemie momentan keine Kirchentüren öffnen dürfen. Auch nicht sonntags morgens. Aber jede und jeder der Zeit hat und hier vorbeikommt, kann trotzdem etwas mitnehmen, denn dieser Türgriff ist besonders. Auf diesem Türgriff steht ein Wort aus dem Matthäus-Evangelium, da kann ich lesen: „Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Dieser Türgriff, ein Hinweis, unsere Sorgen, Nöte und Ängste mitzubringen und Gott im Gebet anzuvertrauen. An diesem Ort oder an jedem anderen. Hier kann ich mich niederlassen, hier kann ich loslassen was schmerzt, was belastet und spüren, was mir gut tut. Ich habe einen Ort, ich habe einen Raum, in dem ich angenommen bin und Zuversicht spüren kann. Das Kleine im Großen, mitten in der Krise erkennen. Das wünsche ich Ihnen, dass es Ihnen an diesem Kirchraum und an anderen Kirchen gelingt. Auch dort werden sie Bibelworte finden, die Trost und Zuversicht ausstrahlen. Nehmen Sie sie mit, fühlen Sie sich ein wenig getröstet und vielleicht spüren sie auch die Zuversicht. Sie werden diese gute Botschaft auch in anderen Worten finden, an anderen Kirchen. Schauen Sie und ich wünsche Ihnen, dass Sie so manch tröstendes Wort finden, das Ihnen gut tut. Seien Sie behütet.

Text: APK/Vogel
Foto(s): APK/Thorsten Levin

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Pfarrer Mathias Bonhoeffer: Dialektik

Das Wort Isolation hat in diesen Tagen einen besonderen Beigeschmack bekommen. Wir sind zum ersten mal alle und gemeinsam betroffen und spüren, wie wertvoll freies Leben, freies Handeln und der freie Umgang mit anderen Menschen ist. Auch Pfarrer Mathias Bonhoeffer darf wieder raus – allerdings zu besonderen Konditionen: „Maximal zwei Personen dürfen gemeinsam beieinander stehen. Es sei denn es ist Familie“… Für Bonhoeffer fühlt sich das alles sehr befremdlich an. Mit dem „weggesperrt“ hat er seine Probleme, wie so viele Menschen auch an diesen sonnigen Tagen: „Eingesperrt. Weggesperrt und wehe dem, dem einsamen Senior, der einkaufen geht bevor ihm die Decke auf den Kopf fällt. Die Folgen: Nicht abzusehen. Die Kosten: Nicht abzusehen.“

Bonhoeffer hadert mit der Situation, er sieht die Welt in einem neuen Licht. Zweckoptimismus in Ehren – aber denken darf noch erlaubt sein… Und er macht sich seine Gedanken: eine komplizierte Zeit, eine Stimmung irgendwie dazwischen. Auf der eine Seite das Gefühl der Ruhe auf der anderen das der Angst auf Isolation. Hier ein Raum für stille, gute Momente und dort eine Kammer voller Angst und Einsamkeit. Dialektik eben – die Bonoeffer versucht zu begreifen und in passende Worte zu kleiden.

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Hier der ganze Text zum Nachlesen:

Dialektik

Seit gestern ist die Quarantäne aufgehoben, ich darf wieder aus dem Haus. Allerdings in leergefegte Straßen. Maximal zwei Personen dürfen gemeinsam beieinanderstehen. Es sei denn es ist eine Familie. Alles andere ist mit Bußgeldern bewährt. Das Robert-Koch-Institut bekommt anonymisierte Handydaten, sprich, Bewegungsprofile zugeschickt. Der Sonnenschein hat für mich etwas Unwirkliches, Surreales. Der kalte Wind tut sein Übriges dazu. Die Regale der Supermärkte sind gut gefüllt. An den Kassen muss ich nicht lange warten. Dafür vor dem Supermarkt. Man kann nicht alles haben. Seit einer Woche wird eine ganze Gesellschaft mit ihrem Kultur-, Finanz- und Wirtschaftsbetrieb, mit ihren sozialen Netzwerken und Bezügen auf das brutalste heruntergebremst. Shut down, Lock out, oder besser: Lock in. Eingesperrt. Weggesperrt und wehe dem einsamen Senior, der einkaufen geht bevor ihm die Decke auf den Kopf fällt. Die Folgen: Nicht abzusehen. Die Kosten: Nicht abzusehen. Das auf Gemeinschaft angelegte Wesen Mensch sucht sein Heil in der kollektiven Isolation. Aber Isolation ist ebenso eine anerkannte Foltermethode. Die Theologie nennt das Dialektik. Die Lehre von den Gegensätzen in den Dingen beziehungsweise den Begriffen sowie die Auffindung und Aufhebung dieser Gegensätze. Nach der „Auffindung und Aufhebung dieser Gegensätze“ wird noch gefahndet. Aus Analog wird digital. Werkzeuge, die einen Austausch auf große Distanzen hin ermöglichen sollen, Videokonferenzen, vernetzen plötzlich Menschen, die auf der anderen Seite der Straße, ja des Flurs wohnen. Wenn beide denn mit einem Laptop und einem Handy umgehen können und so etwas wie Medienkompetenz haben. Nicht jedem, nicht jeder ist beides gegeben. Und dann muss noch die Internetleitung oder das Datenvolumen mitspielen. „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?“ Denn: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr; fremd wie dein Name sind mir deine Wege. Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott; mein Los ist Tod, hast du nicht anderen Segen? Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt? Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen. 2. Von Zweifeln ist mein Leben übermannt, mein Unvermögen hält mich ganz gefangen. Hast du mit Namen mich in deiner Hand, in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben? Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land? Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen? 3. Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden. Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt, und lass mich unter deinen Kindern leben. Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete. Seien sie gegrüßt und behütet. Gott segne Sie.

Text: APK/Bonhoeffer
Foto(s): APK

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Diakonisches Werk Köln und Region wird gGmbH – Beratung und Hilfsangebote auch in Corona-Zeiten

Mit dem 1. April ändert das Diakonische Werk Köln und Region seine Rechtsform und wird zur gemeinnützigen GmbH. Den Beschluss dazu hat die Verbandsvertretung im Herbst 2019 gefasst. Alle Arbeitsbereiche werden in der gGmbH fortgeführt. Rund 300 Mitarbeitende gehen den Betriebsübergang mit. Zum Start in die gGmbH hatten sich viele Mitarbeitende einen Gottesdienst gewünscht, der am 2. April in der Kartäuserkirche gefeiert werden sollte. Die Einladungen wurden bereits Ende Februar verschickt. Die weiteren Planungen wurden wie so vieles andere durch Corona gestoppt. Trotz Einschränkungen durch die Corona-Krise geht die Arbeit im Diakonischen Werk Köln und Region an vielen Stellen weiter.

Tageseinrichtungen für Kinder

In acht der zehn Kitas des Diakonischen Werkes werden Kinder auch jetzt in den Einrichtungen betreut, deren Eltern einem systemrelevanten Beruf nachgehen. Manche dieser Notgruppen besucht nur ein einzelnes Kind, mindestens zwei Erzieherinnen oder Erzieher sind vor Ort. Die Eltern der Kinder müssen nachweisen, dass sie einer Tätigkeit mit Schlüsselfunktion nachgehen, zum Beispiel bei der Polizei, im Gesundheitswesen oder in der Lebensmittelbranche. Die Erzieherinnen und Erzieher, die zu Hause arbeiten, schreiben Dokumentationen und Berichte, nähen Mundschutzmasken oder stellen Videoclips online mit Anleitungen für die Kinder, die auch Zuhause bleiben müssen. „Wir freuen uns sehr, dass wir hier gute Lösungen gefunden haben und die Teams sich abwechseln mit der Betreuung vor Ort und der Arbeit Zuhause“, sagt Sabine Kruszczak, Leiterin des Fachdienstes Tageseinrichtungen für Kinder.

Bahnhofsmission

Gute Lösungen hat auch das Team der Bahnhofsmission gefunden: Zwar musste der Aufenthaltsraum im Kölner Hauptbahnhof auf Gleis 1E schließen und viele Ehrenamtliche können nicht mehr kommen, da sie zur Risikogruppe zählen. Aber andere Mitarbeitende sind weiterhin montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr vor Ort und beraten einzelne Ratsuchende durch das Fenster zum Bahnsteig. „Die Gäste formulieren klar ihre Dankbarkeit für die Gespräche am Fenster“, sagt die Leiterin der Bahnhofsmission Corinna Rindle, „wir vermitteln ihnen damit, dass sie nicht vergessen sind.“ Viele Fragen werden auch am Telefon oder per E-Mail beantwortet. Das Notdienst-Team guckt außerdem, wo konkret Hilfe gebraucht wird: so zum Beispiel beim mobilen Dusch- und Toilettenbus, der vor dem Bahnhof für wohnungslose Menschen aufgestellt wurde.

Beratung und konkrete Hilfe für wohnungslose Menschen

Auch das Diakoniehaus Salierring in Köln und das Netzwerk Wohnungsnot mussten ihre beengten Tagestreff-Räume schließen. Auch hier finden wohnungslose Menschen weiterhin Beratung, überwiegend per Telefon und per E-Mail, in Einzelfällen aber auch persönlich, zum Beispiel beim Geldauszahlen und Postabholen, im Betreuten Wohnen und in der Krankenwohnung am Salierring.

In Bergisch Gladbach bietet das Team als Reaktion auf die aktuelle Krisensituation zusätzlich an zwei Tagen in der Woche ein „Essen unter freiem Himmel“ an: Der Imbiss kann vor der Tür mit viel Abstand voneinander im Stehen verzehrt oder mitgenommen werden. Zu den sonst üblichen Öffnungszeiten gibt es außerdem Kaffee, Kakao oder Mineralwasser im Becher zum Mitnehmen. Die beiden Streetworkerinnen sind ebenfalls weiter in Bergisch Gladbach unterwegs. Nachdem der offizielle Szenetreffpunkt von der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach geschlossen wurde, sucht das Team die Menschen auf der Straße auf und ist auch telefonisch erreichbar. „Unser Klientel befindet sich grundsätzlich und in der aktuellen, durch Corona bedingten Krisensituation umso mehr, in einer schweren Lebenslage“, betont Judith Becker, Leiterin des Netzwerks Wohnungsnot RheinBerg, „hierauf werden wir weiterhin dynamisch und bei entsprechendem Bedarf auch mit zusätzlichen Hilfeangeboten reagieren.“

Fahrradreparatur und Lastenrad für Senioren

Das Arbeitsprojekt RADWERK in Bergisch Gladbach bietet seit Ende März einen Not-Reparatur-Betrieb an: Die Übergabe des Fahrrades erfolgt nach telefonischer Vereinbarung am Seiteneingang ganz ohne persönlichen Kontakt.

Über ein Lastenfahrrad freut sich das SeniorenNetzwerk Junkersdorf. Die Anschaffung war schon lange geplant. Jetzt  können Einkäufe an ältere Menschen im Stadtteil geliefert  werden. Die Koordinatorinnen der SeniorenNetzwerke helfen außerdem an der Telefon-Hotline der Nachbarschaftsinitiative Kölsch Hätz und beraten auch sonst vor allem telefonisch.

Persönliche Besuche bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

Persönliche Kontakte sind dagegen bei den Sozialpädagogischen Familienhilfen, die vom Jugendamt vermittelt werden, manchmal unumgänglich. Um zu verhindern, dass in der jetzt zugespitzten Situation Kinder zu Hause unter Gewalt leiden, besuchen die Teams der Hilfen zur Erziehung in Köln-Mülheim und des Sozialpädagogischen Zentrums in Kerpen die Familien in Einzelfällen auch weiterhin zu  Hause oder treffen sich zu Gesprächen im Freien.

Jugendhaus TREFFER wird digital – Beratung am Telefon

Das Jugendhaus TREFFER in Köln-Buchheim sucht nach neuen Wegen, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben: Täglich werden Informationen und Tipps für Zuhause auf Instagram veröffentlicht. Die 70 Stammgäste des TREFFER verfolgen die Aktivitäten. Für Beratungsgespräche ist das Team über die Diensthandys erreichbar.

Auch die breit aufgestellten Beratungsstellen des Diakonischen Werkes  – von der Suchtberatung und den Schuldnerberatungsstellen über die Clearingstelle Claro für Arbeitsuchende bis zur Flüchtlings- und Migrationsberatung – sind telefonisch und per E-Mail erreichbar, zu Hause im Homeoffice oder alleine im Büro. Alle aktuellen Hilfsangebote sind zu finden auf www.diakonie-koeln.de

Text: Martina Schönhals
Foto(s): DW

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„Abraham vertraute auf Gott und wurde ein Freund genannt“ – Verabschiedung von Pfarrerin Gabriele Wißmann-Winkelmann

Beim Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrerin Gabriele Wißmann-Winkelmann in den Ruhestand herrschten durch die Corona-Pandemie besondere Umstände.

„Es ist ein Geschenk, dass Sie alle da sind“

Unerwartet war die Welt aus den Fugen geraten. Einige Wochen zuvor hatte man noch Gottesdienste gefeiert. Analog. Jetzt musste die Ruheständlerin Sätze sagen wie: „Es ist ein Geschenk, dass Sie alle da sind. Trotz des Virus. Ich möchte heute ausdrücklich keine Hand drücken. Aber wir können uns anlächeln und aufmerksam ansehen.“

Besonders angelächelt hat sie Manfred Kock. Der Alt-Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Ex-Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland hat sie vor 26 Jahren als Krankenhauspfarrerin an der Kölner Uni-Klinik in ihr Amt eingeführt. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, nun auch bei der Verabschiedung dabei zu sein. Mit dabei waren auch all die Weggefährtinnen und -gefährten aus den anderen Stätten ihres Wirkens: Dem Krankenhaus der Augustinerinnen in der Südstadt, „Klösterchen“ genannt, aus St. Agatha in Niehl und dem Antonius-Krankenhaus in Bayenthal.

Vertrauen

Gabriele Wißmann-Winkelmann mahnte zur Rücksichtnahme. „Jeder ist unwichtig, wichtig ist immer der andere. Nichts geht ohne Vertrauen, das wir geben und nehmen.“ Misstrauen und Kontrolle hätten oft erste Priorität. „Aber Misstrauen und Kontrolle als Haltung machen uns fest und unbeweglich. Seien wir innerlich beweglich. Schauen wir auf das, was wir tun. Und nicht auf das, was wir sagen.“

Und in Anlehnung an Jakobus 2,23: „Abraham vertraute auf Gott und wurde ein Freund Gottes genannt“ warf die Krankenhauspfarrerin einen Blick zurück:  Sie sei 26 Jahre lang „Zuhörende in allen Facetten“ gewesen.  Sie habe ungezählte Geschichten gehört: Starke, wütende, verzweifelte, zuversichtliche: Kostbare Geschichten, die die Menschheitsgeschichte fortgeschrieben hätten und auch biblische Geschichten weitergeführt. Wenn Patienten ihre Segnungsgeschichten erzählten, fielen Himmel und Erde zusammen.

„Gott bläst Luft an die Seele des anderen. Das bringt Entlastung für Körper und Seele.“ Das Vertrauen auf Gott habe sehr viel mit der inneren Ausrichtung zu tun. Wer vertraue, werde Anteilseigner an der grenzenlosen Kreativität Gottes. Die Bibel sei die Voraussetzung. Und das Vertrauen müsse auf Liebe basieren.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Unser Leibgericht – eine Kochshow mit Mehrwert

Unser Leibgericht

Kochen mit Pfarrer Christoph Rollbühler von der Kölner Christuskirche

In Zeiten von Corona ändert sich auch das Miteinander in den Gemeinden. Gemeinschaft wird gerade auf ganz neuen Wegen mit vielen kreativen Ideen erlebt. Das gemeinsame Kochen und Essen zum Beispiel kann derzeit nicht mehr dienstags unter dem Titel „Mittagstisch – gemeinsam lecker essen“ in der Gemeindeküche der Christuskirche in Köln stattfinden. Doch mit Kamerafrau Claudia Keller und Pfarrer Christoph Rollbühler am Herd vor dem bunten Kreuz an der Wand geht das Entdecken eines neuen Rezeptes durchaus in diesem Fall per Video.

Auch wenn Pfarrer Rollbühler das Fehlen der dienstäglichen Tischgemeinschaft als „einen richtig harten Einschnitt“ empfindet. Denn, so sagt er: „Wir lieben es, in Gemeinschaft um einen Tisch zu sitzen und miteinander zu essen.“ Es fühle sich gerade an wie „Ferien, ohne, dass Ferien sind“ und das sei beklemmend. Gleichzeitig findet Pfarrer Christoph Rollbühler es beeindruckend, welche Kreativität in den Gemeinden freigesetzt wird, was sich alle einfallen ließen, um Kontakt zu halten und zusammenzustehen. „Das wiederum ist eine sehr schöne Erfahrung. Darum sollte sich im Grunde niemand einigeln oder allein fühlen.“

Ein Brötchen und zwei Fischstäbchen getoppt von etwas Remouladensoße ist natürlich nicht das Gericht, das es an diesem Dienstag geben wird. Denn die Kochteams der Gemeinde denken sich stets etwas Gesundes und Schmackhaftes aus. „Dazu gehören Florian, Alida, Marielene, Julia und Rene“, erklärt Rollbühler. Marielene hat für dieses ungewöhnliche „Kochen vor der Kamera“ Spaghetti mit Gemüsebolognese für vier Personen vorgeschlagen. 

Während Pfarrer Christoph Rollbühler das Gericht zubereitet, bleibt Zeit für einen Dialog. Wie wären wohl unsere Großeltern mit der Situation der Corona-Pandemie umgegangen, fragt er sein Gegenüber. „Erschreckt, aber stoisch-gelassen“, lautet Claudia Kellers Antwort, derweil der Pfarrer sich an seine Urgroßmutter erinnert. „Sie hätte geteilt“, ist er sicher und hofft, dass viele Menschen aus dieser Zeit ein Gefühl des „Teilens, Abgeben und übriglassen“ mitnehmen werden.

Wie nachhaltig die vergangenen Tage das Gemeindeleben verändert haben, führt er mit den Beispielen aus, dass gerade kein Gottesdienst stattfindet, die Chöre nicht proben und es darum in den Gemeindehäusern extrem still geworden sei. Claudia Keller hingegen hat beobachtet, dass sich der Ton im Umgang miteinander verändert hat: „Die Menschen draußen sind etwas unfreundlicher. Die Stimmung ist angespannt.“ Beide Gesprächspartner haben übrigens ihre ganz eigenen Methoden, um mit dieser Spannung umzugehen. Claudia Keller geht mit Musik auf den Ohren joggen, Pfarrer Rollbühler gönnt sich ein heißes Bad.

Am kommenden Montag gibt es auf der Homepage der Gemeinde die Zutatenliste für das nächste Gericht. Wer im Bezirk der Kölner Christuskirche und der Thomaskirche wohnt, kann sich melden – denn es gibt auch einen Einkaufs- und Lieferservice für die Zutaten: (0170) 2 26 17 98.

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Wer die Spaghetti mit Gemüsebolognese nachkochen möchte:

Zutaten: 

1-2 Zwiebeln

4-5 Möhren

vier Stangen Staudensellerie

eine Stange Lauch

400 Gramm Champignons

250 Milliliter Sahne

Ein Teelöffel Gemüsebrühe

250 Milliliter Wasser

Petersilie oder Bärlauch, Salz, Pfeffer, Tomatenmark

Vier Esslöffel Olivenöl

Zubereitung:

Die Zwiebeln würfeln und zum Anschwitzen in den Topf mit etwas heißem Öl geben. Pilze sehr fein würfeln und ebenso wie die feingewürfelten Möhren dazu geben. Das Olivenöl, eine kräftige Prise Salz sowie frisch gemahlenen Pfeffer und fein geschnittenen Staudensellerie hinzufügen. Mit Thymian würzen. Gut umrühren, Hitze reduzieren und zugedeckt schmoren lassen. Ein wenig Gemüsebrühe dazu geben, mit Tomatenmark würzen, die Sahne in den Topf geben. Aufkochen lassen. In der Zwischenzeit die Spaghetti zubereiten und mit der Soße anrichten.

www.christuskirche-mitten-im-leben.de

Text: Katja Pohl
Foto(s): APK

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Freude schöner Gottesfunken – Menschen bleibt zuhause nun! Digitale Weiterbildungsangebote der Kölner Melanchthon-Akademie

Freude schöner Gottesfunken
Menschen bleibt zuhause nun
Rückt zusammen in Gedanken
Könnens nur gemeinsam tun

Ja, dein Segen bindet wieder
Was der Virus gerade teilt
Alle Menschen, Schwestern, Brüder
Hilf, dass diese Welt nun heilt.

 

Mit einer eigenen Fassung der „Ode an die Freude“ läutet die Melanchthon-Akademie in Köln ein neues Kapitel in ihrer Bildungsarbeit ein. Auf digitalem Weg werden alle Interessierten eingeladen, sich mit Texten, Themen und theologischen Fragen auseinander zu setzen. Auf Grund des Versammlungs- und Kontaktverbotes sind alle Veranstaltungen in der Akademie untersagt.

Die „Corona-Ode“ an die Freude können alle Interessierten jeden Sonntag um 18 Uhr zusammen mit anderen Menschen in der Nachbarschaft singen. Und die zuständige Studienleiterin fragt gleich nach weiteren Textvorschlägen und freut sich unter dem Motto „Texte in ungewöhnlichen Zeiten“ über Rückmeldungen.

„Achtsam von Kopf bis Fuß – Kreativer Bodyscan am Abend“ ist das erste Online-Angebot der Melanchthon-Akademie, das am Dienstag, 31. März, um 18:30 Uhr startet. Dozent Stephan Maey bietet einen 45min Online-Stream zum Thema Body Scan an. In dem Seminar geht es darum, Zeit und Ruhe zu haben, die eigenen Emotionen, Gedanken und den Körper bewusst wahr zu nehmen. Interessierte können sich bis zum 30.03 bei der Melanchthon-Akademie unter Angabe der Nummer 5050KW anmelden. Sie erhalten dann am 31.03. eine E-Mail mit Zugangsdaten zu einer Videokonferenz. Die Teilnahmegebühr beträgt 4,00 €.

Die Melanchton-Akademie hat noch ein weiteres digitales Angebot gestartet. Auf der neuen Internetseite www.melanchthon-blog.de sind Video-Blogs zu sehen, die zum Nachdenken und Diskutieren einladen sollen. Den Aufschlag macht Jörg Heimbach, Pfarrer der Evangelischen Studierendengemeinde Köln. Er beschäftigt sich mit dem Thema Antisemitismus und dem ganz aktuellen Buch der französischen jüdischen Autorin Delphine Horvilleur, „Überlegungen zur Frage des Antisemitismus“. Der zweite Beitrag – von Prof. Dr. Daniel Hoffmann (Neuere Literaturwissenschaften) – stellt den letzten Roman von Philip Roth, „Nemesis“ (2011) über eine Polio-Epidemie in den USA vor.

„Menschen sind einander zum wechselseitigen Gespräch geboren“, zitiert Akademie-Leiter Pfarrer Dr. Martin Bock den Reformator Phillip Melanchthon. „Ich erlebe in diesen krisenhaften Zeiten: Wir haben Sehnsucht, uns mitzuteilen, mit Leidenschaft über Wesentliches zu sprechen, Bücher und Gedanken in den Raum zu stellen, die etwas aufdecken und verstehen lassen. In unserem Video-Blog stellen wir leidenschaftliche Menschen und leidenschaftliche Bücher vor und freuen uns, wenn Gesprächsfäden beginnen“, sagt Dr. Martin Bock weiter.

Über die digitalen Angebote der Melanchton-Akademie informiert auch der wöchentliche Newsletter, der kostenfrei auf der Internetseite www.melanchthon-akadmie.de abonniert werden kann.

Text: APK
Foto(s): APK

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Mehr als zehn Online-Gottesdienste und Live-Veranstaltungen am Sonntag aus den Gemeinden in Köln und Region im Internet

Von Gottesdiensten, Andachten und Mitsingkonzerten bis hin zu Bastelaktionen für Kinder, bieten die evangelischen Kirchengemeinden aus Köln und der Region viel Programm an diesem Wochenende. Fast jede zweite Gemeinde hat inzwischen ein digitales Angebot mit Video, Podcast oder als Download im Angebot. Die Kreativität ist groß und die Ideen werden immer zahlreicher. Die Videoformate reichen von Luthers Abendsegen oder einer gesungenen Komplet über Impulse für den Alltag bis hin zu Gottesdiensten und Online-Mitsingkonzerten.

Highlights am Sonntagmorgen sind wieder die Gottesdienste. Folgenden Gemeinden bieten einen Online-Gottesdienst an:

29.03.2020, 09:30
Evangelische Kirchengemeinde Pulheim
Gottesdienst auf YouTube
www.kirchepulheim.de

29.03.2020, 10:00
Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Köln-Raderthal
Gottesdienste auf YouTube
www.kirche-raderthal.de

29.03.2020, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dünnwald
Online-Gottesdienste auf YouTube
www.evangelisch-in-duennwald.de

29.03.2020, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Digitaler „Zeitgleich-Gottesdienst“ (Audio-Podcast)
www.kirche-bayenthal.de

29.03.2020, 10:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Brück-Merheim
Online-Gottesdienst auf YouTube
www.ekir.de/brueck-merheim

29.03.2020, 10:30
Evangelische Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim
Gottesdienst live auf YouTube
www.facebook.com/brueckenschlaggemeinde

29.03.2020, 10:45
Evangelische Kirchengemeinde Bickendorf
Live-Gottesdienst auf YouTube
www.gemeinde-bickendorf.de

29.03.2020, 10:45
Evangelische Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath
Gottesdienst auf YouTube
www.evkirche-roesrath.de

29.03.2020, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Wesseling
Live-Gottesdienst auf YouTube
www.evangelisch-wesseling.de

 

Angebote am Sonntagabend

Doch auch für den Sonntagabend haben zwei Gemeinden etwas Besonderes vorbereitet. Die Evangelische Kirchengemeinde Brühl stellt eine Video-Andacht aus der Christuskirche bereit. Ein weiteres Highlight des Abends ist auch ein Online-Mitsingkonzert ab 18 Uhr aus der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Spirituelle Lieder aus aller Welt, die bewegen, mitreißen, entspannen und ins Herz gehen, können mitgesungen werden. Die Texte gibt es auf Facebook und auf der Internetseite www.lutherkirche-suedstadt.de . Das Angebot richtet sich an alle in der Familie, die Freude am gemeinsamen Singen mit anderen und Neugier auf neue Lieder, sowie Spaß an Improvisation und Klang haben. Birgit Schlenther singt die Lieder und wird am Klavier von Margita Linde begleitet.

29.03.2020, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Video-Andachten aus der Christuskirche
www.kirche-bruehl.de/cms/gottestdienst

29.03.2020, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Online: Singen bewegt! Mitsingabend
www.facebook.com/lutherkirche.suedstadt

Text: APK
Foto(s): APK

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Superintendent Markus Zimmermann – „Wir suchten das Licht und fanden Finsternis“

Da war doch was? Ostern, Passionszeit – genau, in der befinden wir uns gerade. Für viele scheint das gerade nicht im Vordergrund zu stehen. Doch wir dürfen trotz der momentan schwierigen Lebenslage eines nicht vergessen: Themen, die schon vor und nach der Krise Bestand und Relevanz haben.

Das Mahnmal in Köln Müngersdorf

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde vor ein paar Tagen ein Mahnmal wider des Vergessens in Köln Müngersdorf eingeweiht. Es steht dort zur Erinnerung an über 3.000 deportierter Juden in die Vernichtungslager. Die Deportationen fanden in der unmittelbaren Nachbarschaft statt, ganz nahe an den Häusern der Bevölkerung. 

Superintendent Markus Zimmermann erinnert an die Zeit und daran, was jetzt ist, was wir heute und in Zukunft daraus machen werden. „In der Passionszeit erinnern wir uns auch heute an die Finsternisse in der Welt.“ So Zimmermann. „Dieses Mahnmal erinnert aber nicht nur an die Vergangenheit. Es mahnt uns heute gegen die Finsternisse in der Welt anzugehen und die Welt menschlicher zu gestalten.“

Wie aktuell sind diese Zeilen und wie aktuell ist die Mahnung, füreinander da zu sein nicht nur in Krisen. Nicht wegschauen, sondern Hilfe leisten in der Not. Immer wieder…

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Der ganze Text zum Nachlesen

Der Stadtwald hier in Köln Müngersdorf, eigentlich ein idyllischer Ort, vor allem wenn die Sonne scheint. Diese Idylle wird aber getrübt durch die Tatsache, das war 1941 bis 1944, hier an diesem Ort über 3000 Menschen von den Nazis gefangen gehalten wurden. Für viele, vor allem für Juden und Jüdinnen, war es eine Zwischenstation auf dem Weg in die Vernichtungslager. 3000 Menschen und mehr, haben hier gelitten. Ganz nahe an den Häusern der Bevölkerung. Mir kommt da ein Wort in den Sinn aus der Bibel, aus dem Buch Hiob. Es bringt es so klar auf den Punkt: Wir suchten das Licht und wir fanden Finsternis. Wie finster muss es für die Menschen gewesen sein, hier in diesem Gefängnis. Das neue Mahnmal erinnert daran. Die wenigen Fensteröffnungen aus denen sie in die Freiheit gucken konnten. Und die Stangen erinnern nicht nur an Gefängnisgitter, sondern auch an die Gleise, auf die sich die Züge dann befunden haben, auf dem Weg in die Vernichtungslager. In der Passionszeit erinnern wir uns auch heute an die Finsternisse in der Welt. Dieses Mahnmal erinnert aber nicht nur an die Vergangenheit. Es mahnt uns heute gegen die Finsternisse in der Welt anzugehen und die Welt menschlicher zu gestalten. So wie er es uns, so wie Gott es uns, geboten hat. Das Mahnmal gibt den Menschen die damals gelitten haben ein Stück Respekt zurück. Respekt den sie verloren haben. An uns ist es nun den Menschen heute den Respekt zukommen zu lassen, den sie verdienen. Um Gottes willen.

Text: APK
Foto(s): APK

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